Licht und Hoffnung für alle Menschen – Monatsgottesdienst Januar 2023

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes
  • Warum nicht einmal das neue Jahr mit einer coolen Aktion beginnen? In vielen Kindergottesdiensten ist eine Übernachtung mit den Kindern im Gemeindehaus (oder in der Kirche) eines der Highlights des Jahres. Dafür bietet sich die Nacht von Samstag auf Sonntag an. Ich schlage das Wochenende vor dem Schulbeginn vor (es kann aber auch eines der folgenden Wochenenden genommen werden).
  • So eine Aktion muss längerfristig geplant und bekanntgemacht werden. Nach ersten Absprachen im Team bekommen die Kinder rechtzeitig vor Weihnachten einen Info- und Anmeldezettel für die Eltern mit. Die Anmeldung sollte noch vor den Weihnachtsferien wieder bei den Kigo-Mitarbeitenden abgegeben werden

Eine Vorlage im Word-Format, zum Anpassen an die Gegebenheiten vor Ort, können Sie hier kostenfrei herunterladen. Oder Sie laden die Datei anbei für Ihren Monatsgottesdienst Januar 2023 hier herunter.

Tipp: Die Anregungen eignen sich auch für einen »normalen« Kindergottesdienst.

Zum Text / Zum Thema
  • Siehe hierzu die Hinweise »Zum Text / Zum Thema« beim 8. Januar.
  • Ein Schwerpunkt bei dieser Ausarbeitung liegt auf dem Stichwort »Licht für alle Menschen« aus dem Loblied des alten Simeon. Das bezieht sich auf die Ankündigung von »Heil für die ganze Welt« und »Licht für alle Völker« im zweiten Teil des Jesaja-Buches (z. B. Jesaja 42,6; 49,6; 60,1ff). Die letzte dieser Verheißungen des Propheten ist die bekannteste: »Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.«
  • Dieses Licht und die Hoffnung für alle Menschen sollen bei den verschiedenen Aktionen mit den Kindern erfahrbar werden.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Der Jahreswechsel ist für Kinder meist kein bedeutsamer Einschnitt. (Da sind die Sommerferien »einschneidender«: Sie sind länger als die Weihnachtspause und danach startet dann das neue Schul- bzw. Kindergartenjahr. Das ist für Kinder mit großen Hoffnungen, aber auch Unsicherheiten verbunden.)
  • Kinder fürchten sich oft im Dunkeln. Das merkt man, wenn man mit ihnen eine »Schweige-Wanderung« im nächtlichen Wald versucht. Da wird laut geredet und geplappert, weil die Stille bei Nacht etwas Unheimliches hat.
  • Das Dunkle kann zu einem Symbol für die undurchschaubare Zukunft und unsere Sorgen und Ängste werden. Dennoch sollen die Kinder auch erfahren, dass die Nacht gegen das Licht keine Chance hat und dass Gott uns Hoffnung und Vertrauen für die neuen Wegabschnitte schenkt.

II. Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte

Aus den nachfolgenden Elementen können Sie auswählen, was für Sie in Frage kommt:

Candle-Light-Dinner

Der Abend kann mit einem gemeinsamen Abend-Imbiss beginnen. Die Mitarbeitenden haben einen Tisch schön gedeckt. Auf dem Tisch stehen viele Kerzen oder Teelichte. Der Raum ist ansonsten dunkel.

Es gibt Gemüsesticks, Oliven, Stangenweißbrot, Brotaufstriche, Salat … (je nachdem, wie viel Mühe sich das Team machen möchte).

Nachtwanderung mit Leuchtband

Die Kinder machen sich mit den Mitarbeitenden auf eine kleine Nachtwanderung. Die Strecke ist mit Leucht-(Klebe-)Band (Baumarkt) markiert und die Kinder müssen den Weg selbst finden.

Alternativ kann zur Streckenmarkierung auch Reflektor-Band (Baumarkt) verwenden. Dann finden die Kinder den Weg, indem sie mit Taschenlampen herumleuchten und sich an den Reflektionen orientieren.

Jedewede Art von Bändern müssen hinterher wieder eingesammelt und sachgemäß entsorgt werden!

Taschenlampenführung in der Kirche

Zusammen mit einer Person (aus der Gemeinde), die mit Kirchenführungen (in dieser Kirche) vertraut ist, gehen die Kinder in die dunkle Kirche und entdecken mit Taschenlampen den Kirchenraum ganz neu.

  • Jedes Kind kann eine Weile für sich mit der Taschenlampe herumschauen. Dann zeigen sich die Kinder mit je ihrem Lichtkegel, worauf sie aufmerksam geworden sind.
  • Die Mitarbeitenden fragen, was die Kinder besonders schön finden. Jedes Kind leuchtet auf den entsprechenden Punkt. Vielleicht treffen sich dabei ja mehrere Lichtkegel.
  • Die Kinder können mit ihrem Licht zeigen, was sie besonders wichtig finden in der Kirche.
Stationen-Geschichte

Die Geschichte wird im Rahmen eines kurzen Kindergottesdienstes an Stationen erzählt. Dabei werden die Stationen den örtlichen Gegebenheiten im Kirchenraum angepasst.

Erzählt wird aus der Perspektive von Josef, dem alten Simeon und Maria. Das kann jeweils mit einer einfachen Verkleidung (z. B. Tuch oder Hut) verdeutlicht werden.

An jeder Station wird eine Kerze angezündet und mitgenommen (Kinderkirch- oder Altarkerze).

Hoffnungs-/Lichtgeschichten

Als Gute-Nacht-Geschichte wird eine Geschichte von Licht und Hoffnung vorgelesen.

Z. B. »Licht kann man verschenken« (von Maria Rößler, zu finden unter: rpi-loccum.de > material).

III. Gestaltungsvorschlag für die Kinderkirchübernachtung

  • 19:00 Uhr: Candlelight-Dinner
  • 19:30 Uhr: Nachtwanderung oder Taschenlampenführung
  • 20:30 Uhr: Kurzer Kindergottesdienst an fünf Stationen (s. u.)
  • 21:15 Uhr: »Bettfertig machen«
  • 21:30 Uhr: Gute-Nacht-Geschichte
  • 22:00 Uhr: Nachtruhe
  • 8:00 Uhr: Gemeinsames Frühstück
  • 9:00 Uhr: Abschluss
1. Station: Im Dunkeln vor der Kirche

Votum

Wir sind zusammengekommen.

Wir zünden ein Licht an

… im Namen Gottes, des Vaters,

er hat das Licht gemacht.

… im Namen Jesu,

er hat Gottes Licht zu uns gebracht.

… im Namen des Heiligen Geistes,

er lässt das Licht unter uns leuchten.

Er schenkt uns Freude und eine große Hoffnung.

Amen.

(Dabei wird von einem Kind die Kindergottesdienst-Kerze angezündet.)

Lied

Ein Licht geht uns auf (KuS 140/LJ 344/KG 25/KKH 11/LH 61/MKL 123)

Gebet (nach Psalm 27; KuS 652)

Mit gesungenem Kehrvers »Gott ist mein Licht und mein Schutz« (s. unten; beim letzten Kehrvers dann im Kanon singen und gemeinsam mit der Kerze in die Kirche einziehen.)

Kehrvers »Gott ist mein Licht und mein Schutz (Melodie: Frank Widmann)
2. Station: Im Kirchenschiff

Erzählung, Teil 1: Josef erzählt

Endlich sind wir auf dem Heimweg. Ich muss ja dringend wieder zurück nach Nazareth. Meine Arbeit wartet da auf mich, meine Werkstatt. Das Haus unseres Nachbarn muss endlich ein Dach bekommen.

Als Maria und ich aufgebrochen sind von Nazareth, wollten wir nur schnell die paar Tage nach Bethlehem reisen, uns in die Steuerlisten eintragen und dann wieder zurück nach Hause. Aber dann ist in Bethlehem unser Jesus geboren. Wir wussten nicht, dass er schon so schnell zur Welt kommen würde. Und dann musste sich Maria ausruhen. 40 Tage. So ist es vorgeschrieben im Gesetz von Mose. So lange sind wir in Bethlehem geblieben. Diese Zeit ist jetzt um und wir sind auf dem Heimweg.

Nein, eigentlich machen wir zuerst noch eine Pilgerreise. Jesus ist unser erstes Kind. Und die ersten Söhne gehören Gott. Das steht auch im Gesetz von Mose. Deshalb pilgern wir zuerst noch nach Jerusalem. Im Tempel werden wir dort das vorgeschriebene Opfer für unseren Erstgeborenen bringen: Zwei Tauben. Und wir werden ein kleines Fest feiern und Gott danken für unseren Jesus.

Aber dann, dann gehen wir endlich zurück nach Nazareth. Da werden sich sicher alle Freunde und Verwandten über unseren Jesus freuen.

Lied

Mache dich auf und werde licht (KuS 27/LJ 451/KG 24/KKL 111/MKL 128)

(Zweite Kerze anzünden und mit beiden Kerzen zur nächsten Station gehen.)

3. Station: Links vom Altar

Erzählung, Teil 2: Simeon erzählt

Heute muss etwas geschehen. Da bin ich mir sicher. Ich spüre, dass Gottes Geist mich gepackt hat. Heute muss ich im Tempel sein.
Etwas hat mich hierhergezogen. Ich weiß nicht was, aber etwas wird hier passieren.

Hier auf dieser Steinbank kann ich warten und das Treiben vor dem Tempel beobachten.
Lange stehen kann ich nicht mehr – in meinem Alter. Auf dem Weg aus der Stadt und die Treppen zum Tempel hoch brauche ich
meinen Stock. Und ich komme oft zum Tempel. Ich feiere die Gottesdienste mit. Und ich warte. Ich warte seit vielen Jahren.

Als ich noch jung war, hat mich ein Wort von Gott erreicht. Seither weiß ich: Ich werde es noch erleben, dass der Messias kommt, der versprochene Retter. Mit meinen eigenen Augen werde ich ihn sehen. Nur … woran werde ich ihn erkennen? Wird er ein großer und kräftiger Mann sein? Wird er ein stattlicher Kämpfer sein? Oder eher ein kluger Kopf? Einer, der gut reden kann? Denn wer Friede und Gerechtigkeit ins Land bringen will, der muss nicht nur stark sein, der braucht auch Verstand und ein Gespür für die Menschen …

Heute ist nicht so viel los hier oben auf dem Tempelberg. Nur ein paar Menschen und kleine Grüppchen laufen über den großen Vorplatz. Da kommt gerade eine kleine Familie. Sieht aus wie Vater, Mutter, Kind. Eine ganz junge Frau. Sie ist außer Atem von den vielen Treppenstufen. Der Mann nimmt ihr das kleine Kind ab, damit sie verschnaufen kann. Ein Säugling. Er ist warm in ein Tuch gewickelt. Warum muss ich da hinschauen? Was ist mit diesem Kind?

Ich muss da hin. Schnell, bevor sie im Tempel verschwinden. Bestimmt wollen sie ihr Opfer bringen. »Moment!« Sie schauen mich groß an. »Das Kind …« Ich nehme es dem Vater aus den Armen. Ich halte es fest, ich halte es ein Stück weg von mir und schaue es an. Es hat die Augen offen und schaut mich an. Ja, er ist es!

»Was tust du da?«, fragt die Frau erschrocken. »Oh, habt keine Angst, ich habe euch gesehen, ich habe euer Kind gesehen. Ich musste es einfach auf den Arm nehmen.« – »Er heißt Jesus«, sagt der Mann. »Herr, Gott, jetzt kann ich in Frieden sterben. Meine Augen haben den Retter gesehen. Heil für alle Völker. Ein Licht, das auch die erleuchtet, die dich nicht kennen!«

Jetzt schauen die Eltern noch verwirrter. Ich muss es ihnen erklären: »Mein Name ist
Simeon. Wisst ihr, ich habe euer Kind erkannt. Er ist es. Er ist der Messias. Er wird viele aus dem Volk Israel aufrichten. Viele werden sich aber an ihm stören. Und ich muss dir sagen, junge Frau, auch du wirst einen Stich in die Seele bekommen.«

Das alles sprudelt aus mir heraus. Ich kann nicht anders. Der Mann schüttelt den Kopf. Die Frau schaut mich ängstlich an. »Da, nehmt euer Kind wieder. Friede sei mit euch.«

Lied

Mache dich auf und werde licht (s. o.)

(Dritte Kerze anzünden und mit den drei Kerzen zur nächsten Station gehen.)

4. Station: Rechts vom Altar

Erzählung, Teil 3: Maria erzählt:

Ich bin ganz durcheinander. Was hat dieser alte Mann gesagt? Unser Jesus? Er soll was sein? Eine Hoffnung für alle Völker? Aber er ist doch noch so klein. Er kann noch überhaupt nichts sein. Und wieso bekomme ich einen Stich in die Seele? Ich verstehe nicht.

Und jetzt kommt da auch noch diese alte Frau. Was will die denn jetzt von uns? Ich glaube, die ist noch älter. Sie trägt Witwenkleider. Ihr Mann ist wohl schon gestorben. Sind die hier im Tempel alle ein bisschen verrückt? Oder hat das etwas mit Gott zu tun?

Nein, diesmal gebe ich meinen Jesus nicht aus den Armen. Die alte Frau sieht so klapprig aus. Die lässt ihn ja noch fallen.

»Ja, Frau, das ist unser Kind. Er heißt Jesus.«

Was sagt sie? Er bringt uns die Freiheit? Sie strahlt so. Ihr faltiges Gesicht strahlt vor Freude. So etwas habe ich noch nie gesehen.

Und jetzt geht sie einfach weiter. Wenigstens hat sie noch ihren Namen gesagt: Hanna. Ich weiß auch nicht, was uns da heute geschieht.

Jetzt müssen wir zum Priester und unser
Opfer bringen. Und dann müssen wir nach Hause, nach Nazareth. Ein mühsamer Weg. Aber ich freue mich darauf, allen dort
unseren Jesus zu zeigen. Ob ich erzählen soll, was uns heute hier passiert ist? Von den beiden alten Leuten? Beide freuen sich so unglaublich über unseren Jesus. Und beide erzählen etwas von Hoffnung und Erlösung und Licht …

Lied (im Kanon)

Mache dich auf und werde licht (s. o.)

(Vierte Kerze anzünden und mit den vier Kerzen vor bzw. um den Altar stehen.)

5. Station: Vor dem/um den Altar
Fürbitten

Mit gesungenem Kehrvers »Meine Hoffnung und meine Freude« (EG RT/KuS 230)

Jesus Christus,

du bringst Licht in die Welt.

Darum bitten wir um Hoffnung:

Hoffnung, dass wir nicht alleine sind,

Hoffnung für deine ganze Welt.

Meine Hoffnung und meine Freude …

Jesus Christus,

du bringst Licht in die Welt.

Darum bitten wir dich um Liebe.

Dass wir für andere da sind.

Dass wir helfen, wo es nötig ist.

Meine Hoffnung und meine Freude …

Jesus Christus,

du bringst Licht in die Welt.

Darum bitten wir um Vertrauen,

dass Gott jeden Tag dieses Jahres mit uns geht,

dass er auf uns hört und auf uns sieht,

was immer auf uns zukommt.

Meine Hoffnung und meine Freude …

Vaterunser
Lied

Tragt in die Welt nun ein Licht (EG RT/KuS 70/LJ 327/MKL 132/KKL 138)

Segen
Frank Widmann

Der besondere Tipp

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I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Zunächst wird gemeinsam überlegt: Worauf warte ich sehnsüchtig? Die Antworten werden auf Karten gesammelt und in die Mitte gelegt.

Dann wird Lukas 2,22-40 laut vorgelesen.

  • Was erfahren wir über Simeon und Hanna?
  • Was bedeutet die Begegnung mit dem kleinen Jesus für ihr Leben?

Daraus wird ein Steckbrief für die beiden Personen erstellt.

Zum Text / Zum Thema
  • In Lukas 2,22-24 begegnen uns zwei jüdische Rituale:

1. 40 Tage nach der Geburt findet das Reinigungsritual der Mütter statt. Sie gelten in der ersten Zeit nach der Geburt wegen des Blutflusses als unrein und sollen nicht am religiösen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Maria und Josef bringen im Tempel das Reinigungsopfer dar.

2. Die erstgeborenen Söhne gelten nach
2. Mose 13,1-16 als Gottes Eigentum und werden im Tempel symbolisch Gott übergeben. Ursprünglich sollten sie Priester werden; später gab es andere Regelungen für das Priesteramt. Die Erstgeborenen wurden trotzdem noch in den Tempel gebracht, jedoch durch Zahlungen vom Priesterdienst ausgelöst. Diese Darstellung des Erstgeborenen im Tempel steht hier im Hintergrund.

  • Maria, Josef und der kleine Jesus treffen im Tempel auf Simeon (Lukas 2,25-35). Er ist ein alter, gottesfürchtiger Mann. Gott hat ihm versprochen, dass er vor seinem Tod den Christus, den Retter, sehen wird. Simeon wurde an diesem Tag von dem Heiligen Geist in den Tempel geführt. Als er Maria und Josef mit dem Kind sieht, nimmt er das Kind auf den Arm und beginnt, Gott zu loben. Er erkennt in dem kleinen Jesus sofort den Christus, das Licht, das für alle Völker leuchten wird. Licht gibt uns Orientierung und Sicherheit. Wir können sehen und erkennen.
  • Hanna, eine alte Frau, die im Tempel lebt, kommt dazu (Lukas 2,36-38). Sie ist eine Prophetin und dient Gott, indem sie betet und fastet. Auch sie erkennt, wer das Kind ist. Auch sie lobt Gott und erzählt dann allen von dem Kind, das der Christus, der Retter, ist, auf den viele Menschen warten.
  • Simeon und Hanna erleben, wie sich ihre Hoffnungen und Sehnsüchte erfüllen. Die Zeit des Wartens ist vorbei. Sie haben Gott vertraut und Gott hat sein Versprechen gehalten.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Kinder fiebern sehnsüchtig auf Weihnachten oder ihren Geburtstag hin. Das Warten kommt ihnen ewig vor. Wann ist es endlich soweit? Vor allem an diesen Festtagen erfahren Kinder, wie es sich anfühlt, wenn Wünsche sich erfüllen. Da ist die Freude groß.
  • Doch nicht immer werden (alle) Wünsche erfüllt. Da kommen dann vielleicht auch die Tränen, weil sie so enttäuscht sind.
  • Kinder müssen oft den Erwachsenen vertrauen und sich ganz auf sie verlassen. Hoffentlich machen sie dabei häufig die Erfahrung, dass Versprechen gehalten werden. Sie werden es aber auch erleben, dass Versprechen gebrochen werden. Das tut weh! Da ist es gut zu wissen: Gott hält sein Versprechen, auch wenn ich vielleicht lange darauf warten muss.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente

(Siehe auch »Zur ganzen Reihe«)

Psalmgebet

Gebet nach Psalm 27 (KuS 652) oder

Psalm 36 (KuS 654)

Lieder

Tragt in die Welt nun ein Licht (EG RT/KuS 70/LJ 327/MKL 132/KKL 138);

Jesus ist kommen (EG 66/KuS 88);

Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70/KuS 90, v. a. Strophe 4);

Ein Licht geht uns auf (KuS 140/LJ 344/KG 25/KKH 11/LH 61/MKL 123);

Blinde werden sehn, Lahme werden gehn (KuS 150);

Mir ist ein Licht aufgegangen (KuS 156/ LJ 410)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Kerzen gestalten

Material: Stumpenkerzen, Wachsplatten, Scheren, Messer, Ausstechformen, Schneidebretter

So geht’s: Mit Schere, Messer oder Ausstechformen werden Motive aus den Wachsplatten geschnitten und auf der Kerze angebracht.

Kratzbild

Material: Gelber Tonkarton in Postkartengröße, schwarze Wachsmalfarben, Zahnstocher

So geht’s: Der Tonkarton wird auf einer Seite dick mit der schwarzen Wachsmalfarbe angemalt (es sollte kein Gelb mehr zu sehen sein). Dann werden mit dem Zahnstocher Lichtmotive (Kerze, Flamme, Auge, Sterne …) in die schwarze Farbe gekratzt. Es kommt wieder die gelbe Farbe zum Vorschein. Alternativ kann die Szene im Tempel ausgekratzt werden.

Teelichtbotschaft

Material: Teelichter, die man aus der Fassung nehmen kann; weißes Papier; Stifte; Scheren

So geht’s: Das Teelicht wird aus der Fassung genommen, auf das Papier gestellt und umrandet. In den gezeichneten Kreis wird am Rand entlang geschrieben: »Gott hält sein Versprechen.« (Achtung: Die Mitte muss frei bleiben!) Jetzt wird der Kreis ausgeschnitten und auf den Boden der Teelichtfassung gelegt. Darauf kommt das Teelicht in die Fassung zurück. Wenn das Teelicht angezündet wird, kann nach einiger Zeit durch das flüssig gewordene Wachs hindurch die Botschaft gelesen werden.

Vertrauensspiele

Simeon hat auf Gott vertraut.

1. Die Kinder gehen paarweise zusammen. Ein Kind stellt sich vor das andere, lässt sich nach hinten fallen und wird aufgefangen.

2. Die Kinder bilden eine Schlange und halten sich an den Schultern fest. Alle Kinder, bekommen die Augen verbunden, außer dem letzten. Dieses weist den anderen nun den Weg, indem es dem Kind vor sich auf die entsprechende Schulter tippt. Dieses Kind gibt die Nachricht auf dieselbe Weise weiter und so fort. Die Schlange bewegt sich entsprechend (langsam!) Richtung Ziel.

3. Ein Kind legt sich auf eine Decke. Die anderen Kinder fassen die Decke an den Seiten und Ecken und heben sie samt Kind hoch. Sie gehen einige Schritte oder schaukeln das Kind leicht. Wenn es »Stopp« sagt, wird es sofort vorsichtig auf den Boden gelassen.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

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I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
  • Ich soll also lieben – geht das überhaupt? Kann man jemandem befehlen zu lieben? Kann ich jemanden segnen, mit dem ich auf Kriegsfuß stehe? Jemanden in mein Gebet einschließen, der mich beleidigt? Ich kann es zwar tun, wenn ich mich dazu zwinge – aber will ich das wirklich? Und vor allem: Fühle ich es? Was muss passieren, damit ich es wirklich will und auch fühle?
  • Ein Glaubenssatz, den wohl alle kennen: »Wie du mir, so ich dir.« Erst wenn auf beiden Seiten gleich viel in der Waagschale liegt, ist die Waage ausgewogen. Dann geht es gerecht zu, dann sind wir »quitt«. Doch Jesus fordert, die Waage in der Schieflage zu belassen. Er will nicht »Auge um Auge, Zahn um Zahn«; seine Logik ist: Die Reaktion auf eine böse Tat muss eine gute Tat sein.

Gibt es Situationen, in denen das im Alltag funktioniert? Wo könnten wir das ausprobieren?

  • Spielt im Vorbereitungsteam Situationen nach, in denen jemand mit etwas Gutem reagiert auf eine ursprünglich böse Absicht. Versucht, die neue Logik zu erproben. Welche Erfahrungen macht ihr damit?
Zum Text / Zum Thema

Die Logik »wie du mir, so ich dir« durchbricht Jesus hier bewusst. »Auge um Auge« sorgt zwar für Gerechtigkeit, ist aber ein perpetuum mobile für immer neue Gewalt. Darum ist sie eigentlich eine »Kriegslogik«. Was Jesus hier fordert, ist eine »Friedenslogik«. Mit der sog. Goldenen Regel ist tatsächlich Frieden möglich: »Behandelt andere immer so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet.« Denn Jesus hofft auf den Domino-Effekt: Wenn eine Person damit anfängt und andere es auchmachen, dann verwandelt sich die Welt nach und nach in einen friedlichen Ort.

Die Kinder und der Text / das Thema
  • Die Kriegslogik »Auge um Auge, Zahn um Zahn« hat sich in fast allen modernen Kindergeschichten und -serien durchgesetzt: Heldinnen und Helden dürfen alles, weil sie »die Guten« sind. Darum ist automatisch alles, was sie tun, auch gut. Jesus sieht das anders: Die »Guten« und die »Bösen« können nicht das Gleiche tun! Jesus sagt stattdessen: Sei der/die Erste, das Vorbild, das es anders macht. Zeige den anderen mit deinem Verhalten, wie du behandelt werden willst.
  • Vor allem wir Erwachsenen haben hier noch Entwicklungspotential. Kinder spüren unseren »Krieg im Alltag«. Manche Kinder, deren Eltern in Trennung bzw. Scheidung leben, betrifft dies vielleicht in besonderem Maße. Viele verarbeiten den »Krieg im Alltag«, indem sie selbst Krieg spielen.
  • Das Ziel dieses Gottesdienstes besteht darin, Kinder zu stärken. Es wird ihnen das Krieg-Spielen nicht verboten, vielmehr wird daran angeknüpft und gezeigt, wie das Frieden-Spielen geht.
  • Was Jesus hier fordert, setzt voraus, dass wir alte Verhaltensmuster durchbrechen (sobald bestimmte Trigger auf uns wirken). Die dafür erforderliche Impulskontrolle und die Fähigkeit zur Selbstregulation sind etwa ab einem Alter von zehn Jahren in Ansätzen möglich. Voll entwickelt sind diese zwischen 18 und 21 Jahren. Macht es vor diesem Hintergrund überhaupt Sinn, diesen Bibeltext einem Kindergottesdienst zugrunde zu legen? Ja, dann, wenn der Schwerpunkt darauf liegt, die Voraussetzungen für eine (spätere) Selbstregulation einzuüben und die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sich entspannt, sicher und geborgen zu fühlen.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Psalm

(frei nach Psalm 139, Körper-Spür-Übung bzw. »Bodyscan«; evtl. mit zwei Personen lesen)

In Psalm 139 sagen wir Gott »Danke«, weil er uns wunderbar gemacht hat: Unseren ganzen, wunderbaren Körper!

Habt ihr schon mal mit eurem ganzen Körper gebetet?

Setzt (oder legt) euch dazu ganz bequem hin. Die Arme liegen ganz entspannt. Spürt, wie eure Füße den Boden berühren. Atmet tief ein – und aus. Merkt ihr, wie der Atem ganz von alleine fließt?

Ich werde euch gleich immer mal fragen, wie sich euer Körper anfühlt. Ihr braucht darauf nicht zu antworten. Spürt einfach, wie sich euer Körper anfühlt.

Atme ein und aus – und ein … wenn du aus-
atmest, schließe die Augen. Spüre, dass du mit dem Boden verbunden bist, und deine Füße sind wie Wurzeln. Sie tragen dich durchs Leben.

Guter Gott, du hast mich auf diese Erde gesetzt, hast mir Wurzeln geschenkt: Eine Familie, die mich liebt. Und Freundinnen und Freunde. Wir sind füreinander da. Ich fühle mich getragen.

Atme tief ein und aus. Spüre wie die Luft durch den ganzen Körper fließt – sogar bis in den kleinen Zeh. Wie fühlen sich deine Füße an? Spürst du die Schuhe oder die Socken? Sind die Füße warm oder kalt? Schwer oder leicht?

Gott, du gehst mit mir – schwere Wege, leichte Wege, kleine Schritte, große Schritte und Schritte, wenn ich tanze … jeden Schritt, den ich gehe, gehst du mit. Ich fühle mich begleitet.

Geh in Gedanken jetzt von den Füßen in die Beine. Wie fühlen sich deine Beine an? Geh dann weiter in deine Arme, in die Hände, die Finger, in die Fingerspitzen. Sind die Hände warm oder kalt? Schwer oder leicht?

Gott, meine Hände haben schon viel gemacht: Andere gestreichelt, andere geschlagen, anderen geholfen und mit anderen gespielt. Du hältst mich in deiner Hand. Bei dir fühle ich mich sicher.

Jetzt geh in Gedanken in deine Brust. Spüre, wie sie sich immer wieder mit Luft füllt – mit jedem Atemzug. Wie sie sich hebt und senkt …

Gott, du hast mir deinen Atem geschenkt und damit Lebendigkeit, Freude, Mut. Wenn ich atme, bin ich mit dir verbunden. Bei dir fühl ich mich wohl.

Jetzt geh in Gedanken in deinen Kopf. Wie fühlt sich dein Mund an? Die Nase? Die Augen? Das Gesicht? Die Ohren? Und geh jetzt nach ganz oben: Spürst du deine Haare? Auch sie haben Wurzeln. Auch sie sind festgemacht am Kopf und sicher.

Gott, du sagst, du hast alle meine Haare auf meinen Kopf gezählt. Und du liebst mich, von den Haarspitzen bis zum kleinen Zeh. Ich fühle mich geliebt. Amen.

Jetzt atme nochmal tief ein und aus. Und wenn du jetzt einatmest, öffne die Augen. Streck dich und räkele dich, wenn du magst.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Rückengeschichte

(Text und Bewegungen, mit denen die »Bilder« gemalt werden, s. »III. Erzählung für Jüngere«)

Um zu verinnerlichen, was Jesus sagt, bietet es sich an, den Bibeltext als »Rückengeschichte« zu erzählen. Dazu stellen sich alle im Kreis auf, sodass alle einen Rücken vor sich haben. Die »Bilder« werden gleichzeitig aufgemalt, während der Text laut gelesen wird. Lasst euch Zeit dabei. Manche Rückenbilder tun gut, manche sind ein bisschen unangenehm. Das ist okay; allerdings sollte es niemals wehtun.

Rollenspiele

Eine Handpuppe reagiert frech und spontan auf Äußerungen der Kinder. Sie bringt dabei spielerisch den Satz zur Geltung: »Wenn dich jemand auf die eine Wange schlägt, halte ihr/ihm auch die andere hin.« Die Handpuppe kann mit der Frage beginnen: »Wer will mich mal hauen? Hau mich mal! … Und jetzt halte ich dir auch noch die andere Backe hin … Du fragst dich, warum? Weil: Das hat Jesus gesagt! ›Wenn dich jemand auf die Backe schlägt, dann halte ihm/ihr auch noch die andere hin.‹ Das wollte ich mal ausprobieren. Und: Wie findet ihr das? Was macht ihr denn, wenn ihr geschlagen werdet?«

Dominosteine

Am Ende kann ein Experiment mit Domino-Steinen erfolgen: Kinder bauen zusammen zwei Reihen Dominosteine. Beim Umstoßen des ersten Steins der ersten Reihe sagen: »Wenn ich jemanden haue, dann haut die auch. Und andere machen das nach. Wie Dominosteine.« Bei der zweiten Reihe: »Und wenn ich andere so behandle, wie ich behandelt werden will, dann machen die anderen das auch nach. Wie Dominosteine.«

Es geht dabei nicht darum, die eine richtige Verhaltensweise zu finden, sondern mit den Kindern über Gewalt und Frieden zu philosophieren und Verbindungen zum Alltag zu knüpfen.

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I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
  • »Wieso provoziert Jesus den reichen Mann so? Hat Jesus etwas gegen Reiche?« – Versetze dich in den reichen Mann hinein. Warum stellt er Jesus ausgerechnet diese Frage?
  • Der Mann ist reich – er bringt viel mit.

Was bringt er mit an Glaubenssätzen?

Und warum wird er traurig?

  • Die Kernfrage lautet: Ist es wirklich so schwierig, in den Himmel zu kommen? Für den reichen Mann scheint es fast unmöglich. Dabei ist es eigentlich leichter als er denkt: Er bräuchte kein Geld und keinen Besitz. Er könnte alles hergeben und käme trotzdem in den Himmel! Er müsste sich lediglich von seinem Glaubenssatz verabschieden, sich alles im Leben verdienen zu können.

Was wäre nötig, damit er Jesus vertraut und tatsächlich alles hergibt?

Und: Was brauchen wir?

  • Kinder werden hellhörig, wenn sie vom »Schatz im Himmel hören«.

Was ist das für ein Schatz?

  • Erschrecken vielleicht auch wir, zusammen mit den Jüngerinnen und Jüngern, die entsetzt fragen: »Wer kann dann selig werden?« Jesus antwortet: »Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.«

Die Geschichte noch einmal unter diesem Vorzeichen betrachtend: Was ändert sich? Was in unserem Leben würden wir gerne mit diesem Vorzeichen versehen: »Bei Gott ist alles möglich«?

Zum Text / Zum Thema
  • Warum Kamel? Warum Nadelöhr? Das Kamel (Trampeltier) kann bis zu 250 kg tragen und ist damit absoluter Spitzenreiter unter den Tragtieren. Wer viel besitzt oder Handel treibt, hatte sehr wahrscheinlich auch Kamele. Wahrscheinlich auch dieser reiche Mann.

Es wurde darüber spekuliert, ob es sich bei dem »Nadelöhr« um ein kleines Jerusalemer Stadttor handelt, durch das die Händler nachts in die Stadt konnten, wenn die Haupttore geschlossen waren. Angeblich mussten sich die Kamele klein machen und auf Knien durch das Tor rutschen.

Vielleicht sah Jesus auch das bepackte Kamel des reichen Mannes und benutzte das Nadelöhr sprichwörtlich, weil es die kleinste Öffnung war, die die Zuhörer und Zuhörerinnen damals vor Augen hatten.

  • Insgesamt geht es Jesus darum, zu zeigen, wie inkompatibel die Haltung des Reichen und das Himmelreich sind. Der Himmel lässt sich nicht »verdienen«. Der reiche Mann will wissen, wie er in den Himmel kommt. Jesus macht deutlich: Schon das ist ein Missverständnis, denn es geht nicht um Wissen, sondern um Vertrauen.
Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder machen sich keine großen Gedanken darüber, wie sie in den Himmel kommen – und das ist gut so. Kinder kennen aber durchaus den Streit darüber, wem was gehört. Etwas zu besitzen ist für die meisten Kinder eine herausfordernde Erfahrung. Wieder hergeben, loslassen und teilen ist ein Lernprozess. Dieser hat viel mit Vertrauen zu tun: »Bekomme ich es wieder? Wenn ich teile, habe ich dann immer noch genug, um meine Bedürfnisse zu stillen?«

Dinge zu besitzen kann Kindern Sicherheit vermitteln. Dinge hergeben (Lieblingskuscheltier, Schnuller etc.) gelingt nur, wenn ihnen jemand emotionale Sicherheit schenkt. Gerade Kuscheltiere sind oft ein »Mama-Ersatz«, um sich nicht allein zu fühlen. Sie schaffen einen Übergang, damit das Kind sich langsam lösen kann. Kinder könnten darum heftig reagieren, wenn sie sich vorstellen, das Lieblingskuscheltier hergeben zu müssen. Es können existenzielle Ängste ausgelöst werden, weil es mehr ist als nur ein Plüschtier. Es ist Sicherheit und Schutz vor dem Alleinsein.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Das unmögliche Gebet

»Habt ihr schon mal etwas ›Unmögliches‹ gebetet? Dann macht mal mit:

Gott, du bist unmöglich!

(Arme in die Hüften stemmen)

Gott, das Universum ist so groß,

(Arme nach oben)

das Weltall ist so kalt,

(Hände an den Oberarmen reiben)

eigentlich unmöglich, dass es hier bei uns so schön ist und warm.

(Sich selbst umarmen)

Gott, es gibt Milliarden Menschen auf der Erde,

(sich im Kreis drehen)

eigentlich unmöglich, dass du mich kennst.

(den Kopf schütteln)

Und doch: Du kennst mich, weißt wer ich bin,

(mit Zeigefinger auf Brust tippen)

und wenn ich bete, bist du ganz Ohr.

(Hände wie Trichter hinter die Ohren)

Gott du bist unmöglich!

Denn bei dir ist alles möglich.

(In die Luft hüpfen)

Danke! (Klatschen)

Amen.« (Mit dem Fuß aufstampfen)

Stein-Gebet

(Es gibt Steine zur Auswahl; außerdem ist die »Figuren-Mitte«, zu sehen, s. unten.)

»Sucht euch alle einen Stein aus. Und jetzt denkst du an etwas, das dir so schwer fällt wie dem reichen Mann.

Etwas, das vielleicht unmöglich ist, weil du Angst hast.

Etwas, das du nicht glauben kannst.

Vielleicht denkst du auch an etwas, wo du Mut brauchst.

Oder an etwas, das dich traurig macht.

Vielleicht fällt dir auch jemanden ein, dem es schlecht geht, der traurig ist …

Lege den Stein jetzt in die Mitte.

In den Sand. Dorthin, wo Jesus gesagt hat:

›Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.‹

Gott, dir gebe ich meine Gedanken.

Ich lasse sie los. Denn ich vertraue dir.

Du hältst mich.

Und bei dir ist alles möglich.

Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Um mit dem Bild von Kamel und Nadelöhr zu spielen, bietet es sich an, eine Kamel-Handpuppe zu Wort kommen zu lassen. Wenn sie das Unmögliche versucht, identifizieren sich große und kleine Zuschauerinnen und Zuschauer mit ihr und erinnern sich möglicherweise daran, dass auch sie schon gescheitert sind.

»Zweitbühne«, Figuren-Mitte
Stefan Mendling
  • Da unser biblischer Text mehrere Ebenen in sich trägt, kann hier eine »Zweitbühne« entstehen. Während die Handpuppen miteinander reden und auf die Geschichte zu sprechen kommen, entsteht aus Bauklötzen, Kegeln, Spielfiguren etc. eine Figuren-Mitte. Ein Kamel ist vielleicht noch von der Weihnachtskrippe zur Hand. Sand als Untergrund macht die Szene lebendig.
  • Diese »Zweitbühne« bleibt im weiteren Gottesdienst als gestaltete Mitte stehen. So können die Blicke immer wieder in die Szene zurückkehren, die Kinder darüber nachsinnen, daran anknüpfen und Neues entdecken.
  • Nach dem Gottesdienst können die Kinder die Geschichte mit den Figuren auch nachspielen oder eigene Geschichten erfinden (z. B. Wie geht es mit dem reichen Mann weiter? Vielleicht hat er den letzten Satz noch gehört, dass bei Gott alles möglich ist …).
  • Außerdem können beim Stein-Gebet (s. oben) die Steine in der Figuren-Mitte abgelegt werden. »Was mir unmöglich erscheint, lege ich mit diesem Stein ab und bitte Gott, dass er mir Mut und Vertrauen schenkt.« Unsere Lebensgeschichte verbindet sich so mit der biblischen Geschichte.
»Unmögliche« Spiele

Nach dem Gottesdienst können Spiele gespielt werden, bei denen »Unmögliches« ausprobiert wird: Z. B. Riesenseifenblasen, Wurfspiele oder ein Bewegter Sitzkreis: Alle im Kreis setzen sich gleichzeitig auf die Oberschenkel der hinteren Person. Der Kreis trägt sich von selbst und kann sich bewegen. Dabei muss sich die erste Person so positionieren, als würde sie auf einem Stuhl sitzen.

Wenn sich die Gruppe kennt, können weitere Team- und Vertrauensspiele gemacht werden.

Schatz im Himmel

In der Kreativphase können Schatzkisten gestaltet werden. Darin wird zum Beispiel der Satz aufbewahrt: »Bei Gott ist alles möglich.« Der Satz kann als Schmuckkarte schön verziert und wie ein Schatz in der Schatzkiste gehütet werden.

Stefan Mendling

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I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
  • »Wer ist mein Nächster?« – Warum antwortet Jesus auf diese Frage mit einer Geschichte? Er hätte doch auch gleich sagen können: »Alle Menschen.« Was bewirkt die Geschichte bei dem »Gesetzeslehrer«? Was bewirkt sie bei uns?
  • Wir schlüpfen in die Rolle des Leviten und des Priesters: Was geht in ihnen vor? Warum helfen sie nicht? Warum gehen sie weiter? Was denken sie, wenn sie an diesem Abend im Bett liegen? Wie könnte sich das Abendgebet der beiden anhören?
  • Was ist nochmal ein »Samariter«? Die Samariter wohnen in der Stadt Samaria und drum herum. Obwohl sie eigentlich auch an Gott und Mose glauben, werden sie als Sekte bezeichnet und von den Juden abgelehnt. Sie wollten mit den Samaritern nichts zu tun haben! Damals sagte man, die Samariter seien Irrlehrer, Abtrünnige und gehörten nicht zum Volk Gottes. Darum bekommt die Geschichte eine eigene Dynamik: Wer wäre heute ein »Abtrünniger«?
  • Wie fühlt es sich an, barmherzig zu sein? Warum ist der Samariter barmherzig, die anderen beiden aber nicht? Was braucht es, um barmherzig sein zu können? Sind wir immer barmherzig? Was hilft uns, barmherzig zu sein?
Zum Text / Zum Thema
  • Was Jesus hier tut, ist Provokation pur! Wie kann er nur eine Geschichte erfinden, in der die eigenen Volksgenossen so schlecht wegkommen und ein Samariter zum Helden wird? Warum tut er das? Ganz einfach: Am Anfang heißt es, der Gesetzeslehrer wolle Jesus »versuchen«. Jesus lässt daher absichtlich zuerst einen Priester und einen Leviten erscheinen. Beide müssen sich an das »Gesetz« halten, also an die Regeln, die im Alten Testament stehen.
  • Demnach darf ein Priester keine Leichen anfassen, sofern es sich nicht um Blutsverwandte handelt. Er würde sich sonst »entweihen« (3. Mose 21,1). Würde ein Levit einen Toten berühren, wäre er sieben Tage unrein (4. Mose 19,11). Da beide nicht wissen, ob der Mann bereits tot ist oder vielleicht in ihren Armen stirbt, dürfen sie ihn genau genommen nicht anfassen. Indem sie an ihm vorbeigehen, handeln sie »nach dem Gesetz«. Sie fragen ihren Kopf, was sie tun sollen, und nicht ihr Herz.
  • Für den Samariter gelten eigentlich dieselben Regeln. Auch er glaubt an die fünf Bücher Mose. Aber er stellt bewusst das Leben dieses verwundeten Menschen über seine Angst, etwas falsch machen zu können.
  • Mittlerweile weiß die Neurobiologie, dass im »Angst-Modus« keine Barmherzigkeit möglich ist: Wer Angst hat (auch Angst, etwas falsch zu machen), denkt zuerst an sich und sein eigenes Überleben bzw. daran, Schaden von sich abzuwenden. Dies geschieht unbewusst (autonomes Nervensystem). Da Levit und Priester Angst haben, etwas falsch zu machen, ist es ihnen nicht möglich, zu helfen. Wer in Angst ist, nimmt nicht mehr wahr, wer der
    »Nächster« ist.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Die Kinder werden mit dem hilflosen Mann mitfiebern. Sie kennen das Gefühl, auf Hilfe zu warten. Kinder haben oft Verlassens-Ängste (z. B. wenn sie lernen, alleine einzuschlafen). Dieses Gefühl kann mitschwingen, wenn sie sich in den Überfallenen hineinversetzen.
  • Dass zwei Menschen einfach so vorbeigehen, ist auch für Kinder schockierend. Sie werden darüber nachdenken wollen, wieso die beiden das tun, welche Gründe es dafür gibt? Dass es ausgerechnet ein Priester und ein Tempeldiener sind, hat für die Zuhörer von Jesus eine besondere Fallhöhe. Für die Kinder ist dies eher uninteressant. Auch dass ein Gesetzeslehrer Jesus auf die Probe stellt, ist für Kinder weniger relevant als die eigentliche Kernfrage: »Wer ist mein Nächster/meine Nächste?« Diese Frage lässt sich nicht rein kognitiv beantworten. Auch das Herz muss mitreden dürfen, wie es beim Samariter der Fall ist.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Mullbinden-Gebet – ein Gebet, das verbindet

Jedes Kind bekommt ein ca. 1 m langes Stück Mullbinde, das aufgerollt ist.

Kursiv, in Klammern, stehen die Hinweise, die die Kinder erhalten.

Unser Gott,

das Leben entwickelt sich manchmal nicht so, wie wir uns das wünschen.

(Wickelt die Mullbinde vollständig ab)

Manchmal fühle ich mich schwach.

(Lasst die Mullbinde hin und her baumeln.)

Wenn ich ganz unten liege,

(greift die Mullbinde mit der zweiten Hand am unteren Ende)

hilfst du mir wieder auf.

(Dreht die Mullbinde um, sodass das untere Ende oben ist. Haltet die Mullbinde zwischen den Händen gespannt.)

Vielen Menschen geht es gerade schlecht.

(Dreht die Mullbinde waagerecht. Dabei bleibt sie gespannt.)

Gib mir den Mut zu helfen!

(Rollt die Mullbinde wieder auf.)

Damit ich sehe, wer mich braucht.

(Schaut euch um, schaut eure Nachbarn an.)

Damit ich ein Herz habe, zu helfen!

(Bildet Paare. Verbindet einander den Arm. Nicht zu fest. Sprecht dabei nicht.)

Deine Liebe verbindet uns miteinander.

(Fasst euch im Kreis an den Händen. So sind wir alle miteinander verbunden.)

Das macht mir Mut, auf mein Herz zu hören.

(Beide Hände aufs Herz.)

Amen.

(Mit dem Fuß aufstampfen)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Spiel mit Worten

Kinder kennen vielleicht das Wort »Samariter« im Zusammenhang mit »Sanitäter« und »Rettungsdienst«. Am Anfang des Gottesdienstes kann darauf schon Bezug genommen werden (vielleicht mit einem kleinen Quiz. Oder der Frage zum Einstieg: »Was ist eigentlich ein Samariter? Hat der ein Blaulicht auf dem Kopf? Gibt es noch Samariter?« Dabei können ein Verbandskasten, ein Blaulicht, eine Rettungsdecke, ein Warndreieck hervorgeholt werden.)

Solche Fragen am Anfang bereiten auf das Thema vor und aktivieren.

Eine andere Frage zu Beginn des Gottesdienstes könnte sein: »Wer ist eigentlich mein Nächster? Ist es der, der in der Warteschlange nach mir drankommt? Oder die, die neben mir wohnt? Oder der, der in der Schule neben mir sitzt?«

Handkonturen mit Herz

Je nach Alter kann die Kontur der Hände Kinder auf einem großen Blatt umfahren werden und anschließend mit Papierschnipseln, Sand, Worten, Herzen … gefüllt werden.

Tipp: Rechte und linke Hand so abdrucken, dass sie sich teilweise überschneiden und wie ein Herz aussehen.

Auch zwei Fingerabdrücke sehen so dann aus wie ein Herz (s. Foto rechts).

Der besondere Tipp

»Gut, dass einer hilft« – Der barmherzige Samariter (Bastelbogen)

In diesem Figurentheater, das auf drei Ebenen spielt, führen die Kinder Regie. Sie bringen die Personen ins Spiel, verschieben sie und lassen sie wieder verschwinden. Die Figuren werden lediglich eingehängt und sind daher einfach zu handhaben und beliebig oft verschiebbar. So tauchen die Kinder intensiv in die Geschichte ein und die Frage »Wer ist mein Nächster?« wird in Gang gesetzt.

€ 2,20 (ab 10 Ex. je € 2,00); Best.-Nr. 1584

Hallo, hereinspaziert (Christiane Fauth)

Wenn ein Gottesdienst Aktivität und Mitmachen bedeutet, dann ist das ein Erlebnisgottesdienst und das Buch enthält davon 12 Ausarbeitungen, die sowohl die wichtigsten Feste des Kirchenjahres als auch für Kinder interessante Themen aufgreifen.

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www.junge-gemeinde.de

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I. Grundgedanken

Zum Text / Zum Thema
  • Die Jahreslosung 2023 findet sich in der Erzählung von Hagar: Hagar gerät in Konflikt mit ihrer Herrin Sara, Abrahams Frau. Da Sara bislang keine Kinder bekommen hat, schickt sie ihre Magd Hagar zu Abraham. Hagar wird schwanger und nutzt diese Situation aus, indem sie ihre Herrin für ihre Kinderlosigkeit verachtet. Sara wiederum demütigt Hagar, sodass diese in die Wüste flieht.
  • In ihrer aussichtslosen Situation erfährt Hagar Gottes Beistand. Sie begegnet einem Engel, der sie anspricht: »Woher, wohin?« Hagar erzählt ihm ihre Geschichte. Doch anstatt sie in ihrer Entscheidung zur Flucht zu bestärken, gibt er ihr den Auftrag: »Kehre zu deiner Herrin zurück und ordne dich ihr unter!« Dazu verheißt er ihr die Geburt eines Sohnes, dessen Nachkommen so zahlreich sein werden, dass man sie nicht zählen kann.
  • Auch den Namen des ungeborenen Kindes verrät ihr der Engel: Ismael. Das bedeutet »Gott hat gehört«. Dieser Name ist Programm: Hagars Klagen sind vor Gott gekommen. Gott hat sie gehört, erhört und ihr in ihrer Not beigestanden. Vielleicht nicht so, wie sie es sich gewünscht hat, aber doch so, wie es sein Plan mit ihr und für sie ist.
  • Auf diese Zusage spricht Hagar ihr Bekenntnis: »Du bist ein Gott, der mich sieht.« Hagars Bekenntnis ist getragen vom tiefen Vertrauen auf Gottes Beistand, auf sein Mitgehen, Hinsehen und Zuhören, in dem sein liebevolles, barmherziges Handeln an ihr deutlich wird. Dies hilft ihr, das Leben, vor dem sie geflohen ist, anzunehmen und in der Gewissheit zurückzukehren, dass sie nicht allein ist.
Die Kinder und der Text / das Thema

Die Geschichte dürfte Kindern unbekannt sein, spielt sie doch in der Erzählung von Abraham und Sara eine eher untergeordnete Rolle. Aber gerade in ihr gibt es für Kinder viel zu entdecken:

  • Auch sie kennen Streitigkeiten und Konflikte mit Gleichaltrigen oder in der Familie. Wer hat nicht schon daran gedacht, von zu Hause wegzulaufen, weil es Streit gab? Kinder fühlen sich allein, wenn sie glauben, dass im Konfliktfall niemand auf ihrer Seite steht, dass sie ungeliebt und überflüssig für die Familie sind.
  • Die Geschichte fordert jedoch nicht dazu auf, den Problemen aus dem Weg zu gehen, sondern bestärkt gerade darin, sich ihnen zu stellen. Das mag für Kinder schwer zu verstehen sein (für Erwachsene vielleicht auch).
  • Die Erzählung von Hagar sagt, dass wir von Gott gesehen und gehört werden. Wir sind ihm nicht egal. Er hält zu uns, wenn gefühlt alle anderen gegen uns sind. Hagars Geschichte will uns Mut machen, auf Gottes Beistand zu vertrauen. Denn darin liegt die Verheißung, dass Gott gerade auch in den schwierigen Momenten unseres Lebens an unserer Seite ist.
  • Als Motiv für die Jahreslosung ist die Brunnenszene aus der Geschichte gewählt. Brunnen sind in der Wüste überlebenswichtig, weil sie lebenspendendes Wasser bereithalten. Dort, wo es ums Überleben geht, begegnet Hagar Gott und erfährt seinen Beistand: Sie wird gehört und gesehen.

II. Entwurf eines Gottesdienstes

1. Votum und Begrüßung

Im Namen Gottes, des Vaters

(Hand »schauend« über die Augen legen),

der uns liebevoll anschaut

(in »die Ferne« schauen).

Im Namen Gottes, des Sohnes

(Hände aufs Herz legen),

der uns in sein Herz schließt.

Im Namen Gottes, des Heiligen Geistes,

der uns zu einer Gemeinschaft werden lässt (gegenseitig an den Händen fassen).

Amen.

2. Lied zum Eingang

Das ist toll (Hoffnung kommt von Hüpfen. Das Liederbuch, 3) oder

Einfach spitze (KuS 193/KKH 15)

3. Gebet (nach Psalm 139)

Der Kehrvers kann auch gesungen werden (die Noten hierfür finden Sie weiter unten.)

Gott, du hast mich gefunden. Du siehst mich.

Du kennst mich:

Du weißt, wer ich bin.

Du weißt, ob ich sitze oder stehe;

Du weißt, was ich gerade denke.

Du siehst mich, Gott, und du hörst mich.

Du bist immer bei mir.

Wenn ich unterwegs bin, bist du bei mir.

Und wenn ich mich ausruhe,

dann bist du auch bei mir.

Du siehst mich:

Du weißt immer, wo ich gerade bin.

Alles, was ich sagen will, weißt du schon,

bevor ich es sagen kann.

Du siehst mich, Gott, und du hörst mich.

Du bist immer bei mir.

Du bist immer da, wo ich gerade bin.

Deine Hände hältst du schützend über mich.

Es ist schwer, das zu begreifen,

doch dieser Gedanke macht mich froh!

Du siehst mich, Gott, und du hörst mich.

Du bist immer bei mir.

Psalm-Kehrvers: Du siehst mich, Gott
Bastian Basse, Liederpfarrer.de
4. Gebet

Lebendiger Gott,

du bist ein Gott, der uns hört und uns sieht.

Du hörst uns, wenn wir rufen,

wenn wir weinen oder lachen.

Dann bist du dabei.

Du siehst uns, auch wenn wir dich nicht sehen.

Du siehst, wenn es uns gut geht,

und du siehst, wenn es uns schlecht geht.

Auch dann bist du dabei.

Das macht uns stark, weil wir spüren,

dass wir nicht allein sind.

Danke, dass du da bist! Amen.

5. Lied

Hallelu-, Halleluja (KuS 226/LJ 389/KG 193/MKL 49/KKH 71/KKL 78)

6. Mitmacherzählung

Langsam trottet Hagar den Weg entlang. (Schultern hängen lassen)

Sie ist müde und kraftlos.

Sie weiß nicht, wo sie hingehen soll.

(Mit den Schultern zucken)

Überall ist Sand, nur Sand.

Es ist heiß in der Wüste.

Die Sonne brennt vom Himmel herab.

(Abwehrende Handhaltung nach oben)

Hagar sucht Schutz vor der Hitze.

(Hand über die Augen legen, suchend schauen)

Doch sie findet keinen Schatten.

Wie gerne würde sie etwas trinken.

(Trinkbewegung machen)

Sie hat so großen Durst, dass es wehtut. (An den Hals fassen, Gesicht vor Schmerzen verziehen)

Aber nirgends gibt es Wasser.

Hagar sinkt auf die Knie.

Sie weiß nicht mehr weiter.

Sie ist verzweifelt.

(Hände vors Gesicht legen)

In ihrer Not betet sie zu Gott.

(Hände zum Gebet falten)

Plötzlich sieht sie einen Brunnen.

(Erfreuter Blick)

Gierig schöpft sie Wasser und trinkt.

(Mit Händen eine Schale formen, Trinkbewegung machen)

Da tritt ein Engel auf sie zu, ein Bote Gottes.

Er spricht sie freundlich an:

»Hagar, du Magd Saras! Wo kommst du her? Und wo willst du hin?«

Leise antwortet Hagar:

»Ich bin vor meiner Herrin Sara geflohen. Ich habe Angst vor ihr.«

(Arme abwehrend vor Gesicht kreuzen)

Der Engel nickt und sagt:

»Geh zurück zu deiner Herrin und tu, was sie dir sagt.

(Mit Zeigefinger in eine Richtung weisen)

Und hab’ keine Angst. Gott ist mit dir.

Er hat dich gehört, als du in deiner Not zu ihm gebetet hast.

(Hand an Ohr legen)

Darum sollst du dein Kind Ismael nennen.

Denn Ismael bedeutet: »Gott hat gehört«.

Da wird Hagar fröhlich und fasst neuen Mut. Sie lobt Gott und sagt: »Du bist ein Gott, der mich sieht.«

(Aufrichten, Arme nach oben strecken und einige Zeit in dieser Haltung bleiben.)

Seitdem heißt der Brunnen, an dem der Engel zu Hagar gesprochen hat »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht«.

7. Lied

Lied: Du machst mich groß
Bastian Basse, liederpfarrer.de

Du bist ein Gott, der mich anschaut (freiTöne 1)

8. Vertiefung und Kreatives
a. Bildbetrachtung

Am Eingang haben alle Mitfeiernden eine Postkarte mit dem Motiv zur Jahreslosung bekommen (Verlag Junge Gemeinde, s. hierzu auch die Umschlagseite zwei).

Atelier Uli Gutekunst, Neuffen

Jemand aus dem Team stellt »Ergründungsfragen« (s. u., nach der GodlyPlay-Methode) und geht mit Handmikro durch die Reihen, sodass die Gemeinde die Möglichkeit hat, auf die Fragen zu antworten.

Ergründungsfragen:

  • Ich frage mich: Was ist dir das Liebste in dieser Geschichte?
  • Ich frage mich: Was ist dir das Wichtigste in dieser Geschichte?
  • Ich frage mich: Was ist dein Brunnen? Was brauchst du zum Überleben?
  • Ich frage mich: Bist du schon einmal einem Engel begegnet? Was hat er dir gesagt?
  • »Du bist ein Gott, der mich sieht« – fallen dir Geschichten von Jesus ein, in denen er Menschen begegnet und sie ansieht?
b. Wir schauen uns an und malen uns dann

Die Mitfeiernden bilden Zweier-/Dreiergruppen (z. B. mit den Nebensitzenden). Sie bekommen ein Klemmbrett (oder einen Mal-block) und einen Stift. Die Aufgabe lautet: »Schaut euch an und malt euch.«

Die Portraits werden im Altarraum aufgehängt und können bei einem »Museumsgang« betrachtet und bestaunt werden.

c. Einzel- oder Familiensegnung

Wenn der Gottesdienst am Altjahrabend (Silvester) oder Neujahr gefeiert wird, bietet sich eine Segnungsaktion für das neue Jahr an.

Die Mitfeiernden kommen nach vorne in den Altarraum. Dort sind »Segnungsstationen« aufgebaut. Hier werden sie nach ihrem Namen gefragt, bekommen die Hand aufgelegt (auf Kopf oder Schulter – gerne vorher fragen) und ein Segenswort zugesprochen, z. B.:

Einzelsegnung:

»Name, Gott sieht dich.

Er kennt dich und hat dich lieb.

Sei gesegnet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.«

Familiensegnung:

»Name, Gott sieht euch.

Er kennt euch und hat euch lieb.

Seid gesegnet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.«

(Während der Segnung wird Musik gespielt.)

9. Lied

Ein Gott, der mich sieht (Hoffnung kommt von Hüpfen. Das Liederbuch, 8)

10. Fürbitten und Vaterunser

Zwischen den Fürbitten singen wir:

Gib uns Ohren, die hören (KuS 496/LJ 534/KKH 3/MKL 2 38/KG 195)

Gott, du hörst uns.

Und du hast uns Ohren geschenkt.

Wir bitten dich: Gib uns Ohren, die auch im Lärm der Welt hören können, was du sagt. Dass wir es in unser Herz lassen und dir vertrauen.

Gott, du siehst uns.

Und du hast uns Augen geschenkt.

Wir bitten dich: Gib uns Augen, dass wir die wichtigen Dinge im Leben sehen.

Dass wir die Menschen erkennen, die für uns da sind und für die wir da sein können.

Gott, du rufst uns.

Und du hast uns einen Mund geschenkt.

Wir bitten dich: Gib uns Münder, die von dir und deiner Liebe erzählen.

Dass wir anderen Menschen damit gute Wörter sagen können.

Gott, du hältst uns.

Und du hast uns Hände geschenkt.

Wir bitten dich: Gib uns Hände, die anderen Menschen gerne helfen.

Die heilen, anstatt zu verletzen,

und streicheln, anstatt zu schlagen.

Zusammen sprechen wir die Worte, die Jesus uns für unser Beten geschenkt hat:

Vater unser im Himmel …

11. Segenslied

Segne uns mit der Weite des Himmels (KuS 182/LJ 416/KKH 50/KG 142/LH 51/KKL 129)

12. Segen (mit Bewegungen)

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott

(Arme öffnen),

der Vater, der uns liebevoll anschaut

(Hand über die Augen legen und schauen),

der Sohn, der uns in sein Herz schließt

(Hände aufs Herz legen),

und der Heilige Geist, der uns zu einer Gemeinschaft werden lässt

(gegenseitig an den Händen fassen).

Amen.

Bastian Basse

Beide Lieder sind vom Autor, Bastian Basse; sämtliche Rechte liegen bei ihm (© liederpfarrer.de).

Bei liederpfarrer.de gibt es auch das ganze Lied »Du machst mich groß« zum Anhören.

Bitte beachten Sie hierzu auch die Infos zu »Hoffnung kommt von hüpfen«.

Besonderer Tipp

Hoffnung kommt von hüpfen (Bastian Basse/Liederpfarrer)

Hoffnung kommt von Hüpfen

Der Autor des »Familiengottesdienstes zur Jahreslosung« nennt sich auch »Liederpfarrer«.
In seinem Liederbuch für kleine und große Menschen hat er 22 Lieder versammelt, die sich mit eingängigen Melodien und einfachen Texten besonders für Gottesdienste im Bereich »Kirche mit Kindern« eignen und bei denen schon die Kleinsten schnell mitsingen können.
Liederbuch (DIN-A4): € 10,90, Best.-Nr. 3800
gleichnamige CD: 14 Lieder (47 Min. Spielzeit); € 13,95; Best.-Nr. 3801

www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zur Reihe „Gesegnetes neues Jahr“.

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
  • Eigentlich ist das doch normal, oder? Dass Kinder irgendwann das Elternhaus verlassen und sie die Beziehung zu ihren Eltern neu entdecken, wenn sie mal aus dem Haus sind.

– Was an dieser Geschichte stimmt mit der heutigen Lebenswelt überein?

– Wo habt ihr schon Ähnliches erlebt?

  • »Gib mir das Erbteil, das mir zusteht«, sagt der Sohn zum Vater. Das Erbe steht ihm zu, wenn sein Vater tot ist. Darum sagt der Sohn eigentlich zum Vater: »Du bist für mich gestorben.« Versetzt euch in den Vater hinein: – Wie fühlt er sich?

– Wie würdet ihr als Vater reagieren?

  • Spielt »Engelchen und Teufelchen« und beratet den Sohn bei der Frage, ob er zurückgehen soll oder nicht.

– Woher nimmt der Sohn den Mut, zurückzugehen?

  • Versetzt euch in den zu Hause gebliebenen Sohn hinein:

– Was geht in ihm vor, als er sieht, dass ein Fest für seinen Bruder gefeiert wird?

– Der Vater redet mit ihm. Was passiert als Nächstes?

– Wie löst ihr solche Konflikte in der Familie?

Zum Text / Zum Thema
  • Jesus muss von den Pharisäern und Schriftgelehrten heftige Kritik einstecken, weil er sich mit Zöllnern und Sündern abgibt: »Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen«. Daraufhin erzählt Jesus das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Die Pharisäer und Schriftgelehrten sollen sich in dem älteren Sohn wiederentdecken, während der jüngere Sohn für die Zöllner und Sünder steht.
  • Weil der Vater seine Söhne jedoch (beide!) bedingungslos liebt, ist er explizit ungerecht und fragt noch nicht einmal danach, was sein jüngerer Sohn so getrieben hat.
  • Interessanter Weise scheinen die Söhne ihren Vater in dieser Hinsicht nicht gut zu kennen: Beide rechnen nicht damit, dass der Vater so reagiert. Der jüngere Sohn hat sogar Angst, es nicht mehr »wert« zu sein, ein Sohn sein zu können. Doch Wert und Würde hat er in den Augen des Vaters nie verloren! Auch nicht als Schweinehirt.
  • Die Zuhörenden wissen: Schweine gelten als unrein. Als der Sohn versucht, an deren Futter zu kommen, sinkt er in der Rangordnung sogar noch unter die Schweine.
  • Aber für den Vater bleibt er der geliebte Sohn. Darum bekommt er einen Kuss, eine Umarmung, ein Hemd und einen Ring – alles Erkennungszeichen, dass er zur Familie gehört. Und er bekommt Schuhe – Erkennungszeichen, dass er ein freier Mann ist und jederzeit eigene Wege gehen darf.
  • Als dann jedoch noch ein Fest zu Ehren des heimgekehrten Bruders gefeiert wird, ist das Maß für den älteren Bruder voll. Er kann die Liebe des Vaters weder verstehen noch begreifen! Insofern ist eigentlich er der »verlorene« Sohn, dem es um Gerechtigkeit – dem Vater jedoch um Liebe.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Kinder sind neugierig, wollen neue Entdeckungen machen, die Welt erkunden, Menschen kennenlernen. Dieses Erkundungsverhalten (Exploration) wird möglich durch sichere Bindungen. Wenn Kinder in verlässlichen, bedingungslosen Beziehungen leben, dann haben sie auch den Mut, die Welt zu erkunden. Für den Sohn, der weggeht (und wiederkommt), kippt offensichtlich die Balance zwischen Bindung und Exploration. Er ist sich nicht mehr sicher, ob sein Vater noch hinter ihm steht bzw. ob er es noch wert ist, sein Sohn zu sein. Das kann die Kinder irritieren. Ihnen wird aber auffallen, dass der Vater nicht schimpft: Weder als der Sohn aufbricht noch als er zurückkommt. Schimpfen wird von Kindern oft als Trennung wahrgenommen.
  • Kinder kennen auch die Trauer, wenn sie etwas verloren haben, das ihnen am Herzen lag: Kuscheltier, Haustier, Oma, Opa … Trauer ist ein Grundton in dieser Geschichte. Möglicherweise wollen Kinder auch über ihre eigenen Verlust-Erfahrungen oder Verlust-Ängste reden.
  • Auch bei den Themen »Eifersucht« und »Neid« können die Kinder mitreden. Wichtig dabei ist: Wie der ältere Sohn im Gleichnis, können auch die Kinder nichts dafür, dass sie neidisch sind. (Auch hier schimpft der Vater nicht.) Vielmehr fehlt ihnen in diesen Momenten das Gefühl von Angenommensein und bedingungsloser Liebe. Nehmt die Eifersucht wertfrei wahr und knüpft daran an.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Gummibärchen-Segen

Jedes von euch bekommt drei Gummibärchen.

Haltet sie in eurer Hand, während Gott euch segnet:

Gott segnet dich.

Sein Segen sei wie ein Gummibärchen:

Klebrig – immer an dir dran!

Spürst du die Gummibärchen in deiner Hand?

Gott liebt dich.

So wie du bist. Egal, ob du die roten Gummibärchen am liebsten magst oder die grünen oder die weißen oder gelben.

Welche magst du am liebsten?

Gott macht dich lebendig:

Damit du im richtigen Moment dein

Lieblingsbärchen in der Tüte findest.

Damit du mit anderen feierst.

Damit du schmeckst, wie bunt und süß das Leben ist.

Jetzt könnt ihr das erste Gummibärchen essen.

Gott ist für dich da:

Wie eine Freundin,

die ihre Gummibärchen mit dir teilt.

Jetzt könnt ihr das zweite Gummibärchen essen.

So segne dich Gott.

Du bist sein geliebtes Kind. Für immer!

Jetzt könnt ihr das dritte Gummibärchen essen.

Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Buntes Gleichnis

Während Handpuppe Charly und Lena sich unterhalten (s. »Erzählung für Ältere«), kann das Gleichnis vom verlorenen Sohn mit Gummibärchen nachgespielt werden.

Material: Tierfiguren (Kalb, Esel, Schweine); etwas Reis als Schweinefutter; Spielgeld; Gummibärchen (die es auch als 5 cm große XXL-Bären gibt). Sie werden am besten liegend gespielt (z. B. auf der Handfläche geführt).

Fest

Der verlorene Sohn kann aus dem »Überlebensmodus« aussteigen und in den »Lebens-Modus« schalten – und alle feiern, dass er wieder lebendig ist! Darum liegt es nahe, den Gottesdienst auch mit einem Fest zu beenden: Zwei Kinder teilen je einen Becher mit Wasser aus plus einer Serviette mit einem Keks/Cracker etc. Es geht nicht darum, satt zu werden, sondern gemeinsam zu feiern – und die Lebendigkeit zu genießen. (Ggf. auf Kinder mit Unverträglichkeit vorbereitet sein.)

Gummibärchen-Spiel

Am Ende kann versucht werden, mit verbundenen Augen am Geschmack der Gummibärchen deren Farbe zu bestimmen.

Zur heutigen Geschichte ist aus der Feder von Claudia Rembold-Gruss und Frank Widmann beim Württembergischen Landesverband für Kindergottesdienst das Singspiel family entstanden – eine Geschichte mitten aus dem Leben. Es kann dort für € 20,00 unter info@kikiw.de bestellt werden und enthält sämtliche Lieder und Spieltexte sowie die (im Kaufpreis enthaltenen) Aufführungsrechte.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Jüngere.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Überall in der Welt leben Menschen, die auf ihre Weise und mit ihrer Religion an Gott glauben. Viele, sehr viele werden dafür verfolgt.

Was gebe ich von meinem Glauben preis und was behalte ich lieber für mich? Vielleicht aus Scham oder Sorge, dafür belächelt zu werden.

Zum Text / Zum Thema
  • Das jüdische Purimfest wird in diesem Jahr am 7. März 2023 gefeiert. Die Feier steht in Verbindung mit dem Ereignis, bei dem alle Juden in Persien an einem Tag durch den
    Regierungsbeamten Haman ermordet werden sollten. Zu Purim wird an Ester und ihre kühne und kluge Rettung der Juden aus dieser Gefahr gedacht.
  • Dazu wird das ganze Buch Ester zweimal öffentlich in der Synagoge gelesen. Ein Brauch dabei ist, wenn der Name Haman erwähnt wird, Lärm zu machen, um so den Namen Amaleks (dessen Nachkömmling Haman war) auszulöschen.
  • Im Laufe der Jahrhunderte wurde Haman zum Inbegriff für alle Antisemiten, die versuchen, das jüdische Volk zu unterdrücken. Deshalb wird an Purim ihr Überleben gegen alle Widrigkeiten gefeiert.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Die Kinder in den Kindergottesdiensten gehen mit Kindern anderer kultureller und religiöser Hintergründe in die Kita, die Schule, den Sportverein, den Kindergottesdienst. Sie lernen viel über andere Reli-
    gionen, Toleranz und Verständigung.
  • Es ist für die Kinder genauso erschreckend wie für Erwachsene, dass es immer wieder zu Übergriffen und Gewalt kommt. Auch in der Ester-Geschichte droht großes Unheil. Beim Erzählen ist es deshalb wichtig, das gute Ende schon durchblitzen zu lassen. Denn die Ester-Geschichte wird genau aus diesem Grund erzählt: Mit Mut und Klugheit können Gewalt und Hass aufgehalten werden.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Lied

Du verstehst mich

Lied: Du verstehst mich
(Text und Musik: Ursula Starke, © Zentrum Verkündigung der EKHN, Aus: Menschenskinderliederbuch 3, Frankfurt am Main 2021)

Text und Musik: Ursula Starke

Psalmgebet (nach Psalm 139)

Siehe »Liturgische Elemente«

Fürbittengebet

Siehe »Zur ganzen Reihe«.

Von welchen Gefühlen könnte noch gesungen werden? Ein paar Beispiele:

Kannst du es verstehn, wenn ich traurig bin? Dann weine ich, das muss jetzt einfach sein. Dann weine ich, lass mich nur nicht allein!

Kannst du es verstehn, wenn ich glücklich bin?

Dann lache ich, das muss jetzt einfach sein. Dann lache ich, lass mich nur nicht allein!

Kannst du es verstehn, wenn ich einsam bin? Dann leide ich, das muss jetzt einfach sein. Dann leide ich, lass mich nur nicht allein!

Kreative Umsetzung der Geschichte
Lärm machen

Alle haben Angst vor Haman und seinem bösen Plan. Bei Angst hilft es manchmal, Krach zu machen.

Material: Krone vom letzten Sonntag; Sachen zum Lärm machen (Ratschen, Rasseln, Trommeln, Kochtöpfe und Kochlöffel …)

Lest die Geschichte ein zweites Mal und gestaltet sie mit:

Immer wenn der Name Haman vorkommt, machen alle mit ihren Lärmsachen großen Lärm.

In dieser Zeit wird die Erzählung unterbrochen.

Wenn der Name Ester oder Königin vorkommt, setzen alle eine Krone auf.

Wenn der Name Mordechai genannt wird, klatschen alle Beifall.

An dieser Stelle möchten wir Sie gerne auf eine ganze Sammlung Instrumente hinweisen, die diesen Sonntag – und nicht nur diesen – für Kinder spaßvoll bereichern.

Beachten Sie hierzu bitte die Infos weiter unten.

Ratschen bauen

Wer viel Zeit und handwerkliches Geschick hat, kann mit den Kindern Ratschen bauen. Anleitungen hierfür finden sich viele im Internet.

Vor dem Beginn der Erzählung macht es Sinn, die Ereignisse des vergangenen Sonntags (gemeinsam) zu erinnern.

Besonderer Tipp

Rhythmus-Instrumenten-Kiste

Beim Purim-Fest, am Sonntag zum 19. Februar (s. oben), können die 20 Instrumente der Rhythmus-Instrumenten-Kiste (links unten) passgenau und mit viel Freude und Ausgelassenheit Anwendung finden.
Bei der Arbeit mit Kindern, in der Gemeinde und in Gruppen ergeben sich darüber hinaus weitere Einsatzmöglichkeiten.
€ 119,00; Best.-Nr. 9028

Ergänzungs-Set Rhythmus-Instrumente

Wer weniger Instrumente benötigt, bringt mit den fünf Instrumenten oben ebenfalls jede Menge »Haman-verjagen-Krach« in die »Hütte«.
€ 29,00; Best.-Nr. 9029

www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere und Jüngere.

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

»Wofür müsste mal etwas erfunden werden?«

(Als Anregung können You-Tube-Videos von Laura Kampf, Köln, dienen.)

Zum Text / Zum Thema
  • Heute findet die Geschichte von Ester und ihrem jüdischen Volk ein gutes Ende. Deshalb wird sie immer am Purimfest gelesen und laut und fröhlich nachgespielt. Die Geschichte erzählt, was wir uns wünschen: Das Böse wird besiegt, die Kleinen können sich gegen die Großen zur Wehr setzen, wer bedroht wird, wird gerettet. Ein Grund zum Feiern.
  • Obwohl wir schon am ersten Sonntag der Passionszeit angekommen sind, sollten wir in diese Ausgelassenheit und Freude einstimmen. Auch heute könnte die Geschichte ein zweites Mal und mit Lärm erzählt werden (s. Verleumdung und Intrigen).
  • Zur ganzen Reihe habe ich die Frage gestellt, woher Ester ihren Mut und ihre Glaubenskraft nimmt. Ich habe als Bezugspunkt und als Ausstattung von Gott*Ewige den Segen Gottes für Sara und Abraham genannt: »Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.« (1 Mose 12,2). Im Ersten Testament finden wir (neben dem Gesegnet-Werden und dem Selbst-zum-Segen-Werden) noch eine dritte Segensdimension: Gott segnen. Der Segen von uns Menschen fließt zu Gott zurück. Wir tun Gott etwas Gutes. So wird Segnen zum Kreislauf von Empfangen und Geben, in dem auch Gott beides ist: Empfangend und gebend.
  • Dieses Motiv kommt in einigen Psalmen vor. Es ist Ausdruck von Dank, Lob und Freude. (Das hebräische Verb »barach« bedeutet im Blick auf Menschen »segnen« und im Blick auf Gott »loben«.) Es wird mit Psalm 150 aufgegriffen.
Die Kinder und der Text / das Thema

Ester nutzt ihre Talente, um den bösen Plan von Haman abzuwenden. Jeder Mensch hat unterschiedliche Gaben und Möglichkeiten. Am meisten Kraft und Einfluss haben wir, wenn wir unsere je eigenen Talente kennen. Für Kinder ist es wichtig, dass sie immer wieder Erfahrungen von Selbstwirksamkeit machen. Sie können etwas bewirken. Wir alle, schon das kleinste Kind, sind gesegnet und können ein Segen sein (s. »Segensritual«, siehe unten).

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Lied

Lass die Freude in dein Leben

Lied: Lass die Freude in dein Leben

Text und Musik: Ursula Starke

(Text und Musik: Ursula Starke, © Zentrum Verkündigung der EKHN, Aus: Menschenskinderliederbuch 3, Frankfurt am Main 2021)

2. Singen, Tanzen und Musik: Alles hat sich …

3. Deine Freunde, Spiel und Spaß: Alles hat sich …

Psalmgebet

Nach Psalm 139 (s. »Liturgische Elemente«) oder

Psalm 150

Fürbittengebet

Siehe »Zur ganzen Reihe«.

Segensritual

Alle stehen im Kreis, mit Blick zur Mitte. Dann drehen sich immer zwei einander zu. Sie legen die Handflächen wie zum Gebet vor der Brust aneinander und sagen: »Gott segne dich.« (Es gibt hier kein richtig Machen! Es ist egal, ob der Satz laut oder leise gesprochen wird oder nur gedacht, ob gleichzeitig oder nacheinander …) Anschließend wenden sich alle der Person zu, die seither im Rücken stand und sagen noch einmal: »Gott segne dich.«

Dann drehen sich alle zur Mitte und strecken die Arme mit nach oben geöffneten Händen nach vorne und sagen: »Wir segnen dich, Gott. Halleluja. Amen.«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Erfinderin und Erfinder werden

Erfindet etwas, wenn ihr auf ein Problem stoßt. Sagt nicht: »Ihr könnt das. Ich kann das nicht.« Als Anregung empfehle ich euch, Videos von Laura Kampf, Köln, anzusehen. In der »Sendung mit der Maus« (WDR-Mediathek) gibt es zahlreiche Folgen von Lauras Machgeschichten.

Erfindungen können Sachen, Geschichten, Hilfsprojekte, Streitlösungen … sein.

Überlegt mal: »Was müsste unbedingt erfunden werden? Was fehlt in der Welt?«

Etwas backen und verschenken

Ein Brauch zum Purimfest ist es, Freunden und Freundinnen eine Leckerei zu bringen, z. B. Hamantaschen (Rezepte im Internet) oder besondere Kekse wie Dattelkekse.

Ein Rezept der Autorin für Dattelkekse können Sie hier kostenfrei herunterladen.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere und Jüngere.

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
  • Die Geschichte beginnt mit der Königin Washti. Sie muss gehen, weil sie sich als Frau widersetzt. Recht vielschichtig wird hier im Esterbuch die Problematik von Geschlechterrollen erzählt. Es bleibt offen, ob die Königin Washti den Verlust der Königinnenwürde als Verlust oder als glückliche Fügung erlebt. Wie sehen Sie das?
  • Danach sucht der König eine neue Frau. Sie soll besser gehorchen als Washti. Ist das ein wichtiges Merkmal für eine Königin? Oder gilt nicht auch für Königinnen, was Hannah Arendt über alle Menschen gesagt hat: »Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen.«?
  • Es ist auf jeden Fall interessant, dass die biblische Überlieferung die Washti-
    Geschichte auch erzählt. Durch die radikale Reaktion des Königs wird deutlich, dass
    Ester klug und gleichzeitig vorsichtig handeln muss. Nur so kann sie etwas erreichen, ohne ihrer Macht beraubt zu werden.
Zum Text / Zum Thema
  • Das Buch Ester ist eine Novelle, eine längere Erzählung. Am Purimfest wird es in den jüdischen Gemeinden vollständig gelesen.
  • Die Handlung lässt sich in das 5. Jahrhundert vor Christus einordnen. Das jüdische Volk lebt im Exil im persischen Großreich. Sie müssen nach den Gesetzen des Perserreiches leben und versuchen gleichzeitig, an ihrem Glauben und den Geboten Gottes festzuhalten. Wie verborgen oder offen das möglich war, wissen wir nicht genau – die Geschichte von Ester beginnt damit, dass Ester ihre jüdische Herkunft verbergen muss. Es geht um Migration und Integration, darum, wie Menschen in einem fremden Land mit ihrem eigenen kulturellen und religiösen Hintergrund leben können.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Es ist ein Problem, dass viele Geschichten über Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen den alten Geschlechterrollen entsprechen. Sie haben nichts mehr mit dem Leben der heutigen Kinder zu tun und sie verfestigen unzeitgemäße Rollenbilder. Da ist diese vielschichtige Geschichte von Washti und Ester ein guter Denkanstoß. Sie kann zum Anlass werden, mit den Kindern darüber zu sprechen, ob eine Königin gehorchen sollte oder ob sie schön sein muss. Was macht eine gute Königin aus? Damals? Heute?
  • Gerade ist Karnevalszeit. Viele Kinder verkleiden sich gerne. Zum Esterbuch, das am Purimfest gelesen wird, gehört auch der Brauch, sich zu verkleiden (2023 ist das Fest am 7. März).

Beim Verkleiden schlüpfen wir in eine andere Rolle, ein anderes Wesen. Mit den gebastelten Kronen (s. »Kreative Umsetzung der Geschichte«, siehe unten), können die Kinder spielerisch erkunden, was königliches Verhalten ausmacht.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Lieder

Shalom und Salam (MKL3, 7);

Von allen Seiten umgibst du mich (MKL2, 89)

Psalmgebet (nach Psalm 139)

Mit gesungenem Kehrvers »Ich danke dir« (s. u.); Text: nach Psalm 139, Musik: überliefert

Lied: Kehrvers: Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin
Text und Musik: Ursula Starke

Kehrvers: Ich danke dir …

Mein Gott, du kennst mich.

Du weißt von mir.

Ob ich sitze oder stehe, ob ich liege oder gehe, du bist bei mir. Ich danke dir.

Kehrvers: Ich danke dir …

Mein Gott, du kennst mich schon sehr lange.

Schon im Bauch meiner Mutter hast du mich werden lassen.

Ich bin wunderbar gemacht.

Genau so, wie du es gewollt hast.

Besser geht es nicht.

Du bist bei mir. Ich danke dir.

Kehrvers: Ich danke dir …

Mein Gott, du findest mich.

Auch wenn ich mich gut verstecke,

dann suchst du solange, bis du mich findest.

Du bist bei mir. Ich danke dir.

Kehrvers: Ich danke dir …

Mein Gott, ich kenne dich.

Und du bist noch viel mehr, als ich von dir kenne.

Deine Gedanken sind viel mehr als die Sandkörner im Sandkasten.

Ich kann sie nicht zählen.

Du bist überall und bei mir. Ich danke dir.

Kehrvers: Ich danke dir …

Fürbittengebet

Siehe »Zur ganzen Reihe«.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Kronen basteln

Material: Tonpapier in verschiedenen Farben, Maßband, Lineal, Kinderscheren, Tacker, Buntstifte oder Ölkreide; evtl. Smartphone, um die Bedeutung der Namen herauszufinden.

Die Kinder messen sich gegenseitig den Kopfumfang (evtl. mit Leseunterstützung). Dann schneiden sie einen ca. 10 cm breiten Pappstreifen aus, der 4 cm länger ist. Dann schneiden sie in ihre Krone Zacken, bemalen und beschreiben sie. Ganz zum Schluss wird sie zusammen getackert.

Auf die Krone kann entweder »Washti« und »NEIN!« geschrieben werden oder der eigene Name samt seiner Bedeutung (z. B. Philipp = Pferdefreund; Sara = Fürstin) oder der eigene Name mit einem »Motto« (Nein!, Ja!, Mit mir nicht! …).

Im Anschluss schreiten alle mit ihrer Krone durch den Raum und grüßen herrschaftlich. Vielleicht merken die Kinder dabei, dass sie aufrecht gehen müssen, damit die Krone auf dem Kopf bleibt.

Die Kronen werden noch einmal gebraucht, deshalb bis zum nächsten Sonntag aufheben.

Gespräch
  • Was macht eine gute Königin aus?
  • Was muss sie können?
  • Welche Eigenschaften sollte sie haben?
  • Welche nicht?

Erst bei einem längeren Gespräch kommen die Kinder auf »tiefere Qualitäten«. Es lohnt sich daher, hierfür genügend Zeit einzuplanen.

Bilderbuch ansehen

Es gibt zwei sehr schöne Bilderbücher zum Thema Freundlichsein (s. unten). Diese können mit den Kindern angesehen und dann weitere Ideen gesammelt werden, was »freundlich« bzw. »nett« ist. Beide Bücher können mit den ganz kleinen Kindern auch anstatt der biblischen Geschichte angeschaut werden.

Hollis Kurman, Barroux: Hallo! Das Buch der zehn Freundlichkeiten

Gütersloher Verlagshaus, 2021, ab 3 Jahren

Alison Green, Axel Scheffler u. a.: Einfach nett

Beltz & Gelberg, 2022, ab 4 Jahren

Der besondere Tipp

Ester hilft ihrem Volk

(Kamishibai-Bilkarten-Set)

12 DIN-A3-Bildkarten für das Kami-
shibai-Erzähltheater in hochwertigem Druck und brillianten Farben
erzählen die Geschichte von Ester.

Mit vollständiger Textvorlage.

€ 16,00 (ab 01.01.2023 € 18,00), Best.-Nr. 9018

www.junge-gemeinde.de

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