Zugänge für den VorbereitungskreisZum Abschluss kann das Vaterunser nochmals gebetet werden.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeDieser Gottesdienst bezieht das gesamte Vaterunser ein, auch wenn der Schwerpunkt auf Vers 11 liegt.
Vater unser im Himmel
(beide Arme hochheben und die Hände nach oben öffnen).
geheiligt werde dein Name
(Hände gefaltet vor die Brust nach unten führen).
Dein Reich komme
(mit den Händen einen flachen Kreis vor der Brust machen).
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden
(Eine Hand zeigt nach unten, die andere nach oben).
Unser tägliches Brot gib und heute
(mit einer Hand eine Schale bilden, mit der anderen daraus essen)
und vergib uns unsere Schuld
(mit einer Faust auf die Brust klopfen und Kopf nach unten neigen)
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern
(Hände einladend zur Seite öffnen und die anderen anlächeln).
Und führe uns nicht in Versuchung
(Hände abwehrend nach vorne halten),
sondern erlöse uns von dem Bösen
(Arme kreuzen und wieder öffnen).
Denn dein ist das Reich
(mit den Händen einen flachen Kreis vor der Brust machen)
und die Kraft
(beide Arme mit geballten Fäusten seitlich anwinkeln)
und die Herrlichkeit,
(Arme nach oben strecken, Hände öffnen und nach oben schauen)
in Ewigkeit.
(Arme vor der Brust umeinander kreisen).
Amen.
Wir teilen Brot (KG 207);
Wenn das Brot, das wir teilen
(KuS 278, LHE 290, HuT 177, Wwdl 86);
Vater unser im Himmel
(EG 188, KuS 212, KKL 257);
Bist zu uns wie ein Vater/Unser Vater
(KKL 258, Wwdl 8, EGplus 54, Einfach spitze1 57);
Vater unser im Himmel (Wwdl 84)
Es bietet sich an, im Gottesdienst gemeinsam Brot zu teilen und zu essen. Alternativ kann auch Abendmahl gefeiert werden oder ein Chaos-Buffet stattfinden, zu dem jedes Kind/jede Familie etwas mitbringt.
Kreative Umsetzung der Geschichte»Unser tägliches Brot«: Es wird überlegt, was damit alles gemeint sein könnte. Was braucht es für ein gutes und gelingendes Leben? Was können wir Menschen dazu beitragen? Was macht Gott? Dafür kann im Erntedankgottesdienst gedankt werden.
Nährendes Brot: In ein großes Tonkartonbrot (oder mehrere kleine Brote) wird hineingeschrieben, was alles »nährend« und wichtig wie Brot ist. z. B. Freundschaft, Liebe, Frieden, Geborgenheit, Freude …
Dankworte: Mit den Kindern können passend zu den Bitten des Vaterunsers Dankworte formuliert werden. Dazu kann folgender Impuls dienen: »Das Vaterunser besteht aus sieben Bitten – heute an Erntedank möchten wir besonders Danke sagen. Wofür können wir danken?«
Gemeinsam Brot backen
Kinder finden es spannend, gemeinsam Essen zuzubereiten und dann zu essen. Hierzu gibt es verschiedenen Möglichkeiten:
12 Seiten mit biblischer Geschichte, internationalen Brotinfos, Tischgebeten in verschiedenen Sprachen und dem »Danke-Baum«, einem Bastelangebot zu Erntedank …

€ 2,20 (ab 10 Ex. je € 2,00; ab 40 Ex. je
€ 1,80), Best.-Nr. 101-9/24
Frank Widmann (Hg.)
Kinder erleben Taufe und Abendmahl
Erzählungen zur Bibel und Gottesdienst–Entwürfe
Neben vielen anderen Geschichten und Methoden wird in diesem Buch die Speisung der 5000 mit einem Sketchboard erzählt.
€ 19,80
Erzählung für JüngereMaterial: Korb mit den im Text fett gedruckten Dingen. Je nach Alter der Kinder kann davon eine Auswahl getroffen werden.

Jesus ist auf dem Berg. Er erzählt den Menschen von Gott. Jesus wird gefragt: »Wie sollen wir beten?« Jesus sagt: »Ein gutes Gebet geht so: ›Vater unser im Himmel …‹« (Vaterunser vorsprechen oder gemeinsam sprechen). Die Menschen finden: »Das ist ein gutes Gebet. Da steckt alles drin, was es für ein gutes Leben braucht.« Vor allem gefällt ihnen der Satz: »Unser tägliches Brot gib uns heute.«
Lasst uns jetzt gemeinsam überlegen, was das bedeutet. Dazu habe ich euch einen Korb mit Sachen mitgebracht.
– Kinder holen Gegenstände heraus und benennen sie.
– Dann gemeinsam überlegen, warum der Gegenstand wichtig ist und was er mit Gott zu tun hat. Nachfolgend einige Anregungen.
Brot: Wir brauchen etwas zu essen, nicht nur Brot, auch Gemüse, Milch … Gott lässt Getreide etc. wachsen und macht, dass Menschen daraus Essen machen.
Hammer: Es ist gut, wenn man arbeiten kann, Geld verdient und anderen helfen kann – Gott schenkt uns Talente und hilft uns bei dem, was wir tun.
Traktor: Es braucht Menschen, die auf Äckern Gemüse und Getreide anpflanzen. Und es braucht Menschen, die daraus Essen machen – aber das Wetter macht Gott und Gott macht, dass es gut wird.
Herz: Familie, Freunde, dass man geliebt und angenommen ist – Gott schenkt uns das und Gott liebt uns.
Pflaster: Gesundheit ist wichtig, und jemand der hilft, gesund zu werden – aber manchmal kann man Gesundheit nicht machen; es ist ein Geschenk von Gott.
Seife: Trotz Dusche fühlen wir uns manchmal auch schmutzig: wir haben etwas falsch gemacht oder uns gestritten. Da ist es gut, wenn man einander vergeben kann und wieder Freunde wird – Gott vergibt uns, wenn wir etwas falsch gemacht haben.
Kreuz: Gott, Werte, Geschichten von Gott und Menschen, getragen sein von Gott, Schutz, Segen, Glaube.
Taschenlampe: Licht ist wichtig – Gott ist wie ein Licht, das uns den Weg zeigt.
Gesetzbuch: Regeln sind wichtig fürs Zusammenleben – Gott hat uns solche Regeln gegeben (z. B. die Zehn Gebote).
Blumen/Spielzeug: Freude ist wichtig – Freude kann man nicht machen, manchmal macht das nur Gott.
Wasser: Trinken, Tränen, Taufe – bei der Taufe zeigt Gott: Du gehörst zu mir.
Bibel: Vaterunser daraus vorlesen.
Die Kinder fragen, ob sie noch etwas in den Korb packen würden.
»Mit dem täglichen Brot ist also ganz viel gemeint. Darum bitten wir Gott im Vaterunsers. Wir dürfen aber auch Danke sagen, weil Gott uns vieles davon schon gegeben hat und immer wieder gibt.
Erzählung für ÄltereVorbereitung: Bibelbrot backen. Hierfür eine Bibel in Backpapier oder Alufolie einschlagen, mit Brot- oder Hefeteig umwickeln
und backen. Am Ende der Geschichte wird dieses Brot aufgebrochen.

Wir machen jetzt eine Zeitreise ins Mittelalter. Es ist eine Zeit, in der es viel Streit gibt, auch in der Kirche. Martin Luther und andere Männer und Frauen wollten die Kirche verändern. Doch anstatt gemeinsam die Kirche zu verbessern, kam es zu ihrer Teilung. Weil das Ganze auch noch mit Königen, Kaiser, Politik und Macht zusammenhing, gab es sogar Kriege. Und in dieser Zeit spielt unsere Geschichte.
Martin und Elisabeth sind auf dem Feld. Sie ernten das Getreide. Die ganze Familie hilft zusammen. Auch die jüngeren Geschwister sind dabei. Martin und der Vater schneiden das Getreide mit den Sicheln ab. Die Schneide der Sichel sieht wie ein Halbmond aus. Elisabeth, die jüngeren Geschwister und die Mutter binden die Getreidehalme zu Bündeln zusammen. Diese Garben werden später mit dem Handkarren nach Hause gefahren. Dort kommen sie in die Scheune. Die ganze Familie freut sich. Das Getreide ist doch noch besser gewachsen, als sie befürchtet hatten.
Als der Vater das Getreide frisch gesät hatte, waren Söldner gekommen. Diese Soldaten werden extra für Kämpfe angeheuert und dafür bezahlt. Und die waren mit ihren Pferden über das Feld geritten und hatten fast alles kaputt gemacht. Dann war der Frühsommer auch noch viel zu nass. Trotzdem kann die Familie jetzt das Getreide ernten. Es ist mehr, als sie gedacht haben. Sie freuen sich.
Plötzlich kommt Philipp auf einem Pferd angeritten. Philipp ist der Nachbarsjunge. »Sie kommen!«, schreit er schon aus der Ferne. Alle schauen auf. »Du meinst die Soldaten kommen wieder?«, fragt der Vater, als Philipp bei ihnen ist. »Ja, sie durchstöbern alles und suchen nach Bibeln.« Die Mutter wird kreidebleich. Erst neulich hat Vater eine Bibel aus der Stadt mitgebracht. Abends lesen sie gemeinsam darin. Auch die Nachbarn kommen dazu. Aber das ist strengstens verboten. Man darf keine Bibel besitzen. Wer dagegen verstößt, wird mit dem Tod bestraft. Doch für Martin und seine Familie ist die Bibel etwas Kostbares. Sie hat einen besonderen Platz auf dem kleinen Regal. Die Soldaten werden sie dort sofort finden.
Elisabeth schaut zu Philipp hoch. Sie hat eine Idee. »Backt deine Mutter heute nicht Brot?« – »Ja«, nickt Philipp. »Nimmst du mich auf dem Pferd mit zurück ins Dorf?« Als Elisabeth hinter Philipp auf das Pferd steigt, zwinkert sie den anderen verschwörerisch zu.
Als die restliche Familie gegen Abend vom Feld nach Hause kommt, sind die Soldaten längst wieder weg. Alle packen mit an, um das Chaos wieder in Ordnung zu bringen, das die Söldner bei ihrer Durchsuchung angerichtet haben.
Dann sitzen endlich alle am Abendbrottisch. Es gibt nur das Wenige, das die Söldner ihnen dagelassen haben. Wie das verbrannte Brot. Total schwarz liegt es mitten auf dem Tisch. Philipps Mutter hat es ihnen vorhin mit einem breiten Grinsen vorbeigebracht.
Wie jeden Tag, betet die Familie vor dem Abendessen gemeinsam das Vaterunser: »Vater unser im Himmel …« (evtl. mit den Kindern gemeinsam sprechen). Elisabeth muss bei »unser tägliches Brot gib uns heute« kichern. Ihr Vater schaut sie streng an. Doch das findet Elisabeth dieses Mal nicht schlimm. Dann freuen sich alle auf das Brot. Sie sind so hungrig, da schmeckt es auch verbrannt. Außerdem gibt es darüber hinaus nicht mehr viel zu essen.
Die Mutter nimmt das Messer und beginnt, Scheiben vom Brot abzuschneiden. »Elisabeth«, sagt der Vater, »jetzt musst du uns aber verraten, warum du mit Philipp zurückgeritten bist. Was hattest du vor?« Elisabeth grinst und schaut zu ihrer Mutter, die plötzlich nicht weiterschneiden kann. »Da ist etwas im Brot drin«, murmelt sie. Sie legt das Messer weg und bricht das Brot vorsichtig auseinander. (Bibel-Brot aufbrechen und Bibel auspacken)
»Jesus sagt doch: ›Der Mensch lebt nicht vom Brot allein‹«, strahlt Elisabeth. »Und wie hat Martin Luther gesagt: ›Unser tägliches Brot ist alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, wie Essen, Trinken, Kleider, Geld, fromme Kinder, gute Herrscher‹. Und manchmal eben auch einfach ein gutes Versteck für eine Bibel.«

Schwarz-weiß-Zeichnung: © Uli Gutekunst, uli-gutekunst.de, Abigail bringt David Geschenke
Alle diese Fähigkeiten sind wichtig für ein gelingendes Leben.
Du, Gott, stützt mich
(KuS 463, KKL 335, Wwdl 129; das Zentrum der Verkündung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau hat dazu tolle Gestaltungsideen ins Internet gestellt);
Halte zu mir, guter Gott
(KuS 456, KKL 328, EGplus 146, MKL1 52);
Bewahre uns, Gott
(EG 171, KuS 174, KKL 280, HuT 220)
Geborgen ist mein Leben in Gott
(z. B. EG WUE 767)
Der »Segen to go« ist zum Abschluss jeder Einheit eine gute Möglichkeit, um die Kinder individuell wahrzunehmen und sie den Zuspruch Gottes auf selbstbestimmte Art erleben zu lassen. (Eine wunderschöne Idee von Anne Ebers; als @Minigottentdecker auf Instagram und auf der Plattform relimentar.de).
Die Geschichten sind nach Art des Bibelerzählens aufgebaut und nehmen die Perspektive einer Person ein.
Peter Hitzelberger (Hg.)
Biblische Geschichten mit Legematerial erzählen
Zu 13 alt- und neutestamentlichen Texten bietet das Praxisbuch fotografische Schritt-für-Schritt-Anregungen zur Arbeit mit den Legematerialien, spielerische und kreative Vertiefungen, Gesprächsimpulse für das »Theologisieren mit Kindern« sowie Hinweise zur Relevanz der Geschichte für die Lebenswelt der Kinder. Die Methode wird in Kitas, Grundschulen, Kindergottesdiensten und in der Familienkirche eingesetzt. 128 Seiten
€ 18,00;

Das Mitmachheft im Kindergottesdienst

Dieses Heft richtet den Blick auf »Abigail – eine starke und kluge Frau« und auf diverse Nebenaspekte der Geschichte aus 1. Samuel 25. Wir fragen unst: Welches Verhalten ist eigentlich stark? Welche Fähigkeiten sind stark?

12 Seiten € 2,20(ab 10 Ex. je € 2,00ab 40 Ex. je e 1,80)
Best.-Nr.: 101-10/25
Die bittende Witwe: Eine hartnäckige Frau
Die verkrümmte Frau: Eine aufrechte Frau
Abigail: Eine kluge Frau
Monatsgottesdienst Oktober
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeHalte zu mir, guter Gott
(KuS 456, KKL 328, EGplus 146, MKL1 52)
»Gott, meine Zuversicht, Herr, auf dich vertraue ich«, aus: Gott ist bei mir. 30 Psalmen für Kita und Kinderkirche (s. hierzu »Der besondere Tipp«).
Beten – Gott sagen, was mich bewegt (KuS 706)
Kreative Umsetzung der GeschichteEin besonderes Phänomen findet man unter dem Begriff »nicht-newtonsche Flüssigkeit«.
Material: Abdeckung für den Tisch, Speisestärke, Wasser, flache Schale, Esslöffel, Materialien zum Experimentieren (wie Hammer, Feder, Kugel, Ei)
Fülle 100 ml Wasser in die Schale. Gib esslöffelweise Speisestärke dazu. Jeweils zu einer glatten Masse rühren. Wenn du aus der Masse eine weiche Kugel formen kannst, ist es richtig (bei meinen Versuchen waren es ca. 12 Esslöffel).
Die Kugel lässt sich gut formen, und sobald du sie in Ruhe lässt, zerfließt sie. Wenn du mit einem Hammer auf die Masse schlägst, spritzt es nicht – die Masse wirkt fest. Wenn du den Hammer auf die Masse legst, versinkt er darin. (Tipp: Flecken durch den weißen Stärkebrei lassen sich mit Wasser wieder leicht abwischen.)
Als Impulse eignen sich Fragen rund um die Erfolgsgeschichten der Kinder:
Erzählung für JüngereDie Erzählung eignet sich gut als Rollenspiel mit Witwe, Richter, Erzähler*in.
Oder als eine Art szenisches Spiel, das von einer Person vorgetragen und gespielt wird, wie nachfolgend erzählt.
Da war eine Witwe, sie war sehr traurig.
(Körperhaltung »traurig« einnehmen)
Man hatte ihr Unrecht getan und das machte sie wütend.
(Körperhaltung »wütend« einnehmen)
So betete die Frau und bat Gott um Stärke!
(Körperhaltung »beten«, zum Schluss die Faust zu einem motivierenden »Ja« ballen.)
Die Witwe ging zum Richter und forderte: »Verschaffe du mir Recht!«
(Mit dem Zeigefinger energisch auf jemanden zeigen)
Doch der Richter achtete Gott und die Menschen nicht.
(Wegwerfende Handbewegung)
So betete die Frau und bat Gott um Stärke!
(Körperhaltung »beten«, zum Schluss die Faust zu einem motivierenden »Ja« ballen.)
Die Witwe ging zum Richter und forderte: »Verschaffe du mir Recht!«
(Mit dem Zeigefinger energisch auf jemanden zeigen)
Doch der Richter hörte nicht zu.
(Die Ohren zuhalten)
So betete die Frau und bat Gott um Stärke!
(Körperhaltung »beten«, zum Schluss die Faust zu einem motivierenden »Ja« ballen.)
Die Witwe ging zum Richter und forderte: »Verschaffe du mir Recht!«
(Mit dem Zeigefinger energisch auf jemanden zeigen)
Doch der Richter schaute weg.
(Augen zuhalten)
So betete die Frau und bat Gott um Stärke!
(Körperhaltung »beten«, zum Schluss die Faust zu einem motivierenden »Ja« ballen.)
Die Witwe ging zum Richter und forderte: »Verschaffe du mir Recht!«
(Mit dem Zeigefinger energisch auf jemanden zeigen)
Doch der Richter wendete sich ab.
(Abweisend umdrehen)
So betete die Frau und bat Gott um Stärke!
(Körperhaltung »beten«, zum Schluss die Faust zu einem motivierenden »Ja« ballen.)
Die Witwe ging zum Richter und forderte: »Verschaffe du mir Recht!«
(Mit dem Zeigefinger energisch auf jemanden zeigen)
Da endlich nickte der Richter und sagte entnervt: »Ich verschaffe dir Recht!«
(Resigniert/genervt nicken)
Da freute sich die Witwe und dankte Gott: »Mit Gott bin ich stark!«
(Körperhaltung »beten«, zum Schluss die Faust zu einem motivierenden »Ja« ballen.)
Erzählung für ÄltereIn dieser Erzählung hören wir die Frau selbst.
Ich habe es geschafft! Stellt euch vor: Ich habe es geschafft.
Es war nicht einfach, aber ich war hartnäckig und habe mich nicht entmutigen lassen.
Jeden Tag habe ich vor seiner Tür gestanden. Ich wusste, was die Leute über diesen Richter erzählten: »Er ist ein unangenehmer Mensch, der keine Achtung vor den Menschen hat und auch vor Gott keinen Respekt.
Doch ich bin jeden Tag hingegangen. Schon am Morgen, bei Sonnenaufgang bin ich bei ihm vor der Türe gestanden.
Ich habe frisch gebackenes Fladenbrot mitgebracht und habe einfach geklopft. Er hat ganz vorsichtig die Türe aufgemacht. Ich habe mich vorgestellt. »Guten Morgen«, habe ich gesagt, »ich habe Ihnen frisches Brot mitgebracht. Mit einem leckeren Essen im Bauch können Sie viel besser nochmal über meinen Fall nachdenken!«. Er hat einfach den Korb geschnappt und die wieder Türe zugeschlagen.
Doch am nächsten Morgen bin ich wieder hin. Ich habe wieder geklopft und gerufen. Er hat nicht reagiert. Doch ich habe weitergeklopft. Immer wieder. Irgendwann hat er aufgemacht und geknurrt: »Was wollen Sie?« Da habe ich nur gesagt: »Schaffen Sie mir Recht!« Und er hat mir wieder die Türe vor der Nase zugeschlagen.
Am nächsten Tag bin ich wieder hin. Und weil er auf mein Klopfen und Rufen nicht reagiert hat, bin ich am Mittag noch einmal gekommen. Dieses Mal hatte ich einen Krug mit frischem Wasser dabei. Wieder habe ich geklopft und gerufen. Dieses Mal noch lauter und hab noch heftiger geklopft. Nach einiger Zeit hat er endlich aufgemacht und gesagt: »Sie schon wieder.« – »Ja«, habe ich gesagt, »ich komme jeden Tag, bis Sie mir Recht verschafft haben.« Da hat er die Augen verdreht, mir den Krug mit Wasser abgenommen und wieder einfach die Türe zugeschlagen.
Also bin ich am nächsten Morgen wieder früh zum Haus des Richters. Dieses Mal habe ich mir einen Korb mit frischem Brot, Wasser und Feigen mitgenommen. Aber nicht für den Richter, sondern für mich. Denn ich habe mich vor seine Türe gesetzt und gefrühstückt. Irgendwann ist er aus dem Haus gekommen und beinahe über mich gestolpert. Richtig erschrocken ist er, als er mich gesehen hat. Ich habe mir sogar ein bisschen das Lachen verkneifen müssen. »Was machen Sie vor meiner Türe?«, hat er entsetzt gefragt. »Das wissen Sie doch. Ich bin da, damit Sie mir zu meinem Recht verhelfen.« Da ist er schnell an mir vorbei und die Straße hinuntergegangen.
Es hat lange gedauert, bis ich ihn wiedergesehen haben. Erst am Abend ist er nach Hause gekommen. Schon von Weitem habe ich ihm zugewinkt. Richtig wütend war er, als er an seinem Haus angekommen war. Ich bin aufgestanden und habe nur gesagt: »Also bis morgen« und habe meinen Korb gepackt.
Der Tag vor dem Haus des Richters war sehr lang. Der Rücken tat mir vom ganzen Rumgehocke wehn. Und meine Arbeit zu Hause und auf dem Feld war auch liegengeblieben. Aber ich habe mir gedacht: »Ich bleibe standhaft. Ich gebe nicht auf.«
Am nächsten Morgen war ich schon vor Sonnenaufgang beim Haus Richters. Dort brannte eine Lampe. Das war ungewöhnlich … um diese Zeit? Ich schaute durch die Fensteröffnung. Der Richter ging im Zimmer hin und her. Ich habe ihn laut mit sich selbst reden hören. Leider konnte ich nicht alles verstehen, aber ein paar Sätze schon: »Was, wenn die wiederkommt?« Und: »Ich rufe die Wache, das lass ich mir nicht gefallen.« Und dann: »Was ist, wenn die böse auf mich wird und mir Gewalt antut?«
Ich habe mich dann wieder vor seine Türe gesetzt und extra laut geseufzt. Dann habe ich und wieder mein Frühstück ausgepackt. Immer wieder klapperte ich extra laut mit dem Krug.
Plötzlich ging die Türe auf und der Richter rief: »Sie sind mir lästig! Und bevor Sie mir am Ende noch wehtun, verhelfe ich Ihnen zu Ihrem Recht.«
Vor Freude bin ich aufgesprungen und habe ihn ganz fest umarmt. Jetzt wird alles gut. Und dass ich noch nie in meinem Leben jemanden geschlagen habe, brauchte der Richter ja nicht zu wissen.
Tongefäße im 4-er-Set
Passend zu unseren Biegepuppen und Legematerialien
Die Gefäße sind aus unglasiertem, gebranntem Ton und können Legebilder und Figuren für Darstellungen der Aufbewahrung von Lebensmitteln in früheren Zeiten gut ergänzen. Das Set enthält folgende Gefäße (von links nach rechts) mit den Maßen (H/B):
1 x Amphore (7,0/5 cm)
1 x Krug mit zwei Henkeln (6,5/4 cm)
1 x Topf (2,8 x 5 cm)
1 x Krug mit Ausguss (4,2 x 5 cm)
Kleine Abweichungen von den hier abgebildeten Tongefäßen sind möglich.
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeLobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen (KuS 330, KKL 184, HuT 253);
Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt
(KuS 398, KKL 193, HuT 89)
EG WUE, 749;
oder in neuerer Sprache: KuS 672
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Frau in der Geschichte ist verkrümmt und kann sich nicht aufrichten.
Die Kinder probieren das im Zweierteam selbst aus: Ein Kind ist die Frau, senkt den Kopf und schaut gerade nach unten. Das andere achtet darauf, dass nichts passiert. So erkunden sie die Umgebung. Dabei darf »die Frau« den Kopf nicht heben.
»Den Kopf hängen lassen« bedeutet: verzweifelt sein, keinen Mut haben, die Hoffnung verlieren, enttäuscht sein.
Nach der Geschichte kann eine geführte Meditation gemacht werden. Dabei stehen die Kinder ruhig im Raum. Wer mag kann die Augen schließen und so auf die Worte hören und ihnen nachspüren.
Den Kopf gesenkt, den Blick nach unten.
So sieht die Frau die Welt.
Nur den Boden, nur die Füße,
nie das Himmelszelt.
Den Kopf gesenkt, den Blick nach unten.
Das macht sie leis, das macht sie klein,
sorgenvoll und hoffnungslos.
So will die Frau nicht sein.
Den Kopf gesenkt, den Blick nach unten,
Schritt vor Schritt, nur den Boden schauen.
Und doch voll Zuversicht auf Gott vertrauen.
Den Kopf gesenkt, den Blick nach unten.
Bewegt sie sich leise, will nicht stören.
Geht am Sabbat dennoch Jesu Worte hören.
Den Kopf gesenkt, den Blick nach unten.
Jesus sieht sie und ruft sie herbei.
Legt ihr die Hand auf, sagt: »Du bist frei.«
Dann: aufrecht stehen!
In Augen sehen.
Den Kopf erhoben
und Gott loben.
Erzählung für JüngereEin Kind erzählt, was seine Oma (die gekrümmte Frau) erlebt hat.
Meine Oma ist toll. Und ich muss euch unbedingt erzählen, was ihr passiert ist. Schon seit ganz langer Zeit kann meine Oma nicht mehr gerade stehen. Sie kann sich nicht mehr aufrichten. Ihr Rücken ist ganz krumm, der Kopf weit vorne. So kommt es, dass sie nur nach unten schauen kann. Die ganze Zeit.
Die Leute sagen: »Ein Geist plagt sie. Deshalb ist ihr Rücken so krumm.« Und deshalb halten sie sich von meiner Oma fern. Aber ich glaube das nicht.
Meine Oma kann so toll erzählen. Sie kennt alle Geschichten aus der Tora. Meine Oma kann auch richtig gut zuhören. Sie kommt nicht gleich mit blöden Ratschlägen. Sie fragt lieber nach. Und dann komme ich oft selbst auf eine Lösung. Nie habe ich sie über jemanden schimpfen gehört. Und noch nie hat sie über ihren krummen Rücken geklagt.
Bei jedem Treffen in der Synagoge ist meine Oma dabei. Aber weil sie weiß, dass die Menschen sie nicht gerne anschauen, geht sie immer in ihre Ecke. Da kann niemand sie sehen, doch von dort alles hören.
Aber an diesem Sabbat war es anders! Ein neuer Rabbi war zu Besuch gekommen. Ein Rabbi ist ein Lehrer, der sich mit den jüdischen Gesetzen und Vorschriften auskennt. Die Synagoge war bis zum letzten Platz voll. Und als meine Oma sich in ihre Ecke verziehen wollte, da hat der Rabbi sie gesehen. Er hat sie zu sich gerufen. Die anderen Leute haben sich sehr verwundert. Und sie haben Platz für Oma gemacht. Als sie endlich bei ihm war, hat der Lehrer gesagt: »Du bist von deiner Krankheit frei.« Er hat ihr die Hand auf den Rücken gelegt … und sie hat sich aufgerichtet.
Ganz gerade stand sie da. Sie hat dem Rabbi in die Augen geschaut. Und sie hat gelacht. Und dann sagte sie: »Halleluja! Lobet den Herrn!«
Da bin ich schnell zu ihr gelaufen und hab sie in den Arm genommen!
Erzählung für ÄltereHier kommt die gekrümmte Frau selbst zu Wort. Wie hat sie die Geschichte erlebt? Was ist in der ganzen Zeit in ihr vorgegangen? Ihre Zuversicht findet sie in den Worten, die sie in der Synagoge hört. Die Worte aus den Psalmen begleiten die Menschen seit Jahrhunderten. Die Frau bedient sich bei Psalm 121 und Psalm 103. Ihr Gottesvertrauen hält sie aufrecht, trotz des gekrümmten Körpers.
»Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt meine Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.«
Lange Zeit klangen diese Worte für mich wie Hohn und Spott. »Die Augen aufheben zu den Bergen …« – das war so lange Zeit nicht möglich. Achtzehn Jahre lang ging nämlich mein Blick immer nur nach unten. Mein Rücken war gebeugt, aufrichten konnte ich mich nicht mehr.
Irgendwann habe ich sogar vergessen, dass es außer dem Boden, den Füßen und Steinen auch noch etwas anderes gab. Zuerst habe ich noch versucht, mich dagegen zu wehren. Ich habe mich angestrengt und mit aller Macht versucht, meinen Kopf zu heben. Immer wieder habe ich die seltsamsten Körperhaltungen eingenommen, um Menschen ins Gesicht sehen zu können. Aber alles, was ich dann sehen konnte, war das Entsetzen in ihren Gesichtern. Irgendwann habe ich ich es dann aufgegeben und lieber auf den Boden geschaut.
Meine Familie und Freunde haben sich an mein Aussehen gewöhnt. Für die anderen Menschen wurde ich allmählich unsichtbar, so klein und geduckt ging ich durch die Gassen.
Doch einige Worte aus den Psalmen gingen mir immer wieder durch den Kopf: »Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet schläft nicht.«
Diese Worte gaben mir Hoffnung, dass Gott mich nicht verlassen hat. Diese Worte haben mich getröstet. Mein Körper war zwar krumm, doch meine Seele blieb behütet.
Und so ist mir meine Hoffnung immer erhalten geblieben. So habe ich mein Leben gelebt. Ich konnte die Füße meiner Enkelkinder wachsen sehen. Und wie aus den kleinen Babys, die in mein Gesichtsfeld gekrabbelt kamen, kleine Flitzefüße wurde. Ich war immer dabei. Und ich habe geholfen, wie ich konnte.
Viele Menschen brauchten einfach jemand zum Zuhören. Jemand, der ihnen nicht prüfend ins Gesicht schaut. Eine Antwort wollte kaum jemand. Es reichte ihnen, dass ich für sie da war und zuhörte. Und sie ihre Gedanken ordnen konnten.
Außer den Trostworten in den Psalmen taten mir auch die Besuche in der Synagoge gut. Auch sie sorgten mit dafür, dass meine Seele nicht verkrümmte. Auf Gottes Wort zu hören, miteinander zu singen und zu beten, die Gemeinschaft mit anderen und zu wissen: »Mein Hüter schläft und schlummert nicht.«
Dann kam dieser eine Tag. Es war ein Sabbat. Alle Menschen im Dorf waren aufgeregt. Jesus war da. Die Menschen erzählten über ihn: »Das ist ein ganz besonderer Lehrer.« Und er wollte in der Synagoge sprechen. Das wollte ich auf jeden Fall miterleben. Ich war etwas spät dran. Deshalb bin ich noch leiser als sonst zu meinem Platz geschlichen.
Doch da hörte ich eine Stimme. Ich hatte sie noch nie gehört. Sie war warm und klang weich wie Honig in meinen Ohren: »Komm zu mir«, sagte diese Stimme. Ich ging ihrem Klang nach. Alle anderen Geräusche verstummten. Es war ganz still.
Die Füße der anderen wichen zurück und machten mir Platz. Schließlich blieb ich stehen. Ich war gespannt. Da spürte ich eine warme Hand auf meinem Rücken. Es war die Hand von Jesus. Ein Gefühl der Befreiung ging durch meinen Körper. Jesus sagte nur: »Du bist von deiner Krankheit befreit.«
Da konnte ich meinen Rücken aufrichten. Und ich sah in ein Gesicht: das Gesicht von Jesus. Ich sah seine Augen, sein Lächeln. Und da hatte ich nur einen Gedanken, den rief ich hinaus: »Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!«
Jesus heilt die gekrümmte Frau
Bildkarten-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater
12 DIN-A3 Illustrationen von Petra Lefin und ein komplett ausgearbeitetem Textvorschlag erzählen zusammen die wunderbare Heilung einer Frau, die nach der Begegnung mit Jesus nach vielen Jahren endlich wieder aufrecht durchs Leben gehen kann.
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Passt zur Geschichte – mit Sonderpreis
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum ThemaDavids Bitte wird von Nabal auf abwertende Weise abgelehnt.
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeWir wollen aufstehn, aufeinander zugehn (KuS 286, KKL 376, Wwdl 220, EGplus 130);
Du, Gott, stützt mich
(KuS 463, KKL 335, Wwdl 129);
Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen
(KuS 504, HuT 345, EG WUE 649, MKL1 75)
Gebet nach Psalm 37 (KuS 655)
Kreative Umsetzung der GeschichteFür die Jüngeren:
In der Geschichte von Abigail begegnen uns viele verschiedene Gefühle. Besonders für jüngere Kinder ist es wichtig, Gefühle zu verstehen – die eigenen und die anderer.
Probiert es gemeinsam aus.
Abigail setzt sich gegen eine Kampfgruppe von 400 bewaffneten Männern durch und handelt entgegen der Anordnung ihres Ehemannes. Ganz schön stark.
Manchmal überraschen die Kleinen mit ihrer unglaublichen Stärke. So gehört die Ameise zu den stärksten Lebewesen überhaupt, denn sie kann Dinge tragen, die bis zu vierzigmal mehr wiegen als sie selbst.
Die Kinder stellen sich auf eine Waage. Das Gewicht wird mal 40 genommen und im Internet gesucht, was sie dann tragen könnten, wären sie eine Ameise.
Für die Älteren:
Abigail entschuldigt sich für etwas, das sie nicht getan hat. Sie entschärft einen Streit, indem sie David entgegenkommt und ihn auf die Folgen seines Vorhabens aufmerksam macht.
Abigail lädt David und seine Männer zu einem Festmahl ein: zusammen an einem Tisch sitzen, versorgt sein mit dem Nötigsten und auch gemeinsam genießen.
Später wird König David im Psalm 23 schreiben: »Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.«
Nabal hat David nicht um Hilfe gebeten, damit David und seine Leute die Herden bewachen. Dennoch erwartet David am Ende eine Art Belohnung. Was steckt dahinter? Ist das gerecht?Im Hintergrund steht das friedliche Nebeneinander von umherziehenden Nomaden und sesshaften Bauern, von der beide Gruppen profitieren.
Erzählung für JüngereNabal war ein reicher Mann, leider war er auch ein sehr dummer Mann.
Abigail war seine Frau. Sie war klug und schön.
Nabal hatte viele Tiere: 3000 Schafe und 1000 Ziegen.
Während der Weidezeit hat David mit seinen Männern die Hirten und die Tiere Nabals beschützt. Kein Leid ist den Hirten geschehen und keines der Tiere ist weggekommen.
Nun werden die Schafe geschoren. Und es wird ein großes Festessen veranstaltet.
Da schickt David einen Boten zu Nabal: »Friede sei mit dir! Wir haben dir während der Weidezeit geholfen. Nun möchten wir gerne bei deinem Fest mitfeiern.«
Doch Nabal antwortet zum Boten: »Wer ist David? Ich habe nur Essen für meine eigenen Leute. Ich gebe nichts ab.«
Mit dieser Antwort geht der Bote zu David zurück.
Einer von Nabals Knechten hat das Gespräch mit dem Boten gehört. Der Knecht weiß, dass David den Hirten sehr geholfen hat. Er findet es falsch, wenn David und seine Männer nicht mitfeiern dürfen. Deshalb geht er zu Abigail und erzählt ihr, was vorgefallen ist.
Inzwischen ist der Bote bei David und bringt ihm die Antwort Nabals. Da wird David sehr wütend. Er ruft: »Ich werde es Nabal heimzahlen, dass er so undankbar ist und so unverschämt.«
Dann nimmt David 400 Männer. Sie schnallen sich die Schwerter um und machen sich auf den Weg zu Nabal.
Auch Abigail findet es falsch, wie Nabal auf die Bitte Davids geantwortet hat. Sie hat Angst, dass David verletzt und beleidigt ist. Und sie sorgt sich um den Frieden. Aber sie denkt: »Wegen solch einer Sache sollen Menschen gegeneinander kämpfen? Nein!« Also lässt sie ein Festessen herrichten, Wein abfüllen und Geschenke einpacken. Alles wird auf Esel geladen und sie reitet los – David entgegen.
David geht gerade einen Berg hinauf und schimpft vor sich hin: »Ich bringe ihn um. Ich bringe Nabal und seine Hirten um.« Da sieht er Abigail. Sie kommt ihm entgegen. Als sie bei David ankommt, springt sie von ihrem Esel und verbeugt sich tief vor David. Sie sagt: »Ach, Herr, es ist meine Schuld. Bitte hör mir zu. Mein Mann ist ein Dummkopf. Und ich war nicht da, als dein Bote gekommen ist. Doch Gott hat dich jetzt aufgehalten, damit du nichts Schlimmes tust. Ich habe dir und deinen Männern ein Festessen mitgebracht – und Geschenke. Ich weiß, dass Gott dich zum König bestimmt hat. Doch wenn du heute zum Mörder wirst, hast du kein reines Gewissen mehr. Das schlechte Gewissen wird dich immer verfolgen!«
Abigails Worte bringen David zum Nachdenken. Er atmet tief durch, dann sagt er: »Du hast recht. Gesegnet sollst du sein. Wenn ich jetzt meinem Zorn nachgebe, werde ich das immer bereuen. Hab vielen Dank für deine klugen Worte – und für die Geschenke.«
Erzählung für Ältere
Kaum ist die Türe auf, sprudelt es aus Elisabeth heraus: »Mensch Mama, das hättest du heute erleben müssen – wie im Kino!« – »Komm erstmal rein und setzt dich«, sagt Mama schmunzelnd. »Also pass auf«, fährt Elisabeth unbeeindruckt fort.
»Heute haben wir in der Schule unsere Projekte präsentiert. Du weißt doch … das mit den Zufallsgruppen. David war doch so enttäuscht, ausgerechnet mit Noah und mit dem neuen Mädchen Abigail in einer Gruppe zu sein. Aber dann war es wohl doch ganz in Ordnung. Noah hat bei der Vorbereitung nicht gestört, weil er am liebsten auf dem seinem Handy rumdaddelt und ansonsten nur ab und zu dumme Kommentare abgibt. Und die Neue ist richtig klug, hat David gesagt. Sie hat sich voll für das Thema ›Unsere Stadt‹ interessiert. Vielleicht auch, weil sie neu bei uns. Aber David, der hat sich richtig reingehängt: Er war in der Bücherei und im Stadtarchiv. Zusammen haben dann Abi und David ein tolles Plakat vorbereitet. Und für die anderen haben sie sogar eine Zusammenfassung geschrieben. Heute also sollten die Drei ihr Projekt vorstellen. David hat extra so Kärtchen gemacht, damit er nichts Wichtiges vergisst.
Abi und David waren noch damit beschäftigt, das Plakat aufzuhängen, da hat sich Noah die Zusammenfassung geschnappt und angefangen, sie laut vorzulesen. Schon beim Zuhören haben wir gemerkt: »Der weiß überhaupt nicht, was da drinsteht.« Das war voll schrecklich. Aber Noah hat so ein unglaubliches Selbstbewusstsein! Und er hat so getan, als ob er der Alleswisser ist. David ist ganz rot geworden. Dem war anzusehen: Der platzt gleich. Aber trotzdem hat er Noah nicht unterbrochen. Wäre dann wohl für alle zu peinlich gewesen. Abigail stand dazwischen und schaute mal David, mal Noah an.
Als Noah die Zusammenfassung zu Ende gelesen hatte, konnte sich David nicht mehr zurückhalten und ist auf Noah los. Doch Abigail ist schnell einen Schritt vorgetreten und hat David den Weg versperrt. Sie sagte: ›Ich möchte mich ganz herzlich bei David bedanken. Er hat sich die ganze Mühe und Arbeit mit der Recherche gemacht. Er hat all die Fotos in der Stadt gemacht, die ihr auf dem Plakat seht. Deshalb wird er euch eure Fragen dazu sicher beantworten können. Danke auch an Noah, der Davids Text vorgelesen hat.‹«
Dann ist sie wieder einen Schritt zurückgetreten. David hat einmal tief Luft geholt und Noah ist rot angelaufen.
Der Lehrer hat gegrinst, sich bei David und Noah für ihr Engagement bedankt und Abigail eine besondere Auszeichnung verliehen: die für gute Diplomatie.
Als Elisabeth mit dem Bericht fertig ist, lächelt auch Mama. »Die Abigail aus deiner Klasse ist ihrer Namensgeberin wohl sehr ähnlich. Und Noah könnte auch ›Nabal‹ heißen.« – »Wie meinst du das?«, fragt Elisabeth. »Es gibt da eine Geschichte in der Bibel …«, und Mama beginnt zu erzählen.
Gemeinsam die Geschichte aus 1. Samuel 25,1b–35 lesen (am besten aus der Basis Bibel).
Der Grolltroll
Bildkarten-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater
Manchmal geht alles schief. Und dann grollt die Wut im Bauch und wird lauter und lauter …
Warum der kleine, blaue Troll zum Groll-troll wird, wieso er seine Freunde verärgert und wie wichtig eine Entschuldigung ist, erzählt der Bilderbuchklassiker von Barbara van der Speulhof. Die Illustrationen von Stephan Pricken erzählen von Wut und davon, wie wichtig ein Entschulden ist. Mit Textvorschlag zum sofortigen Gebrauch.
€ 20,00; Best.-Nr. 3783

© Canstockphoto (21855656)
Siehe dazu bei den einzelnen Sonntagen
Gott ist da,
ich brauche mich nicht zu fürchten.
Manchmal habe ich Angst:
vor anderen Menschen, die gemein sind;
vor schlimmen Nachrichten im Internet;
vor Krieg in der Welt
und vor Streit hier ganz nah.
Gott ist da,
ich brauche mich nicht zu fürchten.
Das wünsche ich mir:
Dass ich Gott besuchen kann
wie einen besten Freund.
Dass ich mit Gott spielen kann
wie mit meiner Freundin:
verstecken und Burg bauen
und zocken und noch viel mehr.
Gott und ich als beste Freunde –
und wir haben Spaß ohne Ende:
Das wäre toll!
Gott ist da,
ich brauche mich nicht zu fürchten.
Bleib bei mir, Gott.
Lass mich nicht allein.
Das hast du doch mal versprochen, oder?
Ich will dir das glauben.
Eine Freundin oder einen Freund wie dich
kann ich gut gebrauchen:
Du hältst immer zu mir.
Gott ist da,
ich brauche mich nicht zu fürchten.
Bei dir will ich bleiben.
Dann kann ich auch stark sein.
Dann kann ich auch mutig sein.
Gott ist da,
ich brauche mich nicht zu fürchten.
(Heidrun Viehweg, Projektgruppe Tageszeitengebete des Kirchentages Hannover 2025,
»mutig, stark, beherzt«)
Ich möchte gerne der Idee von Eva Forssman aus dem Plan für den Kindergottesdienst folgen:
Der erste und dritte (letzte) Sonntag dieser Reihe erzählen die Rahmengeschichte des Buches Hiob in der für die Kinderkirche üblichen Weise.
Der zweite Sonntag legt einen Schwerpunkt darauf, dass die Kinder so eigenständig wie möglich Hiobs Klage, seine Fragen und Zweifel erfahren – und auch eine Ahnung des Trostes bekommen, der durch die schwere Zeit helfen kann.
Am besten wäre es, wenn die Kinder frei und in ihrem je eigenen Tempo die Stationen besuchen könnten. Wenn nur ein Kindergottesdienst zu Hiob gefeiert wird, ist die Vorlage für den zweiten Sonntag die entscheidende.

Das Mitmachheft im Kindergottesdienst
Vor dem Hintergrund der biblischen Geschichte von Hiob und seinem Leiden stellt sich eine Geschichte aus heutiger Zeit der Frage: »Warum lässt Gott Leid zu?«
Zur Vertiefung und der Suche nach Antwort/en
sollen nachfolgende Elemente helfen:

Hiob erträgt alles
Hiob fragt: »Warum?« … und seine Freunde?
Hiob nimmt sein Schicksal an
Große im KIGO – Hiob – eine interaktive Geschichte
Zugänge für den VorbereitungskreisSo konnten sich die Menschen ihr Leben erklären: Wem es gut ging, der hatte das auch verdient. Und wer leiden musste, der wurde aus gutem Grund von Gott bestraft.
Zum Text / Zum Thema»Da muss der Teufel seine Hand im Spiel haben«, so eine »einfache« Antwort hilft auf die Schnelle. Immerhin haben wir dann einen Schuldigen, einen Grund für das Leid. Nach kurzer Zeit aber gehen die Fragen weiter: »Wie kann Gott dem Teufel so eine Macht lassen?« Und damit sind wir wieder bei der ersten Frage: »Wieso lässt Gott das zu?« Den Teufel brauchen wir für diese Frage gar nicht.
Die Kinder und der Text / das ThemaEin behutsames Gespräch mit den Kindern, ob sie Hiob verstehen können, bietet sich an. Die Mitarbeitenden dürfen dabei gerne ehrlich bleiben: »So ein Vertrauen trotz solchen Leids – das fiele mir zumindest sehr schwer.«
Liturgische ElementeEr hält die ganze Welt in seiner Hand
(KuS 610, KKL 324);
Halte zu mir guter Gott
(KuS 456, KKL 328, Wwdl 49);
Aus der Tiefe rufe ich zu dir
(KuS 417, KKL 196, MKL2 8, Wwdl 4);
Manchmal ist meine Angst riesengroß
(MKL2 73);
Ich trau auf dich, o Herr
(nur die erste Strophe als Liedruf, s. unten bei den Fürbitten; KG 110)
Lieber Gott,
vielen Menschen auf der Welt geht es schlecht.
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die im Krieg leben.
Lass sie nicht allein.
Liedruf:
(1. Strophe von: Ich trau auf dich, o Herr)
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die kein Geld haben.
Liedruf
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die sich einsam fühlen.
Liedruf
Und wir denken auch an uns selbst:
Wenn wir einsam sind,
wenn wir traurig sind,
wenn alles dunkel ist,
dann lass uns bitte nicht allein!
Kreative Umsetzung der GeschichteDamit die Kinder sich gut in den gesegneten Zustand von Hiob hineinfühlen können, gibt die Geschichte ihnen genügend Raum für ihren Traum vom eigenen Reichtum. Nach der Geschichte wird noch einmal das weiße Tuch als »Beutel der Reichtümer Hiobs« in die Mitte gelegt. Die Kinder erinnern sich gemeinsam, was alles darin ist.
Jüngere Kinder können der Reihe nach die Gefühle Hiobs nach seinem schrecklichen Verlust pantomimisch darstellen.
Ältere Kinder erhalten verschiedene Orffsche Instrumente und suchen nach Geräuschen, die Hiobs Gefühle widerspiegeln: Wut, Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit …
Die Kinder überlegen anschließend:
Dann stellt jemand aus dem Team die weiße Kerze erneut in die Mitte: »Hiob hat in all seiner Traurigkeit weiter fest auf Gott vertraut. Denn Gott hat ihm ja versprochen: ›Ich bin immer bei dir.‹«
Der*die Mitarbeiter*in geht dann mit der Kerze im Kreis herum, bleibt vor jedem Kind stehen und sagt: »Gott hat versprochen: ›Ich bin immer bei dir.‹«
Nun können weiße Kerzen mit bunten Wachsherzen verziert werden, die die Kinder mit nach Hause nehmen können (s. unten).
Mit älteren Kindern wäre ein vorsichtiges Gespräch darüber spannend, ob sie auch so fest auf Gott vertrauen könnten, wie Hiob das tat.
Wichtig dabei ist, dass die Mitarbeitenden wirklich offen fragen und alle Antworten, ohne sie in irgendeiner Form zu werten, stehenlassen.
(Manche Kinder werden vielleicht ohne die Spur eines Zweifels sagen: »Aber klar doch.« Ihre Zuversicht ist wunderbar und darf nicht angezweifelt oder hinterfragt werden.
Manche werden zweifeln, wie wir selbst vielleicht auch. Manche sagen wohl auch: »Ganz sicher nicht.«)
Alles das ist in Ordnung. Mit Leiden gehen alle unterschiedlich um. Erwachsene sind keineswegs »schlauer« als Kinder. Doch egal wie, es bleibt Gottes Versprechen an uns alle ungebrochen.
Stumpenkerze mit Wachsplättchen
Weiße Kerze plus Wachsplättchen in Blau, Grün, Rot und Gold
€ 5,40 (ab 10 Ex. je € 5,20);
Trost- und Mutmachkoffer
Bastelbogen

Viele der Trost- und Mutmachkärtchen können frei beschriftet oder bemalt werden und finden dann im gebastelten Erste-Hilfe-Koffer griffbereit ihren Platz.
€ 1,90 (ab 10 Ex. je € 1,80);
Best.-Nr. 1725
Figurenkegel-Set
In vier verschiedenen Größen

Unerlässlich fürs anschauliche Erzählen. Mit diesem 21-teiligen Set lassen sich sehr viele Geschichten darstellen.
Das Set enthält:
1 x XXL, 16,5 cm (Best.-Nr. 1454)
3 x groß, 10 cm (Best.-Nr. 1208)
12 x mittel, 7 cm (Best.-Nr. 472)
5 x klein, 5 cm (Best.-Nr. 471)
21-teiliges Set € 21,60; Best.-Nr. S1680
Alle Holzkegel auch einzeln (XXL) bzw. im 10er-Set erhältlich (Best.-Nr. in Klammer).
Erzählung für JüngereMaterial: 1 großes schwarzes Tuch, 4 kleine schwarze Chiffon-Tücher, 1 großes weißes Tuch, 12 Holzkegelfiguren, Tierfiguren oder Bilder, Naturmaterialien oder Bilder, dicke weiße Kerze
(Ein großes schwarzes Tuch auf dem Boden ausbreiten)
Vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mann, der hieß Hiob. Er wohnte in einem fernen Land. Und er hatte alles, was er sich wünschte.
(Weißes Tuch über das schwarze Tuch legen. Darauf werden entsprechend der Erzählung die Reichtümer Hiobs ausgebreitet.
Hiob hatte sieben Söhne und vier Töchter (auf ein Viertel des Tuches Kegelfiguren hinstellen/Bild hinlegen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür (brennende Kerze in die Mitte des Tuches stellen).
Er hatte Schafe und Rinder und Kamele und Esel. Eine große Herde (Holzfiguren/Bilder an die Kinder verteilen, die sie auf das zweite Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er war sehr reich. Er hatte viel Land, weite Flächen und hohe Berge. Er konnte gar nicht an einem Tag von einem Ende seines Landes zum anderen Ende kommen (Naturmaterialien/Bilder an die Kinder, die sie auf das dritte Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er hatte viele wunderschöne Kleider und lebte in großen Zelten aus edelstem Stoff. Und viele, viele Menschen waren da, um ihm zu bedienen und für ihn zu arbeiten (Kegelfiguren/Naturmaterialien/Bilder an die Kinder verteilen, die sie auf das letzte Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er hatte wirklich alles, was er sich wünschte.
Er war wirklich sehr glücklich.
Und jeden Tag dankte Hiob Gott aus ganzem Herzen dafür, denn er glaubte fest an Gott.
Aber dann geschah etwas Schreckliches:
Ein Mann kam zu Hiob. Er hatte Tränen in den Augen und sagte: »Hiob, Feinde sind ins Land gekommen und haben alles mitgenommen! Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Kleidern legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam ein anderer Mann. Er war ganz außer Atem und sagte: »Hiob, im Land war ein großes Feuer. Alles ist verbrannt! Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten.«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Längereien legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam ein anderer Mann. Der hatte Schrammen an Beinen und Armen und sagte: »Hiob, auch die Feinde von der anderen Seite haben uns angegriffen und alle Tiere mitgenommen. Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Tieren legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam noch einer Mann. Der weinte sehr. Er nahm Hiob in den Arm und sagte: »Hiob, es gab einen Unfall. Deine Kinder sind alle gestorben«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Kindern legen).
Einmal hatte Hiob alles gehabt, was er sich nur wünschte.
Und dann, an einem Tag, war alles weg!
(Ein*e Mitarbeiter*in nimmt die Kerze weg, ein*e andere*r fasst das weiße Tuch an den vier Ecken und zieht es hoch. Wie in einem Beutel verschwindet der ganze Reichtum und wird weggetragen. Jetzt liegt wieder nur das schwarze Tuch in der Mitte.)
Hiob war still.
Er legte sich auf den Boden.
Er weinte.
Und dann sagte er: »Ich vertraue auf Gott. Das war gestern so. Das ist heute so. Das wird so bleiben.
Ich vertraue auf Gott«
(die Kerze wieder in die Mitte des schwarzen Tuches stellen).
Nylontücher-Set
Transparent

Sechs hauchzarte, luftig-transparente
Tücher aus 100 % Nylon in den Farben gelb, orange, violett, rot, grün, blau.
Größe: 68 x 68 cm
€ 16,20; Best.-Nr. 1128
Schafe-Set
Aus Holz

Das Set enthält fünf Holzschafe in den
Maßen 5 x 3 cm.
5er-Set € 4,90; Best.-Nr. 1559
Erzählung für ÄltereDie Kinder sitzen im Kreis, jedes Kind hat einen Stift. In der Mitte stehen vier Schalen und ausreichend DIN A6-Karten je in den Farben gelb, weiß, hellblau und grau. (Wenn ein Kind nicht schreiben kann, wird ihm/ihr geholfen.)
Ich sage gleich ein paar Satzanfänge, und ich lade dich ein, sie zu Ende zu führen. Ich sage auch, auf welche Karte du schreiben kannst. Eine Regel ist wichtig: Schreibe immer nur einen Gedanken auf eine Karte. Wenn du mehr brauchst, nimm dir ruhig mehrere Karten.
Ein Mensch, der wunschlos glücklich ist, dem gehört …
Überlege einmal: Was gehört diesem Menschen alles? Schreibe es auf die
gelben Karten. Immer nur einen Gedanken pro Karte. Und es ist ganz egal, was die anderen aufschreiben – es geht nur um dich. Und es ist auch ganz egal, ob du richtig schreibst – es geht nur um deine Gedanken. Schreibe auf, was du schreiben möchtest so gut du es kannst.
Ein Mensch, der wunschlos glücklich ist, dem gehört …
(Leise Instrumentalmusik im Hintergrund)
Lege deine Karten bitte hier in diese Schale.
(Kinder legen Karten in die erste Schale.)
Ein Mensch, der viel Liebe spürt, der liebt besonders …
Schreibe bitte auf die weißen Karten. Schreibe nur für dich. Es ist ganz gleich, was die anderen schreiben.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die zweite Schale.)
Ein Mensch, der alles besitzt und viel Liebe um sich hat, der fühlt sich …
Schreibe bitte auf die hellblauen Karten.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die dritte Schale.)
Ein Mensch, der nichts besitzt und alle Liebe verloren hat, der tut Folgendes …
Schreibe bitte auf die grauen Karten.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die vierte Schale; die Musik wird ausgeschaltet;
ein großes, schwarzes Tuch wird neben den Schalen ausgebreitet.)
Vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mann, der hieß Hiob. Er wohnte in einem fernen Land. Und er hatte alles, was er sich wünschte
(großes, weißes Tuch über das schwarze legen):
Er hatte viele Tiere – große Herden.
Er besaß viel Land – so weit das Auge reichte und noch weiter.
Das war in Hiobs Zeit ein sehr großer Reichtum – so wie heute Menschen reich sind, die …
(gelbe Zettel nacheinander vorlesen und auf ein Viertel des Tuches legen; Wiederholungen sind ausdrücklich erwünscht, wie z. B. »Geld«, »viel Geld«, »Geld und Gold«).
Aber Hiob besaß nicht nur viel Land und viele Tiere, er hatte auch eine Frau, sieben Söhne und drei Töchter – eine große Familie. Und er hatte Dienerinnen und Knechte, die für sie arbeiteten. Hiob liebte seine Familie sehr – so sehr wie heute Menschen dies hier lieben …
(weiße Zettel nacheinander vorlesen und auf das zweite Viertel des Tuches legen).
Und weil es Hiob gutging, fühlte er sich auch gut – sehr gut
(hellblaue Zettel nacheinander vorlesen und auf das dritte Viertel des Tuches legen).
Dazu kam, dass Hiob ein Mensch war, der ganz auf Gott vertraute (weiße Kerze in die Mitte stellen). Er betete zu Gott und vergaß nie, Gott zu danken. Und Hiob hielt sich an sein Wort.
Aber dann passierte etwas Schlimmes:
Ein Bote kam zu Hiob gelaufen und sagte: »Die Feinde aus dem Norden sind gekommen – sie haben alle deine Tiere gestohlen!«
Und der Bote hatte kaum ausgeredet, da kam ein weiterer angelaufen und rief: »Ein großes Feuer ist auf deinem Land ausgebrochen und hat alles zerstört!«
Und der Bote hatte noch nicht ausgeredet, da kam ein dritter, der sagte: »Die Feinde aus dem Süden haben uns angegriffen – sie haben deine Knechte getötet!«
Und noch ein vierter Bote kam, weinte sehr und erzählte: »Deine Kinder waren bei einem Fest, als plötzlich die Decke des Hauses einstürzte – sie sind alle tot.«
Hiob fiel auf die Erde und weinte.
So hatte er sich noch nie gefühlt. Er …
(graue Zettel nacheinander vorlesen und auf das letzte Viertel des Tuches legen
Alles war fort. Nichts war Hiob geblieben.
(Ein*e Mitarbeiter*in nimmt die Kerze weg, ein*e andere*r fasst das obere, weiße Tuch an den vier Ecken und zieht es hoch. Der ganze Reichtum verschweindet wie in einem großen Beutel und wird weggetragen. Jetzt liegt wieder nur das schwarze Tuch in der Mitte.)
Hiob war still.
Und dann sagte er: »Ich vertraue auf Gott. Das war gestern so. Das ist heute so. Das wird so bleiben. Ich vertraue auf Gott.«(Die weiße Kerze in die Mitte des schwarzen Tuches stellen.)
Zugänge für den VorbereitungskreisAls einige Jahre später ein geliebter Mensch viel zu früh starb, war es für mich ein Schlag ins Gesicht, als andere mich trösten wollten mit Sätzen wie: »Gott ist allmächtig, der Tod war sein Wille.« Das konnte nicht sein, so viel wusste und glaubte ich sicher.
Zum Text / Zum ThemaDieser Teil ist für die Kinder bewusst nicht vorgesehen. Die ausgewählten Verse bleiben bei den (leider nur gut gemeinten) tröstlichen Worten der Freunde. (Wobei es vielleicht tröstlicher gewesen wäre, wenn sie weiter geschwiegen hätten.)
Die Kinder und der Text / das ThemaKinder empfinden ebenso großen Schmerz wie Erwachsene. Doch zuweilen sind ihre Herzen offener für Trost: für den Zuspruch, nicht allein zu sein; für die Nähe lieber Menschen. Ihre Hoffnung, dass doch alles gut werden kann, ist ungetrübter als bei Erwachsenen. Sie sind in dieser Hinsicht gesegnet und ein Segen.
Liturgische ElementeAus der Tiefe rufe ich zu dir
(KuS 417, KKL 196, MKL2 8, Wwdl 4);
Manchmal ist meine Angst riesengroß
(MKL2 73);
Wie in einer zärtlichen Hand (KG 195, KKL 326);
Herr, erbarme dich (KG 197)
Kreative Umsetzung der GeschichteAn diesem Sonntag wird der sonst übliche Ablauf durchbrochen (s. die Gedanken von Eva Forssman im Plan für den Kindergottesdienst):
&
Erzählung für Ältere & Erzählung für JüngereDer Raum ist gemütlich vorbereitet: Kissen und Decken liegen auf dem Boden. Die Kinder legen sich hin.
Bis alle eine gemütliche Position gefunden haben, in der sie gut zuhören können, läuft Musik. Dann endet sie und die Geschichte beginnt.
Das Adlerküken hatte bis heute ein tolles Leben. Es hatte einfach alles, was es sich wünschte: Das Nest, sein Zuhause, war in den wunderschönen Bergen. Der Himmel war klar. Die Luft herrlich frisch. Wenn der kleine Adler Hunger hatte, kam sofort der Vater und brachte Futter. Wenn der kleine Adler fror, kuschelte er sich an die Eltern oder Geschwister. Er war nie allein, es fehlte ihm an nichts. Er war glücklich, er hatte alles.
Und dann kam ein Tag, den er gar nicht verstand.
Zuerst zupfte der Vater die weichen Federn und das Moos aus dem Nest – es war nicht mehr gemütlich.
Dann rupfte die Mutter kleine Zweige aus dem Nest – es war nicht mehr sicher.
Der kleine Adler bekam Angst. Doch er hatte ja Vater und Mutter in der Nähe. Und er war sicher: »Wenn die beiden da sind, kann mir nichts geschehen.«
Und da bekam er einen Stups. Und dann noch einen kräftigeren Stoß. Und dann wurde er richtig gestoßen. Voller Schrecken sah er, dass er immer näher an Rand des Nestes gedrückt wurde. Er fing an zu piepsen, versuchte sich zu wehren, aber es half nichts: Er fiel aus dem Nest und stürzte in die Tiefe.
Verzweifelt schlug der kleine Adler mit seinen kleinen Flügeln. Das hatte er noch nie versucht – und es ging auch nicht gut. Er fiel immer weiter. Und schließlich gab er auf: »Gleich falle ich auf die Felsen, dann ist es vorbei«, dachte er. Und er fragte sich: »Was ist denn nur passiert? Wieso ist mein schönes Nest nicht mehr da? Wo sind meine Geschwister? Und warum sind meine Eltern nicht mehr da? Warum nur geschieht das denn alles?«
Der kleine Adler kniff seine Äuglein zu. Er wollte nicht sehen, wie er auf die Felsen zuraste …
Und dann – plötzlich – ein Ruck!
Aber es tat nichts weh. Das Fallen war vorbei und er lebte! Ein frischer Wind wehte durch seine Gefieder und der kleine Adler merkte, dass er aufwärts getragen wurde.
Vorsichtig machte er die Augen wieder auf. Er blinzelte in die Sonne und erkannte das Gefieder seiner Mutter. Sie hielt ihn in ihren Krallen. Sie hatte ihn aufgefangen. Jetzt trug sie ihn zurück zum Nest.
Der kleine Adler war tief gefallen.
Er hatte schreckliche Angst gehabt.
Doch seine Mutter hatte ihn aufgefangen.
Er war sicher.
Der kleine Adler atmete ganz tief ein und ganz tief wieder aus. Er war sicher.
(Die Musik wird wieder einige Zeit eingeschaltet. Die Kinder setzen sich wieder auf und in einen Kreis. Ein*e Mitarbeiter*in gibt eine kleine Vogelfigur dem Kind neben sich. Vorsichtig geben die Kinder das Vögelchen von Hand zu Hand weiter. Bei jedem Kind sagt der/die Mitarbeiter*in:
»Gott hält dich fest.
Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.«
Die Kinder liegen auf weichen Decken. Leise Musik spielt im Hintergrund. Der*die die Station begleitende Mitarbeiter*in leitet die Atemübung in ruhigem Ton an:
Lege eine Hand langsam auf den Bauch
und die andere sanft auf deine Brust.
Atme ruhig.
Spüre, wie sich die Hände heben und senken.
Atme – und spüre.
(Pause)
Jetzt atme zuerst in Richtung der Brust.
Spüre, wie deine Hand sich hebt.
Und dann atme in Richtung Bauch.
Spüre, wie deine Hand sich hebt.
Ganz langsam geht die Luft wieder hinaus: Erst aus dem Bauch, dann aus der Brust.
Mach es noch einmal:
Atme ruhig Richtung Brust,
dann Richtung Bauch
und ruhig wieder raus aus dem Bauch
und aus der Brust.
Und noch einmal.
Lass dir Zeit und spüre genau.
(Pause)
Lege die Hände ruhig neben deinen Körper.
Schließe die Augen, wenn du magst.
Höre, was Gott dir verspricht:
Ich bin bei dir.
Bei jedem Atemzug.
Wenn du einatmest, bin ich da.
Wenn du ausatmest, bin ich da.
Du bist nie allein.
Atme ganz tief ein und wieder aus.
Du bist sicher.
Kratzbilder (für jüngere Kinder)
In das Schwarz können sie Bilder ritzen von Menschen und Dinge, die sie trösten. Auch Herzen und Sterne passen gut zu dem Gedanken: »Du bist nicht allein, wenn du traurig bist.«
Wachstränen (für ältere Kinder)
Die Kinder bekommen eine weiße Kerze und ein mit Wasser gefülltes Glas.
Einleitung: Gott hat uns versprochen: »Wenn du weinst, dann sehe ich das.« Keine unserer Tränen bleibt ihm verborgen. Er sieht sie alle. Er fängt sie auf, tröstet uns – und verwandelt einmal unsere Trauer wieder in Freude.
Die die Station betreuende Person lässt Wachs-
tropfen ins Wasser fallen. Dabei sagt sie: »Gott sieht unsere Tränen, er fängt sie auf.« Dann nimmt sie den nun erkalteten Wachstropfen aus dem Wasser, hebt ihn hoch und wiederholt: »Gott will uns trösten und einmal unsere Trauer wieder in Freude verwandeln.«
Dann tropfen die Kinder vorsichtig mit ihrer Kerze die Wasseroberfläche voll. Dann fischen sie die Tropfen heraus. Die begleitende Person (und evtl. weitere Mitarbeitende) durchbohren sie mit Nadel und Faden. So entsteht ein schöner Fensterschmuck für zu Hause.
Wenn die Gruppe fertig ist, wiederholt die Person: »Gott hat uns versprochen: »Wenn du weinst, dann sehe ich das.« Keine unserer Tränen bleibt ihm verborgen. Er sieht sie alle. Er fängt sie auf, tröstet uns – und verwandelt einmal unsere Trauer wieder in Freude.
Klagen
Es liegen schwarze Karten, weißschreibende Stifte und Steine neben einem Tuch mit einer weißen Kerze. Ein*e Mitarbeiter*in erzählt:
Hiob war ein freundlicher Mann. Er lebte vor langer, langer Zeit.
Damals hatte er alles, was er sich wünschen konnte: viel Land, viele Tiere, eine große Familie.
Und alles wurde ihm genommen:
Die Tiere wurden gestohlen.
Das Land wurde vom Feuer verwüstet.
Seine Kinder starben bei einem schlimmen Unfall.
Er vertraute auf Gott.
Er glaubte, dass Gott ihm hilft.
Und dann wurde Hiob selbst schlimm krank.
Er hatte schreckliche Schmerzen.
Er weinte.
Seine Freunde kamen und wollten ihn trösten. Aber das ging nicht. Es half nicht.
Hiob war untröstlich.
Er klagte seinen Freunden sein Leid.
Er klagte Gott sein Leid.
Was er wohl gesagt hat?
(Die Ideen der Kinder auf die schwarzen Karten schreiben und um die Kerze legen.)
Ich hoffe so sehr, dass du nie so leiden musst wie Hiob. Aber ich weiß, dass auch Kinder oft sehr traurig sind. Was macht dich traurig?
(Für jeden Beitrag der Kinder einen Stein zur Kerze legen. Auch die Erwachsenen können hier von ihrer Klage berichten.)
Auch wenn es dunkel ist und wir keinen Trost finden: Gott bleibt da.
Er verspricht uns: »Ich höre dich.
Ich höre dich, wenn …«
(Die Kinder nennen ihre Klagen. Der*die Betreuerin wiederholt jede Klage und stellt dabei neben einen Stein ein Teelicht, bis alle Steine »leuchten«.)
Das Bild »In Gottes Händen« von Sieger Köder wird an die Wand projiziert/als DIN-A3-Poster aufgehängt oder als Postkarte für jedes Kind vorhanden. (Im Internet unter den Stichworten »Sieger Köder In Gottes Händen« leicht zu finden.)
Sieh dir das Bild an. Was siehst du?
Welche Farben?
Wessen Gesicht mag das sein?
Wessen Hände?
(Die Kinder haben genügend Zeit zum Nachdenken und Antworten Sammeln. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jede Antwort der Kinder wird wertschätzend aufgenommen und wiederholt.)
Was fühlt der Mensch?
Was denkt er?
Was hat er heute wohl erlebt?
(Genügend Raum für Antworten geben, s. oben)
Was denkt ihr: Hat der Mensch auch schon Schweres erlebt? War er schon einmal ganz verzweifelt? Wieso denkst du das?
(Genügend Raum für Antworten geben, s. oben)
Gott verspricht: »Ich halte dich. Du musst keine Angst haben. Ich tröste dich. Du bist nie allein.«
Mit Kinder über Abschied, Verlust und Tod sprechen
44 Impulskarten zur Trauerbegleitung
Wie sehen tote Menschen aus? Was passiert auf einer Beerdigung? Darf ein Sarg bunt sein? – Kinder stellen Fragen, das Kartenset unterstützt beim Finden von Antworten.
44 stabile Karten mit Fotos, beidseitig bedruckt, mit Begleitheft.
Für 4–10 Jährige
€ 16,00; Best.-Nr. 3759
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum ThemaDas ist Gottes Antwort an Hiob.
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeGottes Liebe ist so wunderbar
(KuS 484, KKL 329, KG 146);
Gott hält die ganze Welt in seiner Hand
(KuS 610, KKL 324, KG 143);
Halte zu mir, guter Gott
(KuS 456, KKL 328, KG 8, Wwdl 49);
Gib uns Ohren, die hören (MKL2 38);
Hallelu-, Halleluja (KuS 226, KKL 188, KG 193);
Segne, Vater, tausend Sterne
(KuS 182, KKL 281, KG 142)
Gott, lass mich sehen, wie gut du es mit mir und der ganzen Welt meinst.
Gott, lass mich hören, wie Tiere singen, wie Menschen sich freuen, wie Wind und Wasser rauschen.
Gott, lass mich fühlen, wie wunderbar kühl die Nacht ist und wie sanft die Strahlen der Sonne.
Gott, lass mich schmecken, wie herrlich die Früchte sind, die du uns schenkst.
Gott, lass mich nicht vergessen,
wie wunderbar du für uns sorgst. Amen.
Gott (beide Arme nach oben strecken)
hat mich lieb (ein Herz vor der Brust formen).
Gott (beide Arme nach oben strecken)
gibt mir mein Leben (aufrecht hinstellen),
Gott (beide Arme nach oben strecken)
begleitet mich (den Kindern an der Seite die Hand geben),
Gott (beide Arme nach oben strecken)
segnet mich (Hände falten).
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Kinder legen oder setzen sich gemütlich hin und schließen die Augen. Jemand aus dem Team lässt leise Naturgeräusche laufen (im Internet unter beispielsweise diesen Stichworten zu finden: »Entspannung Naturgeräusche – Vogelstimmen im Wald«) und sagt: »Stell dir vor, du bist draußen. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, du bist an einem richtig schönen Ort. Schau dich dort um. Was siehst du? Was hörst du? Welche Tiere sind da? Welche Pflanzen? Schau dich in Gedanken in Ruhe um. (Pause) Und nun beobachte das Tier oder die Pflanze oder vielleicht den Wind in den Bäumen, das Wasser im Fluss ganz genau: Schau dort hin, wo es dir am besten gefällt und stell dir ganz genau vor, wie das Tier oder die Pflanze aussieht. Stell sie dir ganz genau vor.« (Pause)
Je nach Alter der Kinder und ihrer Vorerfahrung mit Stilleübungen wird nach 30 Sekunden bis zwei Minuten die Musik langsam leiser gedreht und dann ausgemacht.
Die Kinder werden eingeladen, das, was sie sich vorgestellt haben (Tier, Pflanze, Wasser …) für die anderen darzustellen.
Dafür können sie wählen zwischen:
Nach ca. 20 Minuten beginnt ein Gang durch die Ausstellung, in der jedes Kunstwerk angeschaut wird und ausschließlich wertschätzende Rückmeldungen gegeben werden. Der*die Mitarbeiter*in schließt jede staunende Beobachtung ab mit:
»So viel Mühe hast du dir gegeben. Gott gibt sich mit uns ebenso viel Mühe.« Oder
»So sorgfältig hast du geformt/so bunt hast du gemalt/so großartig ist deine Skulptur. Gott ist ebenso sorgfältig/bunt/großartig.«
Erzählung für JüngereHiob war sehr traurig.
Alles war weg. Keine Freunde mehr da, kein Geld mehr da, keine Familie mehr da.
Er wollte nichts mehr sehen (Augen zuhalten, Kindern einladen, das nachzumachen). Er wollte nichts mehr hören (Ohren zuhalten). Er wollte nichts mehr essen oder trinken (Mund zuhalten). Er wollte nur noch allein sein (auf den Boden setzen, Beine anziehen, Kopf auf die Beine legen).
Wie fühlt sich das an?
(Antworten der Kinder aufnehmen)
Hiob tat alles weh: der Rücken, der Po, die Knie. Der Kopf tat weh, und er konnte gar nicht richtig atmen. Es rauschte in seinen Ohren. Und er fühlte sich sehr einsam und allein.
Hiob dachte: »Ich bin meinen Freunden egal. Ich bin allen egal. Und ich bin Gott egal. Niemand kümmert sich um mich. Ich werde für immer einsam und traurig sein. Am liebsten wäre ich gar nicht auf der Welt.«
Das ist sehr schlimm, wenn jemand so fühlt. Warum denkt Hiob das wohl?
(Antworten der Kinder aufnehmen)
Hiob denkt: »Das ist gemein! Ich bin so allein. Ich will, dass das aufhört. Es soll mir jemand helfen. Gott soll mir helfen!«
Ganz lange hat Hiob so gesessen.
Und manchmal hat er auch geweint.
»Ich bin ganz allein«, hat Hiob gedacht.
Aber das war er nicht. Gott war da. Er war da, auch wenn Hiob das gar nicht glauben konnte. Gott war da, auch wenn Hiob das gar nicht spüren konnte. Gott war da, auch wenn Hiob das gar nicht wusste.
Und dann sagte Gott zu Hiob:
»Sei nicht traurig. Schau dich lieber mal um.«
Hiob hob den Kopf und sah einen großen Adler. Der schwebte am Himmel (Arme wie ein Vogel ausbreiten). Der Adler flog weit oben, in der frischen und klaren Luft. Und Hiob atmete ganz tief ein (tief einatmen) und wieder aus (ausatmen). »Wie schön er ist«, sagte Hiob. »So groß und frei.« – »So bin ich auch«, sagte Gott.
Hiob schaute in die Ferne und sah eine Kuh mit ihrem Kälbchen. Das Kälbchen trank Milch. »Ich habe auch Durst«, sagte Hiob und spürte seinen trockenen Mund. »Und ich habe Hunger.« Gott sagte: »Ich sorge für dich. Du bekommst alles, was du zum Leben brauchst« (alle bekommen ein Glas Wasser und eine Kleinigkeit zu essen; wenn sie mögen, können die Kinder essen und trinken).
Es war noch sehr früh am Morgen und Hiob merkte, wie ihm kalt wurde. Er schlang die Arme um sich (Arme um den Oberkörper legen). Da kam die Sonne hinter dem Berg hervor. Hiob spürte, wie ihre Strahlen sein Gesicht streichelten und ihn wärmten. »Ich bin so groß und weit wie die Sonne«, sagte Gott. »Und ich bin dir so nah wie die Wärme auf deiner Haut«
(Die Handflächen aneinanderreiben, bis sie warm werden).
»Ich habe dich lieb, Hiob«, sagte Gott. »Ich bin bei dir. Und ich werde immer und ewig bei dir bleiben.«
Da stand Hiob auf. Er streckte sich, atmete tief ein und aus und hob seine Hände in den Himmel (alles mitmachen).
»Ich habe dich lieb, Hiob«, sagte Gott noch einmal. »Glaubst du mir?«
Und Hiob sagte: »Ja.«
(Alle setzen sich wieder hin.)
Hiob musste nie wieder so traurig sein.
Er bekam viele Freunde. Er wurde sehr reich. Und er hatte viele Kinder.
Erzählung für ÄltereWieder eine Nacht voller Tränen: Hiob reibt sich die Augen. Alles tut ihm weh.
Er ist allein in seinem Zelt, alle sind fort. Seine Frau ist nicht da, seine Freunde auch nicht. Aber das ist Hiob gerade recht: Er will niemanden sehen.
Wieder denkt er an all das, was er einmal besaß. Er denkt an die großen Viehherden, die ihm gehörten. Er denkt an seinen Reichtum. Er denkt an seine Kinder. Nichts ist mehr da. Alles ist fort.
Hiob setzt sich aufrecht hin. »Gott ist gemein«, sagt er laut in die Dunkelheit. Es ist kein Mensch da, um das zu hören. Aber Hiob will, dass Gott ihn hört. Darum sagt er es nochmal. Ganz laut und ganz direkt zu Gott: »Du bist gemein! Du bist nicht die Liebe. Du bist nicht gerecht. Ich habe nie etwas Böses getan – und doch habe ich alles verloren. Ich bin allein, ich habe Schmerzen, ich bin am Boden. Und das alles ist dir egal! Ich bin dir egal!« Immer lauter ruft Hiob in die Dunkelheit. Er weint. Er schreit. Er schimpft mit Gott.
Hiob klagt so lange, bis er müde auf den Boden sinkt. »Es bringt nichts«, flüstert er, »es bringt alles nichts. Nichts hat einen Sinn. Gar nichts.«
Da spürt Hiob, wie der Ostwind den Eingang des Zeltes auseinander weht. Und durch den Spalt sieht er, wie draußen die Sonne aufgeht. Langsam steht Hiob auf und geht vor das Zelt.
»Es stimmt nicht«, hört er eine Stimme. Hiob sieht keinen Menschen, aber er hört diese Stimme. Ganz deutlich hört er sie. Noch einmal sagt sie: »Es stimmt nicht. Du bist mir nicht egal.«
Hiob schaut sich um. Dann lässt er sich ganz auf die Stimme ein, denn es ist Gott, der mit ihm spricht.
»Siehst du den Adler? Hörst du ihn?«, fragt Gott. Hiob schaut in den noch dämmrigen Himmel. Da oben fliegt ein Adler. Er stößt leise Schreie aus. Er ist auf der Jagd, er sucht nach Futter für seine Jungen. Seine Gefieder fängt schon die ersten Sonnenstrahlen auf. Groß wie ein König der Lüfte fliegt er dahin. Stark, unerreichbar und wunderschön.
»Stark, unerreichbar und wunderschön. So bin ich«, sagt Gott.
»Schau dort hinten, auf der Weide«, sagt Gott. Hiob schaut in die Ferne. Da sieht er eine Kuh mit ihrem Kälbchen. Die Kuh zupft Gras, das Kälbchen trinkt bei der Mutter. Die Mutter gibt ihrem Kind alles, was es braucht. Sie bleibt bei ihm, schützt es, wärmt es und zeigt ihm den Weg
»Ich gebe dir alles, was du brauchst«, sagt Gott. »Ich bin bei dir, ich schütze dich und zeige dir den Weg.«
Plötzlich rennt ein großer Straußenvogel in einiger Entfernung an Hiob vorbei. Hiob wundert sich: »So schnell kann dieser Vogel laufen! Das kann kein Mensch. Das ist unerreichbar!«
»Unerreichbar, so bin ich«, sagt Gott. »Du kannst mich nicht festhalten und du kannst mich nicht verstehen.
Ich bin Gott, kein Mensch wie du.«
Hiob beobachtet die Tiere.
Langsam wird ihm kalt.
Da kommt die Sonne ganz hinter dem Berg hervor. Hiob spürt ihre Wärme auf seinem Gesicht und freut sich.
»Ich bin dir ganz nah«, sagt Gott. »So nah wie die Wärme auf deiner Haut. Und ich bin auch unerreichbar groß und weit wie die Sonne. Du kannst nicht alles von mir verstehen. Aber du kannst mir glauben. Du bist mir nicht egal, und ich liebe dich. Glaubst du mir?«, fragt Gott
Hiob steht da. Er staunt: Die Welt ist so groß, so schön, so wundervoll. Und er ist Teil von ihr. Da stottert Hiob leise: »Ja, ich glaube dir.«
Das ist der Moment, in dem Hiob wieder die Liebe Gottes spürt, weil er an sie glaubt.
Hiob lebt noch viele Jahre. Er hat wieder viele Tiere, mehr als zuvor. Er ist wieder sehr reich, reicher als zuvor. Und hat wieder Söhne und Töchter. Hiob ist wieder glücklich. Als er stirbt, ist er sicher und geborgen bei Gott.

Korn, das in die Erde (EG 98, KuS 94, KKL 91);
Holz auf Jesu Schulter (EG 97, KuS 98);
Das Weizenkorn muss sterben
(KuS 282, HuT 182, EG WUE 585);
Kleines Senfkorn Hoffnung (KuS 354, MKL1 90);
Du verwandelst meine Trauer (KuS 411, KKL 337, HuT 113, EGplus 106, MKL1 9);
Wo sind die Toten? (KuS 641, KG 83, HuT 205)
Wir sind zusammen und feiern Gottesdienst.
Im Namen Gottes des Vaters.
Er schenkt uns das Leben.
Im Namen Jesu.
Er hat den Tod besiegt.
Im Namen des Heiligen Geistes.
Er tröstet uns und schenkt uns Freude und Gemeinschaft. Amen.
KuS 663
Gott,
du schenkst mir das Leben.
Dafür danke ich dir.
Aber manchmal habe ich Angst vor dem Tod.
Manchmal bin ich traurig
und weiß nicht weiter.
Ich bitte dich:
Wenn ich nicht weiterweiß:
Lass Hoffnung in mir wachsen.
Wenn ich traurig bin:
Lass Freude in mir wachsen.
Wenn ich Angst vor dem Tod habe:
Lass Mut in mir wachsen. Amen.
Material: Große, brennende Kerze, viele Teelichter
Manchmal vermisse ich Menschen oder Tiere, die ich liebhabe und die schon gestorben sind. Dann bin ich traurig. Dann weine ich. Aber ich weiß:
Du, Gott, hast den Tod besiegt.
Bei dir, Gott, sind die Verstorbenen geborgen.
Bei dir, Gott, haben sie neues Leben.
Als Zeichen dafür zünden wir Kerzen an. Wer mag, sagt den Namen des Menschen (oder Tieres), für die die Kerze angezündet wird.
(Den Kindern ausreichend Zeit lassen.)
Wir zünden noch eine Kerze an für alle Verstorbenen, die wir jetzt nicht genannt haben.
(Stille)
Gott, du lässt uns nicht allein.
Du bist immer für uns da.
Ob wir leben oder sterben.
Wir gehören zu dir!
Amen.
Guter Gott,
du schenkst uns ein Leben nach dem Tod.
Dafür danken wir.
Wir bitten dich:
Sei bei allen Menschen, die einsam sind.
Ermutige sie.
Sei bei allen Menschen, die traurig sind.
Tröste sie.
Sei bei allen Menschen, die Angst um ihr Leben haben.
Stärke sie.
Sei bei allen Menschen, die gestorben sind.
Pass auf sie auf. Amen.
Um die Kerzen aus dem Totengedenken einen großen Kreis bilden und sich an den Händen halten.
Gott stärke uns und schenke uns Leben
– jeden Tag neu.
Gott begleite uns und beschütze uns vor allem Bösen
– an jedem Tag.
Gott tröste uns und mache uns Mut
– immer und überall.
(Nun gibt die Person, die den Segen gesprochen hat, diesen weiter, indem sie die Hand der Nebenperson sanft drückt. Das geht reihum so weiter, bis er wieder bei der Person, die den Segen gesprochen hat, ankommt. Sie beschließt mit:)
Amen.
Vorbereitungn und Material: Einige Tage zuvor Weizenkörner in Erde einsäen, so dass bereits grüne Halme sprießen;
schwarzes, grünes, gelbes Tuch, Handvoll Weizenkörner, (getrocknete) Weizenähren oder Bild davon, vorbereitete Schale
Auf den Altar oder in die Kreismitte werden nebeneinander das schwarze, grüne und gelbe Tuch gelegt. Auf dem schwarzen Tuch liegen die Weizenkörner, auf dem grünen steht die Schale mit den grünen Halmen, auf dem gelben liegen die reifen Ähren bzw. das Bild davon.
Wo sind die Toten?
Kleine im KIGO – Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen
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