Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum ThemaFür Josef wiegt seine Liebe zu Benjamin schwerer als seine Verletzungen und Enttäuschungen. Hinzu kommt, dass Josef in seinem Glauben einen Sinn für die Vergangenheit gefunden hat: Gott hat den Weg geführt – und er macht auch Versöhnung möglich.
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeWie ein Fest nach langer Trauer
(KuS 542, EGplus 135, HuT 300);
Geht einer auf den andern zu (KKH 42);
Hab keine Angst (LHE 359)
Gott, manche Kinder machen es mir schwer:
Sie sind gemein.
Manche Erwachsenen machen es mir schwer:
Sie sind ungerecht.
Es gibt Menschen, die mag ich einfach nicht.
Hilf mir, dass ich nicht auch
gemein und ungerecht bin.
Hilf mir, dass ich Hilfe finde.
Hilf mir, dass ich Entschuldigungen
annehmen kann, wenn es geht.
Darum bitte ich dich. Amen.
(Immer zwei Kinder stellen sich zusammen.)
Mitarbeiter*in: Leg dem anderen Kind sanft die Hände auf den Kopf.
Gott schenke dir gute Gedanken des Friedens und der Versöhnung.
Leg die Hände auf die Schultern.
Gott sei dir nah, so dass du ihn spüren und ihm vertrauen kannst.
Leg die Hände auf beide Seiten der Oberarme.
Gott mache dich stark, voller Vertrauen und Hoffnung.
(Rollen tauschen und für das zweite Kind wiederholen)
Kreative Umsetzung der GeschichteEin blaues Tuch wird ausgebreitet. Die Kinder assoziieren frei, was ihnen dazu einfällt. Ein Teammitglied verbindet die Ideen mit dem Thema Versöhnung/Vergebung. Zum Beispiel:
Das Teammitglied schließt: »Blau ist in der Kirche auch oft die Farbe des Vertrauens und des Glaubens. Josef vertraut fest darauf, dass Gott für ein gutes Ende sorgen wird. Ob die Brüder das auch schon glauben können?«
Nun wird ein grünes Tuch neben das blaue gelegt. Die Kinder assoziieren wieder frei und ein Teammitglied schlägt den Bogen. Zum Beispiel:
Das Teammitglied schließt: »Grün, so sagen viele, ist auch die Farbe der Hoffnung. Nach dem ganzen Streit hoffen alle auf Versöhnung. Hoffentlich wird die Hoffnung nicht enttäuscht.
Die Farben Blau und Grün einweben. (Siehe hierzu Heft 2-2026)
Erzählung für JüngereBild 1
(= Bild vom vergangenen Sonntag)

Erinnert ihr euch? Was war in Ägypten passiert? (Ggf. ergänzen)
Bild 2

Josef war immer noch Berater in Ägypten. Simeon war immer noch im Gefängnis (schwarzes Tuch mit Simeon neben Josef). Und bei den Brüdern zu Hause war immer noch Hunger.
Jakob sagt zu seinen Söhnen: »Geht noch einmal nach Ägypten und kauft Korn für uns.« Da sagt einer der Brüder: »Nur, wenn Benjamin diesmal mit uns geht« (ersten Kegel an Tuchrand stellen). Aber Jakob antwortet: »Nein.«
Da sagt ein anderer Bruder: »Aber es muss sein« (zweiten Kegel an den Rand stellen). Jakob will nicht. Der dritte sagt: »Ohne Benjamin geht es nicht« (dritter Kegel). Der vierte: »Das will der feine Herr in Ägypten so« (vierter Kegel). »Genau. Ohne Benjamin dürfen wir nicht wiederkommen!« (fünfter Kegel). Der Vater weint: »Ich habe Josef verloren und Simeon – ich will nicht auch noch Benjamin verlieren!« Der sechste Bruder sagt: »Wir werden gut auf ihn aufpassen« (sechster Kegel). »Wir werden Benjamin wieder mit nach Hause bringen« (siebter Kegel). »Ja, wir kommen mit Korn und allen Brüdern zurück« (achter Kegel). »Bitte gib uns Benjamin mit« (neunter Kegel).
»Gut«, sagt Jakob endlich, »versprecht mir, dass ihr gut auf Benjamin achtet!«
Die Brüder versprechen: »Wir werden sehr auf ihn aufpassen.« (Eine kleine Kegelfigur vorsichtig im Kreis herumgeben. Jedes Kind kann sagen: »Wir passen sehr gut auf.« Anschließend diesen Kegel an Tuchrand stellen.)
So ziehen die Brüder los.
Bild 3

In Ägypten wollen sie Korn kaufen. Doch kaum sind sie angekommen, da bringen Soldaten sie in das Haus von Josef.
Die Brüder haben Angst! »Warum sind wir hier im Haus des feinen Herrn?«, fragt einer (einen Kegel auf graues Dreieck legen). »Ob er auf uns ärgerlich ist?« (zweiter Kegel auf graues Dreieck). »Will er uns vielleicht auch ins Gefängnis werfen?« (dritter Kegel). »Wird er uns zu seinen Dienern machen?« (vierter Kegel). »Und wo ist Simeon?« (fünfter Kegel).
Die Brüder haben große Angst. Was könnten sie noch denken? (Kinder antworten lassen und die weiteren Kegel stellen.)
Bild 4

Josef sieht seine Brüder wieder. Auch Benjamin. Da weint Josef. Er hat sie alle so sehr vermisst! Er ruft: »Ihr Brüder! Ich bin es!« (Chiffontuch von Joseffigur nehmen) »Erkennt ihr mich denn nicht? Ich bin Josef, euer Bruder!«
Da rennt Benjamin zu Josef (kleine Kegelfigur zu Josef stellen).
Beide weinen vor Freude (Muggelsteine in Herzform um die beiden legen).
Und die Brüder? Sie wissen nicht, was sie sagen sollen. Was denkt ihr, was sie wohl fühlen? (Kinder antworten lassen)
Bild 5

Josef sagt: »Kommt zu mir« (Brüder-
kegel kreisförmig um Josef und Benjamin stellen). Auch Simeon soll kommen (Simeonkegel von schwarzem Tuch in Kreis stellen, schwarzes Tuch entfernen). Wir gehören zuammen. Ich vergebe euch (blaues Tuch um alle Kegel legen). Und ich verspreche euch: Es wird alles gut, weil Gott es so will« (grüne Dreiecke legen).
(Fotos: Heidrun Viehweg)
Erzählung für Ältere»Nein, Benjamin, du darfst nicht gehen!« Johanna hat Tränen in den Augen. »Hast du denn vergessen, wie hart dieser feine Herr aus Ägypten war? Simeon ist schon bei ihm im Gefängnis. Und nun will er dich auch noch haben. Du darfst da nicht hin!« Benjamin schnürt sein Kleiderbündel zusammen und nimmt seine Schwester in die Arme. »Unsere Brüder werden auf mich aufpassen. Ich komme zurück. Wir alle kommen zurück. Mit Simeon. Und mit Korn. Versprochen!« – »Wie kannst du dir da nur so sicher sein?« – »Weil Gott mit uns geht. Er wird uns beschützen.« Benjamin küsst sie auf die Wange, dann geht er nach draußen.
Vor dem Zelt haben sich der Vater und die Brüder versammelt. Jakob segnet seine Söhne und dann sie ziehen sie in einer großen Karawane davon. Sie haben Geschenk für den feinen Herrn in Ägypten dabei. Und viel Geld.
Nach vielen Tagen kommen sie endlich in Ägypten an. Und dann erreichen sie auch die Stadt, in der der feiner Herr wohnt. Sie ist wunderschön! Benjamin schaut sich staunend um. Fast vergisst er, warum sie hier sind. Alles ist hier groß und so sauber. Hier scheint niemand Hunger zu haben oder Durst. Dieser feine Herr, von dem die Brüder erzählt haben, muss ein guter Verwalter sein.
»Da sind die riesigen Kornkammern«, sagt Ruben und steigt von seinem Esel. »Wartet hier.« Ruben verschwindet im Haus daneben. Wenig später kommt er zitternd wieder heraus. Er wird von einem Trupp Soldaten begleitet. »Folgt uns!«, sagen die Soldaten. Nicht nur Benjamin hat Angst. Was ist geschehen?
Die Soldaten bringen die Brüder zu einem großen, schönen Haus. Dort führen sie sie in einen großen Saal. »Wartet hier«, sagen sie, »der Herr wird bald kommen.«
Als die Soldaten weg sind, reden alle durcheinander: »Was passiert hier?« – »Kommen wir jetzt alle ins Gefängnis?« – »Werden wir Sklaven des feinen Herrn?« – »Warum wurden wir eigentlich hierher gebracht?« Keiner weiß, was los ist, und alle haben Angst.
(Zu den Kindern) Wisst ihr denn, was los ist? Wir wissen ja, dass dieser feine Herr, vor dem die Brüder solche Angst haben, dass das Josef ist. Was meint ihr: Was hat Josef vor? Warum hat er die Brüder in sein Haus bringen lassen? (Kinder antworten)
Da geht die Tür geht auf, und Josef kommt herein. Immer noch so gekleidet, dass die Brüder ihn nicht erkennen. Jetzt wird es spannend. Was wird geschehen?
»Herr«, stammelt Ruben, »wir bringen euch Geschenke von unserem Vater.« – »Lebt er noch?«, fragt der feine Herr. »Ja«, antwortet Ruben stotternd, »er lebt. Und er schickt euch Geschenke und Geld. Letztes Mal muss es wohl ein Versehen gegeben haben, denn als wir zu Hause ankamen, haben wir das ganze Geld, das wir für das Korn bezahlt haben, in unseren Kornsäcken gefunden. Das war aber nicht unsere Schuld! Wirklich nicht, Herr. Wir …« – »Und das hier«, unterbricht ihn der feine Herr und deutet auf Benjamin, »ist wohl euer jüngster Bruder.« Benjamin sieht, wie der Herr auf ihn zukommt, ihm eine Hand auf die Schulter legt und ihn anschaut.
Benjamin braucht einen Augenblick, um dessen Blick zu erwidern, denn auch er hat Angst. Doch Benjamin ist sich nicht sicher, ob er richtig sieht. Weint der feine Herr etwa? Benjamin versteht gar nichts mehr.
Endlich sagt Ruben: »Ja, Herr, das ist unser Bruder Benjamin.« Da geht der feine Herr eilig und ohne ein Wort zu sagen hinaus.
»Was bedeutet das alles«, fragt Benjamin und schaut seine Brüder an. »Warum hat er mich so angeschaut? Und warum ist er dann verschwunden? Und was ist mit Simeon?« – »Das wird nicht gut ausgehen«, murmelt Ruben. Doch alle haben es gehört. Und Benjamin hat Angst. Große Angst.
Plötzlich wird die Tür aufgerissen. Benjamin ist sich sicher: Jetzt stürmen Soldaten herein und nehmen sie mit.
Doch es ist der feine Herr. Er stürzt auf Benjamin zu, schließt ihn in die Arme und weint herzzerreißend. Schließlich sagt er: »Ich bin es! Ich bin Josef, euer Bruder!«
Josef? Benjamin kann es nicht glauben. Die Kleidung ist so ganz anders als bei ihnen zu Hause. Das Gesicht schon alt.Benjamin kann sich nicht mehr wirklich an seinen Bruder Josef erinnern … aber etwas sagt ihm, dass dieser Mann die Wahrheit sagt. Auch Benjamin weint. Josef lebt. Gott sei Dank!
»Brüder, ich bin es wirklich«, wendet sich Josef nun auch wieder an die anderen. »Ich bin so froh, euch wiederzusehen! Kommt, ich will jeden einzelnen von euch umarmen. Und ich will, dass ihr unseren Vater hierher nach Ägypten holt. Und alle anderen auch! Bringt die ganze große Familie her. Ach, ich bin so glücklich!«
Benjamin und Josef weinen vor Glück. Und die Brüder? Sie wissen nicht, was sie fühlen sollen. Denn sie wissen noch genau, was sie damals mit Josef gemacht haben.
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das ThemaWenn die Kinder sich an der Versöhnung freuen, sollten sich alle Erwachsenen mitfreuen. Wenn die Kinder zweifeln, ob das wirklich »so schnell« gehen kann (denn für sie sind ja nicht mehrere Jahre vergangen, sondern nur weniger Wochen) sollten wir ihren Zweifel ernst nehmen und auch so stehenlassen. Wichtig ist in jedem Fall die Zusage: Gottes Liebe ist größer als aller Streit. Das ist wirklich wunderbar!
Liturgische ElementeHinneh ma tov
(LHE 269, HuT 263, LJ 472, EGplus 85);
Wo die Liebe wohnt, blüht das Leben auf
(LHE 222);
Wie ein Fest nach langer Trauer
(KuS 542, EGplus 135, HuT 300);
Unter uns, Gott, bricht sich der Friede Bahn (LHE 292);
Wo Menschen sich vergessen
(KuS 506, Wwdl 93, HuT 332, EGplus 75);
Halte zu mir, guter Gott (vor allem Strophe 2; KuS 456, KKL 328, EGplus 146, MKL1 52)
Für den fröhlichen Abschluss dieser Reihe:
Alle Kinder stehen im Kreis.
Gott, dessen Gegenwart allen Streit besiegen kann,
lasse seine Liebe auf dich regnen.
(eine Hand Konfetti werfen)
Jesus, der als Bruder an deiner Seite steht,
lasse seine Liebe auf dich regnen.
(eine zweite Hand Konfetti werfen)
Die Kraft des Heiligen Geistes, die Mut zur Versöhnung schenkt,
lasse ihre Liebe auf dich regnen.
(eine dritte Hand Konfetti werfen)
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Farben Rot und Gelb einweben. (Siehe hierzu Heft 2-2026)
Vor allem die Jüngeren können nach der Geschichte schnell assoziieren: Das Rot steht für die Liebe, die gewonnen hat gegen allen Streit und alle Verletzung. Das Gelb steht für Gott, dessen Gegenwart alles zu einem guten Ende geführt hat.
Mit älteren Kindern/(Vor-)Konfirmand*innen kann am Ende der Einheit noch dieser wunderschöne Vergleich verwendt werden: Das Leben gibt uns helle und dunkle Zeiten, aber wir sind zu allen Zeiten gehalten von Gottes Gegenwart. Gott ist wie ein Rahmen, der unser Leben von allen Seiten umschließt und hält.
An diesem Sonntag muss auch unbedingt ausgiebig ein Freudenfest der versöhnten Familie gefeiert werden: Es gibt leckere Kleinigkeiten und Tanz. Besonders gut eignet sich dazu der »Jerusalema«-Tanz (ein Lied in Zulu, das den Frieden und die Liebe im himmlischen Jerusalem besingt): Voller Energie kann man dazu tanzen; gerne in der kraftvollen Originalchoreografie (siehe Internet) oder im freien Tanz.
Sehr schön ist es, wenn die Mitarbeitenden jedem Kind zum Abschluss einen »Sack voller Kostbarkeiten« mitgeben: kleine Beutelchen, die gefüllt sind mit bunten Muggelsteinen aus der Geschichte oder Süßigkeiten vom Fest oder beidem.
Erzählung für JüngereBild 1

Josef war in Ägypten (Josefkegel in die Mitte der Decke stellen, gelbes Dreieck hinter Josef legen). Und Gott war ihm immer nah (brennende Kerze dazustellen).
Josef schickt seine Brüder los: »Los, geht nach Hause! Holt unseren Vater Jakob und die ganze Familie. Alle sollen hierher nach Ägypten kommen. Ich will für euch sorgen.« (Kindern nacheinander je einen der 11 Brüderkegel geben und jeweils sagen: »Los, geh nach Hause! Hol Vater her!«)
Und Josef gibt ihnen Reichtümer mit – sehr viele! Kisten voll mit wunderschönen Dingen und Essen und Kostbarkeiten. Was meint ihr: Was wird da wohl alles dabeigewesen sein? (Kinder antworten lassen; bei jeder Antwort einige Muggelsteine oder Holzplättchen o. ä. geben.)
Bild 2

Und so kommen die Brüder zu Hause an. Sie rufen: »Vater, schau! Wir haben Kostbarkeiten, Reichtümer dabei!« (Kind legt Muggelsteine/Holzplättchen an den Rand des Tuches und stellt den Kegel dazu. Dazu nennt er eines der eben gesammelten Reichtümer. Das so lange machen, bis alle 11 Brüderkegel mit Muggelsteinen am Rand stehen).
Die Brüder sind ganz aufgeregt, als sie weitersprechen: »Vater, der feine Herr dort in Ägypten – das ist unser Bruder Josef!« – »Nein«, sagt Jakob und schaut traurig, »das kann nicht sein, Josef ist tot.« – »Es ist unser Bruder, dein Sohn. Es ist Josef. Und er lädt uns ein, zu ihm zu kommen.« – »Josef lebt?« Jakob kann es kaum glauben. »Wie kann das sein?«
(Stille Post: Dem ersten Kind ins Ohr flüstern: »Das war Gott.« Danach reihum immer weitersagen. Das letzte Kind sagt es laut:) Das war Gott!
Bild 3

Jakob will sofort los. Er will Josef sehen.Und sie ziehen los. Den weiten Weg. Zurück zu Josef. (Einen Kegel nach dem anderen um Josef stellen.) Und Jakob ist dabei (einen letzten Kegel nah zu Josef stellen).
Bild 4

Und nun ist alles gut. Alles ist gut.
Sie sind zusammen, niemand ist allein. Niemand hat Hunger. Und niemand ist mehr böse auf den anderen. Wie gefällt euch das? (Antworten der Kinder sammeln, nicht bewerten.)
Ein richtiges kleines Wunder ist da geschehen. Willst du wissen, wie es möglich war, dass alle sich versöhnen?
(Erneut Stille Post: »Das war Gott.« Letztes Kind sagt laut:) Das war Gott!
Ja, Gott war immer nah.
(Eine dritte Runde Stille Post: »Das war Liebe.« Letztes Kind sagt laut:) Das war Liebe!
Ja, das war Liebe. Sie war stärker als aller Streit und alle Verletzung. Sie war wertvoller als alle Reichtümer.
(Die Kinder einladen, mit den Plättchen ein großes Herz um die Figuren zu legen)
So erzählt die Bibel von Josef und seinen Brüdern: Am Ende war alles gut. Kein Streit. Kein Ärger. Genug für alle. Die Liebe hat gewonnen. Und Gott war immer nah.
Erzählung für ÄltereJohanna hört im Schlaf Musik. Sie lächelt. Im Traum sieht sie, wie ihr Bruder Benjamin zusammen mit den anderen Brüdern wieder nach Hause kommt. Mit viel Korn, damit sie endlich wieder Brot backen können. Was für ein schöner Traum!
Plötzlich setzt sich Johanna in ihrem Lager auf. Sie ist wach. Sie träumt nicht mehr. Aber diese Musik ist immer noch da. Sie geht aus dem Zelt und sucht den Horizont ab. Woher kommt nur diese Musik? Und da sieht sie etwas: Eine große Staubwolke nähert sich dem Lager. Und je länger Johanna hinschaut, desto deutlicher erkennt sie es: Da kommt eine Karawane. »Wacht auf!«, ruft sie. »Wacht alle schnell auf! Da kommt eine Karawane!« – »Sei ruhig, Joahanna. Es ist immer noch Dürre, im ganzen Land herrscht Hunger und in den Nachbarländern ebenso. Es gibt schon lange keine Karawanen mehr.« – »Schau doch! Schaut da drüben. Und hört doch: Es ist sogar eine Karawane mit Musik.«
Das Lager erwacht. Alle stehen staunend vor den Zelten. Tatsächlich: Es nähert sich ein großer Zug von Kamelen und Eseln und Wagen. Gut gekleidete Herren begleiten den Zug und Musikanten. Die Tiere sind beladen mit großen Paketen.
»Komm wieder ins Zelt, Johanna«, zischt eine der älteren Frauen. »Du weißt genau, dass wir kein Geld haben, um von diesen reichen Kaufleuten etwas zu kaufen. Weiß Gott, woher ihr Reichtum kommt, doch wir werden nicht Teil daran haben.«
Plötzlich löst sich einer der Reiter aus der Karawane und galoppiert auf Johanna zu. Sie wundert sich – schaut – und schlägt sich die Hand vor den Mund. Kann das sein? Das kann doch nicht sein! Dieser feine Herr dort mit dem kostbaren Gewand, das ist ihr Bruder Benjamin!
»Johanna! Johanna, wir sind wieder da!« Benjamin sitzt ab und rennt ihr entgegen, nimmt sie fest in die Arme und weint vor Freude.
»Benjamin«, stottert Johanna, »was ist denn geschehen? Woher dieser ganze Reichtum?« – »Von Josef«, lächelt Benjamin. »Josef?« Johanna kann es nicht glauben. Josef, der Bruder, der von den anderen verkauft wurde? Der Bruder, von dem Vater Jakob denkt, dass er schon lange tot ist? Wie kann denn Josef …?
»Josef ist nicht tot«, Benjamin schaut ihr fest in die Augen. »Josef lebt. Denk nur: Er ist der feine Herr, der in Ägypten all die Reichtümer des Pharaos verwaltet. Und er will, dass wir zu ihm kommen. Wir alle!« – »Zu ihm kommen? Wohin denn?« – »Nach Ägypten! Wir alle, Vater und du und alle unsere Geschwister mit ihren Familien. Wir dürfen zu Josef gehen und in Ägypten wohnen. Du wirst auch wunderbare Kleider bekommen. Und Essen, Johanna, so viel Essen! Es wird uns allen gut gehen. Josef wird für uns sorgen!« – »Aber – wie kann das denn sein?« – »Das war Gottes Plan. Unsere Brüder haben Josef verkauft, weil sie ihn los sein wollten. Sie waren so eifersüchtig auf ihn. Aber Gott wollte, dass Josef nach Ägypten kommt, um jetzt für uns alle zu sorgen.«
Johanna ist sprachlos. »Wie kann Josef verzeihen, was die Brüder ihm angetan haben?« Johanna kann nicht glauben, dass Josef so ein großes Herz hat. Dass er so viel verzeihen kann. Und dass es für ihre Familie gut ausgehen kann.
Schon bald danach bricht das ganze Lager auf. Vater Jakob hat es so beschlossen: Sie ziehen alle nach Ägypten.
Jeden Tag beruhigt Benjamin seine Schwester Johanna. Er sagt: »Alles wird gut.« Doch Johanna hat nach wie vor Angst. Sie kann einfach nicht glauben, dass Josef wirklich alles verzeihen konnte.
17 lange Jahre vergehen. Johanna ist erwachsen. Sie hat eine eigene Familie. Und dann passiert es: Jakob, der Vater, stirbt. Alle weinen, trösten sich, nehmen sich in den Arm. Johanna ist traurig – und die alte Angst ist wieder da: »Jetzt, wo Vater tot ist, wird Josef doch noch Rache nehmen«, flüstert sie Ruben zu. »Ich glaube immer noch nicht, dass er euch Brüdern verziehen hat.« Ruben steht auf. »Ich werde zu Josef gehen«, sagt er. »Ich komme mit«, sagt Johanna. »Ich komme ebenfalls mit«, sagt Benjamin.
Als sie vor Josef stehen, fällt Ruben zu Boden. »Josef, unser Vater ist tot. Bitte, hab weiterhin Erbarmen mit uns. Wir hoffen, du hast uns wirklich verziehen, was wir dir Böses getan haben. Bitte, übe keine Rache an uns, jetzt, wo Vater tot ist. Bestimmt hätte er das nicht gewollt.«
Josef steht auf: »Ich habe euch verziehen. Schon vor langer Zeit. Wir sind hier, weil Gott auf uns aufpasst. Habt keine Angst. Jetzt nicht und auch später nicht.« Josef nimmt Ruben in die Arme.
Johanna fällt Benjamin in die Arme. »Ich habe es dir gesagt«, flüstert Benjamin. »Josef hat ein großes Herz und einen großen Glauben!« – »Ich konnte es nicht glauben«, flüstert Johanna glücklich. »Aber jetzt endlich glaube ich es doch. Wie schön. Alles ist gut. Traumhaft schön!«
Uli Gutekunst (uli-gutekunst.de)
Die Verurteilung, Verspottung und Kreuzigung Jesu ist auch für Jugendliche und Erwachsene ein schweres Thema. Darum ist es hilfreich, sich im Vorbereitungskreis zu erinnern und bewusst zu machen, wie diese Geschichte als Kind auf sie gewirkt hat:

So kann man besser verstehen, wie diese Geschichte auf Kinder wirken kann.
Zum Text / Zum ThemaHierzu eine Info: Die vorangegangene Interpretation versteht Pilatus als politisch handelnden Statthalter und Ba-
rabbas als gewaltbereiten Aufständischen – das ist eine von mehreren denkbaren Sichtweisen. Viele Forschende betonen darüber hinaus, dass die Barabbas-Szene möglicherweise nicht historisch, sond-
ern eine literarische Gestaltung der Evangelien ist, die Pilatus teils bewusst entlastet.
Historisch jedoch gilt Pilatus als gewalttätiger und harter römischer Machthaber. Ebenso wichtig ist: Die Erzählung darf nicht dazu genutzt werden, »den Juden« die Schuld am Tod Jesu zu geben. Verantwortlich dafür war die römische Gewaltmacht, und die Texte dürfen nicht antisemitisch gelesen
werden. (Markus Grapke)
Die Kinder und der Text / das Thema
II. Gestaltungshinweise Korn, das in die Erde (EG 98, KuS 94, KKL 91);
Als Jesus gestorben war
(KuS 100, KKL 99, MKL1 113);
Es geht ein Weinen um die Welt
(KuS 102, KG 55);
Verraten, verspottet (KuS 108, Wwdl 203)
Psalm 22 (KuS 649) oder Gebet nach Psalm 27 (KuS 652)
Kreative Umsetzung der GeschichteDa die Geschichte sehr anspruchsvoll ist und die Kinder auch emotional sehr fordert, bietet sich ein Gespräch im Anschluss an.
Einleitende Sätze können sein:
»Ich frage mich, …
Jeweils im Anschluss an jede Aussage kann ein Gespräch entstehen.
Eine Glasschale wird mit Blumenerde gefüllt und Kresse eingesät. Auf Samen und Erde wird ein Kreuz gelegt werden (z. B. ein Holzkreuz, das die Kinder bemalt haben. Oder aus zwei Pfeifenputzern, die zu einem Kreuz verdreht wurden und auf die an allen vier Seiten Perlen aufgefädelt sind; die Enden müssen hier umgebogen werden, damit die Perlen halten). Dieses Kreuz auf der Erde stellt die Situation an Karfreitag dar. Doch das ist nicht das Ende! Das Leben wächst, Ostern wird kommen.
Ein DIN-A4-Blatt wird zweimal gefaltet (Längs- und Breitseite). An der Ecke, die die Mitte des Blattes ist, wird ein kleines Guckloch hineingeschnitten. Damit machen sich die Kinder nun auf die Suche nach Kreuzen. Durch die verkleinerte Aussicht wird das, was sichtbar ist, viel bewusster wahrgenommen. So sieht man plötzlich Kreuze, die sonst nicht gesehen werden (z. B. an Fenstern, Regalen). Dieses Wahrnehmungsspiel ist auch für draußen geeignet.
Nach einer gewissen Zeit erzählen sich die Kinder gegenseitig, welche Kreuze sie entdeckt haben.

Heft 2-2026 – Das Mitmachheft in der Kirche mit Kindern

Mit Checker Mario die Passion erleben
12 Seiten; 2,40 € (ab 10 Ex. je € 2,20; ab 40 Ex. je € 2,00); Best.-Nr. 101-03-26

Mit Checker Mario und seiner Zeitmaschine gelingt es uns, nach Jerusalem zu kommen. Dort erleben wir nicht nur konzentriert die Ereignisse dieser Woche, sondern werden durch Aktionen, Rätsel und Nachdenken persönlich mit hineingenommen.
Die Bastelarbeit fasst dann alle Geschichten der Passion und die Hoffnung machende Geschichte von Ostern in einem Osterkranz zusammen, der von den Kindern direkt aus dem Heft gebastelt werden kann.
&
Erzählung für Ältere & für JüngereHinweise: Für die Jüngeren kann die Geschichte gekürzt und die Szene der Verspottung weggelassen werden.
Die Szenen, die von Gewalt erzählen, sind bewusst unspektakulär dargestellt. Jesus und die beiden Verbrecher sollen nicht auf das Kreuz gelegt, sondern vor das Kreuz gestellt werden. Erst als Jesus gestorben ist, wird er auf das Kreuz gelegt.
Material: 15 Holzkegelfiguren für Pilatus, Jesus, Barabbas, 2 Hohepriester, 2 Soldaten, 2 Verbrecher, 3 Jünger, 3 Jüngerinnen. Diese 15 sollen mit kleinen Papier- oder Stoffstücken so gestaltet werden, dass die Kinder sie auseinanderhalten können (z. B. ein kleines Stück Stoff um die Figur wickeln und am Hals mit einem Haushaltsgummi festmachen); 10 weitere Holzkegelfiguren (neutral) für die Menschenmenge; schwarzes Tuch, Karton o. ä. (der an einer Seite unter das Tuch kommt = Berg Golgatha); 2 kurze Schnüre, 3 Kreuze, kleines Schwert, 2 Kleidungsstücke, Herz, Sonne und Wolke – jeweils aus Papier, Schild »König der Juden«,
Auch heute spielt unsere Geschichte auf einer schwarzen Unterlage (Stoff langsam ausbreiten, Karton unter den Stoff legen). Aber es ist nicht dunkel und es ist auch nicht Nacht.
An die Kinder gerichtet: Was denkt ihr? Warum ist die Unterlage dann trotzdem schwarz? (Kinder äußern sich)
Manchmal gibt es sehr traurige Geschichten. Und heute ist unsere Geschichte sehr traurig.
Jesus wurde gefangen genommen (um Jesusfigur eine Schnur binden, neben Tuch stellen). Und nun bringen die Hohepriester ihn zu Pilatus (2 Hohepriester und Pilatus auf Tuch stellen). Pilatus hat große Macht in Judäa. Er darf über Tod und Leben der Gefangenen entscheiden (Jesus davorstellen).
Es gibt außer Jesus noch einen anderen Gefangenen. Er heißt Barabbas (Barabbas neben Jesus). Barabbas hat gegen die Römer gekämpft (Schwert zu Barabbas legen). Er will, dass die Römer aus Israel verschwinden. Deshalb wurde er gefangen genommen.
Jedes Jahr zum Passafest lässt Pilatus einen Gefangenen frei. Pilatus will auf keinen Fall Barabbas freilassen. Er denkt: »Barabbas ist viel gefährlicher als Jesus. Der kämpft gegen uns Römer.« Viele Menschen sind gekommen (10 neutrale Holzfiguren aufstellen). Sie wollen sehen, wer heute von Pilatus begnadigt wird. Die Menschen aber wollen, dass Barabbas freikommt und Jesus gekreuzigt wird.
Doch Pilatus hatte Jesus zuvor verhört. Jetzt sagt er: »Jesus hat nichts getan, was den Tod verdient. Jesus soll nur ausgepeitscht und dann freigelassen werden.« Aber die Menschen rufen: »Nein, wir wollen, dass Barabbas freikommt!« Pilatus gefällt das gar nicht. Er versucht, die Menge umzustimmen und fragt: »Was hat dieser Jesus denn verbrochen?« Doch die Menge ruft immer lauter: »Ans Kreuz mit Jesus!« (Einige Figuren der Menge hochheben und rufen: »Ans Kreuz mit Jesus!«)
Schließlich gibt Pilatus nach. Er lässt Barabbas frei (die Schnur um Barabbas entfernen). Und übergibt Jesus den Soldaten (zwei Soldaten aufstellen, Jesus dazustellen). Sie bringen Jesus nach Golgatha (alle drei gehen langsam auf den Berg).
Nun sind sie oben auf dem Berg Golgatha angekommen. Mit Jesus werden noch zwei Verbrecher gekreuzigt. Einer auf seiner rechten Seite und einer auf seiner linken Seite (rechts und links von Jesus eine Holzfigur stellen). Kreuzigen war eine schreckliche römische Strafe für Räuber und Aufrührer (3 Kreuze aus Holz oder Papier hinter die Figuren legen, Figuren stehen lassen).
Und dann sagt Jesus ganz besondere Worte. Obwohl ihm so viel Unrecht getan wird, sagt er: »Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.« Manche fragen sich, ob sie richtig gehört haben. »Kann es sein, dass Jesus für seine Feinde bittet?«
Aber andere verspotten ihn. Die Soldaten verteilen seine Kleider und losen, wer sie kriegen soll (Kleider zu Soldaten legen). Die Männer des Hohen Rates rufen Jesus zu (Hohepriester zu Jesus stellen): »Du hast vielen geholfen. Jetzt hilf dir doch selbst. Wenn du der versprochene Retter von Gott bist, dann wirst du das ja wohl können.«
Dann verspotteten ihn wieder die Soldaten. Sie geben ihm Essig. Und dann rufen sie ihm zu: »Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich doch selbst!« Und dabei lachen sie schallend. »Ich hab eine Idee«, sagt einer der Soldaten. »Wir schreiben auf ein Schild: König der Juden. Und dann nageln wir es über seinem Kopf an.« Genauso machen sie es dann und dabei können sie sich kaum halten vor Lachen (Schild mit Aufschrift auf Kreuz legen).
Und sogar einer der Verbrecher, der neben ihm am Kreuz ist, fängt an, Jesus zu verspotten (eine Figur zu Jesus drehen): »Bist du nicht der Christus? Dann hilf dir und uns gefälligst! Mach, dass wir hier wegkommen und weiterleben können.«
Doch dann mischt sich der ein, der auf der anderen Seite ist (andere Figur zu Jesus drehen). »Was sagst du da? Hast du gar keine Achtung vor Gott?«, weist er den anderen zurecht. »Wir haben etwas getan, wofür wir hier bestraft werden.«
Aber Jesus hat nichts Unrechtes getan. Er ist hier ohne Schuld. Er schaut Jesus an und er spürt sogar in dieser Situation seine Liebe und seine Kraft (Papierherz zwischen Jesusfigur und Verbrecherfigur legen). Darum traut er sich, Jesus um etwas zu bitten: »Jesus, denke an mich, wenn du zu Gott kommst.« Und Jesus antwortet ihm: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.« Und er ist sich plötzlich ganz sicher: Das hier ist nicht das Ende. Der Tod ist nicht das Ende. Jesus wird ihn mitnehmen, dorthin, wo das Leben ganz heil ist und wo die Liebe Gottes wohnt. Trotz allem, was in seinem Leben nicht gut war, wird er bei Gott sein.
Gegen Mittag verdunkelt sich plötzlich der Himmel. Die Sonne (Sonne hinlegen und eine Wolke darüberlegen) ist wie verfinstert und das ganze Land ist dunkel. Und Jesus schreit ganz laut: »Vater, in deine Hände gebe ich mein Leben.« Das sind seine letzten Worte, dann stirbt Jesus (Jesus hinlegen, kurze Zeit der Stille). Gleichzeitig reißt im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten mitten durch. Nun spottet niemand mehr. Sogar der römische Hauptmann erkennt, dass Jesus ein ganz besonderer Mensch war. Aber auch alle, die einfach nur schaulistig waren und sich einen Spaß daraus machen wollten, werden plötzlich ganz leise. Sie gehen betroffen in die Stadt zurück. Unterwegs sind sie still und nachdenklich (alle Figuren wieder auf den unteren Teil des Tuches bewegen).
Immer mehr Menschen gehen weg, und es wird immer leerer auf Golgatha. Aber dort, etwas entfernt, stehen noch welche ganz dicht beieinander (am Rand auf dem Berg drei Figuren aufstellen). Sie reden leise und sehen sehr traurig aus. Wir schauen genau hin um zu sehen, wer das ist. Es sind die Freunde, die Jesus gut kannten und mit ihm unterwegs waren. Auch die Frauen, die immer an seiner Seite waren, sind dabei (drei Frauen aufstellen). Sie können nicht fassen, was gerade passiert ist. Wie kann das sein? Jesus hat ihnen so viel Hoffnung und Mut gegeben. Er hat so vielen Menschen geholfen. Und nun haben sie völlig machtlos miterlebt, wie Jesus getötet wurde. Sie sind unendlich traurig. Und jetzt? Sie wollen gar nicht weggehen. Auch wenn Jesus tot ist, wollen sie wenigstens in seiner Nähe bleiben. Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, wie es jetzt weitergehen soll.
Zugänge für den VorbereitungskreisMaterial: dicke Filzer, großer Bogen Papier, auf dem steht: »Wenn ich über Ostern nachdenke, dann suche ich …«
Schreibend und schweigend kann der Satz ergänzt, Ideen dazu notiert werden. Alles, was geschrieben wurde, kann ergänzt, befragt, kommentiert oder verbunden werden. Anschließend kann über das Geschriebene ein Austausch stattfinden.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeLieber Gott!
Manchmal sind wir unterwegs und denken, dass wir schon genau wissen, was uns am Ziel erwartet.
Z. B. wenn wir zu Oma und Opa fahren.
Oder wir in die Schule oder in die Kita gehen.
Manchmal sind wir morgens auch einfach traurig oder ärgerlich. Und wir denken: »Der ganze Tag wird so weitergehen.«
Und dann passiert etwas ganz anderes.
Etwas Überraschendes. Etwas, womit wir nicht gerechnet haben. Etwas, wonach wir gar nicht gesucht haben. Etwas, das uns tröstet, worüber wir uns freuen. Etwas, das alles zum Guten verändert.
Gott, schenke uns immer wieder solche freudigen Überraschungen.
Gott verändere immer wieder deine Welt zum Guten. Amen.
Lieber Gott!
Vielen Dank, dass Jesus lebendig ist!
Es war so traurig, als er gestorben war.
Du hast ihm das Leben neu geschenkt.
Auch wenn er nicht mehr hier auf der Erde ist, ist er lebendig bei dir.
Leben ist etwas Wunderbares, Gott.
Wie schön, dass du das Leben geschaffen hast.
Vielen Dank für unser Leben.
Vielen Dank für das Leben von allen,
die wir liebhaben und gerne mögen.
Vielen Dank, dass auch die Gestorbenen bei dir weiterleben können.
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteMaterial: Holz-Ostereier (Höhe 6 cm, Kindergartenbedarf), diverse Farben
Zur Geschichte kann ein Ei gestaltet werden.
Für Ältere: Siehe unter »Erzählung für
Ältere«)
Erzählung für JüngereEine Erzählung im Sand
Material: Sanderzählsack oder stabiles Tuch mit Quarz- oder unbehandeltem Fugensand; 10 Figurenkegel (3 Kegel = Frauen mit unterschiedlich farbigen Stoffumhängen; 2 Kegel = Gestalten mit weißen Umhängen, 5 Kegel = Jünger); Plastikschüssel als Grabhöhle; Korb für das Erzählmaterial;
alle Erzählanweisungen sind aus der Sicht der Erzählperson.
Das ist Maria von Magdala.
(Eine Frau links vor sich in den Sand stellen.)
Das ist Maria, die Mutter von Jakobus. (Weitere Frau dazustellen)
Und das ist Johanna.
(Dritte Frau dazustellen)
Sie sind Freundinnen von Jesus. Sie sind mit ihm und seinen anderen Freunden durchs Land gezogen. Sie haben gehört, wie Jesus von Gott erzählt. Sie haben erlebt, wie Jesus Menschen geheilt hat.
Und sie haben gesehen, wie er am Kreuz gestorben ist. An diesem furchtbaren Freitag. Sie haben so viel geweint und sind unendlich traurig. Noch am Freitagabend ist Jesus in aller Eile in eine Grabhöhle gebracht worden. Denn der Samstag, der Schabbat, der Tag zum Ausruhen, bricht bald an. Für ein ordentliches Begräbnis war keine Zeit mehr.
Doch die drei Frauen konnten rechtzeitig vor dem Schabbat noch wohlriechende Öle und Salben zubereiten.
Nun ist der Samstag, der Schabbat vorüber. Und am Sonntagmorgen hält die drei Frauen nichts mehr. Jetzt wollen sie nachholen, was für sie zu einem ordentlichen Begräbnis gehört. Sie wollen Jesus noch einmal etwas Gutes tun, nach all dem Leid am Kreuz. Deshalb stehen sie ganz früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Auch in ihnen ist es dunkel. Denn sie sind so traurig. Sie machen sich auf den Weg zur Grabhöhle, wo Jesus liegt.
(Frauen nach und nach langsam, diagonal durch den Sand gehen lassen.)
Gerade als die Sonne aufgeht, erreichen sie die Grabhöhle. Das hier ist die Grabhöhle. (Schüssel vor den Frauen aufrecht in den Sand hineinschieben und dabei den unteren Schüsselteil mit Sand befüllen; zusätzlich von hinten die Schüssel mit einem Sandwall stabilisieren. Das Ganze so anordnen, dass die offene Grabseite zu den Kindern zeigt.)
Die Frauen blicken auf. Und da sehen sie: Der Stein, der das Grab verschlossen hat, ist weggerollt. Das Grab ist offen. Also gehen sie hinein.
(Frauen ins Grab stellen)
Doch Jesus ist nicht dort. Das Grab ist leer. Darüber werden die drei noch trauriger.
Da treten zwei Gestalten zu ihnen.
(Zwei Gestalten an den rechten Grabrand stellen)
Die Gestalten tragen glänzende, leuchtende Gewänder. Die Frauen werden von Ehrfurcht ergriffen. Sie spüren: Das hier ist etwas ganz Besonderes. Und das macht ihnen großen Eindruck. In ihren Herzen wissen sie: »Das hier sind Gesandte Gottes, die vor uns stehen.« Deshalb verneigen sie sich tief vor den beiden Gestalten.
(Frauen mit Kopf nach vorne vor die Gestalten hinlegen)
Die Gestalten fragen die Frauen: »Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Erinnert euch daran, was er euch erzählt hat, als ihr noch zusammen in Galiläa wart: Dass er am Kreuz sterben und nach drei Tagen auferstehen wird.«
Ja, jetzt erinnern sich die Frauen wieder.
(Gestalten wegnehmen)
Sie stehen auf.
(Frauen hinstellen)
Sie drehen sich um.
(Frauen umwenden)
Und laufen zurück zu den anderen Freundinnen und Freunden von Jesus.
(Frauen rasch zur Ausgangsposition zurücklaufenlassen)
Das sind die anderen Freunde und Freundinnen von Jesus.
(Die Jünger dazustellen)
Die Frauen erzählen ihnen genau, was sie am Grab erlebt haben. Doch die glauben ihnen nicht. Sie halten das für völligen Unsinn.
Das ist Petrus.
(Auf eine Jüngerfigur zeigen)
Er steht als einziger auf und geht zur Grabhöhle.
(Petrus zur Grabhöhle gehen lassen)
Er bückt sich und schaut hinein.
(Figur vorbeugen und hineinschauen lassen)
Doch er sieht nichts, außer Leinentücher, die daliegen. Darin war Jesus eingewickelt, als man ihn beerdigt hat.
Petrus geht wieder weg vom Grab.
(Petrus umdrehen und zurückgehen lassen)
Und er wundert sich über das, was geschehen ist.
Ein Gespräch kann sich anschließen zu folgenden Fragen:
Erzählung für ÄltereErzählung mit Zuckerkreide
Material: Zuckerkreide (Herstellung: an eckiger, farbiger und weißer Tafelkreide das Papier entfernen, die Kreidestücke halbieren und 60 Minuten in stark gezuckertes Wasser legen. Erst kurz vor dem Malen herausnehmen und auf Teller legen. Die Kreide zum Malen quer nehmen); je Kind einen schwarzen Bogen Tonkarton (den Bogen quer falten; zum Malen den Bogen quer vor sich legen, die offene Seite zeigt nach oben); Küchenpapier.
Vor der Erzählung bekommt jedes Kind einen gefalteten Bogen. Während der Erzählung malt es nach, was die Erzählperson malt oder gestaltet frei. In jedem Fall genügend Zeit zum Malen geben.
Die Figuren werden einfach dargestellt: Kopf und dreieckiger Körper.
Maria von Magdala (links blaue Figur malen), Maria, die Mutter von Jakobus (rote Figur dazumalen) und Johanna (grüne Figur dazumalen) sind Freundinnen von Jesus. Sie sind mit ihm und seinen anderen Freunden durchs Land gezogen. Sie haben gehört, wie Jesus von Gott erzählte. Sie haben erlebt, wie Jesus Menschen geheilt hat.
Und sie haben gesehen, wie er am Kreuz gestorben ist. An diesem furchtbaren Freitag.
Sie haben so viel geweint danach und sind unendlich traurig. Noch am Freitagabend ist Jesus in aller Eile in eine Grabhöhle gebracht worden. Denn der Samstag, der Schabbat, der Tag zum Ausruhen bricht an. Für ein ordentliches Begräbnis ist keine Zeit gewesen.
Doch die Frauen konnten noch rechtzeitig vor dem Schabbat wohlriechende Öle und Salben zubereiten.
Nun ist der Samstag, der Schabbat, vorüber. Und am Sonntagmorgen hält sie nichts mehr. Jetzt wollen die Frauen nachholen, was bei ihnen zu einem ordentlichen Begräbnis gehört. Sie wollen Jesus noch einmal etwas Gutes tun, nach all dem Leid am Kreuz. Ganz früh sind sie auf. Es ist noch dunkel draußen. Auch in ihnen ist es dunkel, weil sie so traurig sind.
Gerade als die Sonne aufgeht, erreichen sie das Grab. (rechts braune Höhle/Bogen malen) Sie blicken auf. Und da sehen sie: Der Stein, der das Grab verschlossen hat, ist weggerollt. Das Grab ist offen. Also gehen sie hinein. Doch Jesus ist nicht dort. Das Grab ist leer. Darüber werden die drei wieder traurig.
Da treten zwei Gestalten zu ihnen. Die tragen glänzende, leuchtende Gewänder. (Mit Weiß und Gelb zwei Gestalten in die Grabhöhle malen) Die Frauen werden von Ehrfurcht ergriffen. In ihren Herzen wissen sie, dass hier Gesandte Gottes vor ihnen stehen. Daher verneigen sie sich tief vor den beiden Gestalten.
Die beiden fragen die Frauen: »Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Erinnert euch daran, was er euch erzählt hat, als ihr noch zusammen in Galiläa wart: Dass er am Kreuz sterben und nach drei Tagen auferstehen wird.«
Ja, jetzt erinnern sich die Frauen wieder daran. Deshalb drehen sie sich um und laufen zu den anderen Freundinnen und Freunden von Jesus. (Bogen so auffalten, dass die hintere Hälfte nach vorne, unten kommt. Dann auf die untere Hälfte links die drei Frauen und braun einige weitere Figuren malen.)
Die Frauen erzählen ihnen genau, was sie am Grab erlebt haben. Aber die glauben ihnen nicht. Sie halten das für leeres Gerede und völligen Unsinn. Nur Petrus steht auf und geht zur Grabhöhle. (Rechts braune Grabhöhle malen) Petrus bückt sich und schaut durch die Öffnung hinein. (Links der Grabhöhle braune Figur malen) Doch er sieht nichts außer den Leinentüchern, in die man Jesus gewickelt hat. (Weißes »Tuch« auf den Boden der Grabhöhle malen) Die liegen nutzlos im Grab. Da geht Petrus wieder weg vom Grab. Und er wundert sich über das, was geschehen ist.
Ein Gespräch kann sich zu folgenden Fragen anschließen:
Zum Schluss können die Bilder mit Zuckerkreide weiter gestaltet werden.
Mein Mini-Wimmelbuch von Ostern
Minibüchlein
Die kindgerechte Erzählung der biblischen Ostergeschichte wird begleitet von Bräuchen, die es rund ums Osterfest gibt, doppelseitigen Wimmelbildern zum Suchen, Entdecken und gemeinsamen Raten (hier machen kleine Symbole am Bildrand einen Anfang) und einem Rätsel auf der Buchrückseite. Ein schönes und unterhaltsames Mitgebsel für alle Kinder in der Kirche mit Kindern.
€ 2,00 (ab 25 Ex. je € 1,95; ab 20 Ex. je € 1,90); Best.-Nr. 2182
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeMaterial: Gießkelch und kleine Becher
»Wir teilen jetzt miteinander Brot und Saft – wie in der Geschichte. Und erinnern uns an Jesus. Er hat versprochen: Immer, wenn wir so miteinander Brot und Kelch teilen und uns erinnern, ist er da, auch wenn wir ihn nicht sehen.«
Kreative Umsetzung der Geschichte… für die Hosentasche o. ä. gestalten
Material: Holzfigurenkegel in verschiedenen Größen, Filzstifte, Stoffstücke, Klebstoff
Vom Weizenkorn zum Osterei
Kinder erleben die Passions- und Osterzeit
Die Passions- und Osterzeit ist zentral für unseren christlichen Glauben. Doch es ist gar nicht so leicht, diese Themen für Kinder begreiflich zu machen.
Dazu gibt es diese Arbeitshilfe, die jede Menge praxiserprobtes Material enthält:
Für viele Gruppen geeignet wie Kita, Grundschule, Gemeinde.
€ 19,80; Best.-Nr. 2125
Erzählung für JüngereEine Erzählung im Sand
Material: Sanderzählsack oder stabiles Tuch mit Quarz- oder unbehandeltem Fugensand; 7 Figurenkegel (1 Kegel = Jesus mit Stoffumhang; 6 Kegel = Jünger); 2 Bauklötze (für Jerusalem/Emmaus), Holzkreuz, Puppenstubentisch oder aus Bauklötzen, ein Stück Brot, Korb für das Erzählmaterial;
alle Erzählanweisungen sind aus der Sicht der Erzählperson.
Hier ist Jerusalem.
(mittig vor sich einen Bauklotz in den Sand legen) Vor drei Tagen ist dort etwas sehr Trauriges geschehen. Auf einem Hügel außerhalb der Stadt (links von Jerusalem Sandhügel formen) ist Jesus gekreuzigt worden und gestorben. (Kreuz in den Hügel stecken) Für die Freunde und Freundinnen von Jesus ist die Welt zusammengebrochen. Sie sind so traurig. Sie wissen nicht, was sie jetzt machen sollen. So ohne Jesus.
Das hier ist einer der Freunde Jesu. Er heißt Kleopas. (Kleopas in der geöffneten Hand herumzeigen, dann vor Jerusalem hinstellen) Und das hier ist noch ein Freund. Seinen Namen kennen wir leider nicht. (Zweite Figur in der geöffneten Hand herumzeigen, zu Kleopas stellen) Die beiden beschließen, nicht mehr in Jerusalem zu bleiben. Jetzt, wo Jesus tot ist. Sie wollen wieder nach Hause gehen. Zurück in ihr Dorf. Nach Emmaus. Hier ist Emmaus. (Bauklotz diagonal von Jerusalem stellen) Und das ist der Weg, der von Jerusalem nach Emmaus führt. (Mit einigen aneinandergelegten Fingern im Sand einen Weg von Jerusalem nach Emmaus ziehen) Auf diesem Weg gehen Kleopas und sein Freund. (Beide Figuren abwechselnd langsam ein Stück auf dem Weg gehen lassen und weitererzählen. Beachte: Fasse die Figuren am Körper an!)
Die beiden reden miteinander. Sie sprechen über Jesus. Sie sprechen darüber, wie er gestorben ist. Sie erinnern sich daran, wie es war, als Jesus noch lebte. (Figuren anhalten) Manchmal weinen sie auch.
Plötzlich ist da noch einer. (Jesus in der geöffneten Hand herumzeigen, zu den beiden stellen) Er geht einfach neben ihnen her und hört ihnen zu. (Jetzt die drei Figuren abwechselnd auf dem Weg gehen lassen) Schließlich fragt der Fremde: »Wovon redet ihr zwei da? Was ist denn geschehen?« Da bleiben sie stehen. (Figuren nicht weiterbewegen) »Weißt du denn nicht, was in Jerusalem geschehen ist?« – »Was denn?«, fragt der Fremde. Da antwortet Kleopas: »Na, das mit Jesus! Wir dachten, er kommt von Gott kommt. Er hat uns so viel von Gott erzählt. Wie Gott sich die Welt wünscht: gerecht und voll Frieden. Und er hat Menschen geheilt und wieder froh gemacht. Es war wunderbar mit ihm. Jetzt lebt Jesus nicht mehr. Sie haben ihn getötet. Das ist jetzt drei Tage her.« Und Kleopas‘ Freund ergänzt: »Und heute Morgen haben uns drei unserer Freundinnen erschreckt. Sie sind zur Grabhöhle gegangen, in die Jesus gelegt worden war. Aber der Stein, der das Grab verschlossen hatte, war weggerollt. Und das Grab war leer. Und dann waren da zwei Engel. Die haben ihnen gesagt: ›Jesus lebt.‹ Aber das kann doch gar nicht sein!«
Das alles erzählen die beiden dem Fremden. Der fragt: »Und was sucht ihr jetzt hier, auf diesem Weg?« – »Wir wollen einfach nur nach Hause«, sagt Kleopas. »Wir wollen dorthin zurück, wo alles noch gut war.« Der Fremde hört ihnen lange zu. Er lässt sie erzählen: von ihren Erinnerungen und ihrem Kummer. Er lässt sie weinen. Und das tut ihnen gut.
Schließlich beginnt der Fremde, zu reden (Figuren anhalten). Er erzählt davon,
… wie Gott Jesus ausgesucht und in die Welt geschickt hat als Messias, als Retter.
… dass Jesus so gelebt hat, wie Gott es will.
… wie Jesus für die Menschen da war und er Kranken und Traurigen geholfen hat.
… wie Jesus sich um Einsame und Verachtete gekümmert hat.
… wie er sich für alle Menschen eingesetzt hat und deshalb mit den Mächtigen Streit bekommen hat.
… wie er die Menschen wieder mit Gott zusammengebracht hat.
… und wie er bereit war, für seine Überzeugung sogar zu sterben, weil er wusste: Gott ist bei ihm.
Und während der Fremde so redet und ihnen all das erklärt, da wird es Kleopas und seinem Freund warm ums Herz. Schließlich kommen die drei nach Emmaus. (Figuren bis nach Emmaus gehen lassen) Inzwischen ist es Abend geworden. Die drei bleiben vor Kleopas‘ Haus stehen. (Links neben Emmaus mit dem Finger ein Viereck in den Sand zeichnen)
Da sagen die beiden zu dem Fremden: »Bleib doch bei uns. Es ist ja schon Abend geworden.« Der Fremde nickt, und zusammen gehen sie ins Haus. (Die drei Figuren ins Hausviereck stellen: Jesus mittig, die beiden anderen jeweils etwas schräg vor ihm) Sie wollen gemeinsam zu Abend essen. (Tisch zwischen die Figuren stellen) Auf dem Tisch liegt ein Brot. (Brotstück auf den Tisch legen) Der Fremde nimmt das Brot. (Erzähler*in nimmt Brotstück in beide Hände und hält es über den Tisch.) Er dankt Gott dafür. Dann bricht er es auseinander. (Brotstück durchbrechen) Ein Stück reicht er Kleopas (Stück auf dem Tisch zu Kleopas legen), das andere dessen Freund. (Ein Stück zum Freund legen)
Und da erkennen sie den Fremden. Da verstehen sie, wer sie die ganze Zeit begleitet hat. Und da ist Jesus verschwunden. (Jesus von oben mit einer Hand verdecken und wegnehmen, zurück in den Korb legen) Doch das macht den Jüngern jetzt nichts mehr aus!
Im Gegenteil. Kleopas sagt: »Mir ist ganz warm ums Herz geworden, als er uns unterwegs alles erklärt hat.« – »Ja«, sagt der Freund, »und diese Wärme ist immer noch da, weil Jesus wirklich lebt. Jesus ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht sehen.« – »Komm!«, ruft da Kleopas. »Wir müssen zurück nach Jerusalem und es den anderen erzählen.«
Und so laufen sie schnell zurück nach Jerusalem. (Beide Figuren abwechselnd schnell nach Jerusalem zurückgehen lassen)
Hier sind die anderen Freundinnen und Freunde von Jesus. (Figuren herumzeigen und zu Jerusalem stellen) Die sagen den Kleopas und seinem Freund: »Jesus lebt! Petrus hat ihn gesehen!« Da nicken Kleopas und sein Freund eifrig und sagen: »Wir auch! Er ist mit uns gegangen. Den ganzen Weg bis nach Emmaus. Aber erkannt haben wir ihn erst, als er das Brot auseinandergebrochen und uns gegeben hat.«
Die Emmausgeschichte
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Auch mit den eindrücklich von Petra Lefin illustrierten Bildern (DIN-A3) wird die Geschichte nacherlebbar.
12 Bildkarten inkl. komplett ausgearbeitetem Textvorschlag
€ 18,00; Best.-Nr. 3407
Osterpanorama
Bastelbogen

Zu diesem Bastelbogenklassiker gibt es nicht viel zu sagen: Aus 5 Einzelszenen entsteht ein ca 60 cm breites Panorama in 3D-Optik, das die Passions- und Ostergeschichte erzählt und ausgemalt werden kann.
€ 2,60 (ab 10 Ex. je € 2,40);
Erzählung für Ältere
Erzählung mit Legebild
Material: 3 Holzkegelfiguren (eine davon mit Stoffumhang); geschwungener Weg aus Tonpappe; ein Stück Brot; Karteikarten
DIN A6; Stifte.
Alle Erzählanweisungen sind aus der Sicht der Erzählperson.
Zwei Menschen.
(Die zwei Figuren ohne Umhang links stellen)
An einem Ort, an dem sie nicht zu Hause sind. Sie haben etwas Trauriges erlebt.
Ich frage mich: Welche traurigen Erlebnisse können Menschen haben?
(Die Kinder können ihre Ideen auf Karten schreiben, die sie zu den beiden Figuren legen können. Wer mag, liest das Geschriebene dabei vor. Genügend Zeit geben.)
Ja, all das sind traurige Erlebnisse, die Menschen haben können. Diese beiden hier sind Freunde von Jesus. Und sie haben erlebt, dass Jesus in Jerusalem getötet wurde. Das ist ihr trauriges Erlebnis. Jetzt wollen sie nicht mehr in Jerusalem bleiben. (Papierweg diagonal zu den Figuren legen) Sie machen sich auf den Weg. Sie wollen wieder nach Hause zurück. In ihr Dorf, nach Emmaus. (Figuren ein Stück gehen lassen)
Ich frage mich: Warum wollen die beiden nach Hause? Was suchen sie dort?
(Wie oben)
Ich denke, sie wollen zurück, weil sie sich zu Hause geborgen fühlen. Vielleicht weil sie dort leichter vergessen können, was geschehen ist. Vielleicht weil sie sich wünschen, dass alles so sein soll wie vor dem traurigen Ereignis.
So gehen sie miteinander. (Figuren stets langsam weiterbewegen)
Plötzlich gesellt sich einer zu ihnen. (Jesusfigur dazustellen) Sie haben diesen Fremden gar nicht kommen sehen. Er ist einfach da. Und er fragt die beiden: »Was ist passiert?« Und die beiden erzählen. Die beiden können sich alles von der Seele reden: »Wir haben Jesus sehr gemocht. Wir haben gehofft, dass mit Jesus alles anders und besser wird für die Menschen. Jetzt sind wir so traurig, weil er tot ist. Und wir wissen nicht, wie es jetzt weitergeht. Es gibt auch Gerüchte, dass Jesus wieder lebendig ist. Aber das sind natürlich nur Gerüchte. Denn das ist Unsinn.«
Ich frage mich: Wie ist das, wenn jemand wirklich zuhört?
(Wie oben)
Der Fremde hört zu. (Alle drei Figuren stetig weiterbewegen) Und dann erzählt er. Er erzählt davon,
… wie Gott Jesus ausgesucht und in die Welt geschickt hat als Messias, als Retter.
… dass Jesus so gelebt hat, wie Gott es will.
… wie Jesus für die Menschen da war und er Kranken und Traurigen geholfen hat.
… wie Jesus sich um Einsame und Verachtete gekümmert hat.
… wie er sich für alle Menschen eingesetzt hat und deshalb mit den Mächtigen Streit bekommen hat.
… wie er die Menschen wieder mit Gott zusammengebracht hat.
… und wie er bereit war, für seine Überzeugung sogar zu sterben, weil er wusste: Gott ist bei ihm.
Schließlich kommen sie in Emmaus an. (Figuren zum Ende des Weges gehen lassen) Es ist Abend geworden. Und die beiden laden den Fremden ein, gemeinsam zu Abend zu essen. (Brot zu den Figuren legen) Der Fremde nimmt das Brot (Brot nehmen), dankt Gott dafür, bricht es auseinander (Brot teilen) und gibt jedem der Freunde ein Stück (zu jedem ein Stück legen) Da erkennen sie ihn. Es ist Jesus!
Im nächsten Moment ist Jesus weg. (Jesusfigur wegnehmen) Doch das ist jetzt für die Freunde gar nicht mehr schlimm.
Ich frage mich: Was hat sich für die beiden Freunde verändert?
Was werden sie jetzt wohl machen?
(Wie oben)
Den beiden Freunden ist warm ums Herz geworden. Das hat schon unterwegs angefangen, als Jesus mit ihnen gegangen ist. Diese Wärme ist immer noch da, weil Jesus lebt. Weil er bei ihnen ist – auch wenn sie ihn nicht sehen. Deshalb stehen die beiden auf und laufen zurück nach Jerusalem.
(Figuren rasch den Weg zurücklaufen lassen) Denn das sollen alle erfahren.
Peter Hitzelberger (Hg)
Jesus-Geschichten mit Legematerial erzählen
Wer weiteres Material zu den Passions- und Ostergeschichten möchte und zusätzliche Informationen zu den biblischen Texten oder Impulsen für das Gespräch mit den Kindern für hilfreich erachtet, ist mit diesem Buch an der richtigen Stelle.
Außer dem oben Genannten enthält es aussagekräftige Fotos, die kompletten Erzähltexte, Hinweise zum Legematerial sowie Gebets- und Liedvorschläge.
€ 21,00; Best.-Nr. 2178
junge-gemeinde.de

Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeDa rief Gott nach Samuel (Bibelhits. 100 Kinderlieder zum Alten und Neuen Testament 45)
Siehe hierzu unter »Liturgische Elemente«
Oder Psalm 121 in einfacher Sprache, ergänzt durch einen Kehrvers (fett):
Gott behütet mich, heute und immer.
Ich schaue hinauf zu den Bergen.
Woher kommt Hilfe?
Mir hilft Gott.
Gott behütet mich, heute und immer.
Er hat Himmel und Erde gemacht.
Gott passt auf. Dann gehst du sicher.
Gott passt auf. Er ist immer wach.
Was immer du tust, Gott ist da.
Gott behütet mich, heute und immer.
Am Tag, wenn die Sonne scheint.
Und in der Nacht,
wenn der Mond am Himmel ist.
Gott behütet dich vor allem Bösen.
Gott behütet mich, heute und immer.
Deine Seele bleibt gesund.
Gott behütet dein Ende.
Und deinen neuen Anfang.
Jetzt, heute, morgen, jeden Tag, immer.
Gott behütet mich, heute und immer.
Gott gebe uns Mut.
(Mit der Faust auf die Brust klopfen)
Gott gebe uns Kraft.
(Arme anwinkeln und Muskeln anspannen)
Gott mache uns klug.
(Mit Zeigefinger an Stirn und wieder wegbewegen)
Gott lasse uns immer spüren, dass er da ist. (Sich selbst umarmen)
Über dir, unter dir und um dich herum.
(Hände nach oben, nach unten, dann um sich selbst drehen)
Amen. (Hände falten)
Kreative Umsetzung der GeschichteEs ist wichtig, dass Kinder von Erwachsenen gehört und ernst genommen werden. Daher werden im Anschluss an die Erzählungen kleine Szenen zum Thema gespielt: »Ich errege bei einem Erwachsenen Aufmerksamkeit.«
Anschließend findet ein Austausch statt:
Aus einem (bemalten) Papier/Karton wird eine Flüstertüte gerollt, die auch als Hörrohr verwendet werden kann.

(Beide Fotos: Friederike Heinzmann)
wird ein Kind auf Papier aufgemalt. Die Kinder können in dieses Kind Heldeneigenschaften malen/schreiben (siehe hierzu auch »Zur Gestaltung der Reihe«)


Ihr könnt diese Biegepuppe (12 cm hoch) nach Belieben auch für andere Personen verwenden. Zusammen mit einigen weiteren Biegepuppen* kann die Samuelgeschichte den Kindern eindrücklich erzählt werden.
€ 9,70; Best.-Nr. 664
* Z. B. mit dem Biegepuppen-Schnupperset 1 (Best.-Nr. S676) und Biegepuppen-Schnupperset 2 (Best.-Nr. S677).
David und Goliat
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Passt zum nächsten Sonntag
Die Bilder von Petra Lefin bieten eine weitere Möglichkeit, die Geschichte vom mutigen, kleinen Hirtenjungen zu erzählen.
€ 18,00; Best.-Nr. 3266
Erzählung für JüngereEs ist Nacht. Samuel liegt in seinem Bett. Samuel ist ein Kind. Er wohnt an einem besonderen Ort. Er wohnt in einem Tempel. Ein Tempel ist so etwas Ähnliches wie eine Kirche. Menschen treffen sich dort, um zu Gott zu beten. Dort wohnt auch der Priester Eli. Eli ist ein Mann Gottes. Er kennt sich gut aus mit Gott. Samuels Mama möchte, dass Samuel auch ein Mann Gottes wird. Deshalb wohnt Samuel bei Eli.
Jetzt liegt Samuel im Bett. Auch Eli schläft schon. Plötzlich hört Samuel eine Stimme: »Samuel.«
Überrascht setzt sich Samuel im Bett hin. Dann steht er auf und geht zu Eli. »Was Eli wohl mitten in der Nacht von ihm will?« Samuel weckt Eli: »Hier bin ich. Du hast mich gerufen.« Eli reibt sich müde die Augen. »Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen.«
Samuel legt sich wieder ins Bett. Gerade, als er eingeschlafen ist, hört er wieder die Stimme: »Samuel.« Samuel wundert sich. Er steht auf und geht zu Eli: »Hier bin ich. Du hast mich gerufen.« Eli wird jetzt ein bisschen wütend. Er schickt Samuel wieder zurück ins Bett. Samuel zieht die Bettdecke über den Kopf und schläft ein. Plötzlich hört er wieder die Stimme: »Samuel.« Samuel erschrickt. Außer ihm und Eli ist doch niemand im Tempel. Wieder geht Samuel zu Eli. Er weckt Eli. Samuel sagt: »Du hast mich gerufen.« Eli schüttelt den Kopf. Dann kratzt er sich am Kopf. »Das könnte es sein«, sagt Eli nachdenklich. »Samuel, das ist die Stimme Gottes, die du hörst. Wenn du sie das nächste Mal hörst, sagst du: ›Rede. Ich höre dir zu.‹«
Samuel legt sich wieder hin und schläft ein. Da hört er wieder die Stimme: »Samuel.« Da sagt Samuel: »Hier bin ich. Rede. Ich höre dir zu.« Und Gott redet mit Samuel. Gott hat eine wichtige Botschaft für Samuel. Samuel soll sie Eli weitersagen. Aber was Gott da sagt, ist gar nicht gut für Eli. Samuel erschrickt.
Am nächsten Morgen möchte Eli wissen, was Gott zu Samuel gesagt hat. Samuel schüttelt traurig den Kopf. Er traut sich nicht, Eli zu sagen, was er gehört hat. Eli will das bestimmt nicht hören. Eli wird ihm nicht glauben. Eli wird denken: »Samuel ist ja nur ein Kind.«
Aber da täuscht sich Samuel. Eli möchte alles wissen, auch das Schreckliche. Eli hört gut zu. Er sagt zu Samuel: »Ich glaube dir. Das war Gott, der mit dir geredet hat. Er wird tun, was er für richtig hält.«
Ab da redet Gott immer wieder mit Samuel. Samuel bekommt viele Botschaften von Gott. Er erzählt sie weiter. Samuel ist ein Held Gottes.
Erzählung für ÄltereSpielszene
Die Erzählperson verkleidet sich.
Ich bin ein Kind. Ich heiße Samuel. Ich bin ein kleiner Held Gottes. In der Bibel stehen Geschichten von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichten nicht. Eine Geschichte handelt vom Hören und Gehörtwerden. Aber das wusste ich am Anfang nicht. Ich wusste nicht, dass ich hinhören und Gott zuhören muss. Und ich wusste auch nicht, dass es Mut braucht, Gottes Botschaft weiterzugeben. Und dass es wichtig ist, dass andere mir zuhören, wenn ich eine Botschaft habe. Wir Kinder erleben es ja oft, dass uns nicht geglaubt wird. Oft denken die Erwachsenen, wir sind zu klein. Sie hören uns nicht zu. Sie denken, wir wissen nichts oder wissen zu wenig. Sie denken, wir sind nicht stark oder mutig genug. Sie fragen sich: »Was kann ein Kind schon ausrichten?«
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Gott redet auch mit uns Kindern. Wir haben Botschaften. Und die Erwachsenen müssen uns zuhören.
Meine Geschichte beginnt eigentlich bereits vor meiner Geburt. Meine Mutter hat lange kein Kind bekommen. Dabei hat sie sich so sehr gewünscht, dass ich geboren werde. Immer wieder hat sie Gott darum gebeten. Sie hat Gott versprochen, dass ich ein Mann Gottes werde, wenn ich groß bin. Und dann wurde meine Mutter endlich schwanger, und ich kam zur Welt. Meine Mutter hielt ihr Versprechen. Damit ich ein Mann Gottes werde, wohne ich jetzt bei Eli. Eli ist ein Priester. Er ist selbst ein Mann Gottes. Ich wohne bei Eli im Tempel. Eli lehrt mich alles, was er über Gott weiß. Eli zeigt mir, wie man Gottesdienste feiert und die richtigen Gebete spricht.
Und dann kommt diese eine Nacht …
Wie jeden Abend lege ich mich im Tempel schlafen. Nur die Lampe Gottes brennt noch. Auch Eli hat sich bereits hingelegt und schläft. Plötzlich werde ich wach. Da hat mich doch jemand gerufen. Ganz deutlich habe ich meinen Namen gehört: »Samuel.« Ich gehe zu Eli und wecke ihn. Aber er hat mich nicht gerufen. Er schickt mich wieder ins Bett.
Gerade als ich eingeschlafen bin, höre ich wieder diese Stimme: »Samuel.« Wieder gehe ich zu Eli und wecke ihn. Eli wird langsam wütend. Erwachsene mögen es nicht, wenn wir Kinder sie im Schlaf stören. Oft denken sie: »Da ist doch nichts. Es gibt also keinen Grund, dass die Kinder uns wecken.« Eli schickt mich zurück in mein Bett.
Im Bett ziehe ich die Decke über den Kopf. Ich will nichts hören: keine Stimme und auch keine anderen Geräusche. Aber als ich schlafe … wieder: »Samuel.« Mir ist ganz schlecht. Im Tempel ist doch niemand. Deshalb wird Eli wieder sagen, dass er mich nicht gerufen hat. Aber wer soll es denn sonst sein?
Weil ich mir nicht anders zu helfen weiß, gehe ich doch zu Eli. Zögerlich wecke ich ihn. Eli reibt sich die Augen. Jetzt denkt er nach. Er kratzt sich am Kopf. Dann murmelt er: »Ja … das könnte sein.« Etwas lauter sagt er zu mir: »Samuel, das ist Gott. Wenn du das nächste Mal die Stimme hörst, antwortest du: ›Rede, Herr, dein Knecht hört.‹« Damit schickt mich Eli wieder ins Bett.
Erneut lege ich mich hin. Und zum vierten Mal höre ich die Stimme. Aber jetzt weiß ich, was ich zu tun habe. Also antworte ich: »Rede, Herr, dein Knecht hört.« Und dann beginnt Gott, mit mir zu reden. Lange und viel. Ich höre zu. Lausche seinen Worten. Spüre sie in meinen Ohren und in meinem Herzen. Aber was ich da höre, macht mir Angst. Gott hat eine Botschaft für Eli. Ich soll sie Eli weitersagen.
Doch das, was Gott da sagt, ist keine gute Botschaft. Die Botschaft bedeutet nämlich Unheil für Eli und seine Familie. Also wird Eli die Botschaft nicht hören wollen. Und wenn ich sie ihm sage, wird er mir nicht glauben. Er wird denken: »Ach, der Samuel ist ja noch ein Kind. Das hat eben schlecht geträumt.«
Aber da täusche ich mich über Eli.
Denn am nächsten Morgen möchte Eli genau wissen, was Gott gesagt hat. Zuerst traue ich mich gar nicht, etwas zu erzählen. Aber Eli ermutigt mich, jedes Wort zu sagen und nichts zu verheimlichen. Und so rede ich. Ich überbringe ihm die Botschaft Gottes. Zum Schluss nickt Eli traurig und sagt: »Ja, das war Gott, der da mit dir gesprochen hat. Gott wird tun, was er für richtig hält.« Ich war erleichtert: Eli glaubt mir.
Nach Eli werden mir noch viele andere Menschen glauben. Könige und solche, die einmal König werden. Gott führt durch mich sein Volk in einer Zeit des Umbruchs. Viel verändert sich. Ich bin Gottes Prophet. Durch mich nimmt Gott Einfluss auf das Leben von Menschen.
Das ist meine Geschichte mit Gott, sie zeigt: Wir kleinen Heldinnen und Helden müssen zuhören und hinhören und uns dann Gehör verschaffen. Und in allen von uns steckt ein Held oder eine Heldin.
Heute sind zwei Bücher in der Bibel nach mir benannt. Schaut mal, wo ihr sie findet.
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeIn diesem Gottesdienst kann Psalm 23 gesprochen werden. Dieser Psalm wird David zugeschrieben, der als Hirtenjunge Schafe hütet. Das Bild vom Hirten, der sich um die Schafe kümmert, wird im Psalm auf die Beziehung zwischen Gott und Menschen übertragen.
Kreative Umsetzung der GeschichteNach der Erzählung wird dieses bekannte Spiel – jetzt mit »Goliath« – gespielt.
Auf eine Papierrolle wird der Umriss einer zwei Meter großen Figur gezeichnet und aufgehängt. Die Kinder stellen sich davor. Sie können sich zu folgenden Fragen äußern:
Anschließend wird gemeinsam überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, solche Riesen zu besiegen.
Die Ideen der Kinder werden nach Möglichkeit umgesetzt.
Die Figur vom vergangenen Sonntag kann ebenfalls weiter mit »Heldeneigenschaften« ausgefüllt und beschriftet werden (siehe hierzu auch »Zur Gestaltung der Reihe«)
(Foto: Friederike Heinzmann)
Mit den Kindern werden kleine Mutsymbole gesucht und gebastelt: Handschmeichler aus einem Stein, der beschriftet oder bemalt wird; ein Glücks(klee)blatt aus Papier ausgeschnitten und ein Mut machender Bibelvers draufgeschrieben … (s. Foto, Ecke unten links).
Aus Pappbechern und Luftballons (s. restlicher Teil des Fotos).

Mutig ist, wer Hilfe holt!
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater
Was hilft bei Mobbing unter Kindern? Ferri der Fisch versteht die Welt nicht mehr: Plötzlich sind alle gemein zu ihm.
Mit einer klar strukturierten Handlung und sympathischen Protagonisten, in die sich die Kinder gut einfühlen können, zeigt die Geschichte die Mechanismen von Mobbing kindgerecht auf.
16 DIN-A3-Bildkarten inkl. sofort verwendbarem Erzählvorschlag. Für Grundschule, Kita- und Kindergruppen geeignet.
Erzählung für JüngereDavid ist ein Hirtenjunge. Er hütet Schafe und Ziegen. Das heißt, er passt auf sie auf. David ist das jüngste Kind in der Familie.
Dann gibt es Krieg. Davids Brüder müssen gegen die Philister kämpfen. Die Philister sind die Feinde. Eines Tages schickt Davids Papa ihn zu seinen Brüdern. »Schau nach, wie es deinen Brüdern geht und bring ihnen etwas zu essen«, sagt der Papa. David geht zu seinen Brüdern. Sie sind in einem Lager mit vielen Zelten. Alle dort sind Soldaten. Alle müssen gegen die Philister kämpfen. Aber sie haben große Angst.
Bei den Philistern gibt es einen Riesen. Er ist viel größer als alle anderen. Er ist stark. Er kann gut kämpfen und er hat ein scharfes Schwert. Der Riese heißt Goliath. Goliath macht sich über Gott und über Davids Volk lustig. Dann sagt Goliath: »Wenn mich einer von euch besiegt, dann gewinnt ihr.«
David sieht und hört Goliath. David geht zu König Saul. David sagt zu ihm: »Ich kämpfe gegen Goliath.« König Saul findet das keine gute Idee. David ist viel zu klein und zu jung dafür. David sagt ihm: »Wenn ich die Schafe hüte, muss ich gut aufpassen. Ich muss sie vor wilden Tieren beschützen. Ich habe schon gegen Löwen und Bären gekämpft.« Jetzt sagt König Saul Ja. Er gibt David eine schwere Rüstung, einen Helm und ein Schwert. Aber das ist alles zu groß und zu schwer für David. Stattdessen geht David zum Bach. Dort gibt es viele Steine. Richtige Mutsteine. Er sammelt fünf Steine. David braucht die Steine für seine Steinschleuder. Mit der kann er richtig gut schießen.
Und dann ist es so weit, David geht zu den Philistern. Als der Riese Goliath den kleinen David sieht, fängt Goliath laut an zu lachen. Er lacht David und Gott aus. Aber Goliath ärgert sich auch. Er will nicht gegen ein Kind kämpfen. Das ist doch viel zu einfach. Er will gegen einen starken, großen, gefährlichen Soldaten kämpfen. Goliath sagt gemeine Sachen über David und über Gott. David wehrt sich. Er sagt: »Ich kämpfe zusammen mit Gott. Ich werde dich besiegen.« Das macht Goliath so wütend, dass er sein Schwert zieht. Er greift an. David nimmt einen Stein. Er legt ihn in die Steinschleuder, zielt und trifft den Riesen genau am Kopf. Goliath fällt um. Er bleibt wie tot liegen. David hat den Riesen Goliath besiegt. Gott hat David geholfen. Der kleine Hirtenjunge David wird ein großer Held.
Später heiratet er die Prinzessin und wird König. Außerdem dichtet er viele Lieder. Die Geschichte zeigt: Manchmal muss man über sich hinauswachsen. Gott hilft uns. Gott macht uns zu Heldinnen und Helden.
Erzählung für ÄltereSpielszene
Die Erzählperson verkleidet sich.
Ich bin ein Kind. Ich heiße David. Ich bin ein kleiner Held Gottes. In der Bibel stehen Geschichten von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichten nicht. Eine dieser Geschichten handelt davon, dass man manchmal mutig über sich hinauswachsen muss. Man muss sich dem stellen, was Angst macht. Gott hilft dabei. Aber das wusste ich am Anfang noch nicht. Wir Kinder erleben es ja oft, dass Erwachsene denken, wir Kinder seien ängstlich. Sie glauben, wir Kinder sind nicht mutig und stark. Sie fragen sich: »Was kann ein Kind schon ausrichten?«
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Gott gibt uns Mut. Mit Gottes Hilfe können wir über uns hinauswachsen und die Angst und das Böse besiegen.
Alles beginnt damit, dass ich wie an jedem Tag die Schafe und Ziegen hüte. Ich passe auf, dass ihnen nichts passiert. Während ich aufpasse, mache ich oft Musik. So auch heute. Da kommt einer meiner Brüder zu mir. Ihr müsst wissen: Ich habe sieben Brüder und zwei Schwestern. Ich bin der Jüngste. Mein Bruder sagt: »Der Prophet Samuel ist da.« Samuel ist auch ein Held Gottes. Der will mich sehen. Mich! Obwohl ich ein Kind bin. Als Samuel mich sieht, sagt er: »Du wirst einmal König von Israel.« Ich kann das gar nicht glauben. Ich bin doch nur ein Hirtenjunge.
Aber dann kommt der Krieg. Die Philister kämpfen gegen uns. Meine Brüder müssen in den Krieg ziehen. Ich bin zu jung dafür. Eines Tages schickt mich mein Vater zu meinen Brüdern. Er sagt: »Bring deinen Brüdern zu essen und schaue nach, wie es ihnen geht.« Ihr müsst wissen: Krieg ist gefährlich. Es passieren schlimme Dinge und es sterben Menschen. Mein Vater hat große Angst um meine Brüder. Ich auch. Mit dem Essen komme ich im Lager unserer Soldaten an. Meine Brüder sind ganz vorne.
Man sieht die Philister. Einer der Philister ist viel größer als alle anderen. Er ist ein Riese. Er heißt Goliath. Er ist gut bewaffnet und sieht gefährlich aus. Dann brüllt er plötzlich mit donnernder Stimme los. Vor Schreck wird mir schlecht. Auch ich bekomme Angst. Goliath brüllt: »Ihr Feiglinge! Hat euer Gott euch verlassen? Kämpft endlich gegen mich. Wenn einer von euch mich besiegt, dann gewinnt ihr den ganzen Krieg.« Goliath beleidigt meine Brüder, mein Volk und unseren Gott. So eine Unverschämtheit!
»Ich werde gegen ihn kämpfen!«, denke ich wütend und stapfe zu König Saul. »Was? Du willst gegen den Riesen Goliath kämpfen?« König Saul mustert mich von oben bis unten. König Saul sieht ängstlich und traurig aus. »Das ist viel zu gefährlich. Du bist doch nur ein Kind.« Mutig sage ich: »Hab keine Angst, König Saul. Als Hirtenjunge habe ich schon gegen Löwen und Bären gekämpft. Ich muss doch die Lämmer und Schafe beschützen.«
Ich sehe dem König an, dass er mich immer noch für zu klein und zu schwach hält. Doch er gibt mir eine Rüstung und ein Schwert. Aber das passt mir alles nicht. Es ist zu groß und zu schwer für mich. Ich gehe zum Bach. Ich weiß: Gott ist bei mir. Gott gibt mir Mut.
Am Bach sehe ich fünf Steine. Es sind gute Steine für meine Steinschleuder. Genau die brauche ich. Ich stecke sie in meine Tasche. Ich atme noch einmal tief durch. Ich muss tun, was getan werden muss. Dann gehe ich in Richtung Philister.
Goliath sieht mich schon von weitem. Er fängt an zu lachen. Dann wird er furchtbar wütend: »Was? Ihr Feiglinge! Habt ihr nichts Besseres aufzubieten als ein Kind? Ich soll gegen ein Kind kämpfen?« Wieder beleidigt Goliath uns und Gott. Mutig rufe ich ihm entgegen: »Ich werde dich besiegen! Gott ist an meiner Seite.« Das macht Goliath noch wütender. Er zieht sein Schwert und greift an. Ich fasse in meine Tasche, nehme einen der Steine und lege ihn in meine Schleuder. Dann fange ich an, sie zu schwingen. Ich ziele. Und … Schuss!
Goliath fällt um. Ich habe ihn genau am Kopf getroffen. Hinter mir bricht Jubelgeschrei aus. Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin ein Held Gottes.
Viel passiert dann noch, bis ich selbst König werde, wie der Prophet Samuel es gesagt hat: Ich musiziere für König Saul. Heirate seine Tochter Michal. Und erlebe Abenteuer mit Jonathan, dem Sohn von König Saul.
Als ich dann König bin, werde ich der berühmteste König Israels. Noch heute träumen die Menschen von der Zeit, als ich König war.
In meiner Heimatstadt Bethlehem wird lange nach mir Jesus geboren. Der Sohn Gottes ist einer meiner Nachkommen. Er tritt in meine Fußstapfen … und übertrifft mich! Aber das ist eine andere Geschichte.
In meiner Geschichte mit Gott, zeigt sich: Wir kleinen Heldinnen und Helden müssen manchmal über uns hinauswachsen und die Angst besiegen. Gott ist an unserer Seite. Er schenkt uns Mut. Und in allen von uns steckt ein Held oder eine Heldin.
Zugänge für den VorbereitungskreisZunächst wird im Vorbereitungskreis gesammelt, was über die biblische Figur Miriam bereits bekannt ist. (Siehe hierzu auch »Erzählung für Ältere«)
Dann wird die Bibelgeschichte 2. Mose 2,1–10 gelesen.
Im Anschluss findet ein Austausch über das Gelesene statt:Was ist neu?
Was überrascht?
Was irritiert?
Was gefällt mir an dem Text?
Wo habe ich meine Probleme damit?
Was kann der Text uns und Kindern heute mitgeben?
Zum Text / Zum ThemaIn Ägypten werden die Israeliten vom Pharao versklavt und unterdrückt. Alle neugeborenen, männlichen Nachkommen des Volkes Israel sollen sterben, um das Volk zu schwächen.
Auch das Leben des kleinen Mose ist bedroht. Die Mutter kann ihren Sohn die ersten Monate verstecken. Später wird er in einem Korb am Nilufer versteckt. Moses Schwester Miriam bleibt in der Nähe und beobachtet das Geschehen.
Als die Pharaonentochter das Baby findet und erkennt, dass es sich um ein Kind der Israeliten handelt, wird Miriam aktiv. Sie hilft der Prinzessin aus der Zwickmühle. Miriam hat bemerkt, dass diese Mitleid mit dem kleinen Jungen hat. Deshalb bietet sie an, eine Amme für das Baby zu finden – die eigene Mutter. Der kleine Bruder wird gerettet und kehrt zu seiner Familie zurück. Miriams kluge und mutige Tat ermöglicht die spätere Rettung des Volkes Israel durch Mose.
Auch am Auszug aus Ägypten und der Wüstenwanderung ist Miriam beteiligt. Im sogenannten Miriam-Lied, einem der ältesten Texte der Bibel (2. Mose 15,20–21), besingt sie die Rettung und den Sieg Gottes über die ägyptischen Verfolger. Dabei leitet sie die Frauen im Singen und Tanzen an. Zudem wird sie als Prophetin bezeichnet.
Später stellt sie – zusammen mit dem Bruder Aaron – die Position Moses infrage. Vermutlich steckt hinter diesem Verhalten Neid und Eifersucht auf den jüngeren Bruder. Miriam erkrankt daraufhin für kurze Zeit und muss sich isolieren. Nach Moses Fürbitte wird sie sieben Tage später geheilt.
Die Kinder und der Text / das Thema
Kinder identifizieren sich stark mit dieser Geschichte. Besonders für Jungen ist der Befehl zur Tötung aller männlichen Kinder erschreckend.
Umso tröstlicher, dass Mose durch das geschickte und kluge Handeln seiner großen Schwester gerettet wird. Geistesgegenwärtig rettet sie den Bruder und bringt ihn zur Familie zurück.
Dass Geschwister Verantwortung füreinander übernehmen, erfahren Kinder mit Geschwistern tagtäglich. Trotzdem kennen sie auch Streit, Eifersucht und Neid untereinander.
Auch dass Miriam singt und tanzt, ist für Kinder anschlussfähig, da viele Kinder ebenfalls Freude an Musik und Tanz haben.
Miriam lädt Kinder ein, sich mit ihr zu identifizieren und sich in Stärke, Klugheit und Verantwortungsbewusstsein von ihr hineinzuversetzen.

Liturgische ElementeMiriam ist als kleine Heldin für den Sonntag Kantate vorgesehen. »Kantate« ist das lateinische Wort für »Singet«. In vielen Gottesdiensten wird an diesem Sonntag ein Schwerpunkt auf Gesang und Musik gelegt. Miriam ist für ihr Miriamlied in der Bibel bekannt.
Es bietet sich daher auch im Kindergottesdienst an, einen Schwerpunkt auf Musik und Gesang zu legen.
Als Israel in Ägypten war
(KuS 338, EGplus 91, HuT 405);
Im Lande der Knechtschaft
(KuS 341, KG 167, HuT 400);
Tanzen, ja tanzen wollen wir und springen
(Gotteslob 462, EGplus 154)
Der gemeinsame Psalm (z. B. Psalm 121) kann in diesem Gottesdienst durch einen gesungenen Kehrvers ergänzt werden (z. B. Refrain oder Strophe eines bekannten Liedes).
Kreative Umsetzung der GeschichteZum Thema »Mose im Körbchen« gestalten die Kinder eine große Kollage.
Im Internet gibt es hierzu zahlreiche Ideen. Z. B. werden leere Flaschen mit Splitt, Reis, Linsen befüllt und zugeschraubt. Anschließend können sie mit Transparentpapier, Wolle oder Stickern beklebt werden.
Oder Flaschen werden teilweise mit Wasser befüllt. Durch kräftiges Pusten über den offenen Rand entsteht ein Ton. Je nach Wassermenge ist er unterschiedlich.
Mit den selbstgebastelten Instrumenten wird im Anschluss musiziert.
Foto rechts: Friederike Heinzmann

Erzählung für JüngereEs ist ein heißer Tag am Nil. Der Nil ist der große Fluss in Ägypten. Am Nilufer stehen viele Hütten. Das sind kleine Häuser, in denen Menschen wohnen. Die Menschen, die dort wohnen, werden Israeliten genannt. Die Menschen sind sehr arm. Sie müssen hart arbeiten. Sie sind Sklaven. Sie müssen tun, was ihnen die Ägypter befehlen.
Miriam wohnt mit ihrer Familie in einer der Hütten. Bald wird Miriam eine große Schwester sein. Ihre Mutter bekommt wieder ein Kind. Eigentlich freut sich Miriam. Sie wünscht sich ein Geschwisterchen. Aber gleichzeitig ist sie auch traurig und hat Angst. Der Pharao hat seinen Soldaten einen schlimmen Befehl gegeben. Der Pharao ist der König der Ägypter. Und er hat Angst vor den Israeliten. Er denkt: »Bald machen die Israeliten einen Aufstand gegen mich. Dann sagen sie: ›Wir wollen nicht mehr so hart arbeiten.‹« Deswegen sagt der Pharao zu seinen Soldaten: »Tötet alle kleinen Jungen der Israeliten.« Miriam kennt diesen schlimmen Befehl.
Dann ist es soweit. Miriams kleiner Bruder kommt zur Welt. Miriam und ihre Mama verstecken das Baby, damit die ägyptischen Soldaten es nicht finden. Sie nehmen einen Korb und machen ihn wasserdicht. Kein Wasser kann in den Korb kommen.
Dann legt die Mama das Baby in den Korb. Miriam bringt den Korb mit dem Baby zum Nil. Am Ufer wächst Schilf. Das sind Pflanzen, die aussehen wie großes Gras. Im Schilf versteckt Miriam den Korb. Auch sie versteckt sich. Sie passt auf, dass nichts passiert. Am Nil gibt es nämlich Schlangen und Krokodile und Menschen. Sie alle können das Baby im Korb finden.
An diesem Tag badet die Tochter des Pharaos im Nil. Ihre Dienerinnen sind bei ihr. Miriam kann sie beobachten. Sie sieht auch, wie die Tochter des Pharao den Korb entdeckt. Als sie das kleine Baby sieht, ist sie sehr überrascht. Und schnell merkt sie auch, dass es ein Kind der
Israeliten ist. Da beschließt die Tochter des Pharao: »Das Kind soll leben.«
Da hat Miriam eine Idee. Mutig kommt sie aus ihrem Versteckt und geht zur Tochter des Pharaos. Sie sagt: »Pharaonentochter, ich kann dir helfen. Ich kenne eine Frau, die das Baby stillen kann. Sie kann ihm Milch zu trinken geben.« Die Pharaonentochter freut sich: »Bring die Frau zu mir.« Miriam läuft nach Hause und holt ihre Mama. Jetzt darf das Baby bei seiner richtigen Mama und Familie sein. Doch vorher gibt die Pharaonentochter dem Baby den Namen Mose.
Später wird Mose ein wichtiger Mann. Er befreit mit Gottes Hilfe die Israeliten aus Ägypten. Miriam ist dabei. Nach der Rettung singt und tanzt Miriam vor Freude. Miriam ist eine Heldin Gottes.
Erzählung für Ältere
Spielszene
Die Erzählperson verkleidet sich.
Ich bin ein Kind. Ich heiße Miriam. Ich bin eine kleine Heldin Gottes. In der Bibel steht eine Geschichte von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichte nicht. Es ist eine Geschichte von Klugheit, Einfallsreichtum, Mut und Liebe. Wir Kinder erleben oft, dass uns etwas nicht zugetraut wird. Oft denken die Erwachsenen: »Die Kinder sind zu klein. Sie sind noch nicht stark und mutig genug.« Doch oft unterschätzen sie unseren Einfallsreichtum.
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Er macht uns schlau und gibt uns gute Ideen. Und er hilft uns so, anderen zu helfen.
Meine Geschichte beginnt kurz vor der Geburt meines kleinen Bruders. Wir leben in Ägypten. Meine Familie gehört zum Volk Israel. Wir werden auch Israeliten oder Hebräer genannt.
Der Pharao herrscht über das Land. Er wird wie ein Gott verehrt. In Ägypten werden große Paläste und Pyramiden gebaut. Dafür braucht es unzählige Arbeiterinnen und Arbeiter. Das sind wir Israeliten. Für die Ägypter sind wir Sklaven. Ohne Rechte, ohne Würde. Unser Leben zählt nichts für sie. Aber wir sind viele. Das weiß der Pharao und seine Beamten. Sie haben Angst vor einem Aufstand. Deshalb wollen sie unser Volk schwächen. Der Pharao gibt den Befehl: »Tötet alle kleinen, israelitischen Jungs.«
Und da wird mein kleiner Bruder geboren. Ich weiß, er ist in Todesgefahr. Immer wieder durchsuchen ägyptische Soldaten die Hütten, in denen wir wohnen. Aber meine Mutter hat eine Idee. Wir nehmen einen Korb und machen ihn wasserdicht. Hinter unserer Hütte ist das Nilufer. Dort wächst viel Schilf. Darin können wir den Korb verstecken, wenn die Soldaten wiederkommen. Trotzdem ist es gefährlich für meinen Bruder. Am Nilufer gibt es Schlangen und Krokodile und der Korb kann entdeckt werden.
Dann kommen die Soldaten wieder. Wir hören sie von weitem: ihre schweren Schritte und das Klirren der Schwerter. Schnell lege ich meinen Bruder in den Korb und gehe ans Nilufer. Dort verstecke ich den Korb. Auch ich verstecke mich. Ich passe auf, dass meinem Bruder nichts passiert.
Plötzlich kommen einige ägyptische Frauen. Sie haben feine Kleider an und tragen Schmuck. Eine sieht besonders prächtig aus. Es ist die Tochter des Pharaos.
Die Frauen setzen sich ans Nilufer und gehen baden. Dabei kommen sie meinem Bruder sehr nahe. Gefährlich nahe. Gleich werden sie den Korb entdecken! Und dann ist es so weit: Die Pharaonentochter sieht den Korb. Eine Dienerin bringt ihn zu ihr. Schnell öffnet die Pharaonentochter das Körbchen … und ist überrascht! Ein Baby hat sie nicht erwartet. Ich sehe sofort: Die Pharaonentochter findet meinen kleinen Bruder einfach nur süß. Vorsichtig nimmt sie ihn heraus und wiegt ihn sanft in den Armen. Dann erstarrt sie. Sie hat gemerkt, dass sie ein hebräisches Kind im Arm hält. Ein Kind, das ihr Vater töten will.
Da habe ich eine Idee. Ich wage mich aus meinem Versteck und gehe auf die Pharaonentochter zu. Dann nehme ich all meinen Mut zusammen, verneige mich und sage: »Ich sehe, ihr habt ein Kind gefunden. Ich weiß eine Amme, die das Kind stillen kann.« Natürlich habe ich dabei unsere Mutter im Kopf. »Diese Amme kann dem Kind Milch geben. So lange, bis es alt genug ist und ihr das Kind zu euch nehmen könnt.« Die Pharaonentochter beginnt zu strahlen. »Was für ein kluges Mädchen!«, ruft sie. »Genau so machen wir es. Bring diese Amme zu mir.« Dann lächelt sie meinen Bruder liebevoll an und sagt: »Dir wird nichts geschehen, mein kleiner Mose. Das ist mein Name für dich. Denn ich habe dich aus dem Nil gezogen.«
Als Mose groß ist, wird er der Anführer der Israeliten. Im Auftrag Gottes führt er das Volk aus Ägypten. Auch ich bin dabei und an seiner Seite. Als Gott das Volk vor den ägyptischen Verfolgern gerettet hat, tanze und singe ich für Gott. Die anderen Frauen tun es mir nach. Mein Lied, das ich dabei singe, wird Miriamlied genannt und steht in der Bibel. Dort werde ich auch als Prophetin bezeichnet.
Die Bibel erzählt auch von meiner Eifersucht auf die Geschwister. Aber trotzdem halten wir Geschwister zusammen.
Und so kann Gott durch meine Klugheit, meinen Mut und die Liebe zu meinem Bruder Großes bewirken. Ich werde zu einem großen Vorbild für viele Frauen und Mädchen. Viele Frauen, gerade auch zur Zeit Jesu, werden nach mir benannt. Sie heißen entweder Miriam, das ist hebräisch, oder Maria, das ist griechisch, oder Maryam das ist arabisch und islamisch.
Das ist meine Geschichte mit Gott, sie zeigt: Manchmal braucht es die richtige Idee, Mut und Liebe. Und in allen von uns steckt ein Held oder eine Heldin.
Ulrich Walter
Den Schöpfungskreis mit Kindern entdecken
Unter der Überschrift »Gott befreit aus der Knechtschaft (Mose und Miriam)« enthält dieses Buch einen interessanten Aspekt aus dem Leben der Heldin Miriam.
€ 18,00; Best.-Nr. 2144
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeUnser Leben sei ein Fest
(KuS 438, HuT 418, MKL1 33);
Kommt mit Gaben und Lobgesang
(EG 229, KuS 274)
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Geschichte wird erzählt (für Jüngere und Ältere). Dazu oder anschließend wird die Geschichte gespielt. Hierzu werden im Vorfeld die Rollen verteilt: Familie/Volk, Jünger, Junge, Jesus. Requisiten wie Tücher, Körbe, Krüge, Speisen liegen bereit. Jede Gruppe kann sich ein paar Minuten über die Gestaltung der Rollen austauschen. (Evtl. wird die Geschichte mit den Älteren vorbereitet, um sie den Jüngeren vorzuspielen.)
Im Anschluss an die Geschichte wird zusammen Abendmahl gefeiert. Tipp: Hierzu im Vorfeld klären, wie das Abendmahl mit Kindern in eurer Gemeinde gefeiert wird wer dafür beauftragt ist.
Wenn ausreichend Zeit ist, kann die Abendmahlsfeier mit einer gemeinsamen Mahlzeit verbunden werden. Dazu wird zusammen der Tisch gedeckt. Brot und Saft bekommen einen besonderen Platz auf dem Tisch. Stühle werden an den Tisch gestellt. Der gedeckte Tisch wird angeschaut und die einzelnen Gaben erläutert.
Es wird eine Kollage zur Geschichte gestaltet.
Exkurs: Zur Bedeutung von Brot und Traubensaft
Brot ist lebensnotwendig und wurde zur Zeit von Jesus bei jedem Essen gegessen. Es gibt dem Körper Kraft. Beim Abendmahl steht es für Jesu Körper. Wenn wir davon essen, gibt uns Gott neue Kraft.
Traubensaft steht mit seiner roten Farbe für das Blut. Das Blut galt biblisch als Sitz des Lebens und der Lebenskraft. Beim Abendmahl symbolisiert der Saft Jesu Blut, das uns uns an Jesus erinnert und uns stärken soll. Kurz vor Jesu Tod passiert viel Böses. Jesus wird verletzt und blutet. Sein Blut wird vergossen. Er stirbt. Aber dann aufersteht Jesus. Er lebt. Gott ist stärker als das Böse. Auch daran erinnert der Traubensaft: Gott/Jesus mag uns und vergibt uns. Gott ist stärker als das Böse.
Erzählung für JüngereDa kommt Jesus. Viele Menschen folgen ihm. Es sind über 5000 Männer und Frauen und Kinder. Sie finden toll, was Jesus macht. Er macht Menschen gesund. Er erzählt spannende Geschichten von Gott. Er zeigt, wie man beten kann und dass Gott uns Menschen liebt.
Jesus geht auf einen Berg. So können ihn die vielen Menschen besser hören und sehen. Den ganzen Tag hören die Menschen zu. Manche Geschichten, die Jesus erzählt, sind auch für die Kinder spannend. Manches, was er sagt, ist dann eher für Erwachsene. Dann spielen die Kinder eben in dieser Zeit.
Einige Kinder tun das gerade ganz in der Nähe von Jesus und seinen Jüngern. Jünger werden die Freundinnen und Freunde genannt, die Jesus immer begleiten. Da hört eines der spielenden Kinder, wie Jesus zu einem Jünger sagt: »Wo können wir Brot kaufen, damit die Leute zu essen haben?» Erst da merkt das Kind, wie hungrig es ist. Es fragt die anderen: «Habt ihr auch Hunger?« Alle nicken. Alle sind hungrig. Aber auch sie haben das gar nicht gemerkt. So aufmerksam haben sie Jesus zugehört. Und auch das gemeinsame Spielen in seiner Nähe war einfach nur schön.
Das Kind, das Jesus gehört hat, rennt schnell zu seinen Eltern. Mama hat heute Morgen zwei Fische und fünf Brote eingepackt. Das hat das Kind gesehen. Vielleicht sind die Sachen ja noch da. »Mama, kann ich die zwei Fische und die fünf Brote haben?« – »Was willst du denn damit?« – »Jesus braucht sie, damit die Menschen hier satt werden.« Die Mama schüttelt zwar lächelnd ihren Kopf, dennoch gibt sie ihrem Kind die Fische und Brote.
Stolz trägt das Kind alles zu Jesus. Der setzt sich immer noch mit den Jüngern auseinander. Die sagen: »Wir haben zu wenig Geld, um für alle Brot zu kaufen.« Dann bemerkt einer der Jünger das Kind. Er sagt zu Jesus: »Hier ist ein kleines Kind. Es hat fünf Brote und zwei Fische. Aber das reicht natürlich nicht für so viele Menschen.« Da wir das Kind traurig. Der Jünger hat ja Recht: Diese zwei Fische und fünf Brote sind viel zu wenig.
Doch dann schaut das Kind zu Jesus. Und Jesus grinst. Seine Augen sagen: »Kind! Das ist genau richtig. Du bringst genug. Ich kann daraus etwas machen.«
Das Kind gibt Jesus die Fische und Brote. Und Jesus dankt Gott dafür. Dann teilen alle miteinander diese Brote und Fische. Und alle bekommen, so viel sie wollen.
Als alle satt sind, werden die Reste eingesammelt. Zwölf Körbe werden voll. Alle staunen! Sie staunen über Jesus und über Gott. Er kann aus dem, was wir bringen, etwas Tolles machen.
Alle können zusammen mit Gott zum Helden oder zur Heldin werden.
Erzählung für ÄltereSpielszene
Die Erzählperson verkleidet sich
Ich bin ein Kind. Ich bin eine Heldin, ein Held Gottes. In der Bibel steht eine Geschichte von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichte nicht. Aber niemand hat mich nach meinem Namen gefragt. Wir Kinder erleben das oft. Oft denken die Erwachsenen: »Die Kinder sind zu klein. Die wissen nichts oder zu wenig. Sie sind noch nicht stark und mutig genug.« Dann hören sie uns nicht zu. Sie glauben uns nicht und fragen sich: »Was kann ein Kind schon ausrichten?«
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Jesus kann aus dem, was wir mitbringen, richtig viel machen.
Meine Geschichte beginnt damit, dass alle Jesus sehen und hören wollen. Auch meine Eltern und ich. Es sind unglaublich viele Leute, die bei Jesus sein wollen. Über 5000 Menschen. Damit wir ihn gut sehen und hören können, geht Jesus auf einen Berg. Dort beginnt Jesus zu erzählen. Er erzählt von Gott, seinem Vater. Er erzählt, wie das Leben zwischen uns Menschen sein soll. Er erzählt, was Gott von uns Menschen möchte. Und er sagt, dass wir auf Gott vertrauen sollen. Wenn wir das bringen, was wir haben, kann Gott Wunder vollbringen. Jesus redet den ganzen Tag. So viel hat er zu erzählen. Und so viel möchte die Leute hören. Für die kleinen Kinder ist das dann manchmal etwas zu lange. Dann flitzen sie davon und spielen miteinander. Aber ich bin schon viel größer. Deshalb höre ich auch die meiste Zeit zu. Nur ab und an schaue ich zu den anderen Kindern. Einige sind ganz in der Nähe von Jesus.
Ich höre, wie Jesus mit seinen Jüngern redet. Die Freunde, die mit Jesus durchs Land ziehen und immer bei ihm sind, heißen Jünger. Er fragt sie: »Wo können wir Brot kaufen, damit die Leute zu essen haben?« Und dann beginnen sie, darüber zu reden: Dass sie viel zu wenig Geld haben, um für alle Brot zu kaufen. Und dass es sowieso keinen Laden gibt, der für so viele Leute genügend Brot hat. »Typisch Erwachsen«, denke ich. »Das mit dem Essen ist doch ganz einfach: Alle bringen, was sie haben und abgeben können, und dann schauen wir, was Jesus daraus macht.«
Dann renne ich los, zu meinen Eltern. »Mama, du hast doch heute Morgen zwei Fische und fünf Brote eingepackt.« »Jaaa?«, sagt meine Mutter überrascht. »Kann ich die haben? Ich brauche sie für Jesus.« Etwas widerwillig gibt sie mir die Fische und Brote. Ich weiß, dass auch meine Familie hungrig sind. Und das war eigentlich für uns gedacht. Mehr hat Mama nicht eingepackt.
So schnell ich kann, renne ich mit den Fischen und den Broten zu Jesus zurück. Ich bin ziemlich außer Atmen, als ich ankomme. Die Jünger und Jesus unterhalten sich immer noch über das fehlende Geld, um Brot für alle zu kaufen.
Da sieht mich einer der Jünger, wie ich mit den Fischen und Broten dastehe. »Na schau mal einer an«, sagt er grinsend. »Ein Kind mit fünf Broten und zwei Fischen. Damit sollen wir wohl die Leute sattmachen? Aber dir ist schon klar, dass das nicht reicht für so viele Menschen.« Das macht mich traurig. Zuerst bin ich enttäuscht. Dann werde ich wütend. Erstens bin ich kein kleines Kind mehr und zweitens werden wir schon sehen, was Jesus daraus macht.
Ich schaue zu Jesus und sehe, dass er mich angrinst. Ich gebe ihm die Fische und die Brote. Für ihn reichen meine Fische und Brote völlig aus. Er freut sich, dass ich sie bringe.
Jesus sagt seinen Jüngern, sie sollen dafür sorgen, dass alle sich hinsetzen. Dann spricht er ein Dankgebet. Nun werden Fische und Brote verteilt. Alle teilen miteinander. Alle essen, so viel sie wollen. Alle werden satt. Auch ich und meine Familie, obwohl wir alles Jesus gegeben haben.
Nach dem Essen werden die Reste eingesammelt. Stellt euch mal vor, zwölf Körbe blieben übrig. Wahnsinn! Da hat Jesus echt gezeigt, dass er Gott ist. Und er hat gezeigt, dass Gott es gut mit uns Menschen meint. Er beschenkt uns im Überfluss. Wir müssen nur darauf vertrauen, dass Gott aus dem etwas machen kann, was wir haben.
Das ist meine Geschichte mit Gott, die in der Bibel steht. Ich staune noch heute über sie.
Die Geschichten, die ich später mit Gott erlebe, werden nicht aufgeschrieben. Aber ich vertraue weiterhin darauf, dass wir kleinen Heldinnen und Helden mit Gott zusammen viel bewirken können. Und in allen steckt ein Held oder eine Heldin.
Die wunderbare Brotvermehrung
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater
Die 12 von Petra Lefin illustrierten DIN-A3-Bildkarten erzählen, wie Jesus durch das Handeln eines Kindes viele Menschen satt macht.
Mit komplett ausgearbeitetem Erzählvorschlag. Für Grundschule, Kita- und viele weitere Kindergruppen geeignet.
€ 18,00; Best.-Nr. 3333
Zugänge für den VorbereitungskreisDie Beteiligten erzählen nun, wie sich die jeweilige Position anfühlt.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeHimmelfahrt ist Feiertag (KuS 152);
Jesus Christus herrscht als König
(EG 123, KuS 142);
Hallelu-, Hallelu
(KuS 226, KKL 188, HuT 95, EGplus 48, MKL1 49);
Heut ist ein Tag, an dem ich singen kann
(KuS 571, KG 1);
Du verwandelst meine Trauer in Freude
(KuS 411, KKL 337, HuT 113, EGplus 106)
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Mitarbeitenden bringen eine Auswahl an Wolkenfotos mit. Die Kinder suchen in den Wolken nach Gesichtern und zeichnen sie mit Stiften ein. (Wenn ein oder mehrere Tablets zur Verfügung stehen, kann das auch digital gemacht werden.)
Die verschiedenen Wolkengesichter werden auf ein Plakat geklebt, auf dem steht: »Bei Gott ist Jesus für uns da.«
Was unter »Zugänge für den Vorberei-
tungskreis« vorgeschlagen ist, kann auch mit den älteren Kindern durchgeführt werden.
Handschmeichler Holzherz (klein)
Wir können Jesus zwar nicht mehr sehen, doch wir können darauf vertrauen, dass er noch immer da ist. Er begleitet uns und ist uns ganz nahe.
Das kleine Holzherz mit schöner Maserung ist aus Laubholz, leicht, sehr fein geschliffen und geölt. Es liegt wunderbar angenehm in der Hand und ist so eine »anschmiegsame« Erinnerung.
Maße: 3 x 2,5 cm
je Herz € 2,90 (ab 10 Ex. € 2,70); Best.-Nr. i5113
Erzählung für JüngereErzählung mit Fußspuren
(Mehrere Fußpaare in verschiedenen Grüntönen und ein rotes Paar für Jesus werden langsam kreisförmig angeordnet.)
Sie sind alle beieinander.
Sie haben sich auf den Boden gesetzt und essen. Draußen im Freien.
Die Jüngerinnen und Jünger. Und Jesus.
Vom Ölberg aus sieht man die Stadt Jerusalem. Gar nicht weit.
Sie sind fröhlich. Alle reden durcheinander: »Jesus, wie gut, dass du nicht mehr tot bist.« – »Jetzt bist du wieder bei uns wie vorher.« – »Ich war so unendlich traurig. Jetzt kann ich mich wieder freuen.« – »Wie geht es denn jetzt weiter? Bleibst du für immer bei uns?
Jesus setzt sich auf. Er sagt:
»Bleibt beieinander und bleibt in Jerusalem. Gott wird euch den Heiligen Geist geben. Dann erzählt ihr überall von mir.«
»Wie meinst du das?«
»Ihr erzählt von mir hier in Jerusalem. Und überall im ganzen Land. Manche werden sogar nach Samaria gehen und dort von mir erzählen. Und manche gehen bis ans Ende der Welt.«
»Was? So weit?«
(Jesus-Spuren in die Mitte schieben)
Es ist eigenartig. Die Männer und Frauen erschrecken. Es kommt ihnen vor, als ob Jesus hochgehoben wird. Sie springen auf.
Da ist eine Wolke.
(Jesus-Spuren wegnehmen)
»Ich kann Jesus gar nicht mehr sehen.« – »Wo ist er hin?«
Die Jüngerinnen und Jünger schauen dahin, wo Jesus gerade noch war. Sie starren ins Leere.
(Einige Jünger-Spuren im Kreis drehen.)
Sie schauen sich um und suchen nach Jesus. »Er ist weg.«
»Ich weiß es: Er ist zum Himmel gegangen.« Die Jüngerinnen und Jünger starren nach oben.
(Alle Jünger-Spuren ein Stück zurückbewegen.)
(Zwei weiße Fußpaare dazustellen.)
Plötzlich sind da zwei Gestalten.
Sie tragen strahlend weiße Kleider.
»Ihr Leute, was steht ihr da und starrt zum Himmel?« – »Jesus ist weg«, sagt einer. »Gerade war er noch da. Jetzt ist er da oben, oder?«
»Schaut nicht zum Himmel. Starrt nicht nach oben. Er wird bei euch sein. Hier auf der Erde.«
(Weiße Fußpaare wieder wegnehmen)
Die beiden weißen Gestalten sind mit einem Mal nicht mehr da.
»Wo sind sie hin?«
(Jünger-Spuren in alle Richtungen drehen)
»Das waren Engel, oder?« – »Jesus ist auch hier bei uns.« – »Er hat gesagt, wir sollen in Jerusalem bleiben.«
(Jünger-Spuren gehen alle in eine Richtung)
»Kommt, wir gehen in die Stadt.«
»Wir sollen auf den Heiligen Geist warten.« – »Was ist das? Was bedeutet das?«
»Jesus ist nicht mehr da. Aber der Heilige Geist wird zu uns kommen.« – »Ob der uns tröstet, damit wir nicht alleine sind?« – »Ob der uns eine neue Aufgabe gibt?«
»Wir sollen von Jesus erzählen. Erst hier in Jerusalem, dann im ganzen Land Samaria … bis ans Ende der Erde.«
»Ob wir uns das trauen?«
»Erst müssen wir auf die Kraft Gottes warten: auf den Heiligen Geist.«
Erzählung für Ältere (Zu jeder Aussage nach und nach je ein Jünger-Fußpaar zu einem Kreis legen; die Fußpaare in verschiedenen Grüntönen.)
1. »Ich komme nicht mehr mit. Ich verstehe das nicht. Wo ist denn Jesus nun?«
2. »Gerade war er doch noch hier. Hier, mitten unter uns.«
3. »Alles war wie früher, bevor er gestorben ist. Bevor sie ihn gekreuzigt haben.«
4. »Jesus hat sich mit uns ins Gras gesetzt. Wir haben gegessen und getrunken und waren fröhlich.«
(Rote Jesus-Spuren in die Mitte des entstehenden Kreises legen; weiter Jünger-Fußpaare legen)
5. »So war es immer, wenn wir mit Jesus zusammen waren: Wir haben gegessen und getrunken und waren fröhlich.«
6. »Bei Jesus wussten wir: Gott ist bei uns. Gott hat uns lieb. Deshalb bin ich ihm nachgefolgt. Deshalb bin ich mit ihm durchs Land gezogen.«
7. »Gott kommt uns nahe. Das habe ich immer dann besonders gespürt, wenn er jemanden gesund gemacht hat. Erinnert ihr euch an den blinden Bartimäus?«
8. »Manchmal haben auch seltsame Typen mit uns am Tisch gesessen. Wisst ihr noch: Der fiese Zöllner Zachäus. Er war ein Betrüger, ein Halsabschneider. Aber weil wir mit Jesus bei ihm zu Gast waren, hat er sich verändert.«
9. »Gottes Liebe macht uns neu. Das haben wir bei Jesus gemerkt.«
(Schwarze Spuren über rote Jesus-Spuren legen)
»Und dann haben sie ihn gekreuzigt. Und er war tot. Ich dachte, ich werde nie wieder froh.«
»Ohne Jesus können wir gar nicht leben. Er ist unser bester Freund. Unser Halt im Leben.«
»Aber er ist wieder ins Leben gekommen. Er ist auferstanden vom Tod.«
(Gelbe Spuren über jetzt schwarze Jesus-Spuren legen)
»Und jetzt war er wieder bei uns. Nicht die ganze Zeit. Aber vorher hat er mit uns hier gegessen und getrunken. Und wir waren fröhlich.«
»Und was ist dann eigentlich passiert? Ich verstehe es nicht. Wo ist Jesus denn plötzlich hin?«
(Ein Jünger-Fußpaar suchend im Kreis drehen.)
»Da war die Wolke. Dann habe ich Jesus nicht mehr gesehen.«
(Wolke aus Transparentpapier über Jesus-Spuren legen)
»Die Wolke hat Jesus mitgenommen, glaube ich.«
»Und ist er jetzt im Himmel? Ist er da oben? Kommt, wir schauen mal zum Himmel. Vielleicht sehen wir ihn dort.«
(Jünger-Fußspuren etwas nach vorne schieben)
»Ich sehe ihn nicht. Dafür tut mir mein Genick schon weh vom Hochschauen.«
(Weißes Spuren-Paar in Kreis legen)
»Warum starrt ihr nach oben, ihr Leute? Schaut nicht zum Himmel.«
(Zweites weißes Spuren-Paar in Kreis legen)
»Jesus ist im Himmel. Dort, bei Gott, wird er für euch da sein. Geht zurück nach Jerusalem. Und wartet auf das, was er angekündigt hat.«
(Weiße Spuren-Paare wegnehmen; ein Jünger-Paar etwas nach hinten rücken)
»Wer war das? Und wo sind sie hin?«
»Das waren Engel. Die hat uns Gott geschickt. Wir sollen zurück nach Jerusalem, haben sie gesagt.«
(Nach und nach Jünger-Fußspuren in Schrittstellung in eine Richtung legen.)
1. »Und wir sollen dort warten. Auf die Kraft des Heiligen Geistes. So wie Jesus es gesagt hat.«
2. »Was bedeutet das? Was wird mit uns, wenn der Heilige Geist zu uns kommt?«
3. »Jesus hat gesagt: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Und dann werdet ihr meine Zeugen sein.«
4. »Wie ›Zeugen‹? Was heißt das?«
5. »Dass wir erzählen, was wir gesehen und gehört haben. Von Jesus weitersagen. Was wir mit ihm erlebt haben: Dass der blinde Bartimäus sehen kann.«
6. »Dass Zachäus ein neuer Mensch geworden ist. Dass wir mit Jesus gegessen und getrunken haben. Und dass wir fröhlich waren, weil Gott uns nahegekommen ist.«
7. »Gehen wir also nach Jerusalem und warten auf die Kraft des Heiligen Geistes. Kraft von Gott brauchen wir bestimmt, wenn wir von Jesus erzählen sollen.«
8. »Aber wie lange müssen wir warten? Wann kommt Gottes Geist? Und was passiert dann mit uns?«
9. »Bald, hat Jesus gesagt. Nicht lange, hat er gesagt.«
Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.
Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.