die Zeitschrift »Evangelische Kinderkirche« erscheint seit vielen Jahren beim Verlag Junge Gemeinde. Ab der nächsten Ausgabe (Heft 2/2027) wird die Zeitschrift von der Evangelischen Gemeindepresse in Stuttgart herausgegeben.
Für Sie ändert sich nichts! Das Abonnement wird von der Evang. Gemeindepresse nahtlos weitergeführt und so geht Ihnen dieses Vorbereitungsheft auch in Zukunft wie gewohnt zu.
Die Jahresrechnungen für die vorliegende Ausgabe (1/2027) und die Hefte 2–4/2027 bekommen Sie in diesen Tagen. Wir möchten Sie bitten, diese baldmöglichst in gewohnter Weise an den Verlag Junge Gemeinde zu überweisen.
Der Verkauf von Büchern, Bastelbogen, Legematerial und weiterer Artikel für die Gemeindearbeit wurde an den Verlag am Birnbach übergegeben. Das bisherige Sortiment finden Sie nun unter verlagambirnbach.de.
Wir wünschen weiterhin viel Freude an der Arbeit mit Kindern in der Kirche mit Kindern
und grüßen herzlich

Frank Zeithammer
Verlagsleiter Verlag Junge Gemeinde

© Katrina Lange, Verlag Junge Gemeinde, Leinfelden-Echterdingen
Wie wunderbar ermutigend sind die Worte der Jahreslosung 2027:
(Jesaja 41,10)
Gleich zweimal soll die Angst weichen: »Fürchte dich nicht!« und »Hab keine Angst!« Der Gedanke muss sich festsetzen. Und auch die Begründung wird gleich zweimal genannt:
»Denn ich bin mit dir!« und »Denn ich bin dein Gott!«
Diese Worte spricht Gott durch den Propheten Jesaja zu seinem Volk Israel in einer Zeit großer Not. Viele Menschen lebten fern ihrer Heimat im Exil und fragten sich: »Hat Gott uns vergessen? Ist er noch bei uns? Haben andere Mächte am Ende mehr Einfluss als unser Gott?« In diese Angst und Unsicherheit hinein spricht Gott sein tröstendes Wort: »Fürchte dich nicht!«
Die Zusage gründet nicht in der Stärke des Volkes, sondern in Gottes Treue. In den Versen 8 und 9 erinnert Gott Israel daran, dass er sein Volk erwählt und nicht verworfen hat. Weil Gott zu seinem Bund steht, lässt er die Menschen auch in schweren Zeiten nicht los. Deshalb können sie auf seine Hilfe vertrauen.
In Vers 13 und noch einmal in Vers 14 wird die Aufforderung wiederholt: »Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel.«
Neben der Zusage seiner Gegenwart nennt Gott noch einen weiteren Grund, der Angst nicht die Oberhand zu lassen: Er selbst hilft seinem Volk.
Dabei beschreibt Gott die Menschen nicht als stark und erfolgreich, sondern als klein, schwach und verletzlich. Doch gerade ihnen gilt seine Zusage. Nicht die Angst und nicht die eigene Ohnmacht haben das letzte Wort, sondern Gottes Gegenwart und Hilfe.
Damals wie heute können Ängste niederdrücken und klein machen. Sie können den Blick auf das verstellen, was trägt und Hoffnung schenkt. Deshalb ist diese aufrichtende Botschaft auch für uns so wichtig.
Und diese Botschaft begleitet nun Kinder und Erwachsene im Jahr 2027. Das ist ein wertvolles Geschenk an uns alle.
Denn neben den vielen Hoffnungen und Vorsätzen begleiten den Jahreswechsel und den Beginn eines neuen Jahres oft auch Sorgen und Ängste: vor Konflikten, vor Krankheit, vor Versagen, vor gesellschaftlichen Veränderungen, vor Krieg, vor der Klimakrise oder vor einer ungewissen Zukunft.
Auch Kinder wachsen in einer Welt auf, die von Krisen und Unsicherheiten geprägt ist. Sie haben Angst vor Streit in der Familie, vor Ausgrenzung oder Mobbing, vor schlechten Noten oder davor, nicht dazuzugehören. Manche sorgen sich um die Zukunft der Erde, andere haben Angst, dass Menschen, die sie liebhaben, krank werden oder nicht mehr da sind. Kinderängste mögen anders aussehen als die Ängste Erwachsener, doch sie sind genauso ernst zu nehmen.
Der Generationen übergreifende Gottesdienst für Kinder und Erwachsene möchte diese Ängste nicht verdrängen oder kleinreden – er will ihnen Raum geben und sie vor Gott bringen. Zugleich möchte er die hoffnungsvolle Zusage der Jahreslosung hörbar machen:
Mit Gott an unserer Seite werden die Ängste kleiner.
In diesem Gottesdienst findet das Jahreslosungs-Motiv des Verlags Junge Gemeinde (VJG) auf Postkarten Verwendung (s. Titelbild).
Postkarten-Set zur Jahreslosung 2027
10 Karten je Set. Jedes Set € 6,60 (ab 10 Ex. je € 6,40); Best.-Nr. 7797-1991
Gott sagt uns immer wieder
(KuS 478, KKL 325, LJ 542, KG 216)
Gott, du bist unsere Zuversicht und Stärke.
Du bist da, wenn sich Angst in unsere Herzen schleicht.
Du richtest uns auf, wenn Sorgen uns niederdrücken.
Du bist unser Licht, wenn es dunkel um uns wird.
Und wenn die Angst uns klein macht,
sagst du zu uns:
»Hab keine Angst. Ich bin dein Gott.«
Danke, dass du da bist, guter Gott.
In der Stille beten wir zu dir.
Jede und jeder für sich, ganz leise.
Du hörst uns. Du siehst uns.
Du weißt, was uns gerade beschäftigt.
Dir können wir nun sagen, was uns auf dem Herzen liegt. (Stille)
Guter Gott, danke, dass du unsere Gebete hörst und verstehst. Amen.
Auf euren Plätzen liegt eine Postkarte. Nehmt sie einmal in die Hand. Schaut sie euch genau an.
Wir sehen ein Kind. Ein Mädchen.
Wie alt mag sie sein?
Wie könnte sie heißen?
Ihr Kopf ist leicht gesenkt.
Sie schaut nach unten.
Probiert das einmal selbst aus:
Senkt euren Blick. Schaut auf den Boden.
Wie fühlt sich das an?
Was könnt ihr jetzt sehen?
Richtet euch wieder auf.
Merkt ihr den Unterschied?
Schaut noch einmal auf die Karte.
Ich frage mich: »Woran denkt das Mädchen gerade? Was hat sie heute erlebt? Was beschäftigt sie?«
Wir wissen es nicht.
Vielleicht denkt sie nach.
Vielleicht macht sie sich Sorgen.
Vielleicht ist sie müde.
Vielleicht ist sie traurig.
Vielleicht auch ganz etwas anderes.
Von außen kann man das nicht sicher erkennen.
Aber etwas fällt sofort auf: der bunte Schal.
Er liegt locker um ihren Hals und geht in einen Regenbogen über.
Kein Regenbogen ohne Regen.
Auch auf diesem Bild sehen wir Regentropfen.
Sie fallen aus dem dunklen Himmel herab.
Der Schal schützt sie.
Der Regenbogen legt sich wie ein warmer Schal um den Hals des Mädchens.
Er wirkt wie ein Zeichen: Du bist nicht allein.
Der Regenbogen erinnert an Gottes Versprechen, bei seinen Menschen zu bleiben. Nach der Geschichte von Noah wird der Regenbogen zum Zeichen von Gottes Treue.
Als wollte Gott sagen: »Ich bin da. Ich begleite dich. Ich lasse dich nicht allein.«
Hinter dem Kind wird es hell.
Mitten im Dunkeln ist Licht.
Auch das erinnert an Gottes Nähe.
Selbst wenn der Blick nach unten geht.
Selbst wenn dunkle Wolken da sind.
Selbst wenn Angst groß wird.
Gott ist da. Er sagt:
hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!«
Vielleicht flüstert Gott dem Kind diese Worte gerade ins Ohr. Vielleicht hört das Kind sie dann tief im Herzen.
Und vielleicht flüstert Gott sie heute auch uns zu. (Pause, dann flüstern:)
Dreht euch zu jemandem in eurer Nähe und flüstert ihm oder ihr zu:
Nichts soll dich ängsten / Nada te turbe
(KuS 232, HuT 130)
Friedrich und seine Angst
Der kleine Friedrich hat viel Angst.
Niemand weiß so genau, warum.
Auch seine Mutter weiß es nicht:
»Ich bin doch immer für ihn da.«
Manchmal denken seine Freunde:
»Hat Friedrich wirklich Angst oder will er sich bloß drücken?«
Wenn seine Freunde sagen: »Spiel mit uns Fußball«, dann sagt Friedrich: »Ich hab Angst.«
Wenn Papa sagt: »Komm, wir fahren Fahrrad«, sagt Friedrich: »Ich hab Angst.«
Wenn er zum Geburtstag eingeladen wird, sagt er: »Ich hab Angst.«
Woher nur seine Angst kommt?
Und vor allem: Was kann man dagegen machen?
Seine Freunde mögen Friedrich.
Sie lachen ihn nicht aus und nennen ihn auch nicht »Angsthase«. Stattdessen überlegen sie: »Wie können wir Friedrich helfen?«
Die Idee mit dem starken Frieder
Da hat Tom eine Idee: »Wir schenken Friedrich einen starken Frieder!« – »Was soll das sein?«, wollen die anderen wissen.
Den starken Frieder gibt es noch nicht. Den müssen die Freunde erst bauen. Sie gehen in die Werkstatt bei Tom zuhause. Dort werkeln und basteln sie.
Sie sägen. Sie hämmern. Sie kleben.
Und am Ende steht eine kleine Holzfigur auf dem Tisch.
»Das ist der starke Frieder!«, sagt Tom. »Und der sieht fast aus wie Friedrich!«, lacht Mia.Tatsächlich.
Die Figur hat die gleiche Haarfarbe wie Friedrich. Und sie trägt einen kleinen, bunten Schal, wie Friedrich ihn oft umhat.
Am nächsten Tag schenken die Freunde Friedrich den starken Frieder.
»Was soll ich denn damit?«, fragt Friedrich. – »Immer wenn du Angst hast, schaust du ihn an«, sagt Tom. »Der starke Frieder erinnert dich daran, dass du mutiger bist, als du denkst.«
Dann steckt Ida Friedrich noch einen kleinen Zettel zu. »Und das musst du dann sagen«, erklärt sie, »nur dann funktioniert es.«
Friedrich faltet den Zettel auseinander.
Darauf steht:
Starker Frieder, mach mir Mut,
starker Frieder, das tut gut.
Friederum und Friederfrei,
Gott ist da und steht mir bei.
Friedrich liest den Spruch noch einmal.
Und noch einmal. Bald kann er ihn auswendig.
Der erste Mut
Ein paar Tage später sagt Papa: »Komm, wir fahren Fahrrad.« – »Ich habe Angst«, will Friedrich schon sagen, doch da spürt er etwas in seiner Jackentasche: den starken Frieder.
Er nimmt ihn heraus. Und leise, so dass sein Vater es nicht hören kann, sagt Friedrich:
Starker Frieder, mach mir Mut,
starker Frieder, das tut gut.
Friederum und Friederfrei,
Gott ist da und steht mir bei.
Friedrich atmet tief durch. Die Angst ist zwar noch da, aber er steigt trotzdem auf sein Fahrrad.
Zuerst fährt er nur bis zum Gartentor.
Dann bis zur nächsten Ecke.
Und dann merkt er: Es geht.
Noch ein bisschen mutiger
Ein paar Wochen später wird Friedrich zu einem Geburtstag eingeladen. Schon beim Gedanken daran wird ihm mulmig. Am liebsten würde er absagen. Da greift er in seine Tasche.
Der starke Frieder ist da. Friedrich hält ihn fest und flüstert:
Starker Frieder, mach mir Mut,
starker Frieder, das tut gut.
Friederum und Friederfrei,
Gott ist da und steht mir bei.
Die Angst verschwindet nicht, aber sie wird ein bisschen kleiner. Und Friedrich geht zum Geburtstag.
Als er nach Hause kommt, erzählt er: »Ich hatte Angst, aber es war richtig schön!«
Ein paar Tage später sitzen Friedrich und seine Freunde auf dem Spielplatz.
Da sagt Mia: »Weißt du was, Friedrich? Früher hast du ganz oft gesagt: ›Ich hab Angst.‹« – »Und heute?«, fragt Friedrich. Tom grinst. »Heute sagst du manchmal immer noch: ›Ich hab Angst‹. Aber heute machst du die Sachen trotzdem.«
Friedrich denkt nach. Das stimmt. Die Angst ist manchmal noch da. Aber sie bestimmt nicht mehr alles.
Da nimmt er den starken Frieder aus der Tasche. Er schaut die kleine Figur an und sagt:
Starker Frieder, mach mir Mut,
starker Frieder, das tut gut.
Friederum und Friederfrei,
Gott ist da und steht mir bei.
Da lächelt Tom und zeigt auf die kleine Holzfigur. »Siehst du? Der starke Frieder steckt gar nicht in der Figur.« – »Wo denn dann?«, fragt Friedrich erstaunt. Tom tippt ihm auf die Brust: »Hier drin.« – »In mir?«
Tom nickt. »Der starke Frieder erinnert dich nur daran.«
Friedrich schaut auf die kleine Holzfigur in seiner Hand. Die Angst ist manchmal noch da.
Aber sie bestimmt nicht mehr alles.
Und plötzlich weiß Friedrich: »Ich bin nicht allein.«
Sei mutig und stark (KKL 336, Feiert Jesus! Kids 76, Einfach Spitze 18)
Gott, du bist unsere Zuversicht und Stärke.
Ängste sollen uns nicht klein machen.
Weil du bei uns bist, pfeifen wir der Angst ein Lied. (Miteinander aus obigem Lied folgenden Teil pfeifen: »Sei mutig und stark und fürchte dich nicht.«)
Krieg und Gewalt machen uns Angst.
Wir pfeifen der Angst ein Lied (pfeifen).
Streit und Ärger in der Familie machen uns Angst.
Wir pfeifen der Angst ein Lied (pfeifen).
Der Druck in der Schule macht uns Angst.
Wir pfeifen der Angst ein Lied (pfeifen).
Es gibt noch vieles andere, was uns Angst macht. In der Stille sagen wir es dir (Stille).
Wir pfeifen der Angst ein Lied (pfeifen).
Mit dir, Gott, verschwindet die Angst nicht einfach. Aber du hilfst uns, mutig zu sein und mit unserer Angst zu leben.
Du sagst zu uns: »Hab keine Angst. Ich bin da.«
Das tut gut. Das brauchen wir.
Danke dafür. Amen.
Meine Hoffnung und meine Freude (KuS 230, KKL 355, EGplus 109, Wwdl 180, HuT 134)

Manchmal tut es gut, etwas in der Hand zu haben, das an Mut, Vertrauen und Hoffnung erinnert. Aus Holz, Karton oder anderen Materialien kann eine kleine, persönliche Mutmachfigur gestaltet werden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Farben, Stoffreste, Wackelaugen, Glitzersteine, Wolle und anderes laden dazu ein, kreativ zu werden.
Die Mutmachfigur kann dann zu Hause an einen besonderen Platz gestellt und/oder in schwierigen Momenten in die Hand genommen werden.
Wer möchte, kann seiner Figur auch einen Mutmachsatz mitgeben, zum Beispiel:
»Gott ist da und steht mir bei.«
Figurenvorlagen in unterschiedlichen Größen könnt kostenlos herunterladen.
Auf der Postkarte erinnert der Regenbogen an Gottes Versprechen, bei den Menschen zu sein. Passend dazu können Schals oder Stoffstreifen in Regenbogenfarben gestaltet oder gebatikt werden. Der Schal soll daran erinnern: »Gott begleitet mich. Ich bin nicht allein.«
»Jesus stärkt mir den Rücken. Er ist bei mir und begleitet mich.« Diese Aussagen finden mit diesem Bastelbogen ihren Ausdruck.
Mit Mädchen und Jungen zum Auswählen.
€ 1,30 (ab 10 Ex. je € 1,20);
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum ThemaSterndeuter aus dem Osten (im Original »Magoi«) kommen nach Jerusalem und sagen, sie suchen den (wörtlich) »geborenen König der Juden«, nachdem sie »seinen Stern« gesehen haben. Bei Matthäus sind es weder drei noch sind es Könige. Und mit »Stern« (»astär«) ist auch nicht zwangsläufig ein einzelner Stern gemeint (und ziemlich sicher auch kein Komet, da Kometen damals eher als Unheilsbringer angesehen wurden), sondern sehr wahrscheinlich eine Konstellation aus Sternen und Planeten. Also ein unscheinbares und unspektakuläres Himmelsereignis. Außerdem gibt es im Griechischen ein Wort für »Komet« (wörtl.: »haariger Stern«). Dies kommt hier aber nicht vor!
Die Sterndeuter suchen den »geborenen König« zunächst im Palast in Jerusalem. Da König Herodes eigentlich kein legitimer Nachkomme der jüdischen Herrscherfamilie war (sondern von den Römern zum König gemacht wurde und als solcher Jerusalem militärisch erobert hatte), läuten bei ihm jetzt alle Alarmglocken: Ungeheuerlich, dass die Sterndeuter wortwörtlich vom »geborenen König« sprechen, denn er ist das nicht!
Dann lässt sich Herodes den genauen Zeitpunkt nennen, wann der Stern aufgegangen ist. Dies wird später wichtig, wenn er den Befehl gibt, die Jungen im Alter von zwei Jahren und darunter zu töten. Das deutet darauf hin, dass bis zur Ankunft der Sterndeuter möglicherweise viele Wochen oder Monate vergangen sind. Darum finden sie Jesus auch nicht im Stall, sondern in einem Haus. Gut möglich, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt schon ein Jahr alt war.
Dann gibt es Geschenke: Gold und Weihrauch waren kostbare und übliche Geschenke für einen König. Weihrauch hat dabei eine besondere Bedeutung, weil er vor Gott als Opfergabe verbrannt wird. Weihrauch steht für die Verbindung nach oben, zum Göttlichen. Myrrhe ist als Geschenk sonderbar: Es ist ein kostbares, aromatisches Harz, das als Medizin oder bei Beerdigungen zur Versorgung der Verstorbenen benutzt wurde. Myrrhe steht auch für Geborgenheit und die Verbindung zur Erde.
Das Besondere an der Geschichte von Matthäus:
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeJedes Kind bekommt einen Stern aus Pappe (ca. 5–8 cm groß). Diese werden an Fäden an einen großen Sonnenschirm gehängt oder an eine Pinnwand geheftet, so dass ein »Sternbild« entsteht (s. Seite 16). Die Sterne können während des Gebets (jeweils nach dem Kehrvers) oder schon vor dem Gebet beim Lied »Wünsche schicken wir wie Sterne« (KKL 271, KKH 67) aufgehängt werden.
Alternative: Kinder legen ein Bodenbild aus vielen kleinen Sternen zu einem großen, funkelnden Stern. In dessen Mitte wird eine Kerze angezündet.
Eine/r: Gott, du hast die ganze Welt geschaffen.
Alles was um uns herum ist,
alles auf der Erde, alles im Himmel.
Jeden Stern kennst du mit Namen
und hast sein Licht angezündet.
Alle/Kehrvers: Gott, dein Licht leuchtet – auf der Erde, im Himmel und in uns.
Eine/r: Gott, du gibst jedem Stern seine Zeit
zum Leuchten und Funkeln,
vom ersten Funken bis zum letzten Glühen,
hältst du sie in deiner Hand.
Und darüber hinaus.
Alle/Kehrvers
Eine/r: Gott, da sind so viele Sterne,
wir können gar nicht alle auf einmal sehen.
Überall machst du es hell.
Selbst da, wo es dunkel zu sein scheint,
kommt dein Licht hin.
Alle/Kehrvers
Eine/r: Gott, jetzt wo die Lichter von der Weihnachtszeit langsam ausgehen,
jetzt, wo das Funkeln der Kerzen immer weniger wird jetzt, wo das neue Jahr da ist,
zeigst du uns einen besonderen Stern,
der für uns leuchtet.
Alle/Kehrvers
Eine/r: Gott, im Licht deiner Sterne,
im Licht dieses besonderen Sterns,
sehen wir uns gegenseitig an.
Das Licht führt uns zum Jesuskind,
dein Licht in dieser Welt.
Und in deinem Licht
fangen auch wir zu leuchten an.
Alle/Kehrvers
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteAuf dem Boden wird eine Spirale aus Steinen, Blumen, Tüchern etc. gelegt. Ein Kind geht mit einem Teelicht im Glas entlang der Spirale in die Mitte, stellt sein Licht ab und geht die Spirale langsam rückwärts wieder zurück. das nächste Kind und geht achtsam die Spirale entlang, stellt sein Licht in die Mitte und geht langsam wieder zurück. Das wird mit jedem Kind wiederholt, bis alle Lichter in der Mitte stehen. Währenddessen wird ein Lied so lange gesungen/gesummt (z. B. »Ein Stern steht hoch am Himmelszelt« oder »Stern über Bethlehem«).
1. Kinder malen kleine Steine mit goldener Acrylfarbe an.
2. Material: Weihrauch, Kerze, Pinzette, Streichhölzer, Glas mit Sand (für abgebrannte Streichhölzer). Ein Kind kann unter Aufsicht die Kerze anzünden und damit den Weihrauch entzünden, um ihn dann wieder auszupusten, damit weißer Rauch entsteht. Die Kinder beobachten, wie sich der Rauch im Raum ausbreitet. Tipp: Auf ausreichende Belüftung achten!
3. Kinder können sich mit Myrrhe-Salbe/-öl einreiben (gibt es z. B. in Apotheken). Myrrhe-Öl kann als ätherisches Öl auch in einer Duftlampe benutzt werden. Die Kinder können vom Öl einen Tropfen auf einen Papierstreifen träufeln und riechen.
Jedes Kind das möchte, bekommt ein Abzieh-Tattoo »Krone« auf den Handrücken.
Alternativ: Die Krone kann auch gestempelt oder (mit geeignetem Stift) gemalt werden.
Während das Tattoo mit einem feuchten Tuch angedrückt (oder gemalt) wird, bekommt das Kind den Segen zugesprochen:
»Du bist ein Königskind; Gott liebt dich.
Gott krönt dich mit Gnade und Barmherzigkeit.
Gott segnet dich; sein Licht leuchtet in dir. Amen.«

Sterne mit Motivlocher aus Goldpapier ausstanzen und auf schwarzem Tonpapier Sternbilder (auch erfundene) aufkleben. Sterne mit weiß malendem Stift verbinden und ihnen Namen geben.
Erzählung für JüngereMaterial: dunkelblaues/schwarzes Tuch, viele goldene Sterne, Kerze, 3 Holzkegel, breites, rotes Stoffband, Bibel, helle Schnur (ca. 80 cm), Schatzkisten/edle Behältnisse für Geschenke
Tuch auf dem Boden ausbreiten und die Sterne darauf verteilen (in der Mitte für das Haus eine Stelle freilassen). Holzkegel am Rand auf das Tuch stellen.
Erzähler*in: (hat bereits einen Stern in der Hand; nimmt nun einen Holzkegel, und legt ihn sich auf die flache Hand) »Jetzt beginnt etwas ganz Neues!« Die Sterndeuter haben weit weg von Bethlehem etwas Seltsames am Himmel beobachtet: ein Stern, der aufgeht – zwischen den anderen Sternen.(Stern zwischen die anderen legen.)
Nur wer den Himmel ganz genau kennt, der bemerkt ihn. Die Sterndeuter haben ihn bemerkt und gesagt: »Gott will uns damit etwas sagen: ›Ein neuer König ist geboren!‹ Kommt, wir machen uns auf den Weg. Wir wollen den neuen König kennenlernen.«
(Den Holzkegel aus der Hand langsam einen Kreis um die Sterne gehen lassen)
Viele Tage und Nächte waren die Sterndeuter unterwegs. Und sie haben immer wieder diesen Stern beobachtet – wie er jede Nacht ein Stück weiter in den Himmel klettert und jede Nacht ein bisschen heller wird.
(Die beiden Holzkegel vom Rand auf Handfläche legen.)
»Wo müssen wir eigentlich hin? Wo finden wir den neugeborenen König?« Vielleicht im Palast. Ein Palast ist ein Ort für einen König, oder?« Und so waren die Sterndeuter zuerst beim alten König in seinem Palast.
(Rotes Stoffband wie einen roten Teppich quer über das Tuch mit den Sternen ausrollen; alle Holzkegel über das rote Band gehen lassen.)

Sie fragen den alten König: »Wo ist der neue König? Der König, der gerade geboren wurde?« Da wird der König ganz rot. Er weiß nämlich nichts von einem neuen König. Und er hat nun Angst vor diesem neuen König. Deshalb will er auch ganz genau wissen, wo er diesen neuen König findet. Die Sterndeuter sollen und ihm dann sagen, wo dieser neue König ist.
(Bibel aufgeschlagen in die Tuchmitte legen, Sterndeuter drumherum anordnen)
Doch zuerst schauen sie in den alten Büchern. Darin finden sie einen Hinweis: »Der neue König kommt aus Bethlehem.« Also gehen die Sterndeuter nach Bethlehem.
(Bibel neben Tuch legen, rotes Band aufrollen und ebenfalls neben Tuch legen)
Und da geschieht etwas Merkwürdiges: Man sieht es kaum, aber der Stern bewegt sich.
(Einen Stern mit Finger langsam bewegen)
Und dann plötzlich bleibt er stehen. Er zeigt mit seinem Licht auf dieses Haus.
(Unter dem Stern mit Seil Quadrat legen)

Da muss es sein! Es ist ein einfaches Haus. In Bethlehem. Da wohnen Maria und Josef – und sie haben ein Kind.
(Kerze ins Haus stellen und anzünden)
Und als die Sterndeuter das Kind sehen, wird ihnen klar: »Das ist ein ganz anderer König.«
Und als sie näherkommen, da spüren sie, dass von dem Kind ein Licht ausgeht.
Sie sagen: »Wir haben Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe.« Gold ist ein Geschenk, das nur Könige bekommen. Weihrauch ist ein Geschenk, das eigentlich für Gott ist. Denn der Duft von Weihrauch steigt in den Himmel. Und Myrrhe ist ein Geschenk, das man sehr gut gebrauchen kann: als Medizin, um Menschen zu heilen oder um Menschen zu trösten. Das sind besondere Geschenke!
(Schatzkisten/Behältnisse um Haus herumstellen, nach und nach öffnen.)

Die Sterndeuter aber gehen nicht zum alten König zurück. Sie verraten ihm nichts über den neuen König. Denn Gott hat ihnen gesagt: »Geht direkt nach Hause. Sagt dem alten König nichts davon.«
Und jetzt freue ich mich darauf, den neuen König kennenzulernen. Eine Krone hat er nicht – aber einen eigenen Stern …
Und weil ihr alle auch Königskinder seid, bekommt ihr auch euren eigenen Stern!
(Jedes Kind kann sich einen Stern vom Tuch nehmen.)
Erzählung für ÄltereMaterial: Kamel-Handpuppe (z. B.Living Puppets), drei Mini-Schatzkistenmit »Gold« (goldfarbene Steinchen), Weihrauch, Myrrhe, Kerze; blaues Tuch für den Hintergrund, davor eine Lichterkette (= Sternenhimmel); alternativ: Sterne aus Goldpapier o. ä. ausschneiden und am Tuch befestigen.
Das Kamel erzählt die Geschichte.
Ach, die Menschen! Die schauen nächtelang in den Himmel! Ich glaube, sie beobachten die vielen Lichter und reden ständig darüber, ob diese Lichter etwas mit ihnen zu tun haben. Dabei weiß doch jedes Kamel, dass das einfach nur Sterne sind! Naja, meine Menschenfreunde meinen, sie kennen sich besonders gut aus mit den Sternen. Gestern sind sie völlig durchgedreht. Sie haben gesagt: »Da ist ein neuer Stern!«
Jetzt mal ehrlich: Es gibt so viele Sterne. Da macht doch einer mehr oder weniger das Kamel auch nicht fett. Aber sie waren ganz aufgeregt und haben gesagt: »Das hat etwas zu bedeuten. Da passiert etwas Wichtiges.« Und dann haben sie schnell ihre Fernrohre und Instrumente und Schriftrollen eingepackt und mich dann geweckt. Mitten in der Nacht. Sie haben gesagt: »Der Stern zeigt uns den Weg – wie ein Wegweiser.« – »So ein Quatsch«, habe ich gedacht. Aber dann habe ich gehört, wie sich meine Menschenfreunde auf dem Weg unterhalten: »Wenn ein neuer Stern aufgeht, dann wird ein neuer König geboren. Und dieser König ist etwas Besonderes.«
Darum mussten wir unterwegs noch einkaufen: Geschenke für den neuen König. Gold, Weihrauch und Möhren, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Möhren sind hoffentlich für mich, denn was will denn ein König mit Möhren?
Wir sind dann irgendwann im Palast angekommen. Da war ein Schild, auf dem war ein Kamel zu sehen. Und darunter stand: »Wir müssen draußen bleiben« Da habe ich gewusst: Hier sind hier falsch. Und so war es auch. Im Palast gab’s keinen neuen König. Dafür war der alte König ziemlich wütend, als er das mit dem neuen König hörte. Deshalb sind wir schnell abgehauen und weitergezogen. Und so sind wir immer noch unterwegs … Über uns tausend Sterne und der eine ganz besondere Stern. Schaut mal! Es sieht fast so aus, als ob der sich bewegt. Das gibt’s doch nicht! Ich glaube, der Stern zeigt uns wirklich den Weg. Schnell, da geht’s lang.
(Mit wippenden Bewegungen schaukelt das Kamel nach Bethlehem.)
Wo sind wir denn hier gelandet? Ah … in Bethlehem. Mal schauen … Da sind viele, einfache Häuser. Sehr viele einfache Häuser. Wie sollen wir da das eine Haus finden mit dem neuen König? Denn königlich sieht keines der Häuser aus. Vielleicht hat sich der Stern ja geirrt. Wo ist er eigentlich? Der kann doch nicht einfach verschwunden sein. Da, er ist stehen geblieben. Versteckt er sich hinter diesem Haus? Hmmm … denkt ihr das Gleiche, was ich denke? Ob da wohl der neue König wohnt? Meine Menschenfreunde jedenfalls kramen in ihren Taschen. Tatsächlich! Sie holen die Geschenke heraus.
(Die Schatzkisten in die Mitte legen und öffnen: Gold, Weihrauch, Myrrhe.)
Das ist Gold. Für einen König ist das genau richtig. Und das muss Weihrauch sein. Meine Menschenfreunde zünden den manchmal an. Dann gibt es weißen Rauch der duftet und dann reden sie mit Gott. Also Weihrauch wird gebraucht, wenn es um Gott geht. Und wo sind die Möhren?
(Das Kamel schnuppert an der dritten Kiste mit der Myrrhe und schaut genau hin.)
Das sind keine Möhren! Oder sie sind schon sehr, sehr, seeeeehr alt. Jedenfalls sind sie kaputt. Ach, wie schade. Aber sie riechen gut. Gar nicht nach Möhren, schon gar nicht nach alten. Das riecht … Jetzt weiß ich es! Das ist Myrrhe! Myrrhe, nicht Möhren. (Schüttelt den Kopf) Damit habe ich nicht gerechnet. Myrrhe bringen meine Menschenfreunde eigentlich nur zu Beerdigung mit. Das verstehe ich nicht. Aber sie haben ja gesagt: »Dieser König ist etwas Besonderes.«
Nun, Möhren wären mir lieber gewesen – aber egal. Jetzt bin ich total gespannt auf den neuen König. Und ich freue mich, ihn kennenzulernen.
(Kerze in die Mitte stellen und anzünden; Kamel geht zur Kerze)
Ja, er ist der neugeborene König. Ein Kind, das ein König ist. Und es stimmt: Dieses Kind hat etwas Göttliches an sich, oder? Was meint ihr?
Kinder werden eingeladen, sich an den eigenen Lebensweg zu erinnern und ihn zu feiern mit einem Kuchen mit zwölf Kerzen. Nach jedem Satz wird eine Kerze angezündet. Das Gebet ist ein meditatives Dankgebet und bereitet darauf vor, dass es in der Geschichte um den zwölfjährigen Jesus geht.
Gott, du kennst mich – schon bevor ich geboren war. (1. Kerze anzünden)
Du warst dabei, als ich Laufen gelernt habe. (2. Kerze)
Du hast das erste Wort gehört, das ich gesprochen habe. (3. Kerze)
Im Kindergarten warst du bei mir. (4. Kerze)
Wenn ich Freunde gefunden habe, warst du da. (5. Kerze)
Wenn ich traurig war, warst du für mich da. (6. Kerze)
Als ich gelernt habe zu schreiben, zu lesen, Fahrrad zu fahren du warst bei mir. (7. Kerze)
Ich habe viel erlebt, viel Schönes, an das ich mich immer noch gerne erinnere. (8. Kerze)
Und auch vieles andere; manches habe ich auch wieder vergessen. (9. Kerze)
Du erinnerst dich an jeden Augenblick meines Lebens. (10. Kerze)
Du kennst mich. (11. Kerze)
Und du liebst mich. (12. Kerze)
Ich bin dein Kind. Du feierst mich – an jedem Tag meines Lebens. Danke!
(Anschließend gemeinsam die Kerzen auspusten)
In der Erzählung wird das Verhältnis zwischen Jesus und seinen Eltern als spannungsreich erlebt. Dieser Segen kann Beziehung und Nähe zwischen Kindern und Eltern schaffen und bezieht Gott mit ein.
Zuerst segnen die Kinder die Erwachsenen. Sucht euch jemanden, haltet eure Hand über die Person ohne zu sie berühren und sagt:
»NN, Gott segne dich. Du bist Gottes Kind, für immer.«
Dann schaut euch um, ob jemand nicht gesegnet wurde. Wenn ihr den Namen nicht kennt, fragt danach. Segnet auch diese Person. Macht das, bis alle Erwachsenen gesegnet wurden.
Dann segnen die Erwachsenen die Kinder. Hebt die Hand über das Kind (ohne es zu berühren) und sagt:
»NN, Gott segne dich. Gott liebt dich. Dir gehört das Himmelreich.«
Das macht ihr so lange, bis jedes Kind gesegnet wurde.
Tipp: Segensgesten können angepasst werden. Bei Berührung (Kopf, Hand, Schulter) das Einverständnis des Kindes erfragen und das Schutzkonzept beachten! Die Kinder können auch in kleinen Gruppen auf die Erwachsenen zugehen und sie segnen.
Dass Jesus mittlerweile zwölf Jahre alt ist, kann durch einen Geburtstagskuchen mit zwölf Kerzen deutlich werden. Natürlich darf der Kuchen auch gemeinsam gegessen werden.
Suchen und Verstecken haben an Pessach Tradition. Deshalb werden im Raum Dinge versteckt (vgl. hierzu Material bei Erzählung für Jüngere). Die Kinder kommen dadurch vielleicht darauf: Da ist jemand zwölf Jahre alt, es geht um eine Reise, etwas wird gesucht … Vielleicht wollen die Kinder nach der Erzählung selbst Verstecken spielen.
Die Kinder gestalten Steckbriefe über sich selbst zur Frage »Wer bin ich?«
Danach können sie gemeinsam auch einen Steckbrief über Jesus machen mit dem, was sie über ihn denken, wissen, glauben.
Jesus-Geschichten mit Legematerial erzählen

Mit den aussagekräftigen Fotos, lassen sich die einzelnen Gestaltungsschritte leicht umsetzen. Darüber hinaus runden Informationen zu den biblischen Texten, Hinweise zum Legematerial, Impulse für das Gespräch mit den Kindern sowie Gebets- und Liedvorschläge das praktische Angebot dieses Buches ab.
€ 21,00; Best.-Nr. 7797-2178
Erzählung für JüngereMaterial: Geburtstagskuchen mit zwölf Kerzen, Rucksack, Landkarte, Brotbox (mit Proviant), Handtuch oder Picknickdecke, Taschentuch, Fernglas, Schriftrolle
Ihr wisst ja: An Weihnachten haben wir gefeiert, dass Jesus geboren ist. Zuerst war er ein Baby – so wie ihr und ich. Und dann wurde er größer – so wie ihr und ich. Ein Jahr, er lernte laufen. Zwei Jahre, er lernte sprechen. Drei Jahre, er lernte und lernte. Vier Jahre, fünf Jahre, sechs Jahre, er lernte lesen und schreiben.Sieben Jahre, acht Jahre, neun Jahre, er wurde immer älter und größer. Zehn Jahre, elf Jahre, er lernte viel von seiner Mutter und seinem Vater. Und dann war er zwölf Jahre alt.
(Kuchen mit zwölf Kerzen, evtl. Kerzen anzünden)
Und als Jesus zwölf war, gingen seine Eltern und viele Freunde und Bekannte mit ihm nach Jerusalem. Die Reise nach Jerusalem dauerte ungefähr fünf Tage. Sie wollten in Jerusalem das Passah-Fest feiern. Dieses Fest wurde sieben Tage lang gefeiert.
(Wanderrucksack mit Karte, Karte ausbreiten)
Als das Fest dann vorbei war, machten sich wieder auf die Heimreise. Es ging bergab, das war schön! Sie kamen gut voran. Sie liefen in einer großen Gruppe Erwachsenen und Jugendlichen.
Auf dem Weg redeten sie miteinander – oder spielten Spiele: Ich sehe was, was du nicht siehst. Vielleicht auch Verstecken? Die Kinder waren gut gelaunt – und jetzt hungrig.
(Box mit Proviant öffnen, Picknickdecke ausbreiten)
Dann, am Abend, schauten Maria und Josef überall. Sie suchten Jesus. Aber sie konnten ihn nicht finden. Er war doch die ganze Zeit mitgegangen. Er war doch immer bei seinen Freunden. Oder war er gar nicht mitgekommen? Hatten sie ihn in Jerusalem vergessen? War er nun ganz allein in der großen Stadt? Maria und Josef rutschte das Herz in die Hose. Sie hatten Angst um Jesus. Und sie waren ja schon einen Tag unterwegs. Genauso lange würde es dauern, bis sie wieder in Jerusalem wären. Maria weinte an diesem Abend sehr.
(Taschentuch)
Am nächsten Tag machten sie sich ganz früh auf den Weg. Zurück nach Jerusalem. Das war sehr anstrengend. Es ging immerzu bergauf. Als sie wieder in Jerusalem ankamen, war es schon spät am Abend und dunkel. Deshalb konnten sie Jesus erst am nächsten Tag suchen: auf dem Markt, auf den Plätzen, in den Straßen, wo die Kinder spielen …
(Fernglas)
Da hörten sie auf einmal, wie zwei Leute miteinander redeten: »Wer ist er? Er sagt wirklich erstaunliche Dinge. Dabei ist er noch so jung. Erst zwölf Jahre alt, hat er gesagt.«
Marias Herz schlug schneller. Sie fragte die beiden: »Wo, wo ist er? Dieser Junge? « – »Oben im Tempel. Er redet dort mit den Lehrern. Und er stellt wirklich erstaunliche Fragen. Weißt du wer er ist?« So schnell sie konnten, liefen Maria und Josef die Stufen zum Tempel hinauf. Und sie erschraken, als sie dort Jesus sahen und viele Erwachsene um ihn herumstanden. Sie unterhielten sich.
(Schriftrolle abrollen)
Es wurden immer mehr Leute. Da rief Maria ihren Sohn Jesus: »Mein Kind, was tust du hier? Wir haben dich gesucht! Wir haben uns große Sorgen gemacht!« Der zwölfjährige Jesus aber sagte: »Warum sucht ihr mich? Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Ihr müsstet doch wissen, wer ich bin und wo ihr mich findet. Hier gehöre ich her!« Doch Maria und Josef verstanden nicht, was er damit meinte.
Als Maria und Josef schließlich mit Jesus wieder auf dem Weg nach Hause waren, hörten sie die Leute miteinander flüstern. Sie fragten sich: »Wer ist er?« Und Maria dachte noch lange darüber nach.
Erzählung für Ältere
Material: Zwei Handpuppen, Smartwatch (evtl. aus Pappe gebastelt, damit sie groß, klobig und auffällig ist)
Theo: Hallo Franz!
Franz: Hallo Theo!
Theo: Hast du eine neue Uhr?
Franz: Nein (versteckt die Uhr hinter dem Rücken).
Theo: Aber ich hab’s doch gesehen. Du hast so ein »Ding««, oder?
Franz: Nein … oder … ja. (Verschämt) Ich habe so ein »Ding«.
Theo: Zeig mal.
Franz: Och, nö.
Theo: Doch, ich will sie sehen!
Franz: Na gut. Da ist das »Ding«.
Theo: Wow! Das ist ja groß. Und was kann das?
Franz: Nichts.
Theo: Hä? Das glaube ich nicht. Das muss doch was können. Guck mal, es blinkt.
Franz: Ich weiß nicht, was das kann.
Theo: Komm, jetzt sag endlich. Was ist das für ein »Ding«?
Franz: Das ist ein Woistfranz.
Theo: Ein was?
Franz: Ein Woistfranz.
Theo: Was ist denn ein Woistfranz?
Franz: Also, wenn meine Mutter mich sucht, dann kann sie mit dem Handy gucken, wo ich bin, weil der Woistfranz den Satelliten im Weltall immer sagt, wo ich bin.
Theo: Nochmal langsam: Das »Ding« ist mit dem Weltall verbunden, damit deine Mutter weiß, wo du bist?
Franz: Ja, über Satelliten. Und die sagen meiner Mama, wo ich bin. Darum heißt es Woistfranz.
Theo: Krass! Warum hast du so was?
Franz: Weil ich verloren gegangen bin.
Theo: Wo?
Franz: Wir waren doch letzte Woche mit Freunden im Europa-Park. Vier Familien waren es. Und abends, kurz bevor wir wieder heimgegangen sind, wollte ich noch mal Achterbahn fahren. Nur noch einmal.
Theo: Und dann?
Franz: Ich stand also in der Schlange an der Achterbahn. Aber meine Eltern dachten, dass ich mit den anderen mitgegangen bin und in einem Auto von unseren Freunden sitze.
Theo: Und dann?
Franz: Dann sind meine Eltern heimgefahren, und ich bin Achterbahn gefahren.
Theo: Die sind ohne dich heimgefahren?
Franz: Ja. War aber gar nicht schlimm. Denn dann bin ich noch eine Runde Achterbahn gefahren und noch eine Runde und noch eine Runde …
Theo: Und deine Eltern?
Franz: Die haben erst zuhause gemerkt, dass ich bei niemandem im Auto saß.
Theo: Oh je!
Franz: Genau! Sie mussten den ganzen Weg nochmal zurückfahren. Und dann haben sie mich im ganzen Park gesucht. Und dann in der Achterbahn gefunden.
Theo: Hast du Ärger bekommen?
Franz: Bisschen. Vor allem habe ich das »Ding« bekommen.
Theo: Das Woistfranz.
Franz: Ganz genau!
Theo: Ok, ich verstehe. Deine Eltern dachten, du bist verloren gegangen. Dabei warst du in der Achterbahn. Und sie haben einen Riesenschreck bekommen, als sie zuhause gemerkt haben, dass du nicht da bist.
Franz: Ja, mir ging es gut. Mir war nur etwas schwindelig nach 30 Runden Achterbahn.
Theo: (schüttelt den Kopf) Das ist ja wie bei Jesus.
Franz: Was, der fährt auch gerne Achterbahn?
Theo: Nein, aber der ist auch mal verloren gegangen. Und für seine Eltern war das eine »Achterbahnfahrt«.
Franz: Erzähl mal!
Theo: Also, Jesus war zwölf Jahre alt …
Franz: … aber vor zwei Wochen war er doch noch ein Baby.
Theo: Ja, vor zwei Wochen war Weihnachten. Aber diese Geschichte spielt zwölf Jahre später.
Franz: Ok, verstehe. Dann jetzt wieder zurück in die Zukunft. Jesus war also zwölf.
Theo: Genau, und Jesus war mit seinen Eltern, Maria und Josef, in Jerusalem. Zusammen mit anderen Familien und Freunden wollten sie dort das Passah-Fest feiern. Von überall her waren die Menschen nach Jerusalem gepilgert, um hier sieben Tage lang Passah zu feiern. Die Stadt war voll von Menschen.
Nach dem Fest haben sich alle wieder auf den Heimweg gemacht. Auch die Familien und Freunde aus Nazareth waren in einer großen Gruppe wieder unterwegs nach Hause. Da waren jede Menge Kinder, Onkel und Tanten und andere Erwachsene. Maria und Josef dachten: »Jesus ist irgendwo bei seinen Freunden oder den Verwandten.« War er aber nicht. Das haben Maria und Josef aber erst am Abend gemerkt. Sie haben einen Riesenschreck bekommen. »War ihr Jesus noch in Jerusalem? In dieser großen Stadt? Ganz alleine? Er war doch erst zwölf.« Natürlich sind sie am nächsten Morgen den ganzen Weg wieder nach Jerusalem zurückgelaufen. Als sie endlich wieder in Jerusalem waren, haben sie Jesus überall gesucht: auf dem Markt, in den Straßen und Gärten, dort, wo die Kinder spielten … Aber sie konnten ihn nicht finden.
Da hörten sie zwei Leute miteinander reden: »Es ist unglaublich! Er ist erst zwölf, aber er sagt erstaunliche Sachen.« Maria wusste sofort, dass sie Jesus meinten. »Wo ist er? Dieser Zwölfjährige?«, fragte sie die beiden. » Er ist im Tempel und redet dort mit den Lehrern.« Als Maria und Josef in den Tempel kamen, sahen sie Jesus: Er redete mit den Lehrern und stellte ihnen Fragen. Und alle waren verwundert über das, was Jesus sagte. Sie fragten sich: »Wer ist er?«
Endlich rief Maria: »Mein Kind! Warum hast du uns das angetan? Wir hatten Angst um dich und haben dich gesucht!« Aber Jesus antwortete: »Warum sucht ihr mich? Ihr müsstet doch wissen, wer ich bin und wo ihr mich findet. Hier gehöre ich her!«
Franz: Hä? Warum gehört Jesus in den Tempel?
Theo: Jesus sagte: »Ich muss da sein, wo mein Vater ist.« Er meinte damit aber nicht Josef, sondern Gott.
Franz: Und hat Jesus von seinen Eltern dann auch so ein »Ding« bekommen?
Theo: Das gab’s damals noch nicht. Aber wenn es das gegeben hätte, dann vielleicht schon.
Franz: Das wäre dann ein Woistjesus.
Theo: Ja, genau. Aber die eigentliche Frage ist: Wer ist Jesus?
Franz: Wie meinst du das?
Theo: Na, wie kann er so kluge und erstaunliche Sachen fragen und sagen, wo er doch erst zwölf ist?
Franz:Und wie schafft er es, dass die Erwachsenen ihm zuhören?
Theo: Und wie viel Uhr ist es?
Franz: Genau, Moment, wie bitte?
Theo: Meine Mama sagt, ich muss um Zwölf zuhause sein, weil sie sich sonst Sorgen macht.
Franz: Na dann geh mal schnell. Nicht, dass du auch noch so ein »Ding« bekommst.
Theo: Ein Woisttheo.
Franz: Genau.
Theo: Na dann, mach’s gut!
Franz: Tschüss Theo!
Es gibt so viel zu staunen, wenn wir aufmerksamen sind für auch scheinbar Selbstverständliches oder Hässliches, für »Verborgenes« und nicht Offensichtliches. Da tut sich eine Welt voller Wunder für uns auf, die Gott uns schenkt.

Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeAlles jubelt, alles singt (KuS 636);
Vom Aufgang der Sonne (KuS 560, KKL 10);
Hallelu-, Hallelu
(KuS 226, KKL 188, HuT 95, EGplus 48, MKL1 49);
Du schufst, Herr, unsre Erde gut (KuS 522, LJ 506);
Gott, dein guter Segen (KuS 176, KKL 274)
Lieber Gott,
wir sind heute hier im Kindergottesdienst
und freuen uns, dass wir zusammen sind.
Danke für diesen Tag,
für unsere Gemeinschaft
und für alles, was du uns schenkst.
Wir bitten dich:
Schenke uns offene Ohren,
damit wir gut zuhören können.
Schenke uns offene Augen,
damit wir sehen, was wichtig ist.
Schenke uns offene Herzen,
um deine Nähe zu spüren. Amen.
Lieber Gott,
wir dürfen die Samen in die Erde legen,
du lässt die Pflanzen wachsen und sorgst für uns.
Dafür danken wir dir.
Danke für das Essen, für die Natur, für unsere Familien und Freunde.
Hilf uns, dass auch wir Gutes säen:
dass wir teilen, dass wir aufeinander achten,
und dass wir Freude weitergeben.
Lass uns dazu beitragen, dass Freundschaft gelingt, dass Schule und Kindergarten allen Kindern Spaß machen, dass wir dankbar sein können für unsere Familien.
Sei du mit deinem Segen bei allen Menschen und Tieren und hilf uns, dass wir deinen Segen weitergeben.
Amen
Kreative Umsetzung der GeschichteAlle Kinder bewegen sich zu Musik im Raum. Stoppt die Musik, ruft ein*e Mitarbeiter*in eines der folgenden Worte und die Kinder handeln entsprechend: Bei Wasser suchen sie sich einen erhöhten Platz (z. B. Stuhl), bei Feuer eine Ecke, bei Sturm legen sie sich auf den Boden, bei Eis stehen sie ganz still.
Mit jüngeren Kindern: vorbereitete Tischgebetskarten bemalen/gestalten; mit älteren: Gebetswürfel basteln.
Ein kleines Frühstück rundet die Einheit ab (auf Lebensmittelunverträglichkeiten achten).
Der Refrain von »Wir pflügen und wir streuen« kann auf kreative Weise gestaltet werden.
Für eine Pflanzaktion im Kirchgarten oder in einem vorbereiteten Blumenkasten eignen sich Ringelblumen, Kapuzinerkresse oder Phacelia (schnell keimend und wachsend).
Für ältere Kinder, die oft schon ein gutes Grundwissen über Erntebedingungen und Umweltbedrohungen haben. Gemeinsam gestalten sie ein Schöpfungsplakat mit Bildern und Zeitungsausschnitten (z. B. aus landwirtschaftlichen Zeitschriften).
Erzählung für JüngereAn einem warmen Frühlingstag laufen die Geschwister Mia und Ben über den Feldweg hinter ihrem Dorf. Die Sonne kitzelt ihre Nasen, und der Wind spielt mit ihren Haaren. »Schau mal!«, ruft Ben und zeigt auf den großen Acker. Ein Landwirt fährt langsam mit seinem Traktor über das Feld. »Was macht der Mann da?«, fragt Mia neugierig. Da kommt Opa Jakob dazu. Er hat gerade Zeit und weiß so einiges. »Der Bauer bereitet den Boden vor«, erklärt er. »Dafür muss er mit der Egge, die am Traktor hängt, den Boden auflockern. Siehst du die Haken, die den Boden aufbrechen?« Mia nickt.
»Bald wird er Samen aussäen.« »Samen? So kleine Krümel?«, will Ben wissen. Opa Jakob lacht. »Ja, ganz kleine Körner. Und trotzdem können daraus große Pflanzen wachsen.« Mia schaut auf den braunen Acker. »Aber wie wissen die Samen, wohin sie wachsen sollen?« Opa Jakob denkt kurz nach und sagt dann: »Das ist ein Geheimnis. Ein Geschenk von Gott.«
Ein paar Tage später dürfen Mia und Ben selbst Samen säen – im kleinen Garten hinter dem Haus. Sie graben mit ihren Händen in der Erde. Sie ist kühl und krümelig. »Hallo Erde«, flüstert Ben. »Pass gut auf unsere Samen auf«, sagt Mia.
Die beiden Geschwister legen die Körner vorsichtig hinein und decken sie mit Erde zu. Dann holen sie Wasser und befeuchten die Erde. »Wächst das jetzt gleich?«, fragt Ben. »Nein«, sagt Opa Jakob. »Wir müssen warten. Und vertrauen.« In der Nacht regnet es. Am Morgen scheint die Sonne. Jeden Tag schauen Mia und Ben nach. Erst sehen sie nichts.
Dann – eines Tages – ruft Mia laut: »Ben! Komm, ganz schnell!« In der Erde schaut ein winziges grünes Blatt heraus. Dann entdecken sie noch eins. Und noch eins. »Das haben wir gemacht!«, ruft Ben. Opa Jakob schüttelt freundlich den Kopf. »Ihr habt geholfen. Auch der Regen und die Sonne haben geholfen. Und auch die Zeit. Aber dass es tatsächlich wächst, bleibt ein Wunder. Darin erkennen wir Gott als Schöpfer.«
Auch auf dem Acker hat sich etwas getan. Im Sommer werden aus den kleinen Pflanzen große Halme mit Ähren dran. Im Herbst sind sie voll und schwer. Der Bauer erntet das Korn. Mit einem großen Mähdrescher fährt er auf das Feld. Das lassen sich Mia und Ben nicht entgehen. Sie schauen zusammen mit Opa Jakob zu. »Und was passiert jetzt mit dem Korn?«, fragt Mia. Opa Jakob lächelt. »Kommt, das zeige ich euch.«
Sie gehen zusammen zur Mühle im Nachbardorf. Drinnen ist es laut. Große Räder drehen sich. »Hier wird das Korn gemahlen«, erklärt Opa Jakob. »Aus den Körnern wird Mehl.« Mia steckt vorsichtig ihre Hand in einen kleinen Sack. »Das fühlt sich ganz weich an!« »Und aus dem Mehl wird Brot«, sagt Ben. »Ja«, schmunzelt Opa Jakob, »wenn wir Oma frisches Mehl mitbringen, backt sie uns vielleicht ein frisches Brot.«
Am nächsten Tag steht Oma in der Küche, und es duftet herrlich. Warm und lecker. Oma knetet Teig. »Aus Mehl, Wasser, Hefe und ein bisschen Salz wird ein Teig«, erklärt sie. »Und dann braucht er Zeit.« »Schon wieder warten«, sagt Ben und lacht.
»Ja«, bestätigt Oma. »Warten gehört dazu. Alles braucht seine Zeit.« Der Teig kommt in den Ofen. Bald duftet es herrlich im ganzen Haus. »Jetzt wird aus dem Mehl Brot!«, ruft Mia.
Am Abend steht ein frisches Brot auf dem Tisch. Beim Abendessen faltet Mia die Hände. »Danke, lieber Gott«, sagt sie, »für die Erde, den Regen, die Sonne, und für das Korn. Danke, dass wir daraus Mehl und Brot machen können. Und danke für das Brot auf unserem Tisch.«
Ben nickt und ergänzt: »Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir, wir danken dir dafür.« Und alle am Tisch stimmen ein und sagen: »Amen.«

Der Bastelbogen hat zwei Einlegescheiben: Die eine mit sieben Bildern, die die Schöpfungsgeschichte erzählen plus weiterem Feld, das Platz bietet für ein eigenes »Dankeschön« an Gott.
Die andere mit sieben Feldern, die die Kinder zum Thema »Gott Danke sagen« ausfüllen. Das bietet sich besonders zu Erntedank an.
Doch auch bei anderen Gelegenheiten im Jahr kann hiermit zum Ausdruck gebracht werden, wie vieles es gibt, um Gott zu danken – auch ohne Garten.
DIN-A3-Bogen (auf A4 gefalzt), 250-g-Papier
€ 1,90 (ab 10 Ex. je € 1,80);
Erzählung für ÄltereEine Mitmachgeschichte
Die Kinder teilen sich in fünf Gruppen auf: in die vier Ecken des Raumes und die Mitte. Dort steht jeweils ein dazu passender Gegenstand: Erdenruh = Blumentopf mit Erde; Lichtblick = Gartenlaterne; Quellstadt = Wasserschale; Windhöhe = Windspiel; Herzwald (Mitte) = Liederbuch.
Hinter den Bergen liegen fünf Dörfer. Jedes Dorf ist anders und jedes Dorf ist stolz auf das, was es besonders gut kann.
Das erste Dorf heißt Erdenruh. Dort ist der Boden dunkel, weich und fruchtbar. »Unsere Erde ist die beste«, sagen die Menschen. »Hier kann alles wachsen.« (Die Kinder in dieser Zimmerecke machen pantomimisch vor, was man mit Erde machen kann: buddeln, säen, bauen, darauf liegen, gehen …)
Das zweite Dorf heißt Lichtblick. Dort scheint fast immer die Sonne. Die Menschen wissen viel über Tage und Zeiten, über Wärme und helles Licht. (Die Kinder machen pantomimisch vor, was man damit machen kann: etwas suchen, Kerze anzünden, sich sonnen, mit der Hand das Licht abschirmen …)
Das dritte Dorf heißt Quellstadt. Mitten hindurch fließt ein klarer Fluss. Die Menschen verstehen alles über Wasser: über Regen, Bäche und das richtige Maß. (… trinken, waschen, gießen, kochen …)
Das vierte Dorf nennt sich Windhöhe. Hier weht immer eine frische Brise. Die Menschen kennen die Kraft der Luft und wissen, wie wichtig Atem und Bewegung sind. (… Drachen steigen lassen, Mütze festhalten, sich gegen den Wind stemmen …)
Das fünfte Dorf heißt Herzwald. Dort leben Menschen, die oft zusammenkommen, um zu beten und zu singen. Sie sagen: »Alles, was wir haben, ist ein Geschenk.« (… was man im Gottesdienst machen kann: singen, beten, sich die Hände reichen …)
Eines Tages beschließen die Menschen in den Dörfern, gemeinsam ein großes Feld zu bestellen. Dazu kommt aus jedem Dorf ein Kind.
Die Kinder heißen Lina aus Erdenruh, Tom aus Lichtblick, Samira aus Quellstadt, Noah aus Windhöhe und Elias aus Herzwald (wahlweise auch Namen eines Kindes aus den Gruppen).
»Ich bringe die beste Erde«, sagt Lina. »Ich sorge für Licht und Wärme«, sagt Tom. »Ohne Wasser geht gar nichts«, meint Samira. »Und ohne Luft auch nicht«, ergänzt Noah.
Elias aus dem Herzwald hört das alles und sagt dann: »Ich kann nichts mitbringen.« Die Kinder legen los. Die Erde ist fruchtbar. Die Sonne scheint. Das Wasser fließt. Der Wind weht. (Alle aufgerufenen Kinder holen aus der Ecke ihren Gegenstand und legen ihn in die Mitte.) Jetzt müsste es wachsen!
Aber es passiert nichts. Kein Pflänzchen wächst.
Die Kinder sitzen ratlos nebeneinander. »Wir haben doch alles richtig gemacht«, seufzt Tom. »Warum passiert nichts?«, fragt Lina.
Da stellt sich Elias in die Mitte: »Vielleicht fehlt etwas, das man nicht tragen und nicht machen kann«, sagt er. »Ich kann zwar nicht säen, ich kann nicht gießen. Aber eines kann ich: Ich kann bitten. Lasst uns Gott um seinen Segen bitten.« Alle halten einen Moment still. Niemand lacht, niemand drängelt. Es ist ruhig. Und wichtig.
Die erste Zeit geschieht nichts Besonderes. Doch nach einigen Tagen kommt das erste grüne Blatt aus der Erde. Dann noch eines. Und noch eines. Die Kinder jubeln. Keines sagt: »Das habe ich gemacht!« Stattdessen sehen sie sich gegenseitig an und reichen sich die Hände. Alle wissen: »Jedes allein hat das nicht hinbekommen. Und selbst sie alle zusammen haben das Wachsen der Pflanzen nicht gemacht.«
Sie haben verstanden: »Wir können vorbereiten, teilen und helfen. Aber dass dann tatsächlich etwas wächst, das bleibt ein Wunder. Das schenkt Gottes Segen.« Elias sagt, was alle denken. Er nimmt dazu die Worte eines alten Kirchenliedes:
Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle Jahre wieder
Und so kommen die fünf Dörfer jedes Jahr wieder zusammen: mit Erde, Licht, Wasser, Luft und offenen Herzen für Gottes Segen.
Herbst und Erntedank mit Kindern erleben
Geschichten und Kreativideen
Die Geschichten und Aktionen des Buches rund um die Natur machen die Streifzüge dorthin zum Erlebnis. Plus Informationen zu den Festen dieser Zeit, kreativen Ideen, Gebeten und Traumreisen zu dieser farbenfrohen Jahreszeit.
€ 12,00;
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das ThemaJesus sieht dich: Trotz der Menschenmenge nimmt Jesus die einzelne Frau wahr. Auch das zwölfjährige Mädchen steht im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit. Kinder wollen gesehen und beachtet werden und erleben manchmal, dass ihre Gefühle oder Sorgen übersehen werden. Die Geschichten zeigen: Für Jesus ist jedes Kind wichtig.
Mut zum Vertrauen: Die Frau und Jairus wagen es, auf Jesus zu vertrauen, obwohl ihre Lage aussichtslos erscheint. Auch Kinder stehen immer wieder vor Situationen, die Mut brauchen. Die Geschichten helfen, in solchen Situationen zu glauben und zu hoffen.
Niemand wird ausgeschlossen: Die blutflüssige Frau war ausgeschlossen. Jesus weist sie nicht zurück, sondern nennt sie »Tochter«. Kinder haben ein feines Gespür für Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Die Erzählung zeigt: Bei Jesus haben alle einen Platz.
Mit Angst nicht allein: »Fürchte dich nicht! Glaube nur!« Kinder kennen Ängste, Unsicherheiten und belastende Erfahrungen. Jesus schenkt Hoffnung und Vertrauen.
Leben und Hoffnung: Die Auferweckung des Mädchens erzählt von Gottes Macht. Gerade Kinder stellen Fragen nach Krankheit, Sterben und Tod. Jesus zeigt, dass Gottes Liebe und sein Leben stärker sind als alles, was Menschen bedroht.
Wichtiger Hinweis
In der Gruppe können Mädchen sein, die bereits ihre Regelblutung haben. Das Thema kann mit Scham, Unsicherheit, Fragen verbunden sein. Deshalb sollte die Geschichte der blutflüssigen Frau entsprechend sensibel behandelt werden.
Liturgische ElementeDon’t be afraid (KKL 340)
Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«, Seite 393
Kreative Umsetzung der GeschichteFür Jüngere: Deren Geschichte verzichtet bewusst auf die Erzählung von der blutflüssigen Frau. Sie konzentriert sich ganz auf das Mädchen und die Liebe und Fürsorge der Eltern, die Jesus um Hilfe bitten.
Die Kinder können Kuscheltiere mitbringen. Während der Geschichte passen sie liebevoll darauf auf.
Sie können damit auch nachspielen, wie ein »krankes« Kuscheltier gepflegt wird. Dafür eignen sich Pflaster, Verbände, kleine Tücher.
Mit ganz kleinen Kindern kann das Kuscheltier auf dem Schoß »reiten«, während das Lied gemeinsam gesungen wird. So wird die Erfahrung des Schlafens und Wiederaufwachens spielerisch aufgenommen.
Für Ältere: Deren Geschichte ist ein Interview. Dadurch werden die Gemeinsamkeiten der beiden Heilungserzählungen deutlich und die Perspektiven der Betroffenen lebendig.
Das Interview kann
Zur Abfolge
1. Interview hören oder lesen
2. Bibeltext lesen
3. Gemeinsam entdecken:
Peter Hitzelberger (Hg.)
Jesusgeschichten mit Legematerial erzählen
Weitere Heilungsgeschichten in diesem Buch können Anregung geben, wie die Geschichten dieser Reihe mit Legematerial erzählt werden könnten.
Darüber hinaus enthält es Gleichnisse, Ereignisse (wie Sturmstillung, Kindersegnung, Speisung der 4000) und die Passions- und Ostergeschichte. Insgesamt 12 Ausarbeitungen. Mit vielen Fotos, Informationen zu den biblischen Texten, Hinweisen zum Legematerial, Impulsen für das Gespräch mit den Kindern sowie Gebets- und Liedvorschlägen wird dieses Buch zu einem wertvollen Begleiter in der Arbeit mit Kindern.
Ab 4 Jahren, 144 Seiten
€ 21,00; Best.-Nr.: 2178
Erzählung für JüngereSeit vielen Tagen liegt das Mädchen krank in seinem Bett.
Früher ist es durch das Haus gerannt.
Es hat gelacht, gespielt und gesungen.
Jetzt ist alles anders.
Das Mädchen ist müde.
Es mag nicht essen.
Es trinkt nur wenig.
Meistens liegt es mit geschlossenen Augen da.
Seine Mama sitzt oft an seinem Bett. Manchmal streichelt sie ihm über die Haare. Manchmal hält sie einfach seine Hand.
Auch sein Papa kommt immer wieder zu ihm. Dann setzt er sich leise an das Bett und schaut seine Tochter an.
Die beiden machen sich große Sorgen.
Denn sie lieben ihr Kind sehr.
Das Mädchen ist ihre einzige Tochter.
Der Vater heißt Jairus. Er ist Vorsteher der Synagoge. In der Synagoge kommen die Menschen zusammen, um zu beten und von Gott zu hören.
Auch Jairus und seine Frau beten.
Jeden Tag.
»Lieber Gott«, bitten sie, »hilf unserer Tochter. Mach sie wieder gesund.«
Doch das Mädchen wird nicht gesund.
Im Gegenteil.
Jeden Tag wird es ein wenig schwächer
Eines Morgens legt die Mutter ihre Hand auf die Stirn ihrer Tochter.
Erschrocken zieht sie die Hand zurück.
»Sie ist ganz heiß«, sagt sie.
Der Vater nickt traurig. »Ich weiß.«
»Wir müssen etwas tun!«, sagt die Mutter.
Jairus senkt den Kopf. »Aber was denn?«, fragt er. »Wir haben schon alles versucht.«
Eine Weile sagen beide nichts mehr.
Im Zimmer ist es ganz still.
Nur das leise Atmen des Mädchens ist zu hören.
»Jairus, weißt du noch, was dein Name bedeutet?«, fragt seine Frau plötzlich.
Der Vater schaut auf und nickt.
»Meine Eltern haben immer gesagt: ›Gott lässt Menschen nicht allein. Gott schenkt Leben.‹«
Seine Frau nimmt seine Hand.
»Dann lass uns jetzt darauf vertrauen.«
Da kommt ein Nachbar ins Haus.
»Habt ihr schon gehört?«, fragt er.
»Was denn?«, sagt Jairus.
»Jesus ist in der Stadt! Viele Menschen sind bei ihm. Alle wollen ihn sehen.«
Da richtet sich Jairus auf.
In seinen Augen leuchtet ein kleiner Hoffnungsfunke auf.
Er schaut seine Frau an.
Sie versteht sofort.
»Geh!«, sagt sie. »Ich bleibe hier.«
»Ja«, antwortet Jairus. »Ich gehe zu Jesus.«
Dann läuft er los. Immer schneller.
Durch die Straßen.
An den Häusern vorbei.
Bis er die Menschenmenge sieht.
Viele Menschen stehen um Jesus herum.
Manche wollen mit ihm reden.
Manche möchten ihm zuhören.
Manche hoffen auf Hilfe.
»Jesus! Jesus!«, ruft Jairus.
Jairus drängt sich durch die Menge: »Lasst mich durch! Bitte!«
Endlich steht er vor Jesus.
Außer Atem fällt er vor ihm auf die Knie.
»Jesus! Bitte hilf mir!«
Jesus schaut ihn freundlich an.
»Was ist denn?«, fragt Jesus
Jairus antwortet: »Meine Tochter ist sehr krank. Wir haben große Angst um sie. Bitte komm mit zu uns nach Hause. Bitte hilf ihr!«
Jesus sieht die Sorge in den Augen von Jairus.
Dann sagt er: »Ich komme mit dir.«
Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.
Doch immer wieder bleiben Menschen bei Jesus stehen. Sie möchten mit ihm reden. Sie bitten ihn um Hilfe.
Darum kommen sie nur langsam voran.
Doch Jesus vergisst das Mädchen nicht.
Keinen Augenblick.
Schritt für Schritt geht er weiter.
Dieses Kind ist ihm wichtig.
Und seine Eltern sind ihm wichtig.
Endlich sind sie fast am Haus.
Da kommt ihnen jemand entgegengelaufen.
»Jairus!«, ruft er, »es ist zu spät! Deine Tochter ist gestorben.«
Aus dem Haus hört man Weinen und Klagen. Jairus bleibt stehen.
Jesus legt ihm die Hand auf die Schulter.
»Hab keine Angst«, sagt er. »Vertrau mir.«
Dann geht Jesus mit den Eltern in das Zimmer des Mädchens.
Auch die Mama hat geweint.
Ihre Augen sind ganz rot.
Jesus schaut die Mutter an.
Dann den Vater.
Er sieht die Tränen in ihren Augen.
Er sieht, wie lieb die Eltern ihre Tochter haben.
Und er spürt: Sie hoffen immer noch auf Gottes Hilfe.
Jesus tritt an das Bett.
Ganz vorsichtig nimmt er die Hand des Mädchens.
Die Mutter hält den Atem an.
Der Vater kann kaum hinsehen.
Im Zimmer wird es ganz still.
Dann sagt Jesus: »Talita kum!«
Die Eltern kennen diese Worte.
Es ist ihre eigene Sprache.
»Mädchen, steh auf!«
Einen Moment lang passiert nichts.
Dann bewegen sich die Finger des Mädchens.
Langsam öffnet es die Augen.
Es atmet tief ein.
Es schaut sich um.
Dann setzt es sich auf.
Die Mutter beginnt zu weinen.
Jetzt vor Freude.
Der Vater lächelt und kann kaum glauben, was er sieht.
Das Mädchen stellt die Füße auf den Boden.
Es steht auf. Es lebt.
Die Eltern nehmen ihre Tochter in die Arme.
Und alle drei lachen und weinen zugleich.
Jesus schaut die Eltern an und sagt:
»Erzählt jetzt nicht allen davon. Bleibt erst einmal zusammen.«
Dann sieht er das Mädchen an und lächelt.
»Du hast bestimmt Hunger.
Gebt ihr etwas zu essen.«
Die Mutter nickt.
Der Vater lacht.
Und das Mädchen auch.
Es hat tatsächlich Hunger.
An diesem Tag gibt es ein Festessen.
Die Tochter lebt.
Und das Haus ist wieder voller Leben, voller Freude und voller Hoffnung.
Erzählung für ÄltereInterview mit drei Personen:
Moderator*in; Miriam (12-jähriges Mädchen), Shira (Frau, die 12 Jahre lang unter Blutfluss gelitten hat)
Moderator*in: Hier ist Radio Genezareth. Hier hört ihr spannende Geschichten aus der Region – und für die Region. Geschichten, die das Leben schrieb. Heute haben wir zwei ganz besondere Gäste. Beide haben etwas erlebt, das ihr Leben für immer verändert hat. Herzlich willkommen, Miriam und Shira!
Ihre Namen kennen wir übrigens nicht aus der Bibel. Für unser Interview haben wir ihnen Namen gegeben.
Miriam: Ich bin ein bisschen aufgeregt.
Moderator*in: Das musst du nicht sein. Wir freuen uns, dass du da bist.
Shira: Danke für die Einladung. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in einer Radiosendung sitze.
Moderator*in: Miriam ist zwölf Jahre alt und Shira war zwölf Jahre lang krank. Das nenne ich mal einen verrückten Zufall.
Shira: Ja, das stimmt. Das ist mir noch gar nicht aufgefallen.
Miriam: Ein weiterer Zufall ist, dass Jesus uns beiden am selben Tag geholfen hat.
Moderator*in: Richtig, aber lasst uns mal anfangen. Miriam, hätte gut sein können, dass du heute gar nicht hier sitzt.
Miriam: Ja, das stimmt. Ich war nämlich sehr krank.
Moderator*in: Was war passiert?
Miriam: So genau weiß ich das gar nicht mehr. Meine Eltern hatten große Angst um mich. Tag und Nacht saßen sie an meinem Bett. Ich hatte hohes Fieber. Irgendwann wollte ich nichts mehr essen und später auch nichts mehr trinken. Das haben mir meine Eltern erzählt.
Moderator*in: Shira, auch du warst krank. Bei dir waren das sogar zwölf Jahre. Was war los?
Shira: Als junge Frau bekam ich – wie andere Frauen auch – meine Periode. Das war ja ganz normal. Aber vor zwölf Jahren hörte die Blutung plötzlich nicht mehr auf. Erst dachte ich: »Das dauert dieses Mal halt etwas länger. Das wird schon wieder.« Doch aus Tagen wurden Wochen. Und dann Monate.
Moderator*in: Was geschah dann?
Shira: Dann begann meine Suche nach Hilfe. Ich ging zu Ärzten. Es waren viele. Ich ließ mich behandeln. Das hat mich viel Geld gekostet. Aber keiner konnte mir helfen. Manche versprachen viel, andere schüttelten nur den Kopf.
Moderator*in: Das klingt furchtbar. Was war für dich das Schlimmste?
Shira: Das war nicht mal die Krankheit selbst, sondern es war die Einsamkeit. Nach unseren heiligen Schriften galt ich als unrein. Viele Menschen gingen mir aus dem Weg. Ich konnte nicht mehr mit anderen beten. Ich fühlte mich ausgeschlossen.
Moderator*in: Du warst also nicht nur körperlich krank.
Shira: Ja, denn irgendwann war ich auch seelisch am Ende.
Moderator*in: Danke, Shira, dass du so offen davon erzählst. Und bei dir, Miriam, wie war die Zeit deiner Krankheit für dich?
Miriam: Wie gesagt: An die letzten Tage kann ich mich kaum erinnern. Aber ich habe gespürt, dass Mama oder Papa immer bei mir waren. Manchmal auch beide. Sie hielten meine Hand. Sie redeten mit mir.
Moderator*in: Wie war das für dich?
Miriam: Das hat mir gutgetan. Ich wusste: »Ich bin nicht allein.«
Moderator*in: Interessant. Ihr beide habt also etwas gemeinsam. Ihr wart in einer Situation, die fast aussichtslos schien. Und dann habt ihr beide von Jesus gehört …
Miriam: Bei mir war das etwas anders. Nicht ich habe von Jesus gehört, sondern meine Eltern.
Moderator*in: Deine Eltern? Wie kam das?
Miriam: Mir ging es immer schlechter. Meine Eltern hatten große Angst um mich. Sie dachten, dass ich sterben würde, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.
Moderator*in: Und dann kam das Wunder?
Miriam: Ja und nein.
Moderator*in: Wie meinst du das?
Miriam: Ein Nachbar erzählte meinen Eltern, dass Jesus in unsere Stadt gekommen war. Da ist mein Vater sofort losgelaufen.
Moderator*in: Was wollte er?
Miriam: Er wollte Jesus finden. Er lief und lief. Überall waren Menschen. Alle wollten zu Jesus. Aber mein Vater gab nicht auf. Als er Jesus endlich gefunden hatte, bat er ihn: »Komm mit zu meiner Tochter! Hilf ihr!«
Moderator*in: Und Jesus hat geholfen?
Miriam: Ja. Aber nicht sofort.
Moderator*in: Nicht sofort?
Miriam: Ja. Es waren so viele Menschen da. Alle wollten etwas von Jesus. Deshalb dauerte alles länger.
Moderator*in: Jesus hatte also keine Zeit für dich?
Miriam: Doch! Natürlich. Aber ich glaube, Jesus wollte noch einem anderen Menschen helfen. Und diesen Menschen kennt ihr inzwischen auch.
Moderator*in: Du meinst Shira?
Shira: Genau.
Moderator*in: Du warst also mitten in dieser Menschenmenge?
Shira: Ja. Zwischen all den Menschen fiel ich gar nicht auf. Das war mein Glück.
Moderator*in: Warum?
Shira: Weil ich große Angst hatte.
Moderator*in: Wovor?
Shira: Wegen meiner Krankheit galt ich als unrein. Viele Menschen hielten Abstand von mir. Ich hatte Angst, dass Jesus mich wegschicken würde wie so viele andere.
Moderator*in: Und trotzdem bist du zu ihm gegangen?
Shira: Ja. Ich dachte: Wenn ich es jetzt nicht wage, dann vielleicht nie mehr.
Moderator*in: Was ist dann passiert?
Shira: Ich schob mich durch die Menschen. Immer näher zu Jesus. Schließlich war ich direkt hinter ihm.
Miriam: Da war mein Vater bestimmt auch schon dort!
Shira: Ja, den habe ich gesehen. Er kniete vor Jesus und bat um Hilfe.
Miriam: Das hat mein Vater wirklich gemacht?
Shira: Ja. Er hatte große Angst um dich.
Moderator*in: Und dann?
Shira: Dann streckte ich meine Hand aus.
Moderator*in: Und?
Shira: Ich berührte ganz vorsichtig den Saum seines Gewandes.
Moderator*in: Das Gewand von Jesus?
Shira: Ja.
Moderator*in: Und was geschah?
Shira: Es ist schwer zu beschreiben. In diesem Augenblick wusste ich: Etwas hat sich verändert. Die Krankheit war weg. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren fühlte ich mich gesund.
»Wer hat meine Kleider berührt?«
Moderator*in: Das muss unglaublich gewesen sein!
Shira: Ja. Aber danach wurde es erst richtig spannend …
Moderator*in: Das musst du uns jetzt genauer erzählen!
Shira: Plötzlich blieb Jesus stehen. Dann drehte er sich um und sah sich um. Mir ist das Herz fast in die Hose gerutscht.
Moderator*in: Hat Jesus etwas gesagt?
Shira: Ja. Er musste wohl gespürt haben, dass ich ihn berührt hatte. Da fragte er: »Wer hat meine Kleider berührt?«
Moderator*in: Und was hast du gemacht?
Shira: Erst einmal gar nichts. Ich hatte solche Angst. Was, wenn ich etwas falsch gemacht hatte? Was, wenn Jesus böse auf mich war? Ich habe am ganzen Körper gezittert.
Moderator*in: Puh, man merkt dir an, wie aufregend das war.
Shira: Die Jünger machten sich gar nicht so viele Gedanken. Sie sagten zu Jesus: »Hier sind doch so viele Menschen! Jeder könnte dich berührt haben!«
Moderator*in: Aber Jesus hat weitergesucht?
Shira: Ja. Er wollte unbedingt wissen, wer es gewesen war.
Moderator*in: Und dann?
Shira: Ich weiß bis heute nicht, woher ich den Mut genommen habe. Aber plötzlich trat ich vor. Ich fiel vor Jesus auf die Knie und erzählte ihm alles.
Moderator*in: Alles?
Shira: Ja. Von meiner Krankheit. Von den zwölf Jahren. Von meiner Angst. Von meiner Hoffnung. Einfach alles.
Moderator*in: Oh oh. Und wie hat Jesus reagiert?
Shira: Ganz anders, als ich gedacht hatte.
Moderator*in: Jetzt mach es nicht so spannend!
Shira: Jesus sah mich an. Und dann sagte er: »Meine Tochter.«
Miriam: Wirklich? Das hat er gesagt?
Shira: Ja, »meine Tochter.« So liebevoll hat lange niemand mehr mit mir gesprochen. In diesem Moment war mir klar: Jesus schickt mich nicht weg. Er freut sich, dass ich gekommen bin.
Moderator*in: Und dann?
Shira: Dann sagte er: »Dein Glaube hat dich gesund gemacht. Geh in Frieden.«
Moderator*in: Wie hast du dich da gefühlt?
Shira: Als wäre eine schwere Last von meinen Schultern gefallen. Die Krankheit war weg. Aber auch die Angst war weg. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hatte ich wieder Hoffnung.
Moderator*in: Währenddessen wartete Jairus immer noch darauf, dass Jesus zu seiner Tochter kommt. Und genau da wurde es für dich, Miriam, und deine Familie noch einmal richtig schwer …
Miriam: Ja, das stimmt. Alle glaubten, mir sei nicht mehr zu helfen. Als Jesus endlich bei unserem Haus ankam, lief ihm gleich jemand entgegen und sagte: »Du kommst zu spät. Das Mädchen ist gestorben.«
Moderator*in: Aber Jesus ließ sich davon nicht abhalten.
Miriam: Nein. Er schickte erst einmal alle hinaus. Dann ging er nur mit meinen Eltern zu mir ins Zimmer.
Moderator*in: Und was ist dann passiert?
Miriam: Das Erste, woran ich mich erinnern kann, sind seine Worte.
Moderator*in: Jetzt mach es nicht so spannend! Was hat Jesus denn gesagt?
Miriam: Er sagte: »Talita kum!«
Shira: »Mädchen, steh auf!« Das bedeutet es doch. Wie spannend! Mich hat Jesus ja auch als Tochter angesprochen.
Moderator*in: Stimmt. Euch beide verbindet mehr, als man denkt. Aber weiter, Miriam, was geschah dann?
Miriam: Es ist schwer zu beschreiben. Ich hörte seine Stimme. Und plötzlich war alles anders. Es war, als würde ich aus einem tiefen Schlaf aufwachen.
Moderator*in: Und dann?
Miriam: Ich öffnete die Augen. Ich setzte mich auf. Meine Eltern konnten es kaum glauben. Und dann stand ich auf und fiel ihnen um den Hals.
Moderator*in: Das muss ein unglaublicher Moment gewesen sein.
Miriam: Das war es. Meine Mama hat geweint. Mein Papa auch. Aber diesmal vor Freude.
Shira: Das hätte ich gern gesehen.
Miriam: Und weißt du, was das Verrückteste war?
Moderator*in: Na, was denn?
Miriam: Ich hatte einen Riesenhunger!
Moderator*in: Nach allem, was passiert war, wundert mich das nicht.
Miriam: Jesus musste sogar lächeln. Er schaute meine Eltern an und sagte: »Gebt ihr etwas zu essen!«
Shira: Das gefällt mir an Jesus. Er denkt nicht nur an die großen Wunder. Er denkt auch daran, dass ein Mädchen Hunger hat.
Moderator*in: Das ist ein schöner Gedanke. Jesus sieht den einzelnen Menschen. Dich, Shira. Dich, Miriam. Und das macht beide Geschichten bis heute so besonders.
Moderator*in: Wenn ich euch beide so höre, dann fällt mir etwas auf.
Miriam: Was denn?
Moderator*in: Ihr habt ganz unterschiedliche Geschichten. Aber ihr habt auch vieles gemeinsam.
Shira: Stimmt. Wir waren beide in großer Not.
Miriam: Und wir dachten beide, dass uns niemand mehr helfen kann.
Shira: Aber Jesus hat uns gesehen.
Miriam: Und er hat uns nicht vergessen.
Shira: Er hat mir neue Hoffnung geschenkt.
Miriam: Und mir neues Leben.
Moderator*in: Das ist ein wunderbarer Gedanke. Jesus hat euch gezeigt: Niemand ist ihm egal. Nicht die Frau, die seit zwölf Jahren leidet. Und nicht das Mädchen, das zwölf Jahre alt ist.
Shira: Und manchmal braucht man nur den Mut, sich an ihn zu wenden.
Miriam: Oder das Vertrauen, auf ihn zu warten.
Moderator*in: Vielen Dank, Shira. Vielen Dank, Miriam, dass ihr eure Geschichten mit uns geteilt habt.
Shira: Danke für die Einladung.
Miriam: Es hat Spaß gemacht.
Moderator*in: Das war Radio Genezareth. Heute mit zwei Frauen, die erlebt haben: Jesus sieht Menschen. Und er vergisst sie nicht. Oder, wie Jesus zu Jairus sagte: »Fürchte dich nicht! Glaube nur!«
Macht’s gut und bis zum nächsten Mal bei … Radio Genezareth – spannende Geschichten aus der Region und für die Region. Tschüss zusammen!
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das ThemaWenn die Worte fehlen: Viele Kinder kennen das: Sie wissen nicht, wie sie sagen sollen, was sie fühlen. Der Mann in der Geschichte macht eine ähnliche Erfahrung.
Wenn niemand richtig zuhört: Kinder erleben Streit, Missverständnisse oder werden überhört. Manchmal hören die Ohren alles, aber das Herz hört nicht zu.
Andere tragen mich mit: Der Mann kommt nicht allein zu Jesus. Seine Freunde bringen ihn. Auch Kinder erleben: Manchmal helfen andere weiter, wenn man es selbst nicht schafft.
Jesus nimmt Menschen ernst: Jesus stellt den Mann nicht aus. Er begegnet ihm persönlich. Jesus sieht den Menschen, nicht seine Schwächen.
»Effata – Öffne dich!«: Kinder verstehen gut, was offen und verschlossen bedeutet. Das Wort Jesu lädt ein, offen zu werden: für andere Menschen, für neue Freundschaften, für das Gute, für Gott.
Für ältere Kinder: Manchmal ziehen Menschen sich zurück – aus Angst, Scham oder Enttäuschung. Dann leben sie wie hinter einer Mauer. »Effata!« kann heißen: Du musst nicht dahinter bleiben. Es gibt einen Weg zu anderen Menschen und ins Leben.
Liturgische ElementeDer Himmel geht über allen auf
(KuS 300, KKL 111, MKL1 7, HuT 198);
Gib uns Ohren, die hören
(KuS 496, KKL 251, Wwdl 42)
Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«
Kreative Umsetzung der GeschichteMaterial: dickere Schnur oder Kordel, Fingerfarbe oder flüssige Acrylfarbe, großes weißes Papier, Schalen für die Farben
1. Die Schnur wird durch Farbe gezogen.
2. Die Kinder legen oder ziehen die Schnur über das Blatt. Es entstehen Spuren, Schleifen, Knoten und Linien.
3. Nach dem Trocknen schreiben die Kinder aufs Blatt: Effata – öffne dich
Gespräch zu den Bildern:
&
Erzählung für Ältere und Erzählung für JüngereMaterial: 1 große Kegelfigur, 4 kleinere Kegelfiguren, 2 Schnüre
Ein Mensch.
(Kleinere Kegelfigur in die Hand nehmen)
Er kann sich frei bewegen.
Er kann lachen.
Er kann spielen.
Er kann lernen.
Er kann traurig sein.
Er kann fröhlich sein.
Er hat manchmal Angst.
Und manchmal Mut.
So soll es sein.
Das alles kann ein Mensch, wenn er frei ist.
Doch dieser Mensch ist nicht frei.
(Kegelfigur zeigen; anfangen, Schnur um sie zu wickeln)
Er ist gefesselt.
Gefangen. (Weiterwickeln)
Nein, das hat ihm niemand angetan.
Diese Fesseln hat er sich selbst angelegt.
(Weiterwickeln)
Und er hat es nicht einmal bemerkt.
(Kegelfigur hinstellen)
Aber seine Freunde merken es.
Jeden Tag.
(die drei anderen kleineren Kegelfiguren mit etwas Abstand dazustellen)
Sie kommen nicht mehr an ihren Freund heran.
(Um eingewickelte Kegelfigur mit zweiter Schnur einen Kreis legen)
Mit ihm lachen – geht nicht mehr.
Mit ihm weinen – geht nicht mehr.
Mit ihm spielen – geht nicht mehr.
Mit ihm reden – geht nicht mehr.
Ihm zuhören – geht nicht mehr.
Er redet immer weniger mit ihnen.
Eigentlich ist es ein Wunder, dass er überhaupt noch Freunde hat.
Dass sie nicht längst gegangen sind.
Aber sie bleiben.
Denn sie glauben fest daran, dass ihr Freund eines Tages wieder frei sein wird.
Die Freunde warten.
Einen Tag.
Eine Woche.
Viele Wochen.
Manchmal rufen sie:
»Komm doch heraus!«
Aber er hört sie kaum noch.
Zu sehr ist er in sich verknotet.
Selbst wenn er herauskommen will
– er kann es nicht.
Die Schnüre sind zu stark geworden.
Sie halten ihn nicht nur fest,
sie machen auch sein Herz zu,
seine Ohren zu,
seinen Mund zu.
Immer weniger hört er auf seine Freunde.
Immer weniger hat er ihnen zu sagen.
Als er das merkt, wird ihm klar:
»Alleine schaffe ich das nicht.«
Zum Glück halten seine Freunde zu ihm.
Und sie haben von einem gehört.
Von dem, der Menschen hilft.
Von dem, der Menschen frei macht.
Von Jesus.
(Große Kegelfigur dazustellen)
»Vielleicht kann Jesus helfen!«, sagt einer der Freunde.
»Dann bringen wir ihn jetzt zu Jesus!«, sagt ein anderer.
Das ist gar nicht leicht.
Die Schnüre sind im Weg.
Der Kreis ist im Weg.
Die Angst ist im Weg.
Aber die Freunde geben nicht auf.
(Schnurkreis zusammen mit der eingewickelten Kegelfigur und den Freunden zu Jesus schieben)
Endlich stehen sie vor Jesus.
Die Freunde reden durcheinander:
»Jesus, hilf ihm!«
»Bitte, leg ihm die Hand auf!«
»Mach ihn wieder frei!«
Jesus schaut ihren Freund an.
Und er sieht nicht zuerst die Schnüre.
Nicht zuerst die Probleme.
Er sieht den Menschen.
Er sieht ihn.
Dann nimmt Jesus ihn beiseite.
(zuerst Jesusfigur, dann eingewickelte Figur samt Schnurkreis etwas abseits stellen)
Weg von den vielen Menschen.
Weg vom Lärm.
Denn Jesus weiß:
Dieser Mensch braucht keine Zuschauer.
Dieser Mensch braucht Hilfe.
Jetzt geht es nur um Jesus und diesen Menschen. Jesus schaut ihn an.
Er legt ihm die Hände auf die Schultern.
Dann blickt er zum Himmel.
Jesus weiß: Gott kann öffnen, was verschlossen ist.
Dann sagt Jesus ein einziges Wort:
»Effata.«
Das bedeutet: »Öffne dich.« (Pause)
Öffne deine Ohren.
Hör wieder auf die Menschen, die dich liebhaben.
(Schnur anfangen aufzuwickeln)
Öffne dein Herz.
Lass die Freude wieder hinein.
(weiter aufwickeln)
Öffne deinen Mund.
Rede wieder mit deinen Freunden.
(Kegelfigur ganz von Schnur befreien)
Öffne dein Leben.
Komm wieder heraus.
(Schnurkreis entfernen)
Und plötzlich ist da kein Kreis mehr.
Keine Mauer.
Kein Gefängnis.
Der Mensch hört.
Der Mensch redet.
Der Mensch lacht.
Der Mensch weint.
Der Mensch lebt.
Er ist wieder offen.
Für seine Freunde.
Für die Welt.
Für Gott.
Zum ersten Mal seit langer Zeit kann er wieder gehen, wohin er will.
(Befreite Kegelfigur zu den drei Freunden stellen)
Mit seinen Freunden reden.
Mit ihnen lachen.
Mit ihnen weinen.
Mit ihnen spielen.
Er ist frei.
Die Freunde haben recht behalten.
Sie haben ihren Freund nicht aufgegeben.
Und Jesus hat ihn wieder für das Leben geöffnet.
Kordeln in fünf verschiedene Farben
Legematerial


Nicht nur in der Geschichte von der Heilung des Gehörlosen sind Kordeln ein aussagekräftiges und eindrückliches Mittel, um das Erzählte zu unterstreichen.
Acryl, je 5 m, je Kordel € 3,20
gelb, Best.-Nr.: 1232
blau, Best.-Nr.: 1230
rot, Best.-Nr.: 1231
grün, Best.-Nr.: 1233
Baumwolle, 10 m, € 6,50
natur, Best.-Nr.: 486
Figurenkegel in verschiedenen Größen
Legematerial

Vier Kegelgrößen aus Buchenholz, die angemalt oder mit Stoff, Papier, Chenilledraht bekleidet werden können. Von links nach rechts:
groß, 10 cm, 10er-Set, € 13,90, Best.-Nr.: 1208
mittel, 7 cm, 10er-Set, € 10,70, Best.-Nr.: 472
XXL, 16,5 cm, einzeln, € 5,30, Best.-Nr.: 1454
klein, 5 cm, 10er-Set, € 6,40, Best.-Nr.: 471
Filzsstreifen
Legematerial

Das Set enthält sechs Farben mit jeweils
4 Streifen in den Maßen 28 x 15 cm.
€ 15,10; Best.-Nr. 1685
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeDu hast uns deine Welt geschenkt
(KuS 631, KKL 46, HuT 281);
Gott gab uns Atem (EG 432,KuS 518);
Segne, Vater, tausend Sterne
(KuS 182, KKL 281, EGplus 39);
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
(KuS 610, KKL 324, MKL1 45)
Das gemeinsame Sprechen des Kehrverses lässt sich mit folgender Körperübung verbinden:
Stell dich ruhig hin. Du stehst mit beiden Beinen fest auf dem Boden.
Auch ein Baum steht auf der Erde. Er ist tief verwurzelt. Das macht ihn stabil.
Nun stellst du den rechten Fuß auf den linken (oder andersherum). Schau, dass du das Gleichgewicht hältst und fest stehst.
Jetzt platzierst du den Fuß an der Seite des Unterschenkels oder Oberschenkels. Der Baum steht weiter gerade und fest.
Schaffst du es, nun die Arme hoch über den Kopf zu heben? Sie können leicht hin und her schwingen, so wie der Baum sich im Wind leicht hin- und herbewegt.
Führe nun die Hände über dem Kopf zusammen. Der Baum trägt die Baumkrone.
Kehrvers: Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser.
Freuen können sich die Menschen,
die sich an Gottes Gebote halten!
Denen Gottes Worte so wichtig sind,
dass sie immer wieder darüber nachdenken!
Kehrvers: Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser.
Freuen können sich die Menschen,
die Gottes Weisungen in ihrem Herzen bewegen.
Sie haben starke Wurzeln, sie bringen gute Frucht.
Was diese Menschen auch tun, es gelingt ihnen!
Gott begleitet sie auf ihren Wegen!
Kehrvers: Wer sich auf Gott verlässt, ist wie ein Baum am Wasser. Amen.
(Aus: Dir kann ich alles sagen, Gott. Psalmenübertragungen nicht nur für Kinder, Düsseldorf 2024, 10)
Gott sei über euch wie die Sonne
(mit Armen einen großen Kreis machen).
Gott sei um euch wie der Wind
(Hände wie Trichter um Mund legen pusten).
Gott sei unter euch
(mit beiden Beinen aufstampfen, fest stehen),
Gott sei in euch, in eurem Herzen
(Hände auf Herz legen).
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteIm Zusammenhang mit dem Text eignet sich der Schwerpunkt »Fühlen« (aus einer Mischung aus Alltagsgegenständen und »natürlichen Dingen« wie Pflanzen, Nahrungsmittel).
Die Kinder, die an der Reihe sind, haben die Augen geschlossen oder verbunden (alternativ: Fühlprobe in einem Beutel). Stück für Stück werden ihnen Fühlproben gereicht. Die Kinder versuchen, diese zu erkennen und zu benennen.
Erzählung für JüngereDer Holzmann
Es war einmal ein Dorf. Hier lebten viele Menschen. Kleine und große.
An manchen Tagen war die Welt in Ordnung. Und es ging allen gut.
Aber manchmal waren die Menschen unsicher. Und hatten Angst.
Zum Beispiel, wenn es draußen sehr laut stürmte.
Wenn der Wind durch das Dorf fegte und die Blätter vor sich hertrieb.
Wenn die Bäume sich bogen und laut knarzten.
Dann versteckten die Menschen sich in ihren Häusern.
In den Betten, unter den Tischen.
Und zitterten vor Angst.
Eines Tages kamen sie auf eine Idee:
»Wir brauchen jemanden, der uns beschützt und bei uns ist! Der uns nicht alleine lässt.«
Sie nahmen ein Stück Holz und schnitzten es glatt. Sie malten ein Gesicht darauf. Und stellten das Holz mitten auf den Dorfplatz.
Der Holzmann stand da. Tag und Nacht. Bei Wind und Regen, bei Sturm und bei Sonnenschein.
Eines Nachmittags kam ein Kind vorbei.
Es blieb stehen und schaute den Holzmann lange an.
Das Kind klopfte vorsichtig an das Holz.
Tok, tok. Der Holzmann sagte nichts.
»Vielleicht schläft er?«, dachte das Kind.
Und so setzte es sich daneben und wartete.
Und wartete.
Aber der Holzmann blieb still.
Dann stand das Kind auf und ging weiter.
Hinaus aus dem Dorf.
Draußen bewegten sich die Bäume.
Der Wind spielte mit den Blättern.
Ein Käfer krabbelte über den Weg.
Irgendwo zwitscherte ein Vogel.
Das Kind blieb stehen.
Die Sonne wärmte sein Gesicht.
Es atmete tief ein.
Auf dem Weg nach Hause kam das Kind wieder am Holzmann vorbei.
Der Holzmann stand da, still und stumm.
Das Kind blieb stehen und legte seine Hand auf das Holz.
Der Holzmann fühlte sich kalt und glatt an.
Am Abend erzählte das Kind nichts Großes. Es sagte nur: »Der Holzmann ist schön, aber er lebt nicht.
Doch draußen, da ist es lebendig.
Der Himmel, die Wolken, die Sonne.
Die Tiere und Pflanzen. Wir selbst.
Und Gott ist mitten unter uns.«
Eine ganze Weile sagte niemand etwas.
Impulsfragen (mit dem Mimewürfel)
Mit den jüngeren Kindern kann der Mimewürfel einfach untereinander zugeworfen werden. Die Kinder suchen eine passende Emotion zu dem aus, was sie sagen möchten. Anschließend werfen sie den Würfel einem anderen Kind zu.
Gott ist bei mir
30 Psalmen für Kita und Kirche mit Kindern

€ 17,00; Best.-Nr.: 9044
Gott ist wie …
Mit den Kleinsten das Allergrößte entdecken

»Wie sieht Gott denn aus?«, eine schwierige Kinderfrage, auf die dieses Buch mit einprägsamen, lebensnahen und undogmatischen Bildern von den Eigenschaften Gottes erzählt und so Antworten sucht.
€ 16,00; Best.-Nr.: 3841
Erzählung für ÄltereDie Uhrmacherin und der Sternenplan
In der Stadt Luv lebte Mira, eine junge Uhrmacherin.
Schon als Kind liebte sie es, Zahnräder, Federn und kleine Metallteile zusammenzufügen. Aus ihnen baute sie winzige, tickende Wunderwerke, die klingelten, sich bewegten und manchmal sogar Figuren tanzen ließen.
Eines Tages, als Mira auf dem Hügel am Rand der Stadt stand und hinunter schaute, fiel ihr etwas auf: Alles lief nach einem eigenen Rhythmus: Die Sonne ging jeden Morgen auf und jeden Abend wieder unter. Der Fluss floss unten an der Stadt vorbei. Die Bäume bewegten sich sanft im Wind. »Wenn ich doch nur alles selbst ordnen könnte«, dachte Mira. »Dann bräuchte sich niemand mehr Sorgen machen. Wir wären sicher!«
So begann Mira ein großes Projekt: eine Uhr, die größer war als jedes Haus in Luv. Mit unzähligen Zahnrädern, Federn und Zeigern. Viele Menschen halfen mit: Sie brachten Mira glänzende Metalle oder bunte Glassteine. Und Mira arbeitete Tag und Nacht. Die Uhr wurde groß und größer. Und schon bald hörte man ihr lautes Ticken in den Straßen von Luv. Die Bewohner*innen der Stadt staunten: »So etwas hat es hier noch nie gegeben!«
Als Mira ihr großes Projekt beendet hatte, waren alle neugierig. Viele Menschen standen vor der riesigen Uhr. Sie waren neugierig. Auch Mira war gespannt. Mit zitternden Händen drehte sie den Schlüssel um … und die Uhr begann zu laufen. Die Zeiger bewegten sich, kleine Figuren tanzten, Glöckchen klingelten. Alles war perfekt!
Die Menschen von Luv standen dort, staunten und applaudierten. Mira fühlte sich stolz. »Sie läuft«, dachte sie. »Jetzt kann uns nichts mehr passieren. Alles läuft wie dieses Uhrwerk.«
Doch mitten in der Nacht wurde Mira wach. Der Wind rüttelte an ihren Fensterläden. Die Bäume bogen sich vom Wind, der laut durch die Straßen pfiff. Der Sturm peitschte den Fluss vor sich her. Auch die Uhr tickte. Das Uhrwerk klackerte hörbar. Es funktionierte alles. »Wie kann das sein?«, fragte sich Mira.
Am nächsten Morgen ging Mira hinaus auf den Hügel. Der Sturm war vorbei, die Vögel zwitscherten, der Fluss floss gemächlich am Städtchen vor. Die Natur war lebendig, unvorhersehbar und wunderschön.
Langsam begriff Mira: »Ich kann das Leben nicht kontrollieren. Nicht mit meinen Uhren und auch mit sonst nichts. Alles, was lebt, kommt von Gott. Er hat das alles gemacht.«
Mira blieb lange auf ihrem Hügel sitzen. Sie beobachtete die Kinder, die am Fluss spielten, die Vögel in der Luft, die Blätter im Wind.
Die Uhr stand immer noch an ihrem Platz, beeindruckend und groß, aber jetzt sah Mira sie mit anderen Augen: »Sie ist mein Werk, und sie ist ein schönes Werk. Aber sie ist nicht lebendig. Gott allein ist es, der die Welt lebendig hält.«
Am Abend ging sie zurück ins Dorf, ohne große Worte. Stattdessen führte sie die Kinder hinaus auf die Felder. Sie zeigte ihnen den Fluss, die Bäume, die Tiere. »Schaut genau hin«, sagte sie. »Es gibt Dinge, die wir machen und herstellen können. Und es gibt Dinge, die wir nur erleben können. Alles, was lebt, gehört Gott. Wir können es bewundern, wir können staunen – aber wir können es nicht machen.«
Impulsfragen
Mit den älteren Kindern lässt sich der Mimewürfel auch wie folgt einsetzen:
Nach der Geschichte wird der Mimewürfel herumgereicht. Wer mag, würfelt, schaut sich die Emotion an und wählt eine Stelle in der Geschichte aus, zu der das Gefühl passt.
Oder das Kind würfelt so, dass es die anderen nicht sehen, stellt dann das Gefühl pantomimisch dar, und alle anderen raten das Gefühl.
Jonglierbälle
3er-Set mit Beutel
Jeremia spricht von einem Neuanfang, der immer möglich ist, und macht den Menschen Mut. Das ist der erste Schriftt zu fröhlichem Lachen und fröhlichem Spiel – wie mit diesen lustigen Jonglierbällen.
Der Aufbewahrungsbeutel ist mit dem VJG-Fisch und »Kirche für Kinder« bedruckt.
€ 5,20 (ab 10 Ex. je € 4,80); Best.-Nr.: 337
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeIch lobe meinen Gott (EG 272, KuS 312, KKL 173);
Schenke mir, Gott
(KKL 255, Wwdl 190, EGplus 140);
Vom Anfang bis zum Ende (KuS 196, KKL 315);
Erleuchte und bewege uns
(KKL 263, HuT 212, EGplus 77);
Segenslied zum Abschluss: Ade, Adieu mit Gott (KKL 261, LHE 76; dieses wunderschöne Segenslied kann als Segensritual mit Bewegungen eingeführt werden. Die Kinder bilden einen Außen- und einen Innenkreis, sie halten sich an den Händen und gehen während des Singens im Rhythmus in entgegengesetzte Richtungen.)
Jedes Kind bekommt ein aus Papier ausgeschnittenes, rotes Herz. Es überlegt für sich, worum es Gott bitten möchte.
Wichtig: Niemand muss etwas laut sagen; die Bitte(n) können auch im Stillen formuliert und das Herz in der gemeinsamen Runde in die Mitte gelegt werden.
»Jeremia erzählt, dass Gott seine Liebe direkt in unser Herz schreibt. Beim Fürbittengebet wollen wir Gott unsere Gedanken, Sorgen und Wünsche sagen. Einfach alles, was wir auf dem Herzen haben.«
Den Abschluss bildet das gemeinsame Vaterunser.
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Kinder erfahren: Gott ist immer bei mir. Auch wenn ich Fehler mache oder Dinge schieflaufen, kann ich mich auf Gott verlassen.
Durch das Gestalten eines Bund-Armbandes wird das symbolisch sichtbar und erinnerbar.
Material: Dünnes Gummiband oder Armbandschnur, Perlen in verschiedenen Farben und Formen, für jedes Kind 1 kleine Herzperle
Die unterschiedlichen Perlenfarben können (müssen nicht) mit einer besonderen Symbolik verbunden werden. So ist es den Kindern möglich, sich individuell zu entscheiden, was ihnen wichtig ist und mit welchen Themen und inhaltlichen Ankerpunkten sie ihr Armband gestalten möchten.
Erzählung für JüngereNoam und das Geheimnis im Herzen
Noam lebte in einem kleinen Dorf, in dem die Häuser dicht beieinanderstanden. Morgens weckte ihn oft das Rufen der Händler. Abends wurde alles so still, als würde das Dorf den Atem anhalten. Eines Tages saß Noam im Unterricht vor einer schweren Steintafel. In sie waren Worte geritzt, alt und wichtig. Noams Lehrer sagte: »Diese Worte sind wichtig. Es sind die Gesetze, die Gott uns vor langer, langer Zeit gegeben hat. Damals, als er unsere Vorfahren aus Ägypten herausgeführt hat.« Noam fuhr mit dem Finger über den Stein. Er war kühl, fast kalt.
Die Worte waren richtig, das wusste Noam. Und doch fühlten sie sich weit weg an. Wie etwas, das nichts mit ihm zu tun hat.
Am Abend ging Noam mit seiner Oma langsam durch die schmalen Gassen. Der Himmel färbte sich dunkelblau.
»Oma«, fragte Noam, »bleiben Gottes Worte immer auf Stein?«
Die Oma blieb stehen. »Jeremia, ein Mann Gottes, hat zu deiner Frage mit ›Nein‹ geantwortet«, sagte sie. »Gott hat versprochen, einen neuen Bund zu schließen. Nicht wie den alten, als er das Volk aus Ägypten führte.« Jetzt wurde es interessant! Noam spitzte die Ohren und hörte genau zu. »Dieser neue Bund ist anders«, sagte die Oma. »Gott will seine Worte nicht nur in den Stein schreiben. Er will, dass seine Worte in unseren Herzen sind.« Sie nahm Noams Hand und legte sie ihm auf seine Brust. Noam spürte seinen Herzschlag. Ganz gleichmäßig schlug sein Herz. »Wenn etwas im Herzen angekommen ist, dann weiß man, was gut ist«, flüsterte er. Die Oma nickte.
In den nächsten Tagen dachte Noam oft an sein Gespräch mit Oma. Und er fragte sich: »Wie fühlt es sich an, wenn dieser neue Bund in meinem Herzen ist? Ist er vielleicht schon da? Auch bei mir? Wie merke ich das?«
Eines Nachmittags spielte Noam mit anderen Kindern. Sie hatten Spaß miteinander. Es wurde gelacht. Plötzlich stand ein Junge am Rand. Er sagte nichts. Er beobachtete nur. Noam sah den Jungen an. Noam wusste nicht, was er tun sollte. Dann erinnerte er sich an das Gespräch mit seiner Oma. An die Hand auf seiner Brust. An das ruhige Klopfen seines Herzens.
Da machte Noam einen kleinen Schritt auf den Jungen zu. Und noch einen. Der Junge schaute Noam an und kam ebenfalls ein Stückchen näher. So lange, bis sie ganz nah beieinander standen. Keiner von ihnen sagte etwas. Sie schauten sich an. Und lächelten.
Am Abend sagte Noam zu seiner Oma: »Heute war etwas anders.« Die Oma lächelte, als wüsste sie Bescheid. »Der neue Bund«, sagte sie leise, »macht kein großes Geräusch. Er beginnt leise, in dir drin.«
Als Noam sich schlafen legte, war er glücklich und zufrieden. Er legte eine Hand auf sein Herz. Warm war es dort.
Erzählung für ÄltereSprechzeichnen: Bei dieser Methode wird der biblische Text mit unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen verknüpft und prägt sich auf diese Weise besonders ein. Der Text wird gesprochen, gehört und gesehen. Während der Text nach und nach erzählt wird, entstehen auf einem großen Papierbogen einfache Zeichnungen und Symbole dazu.
Wichtig: Beim Sprechzeichnen geht es nicht darum, besonders schön zu malen, sondern Gedanken sichtbar zu machen, durch einfache Bilder die Vorstellungskraft zu unterstützen und so die Botschaft des Textes gut erfassen zu können. Es hilft, in der Vorbereitung den Text laut zu sprechen und die Symbole dazu zu zeichnen.
Material: Großer Bogen weißes Papier; dicken, schwarzen Filzmarker
Das ist Jeremia. Er ist ein Prophet, ein Mann Gottes. Er spricht zu den Menschen und erzählt ihnen, was Gott mit seinem Volk vorhat, wie die Zukunft aussieht.

Jeremia sagt:
»Gott hat etwas ganz Neues mit Euch vor, einen neuen Bund!«

Dieser neue Bund ist nicht wie der alte. Nicht wie damals, als Gott sein Volk an der Hand nahm und aus Ägypten führte. Mose hatte das Meer geteilt und das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt.

Dann hatte Gott den Menschen die zehn Gebote gegeben, Regeln, nach denen sie leben sollten. Diese Regeln waren auf Steintafeln geschrieben.

Aber die Menschen hatten die Gebote immer wieder gebrochen und sich nicht an Gottes Regeln gehalten.

Deshalb sagt Jeremia: „Gott macht etwas Neues! Er möchte den Menschen näherkommen. Er schreibt die Gesetze nicht mehr auf Stein, sondern direkt in die Herzen der Menschen. Alle sollen spüren, was gut für sie ist. Tief in ihrem Inneren.

Und Jeremia sagt noch etwas: »Alles was früher schiefgelaufen ist, ist nicht mehr wichtig für Gott.

Gott möchte gemeinsam mit den Menschen nach vorne schauen!

Das ist der neue Bund. Gott ist an euerer Seite, in euren Herzen. Er verlässt euch nicht!«

Zeichnungen: Lisa Krengel
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeMeine Hoffnung und meine Freude
(KuS 230, EGplus 109, Wwdl 180, HuT 134);
Das wünsch ich sehr
(KuS 410, KKL 33, HuT 315, EGplus 104, MKL1 5);
Du bist da, wo Menschen leben
(KuS 476, KKL 344, HuT 343);
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht(KuS 246, KKL 139, Wwdl 147, HuT 154)
Gott segne dein Herz mit Hoffnung
(Hände aufs Herz legen).
Gott segne deine Hände für mutiges Handeln
(alle reichen einander die Hände).
Gott segne deine Schritte in Richtung Zukunft (am Platz gehen). Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteAuch jüngere Kinder verstehen bereits: Auch wenn wir noch nichts sehen, Gott kann Neues wachsen lassen.
Material: Kleiner Blumentopf oder Joghurtbecher (zum Ablaufen des Wassers unten kleine Löcher hinein pieksen), Untersetzer, Erde, schnell wachsende Samen (Kresse, Sonnenblumen …), Holzstäbchen (z. B. Eisstiele), Stifte
Die Kinder füllen ihre Töpfe mit Erde. Wenn kleine Blumentöpfe verwendet werden, bietet es sich an, diese auch kreativ gestalten zu lassen (z. B. mit Fingerfarbe, Filzstifte o. Ä.). Anschließend legen die Kinder die Samen in die Erde und gießen das »Hoffnungsfeld«.
In einem nächsten Schritt überlegen sie, was ihnen Hoffnung macht (Freund*innen, Familie, Sonne …) und bemalen/beschriften damit die Holzstäbchen. Diese werden dann zu den Samen in die Erde gesteckt.
Vor dem Hintergrund der Erzählung wird deutlich: Hoffnung kann der Realität entgegenstehen oder ihr sogar widersprechen. Hoffnung zeigt sich dann womöglich in Entscheidungen und bewusstem Handeln.
Material: Braunes Papier (Packpapier, evtl. kann weißes Papier durch Zerknittern und mit Erde »auf alt« getrimmt werden), der Rand wird gerissen, mit Hilfe von Erwachsenen evtl. vorsichtig Brandstellen hinzufügen), Schraubgläser mit Deckel, Stifte, evtl. sogar Federkiele, flüssige Tinte (optional: Löschpapier), Schnur, Aufkleber, Siegelstempel, Siegellack
Die Kinder gestalten ihre eigene Urkunde. Impulsfragen hierzu könnten sein:
Die Urkunden werden dann gefaltet und versiegelt. Tipp: Früher wurden Briefe und wichtige Dokumente mit einem Siegel verschlossen, damit niemand Unbefugtes den Inhalt lesen konnte. Das Anbringen eines Siegels ist etwas Besonderes für Kinder.
Hinweis: Siegellack kann sehr heiß werden. Kinder benötigen auf jeden Fall Anleitung und/oder Hilfe.
Zum Schluss können die Urkunden – ähnlich wie bei Jeremia – noch in ein Gefäß (Schraubglas mit Deckel) gegeben werden.
Erzählung für JüngereJeremia und das Feld der Hoffnung
Jeremia lebt in einer schweren Zeit.In der Stadt Jerusalem haben die Menschen große Angst, denn vor den Toren der Stadt stehen feindliche Soldaten. Sie wollen die Stadt erobern. In der Stadt weiß niemand, wie es weitergeht. Einige sagen: »Die Soldaten werden unsere Stadt dem Erdboden gleichmachen. Kein Stein wird mehr auf dem anderen sein. Es gibt keine Hoffnung mehr! Wie soll es bloß weitergehen?!«
Jeremia hört diese Worte jeden Tag. Er selbst ist auch traurig und müde. Er ist in einem Hof beim Palast eingeschlossen. Von dort aus schaut er auf die Stadt und auf die Felder draußen vor den Mauern. Aber Jeremia weiß: Gott ist da! Er ist lässt seine Menschen nicht allein.
Eines Tages spricht Gott zu Jeremia. Gott sagt: »Jeremia, dein Cousin Hanamel kommt bald zu dir. Er bittet dich, sein Feld zu kaufen. Mach das. Kaufe sein Feld!« Jeremia wundert sich. »Ein Feld kaufen – jetzt?«, denkt er. »Die Feinde kommen näher. Bald gehört das Land dann jemand anderem. Wieso soll ich jetzt ein Stück Land kaufen?« Aber Jeremia vertraut Gott. Gott wird wissen, was richtig ist.
Kurze Zeit später kommt Hanamel wirklich zu Jeremia. Er wirkt besorgt.
»Jeremia«, sagt er, »willst du mein Feld kaufen? Es steht dir zu.« Da weiß Jeremia: Gott ist da. Er hält sein Versprechen, bei den Menschen zu sein. Und so kauft Jeremia das Feld. Er zählt das Silber sorgfältig ab. Er schreibt alles genau auf und lässt die Kaufpapiere gut aufbewahren, damit sie lange erhalten bleiben.
Die Menschen in Jerusalem schauen verwundert zu. Manche schütteln den Kopf.
»Warum kaufst du ein Feld? Das ist doch kompletter Blödsinn«, sagen sie. »Bald ist doch alles verloren. Dann gehören Felder und Äcker einem anderen Volk.« Jeremia antwortet ganz ruhig: »Ich kaufe dieses Feld, weil Gott es so gesagt hat.«
Und wieder spricht Gott zu Jeremia. Gott sagt: »Es kommt wieder eine gute Zeit. Darauf könnt ihr euch verlassen. Die Menschen werden neue Häuser bauen und ihre Felder bestellen. Sie werden den Samen in die Erde legen und die Pflanzen werden wachsen. Das Leben wird neu beginnen.«
Jeremia schaut auf das Feld. Jetzt sieht er nur Erde. Einen leeren Acker. Aber er ist sich sicher: Gott wird sein Versprechen halten. Eines Tages werden hier wieder Pflanzen und Blumen wachsen. Menschen werden lachen und sich freuen. Dieses Feld ist ein Zeichen der Hoffnung. Gott zeigt den Menschen: »Habt keine Angst. Ich bin bei euch. Auch in schweren Zeiten. Und ich verspreche euch: Es wird besser werden. Darauf könnt ihr euch verlassen!
Erzählung für ÄltereIch liege noch leer da. Völlig unbeschrieben. Ein unbeschriebenes Stück Pergament.
Neben mir sind eine Feder, ein Tintenfass und ein kleines Gewicht aus Metall.
Draußen höre ich Stimmen. Schritte. Unruhe.
Die Stadt Jerusalem ist belagert.
Die Menschen wissen: Diese Zeit ist gefährlich. Brandgefährlich.
Viele sind nur damit beschäftigt, den Tag gut rumzukriegen.
An morgen oder übermorgen ist überhaupt nicht zu denken.
Da setzt sich ein Schreiber an den Tisch.
Und Jeremia steht neben ihm.
Jeremia ist nicht frei. Er sitzt fest. Im Palast.
Eigentlich sollte Jeremia jetzt schweigen.
Aber er tut etwas anderes.
Die Feder berührt mich. Buchstabe für Buchstabe entstehen Worte.
Ein Name: Jeremia.
Ein anderer Name: Hanamel.
Ein Ort: Anatot. Ein Feld. Ein Acker.
Ich staune.
Ein Feld? Jetzt?
Ich höre, wie jemand leise fragt: »Warum wird das aufgeschrieben? Warum so genau?«
Jeremia antwortet nicht sofort.
Er zählt Silber ab. Siebzehn Schekel.
Nicht ungefähr. Ganz genau.
Zeugen kommen dazu. Sie schauen genau hin. Sie überprüfen alles.
Sie hören zu. Alles ist öffentlich.
Niemand soll später sagen: »Der Kauf war nicht ernst gemeint.«
Ich werde beschrieben, bestätigt, versiegelt – während draußen die Stadt um ihr Überleben kämpft.
Ich bin ein Kaufvertrag.
Aber ich bin auch eine Frage.
Denn Jeremia hat selbst gesagt: Die Stadt wird fallen. Das Land wird verloren gehen. Die Babylonier werden alles nehmen, was sie kriegen können.
Warum also gibt es mich? Warum ein Ackerkauf? Jetzt?
Dann höre ich Jeremias Stimme. Ruhig, fest, ohne Hast: »So spricht der Herr: ›Häuser, Felder und Weinberge werden wieder gekauft in diesem Land. Nicht heute. Nicht morgen. Aber irgendwann.‹«
Jetzt verstehe ich: Ich bin nicht für diese Zeit geschrieben.
Jeremia nimmt mich in die Hand. Er betrachtet mich, als wüsste er, dass er mich selbst vielleicht nie brauchen wird.
Dann sagt er: »Legt dieses Dokument in ein Tongefäß. Es soll lange erhalten bleiben.«
––– Lange.–––
Das Tongefäß ist dunkel. Still.
Ich höre nichts mehr. Ich sehe nichts mehr. Die Zeit vergeht.
Vielleicht Jahre. Vielleicht länger.
Niemand liest meine Worte.
Niemand braucht mich.
Aber ich bin da. Ich warte.
Und bewahre eine Zusage.
Ich erzähle, ohne zu sprechen: »Gott gibt sein Volk nicht auf. Auch wenn alles dagegenspricht. Ich bin ein Hoffnungspapier. Gott bleibt treu. Er bleibt an der Seite seiner Menschen.«
Letztlich wird alles gut werden.
Das hat Gott versprochen.
Darauf können sich alle verlassen.
Mögliche Impulsfragen:
Viola M. Fromme-Seifert (Hg.)
Geschichten aus dem Alten Testament erleben
Spielstationen in der KITA

Schon die ganz Kleinen werden animiert zum Erzählen und freien Spiel. Die fertigen Erzählvorschläge werden visuell ausgebaut mit Material, das in Kitas zum Alltag gehören dürfte. Für Kinder ab 1 Jahr.
€ 18,00; Best.-Nr.: 3776
Möglicher Prophet
Biegepuppe

Evtl. ist eine »Prophetenbiegepuppe« doch nicht im Repertoire der Einrichtung, dann könnte dieser »Jünger« aushelfen …
12 cm groß
€ 9,70; Best.-Nr. 501
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