Deep River / Swing LowDeep River / Swing Low

Einheit: Deep River / Swing Low

Enthält: 2 Bausteine
Materialarten: Erzählung (für Jüngere), Erzählung (für Ältere)
Zielgruppen: Große im KiGo (11 bis 15), Grundschulkinder (6 bis 11)
Themenstellungen: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, Leid und Klage

I. Vorüberlegungen

Wir hören uns die beiden Lieder an (auf www.hymnary.org gibt es verschiedene Versionen). Wir beginnen mitzusingen und lassen uns hineinnehmen in das Gefühl der Zuversicht, Hoffnung und tiefen Freude. Wir lernen beide Lieder dabei immer besser kennen, versuchen evtl. verschiedene Versionen. Wir fragen uns: Wovon wäre ich gerne frei, befreit?

»Swing Low« und »Deep River« sind zwei afroamerikanische Spirituals, die etwa 1860–1880 entstanden sind. In ihnen kommt die Hoffnung der schwarzen Sklaven auf ein besseres Leben (mit Gott) zum Ausdruck. Hierbei bezieht sich »Swing Low« biblisch auf 2. Könige 2,6–14: Elia wird am Jordan von einem feurigen Wagen (chariot) in den Himmel geholt.

»Deep River« greift auf Josua 3 zurück: Das Volk Israel zieht mit Gottes Hilfe durch den Jordan ins verheißene Land.

So drücken beide Lieder vordergründig die Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits aus. Sie klammern gleichzeitig aber die Zu-versicht auf ein besseres Leben im Hier und Jetzt nicht aus. Dieses »Sowohl – als auch« macht vielleicht die Tiefe und Zugewandtheit dieser Lieder aus: Kraft fürs Leben zu schöp-fen, ohne sich krampfhaft am irdischen Leben festzuklammern.

Dies spricht auch für die Legende, dass solche Spirituals als Geheimcode für die sogenannte »Underground Railroad« dienten. »Underground Railroad« war eine Geheimorganisation, die Sklaven bei der Flucht in Staaten half, in denen die Sklaverei abgeschafft war (der nördliche Teil der USA und Kanada). Das »Railroad« im Namen hat allerdings nicht direkt mit der Eisenbahn zu tun. Der Name verweist darauf, dass die Organisation (ein Netzwerk) mit Code-Begriffen arbeitete, die dem Eisenbahnwesen entstammten. Eine »Station« war zum Beispiel ein Haus, wo die Flüchtlinge tagsüber bleiben konnten, die »Conductors« waren Führer, die die Flüchtlinge eine Teilstecke führten.

Kinder haben einen großen Gerechtigkeitssinn. Sie verstehen sofort, dass Sklaverei nicht gerecht sein kann.

So ist Gott als ein Gott der Befreiung gut vermittelbar und erfahrbar.

Die Lieder sind beide – sowohl das be-schwingte »Swing Low« als auch das getragene »Deep River« – für Kinder ergreifend in ihrer Unmittelbarkeit. Es sind berührende Melodien. Gerade »Swing Low« mit seinem (möglichen) Wechselgesang kann mitreißen.

Besonders bei den Jüngeren würde ich empfehlen, sich auf Swing Low zu konzentrieren und dieses Lied im Wechselgesang zu singen.

Man kann die Lieder mit den Kindern auch nur anhören und den Refrain mitsingen versuchen /lernen.

II. Gestaltungshinweise

Lieder

Die Lieder »Swing Low« und »Deep River« dürften die unbekanntesten Lieder dieser Reihe sein. Deshalb wird wohl kaum Zeit für weitere Lieder bleiben. Falls doch, empfehle ich, die Lieder der letzten drei Sonntage zu singen, um sie im Kinderkirch-Liedschatz zu festigen.

Psalm

Dbd 2019, S. 55;

Die Seligpreisungen (KuS 681)

Eingangsgebet

Dbd 2019, S. 59 oder nach den Seligpreisungen:

Guter Gott,

wir sind hier beisammen, um mit dir zu feiern. An diesem schönen Tag!

Wir danken dir.

Vieles aus der letzten Woche geht uns noch durch den Kopf. Auch manches, was wirklich unfair war. Manches, was wir gerne anders hätten.

Bitte zeige uns neue Wege zu dir, zu den Menschen, in die Welt.

Stärke du heute unsere Hoffnung auf deine gute Welt, in der du mitten unter uns bist.

Amen.

Schlussgebet

Dbd 2019, S. 59

Musikfest

Mehr als »Deep River« eignet sich das Lied »Swing Low« toll für verschiedenste Varianten des gemeinsamen Musizierens. Es besteht im Grunde aus nur drei Begleitakkorden für die Gitarre. Auch Bewegungen sind hier gut machbar: Der schaukelnde Wagen, das Wasser des Jordan etc.

Die Möglichkeit des Wechselgesangs gibt Raum für Gestaltung selbst für die Jüngeren. Die Kleinsten können mit Percussion-Instrumenten den beschwingten Takt mitgestalten. Orffsches Schlagwerk, Boomwhackers (Ak-korde oder Bordun) bieten sehr viele Möglichkeiten, ein ganzes Musikfest zu veranstalten! Dazu lässt sich sicherlich auch gerne der/die Kirchenmusiker/in mit ins Boot holen oder die Kirchenband oder sonstige musikalisch begeisterte Menschen aus der Gemeinde. Viele der Kinder lernen sicherlich schon ein Instrument. Mit entsprechender Vorplanung ließen sich diese einbeziehen.

Über den Jordan

Wir malen Bilder des Trostes, von einer besseren Welt, von unseren Hoffnungen etc. Die Älteren können auch Gebete, Wünsche formulieren. Diese werden dann losgeschickt. Falls es in der Nähe ein fließendes Gewässer gibt, können die Bilder zu Schiffchen gefaltet und den »Jordan« hinabgeschickt werden.

Alternativ können sie auch mit Gasluftballons »zum Himmel« fahren. Luftballongas gibt es in den meisten Baumärkten. Je nach Gegend braucht es für den Start Genehmigungen (beim jeweiligen Amt für öffentliche Ordnung nachfragen).

Der besondere Tipp Sie finden hier immer wieder Verweise auf »Kommt und singt« (abgekürzt KuS). Es ist das Nachfolgebuch des Jahrzehnte beliebten »Liederbuchs für die Jugend« (LJ). Was in der Kinderkirche gesungen wird, ist Veränderungen unterworfen. Dem trägt KuS Rechnung! Außer vielen neuen Liedern finden sich auch Psalmen und Gebete. Ein CD-Set mit 120 neuen Liedern erleichtert das Einsingen. Best.-Nr. 3434; €17,99

  • Autor: Daniel Müller
  • © Württ. Evang. Landesverband für Kindergottesdienst e.V.

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