Gott ist großzügig und fröhlichGott ist großzügig und fröhlich

Einheit: Gott ist großzügig und fröhlich

Enthält: 2 Bausteine
Materialarten: Erzählung (für Jüngere) (1), Erzählung (für Ältere) (1)
Zielgruppen: Grundschulkinder (6 bis 11), Kleine im KiGo (3 bis 6)
Meta-Thema: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, Gott

I. Vorüberlegungen
Zugänge für den
Vorbereitungskreis
Diese Geschichte von der Liebe Gottes ist eine der ganz wichtigen Geschichten des christlichen Glaubens. Zum tieferen Verständnis sollte man darüber nachdenken oder besser im Kreis der Mitarbeitenden miteinander über Folgendes sprechen:
▶Was meinen wir zu dem Verhalten des jüngeren Sohnes?
▶Wie finden wir das Verhalten des Vaters im Blick auf seine beiden Söhne?
▶Finden wir Gott in seiner Liebe nicht selbst manchmal zu großzügig? Verstehen wir die überwältigende Liebe Gottes manchmal auch nicht?
▶Wie wird sich der ältere Sohn nach der Einladung des Vaters verhalten? Welche Gründe sprechen dafür, sich zum Fest einladen zu lassen? Welche dagegen?
▶Und wir? Sind wir eher der Ältere oder der Jüngere?
Zum Text / zum Thema
Pharisäer und Schriftgelehrte sind fromme Menschen, die ihren Glauben sehr ernst nehmen. »Sünder« sind für sie Menschen, die nicht so leben, wie Gott das will. Diese Männer haben Jesus vorgeworfen, er esse an einem Tisch mit Menschen, denen ein frommer Mensch nicht einmal die Hand gebem würde. Auf diesen Vorwurf hin erzählt Jesus die Geschichte von der großen Liebe dieses Vaters.
•Frauen spielen im Alten Orient – mit wenigen Ausnahmen – keine erwähnenswerte Rolle. So kommt auch die Mutter im Gleichnis nicht vor.
•Der ältere Sohn wird einmal den Hof erben. Spätestens dann muss der jüngere sich eine eigene Existenz aufbauen und bekommt seinen Erbteil. Trotzdem kommt uns seine Bitte merkwürdig vor.
•Der Jüngere verprasst sein Erbe, statt sich damit eine Existenz aufzubauen. Dass er sein Geld mit Huren vergeudet hat, ist nur ein Vorwurf des älteren Bruders.
•Kein frommer Jude wird Schweine hüten. Die Schoten des Johannesbrotbaumes sind Tierfutter und Essen für sehr arme Leute.
•Wie groß muss der Hunger sein, dass dieser Sohn überlegt, nach Hause zurückzugehen! Er überlegt sehr genau, was er seinem Vater sagen will.
•Für einen älteren Orientalen ist schon ein schnelles Gehen würdelos. Der Kuss ist Zeichen der großen Liebe des Vaters.
•Dem Sohn ist vergeben, bevor (!) er seine Entschuldigung vorgebracht hat.
•Mit dem Gewand, dem Siegelring, den Schuhen (die er im Gegensatz zu den barfuß laufenden Sklaven tragen darf) zeigt der Vater: Du gehörst zur Familie. Keine Bußstimmung, nur Freude und Fest!
•Der Ältere fühlt sich natürlich zurückgesetzt. Dieses Fest will er nicht mitfeiern. Nun geht der Vater seinem älteren Sohn entgegen.
•Der ältere Bruder vermeidet die Anrede „Vater“. Er spricht von „deinem Sohn“, nicht von seinem Bruder
•Alles was Gott gehört, gehört auch uns. Wir brauchen nicht ängstlich zu sein. Welch eine Einladung, fröhlich und frei zu leben!
Die Kinder und der Text /
das Thema
Die meisten Kinder sind gern zu Hause. Warum der Jüngere von zu Hause weg will, verstehen sie wahrscheinlich nicht.
Dass der Vater so gut ist, verstehen viele Kinder vielleicht auch nicht. Strafe muss doch sein!
Vor allem wer Geschwister hat, versteht das Gefühl des älteren Bruders: Mein Vater behandelt mich ungerecht. Ich werde benachteiligt. Ich komme zu kurz.

II. Gestaltungshinweise
Liturgische Elemente
Lieder
Du verwandelst meine Trauer (KuS 411/
LJ 508/KG 198/MKL 1 9/ LH 64/KKL 48);
Gottes Liebe ist so wunderbar (Kus 484);
Mit offenen Armen (LH 24);
Gottes Liebe ist wie die Sonne
(KuS 404/LJ 539/ MKL 1 57/KKL 75/KG 153);
Ich will zu meinem Vater gehen (EG 315);
Wir sind eingeladen zum Leben (KuS 185);
Wir singen vor Freude
(KuS 184/LJ 431/ KKH 1/MKL 1 152/KG 188)
Auf dem Altar liegt neben dem blauen und grünen Band jetzt noch ein rotes in der entsprechenden Länge (siehe Zur ganzen Reihe, S. 201).
Ansage
Wir haben eben gesungen: »So verbindet uns mit dir ein buntes Band. So verbindet uns mit dir ein buntes Band. Und das Band, das ist: dass du gut zu uns bist. So verbindet uns mit dir ein buntes Band«. Heute halten wir dieses rote Band in unseren Händen. Rot ist die Farbe der Liebe. Heute will uns dieses Band zeigen: Gott liebt uns. Und Gott will, dass wir lieben.
Gebet
Gott, du bist bei uns, du bist lebendig,
du liebst uns,
deshalb dürfen wir Vater zu dir sagen.
Beten wir zusammen: Vater unser …
Nach dem Gebet wird das rote Band auf den Altar zurückgelegt.
Segen
Zum Segen bilden die Kinder noch einmal einen Halbkreis vor dem Altar und bekommen alle drei Bänder in ihre Hände. Nach dem Segen werden die Bänder so zerschnitten, dass jedes Kind von jeder Farbe ein Stück mit nach Hause nehmen kann.
Kreative Umsetzung der Geschichte/Vertiefung
An diesem Sonntag feiern wir das Fest mit, zu dem Gott alle Menschenkinder an seinen Tisch einlädt.
Der Tisch (wo möglich, in einem anderen Raum) ist von den Mitarbeitenden festlich geschmückt. Darauf stehen Kerzen und viele Sachen, die Kinder gerne essen und trinken.
Während dieses Festes kann auch das Tanz-Lied »Gottes Liebe ist so wunderbar …« gesungen und getanzt werden.
Vielleich kommt bei diesem Fest ja ein Gespräch darüber zustande, wie sich wohl der jüngere und dann auch der ältere Bruder bei diesem Fest gefühlt haben.

  • Autor: Daniel Müller
  • © Württ. Evang. Landesverband für Kindergottesdienst e.V.

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