Gott ist sanftmütig und einfühlsamGott ist sanftmütig und einfühlsam

Einheit: Gott ist sanftmütig und einfühlsam

Enthält: 2 Bausteine
Materialarten: Erzählung (für Jüngere) (1), Erzählung (für Ältere) (1)
Zielgruppen: Grundschulkinder (6 bis 11), Kleine im KiGO (3 bis 6)
Themenstellungen: Gott, Unterwegs sein

I. Vorüberlegungen
Zugänge für den
Vorbereitungskreis
Wie hätten wir Gott gern? Als Orkan, der die Berge von Problemen und die Felsen von Egoismus in unserer Welt wegfegt? Oder als Erdbeben, das Ungerechtigkeit, Streit und Krieg auf unserer Welt unterpflügt und ein Land hervorbringt, in dem Friede und Gerechtigkeit sich küssen? Es lohnt, im Kreis der Mitarbeitenden darüber zu diskutieren oder in der Einzelvorbereitung darüber nachzudenken.
Umgekehrt: Was würden wir sehen, wenn wir Gott sehen würden? Einen alten Mann mit Bart oder einen blinkenden Computer? Ein Kind in der Krippe oder einen Mann am Kreuz?
Das sind Fragen, auf die unsere Erzählung eine Antwort gibt.
Zum Text / zum Thema
Um die Geschichte von der Begegnung Elias mit Gott am Berg Horeb zu verstehen, muss die Vorgeschichte gelesen werden: 1. Könige 16,29–17,1 und 18,1–19,21.
Der Name Elia ist Programm: »Mein Gott ist Jahwe«. Elia ist einer der ersten Propheten in Israel. Er lebt um 850 v. Chr. im Nordreich Israel. Der herrschende König Ahab ist durch seine Frau Isebel zur Verehrung des Gottes Baal gekommen. Ein Großteil des Volkes und die Priesterschaft sind ihm dabei gefolgt. Deshalb prophezeit der Prophet Elia eine lange Dürre. Diese lässt das ganze Land austrocknen. Am Ende dieser Dürre kommt es auf dem Berg Horeb zur endgültigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern Baals und dem Glauben Elias an Jahwe, den Gott Israels. In dieser Auseinandersetzung zeigt sich der lebendige Gott mächtiger als der tote Götze Baal. Elia nutzt die Gelegenheit. Er lässt die Priester Baals ergreifen und ermorden. Das können wir fast 2900 Jahre später weder verstehen noch mit heutigen Maßstäben angemessen beurteilen. Gemeint ist: Der Baalskult soll mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Denn Jahwe allein ist Gott, der Leben schenkt. Der Eingottglaube duldet keine Kompromisse.
Daraufhin droht Königin Isebel dem Propheten den Tod an. König Ahab ist als Marionette beschrieben.
Aus Angst um sein Leben flieht Elia in die Wüste. Er will sterben. Aber Gott schickt einen Engel, um den Propheten zu stärken.
Mit Vers 8 beginnt die Geschichte, die zu erzählen ist. Elia isst und trinkt, was ihm der Engel hingestellt hat. Gestärkt flieht er weiter. Die Zahl 40 taucht in der Bibel öfter auf. Sie ist symbolisch zu verstehen und steht für einen Zeitraum, der zu Umkehr und Besinnung auffordert und in dem die Wende zum Neubeginn ermöglicht wird.
Schließlich kommt Elia an den Berg Horeb. (Sonst wird dieser Berg Sinai genannt.) Dort versteckt Elia sich in einer Höhle.
In der Nacht kommt es zu einem Gespräch mit Gott. In diesem klagt der Prophet Gott sein Leid. Er hat alles für Gott getan, und deswegen muss er jetzt um sein Leben fürchten. Gott verspricht Elia, sich ihm zu zeigen. Dazu soll Elia seine Höhle verlassen. Der Prophet erlebt Gott nicht in den Urgewalten der Welt. Elia erlebt Gott in einem stillen, sanften Sausen (wörtlich: »in der Stimme eines dünnen Wehens«). Sein Angesicht verhüllt Elia aus Ehrfurcht. So macht Gott Elia neuen Mut. Danach beauftragt Gott Elia, weiter als Prophet zu wirken.
Die Kinder und der Text /
das Thema
Die Kinder können an dieser Geschichte erfahren:
▶Gott ist bei mir, auch wenn ich Angst habe und mich am liebsten in einer Höhle verkriechen möchte.
▶Gott kann ich alles sagen. Ich kann ihm auch Vorwürfe machen.
▶Gott ist nicht in den umwerfenden Erscheinungen, dem Sturm und dem Erdbeben zu erleben. Gott ist auch nicht in dem alles verzehrenden Feuer zu erleben. Auch wenn wir das manchmal gerne so hätten. Elia erlebt Gott in einem stillen, sanften Sausen, in der Stimme eines dünnen Wehens.
Wer Gott sehen will, muss sehr genau hinsehen und begegnet ihm immer wieder, sogar in Menschen. Wer Gott hören will, muss sehr genau hinhören und hört ihn immer wieder in leisen Worten.

II. Gestaltungshinweise
Liturgische Elemente
Lieder
Befiehl du deine Wege (EG 361/KuS 412/LJ 207);
Du hast uns, Herr, gerufen
(EG 168/KuS 170/LJ 112);
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
(KuS 246/KG 149/LH 83);
Halte zu mir, guter Gott
(KuS 456/LJ 549/KG 8/MKL 1 52/KKL 80/LH 82);
Herr, gib uns Mut zu hören (LJ 553)
Psalm
Gebet nach Psalm 139 (KuS 674)
Auf dem Altar liegt neben dem blauen ein grünes Band in der entsprechenden Länge (siehe Zur ganzen Reihe, S. 201).
Ansage
Wir haben eben gesungen: »So verbindet uns mit dir ein buntes Band. So verbindet uns mit dir ein buntes Band. Und das Band, das ist: dass du gut zu uns bist. So verbindet uns mit dir ein buntes Band.« – Heute halten wir dieses grüne Band. Grün ist die Farbe für Leben. Heute will uns dieses Band zeigen: Gott schafft Leben. Gott will, dass wir ohne Angst und fröhlich miteinander leben.
Kreative Umsetzung der Geschichte/Vertiefung
Klanglich darstellen
Es bietet sich an, den großen, starken Wind, Erdbeben, Feuer und das stille, sanfte Sausen mit Orffschen Instrumenten nachzuspielen.Dabei ist es spannend, mit den Kindern zu entwickeln, wie diese Erscheinungen klanglich dargestellt werden können.
Wer keine Orffschen Instrumente in der Kinderkirche hat, kann beim Kindergarten oder der Musikschule anfragen. Oder man baut Instrumente aus Holz, Steinen, Papier und allem, was sich im Haushalt findet.

  • Autor: Daniel Müller
  • © Württ. Evang. Landesverband für Kindergottesdienst e.V.

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