Die Vertreibung aus dem Paradies – Gut und Böse erkennenDie Vertreibung aus dem Paradies – Gut und Böse erkennen

Einheit: Die Vertreibung aus dem Paradies – Gut und Böse erkennen

Enthält: 2 Bausteine
Materialarten: Erzählung (für Jüngere) (1), Erzählung (für Ältere) (1)
Zielgruppen: Große im KiGo (11 bis 15), Grundschulkinder (6 bis 11), Kleine im KiGo (3 bis 6)
Meta-Thema: Schuld, Sünde und Vergebung, Schöpfung
Heft: Ev. Kiki 2023 / 1
Bibelstelle: 1. Mose 3,1-3,22
1. Mose 3,1-3,22

3

Der Sündenfall

1Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

6Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 7Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

8Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten. 9Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 11Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 12Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. 13Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.

14Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. 15Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

16Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

17Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 18Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

20Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. 21Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. 22Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!

Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft

»Der Sündenfall«, wie die Geschichte in der Lutherbibel überschrieben ist, hat eine Wirkungsgeschichte entfaltet, die viele Missverständnisse in sich birgt, die auch unser Verständnis der Geschichte mitgeprägt haben. Deshalb ist es wichtig, sich zunächst der Frage zu stellen:

    Vorschau:

    »Der Sündenfall«, wie die Geschichte in der Lutherbibel überschrieben ist, hat eine Wirkungsgeschichte entfaltet, die viele Missverständnisse in sich birgt, die auch unser Verständnis der Geschichte mitgeprägt haben. Deshalb ist es wichtig, sich zunächst der Frage zu stellen:

    • Welche Bilder habe ich im Kopf, wenn ich an diese Geschichte denke?

    Die Bilder werden in kurzen Sätzen notiert, um anschließend anhand des biblischen Textes überprüft zu werden.

    Zum Text / Zum Thema

    • Mit der Erkenntnis von Gut und Böse war das Leben im Paradies ein Ende. Hatte zuvor Gott dafür gesorgt, dass es dem Menschen an nichts fehlt, es ihm rundum gut geht, wird er nun in die raue Welt jenseits des Gartens verbannt. Unter Mühen muss er seinen Lebensunterhalt verdienen.
    • Doch was noch viel schwerer wiegt: Die Menschen müssen nun selbst erkennen, was gut und was böse ist. Zu dieser Erkenntnis gehört auch die Möglichkeit, schuldig zu werden. Die Menschen, die wie Gott sein möchten, stehen nackt da – nackt voreinander und vor Gott. Dennoch ist nicht alles aus und vorbei. Gott lässt die Menschen nicht fallen.
    • Die Erzählung in 1. Mose 3 ist entstanden aus der Sehnsucht nach einem Paradies, in dem alles gut ist. Es ist keine Geschichtsschreibung, die behauptet, am Anfang sei alles gut gewesen und die ersten Menschen hätten es für immer verdorben. Das Böse ist Teil der Schöpfung – ein bitteres Rätsel, auf das niemand eine Antwort weiß. Gott selbst weiß um das Böse. Der Mensch hat die Wahl und ist für sich selbst und für die Welt verantwortlich.

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  • Autor: Josef Herbasch
  • © Württ. Evang. Landesverband für Kindergottesdienst e.V.

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