Sprichwörter (Monats-Gottesdienst)Sprichwörter (Monats-Gottesdienst)

Einheit: Sprichwörter (Monats-Gottesdienst)

Enthält: 1 Baustein
Materialart: Gruppenspiel (1)
Zielgruppen: Familien, Große im KiGo (11 bis 15), Grundschulkinder (6 bis 11), Konfis
Meta-Thema: Gleichnisse

I Vorüberlegungen

Das Buch der Sprüche gehört zusammen mit den Psalmen, dem Buch Hiob und dem Hohelied zur sog. Weisheitsliteratur des Alten Testamentes. Diese Sammlung von Redensarten, Sprichwörtern und Sprachbildern wird dem König Salomo zugeschrieben. Von ihm wird berichtet, dass er ein besonders weises und verständiges Herz hatte und viele tausend Sprüche und Lieder dichtete (vgl. 1. Könige 3,12 und 1. Könige 5,12).

Im biblischen Buch der Sprüche findet sich eine Sammlung von Lebensweisheiten, in denen es um ein gutes Leben mit Gott und ein gutes Zusammenleben der Menschen geht. Die Herkunft der einzelnen Sprüche ist nicht bekannt, auch der Zusammenhang, in dem die Worte entstanden sind oder gebraucht wurden, sind nur an wenigen Stellen zu erahnen.

Es sind vielfach Erfahrungsweisheiten, die – wie alle Redensarten – zeitgebunden sind. Viele können nicht in ihrer ursprünglichen Weise als Lebensregel für heute verwendet werden, aber dennoch ist oft ein wahrer Kern in der Aussage zu entdecken.

Manche Verse aus dem Buch der Sprüche haben allerdings ihre lebenspraktische Bedeutung verloren oder setzen ein überholtes Weltbild voraus, z. B. im Blick auf Erziehungsmethoden (Sprüche 19,18) oder das Frauenbild (Sprüche 31,10–31). Auf der anderen Seite sind dann auch in unserer Zeit neue Redensarten entstanden, z. B.: »Das Leben ist kein Ponyhof.«

Jesus steht mit seinen Bildworten ganz in der Tradition solcher Redensarten, wenn er in der Bergpredigt z. B. vom »Wolf im Schafspelz« spricht (Matthäus 7,15) oder seinen Hörerinnen und Hörern das Bild vom Hausbau auf Fels und Sand (Matthäus 7,24–27) vor Augen führt.

Warum solche Sprichwörter zum Zusammenleben von Menschen ein Thema für den Kindergottesdienst sein können, wird ganz zu Beginn des Buches der Sprüche deutlich. Wie eine Überschrift über alle menschliche Lebensweisheit, heißt es da: »Gott, den HERRN ernst nehmen ist der Anfang aller Erkenntnis. Wer ihn missachtet, verachtet auch Weisheit und Lebensklugheit.« (Sprüche 1,7; vgl. auch Sprüche 3,5f.)

All unsere Weisheit, all unsere Lebenserfahrungen, die in der einen oder anderen Redewendung ihren Ausdruck gefunden haben, stehen immer unter Maßgabe, Gott und seinen Willen ernst zu nehmen. Dementsprechend sind die im Buch der Sprüche gesammelten Alltagserfahrungen von Menschen, an vielen Stellen mit dem Wissen um Gott verbunden.

Die bildliche Sprache ausgewählter Verse aus dem Buch der Sprüche kommt der Vorstellungswelt der Kinder nahe. Die verwendeten Bilder sind oft eindeutig und fassen etwas klar zusammen. Der eine, für den Gottesdienst ausgewählte Vers: »Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein« (Sprüche 26,27) muss nicht lange interpretiert werden. Schnell begreifen die Kinder den Sinn: Etwas Übles, das man anderen zufügen will, kann sich am Ende gegen einen selbst wenden. Und auch die damit gemeinte Konsequenz im Sinne einer Lebensregel verstehen sie unmittelbar: Plane nichts Gemeines oder Hinterhältiges gegen deinen Nächsten – es könnte dein eigener Schade sein!

Ebenso gilt das für den Vers Sprüche 16,18: »Nach Stolz folgt Sturz, nach Übermut kommt Untergang.« Er ist in dem Sprichwort »Hochmut kommt vor dem Fall« aufgenommen. Auch hier werden den Kindern schnell Szenen und Situationen einfallen, die diese Lebensregel bestätigen.

Solche Redensarten machen deutlich, dass persönliches Handeln Konsequenzen hat und man sein Handeln stets daraufhin überdenken sollte, welche Auswirkungen es für das Zusammenleben von Menschen hat. Und genau das, unser Zusammenleben, wie wir miteinander umgehen, liegt Gott am Herzen. Denken wir also mit den Kindern über den Sinn eines solchen Sprichwortes nach, kann dies als ein erster Schritt von Weisheit verstanden werden.

II. Bausteine

In einem Kindergottesdienst zu Versen aus dem Buch der Sprüche ist es naheliegend, sich auf vielfältige Weise mit einzelnen Sprichwörtern zu beschäftigen. Deshalb bietet dieser Entwurf unterschiedliche Bausteine an, die spielerischen oder kreativen Charakter haben sowie vertiefende Gespräche. Je nach Anzahl und Alter der Kinder können die Bausteine in Form von Stationen angeboten werden oder es werden die für den Kindergottesdienst passenden Bausteine ausgewählt.

1. Baustein: Kennenlernen/Erinnern

bekannter Sprichwörter (Domino)

Durch einen Mittelstrich werden aus A4-Blättern zwei Dominosteine. Auf die linke/obere Seite wird der zweite Teil, auf die rechte/untere Seite der erste Teil eines bekannten Sprichwortes geschrieben. Beim ersten »Dominostein« bleibt die linke/obere Seite frei; beim letzten die rechte/untere.) Jedes Kind bekommt einen »Dominostein«. Nun wird versucht, diesen in der Mitte des Sitzkreises passend anzulegen. Wenn ein Paar gefunden ist überlegen, was dieses Sprichwort bedeuten soll und dazu kurze Szenen oder Geschichten erzählen (erlebte und erfundene).

Nachfolgend eine Auflistung möglicher Sprichwörter:

  • Aller Anfang – ist schwer.
  • Alles Gute – kommt von
  • Bei Nacht – sind alle Katzen grau.
  • Am Gottes Segen – ist alles gelegen.
  • Das Leben – ist kein Ponyhof.
  • Der Glaube – kann Berge versetzen.
  • Der Apfel fällt – nicht weit vom Stamm.
  • Der Klügere – gibt nach.
  • Andere Länder, – andere Sitten.
  • Wer zuerst kommt – mahlt zuerst.
  • Wer im Glashaus sitzt – soll nicht mit Steinen werfen.
  • Lieber den Spatz in der Hand – als die Taube auf dem Dach.
  • Lügen – haben kurze Beine.
  • Eine Hand – wäscht die andere.
  • Was man sät, – wird man ernten.
  • Hochmut – kommt vor dem Fall.
  • Es ist nicht alles Gold – was glänzt.
  • Aller guten Dinge – sind drei.
  • Was du heute kannst besorgen, – das verschiebe nicht auf morgen.
  • Auch ein blindes Huhn – findet mal ein Korn.
  • Morgenstund – hat Gold im Mund.
  • Auf Regen – folgt Sonnenschein.
  • Eine Schwalbe – macht noch keinen Sommer.
  • Scherben – bringen Glück.
  • Man soll den Tag – nicht vor dem Abend loben.
  • Gleich und gleich – gesellt sich gern.
  • Ende gut – alles gut.

Tipp: Viele fertige, beschriftete Dominosteine finden Sie zum Download und einfachen Kopieren auf evkiki.de.

Schauen Sie auch auf Seite 356 nach.

2. Baustein: Das biblische Buch der Sprüche kennenlernen (für die Älteren)

(für die Älteren)

In einem A5- Ringbuch sind Blättern eingeheftet, auf denen zahlreiche Verse aus dem Buch der Sprüche geschrieben sind (je einer pro Blatt). Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass auch Sprüche enthalten sind, die auf Gott verweisen. Den Kindern wird dieses besondere »Buch« vorgestellt. Ggf. kann auch von König Salomo erzählt werden, der viele solcher Sprüche und Lieder sammelte, weil es im wichtig war, dass die Menschen gut miteinander umgehen und dabei immer auch Gott in ihr Leben einbeziehen.

Die Kinder nehmen nun das Buch reihum in die Hand, suchen einen Vers aus und lesen ihn vor. Geeignete Verse sind z. B.: Sprüche 1,7; 3,5; 6,6-8; 15,5; 15,17; 16,8; 16,9; 16,18; 16,32; 20,13; 24,29; 25,23; 25,24; 26,27 und noch viele mehr. Die Sprüche sind zum Teil verständlicher, wenn die Übersetzung der Guten–Nachricht– Bibel verwendet wird.

3. Baustein: »Wer andern eine Grübe gräbt« eine Bildergeschichte von Vater und Sohn (für die Jüngeren)

Wir schauen uns die Bildergeschichte »Die Ziegenfalle« von E. O. Plauen an (s. S. 354). Die Kinder beschreiben, was sie auf den einzelnen Bildern sehen und erzählen sich so gegenseitig die Geschichte.

Bild 1

Abschießend wird auf die dazu passende Redeweise in Sprüche 26,27 hingewiesen. Ggf. können den Kindern dann ein eigenes Bild zum Sprichwort malen oder neue Geschichten dazu erfinden.

4. Baustein: In Bodenbildern wichtige Aussagen einzelner Sprüche mit Legematerial darstellen

Jedes Kind wählt eine Redeweise aus dem Buch der Sprüche, die auf Kärtchen ausliegen. Es sollten nicht zu viele verschiedene Verse sein (möglich sind auch nur zwei oder drei, die dann mehrfach vorkommen). Geeignet hierfür sind z. B. Sprüche 26,27; 6,6–8; 25,21– 22. Die Kinder gestalten dann jeweils für sich alleine auf einem bunten DIN-A4-Karton oder einer Filzplatte ein Bild mit Legematerial (Muggelsteine, bunte Plättchen, Buntstifte, Schnüre, Muscheln, Holzstückchen …) Abschließend stellen die Kinder ihr Bild vor und wir schauen uns die Bilder gemeinsam an.

5. Baustein: Ratespiel mit Pantomimen zu einzelnen Sprüchen

Immer drei Kinder bilden eine Gruppe und ziehen aus einem Säckchen einen Spruch (mögliche Verse s. links und oben) und stellen diesen pantomimisch dar. Die anderen beschreiben, was sie sehen. Vielleicht erraten sie sogar den Spruch.

6. Baustein: Spruchkärtchen gestalten

Auf A6-Kärtchen oder in Lesezeichenform sind einzelne Sprüche geschrieben bzw. aufgedruckt. Die Kinder gestalten diese Kärtchen mit Buntstiften und nehmen sie (evtl. zum Weiterschenken) mit nach Hause.

7. Baustein: »Partnersuche« oder »Lebendiges Memory« spielen

Die Kinder bekommen je eine Hälfte eines Sprichworts auf einem Blatt Papier (und lernen es wenn möglich auswendig). Dann gehen alle langsam im Raum umher. Dabei fragen sie sich gegenseitig nach den (gelernten) Worten, die sie bekommen haben. Wenn sich ein passendes Paar findet, bleiben sie zusammen stehen.

So ähnlich kann auch lebendiges Memory gespielt werden. Ein Kind geht hinaus. Die anderen bekommen je eine Spruchhälfte. Damit verteilen sie sich im Raum und jedes bleibt an einem Platz stehen. Das Kind von draußen kommt wieder herein und spricht je zwei Kinder an. Diese sagen ihre Wortteile. Wenn die Antworten zusammenpassen, setzen sich diese beiden Kinder hin und das Fragekind fragt die nächsten beiden. Das geht solange, bis nacheinander alle Paare gefunden sind.

III. Entwurf

Begrüßung / Votum / Kerze anzünden

Eingangslied

Wir singen vor Freude (KuS 184/KG 188/KKH 1/KKL 162/LJ 431/MKL 1 152)

Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn (KuS 286)

Gebet nach Psalm 1 (verteilt lesen)

Kehrvers: Wer sich an Gott hält, der ist wie ein Baum am Wasser. Er trägt viele Früchte und seine Blätter verdorren nicht.

  • Glücklich ist, wer auf Gott hört. Er braucht nicht bösen Ratschlägen zu folgen.
  • Glücklich ist, wer sich Gott anvertraut. Er muss nicht auf krummen Wegen gehen.

Kehrvers

  • Glücklich ist, wer nach Gott fragt. Er kann offen und ehrlich bleiben.
  • Glücklich ist, wer sich auf Gott verlässt. Gott hält fest zu ihm.

Kehrvers

(von Frank Widmann, in: KuS 646)

Einführung ins Thema

Im Sitzkreis: Kennenlernen bzw. Erinnern bekannter Sprichwörter (siehe 1. Baustein).

Lied zum Thema

Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut

(EG RT/KuS 436/LJ 605);

Du bist da, wo Menschen leben

(EG RT/KuS 476/KG 147/KKH 28/KKL 37/LJ 498)

Das biblische Buch der Sprüche kennenlernen (für Ältere)

Siehe 2. Baustein.

Eine Bildergeschichte von Vater und Sohn zu »Wer andern eine Grübe gräbt« (für die Jüngeren)

Siehe 3. Baustein.

Bodenbildern gestalten und vorstellen

Siehe 4. Baustein.

Gemeinsam Spielen

Siehe 5. oder 7. Baustein.

Lied

Gut, dass wir einander haben (KuS 294);

Suchet zuerst Gottes Reich in dieser Welt

(EG 182/KuS 222/LJ 128)

Fürbitten und Vaterunser

Guter Gott,

wir leben zusammen mit unseren Familien

in der Schule oder im Kindergarten,

mit Nachbarn und Freunden,

und auch in unserer Kirchengemeinde.

Wir wissen: Es ist wichtig, dass wir gut miteinander umgehen.

Aber das ist nicht immer einfach.

Manchmal ärgern wir uns übereinander.

Manchmal sind wir neidisch oder schadenfroh.

Manchmal wollen wir besser sein als die anderen oder mehr haben als sie.

Manchmal hören wir nicht zu, wenn uns jemand einen wirklich guten Rat gibt.

Wir bitten dich, guter Gott:

Zeige du uns, wie wir gut miteinander leben können, damit wir uns gegenseitig keinen Schaden zufügen und alle Menschen zusammen froh sein können.

Sei du immer bei uns. Amen.

Segenslied

Und so geh nun deinen Weg (KuS 200);

Gott, dein guter Segen

(KuS 176/KG 220/KKH 58/LH 53/LJ 382)

Segen

Charlotte Altenmüller

  • Autor: Daniel Müller
  • © Württ. Evang. Landesverband für Kindergottesdienst e.V.