Starke Frauen – starke Männer (Große im KiGo)Starke Frauen – starke Männer (Große im KiGo)

Einheit: Starke Frauen – starke Männer (Große im KiGo)

Heft: Ev. KiKi 2020 / 3
Bibelstelle: Ester 4,6-5,2
Ester 4,6-5,2

6Da ging Hatach hinaus zu Mordechai auf den Platz der Stadt, der vor dem Tor des Königs war. 7Und Mordechai sagte ihm alles, was ihm begegnet war, auch die Summe des Silbers, das Haman versprochen hatte, in des Königs Schatzkammer darzuwägen, wenn die Juden vertilgt würden, 8und gab ihm eine Abschrift des Gesetzes, das in Susa angeschlagen war, sie zu vertilgen, damit er’s Ester zeige und es ihr sage und ihr gebiete, dass sie zum König hineingehe und zu ihm flehe und bei ihm Fürbitte tue für ihr Volk.

9Und als Hatach hineinkam und Ester die Worte Mordechais sagte, 10sprach Ester zu Hatach und gebot ihm, Mordechai zu sagen: 11Es wissen alle Großen des Königs und das Volk in den Provinzen des Königs, dass jeder, der ungerufen zum König hineingeht in den inneren Hof, Mann oder Frau, nach dem Gesetz sterben muss, es sei denn der König strecke das goldene Zepter ihm entgegen, damit er am Leben bleibe. Ich aber bin nun seit dreißig Tagen nicht gerufen worden, zum König hineinzukommen.

12Und als Esters Worte Mordechai gesagt wurden, 13ließ Mordechai Ester antworten: Denke nicht, dass du dein Leben errettest, weil du im Palast des Königs bist, du allein von allen Juden. 14Denn wenn du zu dieser Zeit schweigen wirst, wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden erstehen. Du aber und deines Vaters Haus, ihr werdet umkommen. Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist? 15Ester ließ Mordechai antworten: 16So geh hin und versammle alle Juden, die in Susa sind, und fastet für mich, dass ihr nicht esst und trinkt drei Tage lang, weder Tag noch Nacht. Auch ich und meine Dienerinnen wollen so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen entgegen dem Gesetz. Komme ich um, so komme ich um. 17Mordechai ging hin und tat alles, was ihm Ester geboten hatte.

5

Ester geht zum König und lädt ihn und Haman zum Mahle

1Und am dritten Tage kleidete sich Ester königlich und trat in den inneren Hof am Palast des Königs gegenüber dem Palast des Königs. Und der König saß auf seinem königlichen Thron im königlichen Saale gegenüber dem Tor des Palastes. 2Und als der König die Königin Ester im Hofe stehen sah, fand sie Gnade vor seinen Augen. Und der König streckte das goldene Zepter in seiner Hand Ester entgegen. Da trat Ester herzu und rührte die Spitze des Zepters an.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Vorüberlegungen

Das Buch Ester erzählt eine für heutige Mitteleuropäer schräge Geschichte: Die Welt des persischen Königshofs und ihre Machtstrukturen sind mit unseren demokratischen Erfahrungen nicht vergleichbar. Da beißt sich auch vieles mit unserem Empfinden von Recht und Gerechtigkeit. Und wie in der damaligen Männerwelt Frauen dargestellt werden, ist für uns auch ziemlich befremdlich.

Der Bibeltext ist diesbezüglich überhaupt nicht kritisch. Königin Ester spielt ja weitgehend nach den Spielregeln, die am Königshof gelten. Sie nutzt ihre Rolle eben bewusst, um das Unheil, das der jüdischen Minderheit droht, zu verhindern.

Am Ende wendet sich die Gewalt gegen die intriganten Feinde. Auch das wird von den biblischen Erzählern nicht kritisch betrachtet.

Königin Waschti. Der betrunkene König (Xerxes I.) stellt bei einem Gelage seinen Reichtum zur Schau. Im Zuge dessen möchte er auch die Königin vorführen. […]
Dann Königin Ester:
Was nun folgt erinnert ein wenig an heutige Miss-Wahlen und Casting-Shows und kann abstoßend wirken, es bietet aber viele Anknüpfungspunkte an die heutige Lebenswelt von Jugendlichen und Kindern. Jugendlichen
[…]

Nun soll sie dem König von einem Komplott gegen die Juden berichten und sie wird in dieser Sache aktiv, was ihr eigentlich nicht zusteht. Dazu betritt sie ohne Erlaubnis den inneren Palasthof. Dabei scheint sie mit ihren Reizen zu spielen und macht den König so auf sich aufmerksam. Dieses Vorgehen hätte auch den Zorn des Königs hervorrufen können. Letztlich kann Ester aber die Juden im persischen Reich vor dem geplanten Anschlag bewahren.

Offensichtlich ist Ester schön, klug und mutig. Sie geht über die Grenze des Erlaubten. Sie tut, was ihr in ihrer Rolle nicht zusteht, stellt aber trotzdem überhaupt nicht das ganze System infrage.

Ist das für heutige Mädchen vorbildlich?
Nehmen sie sich an dieser fremden Gestalt ein Beispiel?

Sicher gibt es da – auch von Jungs – Widerspruch und Kritik. Wir schlagen hier vor:

die Fremdheit der alten Geschichte wahrzunehmen
und mit den älteren Kindern über heutige Rollenbilder und das Ve


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  • Autor: Frank Widmann
  • © Württ. Evang. Landesverband für Kindergottesdienst e.V.

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