…und einen Turm bauen, bis in den Himmel…und einen Turm bauen, bis in den Himmel

Einheit: …und einen Turm bauen, bis in den Himmel

Enthält: 2 Bausteine
Materialarten: Erzählung (für Jüngere) (1), Erzählung (für Ältere) (1)
Zielgruppen: Große im KiGo (11 bis 15), Grundschulkinder (6 bis 11), Kleine im KiGo (3 bis 6), Konfis
Meta-Thema: Schuld, Sünde und Vergebung
Bibelstelle: 1. Mose 11,1-11,9
1. Mose 11,1-11,9

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Der Turmbau zu Babel

1Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. 2Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. 3Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel 4und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde.

5Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. 6Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. 7Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!

8So zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. 9Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

I. Vorüberlegungen

Zugänge für den Vorbereitungskreis

Pieter Bruegel hat den Turmbau zweimal gemalt: Die Wiener Version ist die bekanntere. Der Wikipedia-Artikel »Turmbau zu Babel (Bruegel)« bringt eine kurze Beschreibung und die Bilddatei in hoher Auflösung. Dieses Bild wird in A3 farbig ausgedruckt, so dass das Team es als Wimmelbild betrachten kann.

  • Welche Menschen erkennt man?
  • Welches Werkzeug, welche Maschinen, Geräte, Fahrzeuge … sind abgebildet?
  • Gibt es Merkmale des Scheiterns? Wenn ja, welche?(Der Turm neigt sich. Seine Ausmaße sind angesichts der Umgebung allzu ungeheuerlich. Die Szene im Vordergrund zeigt: Viel Macht und Druck ist nötig, um die Baustelle am Laufen zu halten.)

Vielleicht kommen dem Team auch andere heikle oder gescheiterte Mega-Projekte in den Sinn: Elbphilharmonie, Berliner Flughafen …

Oder man kommt ins Gespräch über die Kehrseite technischer Errungenschaften: Industrialisierung, Automobile, Gentechnik, Internet …

Zum Text / zum Thema

Die Turmbauerzählung beendet die Urgeschichte recht trostlos: Die Menschheit wird zerstreut, sie kommt nicht mehr zusammen. Es bilden sich viele Sprachen. Mit der Berufung Abrahams (im folgenden Kapitel) wendet sich Gott einem einzelnen zu. Dabei kommt die ganze Menschheit wieder in den Blick: »In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.«

  • Die Menschheit startet ein gewaltiges Bauvorhaben, gewissermaßen ein Welt-Einheits-Projekt. Die Geschichte spielt dabei auf die Großmacht Babylon an. Die Babylonier haben enorme Tempeltürme gebaut. Und sie haben versucht, die Welt mit Gewalt unter ihrer Herrschaft zu vereinen. Dieses Vorhaben muss »natürlich« scheitern. Es bewirkt sogar das Gegenteil des Gewollten: Weitere Zerstreuung statt stärkerer Einheit.
  • Es geht beim Turmbau um Macht und Ruhm: Den Himmel zu stürmen, Unsterblichkeit zu erlangen, das Unmögliche möglich zu machen, es Gott gleichzutun.
  • Die menschlichen Möglichkeiten sind völlig unzureichend. Der Witz der Geschichte: Gott muss erst herabsteigen, um sich den riesigen Wolkenkratzer anzusehen.
  • In dieser uralten Menschheitsgeschichte spiegeln sich alle menschlichen Versuche, mit perfekter Technik und Organisation die Grenzen des Möglichen weiter zu dehnen. Bei allem Fortschritt wird das immer wieder schief gehen. Und wir wissen heute womöglich besser als früher um Segen und Fluch aller Technik.

Die Kinder und der Text / das Thema

Ich war schon in der Schule, mein Bruder noch nicht. Wir waren in Frankreich im Urlaub. Nach dem Essen hatte mein Bruder die Schaukel besetzt. Viele Kinder haben ihn umringt und wollten auch schaukeln. Er blieb gelassen und ich bin zu unseren Eltern gerannt: »Stellt euch vor, der spricht mit den Franzosen schwäbisch.« – Die Erkenntnis, dass Menschen verschiedene Sprachen sprechen und sich nicht zwangsläufig verstehen, wächst offensichtlich erst im Kindergartenalter. Zuvor redet man noch ungeniert mit allen.

Später sind viele Kindern stolz (oder stöhnen darunter), dass sie Fremdsprachen erlernen können. Zumindest innerhalb Europas ist heutzutage das Reisen und Einander-Begegnen sehr leicht möglich. Manches unserer Kinderkirch-Kinder wird in ein paar Jahren im Ausland studieren oder arbeiten.

Die aktuelle Diskussion um den Klimaschutz lässt die älteren Kinder nicht unberührt. Sie begreifen, dass die technischen Möglichkeiten auch die Gefahr bergen, eine ganze Welt aus dem Gleichgewicht zu bringen.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente

Siehe Zur ganzen Reihe, S. 392

Lieder

Lobet und preiset, ihr Völker

(EG 337/KuS 381/LJ 196/KG 190/KKL 110);

Hallelu-, Hallelu

(KuS 226/LJ 389/KG 193/MKL 49/KKH 71/KKL 78);

Gib uns Frieden jeden Tag

(EG 425/KuS 514/LJ 236/MKL 72/KG 134);

Anders als du (KuS 556);

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen

(EG RT/KuS 504/LJ 552)

Kreative Umsetzung der Geschichte

Verschiedene Wettspiele zum Thema »Höher, schneller, weiter …«:

  • Welches Team baut den höchsten Turm aus Bauklötzen, Jenga- oder Legosteinen? (Manche Bezirksjugendwerke haben säckeweise Holzklötzchen zum Ausleihen.)
  • Wer ist der schnellste Bobby-Car-Fahrer?
  • Welches Paar schafft es, eine Feder nur mit Pusten am weitesten zu transportieren? …

Mit Händen und Füßen reden

Sprachbarrieren kann man schön mit folgendem Spiel erfahrbar machen:

Die Kinder versetzen sich reihum in die Rolle, in einem fremden Land zu sein oder nicht sprechen zu können. Sie müssen jedoch eine Aufgabe bewältigen:

  • Auf dem Markt den Stand mit Gewürzen ansteuern.
  • Herausfinden, ob man ein bestimmtes Obst essen kann.
  • Herausfinden, was ein Taxi bis zum Flughafen kostet.
  • Erklären, dass man sich den Fuß verstaucht hat.
  • Den Weg zurück zur Gruppe finden, die man im Gewühl der Stadt verloren hat.

Die anderen Kinder können sich jeweils überlegen, ob sie dem »Fremden« helfen wollen oder nicht.

Danach tauschen sie sich über ihre Erfahrung aus: Konntest du dich verständlich machen? Haben die anderen dir geholfen? Was war hilfreich?

  • Autor: Daniel Müller

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