Jesus hilft dem verzweifelten Vater (Erzählung zur Jahreslosung 2020)Jesus hilft dem verzweifelten Vater (Erzählung zur Jahreslosung 2020)

Jesus hilft dem verzweifelten Vater (Erzählung zur Jahreslosung 2020)

Heft: Ev. KiKi 2019 / 4

Ein Vater hatte einen Jungen. Der war schon seit seiner Geburt von schweren Anfällen geplagt. Wenn es ihn packte, dann wurde er wie von Geisterhand zu Boden geworfen. Er schlug wild um sich und tobte so, dass ihn mehrere Männer festhalten mussten. Wie aus heiterem Himmel konnte so ein Anfall losbrechen. Dann war der Junge immer in Gefahr, dass ihm etwas passierte. Er hatte sich schon schwer am Feuer verbrannt und einmal war er in die Zisterne gefallen, die voll Wasser war. Nur gut, dass sein Vater in der Nähe war und ihn rasch herausziehen konnte.

Alle waren in Sorge um den Jungen und fürchteten sich vor dem nächsten Anfall. Wenn er so einen Anfall hatte, dann murmelte er unverständliche Sachen. Ansonsten aber war er stumm und reagierte nicht, wenn man ihn rief.

Der Vater hatte gehört, dass Jesus in das Dorf kommen wollte, in dem sie wohnten. Deshalb war er mit seinem Sohn auf den Marktplatz gegangen, um Jesus ja nicht zu verpassen. Dort fand er tatsächlich mehrere von seinen Jüngern. Jesus selbst sah er nicht.

»Was soll’s?« , dachte er. »Dann frage ich eben die Jünger von Jesus, ob sie meinem Jungen helfen können.« Tatsächlich versprachen sie dem Vater, seinem Sohn zu helfen. Sie legten dem Jungen die Hände auf und segneten ihn im Namen von Jesus. Doch es stellte sich keine Besserung oder Heilung ein. Vielmehr wurde der Junge wieder von einem schweren Anfall gepackt.

Es waren auch ein paar Gelehrte auf dem Platz, die sich gut in der Heiligen Schrift auskannten. Sie beschimpften die Jünger: »Da sieht man es. Ihr macht den Leuten Hoffnung und dann passiert nichts. Alles wird noch schlimmer für diesen armen Jungen und seinen Vater. Unruhestifter und Angeber seid ihr. Es stimmt nicht, dass ihr im Namen Gottes sprecht.«

Während sie so mit den Jüngern stritten, kam Jesus mit drei weiteren Jüngern auf den Marktplatz. Er machte sich Platz und ging auf die wartenden Jünger zu. »Was streitet ihr euch hier mit den Leuten herum?« , fragte er sie.

Da ging der Vater auf Jesus zu und sagte: »Du bist sicher Jesus. Zu dir wollte ich eigentlich. Mein Sohn ist schon lange krank. Gerade hatte er wieder so einen Anfall.«

Die Jünger erklärten Jesus, dass die Gelehrten mit dem Streit angefangen haben. »Die glauben nicht, dass du im Namen Gottes kommst«, sagten sie. »Ist das ein Grund zu streiten, statt sich um den Jungen zu kümmern?«, erwiderte Jesus. »Bringt ihn her zu mir.«

Als sie den Jungen zu Jesus brachten, wurde er wieder heftig geschüttelt und riss sich von ihnen los. Alle wichen vor Entsetzen zurück. Der Vater war völlig verzweifelt und sagte zu Jesus: »Du siehst, deine Jünger haben es versucht. Sie konnten aber nichts ausrichten. Wenn du es kannst, dann habe Mitleid. Hilf mir und meinem armen Kind.«

Jesus antwortete: »Du sagst, ‚wenn du es kannst‘. Du zweifelst also daran. Ich sage dir: Alles kann der, der glaubt, dass Gott retten und helfen kann.«

Da rief der Vater laut: »Jesus, ich glaube; hilf meinem Unglauben!«

Die Klage war wie ein Schrei der Verzweiflung und doch auch ein Gebet. Jesus freute sich über die Ehrlichkeit des Vaters und über seinen Wunsch, Gott zu vertrauen.

Wie tot lag der Junge nach seinem letzten Anfall da. Da ging Jesus zu ihm hin, berührte ihn und sagte: »Du böser Geist, der dieses Kind so gefangen hält und grausam herumreißt, verlasse ihn und komm nicht wieder zurück.«

Jesus nahm den Jungen bei der Hand und richtete ihn ganz behutsam auf. Alle sahen, dass der Junge jetzt aufrecht stehen konnte. Ja, der Junge fing sogar an, fröhlich zu lachen. Er schien geheilt.

Die Jünger staunten, und fragten sich: „War unser Glaube so klein? Wieso konnten wir den Jungen nicht heilen?

  • Autor: Daniel Müller