Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum ThemaFür Josef wiegt seine Liebe zu Benjamin schwerer als seine Verletzungen und Enttäuschungen. Hinzu kommt, dass Josef in seinem Glauben einen Sinn für die Vergangenheit gefunden hat: Gott hat den Weg geführt – und er macht auch Versöhnung möglich.
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeWie ein Fest nach langer Trauer
(KuS 542, EGplus 135, HuT 300);
Geht einer auf den andern zu (KKH 42);
Hab keine Angst (LHE 359)
Gott, manche Kinder machen es mir schwer:
Sie sind gemein.
Manche Erwachsenen machen es mir schwer:
Sie sind ungerecht.
Es gibt Menschen, die mag ich einfach nicht.
Hilf mir, dass ich nicht auch
gemein und ungerecht bin.
Hilf mir, dass ich Hilfe finde.
Hilf mir, dass ich Entschuldigungen
annehmen kann, wenn es geht.
Darum bitte ich dich. Amen.
(Immer zwei Kinder stellen sich zusammen.)
Mitarbeiter*in: Leg dem anderen Kind sanft die Hände auf den Kopf.
Gott schenke dir gute Gedanken des Friedens und der Versöhnung.
Leg die Hände auf die Schultern.
Gott sei dir nah, so dass du ihn spüren und ihm vertrauen kannst.
Leg die Hände auf beide Seiten der Oberarme.
Gott mache dich stark, voller Vertrauen und Hoffnung.
(Rollen tauschen und für das zweite Kind wiederholen)
Kreative Umsetzung der GeschichteEin blaues Tuch wird ausgebreitet. Die Kinder assoziieren frei, was ihnen dazu einfällt. Ein Teammitglied verbindet die Ideen mit dem Thema Versöhnung/Vergebung. Zum Beispiel:
Das Teammitglied schließt: »Blau ist in der Kirche auch oft die Farbe des Vertrauens und des Glaubens. Josef vertraut fest darauf, dass Gott für ein gutes Ende sorgen wird. Ob die Brüder das auch schon glauben können?«
Nun wird ein grünes Tuch neben das blaue gelegt. Die Kinder assoziieren wieder frei und ein Teammitglied schlägt den Bogen. Zum Beispiel:
Das Teammitglied schließt: »Grün, so sagen viele, ist auch die Farbe der Hoffnung. Nach dem ganzen Streit hoffen alle auf Versöhnung. Hoffentlich wird die Hoffnung nicht enttäuscht.
Die Farben Blau und Grün einweben. (Siehe hierzu Heft 2-2026)
Erzählung für JüngereBild 1
(= Bild vom vergangenen Sonntag)

Erinnert ihr euch? Was war in Ägypten passiert? (Ggf. ergänzen)
Bild 2

Josef war immer noch Berater in Ägypten. Simeon war immer noch im Gefängnis (schwarzes Tuch mit Simeon neben Josef). Und bei den Brüdern zu Hause war immer noch Hunger.
Jakob sagt zu seinen Söhnen: »Geht noch einmal nach Ägypten und kauft Korn für uns.« Da sagt einer der Brüder: »Nur, wenn Benjamin diesmal mit uns geht« (ersten Kegel an Tuchrand stellen). Aber Jakob antwortet: »Nein.«
Da sagt ein anderer Bruder: »Aber es muss sein« (zweiten Kegel an den Rand stellen). Jakob will nicht. Der dritte sagt: »Ohne Benjamin geht es nicht« (dritter Kegel). Der vierte: »Das will der feine Herr in Ägypten so« (vierter Kegel). »Genau. Ohne Benjamin dürfen wir nicht wiederkommen!« (fünfter Kegel). Der Vater weint: »Ich habe Josef verloren und Simeon – ich will nicht auch noch Benjamin verlieren!« Der sechste Bruder sagt: »Wir werden gut auf ihn aufpassen« (sechster Kegel). »Wir werden Benjamin wieder mit nach Hause bringen« (siebter Kegel). »Ja, wir kommen mit Korn und allen Brüdern zurück« (achter Kegel). »Bitte gib uns Benjamin mit« (neunter Kegel).
»Gut«, sagt Jakob endlich, »versprecht mir, dass ihr gut auf Benjamin achtet!«
Die Brüder versprechen: »Wir werden sehr auf ihn aufpassen.« (Eine kleine Kegelfigur vorsichtig im Kreis herumgeben. Jedes Kind kann sagen: »Wir passen sehr gut auf.« Anschließend diesen Kegel an Tuchrand stellen.)
So ziehen die Brüder los.
Bild 3

In Ägypten wollen sie Korn kaufen. Doch kaum sind sie angekommen, da bringen Soldaten sie in das Haus von Josef.
Die Brüder haben Angst! »Warum sind wir hier im Haus des feinen Herrn?«, fragt einer (einen Kegel auf graues Dreieck legen). »Ob er auf uns ärgerlich ist?« (zweiter Kegel auf graues Dreieck). »Will er uns vielleicht auch ins Gefängnis werfen?« (dritter Kegel). »Wird er uns zu seinen Dienern machen?« (vierter Kegel). »Und wo ist Simeon?« (fünfter Kegel).
Die Brüder haben große Angst. Was könnten sie noch denken? (Kinder antworten lassen und die weiteren Kegel stellen.)
Bild 4

Josef sieht seine Brüder wieder. Auch Benjamin. Da weint Josef. Er hat sie alle so sehr vermisst! Er ruft: »Ihr Brüder! Ich bin es!« (Chiffontuch von Joseffigur nehmen) »Erkennt ihr mich denn nicht? Ich bin Josef, euer Bruder!«
Da rennt Benjamin zu Josef (kleine Kegelfigur zu Josef stellen).
Beide weinen vor Freude (Muggelsteine in Herzform um die beiden legen).
Und die Brüder? Sie wissen nicht, was sie sagen sollen. Was denkt ihr, was sie wohl fühlen? (Kinder antworten lassen)
Bild 5

Josef sagt: »Kommt zu mir« (Brüder-
kegel kreisförmig um Josef und Benjamin stellen). Auch Simeon soll kommen (Simeonkegel von schwarzem Tuch in Kreis stellen, schwarzes Tuch entfernen). Wir gehören zuammen. Ich vergebe euch (blaues Tuch um alle Kegel legen). Und ich verspreche euch: Es wird alles gut, weil Gott es so will« (grüne Dreiecke legen).
(Fotos: Heidrun Viehweg)
Erzählung für Ältere»Nein, Benjamin, du darfst nicht gehen!« Johanna hat Tränen in den Augen. »Hast du denn vergessen, wie hart dieser feine Herr aus Ägypten war? Simeon ist schon bei ihm im Gefängnis. Und nun will er dich auch noch haben. Du darfst da nicht hin!« Benjamin schnürt sein Kleiderbündel zusammen und nimmt seine Schwester in die Arme. »Unsere Brüder werden auf mich aufpassen. Ich komme zurück. Wir alle kommen zurück. Mit Simeon. Und mit Korn. Versprochen!« – »Wie kannst du dir da nur so sicher sein?« – »Weil Gott mit uns geht. Er wird uns beschützen.« Benjamin küsst sie auf die Wange, dann geht er nach draußen.
Vor dem Zelt haben sich der Vater und die Brüder versammelt. Jakob segnet seine Söhne und dann sie ziehen sie in einer großen Karawane davon. Sie haben Geschenk für den feinen Herrn in Ägypten dabei. Und viel Geld.
Nach vielen Tagen kommen sie endlich in Ägypten an. Und dann erreichen sie auch die Stadt, in der der feiner Herr wohnt. Sie ist wunderschön! Benjamin schaut sich staunend um. Fast vergisst er, warum sie hier sind. Alles ist hier groß und so sauber. Hier scheint niemand Hunger zu haben oder Durst. Dieser feine Herr, von dem die Brüder erzählt haben, muss ein guter Verwalter sein.
»Da sind die riesigen Kornkammern«, sagt Ruben und steigt von seinem Esel. »Wartet hier.« Ruben verschwindet im Haus daneben. Wenig später kommt er zitternd wieder heraus. Er wird von einem Trupp Soldaten begleitet. »Folgt uns!«, sagen die Soldaten. Nicht nur Benjamin hat Angst. Was ist geschehen?
Die Soldaten bringen die Brüder zu einem großen, schönen Haus. Dort führen sie sie in einen großen Saal. »Wartet hier«, sagen sie, »der Herr wird bald kommen.«
Als die Soldaten weg sind, reden alle durcheinander: »Was passiert hier?« – »Kommen wir jetzt alle ins Gefängnis?« – »Werden wir Sklaven des feinen Herrn?« – »Warum wurden wir eigentlich hierher gebracht?« Keiner weiß, was los ist, und alle haben Angst.
(Zu den Kindern) Wisst ihr denn, was los ist? Wir wissen ja, dass dieser feine Herr, vor dem die Brüder solche Angst haben, dass das Josef ist. Was meint ihr: Was hat Josef vor? Warum hat er die Brüder in sein Haus bringen lassen? (Kinder antworten)
Da geht die Tür geht auf, und Josef kommt herein. Immer noch so gekleidet, dass die Brüder ihn nicht erkennen. Jetzt wird es spannend. Was wird geschehen?
»Herr«, stammelt Ruben, »wir bringen euch Geschenke von unserem Vater.« – »Lebt er noch?«, fragt der feine Herr. »Ja«, antwortet Ruben stotternd, »er lebt. Und er schickt euch Geschenke und Geld. Letztes Mal muss es wohl ein Versehen gegeben haben, denn als wir zu Hause ankamen, haben wir das ganze Geld, das wir für das Korn bezahlt haben, in unseren Kornsäcken gefunden. Das war aber nicht unsere Schuld! Wirklich nicht, Herr. Wir …« – »Und das hier«, unterbricht ihn der feine Herr und deutet auf Benjamin, »ist wohl euer jüngster Bruder.« Benjamin sieht, wie der Herr auf ihn zukommt, ihm eine Hand auf die Schulter legt und ihn anschaut.
Benjamin braucht einen Augenblick, um dessen Blick zu erwidern, denn auch er hat Angst. Doch Benjamin ist sich nicht sicher, ob er richtig sieht. Weint der feine Herr etwa? Benjamin versteht gar nichts mehr.
Endlich sagt Ruben: »Ja, Herr, das ist unser Bruder Benjamin.« Da geht der feine Herr eilig und ohne ein Wort zu sagen hinaus.
»Was bedeutet das alles«, fragt Benjamin und schaut seine Brüder an. »Warum hat er mich so angeschaut? Und warum ist er dann verschwunden? Und was ist mit Simeon?« – »Das wird nicht gut ausgehen«, murmelt Ruben. Doch alle haben es gehört. Und Benjamin hat Angst. Große Angst.
Plötzlich wird die Tür aufgerissen. Benjamin ist sich sicher: Jetzt stürmen Soldaten herein und nehmen sie mit.
Doch es ist der feine Herr. Er stürzt auf Benjamin zu, schließt ihn in die Arme und weint herzzerreißend. Schließlich sagt er: »Ich bin es! Ich bin Josef, euer Bruder!«
Josef? Benjamin kann es nicht glauben. Die Kleidung ist so ganz anders als bei ihnen zu Hause. Das Gesicht schon alt.Benjamin kann sich nicht mehr wirklich an seinen Bruder Josef erinnern … aber etwas sagt ihm, dass dieser Mann die Wahrheit sagt. Auch Benjamin weint. Josef lebt. Gott sei Dank!
»Brüder, ich bin es wirklich«, wendet sich Josef nun auch wieder an die anderen. »Ich bin so froh, euch wiederzusehen! Kommt, ich will jeden einzelnen von euch umarmen. Und ich will, dass ihr unseren Vater hierher nach Ägypten holt. Und alle anderen auch! Bringt die ganze große Familie her. Ach, ich bin so glücklich!«
Benjamin und Josef weinen vor Glück. Und die Brüder? Sie wissen nicht, was sie fühlen sollen. Denn sie wissen noch genau, was sie damals mit Josef gemacht haben.
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das ThemaWenn die Kinder sich an der Versöhnung freuen, sollten sich alle Erwachsenen mitfreuen. Wenn die Kinder zweifeln, ob das wirklich »so schnell« gehen kann (denn für sie sind ja nicht mehrere Jahre vergangen, sondern nur weniger Wochen) sollten wir ihren Zweifel ernst nehmen und auch so stehenlassen. Wichtig ist in jedem Fall die Zusage: Gottes Liebe ist größer als aller Streit. Das ist wirklich wunderbar!
Liturgische ElementeHinneh ma tov
(LHE 269, HuT 263, LJ 472, EGplus 85);
Wo die Liebe wohnt, blüht das Leben auf
(LHE 222);
Wie ein Fest nach langer Trauer
(KuS 542, EGplus 135, HuT 300);
Unter uns, Gott, bricht sich der Friede Bahn (LHE 292);
Wo Menschen sich vergessen
(KuS 506, Wwdl 93, HuT 332, EGplus 75);
Halte zu mir, guter Gott (vor allem Strophe 2; KuS 456, KKL 328, EGplus 146, MKL1 52)
Für den fröhlichen Abschluss dieser Reihe:
Alle Kinder stehen im Kreis.
Gott, dessen Gegenwart allen Streit besiegen kann,
lasse seine Liebe auf dich regnen.
(eine Hand Konfetti werfen)
Jesus, der als Bruder an deiner Seite steht,
lasse seine Liebe auf dich regnen.
(eine zweite Hand Konfetti werfen)
Die Kraft des Heiligen Geistes, die Mut zur Versöhnung schenkt,
lasse ihre Liebe auf dich regnen.
(eine dritte Hand Konfetti werfen)
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Farben Rot und Gelb einweben. (Siehe hierzu Heft 2-2026)
Vor allem die Jüngeren können nach der Geschichte schnell assoziieren: Das Rot steht für die Liebe, die gewonnen hat gegen allen Streit und alle Verletzung. Das Gelb steht für Gott, dessen Gegenwart alles zu einem guten Ende geführt hat.
Mit älteren Kindern/(Vor-)Konfirmand*innen kann am Ende der Einheit noch dieser wunderschöne Vergleich verwendt werden: Das Leben gibt uns helle und dunkle Zeiten, aber wir sind zu allen Zeiten gehalten von Gottes Gegenwart. Gott ist wie ein Rahmen, der unser Leben von allen Seiten umschließt und hält.
An diesem Sonntag muss auch unbedingt ausgiebig ein Freudenfest der versöhnten Familie gefeiert werden: Es gibt leckere Kleinigkeiten und Tanz. Besonders gut eignet sich dazu der »Jerusalema«-Tanz (ein Lied in Zulu, das den Frieden und die Liebe im himmlischen Jerusalem besingt): Voller Energie kann man dazu tanzen; gerne in der kraftvollen Originalchoreografie (siehe Internet) oder im freien Tanz.
Sehr schön ist es, wenn die Mitarbeitenden jedem Kind zum Abschluss einen »Sack voller Kostbarkeiten« mitgeben: kleine Beutelchen, die gefüllt sind mit bunten Muggelsteinen aus der Geschichte oder Süßigkeiten vom Fest oder beidem.
Erzählung für JüngereBild 1

Josef war in Ägypten (Josefkegel in die Mitte der Decke stellen, gelbes Dreieck hinter Josef legen). Und Gott war ihm immer nah (brennende Kerze dazustellen).
Josef schickt seine Brüder los: »Los, geht nach Hause! Holt unseren Vater Jakob und die ganze Familie. Alle sollen hierher nach Ägypten kommen. Ich will für euch sorgen.« (Kindern nacheinander je einen der 11 Brüderkegel geben und jeweils sagen: »Los, geh nach Hause! Hol Vater her!«)
Und Josef gibt ihnen Reichtümer mit – sehr viele! Kisten voll mit wunderschönen Dingen und Essen und Kostbarkeiten. Was meint ihr: Was wird da wohl alles dabeigewesen sein? (Kinder antworten lassen; bei jeder Antwort einige Muggelsteine oder Holzplättchen o. ä. geben.)
Bild 2

Und so kommen die Brüder zu Hause an. Sie rufen: »Vater, schau! Wir haben Kostbarkeiten, Reichtümer dabei!« (Kind legt Muggelsteine/Holzplättchen an den Rand des Tuches und stellt den Kegel dazu. Dazu nennt er eines der eben gesammelten Reichtümer. Das so lange machen, bis alle 11 Brüderkegel mit Muggelsteinen am Rand stehen).
Die Brüder sind ganz aufgeregt, als sie weitersprechen: »Vater, der feine Herr dort in Ägypten – das ist unser Bruder Josef!« – »Nein«, sagt Jakob und schaut traurig, »das kann nicht sein, Josef ist tot.« – »Es ist unser Bruder, dein Sohn. Es ist Josef. Und er lädt uns ein, zu ihm zu kommen.« – »Josef lebt?« Jakob kann es kaum glauben. »Wie kann das sein?«
(Stille Post: Dem ersten Kind ins Ohr flüstern: »Das war Gott.« Danach reihum immer weitersagen. Das letzte Kind sagt es laut:) Das war Gott!
Bild 3

Jakob will sofort los. Er will Josef sehen.Und sie ziehen los. Den weiten Weg. Zurück zu Josef. (Einen Kegel nach dem anderen um Josef stellen.) Und Jakob ist dabei (einen letzten Kegel nah zu Josef stellen).
Bild 4

Und nun ist alles gut. Alles ist gut.
Sie sind zusammen, niemand ist allein. Niemand hat Hunger. Und niemand ist mehr böse auf den anderen. Wie gefällt euch das? (Antworten der Kinder sammeln, nicht bewerten.)
Ein richtiges kleines Wunder ist da geschehen. Willst du wissen, wie es möglich war, dass alle sich versöhnen?
(Erneut Stille Post: »Das war Gott.« Letztes Kind sagt laut:) Das war Gott!
Ja, Gott war immer nah.
(Eine dritte Runde Stille Post: »Das war Liebe.« Letztes Kind sagt laut:) Das war Liebe!
Ja, das war Liebe. Sie war stärker als aller Streit und alle Verletzung. Sie war wertvoller als alle Reichtümer.
(Die Kinder einladen, mit den Plättchen ein großes Herz um die Figuren zu legen)
So erzählt die Bibel von Josef und seinen Brüdern: Am Ende war alles gut. Kein Streit. Kein Ärger. Genug für alle. Die Liebe hat gewonnen. Und Gott war immer nah.
Erzählung für ÄltereJohanna hört im Schlaf Musik. Sie lächelt. Im Traum sieht sie, wie ihr Bruder Benjamin zusammen mit den anderen Brüdern wieder nach Hause kommt. Mit viel Korn, damit sie endlich wieder Brot backen können. Was für ein schöner Traum!
Plötzlich setzt sich Johanna in ihrem Lager auf. Sie ist wach. Sie träumt nicht mehr. Aber diese Musik ist immer noch da. Sie geht aus dem Zelt und sucht den Horizont ab. Woher kommt nur diese Musik? Und da sieht sie etwas: Eine große Staubwolke nähert sich dem Lager. Und je länger Johanna hinschaut, desto deutlicher erkennt sie es: Da kommt eine Karawane. »Wacht auf!«, ruft sie. »Wacht alle schnell auf! Da kommt eine Karawane!« – »Sei ruhig, Joahanna. Es ist immer noch Dürre, im ganzen Land herrscht Hunger und in den Nachbarländern ebenso. Es gibt schon lange keine Karawanen mehr.« – »Schau doch! Schaut da drüben. Und hört doch: Es ist sogar eine Karawane mit Musik.«
Das Lager erwacht. Alle stehen staunend vor den Zelten. Tatsächlich: Es nähert sich ein großer Zug von Kamelen und Eseln und Wagen. Gut gekleidete Herren begleiten den Zug und Musikanten. Die Tiere sind beladen mit großen Paketen.
»Komm wieder ins Zelt, Johanna«, zischt eine der älteren Frauen. »Du weißt genau, dass wir kein Geld haben, um von diesen reichen Kaufleuten etwas zu kaufen. Weiß Gott, woher ihr Reichtum kommt, doch wir werden nicht Teil daran haben.«
Plötzlich löst sich einer der Reiter aus der Karawane und galoppiert auf Johanna zu. Sie wundert sich – schaut – und schlägt sich die Hand vor den Mund. Kann das sein? Das kann doch nicht sein! Dieser feine Herr dort mit dem kostbaren Gewand, das ist ihr Bruder Benjamin!
»Johanna! Johanna, wir sind wieder da!« Benjamin sitzt ab und rennt ihr entgegen, nimmt sie fest in die Arme und weint vor Freude.
»Benjamin«, stottert Johanna, »was ist denn geschehen? Woher dieser ganze Reichtum?« – »Von Josef«, lächelt Benjamin. »Josef?« Johanna kann es nicht glauben. Josef, der Bruder, der von den anderen verkauft wurde? Der Bruder, von dem Vater Jakob denkt, dass er schon lange tot ist? Wie kann denn Josef …?
»Josef ist nicht tot«, Benjamin schaut ihr fest in die Augen. »Josef lebt. Denk nur: Er ist der feine Herr, der in Ägypten all die Reichtümer des Pharaos verwaltet. Und er will, dass wir zu ihm kommen. Wir alle!« – »Zu ihm kommen? Wohin denn?« – »Nach Ägypten! Wir alle, Vater und du und alle unsere Geschwister mit ihren Familien. Wir dürfen zu Josef gehen und in Ägypten wohnen. Du wirst auch wunderbare Kleider bekommen. Und Essen, Johanna, so viel Essen! Es wird uns allen gut gehen. Josef wird für uns sorgen!« – »Aber – wie kann das denn sein?« – »Das war Gottes Plan. Unsere Brüder haben Josef verkauft, weil sie ihn los sein wollten. Sie waren so eifersüchtig auf ihn. Aber Gott wollte, dass Josef nach Ägypten kommt, um jetzt für uns alle zu sorgen.«
Johanna ist sprachlos. »Wie kann Josef verzeihen, was die Brüder ihm angetan haben?« Johanna kann nicht glauben, dass Josef so ein großes Herz hat. Dass er so viel verzeihen kann. Und dass es für ihre Familie gut ausgehen kann.
Schon bald danach bricht das ganze Lager auf. Vater Jakob hat es so beschlossen: Sie ziehen alle nach Ägypten.
Jeden Tag beruhigt Benjamin seine Schwester Johanna. Er sagt: »Alles wird gut.« Doch Johanna hat nach wie vor Angst. Sie kann einfach nicht glauben, dass Josef wirklich alles verzeihen konnte.
17 lange Jahre vergehen. Johanna ist erwachsen. Sie hat eine eigene Familie. Und dann passiert es: Jakob, der Vater, stirbt. Alle weinen, trösten sich, nehmen sich in den Arm. Johanna ist traurig – und die alte Angst ist wieder da: »Jetzt, wo Vater tot ist, wird Josef doch noch Rache nehmen«, flüstert sie Ruben zu. »Ich glaube immer noch nicht, dass er euch Brüdern verziehen hat.« Ruben steht auf. »Ich werde zu Josef gehen«, sagt er. »Ich komme mit«, sagt Johanna. »Ich komme ebenfalls mit«, sagt Benjamin.
Als sie vor Josef stehen, fällt Ruben zu Boden. »Josef, unser Vater ist tot. Bitte, hab weiterhin Erbarmen mit uns. Wir hoffen, du hast uns wirklich verziehen, was wir dir Böses getan haben. Bitte, übe keine Rache an uns, jetzt, wo Vater tot ist. Bestimmt hätte er das nicht gewollt.«
Josef steht auf: »Ich habe euch verziehen. Schon vor langer Zeit. Wir sind hier, weil Gott auf uns aufpasst. Habt keine Angst. Jetzt nicht und auch später nicht.« Josef nimmt Ruben in die Arme.
Johanna fällt Benjamin in die Arme. »Ich habe es dir gesagt«, flüstert Benjamin. »Josef hat ein großes Herz und einen großen Glauben!« – »Ich konnte es nicht glauben«, flüstert Johanna glücklich. »Aber jetzt endlich glaube ich es doch. Wie schön. Alles ist gut. Traumhaft schön!«

© Adobe Stock Photos/ehrenberg-bilder/22615209
Hören und Handeln gehören zusammen. Im Gleichnis vom Hausbau liegt der Fokus auf dem Hören auf Gottes Wort (1. Sonntag). Im Gleichnis von den ungleichen Brüdern (3. Sonntag) liegt der Fokus auf dem Handeln. Die Einheit vom 2. Sonntag der Reihe konzentriert sich auf »Die Goldene Regel«, die beides zusammenführt. Aus dem Hören folgt das Handeln am Nächsten. Es geht in dieser Reihe darum, die Nächstenliebe konkret werden zu lassen und nicht nur darüber zu sprechen.
Liebe ist nicht nur ein Wort
(KuS 442, HuT 348);
Gib uns Ohren, die hören
(KuS 496, KKL 251, Wwdl 42);
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
(KuS 246, KKL 139, Wwdl 147, HuT 154);
Weltveränderer/Das braucht unsre Welt
(Feiert Jesus! Kids 119)
Kehrvers: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht … (KuS 246, evtl. gesungen)
Gott, manchmal fällt es mir schwer,
auf dein Wort zu hören.
Ich verstehe nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, wie ich es anfangen soll.
Ich weiß nicht, ob es richtig ist, was ich tue.
Kehrvers
Gott, du versprichst, dass du bei mir bist.
Dein Wort zeigt mir, was ich tun soll.
Ich vertraue darauf, dass du mir hilfst.
Dein Wort stellt meine Füße auf festen Boden.
Kehrvers
Gott, du machst mir Mut.
Dein Wort gibt mir Kraft.
Danke, dass du mir zeigst,
wie ich anderen helfen kann.
Danke, dass du zu mir sprichst.
Kehrvers
Gott, du bist bei mir,
(Hände nach oben strecken und seitlich in einem Bogen nach unten führen)
Gott, du bist in mir,
(Hände vor der Brust überkreuzen)
Gott, du gibst mir festen Stand.
(Mit den Füßen fest auftreten)
Gott, dein Segen hält mich.
(Die Nachbarn an den Händen fassen) Amen.
Über alle drei Sonntage hinweg entsteht ein Boden- oder Wandbild, das mit Symbolen umgesetzt wird:
1. Sonntag: Hören auf das Wort Gottes: Bilder von Ohren, Bibel, Sprechblasen, Menschen (die zuhören).
2. Sonntag: Ich möchte …/Ich möchte nicht …: Überlegen und aufschreiben, malen, wie die Goldene Regel im Leben der Kinder umgesetzt werden soll.
3. Sonntag: Handeln nach Gottes Wort ist wichtiger, als nur darüber zu reden: Wie kann ich das umsetzen (in meiner Familie, in unserer Gemeinde)?
Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Projekt (z. B. Besuch/Aktion im örtlichen Seniorenheim), wo einmal ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert wird? Oder wir als Kindergottesdienstgruppe helfen älteren Gemeindegliedern bei etwas, das ihnen schwerfällt. Wir laden Kinder aus der Asylbewerberunterkunft zu einem gemeinsamen Spielenachmittag ein.

Die Friedenskreuz-Anstecknadel enthält alle Symbole des gleichnamigen Legekreuzes aus Holz: Krone, Stern, Brot, Haus, Taube, Wasser und Wein(-Krug) und nimmt damit verschiedene Geschichten von Jesus auf. Sie alle wollen ermutigen, in seinen Fußspuren zu gehen und die Anderen zu achten und wertzuschätzen. Die Anstecknadel fasst folglich viele Inhalte dieser Reihe zusammen. € 3,80
(ab 10 Ex. je € 3,60; ab 25 Ex. je € 3,50);
Best.-Nr.: 1164

Das Mitmachheft im Kindergottesdienst
»Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.« Oder wie es in der Bibel bei Matthäus positiv heißt: »Behandle andere so, wie du behandelt werden möchtest. « Mir gefällt die zweite Formulierung deutlich besser. Denn nicht, weil ich Angst habe, schlecht behandelt zu werden, gehe ich mit anderen gut um. Sondern ich behandle andere gut, weil ich spüre: Was mir guttut, sollen andere auch durch mich erleben. Eine »Goldene Regel« fürs Leben.

Tun, was Jesus sagt – Das Gleichnis vom Hausbau
Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun … – Die Goldene Regel
Sagen oder Tun? Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen
Tun, was Jesu sagt – Das Gleichnis vom Hausbau
Sagen oder Tun? Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen
Zugänge für den VorbereitungskreisGespräch anhand folgender Fragen:
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das ThemaWas trägt die Kinder in diesen Situationen? Was hilft ihnen? Was gibt ihnen Halt? Wer gibt ihnen Halt?
Liturgische ElementeBau nicht dein Haus auf den losen Sand
(KuS 446, HuT 278, Einfach Spitze 132)
Guter Gott,
danke, dass du da bist.
Danke, dass du mich begleitest.
Auch wenn es mir nicht gut geht,
weil ich traurig bin.
Oder weil ich mich mit meiner Freundin gestritten habe.
Du bist bei mir.
Auf dich kann ich mich verlassen.
Du gibst mir festen Halt.
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteAus Bierdeckeln, Dominosteinen oder Holzstäbchen auf verschiedenem Untergrund: Sand (trocken, nass), Stein, Tisch, Tennisbällen, auf denen ein Brett liegt, Murmeln.
Was gibt Festigkeit, Stabilität? Was Sicherheit? Kann auch als Einstieg in die Geschichte gemacht werden, falls es nicht zu unruhig wird, wenn die Häuser einstürzen.
Plastikwanne/große Schüssel zur Hälfte mit Sand befüllen, der zu einem Berg aufgeschichtet wird. Ein Häuschen aus Holz oder Legosteinen draufstellen. Mit einer Gießkanne Wasser regnen lassen (erst sanft, dann kräftiger). Abwarten, was passiert. Danach das ganze mit Steinen, die in einer Kiste aufgeschichtet sind, wiederholen. Vielleicht gibt es in der Nähe einen Spielplatz mit großem Sandkasten, oder der Gottesdienst findet an diesem Sonntag sowieso im Freien statt, dann kann das Ganze natürlich noch mit Spielzeugbagger, Schaufeln in etwas größerer Dimension gebaut werden.
Material: Teller, feuchter Sand, Haus, Messer
Sandberg auf Teller setzen, das Haus oben drauf. Reihum mit dem Messer Stücke vom Sandberg abschneiden. Ziel: Haus soll möglichst stehen bleiben. Bei wem stürzt es ein? Kann auch in mehreren Gruppen parallel gespielt werden.
Steine beschriften mit dem Namen »Jesus«, der ein fester Grund in unserem Leben ist und uns trägt.
Leeres (Marmeladen-)Glas, beschrifteten Stein hineinlegen, darauf ein Holz aus Papier ausgeschnitten kleben oder ein Stück Holz (Würfel, Latte) als Haus bemalen und hineinstellen (als Erinnerung an Gottesdienst mitnehmen).
Material: Blankopostkarten, Flüssigkleber oder Leim, gefärbter feiner Sand
Mit dem Kleber ein Haus auf die Postkarte malen, dann auf den noch flüssigen Kleber den Sand streuen, warten bis alles trocken ist und den überschüssigen Sand abschütteln.
Filz-Kreise
Für Legebilder
Ein häufig vorkommendes Utensil bei
Bodenbildern sind Kreise.
Dieses Set enthält 20 Kreise in fünf Farben. Von jeder Farbe gibt es jeweils vier Kreise: gelb, rot, braun, königsblau, grün.
€ 16,20; Best.-Nr.: 1785
Erzählung für JüngereMaterial: Schale mit Steinen und eine mit Sand, Häuser aus Holz oder Lego, Gießkanne mit Wasser
Jesus ist mit seinen Jüngerinnen und Jüngern unterwegs. Er steigt auf einen Berg. Viele Menschen kommen und wollen Jesus sehen und ihm zuhören. Seine Geschichten sind spannend. Er erzählt von Gott und den Menschen. Er erzählt so, dass die Leute ihn verstehen. Und wenn sie ihn nicht verstehen, dann fragen sie ihn. Und Jesus erklärt ihnen, was er meint. Oft nimmt Jesus ein Bild zu Hilfe. Kein gemaltes Bild, sondern eines, das in den Köpfen der Menschen entsteht. Er vergleicht das, was er sagt, mit Erlebnissen. Mit Ereignissen aus dem Alltag. So können seine Freundinnen und Freunde, aber auch die, die extra gekommen sind, sich gut vorstellen, was Jesus meint. Viele Menschen sind da. Jesus hat ihnen schon viel erzählt. Se haben gemeinsam gelacht und gerätselt und sich unterhalten. Sie sind noch immer gespannt, was Jesus als nächstes sagt.
Jesus erzählt den Menschen folgende Geschichte:
»Zwei Männer wollten ein Haus bauen. Der erste war ein kluger Bauherr. Er plante alles sorgfältig. Und nahm sich genügend Zeit dafür. Er suchte lange nach einem guten Platz für sein Haus. Endlich hatte er ihn gefunden.
(Schale mit Steinen füllen)
Er wollte sein Haus auf einen Felsen bauen. Der Boden war hart. Der Felsen hielt einiges aus. Dann ging er und kaufte das Baumaterial: Holz, Steine, Lehm. Er baute sein Haus. Und als es fertig war, zog er mit seiner Familie in das Haus. Sie freuten sich, dass es so gut gebaut war.
(Haus auf die Steine stellen)
Plötzlich wurde es dunkel, Wolken verdeckten die Sonne und es fing an zu regnen. Erst ganz leicht. Einzelne Tropfen. Dann wurde der Regen aber immer stärker.
(Wasser auf das Haus und den »Felsen« gießen; erst wenig, dann immer mehr.)
Die Menschen im Haus waren froh, dass sie im Trockenen saßen. Es war warm und von dem anziehenden Sturm merkten sie nichts. Sie hörten den Wind und Regen zwar, aber drinnen war nichts zu spüren. Das Haus war fest gebaut.«
Jesus sagte zu seinen Zuhörerinnen und Zuhörern: »Der Mann war ein kluger Bauherr. Er hat sich gut überlegt, wohin er sein Haus baut. Genauso ist es mit den Menschen, die so leben, wie ich es ihnen gezeigt habe. Sie sind auch klug und sicher, wie in einem Haus auf dem Felsen, dem Regen und Sturm nichts anhaben können.«
Jesus erzählt weiter: »Da gab es noch einen zweiten Mann. Auch er wollte sich ein Haus bauen.
(Schale mit Sand)
Aber es sollte schnell gehen. Er nahm sich nicht die Zeit, um nach einem guten Platz zu suchen. Er baute sein Haus auf ein Stück Land, das ganz sandig war.
(Haus auf den Sand stellen)
Das Haus sah toll aus. Der Mann freute sich und zog ein. Aber als es anfing zu regnen und ein Sturm aufkam, da stürzte das Haus ein. Es hatte keinen Halt auf dem Sand. Das Wasser spülte den Boden unter dem Haus weg.
(Wasser auf das Haus und den »Felsen« gießen; erst wenig, dann immer mehr.)
Der Mann stand draußen. Traurig, enttäuscht. Er hatte sich so über sein neues Haus gefreut. Und jetzt war alles kaputt!«
Jesus sagte zu den Menschen, die ihm zuhörten: »Dieser Mann war kein kluger Bauherr. Er hat nicht den richtigen Platz gesucht. Er hat auf Sand gebaut. Das ist ein Bild für die Menschen, die nicht so leben, wie ich es ihnen gezeigt habe. Sie leben in einem Haus, das auf Sand gebaut ist und vom Regen weggespült wird.«
Die Jüngerinnen und Jünger Jesu und alle anderen, die dabei waren, wurden sehr nachdenklich. Lange sagte niemand etwas. Dann redeten sie leise miteinander. Wie können wir so leben, dass wir wie ein Haus auf dem Felsen ganz festen Boden unter den Füßen haben? Und dann erinnern sie sich an andere Geschichten, die Jesus ihnen erzählt hat. Von Menschen, die freundlich zu anderen waren. Von Menschen, die ihr Essen mit anderen geteilt haben. Und von Menschen, die sich für andere Zeit genommen haben. Und sie wussten jetzt, was Jesus meint.
Filz-Wolken
Für Legebilder
Auch dieses Filz-Wolken-Set wird immer wieder zum Einsatz kommen:
10er-Set € 8,10; Best.-Nr.: 1751
Erzählung für ÄltereJesus erzählt folgende Geschichte: »Stell dir zwei Baumeister vor. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine, Jonas, hat immer einen Plan in der Tasche, der andere, Benjamin, legt am liebsten sofort los, ohne lange nachzudenken.
Beide wollen ein Haus bauen. Jonas sucht lange nach dem idealen Platz. Als er ihn gefunden hat, zeichnet er einen Bauplan, trägt das ganze Werkzeug, das er zum Hausbau braucht, heran. Er prüft den Boden, und als er auf einen großen grauen Stein stößt, weiß er, dass er genau da bauen muss. ›Das ist ein guter Platz‹, sagt er. Es ist anstrengend, Löcher in den Felsen zu bohren, um die Balken dort zu verankern. Er braucht viel Zeit dafür. Die Leute aus seinem Dorf schütteln den Kopf: ›Jonas, warum machst du dir so viel Arbeit? Unten im Tal ist es doch viel einfacher, ein Haus zu bauen.‹
Unten im Tal baut nämlich Benjamin sein Haus. Direkt am Fluss, im weichen Sand. ›Während Jonas noch Löcher in Steine klopft, steht mein Haus schon fast!‹, ruft er den anderen zu. Das Haus steht in Rekordzeit! Wenn Benjamin aus dem Haus schaut, sieht er direkt auf den Fluss. ›Was für ein toller Ausblick‹, denkt er.
Nach vielen Monaten ist Jonas endlich auch fertig mit seinem Haus. Es ist kleiner und einfacher gebaut, aber dafür steht es fest auf dem Boden.
Beide freuen sich an ihren Häusern.
Doch dann ändert sich das Wetter. Der Himmel wird dunkel, Regenwolken ziehen auf. Blitze und Donner kommen dazu. Der Regen wird immer stärker. Dann kommt noch Wind auf. Ein Sturm tobt über das Dorf.
Der Wind drückt gegen das Haus von Jonas. Aber im Haus ist er geschützt. Das Haus zittert, aber es steht fest auf dem Felsen.
Unten im Tal, bei Benjamin, sieht es anders aus. Das Wasser steigt. Der Fluss tritt über die Ufer und wird zum reißenden Strom. Der Sturm rüttelt an den Hauswänden. Der Sand unter dem Haus wird weggespült und reißt das Haus mit sich. Benjamin rettet sich schnell aus dem Haus. Von dem Haus blieben nur ein paar Bretter übrig.«
Jetzt sind die Zuhörerinnen und Zuhörer gespannt, ob Jesus noch etwas zu der Geschichte sagt. Fragend sehen sie ihn an. Da sagt Jesus: »Der Fels ist wie das, was ich euch sage. Wenn ihr nach meinen Worten lebt, ist das so, wie wenn ihr ein Haus auf Felsen baut. Es ist ein fester Boden, auf dem kein Haus zusammenfällt. Auch wenn es schwierig wird, wenn es stürmt oder wenn ihr Angst habt, dann halten euch meine Worte fest.«
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das ThemaLiebe ist nicht nur ein Wort (KuS 442, HuT 348);
Goldene Regel (Reinhard Horn: Aufeinander zugehen – gemeinsam Schätze teilen; KONTAKTE Musikverlag)
Guter Gott,
lass mich sehen, hören und fühlen,
was meine Mitmenschen brauchen.
Zeige mir, wie ich ihnen helfen kann.
Lass mich das, was mir selbst guttut,
an andere weitergeben.
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Kinder sagen nacheinander etwas Nettes über ihre Sitznachbarn. Und hören von einem anderen Kind etwas Nettes.
Papiertüten oder kleine Schachteln dekorieren (bemalen, bedrucken, bekleben …). Zettel mit Ideen für »gute Taten« beschriften und jemandem eine »gute Tat« schenken.
aus lufthärtender Modelliermasse ausstechen, Loch für Kordel durchstechen, trocknen lassen, dann anmalen. Herz auf Kordel fädeln. Verschenken an jemandem, dem man etwas Gutes tun möchte.
N. Kamçılı-Yıldız/C. P. Sajak/G. Schlick-Bamberger
Kippa, Kelch, Koran
Mit religiösen Gegenständen Judentum, Christentum und Islam erschließen
Wer noch mehr über Einigendes (wie auch Unterschiede) in den abrahamitischen Religionen erfahren und darüber mit Kindern ab 6 Jahren ins Gespräch kommen möchte, findet in dieser Arbeitsmappe (DIN A4) umfangreiches Material:
€ 25,00; Best.-Nr.: 3809
Siehe hierzu auch die Buchrezension in KIGO-Extra 2
Erzählung für JüngereMarie hatte Geburtstag. Sie ist 5 Jahre alt geworden. Von ihrer Oma hat sie ein Fahrrad geschenkt bekommen. Es ist rot. Rot ist Maries Lieblingsfarbe. Marie kann schon gut Fahrrad fahren. Heute darf sie allein zum Spielplatz fahren. Er ist nicht weit von ihrem Zuhause weg. Ihre Mutter geht zusammen mit Maries kleinem Bruder Tom zu Fuß. Tom ist erst zwei Jahre alt und kann noch nicht Fahrrad fahren. Tom freut sich, dass er mit Marie auf den Spielplatz kann.
Marie fährt bis zum Sandkasten. Da sitzt Lena, ein Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe. Lena hat nichts zum Spielen dabei. Jetzt sieht sie Marie mit ihrem Fahrrad und freut sich, dass Marie endlich kommt. »Marie«, ruft sie, »darf ich mal mit deinem Fahrrad fahren?« Marie hält an: »Nein«, sagt sie, »das ist ganz neu. Das habe ich zu meinem Geburtstag bekommen. Da darf niemand außer mir damit fahren!« Lena ist traurig. Sie wäre gerne mit dem Fahrrad gefahren. Nur eine kleine Runde.
Da ist Marie auch schon weitergefahren. Vom Sandkasten zum Kletterturm. Dort will sie als erstes hin. Sie wartet auf ihre Mutter und Tom. Aber es dauert, bis die beiden da sind. Tom kann wirklich noch nicht so schnell laufen. Da dreht Marie noch ein Runde. Sie will zurück am Sandkasten vorbei, aber da rutscht sie mit dem Vorderrad auf dem Sand aus und fällt hin. Gerade will sie anfangen zu weinen, da sieht sie Lena, die sich neben ihr herunterbeugt und ihr die Hand hinhält. Lena hilft ihr. Marie steht auf: »Danke, Lena«, sagt sie. »Hast du dich verletzt?«, fragt Lena, »Nein«, antwortet Marie.
Dann überlegt Marie und fragt Lena: »Warum hast du mir geholfen? Bist du nicht sauer auf mich, weil ich dich nicht mit meinem Fahrrad habe fahren lassen?« Lena sagt: »Erst war ich traurig, und als ich gesehen habe, dass du hingefallen bist, dachte ich zuerst: geschieht dir recht! Aber dann ist mir etwas eingefallen, was Jesus einmal gesagt hat.« Jetzt ist Marie neugierig: »Was hat er denn gesagt, dass du mir hilfst?« Lena überlegt kurz: »Jesus hat gesagt: ›Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.‹« – »Und deshalb hast du mir geholfen?«, fragt Marie nach. »Ja«, antwortet Lena, »ich dachte, wenn ich jetzt mit meinem Fahrrad hingefallen wäre, dann würde ich wollen, dass du mir hilfst.«
Darüber muss Marie erst einmal nachdenken. Doch gleich wird sie aus ihren Gedanken gerissen. »Marie, ist etwas passiert?«, fragt ihre Mutter besorgt. Sie ist gerade mit Tom am Sandkasten ankommt. »Nein, nur ein kleiner Unfall. Nicht schlimm. Lena hat mir geholfen.«
Marie dreht sich wieder zu Lena um: »Lena, möchtest du eine Runde mit meinem Fahrrad fahren? Ich möchte dich das machen lassen, was ich auch selbst gerne mache.« Lena strahlt übers ganze Gesicht. »Danke, Marie. Ich fahre ganz vorsichtig.«
Marie strahlt ebenfalls. Sie hat kapiert: Es macht viel mehr Spaß zusammen mit andern zu spielen.
H. Gruschka/S. Brandt
Mein Kamishibai
Das Praxisbuch zum Erzähltheater

Die überarbeitete Neuauflage dieses Praxisbuches bietet ausgearbeitete Projektvorschläge aus den Bereichen
€ 17,00; Best.-Nr.: 3285
Die Anderen
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

»Sind Wildschweine oder Hausschweine besser?« Die Antwort darauf soll ein Wettkampf bringen – bei dem dann ein Vorurteil nach dem anderen abhanden kommt.
Die 12 stabilen DIN-A3-Bildkarten, von Constanze Schargan illustriert, enthalten eine ausgearbeitete Textvorlage.
€ 18,00; Best.-Nr.: 3411
Erzählung für ÄltereJeden Mittag, wenn Lukas seine Hausaufgaben gemacht hat, trifft er sich mit seinen Freunden auf der Wiese neben dem Spielplatz. Dort kann man prima Fußball spielen. Lukas ist ein guter Fußballspieler. Der beste in seiner Klasse. Er ist nicht nur ziemlich schnell, sondern trifft auch meistens das Tor.
Heute, am Mittwochmittag, treffen sie sich wie jeden Tag zum Fußballspielen. Da steht plötzlich ein fremder Junge neben dem Platz. Er wohnt noch nicht lange in der Straße. Er sieht schüchtern aus und traut sich kaum, die andere zu anzusprechen. »Kann ich mitspielen?«, fragt er leise. Lukas sagt laut: »Nein, unsere Teams sind schon voll.« Die anderen Jungs lachen. Sam geht traurig davon. In diesem Moment fühlt sich Lukas echt gut. Sie spielen den ganzen Mittag. Schnell hat Lukas die Begegnung mit dem neuen Jungen vergessen.
Am nächsten Tag wird alles anders. Mittags ist in der Schule ein Team von einer anderen Schule da. Jetzt sind Lukas und seine Freunde nicht mehr die Besten und die unumstrittenen Sieger. Max, ein Junge der anderen Mannschaft, der einen Kopf größer ist als Lukas, übernimmt das Kommando auf dem Fußballplatz.
Als Lukas mit dem Ball zum gegnerischen Tor läuft, grätscht Max ihm unsanft zwischen die Beine. Lukas landet im Dreck. »Hey, pass doch auf!«, ruft Lukas.
Max lachte nur. »Hol dir den Ball doch wieder, Kleiner. Oder geh nach Hause zum Weinen.« Lukas holt tief Luft, sagt aber nichts.
Später, als die Mannschaften gewählt werden, steht Lukas als einziger am Rand. Keiner ruft seinen Namen. Niemand sieht ihn an. Keiner will ihn im Team haben. Da erinnert er sich an gestern. An den Neuen, den er nicht mitspielen ließ. »Genau so hat er sich auch gefühlt«, schießt es Lukas durch den Kopf. »Ich wollte nicht, dass Max so gemein zu mir ist. Aber ich war gestern genauso zu ihm. Ich weiß noch nicht einmal, wie er heißt.« Da fällt ihm ein Satz ein, den seine Oma ihm oft vorgelesen hat: »Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.«
Lukas holt tief Luft. Er wartet nicht darauf, dass Max und die anderen ihn doch noch mitspielen lassen. Er entdeckt den neuen Jungen, der alleine auf einer Bank sitzt und ein Buch liest. Lukas geht hin. »Hallo, ich heiße Lukas. Tut mir leid wegen gestern. Ich war echt ein Idiot«, sagt er. Der neue Junge schaut überrascht von seinem Buch auf. »Schon okay. Ich heiße Samuel.«
Lukas zögert kurz: »Willst du mit mir zum Klettergerüst? Da oben ist die Aussicht bestimmt besser als hier unten auf dem Fußballplatz, wo nur rumgeschrien wird.«
Ein Lächeln breitet sich auf Samuels Gesicht aus. »Ja, klar!«
An diesem Tag spielen sie kein Fußball. Sie erfinden ein neues Spiel am Klettergerüst. Bald kommen zwei andere Kinder dazu, die auch keine Lust mehr auf Max und seine Gemeinheiten haben.
Lukas merkt etwas Wichtiges: Die Goldene Regel ist eigentlich ein ganz einfacher Trick. Wenn du willst, dass man dich anlächelt, fang an zu lächeln. Wenn du willst, dass man dich mitspielen lässt, lass andere mitspielen. Wenn du willst, dass jemand mit dir redet, rede mit anderen. Es ist eigentlich ganz einfach – man muss nur kurz überlegen, wie man sich selbst auf der anderen Seite fühlen würde.
Herz-Box
Bastelbogen

Für nahezu alle Geschichten und Aktionen »mit Herz«.
Die Herz-Box kann auf einer Seite von den Kindern selbst ausgemalt werden, die andere Seite ist rot bedruckt. So ist es möglich, sie beidseitig zu verwendet.

In ihrem Inneren bietet sie Platz für kleine Überraschungen (wie ein Bonbon, einen kurzen Brief, ein kleines Bild, einen Pflasterstreifen oder ein Papiertaschentuch …).
€ 1,30 (ab 10 Ex. je € 1,20);
Zugänge für den VorbereitungskreisKommt ins Gespräch über folgende Fragen:
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeLiebe ist nicht nur ein Wort (KuS 442, HuT 348);
Wo Menschen sich vergessen
(KuS 506, Wwdl 93, HuT 332, EGplus 75)
Gebet nach Psalm 37 (KuS 655)
Guter Gott,
manchmal sage ich schnell »Ja«.
Dann habe ich aber vielleicht doch keine Lust. Hilf du mir, dass ich nicht nur rede,
sondern auch handle.
Lass mich Gutes tun.
Mach, dass ich helfe, wo Hilfe gebraucht wird. Zeige mir deine Wege.
Zeige mir, wie ich dir folgen kann.
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteWie kannst du anderen helfen?
Kinder zeichnen ihre Hand ab und schreiben oder malen darauf, wie sie anderen helfen können. Die Hände werden ausgeschnitten und auf ein Plakat geklebt.
Die Kinder erhalten kleine Aufträge, die sie erfüllen sollen (z. B.: Hüpf auf einem Bein um den Stuhlkreis, singe ein Lied, räume die Liederbücher auf). Das Spiel kann auch als Einstieg vor der Geschichte gemacht werden. Lassen sich die Kinder auf die Aufgaben ein oder sagen sie »Nein«?
Danach die Geschichte erzählen.
What would Jesus do? basteln.
Rheinischer Verband für Kindergottesdienst
Erzählen mit allen Sinnen
Das Standardwerk für das Erzählen biblischer Geschichten
Dieses Buch ist Klassiker und Bestseller zugleich unter den Erzählbüchern und liegt in der aktualisierten 5. Auflage vor.
Das Erzählen biblischer Geschichten ist und bleibt der größte Schatz in der Kirche mit Kindern. Die über 50 unterschiedlichen Erzählmethoden – die zusammen mit Erzählbeispielen vorgestellt werden – bieten Mitarbeitenden ein breites Spektrum an Möglichkeiten (je nach Gruppengröße, -alter, Vorbereitungszeit und
Materialfundus). Es enthält:
Zeit für die ErnteJesus erzählt diese Geschichte:
Es ist ein schöner Morgen. Die Sonne scheint schon heiß vom Himmel. Früh am Morgen geht ein Bauer hinaus zu seinem Weinberg. »Ob wir heute endlich mit der Ernte beginnen können?«, fragt er sich. Die Trauben sehen gut aus. Er probiert hier eine, dort eine und dann weiß er, dass es jetzt endlich losgehen kann. »Die Ernte wird gut«, denkt er. »Wenn meine beiden Söhne Jakob und Matthias mir helfen, dann kommen wir heute gut voran.«
Schnell geht er zurück nach Hause. »Jakob, Matthias!«, ruft er laut. Erst nach dem zweiten Mal kommt Jakob aus der Tür. »Was ist los?«, fragt er verärgert. »Jakob, ich brauche deine Hilfe. Komm mit in den Weinberg. Es geht los. Die Trauben sind reif!« – »Was, heute?«, Jakob klingt nicht begeistert. »Ich habe keine Zeit und auch keine Lust. Ich bin mit meinen Freunden verabredet.« Sein Vater schaut ihn an. »Du willst mir nicht helfen?« – »Nein, Vater, heute nicht. Vielleicht morgen.« Er dreht sich um und geht zurück ins Haus. Sein Vater sieht ihm traurig nach.
Dann dreht er sich auch um und geht hinter das Haus. Dort findet er Matthias, seinen jüngeren Sohn. »Matthias, ich brauche deine Hilfe. Komm, die Trauben sind reif. Wir fangen heute an zu ernten.« – »Ja, Vater, ich komme gleich«, sagt Matthias und geht zurück ins Haus.
Der Bauer holt alles, was sie für die Weinlese brauchen aus der Scheune. Er geht schon voraus zum Weinberg und fängt an. Immer wieder hält er an und schaut zurück zum Haus. »Wo Matthias nur bliebt?«, fragt er sich. Endlich sieht er jemanden den Weinberg heraufkommen. »Das ist doch Jakob, nicht Matthias«, denkt er. Jakob sagt zu seinem Vater: »Vater, hier bin ich. Ich kann mich auch ein anderes Mal mit meinen Freunden treffen.« Er nimmt einen Eimer und ein Messer und fängt an, Trauben zu ernten.
Sein Vater freut sich, dass Jakob gekommen ist. Aber wo bleibt Matthias? Schließlich fragt er Jakob: »Weißt du, wo Matthias steckt?« Aber Jakob zuckt nur mit den Schultern: »Ich weiß nicht, ich habe ihn nicht gesehen.«
Als es Abend wird, machen der Vater und sein Sohn Feierabend. Sie machen sich auf den Heimweg. Ohne Matthias. Er ist nicht mehr gekommen.«
Als Jesus mit der Erzählung fertig ist, schauen seine Zuhörerinnen und Zuhörer ihn gespannt an. Da fragt Jesus sie: »Was denkt ihr, wer von beiden hat das Richtige getan? Jakob, der erst Nein gesagt hat und dann doch geholfen hat? Oder Matthias, der zuerst Ja gesagt hat, dann aber nicht kam?« Alle sind sich einig: Jakob, der zuerst nicht helfen wollte, es dann aber trotzdem getan hat. Jakob hat das Richtige getan.
Die Kreativtasche
Die praktische Grundausstattung für die Gestaltung von Legebildern in Gottesdienst, Kindergruppen und Religionsunterricht
Diese Tasche platzt aus allen Nähten und bietet haufenweise bunte Ideen für gutes Erzählen.
Neben einem Ideen- und Anleitungsbuch gibt es Filzzuschnitte, Tücher, Kordeln, Stern … – alles ist immer griffbereit in der praktischen Jutetasche (26 x 38 cm). Der genaue Inhalt ist im Shop aufgelistet.
€ 149,00; Best.-Nr.: S1209
Erzählung für ÄltereJesus ist mit seinen Jüngerinnen und Jüngern unterwegs in Jerusalem. Da kommen die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen. Sie unterhalten sich mit Jesus über wichtige Dinge des Lebens und des Glaubens. Jetzt möchte Jesus erklären, dass Worte allein nicht ausreichen, sondern dass es darauf ankommt, wie man tatsächlich handelt. Doch wie soll er das verständlich machen? Jesus erzählt dazu diese Nachdenkgeschichte:
Ein Mann, ein Weinbauer, geht hinaus zu seinem Weinberg. Es gibt viel zu tun. Das ganze Jahr über. Mal müssen die Reben zurückgeschnitten werden, mal werden sie festgebunden, damit die Trauben nicht im Dreck liegen. Dann ist es Zeit für die Ernte. Oder es muss Unkraut entfernt und der Boden gedüngt werden. Es ist viel Arbeit. Der Mann hat zwei Söhne. Jakob und Matthias. Er geht nach Hause, um die beiden zu holen. »Sie können mir helfen. Dann geht es schneller«, denkt der Bauer.
»Matthias, Jakob! Kommt mit in den Weinberg. Ich brauche eure Hilfe!« Keiner der beiden kommt aus dem Haus. Er ruft lauter: »Jakob, Matthias!« Jetzt schaut Jakob durch die Tür. »Ja, Vater, was gibt es?« »Jakob, ich war im Weinberg. Die Trauben sind reif. Wir fangen jetzt mit der Ernte an. Komm mit.« Jakob verzieht sein Gesicht. Er überlegt, was er sagen soll. »Aber, Vater, das geht doch nicht. Ich bin mit Freunden verabredet. Ich kann dir heute nicht helfen.« Jakob dreht sich um und geht wieder ins Haus. Sein Vater schaut ihm traurig nach. Dann geht er zur Scheune, um alles zu holen, was er für die Weinlese braucht. Da sieht er Johnannes, der hinter dem Haus in der Sonne sitzt. »Matthias, komm, ich brauche deine Hilfe. Im Weinberg.« Matthias schreckt auf. Er hat seinen Vater gar nicht gehört. »Vater, bei was brauchst du meine Hilfe?« »Die Trauben sind reif. Wir können heute anfangen mit der Weinlese.« Da steht Matthias schnell auf. Er schaut seinen Vater fröhlich an und sagt: »Ja, klar helfe ich dir. Trauben ernten ist super! Ich ziehe mir nur schnell noch Schuhe an, dann komme ich.« Der Vater freut sich. Wenigstens Matthias hilft ihm. Das ist prima! »Matthias, ich gehe schon zum Weinberg, komm einfach nach!« »Ja, das mache ich!«
So geht der Weinbauer wieder zu seinem Weinberg. Langsam wird es heiß. »Das wird anstrengend«, denkt er. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Er fängt an, die ersten Trauben abzuschneiden. Immer wieder schaut er zurück zum Haus. »Wo Matthias bloß bleibt?« Die Zeit vergeht. Dann kommt endlich jemand den Weg herauf. »Endlich«, denkt der Bauer. Aber es ist ja gar nicht Matthias! »Das ist ja Jakob,«, sagt er erstaunt vor sich hin. »Jakob, wie schön, dass du doch noch kommst!« »Ja, Vater. Ich habe es mir überlegt. Mit meinen Freunden kann ich mich auch noch ein anderes Mal treffen, wenn die Traubenernte vorbei ist. Jetzt ist es wichtiger, dir zu helfen.« »Das freut mich«, sagt sein Vater. »Jakob, weißt du wo Matthias bleibt?« Jakob zuckt mit den Schultern. »Weiß nicht.« Er sieht sich um, aber da ist niemand, der ihm folgt. »Vielleicht sitzt er wieder in der Sonne und träumt und vergisst alles um sich herum«, sagt Jakob mit einem Grinsen. »Ja«, seufzt sein Vater, »das kann sein.«
Als Jesus mit der Geschichte am Ende angekommen ist, schauen ihn seine Zuhörerinnen und Zuhörer erwartungsvoll an. »Sicher kommt da noch ein Kommentar dazu«, denken sie. Jesus fragt die Hohepriester und Ältesten: »Was denkt ihr, wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?« Sie antworten: »Natürlich Jakob! Obwohl er zuerst Nein gesagt hat, hat er seinem Vater später doch geholfen. Matthias hat zwar versprochen zu helfen, hat es dann aber nicht getan.«
Da sagt Jesus zu ihnen: »Wenn Gott euch etwas aufträgt – wie reagiert ihr dann?« Die religiösen Autoritäten schauen sich verunsichert an. Die Frage macht sie nachdenklich. Jesus spricht weiter: »Ihr sagt oft, dass ihr Gott gehorcht. Aber manchmal tut ihr nicht das, was ihr sagt. Eure Worte stimmen nicht immer mit euren Taten überein.« Die Männer werden unruhig und fragen sich, ob Jesus recht hat.
Jesus erklärt: »Es gibt Menschen, die zuerst sagen, dass sie Gott nicht folgen wollen, aber später ihr Verhalten ändern. Sie merken, dass sie anders handeln sollten – und tun es dann auch. Diese Menschen sind Gott oft näher als diejenigen, die behaupten, alles richtig zu machen, es aber nicht tun.«
Dann sagt Jesus: »Ihr kennt die Botschaft von Johannes dem Täufer und das, was ich euch lehre. Ihr sagt zwar, dass ihr Gott folgt. Aber manchmal zeigt euer Handeln etwas anderes. In der Geschichte vom Weinberg seid ihr wie Matthias.«

©Adobe Stock Photos/S.Kobold
(Während des Votums werden auf den Altar / in die Kreismitte entsprechende Symbole gestellt:)
Wir sind zusammengekommen.
Wir feiern Gottesdienst.
Gott, Vater und Mutter, ist da
– und beschützt uns wie ein Haus mit festen Mauern (Haus hinstellen).
Gottes Sohn, Jesus ist da
– in seinem Haus haben alle Platz.
Er nimmt uns mit offenen Armen auf (Jesus-Erzählfigur mit ausgebreiteten Armen hinstellen).
Gottes Heiliger Geist ist da
– und baut mit uns an Gottes Haus
(Bauklötze hinstellen).
So feiern wir und Gott ist da. Amen.
Gebet nach Psalm 84 (KuS 662)
Tut mir auf die schöne Pforte
(EG 166,1+2, KuS 168);
Du hast uns, Herr, gerufen (EG 168, KuS 170);
Der Gottesdienst soll fröhlich sein
(EG 169, KuS 172);
Gott, dein guter Segen (KuS 176,1+6, KKL 274);
Wir sind eingeladen zum Leben
(KuS 185, KKL 161);
Willkommen in der Kirche (KuS 197);
Ein feste Burg ist unser Gott (EG 362, KuS 418);
Du bist meine Zuflucht
(KuS 422, HuT 209, EGplus 105);
Bist du ein Haus aus dicken Steinen
(KuS 474, KG 154);
Komm, bau ein Haus
(KuS 530, KG 119, HuT 359, MKL1 91)
(Während des Segens werden passende Gesten gemacht)
Gott segne und behüte uns,
wenn wir jetzt nach Hause gehen.
Gott beschütze uns wie ein Haus mit festen Mauern (über dem Kopf die Hände zu einem Dach formen).
Gott gebe uns ein Zuhause und nehme uns mit offenen Armen auf (Arme weit ausbreiten).
Gott baue mit uns an seinem Reich (die Fäuste vor dem Körper »aufeinanderstapeln«).
So gehen wir, und Gott geht mit. Amen.
Zu jedem Sonntag wird mit den Kindern im Gemeindehaus ein Raum bzw. eine Ecke im Gemeindesaal oder der Kirche gestaltet. Im Anschluss an die Erzählung werden gemeinsam Ideen zur Umsetzung und Gestaltung gesammelt. Dazu sollte verschiedenes Material (z. B. Schuhkartons, Steine, Stöcke, Papier, Stifte, Playmobilfiguren) sowie der groß ausgedruckte Bibeltext zur Verfügung gestellt werden.
Alternativ kann auch je einer der Gestaltungsvorschläge zum jeweiligen Sonntag für die Ausstellung genutzt werden.
Im Anschluss an die vier Sonntage wird das Gemeindehaus bzw. der Gemeindesaal oder die Kirche zu einer Ausstellung mit dem Titel »Bei Gott bin ich zuhause« für die Gemeinde geöffnet. Wenn Zeit ist, können die Kinder einen Ausstellungsführer mit erklärenden Texten für die Besucher*innen gestalten.
K. Schmitz/M. Grapke (Hg)
Du bist da
Gebete und liturgische Elemente zum Plan für den Kindergottesdienst
Zu jeder Reihe gibt es Vorüberlegungen, Votum, Wochenlied, Psalmgebet und Segen.
Die einzelnen Sonntage der Reihe enthalten den Wochenspruch sowie ein Eingangs- und Schlussgebet.
€ 16,00; Best.-Nr. 2184

»Wo wohnt Gott?« Wer diese Frage stellt, wird viele unterschiedliche Antworten bekommen. Weit vorne in der Hitliste werden vermutlich diese Aussagen stehen: »Im Himmel« oder »In der Kirche« oder »In deinem Herzen«. Und was für ein Segen, wenn wir glauben können, dass es keinen einzigen Ort gibt, an dem Gott nicht ist. Wenn wir darauf vertrauen können, dass er immer und überall an unserer Seite sein will.

Wir freuen uns über Gottes Haus
Gottes Haus hat viele Wohnungen
Salomo betet in Gottes Haus
Gott baut ein Haus, das lebt
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2026
Textblatt-Vorlage zu Psalm 84; Zur Reihe: Bei Gott bin ich zuhause, Sonntag, 9.8.2026
Der erste Teil des Psalms ist aus der sog. Lutherbibel (2017); die Antwort der zweiten Gruppe ist eine freie Übertragung von Sara Widmann und zu jedem Psalmvers in kursiver, fettgedruckter Weise eingerückt dazugestellt.

Zugänge für den VorbereitungskreisDie Ergebnisse werden wieder auf Karten geschrieben und mit den ersten Assoziationen zum Schwalbennest verglichen.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeSiehe hierzu »Zur ganzen Reihe«
Guter Gott,
du schützt uns wie ein Haus mit festen Mauern.
Bei dir sind wir sicher und geborgen.
In deiner Nähe können wir uns freuen.
Dafür danken wir dir!
Wir bitten dich für alle Menschen,
die sich in ihrem Zuhause nicht sicher fühlen. Schütze sie!
Wir bitten dich für alle Menschen,
die kein Zuhause mehr haben
und auf der Straße leben. Mache ihnen Mut!
Wir bitten dich für alle Menschen,
die ihr Zuhause verlassen mussten
und Heimweh haben. Tröste sie!
Wir bitten dich für alle Menschen,
die sich um andere Menschen kümmern und ihnen ein sicheres Zuhause schenken.
Stärke sie!
Bei dir, Gott, sind wir zuhause!
Du machst uns zu deinen Kindern.
Und so rufen wir gemeinsam: Vater unser …
Kreative Umsetzung der GeschichteMit Holzbauklötzen oder Legosteinen wird der Jerusalemer Tempel nachgebaut. Hierzu wird zur Orientierung das Bild einer Rekonstruktion des Tempels in die Mitte gelegt. Entweder bauen alle Kinder gemeinsam an einem großen Tempel, oder jedes Kind baut für sich. Anschließend werden die Kunstwerke fotografiert, die Bilder ausgedruckt und den Kindern mit nach Hause gegeben. Auf die Bilder kann der Satz »Bei Gott bin ich zuhause« oder »Wir freuen uns über Gottes Haus« geschrieben werden.
Mit den Kindern wird aus Holz ein einfaches Vogelhaus gezimmert (oder gekauft).
Aus Naturmaterialien (dünne Zweige, Moos …), schmalen Zeitungsstreifen oder Wolle stellen die Kinder selbst Vogelnester her. Auf ausgeblasene Eier malen oder schreiben die Kinder die Botschaft: »Bei Gott bin ich zuhause« oder »Wir freuen uns über Gottes Haus«. Die Eier werden schließlich in die Nester gelegt.
Nach der Erzählung überlegen die Kinder:
Die Kinder setzen sich auf den Stuhl und antworten als Lieddichter auf die Fragen.
In einem zweiten Schritt wird überlegt:
Die Antworten können in das Bild von einem Haus geschrieben oder gemalt werden.
Erzählung für JüngereMit Bauklötzen
Material: Holzklötze, Wolle oder Walnussschale, vier Kegelfiguren
Der Mann ist aufgeregt (einen Holzklotz aufrecht hinstellen). Er macht eine Reise. Er will Gott besuchen. Er will zum Tempel in Jerusalem. Der Tempel ist das Haus von Gott. Dort kann er Gott nahe sein. Der Mann denkt: »Ich kann es kaum erwarten! Bald bin ich in Gottes Haus.« Er macht sich auf den Weg (Holzklötze aneinandergereiht flach hinlegen wie einen Weg). Viele Tage ist er unterwegs. Abends sucht er einen Schlafplatz. Da tun ihm die Füße weh. Aber er gibt nicht auf. Jeden Tag wächst seine Freude. »Bald habe ich es geschafft«, denkt er, »bald sehe ich Gottes Haus!« Fröhlich geht er weiter.
Der Mann ist an diesem Tag schon lange unterwegs. Auf einmal sieht er in der Ferne etwas. Das muss der Tempel sein. Sein Herz schlägt schneller. Der Mann ist aufgeregt. Es ist nicht mehr weit. Gleich hat er es geschafft. Er geht weiter auf den Tempel zu. Er kann ihn immer besser erkennen.
Außenherum ist eine feste Mauer. Ein bisschen wie bei einer Burg (vom Weg ausgehend die Holzklötze seitlich aufgestellt im Kreis wie eine Mauer legen). »Das ist ein sicherer Ort«, denkt der Mann. »Hier kann mir nichts passieren. Gott beschützt mich wie diese Mauer.« Durch ein großes Tor in der Mauer geht der Mann in den Vorhof des Tempels. Er staunt. Alles ist groß. Alles ist schön. Im Vorhof sind viele Säulen aus Stein (vier Holzklötze senkrecht an vier Stellen im Kreis aufstellen). Der Mann freut sich: »Ich habe es geschafft. Ich bin angekommen. Jetzt bin ich im Haus von Gott!« Er beobachtet alles genau.
In der Mauer hört er Vögel zwitschern. Er schaut genauer hin. Da ist ein Vogelnest. Die Vogeleltern fliegen schnell hinein und wieder heraus und bringen ihren Vogelkindern Futter (Wolle oder Walnussschale als Vogelnest an die Mauer legen). »Auch Tiere haben hier einen sicheren Ort gefunden. Auch sie sind bei Gott zuhause. Gott passt auf alle auf«, freut sich der Mann.
Da sieht er zwei Männer durch den Vorhof laufen (zwei Kegelfiguren in den Kreis stellen). Es sind Priester. Das sieht er an ihren Kleidern. Sie arbeiten im Tempel. Sie dienen Gott. Jeden Tag dürfen sie hier sein. »Das muss schön sein«, denkt der Mann, »wenn man jeden Tag in Gottes Haus sein darf.«
In einer Ecke sieht der Mann eine Frau und einen Mann sitzen (zwei Kegelfiguren in den Kreis an die Mauer stellen). Sie sagen: »Hier sind wir in Sicherheit. Hier kann uns nichts passieren. Bei Gott finden wir Schutz.« Die Leute haben ihr Zuhause verlassen müssen. In Gottes Haus sind sie in Sicherheit. »Wie schön es hier in Gottes Haus ist«, denkt der Mann. Er lächelt. Er freut sich so über Gottes Haus!
Er hat eine Idee. Er setzt sich hin und schreibt ein Lied über Gottes Haus. Er schreibt:
»Wir freuen uns über dein Haus, Gott. Ich habe es kaum erwarten können,
in deinem Haus zu sein.
Jetzt bin ich endlich da.
Auch die Vögel haben in deinem Haus einen sicheren Platz für ihr Nest gefunden.
Glücklich sind die, die in deinem Haus wohnen und arbeiten.
Glücklich sind die, die in deinem Haus Schutz suchen und finden.
Ein Tag in deinem Haus ist das Beste.
Ich habe noch nichts Besseres erlebt.
Du beschützt uns.
Du sorgst für uns.
Glücklich ist der Mensch,
der sich auf dich verlässt.
Amen.«
Der Mann bleibt noch ein paar Tage im Tempel. Dann macht er sich auf den Heimweg (Holzklötze flach auf den Weg als »Rückweg« legen). Er ist glücklich. Den ganzen Weg singt er sein Lied.
Erzählung für ÄltereDer Psalm wird gegen Ende der Geschichte gemeinsam mit den Kindern in zwei Gruppen gelesen.
Er kann es kaum erwarten. Seit Wochen plant er die Reise. Mehrere Tage wird er unterwegs sein. Die letzten Vorbereitungen sind getroffen. Jetzt kann es endlich losgehen. Er hat ein großes Ziel. Er will zum Tempel in Jerusalem. Schon lange hat er sich danach gesehnt, den Tempel zu sehen. »Ich will den Tempel, Gottes Haus sehen. Ich will Gott besuchen«, hat er immer wieder gesagt. Jetzt ist es so weit. Er macht sich auf den Weg. Er läuft den ganzen Tag. Abends sucht er einen Schlafplatz. Dann tun ihm immer die Füße weh. Aber er gibt nicht auf. Er will unbedingt in den Tempel!
Nach ein paar Tagen Wanderung kann er in der Ferne die Mauer des Tempels erkennen. Er rennt fast auf den Tempel zu. Vor der Tempelmauer bleibt er stehen. Er hat sein Ziel erreicht. Er legt den Kopf in den Nacken. So eine große und sichere Mauer hat er noch nie gesehen.
Aufgeregt geht er durch das Tor in den Vorhof des Tempels. Mit großen Augen schaut er sich um. Viele Menschen sind hier unterwegs. Sie reden durcheinander. Alle sind fröhlich. Er staunt über die großen Säulen aus Stein. Der Tempel ist wirklich schön! Und so groß. Als er nah an der Mauer entlang geht, hört er Vögel zwitschern. Er schaut nach oben. Da in der Mauer haben Vögel ein Nest gebaut. Die Vogeleltern fliegen hinein und heraus und füttern ihre Kinder. »Ihr habt euch aber einen schönen Ort ausgesucht«, sagt er zu den Vögeln. »Hier seid ihr sicher.«
Ein paar Meter weiter sieht er einen Mann und eine Frau auf dem Boden sitzen. Sie sind ganz dünn. Jemand hat ihnen etwas zu essen gebracht. Als er an den beiden vorbeigeht, hört er, wie die Frau sagt: »Ich bin so froh, dass wir jetzt in Sicherheit sind. Zuhause ging es uns so schlecht. Da war es gefährlich. Hier haben wir sogar genug zu essen. Zum Glück haben wir es hierhergeschafft.«
Am anderen Ende des Vorhofs sieht er zwei Priester. Das erkennt er an ihrer Kleidung. Sie arbeiten im Tempel und dienen Gott. »Wie schön das sein muss«, denkt er. »Jeden Tag in Gottes Haus zu sein.«
Er setzt sich hin und holt etwas zu schreiben aus seinem Bündel. Er muss festhalten, was er hier erlebt. Er will es nicht vergessen. Er will zeigen, wie sehr er sich freut, wie wohl er sich hier fühlt. Er will weitererzählen, wie wunderbar Gott ist. Er will ein fröhliches Lied schreiben. Und so schreibt er auf …
Gemeinsam mit den Kindern wird
Psalm 84 in zwei Gruppen gelesen. Die eine Gruppe liest den Text in Auszügen nach Luther 2017, die zweite Gruppe antwortet mit der freien Übertragung (fett). Das Textblatt wird zuvor für jedes Kind ausgedruckt.
Im Anhang findet ihr diese Psalm-Vorlage zum kostenfreien Download.
Er bleibt noch ein paar Tage im Tempel. Dann macht er sich auf den Heimweg. Er ist glücklich. Der Weg fällt ihm leicht. Der Besuch in Gottes Haus hat ihn stark gemacht. Er geht wieder nach Hause, aber in seinem Herzen nimmt er Gottes Haus mit. Den ganzen Weg singt er sein Lied
Beachtet zu diesem Sonntag auch den ersten besonderen Tipp
Zugänge für den VorbereitungskreisDie Mitarbeitenden malen ihre Antworten auf weißes A4-Papier.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeSiehe hierzu »Zur ganzen Reihe«
Guter Gott,
in deinem Haus ist Platz für uns alle.
Dafür danken wir dir!
Wir bitten dich für alle Menschen,
die keine Wohnung haben.
Halte deine Hand schützend über sie.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die einsam sind. Lass sie spüren,
dass du sie nicht im Stich lässt.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die traurig sind und Angst haben.
Tröste sie und mache ihnen Mut.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die gestorben sind.
Öffne ihnen die Türen zu deinem Haus.
Deine Kinder sind wir,
wir alle haben Platz in deinem Haus.Und so rufen wir gemeinsam: Vater unser …
Kreative Umsetzung der GeschichteAus einem großen Karton wird der Umriss eines Hauses ausgeschnitten. Oben im Dach steht: »Gottes Haus hat viele Wohnungen.« Die Kinder bekommen weißes A4-Papier und malen darauf ihre Traumwohnung. Die Wohnungen werden schließlich auf das Kartonhaus geklebt. Dazwischen werden unbemalte, weiße A4-Blätter als freie Wohnungen geklebt.
Hierzu passt in besonderer Weise die Bastelarbeit im Für-Dich-Heft
Jedes Kind bekommt einen leeren Schuhkarton. Mit verschiedenen Materialien
(Klopapierrollen, Wolle, Papier, Zahnstocher …) gestalten sie ihre Traumwohnungen. Die Schuhkarton-Wohnungen können zum Schluss zu einem Haus zusammengefügt werden.
Wer das Spiel zuhause hat oder es besorgen kann, kann mit den Kindern das »Spielhaus« vom Ravensburger Verlag spielen.
Die Kinder überlegen:
Erzählung für JüngereMit Puppenhaus
Material: leeres Puppenhaus, mehrere Kegelfiguren, verschiedene Puppenhausmöbel
Jesus sitzt mit seinen Freundinnen und Freunden zusammen am Tisch (Kegelfiguren im Kreis in die Mitte stellen). Sie haben zusammen gegessen und ein Fest gefeiert. Alle sind fröhlich. Sie lachen und reden durcheinander. Jesus weiß: Bald wird er sterben. Bald wird er nicht mehr bei seinen Freundinnen und Freunden sein. Jesus weiß: Seine Freundinnen und Freunde werden dann ganz traurig sein. Sie werden weinen. Seine Freundinnen und Freunde werden dann Angst haben. »Was sollen wir ohne Jesus nur tun?«, werden sie fragen. Jesus schaut seine Freundinnen und Freunde der Reihe nach an. Er will sie trösten. Er will ihnen Mut machen. Er will ihnen sagen: »Habt keine Angst! Ich lasse euch nicht im Stich.«
Da sagt Jesus laut zu seinen Freundinnen und Freunden: »Hört mir gut zu!« Da wird es ganz still. Alle schauen gespannt zu Jesus. Jesus sagt: »Ich bin nicht mehr lange bei euch. Dann werdet ihr mich suchen. Aber dorthin, wo ich hingehe, könnt ihr nicht mitkommen.« Alle schauen Jesus mit großen Augen an. Was meint Jesus damit? Will er sie im Stich lassen?
Petrus traut sich und fragt: »Jesus, wohin gehst du?« Da antwortet Jesus: »Wo ich hingehe, kannst du jetzt nicht mitkommen. Aber später wirst du einmal nachkommen. Habt keine Angst! Vertraut mir. Ich lasse euch nicht allein. Ich gehe euch voraus in das Haus von Gott (leeres Puppenhaus in die Mitte stellen, eine Kegelfigur hineinstellen).« Die Freundinnen und Freunde runzeln die Stirn. Sie wundern sich. Den Tempel kann Jesus nicht meinen. Dorthin könnten sie Jesus ja folgen.
»Habt keine Angst«, sagt Jesus noch einmal. »Dort in Gottes Haus sind viele Wohnungen. Dort ist Platz für alle. Ich bereite alles für euch vor (Puppenmöbel ins Puppenhaus stellen).« Darüber muss Petrus nachdenken: »Ob Jesus von dem Ort spricht, an den die Menschen kommen, die gestorben sind?« – »Habt keine Angst«, sagt Jesus noch einmal. Er schaut seine Freundinnen und Freunde der Reihe nach an. »Dort in Gottes Haus ist es schön. Jeder Mensch hat dort seinen Platz. Jeder Mensch fühlt sich dort wohl. Die Wohnungen sind wunderbar eingerichtet. Dort gibt es alles, was jeder Mensch braucht.« Petrus denkt: »Das klingt schön. In Gottes Haus geht es allen Menschen gut. In Gottes Haus sind alle sicher.«
»Habt keine Angst«, sagt Jesus ein drittes Mal. »Wenn ich alles vorbereitet habe, komme ich wieder und zeige euch den Weg in Gottes Haus. Denn auch für euch ist dort Platz (die restlichen Kegelfiguren im Puppenhaus verteilen). Ich lasse euch nicht im Stich. Einmal werdet ihr für immer mit mir in Gottes Haus wohnen.« Petrus merkt: »Meine Angst wird kleiner. Jesus lässt uns nicht im Stich. In Gottes Haus sind viele Wohnungen. Dort geht es uns einmal gut.«
Die Verkehrszeichen für die Erzählung für Ältere gibt es zum kostenfreien Download.
Erzählung für ÄltereErzählung mit Verkehrszeichen
Die Verkehrszeichen werden je nach Gruppengröße auf DIN-A4-Papier ausgedruckt. An den entsprechenden Stellen werden sie in die Mitte gelegt oder an eine Pinnwand gehängt.
1-Autobahngasthaus

»Das ist wirklich ein komischer Abend heute«, denkt Petrus. Er sitzt mit Jesus und den anderen Freundinnen und Freunden zusammen. Sie haben zusammen gegessen und das Passahfest gefeiert. Aber heute fühlt es sich an, als ob es das letzte Mal wäre, dass sie zusammen gegessen haben.
2-Arbeitsstelle

Nach dem Essen hat Jesus sich eine Schürze umgebunden. Er hat eine Schüssel mit Wasser genommen und der Reihe nach seinen Freundinnen und Freunden die Füße gewaschen. Als ob er, ihr Herr und Meister, ihr Diener wäre.
3-Vorfahrt gewähren

Die ganze Zeit hat Jesus so komische Dinge gesagt: »Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.« Oder: »Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.«Als ob Jesus nicht mehr lange bei ihnen sein würde. Als ob Jesus sich von ihnen verabschieden will. Davon, dass er verraten wird, hat er gesprochen. Und dann hat er gesagt: »Ich bin noch eine kleine Weile bei euch.«
4-Schleudergefahr

Die Worte haben Petrus ins Herz getroffen. Jetzt ist er traurig. Die Worte machen ihm Angst. Petrus grübelt. »Meint Jesus das ernst? Wird er uns verlassen? Was sollen wir denn ohne Jesus tun? Lässt Jesus uns im Stich?« Petrus spürt: Heute Abend ist etwas anders. Jesus nimmt Abschied. Aber warum? Sie können doch noch so viel zusammen erleben. Warum soll das aufhören? Petrus versteht nicht, was Jesus ihnen sagen will.
5-Überleitungstafel 1

Da sagt Jesus: »Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht mitkommen.« Aus Petrus platzt es heraus: »Wohin gehst du denn, Jesus?« Jesus antwortet: »Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Aber du wirst später einmal nachkommen.« – »Naja«, denkt Petrus, »das ist ja keine Antwort auf meine Frage.« Jesus schaut seine Freundinnen und Freunde der Reihe nach an und sagt endlich: »Habt keine Angst! Vertraut mir. Ich gehe euch voraus in Gottes Haus.
6-Verkehrsberuhigter Bereich

Dort in Gottes Haus sind viele Wohnungen. Dort ist Platz für alle.« Petrus überlegt: »Was meint Jesus damit? Den Tempel kann er nicht meinen. Dorthin könnten wir ihm folgen.« Da kommt Petrus ein Gedanke: »Ob Jesus den Ort meint, an den die Menschen kommen, sie gestorben sind? Wird Jesus sterben?« Petrus ist sich nicht sicher, ob er Jesus versteht.
7-Pannenhilfe

Da spricht Jesus weiter: »Ich gehe euch voraus in Gottes Haus. Dort bereite ich alles für euch vor, damit ihr euch einmal wohlfühlt. Dort in Gottes Haus fehlt nichts. Dort gibt es alles, was ein Mensch braucht.« Petrus denkt: »Das klingt schön. Ein richtiger Wohlfühlort. Ein richtiges Zuhause.«
8-Autobahnhotel

Jesus redet weiter: »Ich werde einmal wiederkommen, wenn ich alles vorbereitet habe in Gottes Haus. Dann hole ich euch zu mir.
9-Überleitungstafel 2

Auch für euch ist Platz in Gottes Haus. Dann werdet ihr einmal für immer mit mir in Gottes Haus wohnen. Ich lasse euch nicht im Stich.«
Petrus ist immer noch ganz nachdenklich. Ob er verstanden hat, was Jesus ihnen sagen will? Er weiß es nicht. Aber er spürt: »Die Worte von Jesus machen mir Mut. In Gottes Haus sind viele Wohnungen. Dort ist einmal auch Platz für mich. Dort geht es allen Menschen gut. Wie wohl meine Wohnung einmal eingerichtet sein wird?«
Gott ist bei mir
30 Psalmen für Kita und Kinderkirche

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Mein Mini-Wimmelbuch von Jesus
Such- und Findespaß schon für die Kleinsten

26 Seiten mit Geschichten von Jesus.
€ 2,00 (ab 25 Ex. je € 1,95, ab 50 Ex. je € 1,90);
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