2./3. April 2026 – Fortsetzung aus Heft 1-2026 – »Den sind wir los!«

– Jesus wird verurteilt und gekreuzigt

Lukas 23,13–25.32–49 i. A.

Uli Gutekunst (uli-gutekunst.de)

I. Grundgedanken

Zugänge für den Vorbereitungskreis

Die Verurteilung, Verspottung und Kreuzigung Jesu ist auch für Jugendliche und Erwachsene ein schweres Thema. Darum ist es hilfreich, sich im Vorbereitungskreis zu erinnern und bewusst zu machen, wie diese Geschichte als Kind auf sie gewirkt hat:

  • Was fandet ihr schwer? 
  • Hat sie euch Angst gemacht? 
  • Was hat euch geholfen? 

So kann man besser verstehen, wie diese Geschichte auf Kinder wirken kann. 

Zum Text / Zum Thema

Hierzu eine Info: Die vorangegangene Interpretation versteht Pilatus als politisch handelnden Statthalter und Ba-
rabbas als gewaltbereiten Aufständischen – das ist eine von mehreren denkbaren Sichtweisen. Viele Forschende betonen darüber hinaus, dass die Barabbas-Szene möglicherweise nicht historisch, sond-
ern eine literarische Gestaltung der Evangelien ist, die Pilatus teils bewusst entlastet. 

Historisch jedoch gilt Pilatus als gewalttätiger und harter römischer Machthaber. Ebenso wichtig ist: Die Erzählung darf nicht dazu genutzt werden, »den Juden« die Schuld am Tod Jesu zu geben. Verantwortlich dafür war die römische Gewaltmacht, und die Texte dürfen nicht antisemitisch gelesen 
werden. (Markus Grapke)

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Korn, das in die Erde (EG 98, KuS 94, KKL 91);
Als Jesus gestorben war 
(KuS 100, KKL 99, MKL1 113);
Es geht ein Weinen um die Welt
(KuS 102, KG 55);
Verraten, verspottet (KuS 108, Wwdl 203)

Psalm

Psalm 22 (KuS 649) oder Gebet nach Psalm 27 (KuS 652)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gespräch im Anschluss an die Geschichte

Da die Geschichte sehr anspruchsvoll ist und die Kinder auch emotional sehr fordert, bietet sich ein Gespräch im Anschluss an. 
Einleitende Sätze können sein:

»Ich frage mich, …

Jeweils im Anschluss an jede Aussage kann ein Gespräch entstehen.

Hoffnung säen

Eine Glasschale wird mit Blumenerde gefüllt und Kresse eingesät. Auf Samen und Erde wird ein Kreuz gelegt werden (z. B. ein Holzkreuz, das die Kinder bemalt haben. Oder aus zwei Pfeifenputzern, die zu einem Kreuz verdreht wurden und auf die an allen vier Seiten Perlen aufgefädelt sind; die Enden müssen hier umgebogen werden, damit die Perlen halten). Dieses Kreuz auf der Erde stellt die Situation an Karfreitag dar. Doch das ist nicht das Ende! Das Leben wächst, Ostern wird kommen. 

Kreuze finden

Ein DIN-A4-Blatt wird zweimal gefaltet (Längs- und Breitseite). An der Ecke, die die Mitte des Blattes ist, wird ein kleines Guckloch hineingeschnitten. Damit machen sich die Kinder nun auf die Suche nach Kreuzen. Durch die verkleinerte Aussicht wird das, was sichtbar ist, viel bewusster wahrgenommen. So sieht man plötzlich Kreuze, die sonst nicht gesehen werden (z. B. an Fenstern, Regalen). Dieses Wahrnehmungsspiel ist auch für draußen geeignet. 
Nach einer gewissen Zeit erzählen sich die Kinder gegenseitig, welche Kreuze sie entdeckt haben.

Der besondere Tipp …


Heft 2-2026 – Das Mitmachheft in der Kirche mit Kindern


Mit Checker Mario die Passion erleben
12 Seiten; 2,40 € (ab 10 Ex. je € 2,20; ab 40 Ex. je € 2,00); Best.-Nr. 101-03-26

Mit Checker Mario und seiner Zeitmaschine gelingt es uns, nach Jerusalem zu kommen. Dort erleben wir nicht nur konzentriert die Ereignisse dieser Woche, sondern werden durch Aktionen, Rätsel und Nachdenken persönlich mit hineingenommen.

Die Bastelarbeit fasst dann alle Geschichten der Passion und die Hoffnung machende Geschichte von Ostern in einem Osterkranz zusammen, der von den Kindern direkt aus dem Heft gebastelt werden kann. 

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & für Jüngere

Hinweise: Für die Jüngeren kann die Geschichte gekürzt und die Szene der Verspottung weggelassen werden. 
Die Szenen, die von Gewalt erzählen, sind bewusst unspektakulär dargestellt. Jesus und die beiden Verbrecher sollen nicht auf das Kreuz gelegt, sondern vor das Kreuz gestellt werden. Erst als Jesus gestorben ist, wird er auf das Kreuz gelegt. 

Material: 15 Holzkegelfiguren für Pilatus, Jesus, Barabbas, 2 Hohepriester, 2 Soldaten, 2 Verbrecher, 3 Jünger, 3 Jüngerinnen. Diese 15 sollen mit kleinen Papier- oder Stoffstücken so gestaltet werden, dass die Kinder sie auseinanderhalten können (z. B. ein kleines Stück Stoff um die Figur wickeln und am Hals mit einem Haushaltsgummi festmachen); 10 weitere Holzkegelfiguren (neutral) für die Menschenmenge; schwarzes Tuch, Karton o. ä. (der an einer Seite unter das Tuch kommt = Berg Golgatha); 2 kurze Schnüre, 3 Kreuze, kleines Schwert, 2 Kleidungsstücke, Herz, Sonne und Wolke – jeweils aus Papier, Schild »König der Juden«, 

Eine traurige Geschichte

Auch heute spielt unsere Geschichte auf einer schwarzen Unterlage (Stoff langsam ausbreiten, Karton unter den Stoff legen). Aber es ist nicht dunkel und es ist auch nicht Nacht. 
An die Kinder gerichtet: Was denkt ihr? Warum ist die Unterlage dann trotzdem schwarz? (Kinder äußern sich)
Manchmal gibt es sehr traurige Geschichten. Und heute ist unsere Geschichte sehr traurig. 

Jesus wird zu Pilatus gebracht

Jesus wurde gefangen genommen (um Jesusfigur eine Schnur binden, neben Tuch stellen). Und nun bringen die Hohepriester ihn zu Pilatus (2 Hohepriester und Pilatus auf Tuch stellen). Pilatus hat große Macht in Judäa. Er darf über Tod und Leben der Gefangenen entscheiden (Jesus davorstellen)

Barabbas

Es gibt außer Jesus noch einen anderen Gefangenen. Er heißt Barabbas (Barabbas neben Jesus). Barabbas hat gegen die Römer gekämpft (Schwert zu Barabbas legen). Er will, dass die Römer aus Israel verschwinden. Deshalb wurde er gefangen genommen. 
Jedes Jahr zum Passafest lässt Pilatus einen Gefangenen frei. Pilatus will auf keinen Fall Barabbas freilassen. Er denkt: »Barabbas ist viel gefährlicher als Jesus. Der kämpft gegen uns Römer.« Viele Menschen sind gekommen (10 neutrale Holzfiguren aufstellen). Sie wollen sehen, wer heute von Pilatus begnadigt wird. Die Menschen aber wollen, dass Barabbas freikommt und Jesus gekreuzigt wird.

Pilatus lässt die Menge entscheiden

Doch Pilatus hatte Jesus zuvor verhört. Jetzt sagt er: »Jesus hat nichts getan, was den Tod verdient. Jesus soll nur ausgepeitscht und dann freigelassen werden.« Aber die Menschen rufen: »Nein, wir wollen, dass Barabbas freikommt!« Pilatus gefällt das gar nicht. Er versucht, die Menge umzustimmen und fragt: »Was hat dieser Jesus denn verbrochen?« Doch die Menge ruft immer lauter: »Ans Kreuz mit Jesus!« (Einige Figuren der Menge hochheben und rufen: »Ans Kreuz mit Jesus!«)
Schließlich gibt Pilatus nach. Er lässt Barabbas frei (die Schnur um Barabbas entfernen). Und übergibt Jesus den Soldaten (zwei Soldaten aufstellen, Jesus dazustellen). Sie bringen Jesus nach Golgatha (alle drei gehen langsam auf den Berg).

Auf dem Berg Golgatha

Nun sind sie oben auf dem Berg Golgatha angekommen. Mit Jesus werden noch zwei Verbrecher gekreuzigt. Einer auf seiner rechten Seite und einer auf seiner linken Seite (rechts und links von Jesus eine Holzfigur stellen). Kreuzigen war eine schreckliche römische Strafe für Räuber und Aufrührer (3 Kreuze aus Holz oder Papier hinter die Figuren legen, Figuren stehen lassen).

Jesus betet für seine Feinde

Und dann sagt Jesus ganz besondere Worte. Obwohl ihm so viel Unrecht getan wird, sagt er: »Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.« Manche fragen sich, ob sie richtig gehört haben. »Kann es sein, dass Jesus für seine Feinde bittet?«
Aber andere verspotten ihn. Die Soldaten verteilen seine Kleider und losen, wer sie kriegen soll (Kleider zu Soldaten legen). Die Männer des Hohen Rates rufen Jesus zu (Hohepriester zu Jesus stellen): »Du hast vielen geholfen. Jetzt hilf dir doch selbst. Wenn du der versprochene Retter von Gott bist, dann wirst du das ja wohl können.«

Das Schild

Dann verspotteten ihn wieder die Soldaten. Sie geben ihm Essig. Und dann rufen sie ihm zu: »Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich doch selbst!« Und dabei lachen sie schallend. »Ich hab eine Idee«, sagt einer der Soldaten. »Wir schreiben auf ein Schild: König der Juden. Und dann nageln wir es über seinem Kopf an.« Genauso machen sie es dann und dabei können sie sich kaum halten vor Lachen (Schild mit Aufschrift auf Kreuz legen)

Die beiden Verbrecher

Und sogar einer der Verbrecher, der neben ihm am Kreuz ist, fängt an, Jesus zu verspotten (eine Figur zu Jesus drehen): »Bist du nicht der Christus? Dann hilf dir und uns gefälligst! Mach, dass wir hier wegkommen und weiterleben können.«
Doch dann mischt sich der ein, der auf der anderen Seite ist (andere Figur zu Jesus drehen). »Was sagst du da? Hast du gar keine Achtung vor Gott?«, weist er den anderen zurecht. »Wir haben etwas getan, wofür wir hier bestraft werden.«

Liebe und Kraft gehen von Jesus aus

Aber Jesus hat nichts Unrechtes getan. Er ist hier ohne Schuld. Er schaut Jesus an und er spürt sogar in dieser Situation seine Liebe und seine Kraft (Papierherz zwischen Jesusfigur und Verbrecherfigur legen). Darum traut er sich, Jesus um etwas zu bitten: »Jesus, denke an mich, wenn du zu Gott kommst.« Und Jesus antwortet ihm: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.« Und er ist sich plötzlich ganz sicher: Das hier ist nicht das Ende. Der Tod ist nicht das Ende. Jesus wird ihn mitnehmen, dorthin, wo das Leben ganz heil ist und wo die Liebe Gottes wohnt. Trotz allem, was in seinem Leben nicht gut war, wird er bei Gott sein.

Sonnenfinsternis

Gegen Mittag verdunkelt sich plötzlich der Himmel. Die Sonne (Sonne hinlegen und eine Wolke darüberlegen) ist wie verfinstert und das ganze Land ist dunkel. Und Jesus schreit ganz laut: »Vater, in deine Hände gebe ich mein Leben.« Das sind seine letzten Worte, dann stirbt Jesus (Jesus hinlegen, kurze Zeit der Stille). Gleichzeitig reißt im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten mitten durch. Nun spottet niemand mehr. Sogar der römische Hauptmann erkennt, dass Jesus ein ganz besonderer Mensch war. Aber auch alle, die einfach nur schaulistig waren und sich einen Spaß daraus machen wollten, werden plötzlich ganz leise. Sie gehen betroffen in die Stadt zurück. Unterwegs sind sie still und nachdenklich (alle Figuren wieder auf den unteren Teil des Tuches bewegen). 

Unendlich traurig

Immer mehr Menschen gehen weg, und es wird immer leerer auf Golgatha. Aber dort, etwas entfernt, stehen noch welche ganz dicht beieinander (am Rand auf dem Berg drei Figuren aufstellen). Sie reden leise und sehen sehr traurig aus. Wir schauen genau hin um zu sehen, wer das ist. Es sind die Freunde, die Jesus gut kannten und mit ihm unterwegs waren. Auch die Frauen, die immer an seiner Seite waren, sind dabei (drei Frauen aufstellen). Sie können nicht fassen, was gerade passiert ist. Wie kann das sein? Jesus hat ihnen so viel Hoffnung und Mut gegeben. Er hat so vielen Menschen geholfen. Und nun haben sie völlig machtlos miterlebt, wie Jesus getötet wurde. Sie sind unendlich traurig. Und jetzt? Sie wollen gar nicht weggehen. Auch wenn Jesus tot ist, wollen sie wenigstens in seiner Nähe bleiben. Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, wie es jetzt weitergehen soll.

Lukas 24,1–12

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Material: dicke Filzer, großer Bogen Papier, auf dem steht: »Wenn ich über Ostern nachdenke, dann suche ich …« 

Schreibend und schweigend kann der Satz ergänzt, Ideen dazu notiert werden. Alles, was geschrieben wurde, kann ergänzt, befragt, kommentiert oder verbunden werden. Anschließend kann über das Geschriebene ein Austausch stattfinden.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Eingangsgebet

Lieber Gott!
Manchmal sind wir unterwegs und denken, dass wir schon genau wissen, was uns am Ziel erwartet. 
Z. B. wenn wir zu Oma und Opa fahren. 
Oder wir in die Schule oder in die Kita gehen. 
Manchmal sind wir morgens auch einfach traurig oder ärgerlich. Und wir denken: »Der ganze Tag wird so weitergehen.«
Und dann passiert etwas ganz anderes.
Etwas Überraschendes. Etwas, womit wir nicht gerechnet haben. Etwas, wonach wir gar nicht gesucht haben. Etwas, das uns tröstet, worüber wir uns freuen. Etwas, das alles zum Guten verändert. 
Gott, schenke uns immer wieder solche freudigen Überraschungen. 
Gott verändere immer wieder deine Welt zum Guten. Amen.

Schlussgebet

Lieber Gott!
Vielen Dank, dass Jesus lebendig ist! 
Es war so traurig, als er gestorben war. 
Du hast ihm das Leben neu geschenkt.
Auch wenn er nicht mehr hier auf der Erde ist, ist er lebendig bei dir. 
Leben ist etwas Wunderbares, Gott. 
Wie schön, dass du das Leben geschaffen hast.
Vielen Dank für unser Leben. 
Vielen Dank für das Leben von allen, 
die wir liebhaben und gerne mögen.
Vielen Dank, dass auch die Gestorbenen bei dir weiterleben können.
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Holz-Osterei gestalten (für Jüngere)

Material: Holz-Ostereier (Höhe 6 cm, Kindergartenbedarf), diverse Farben 
Zur Geschichte kann ein Ei gestaltet werden.
Für Ältere: Siehe unter »Erzählung für 
Ältere«)

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Eine Erzählung im Sand
Material: Sanderzählsack oder stabiles Tuch mit Quarz- oder unbehandeltem Fugensand; 10 Figurenkegel (3 Kegel = Frauen mit unterschiedlich farbigen Stoffumhängen; 2 Kegel = Gestalten mit weißen Umhängen, 5 Kegel = Jünger); Plastikschüssel als Grabhöhle; Korb für das Erzählmaterial;
alle Erzählanweisungen sind aus der Sicht der Erzählperson.

Was die drei Frauen mit Jesus erlebt haben

Das ist Maria von Magdala. 
(Eine Frau links vor sich in den Sand stellen.) 
Das ist Maria, die Mutter von Jakobus. (Weitere Frau dazustellen)
Und das ist Johanna. 
(Dritte Frau dazustellen)
Sie sind Freundinnen von Jesus. Sie sind mit ihm und seinen anderen Freunden durchs Land gezogen. Sie haben gehört, wie Jesus von Gott erzählt. Sie haben erlebt, wie Jesus Menschen geheilt hat. 

Jesus wurde begraben

Und sie haben gesehen, wie er am Kreuz gestorben ist. An diesem furchtbaren Freitag. Sie haben so viel geweint und sind unendlich traurig. Noch am Freitagabend ist Jesus in aller Eile in eine Grabhöhle gebracht worden. Denn der Samstag, der Schabbat, der Tag zum Ausruhen, bricht bald an. Für ein ordentliches Begräbnis war keine Zeit mehr. 
Doch die drei Frauen konnten rechtzeitig vor dem Schabbat noch wohlriechende Öle und Salben zubereiten. 

Wohlriechende Öle

Nun ist der Samstag, der Schabbat vorüber. Und am Sonntagmorgen hält die drei Frauen nichts mehr. Jetzt wollen sie nachholen, was für sie zu einem ordentlichen Begräbnis gehört. Sie wollen Jesus noch einmal etwas Gutes tun, nach all dem Leid am Kreuz. Deshalb stehen sie ganz früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Auch in ihnen ist es dunkel. Denn sie sind so traurig. Sie machen sich auf den Weg zur Grabhöhle, wo Jesus liegt.
(Frauen nach und nach langsam, diagonal durch den Sand gehen lassen.) 

An der Grabhöhle

Gerade als die Sonne aufgeht, erreichen sie die Grabhöhle. Das hier ist die Grabhöhle. (Schüssel vor den Frauen aufrecht in den Sand hineinschieben und dabei den unteren Schüsselteil mit Sand befüllen; zusätzlich von hinten die Schüssel mit einem Sandwall stabilisieren. Das Ganze so anordnen, dass die offene Grabseite zu den Kindern zeigt.)
Die Frauen blicken auf. Und da sehen sie: Der Stein, der das Grab verschlossen hat, ist weggerollt. Das Grab ist offen. Also gehen sie hinein. 
(Frauen ins Grab stellen)
Doch Jesus ist nicht dort. Das Grab ist leer. Darüber werden die drei noch trauriger.

Die zwei Gestalten

Da treten zwei Gestalten zu ihnen. 
(Zwei Gestalten an den rechten Grabrand stellen) 
Die Gestalten tragen glänzende, leuchtende Gewänder. Die Frauen werden von Ehrfurcht ergriffen. Sie spüren: Das hier ist etwas ganz Besonderes. Und das macht ihnen großen Eindruck. In ihren Herzen wissen sie: »Das hier sind Gesandte Gottes, die vor uns stehen.« Deshalb verneigen sie sich tief vor den beiden Gestalten. 
(Frauen mit Kopf nach vorne vor die Gestalten hinlegen) 

Er ist auferstanden

Die Gestalten fragen die Frauen: »Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Erinnert euch daran, was er euch erzählt hat, als ihr noch zusammen in Galiläa wart: Dass er am Kreuz sterben und nach drei Tagen auferstehen wird.« 
Ja, jetzt erinnern sich die Frauen wieder. 
(Gestalten wegnehmen) 
Sie stehen auf. 
(Frauen hinstellen)
Sie drehen sich um. 
(Frauen umwenden)
Und laufen zurück zu den anderen Freundinnen und Freunden von Jesus. 
(Frauen rasch zur Ausgangsposition zurücklaufenlassen) 

Eine unglaubliche Geschichte

Das sind die anderen Freunde und Freundinnen von Jesus. 
(Die Jünger dazustellen) 
Die Frauen erzählen ihnen genau, was sie am Grab erlebt haben. Doch die glauben ihnen nicht. Sie halten das für völligen Unsinn. 
Das ist Petrus. 
(Auf eine Jüngerfigur zeigen)
Er steht als einziger auf und geht zur Grabhöhle. 
(Petrus zur Grabhöhle gehen lassen)
Er bückt sich und schaut hinein. 
(Figur vorbeugen und hineinschauen lassen)
Doch er sieht nichts, außer Leinentücher, die daliegen. Darin war Jesus eingewickelt, als man ihn beerdigt hat. 
Petrus geht wieder weg vom Grab. 
(Petrus umdrehen und zurückgehen lassen)
Und er wundert sich über das, was geschehen ist. 
Ein Gespräch kann sich anschließen zu folgenden Fragen:

Erzählung für Ältere

Erzählung mit Zuckerkreide
Material: Zuckerkreide (Herstellung: an eckiger, farbiger und weißer Tafelkreide das Papier entfernen, die Kreidestücke halbieren und 60 Minuten in stark gezuckertes Wasser legen. Erst kurz vor dem Malen herausnehmen und auf Teller legen. Die Kreide zum Malen quer nehmen); je Kind einen schwarzen Bogen Tonkarton (den Bogen quer falten; zum Malen den Bogen quer vor sich legen, die offene Seite zeigt nach oben); Küchenpapier.
Vor der Erzählung bekommt jedes Kind einen gefalteten Bogen. Während der Erzählung malt es nach, was die Erzählperson malt oder gestaltet frei. In jedem Fall genügend Zeit zum Malen geben.
Die Figuren werden einfach dargestellt: Kopf und dreieckiger Körper.

Was die drei Frauen mit Jesus erlebt haben

Maria von Magdala (links blaue Figur malen), Maria, die Mutter von Jakobus (rote Figur dazumalen) und Johanna (grüne Figur dazumalen) sind Freundinnen von Jesus. Sie sind mit ihm und seinen anderen Freunden durchs Land gezogen. Sie haben gehört, wie Jesus von Gott erzählte. Sie haben erlebt, wie Jesus Menschen geheilt hat.

Jesus wurde begraben

Und sie haben gesehen, wie er am Kreuz gestorben ist. An diesem furchtbaren Freitag.
Sie haben so viel geweint danach und sind unendlich traurig. Noch am Freitagabend ist Jesus in aller Eile in eine Grabhöhle gebracht worden. Denn der Samstag, der Schabbat, der Tag zum Ausruhen bricht an. Für ein ordentliches Begräbnis ist keine Zeit gewesen. 

Wohlriechende Öle

Doch die Frauen konnten noch rechtzeitig vor dem Schabbat wohlriechende Öle und Salben zubereiten. 
Nun ist der Samstag, der Schabbat, vorüber. Und am Sonntagmorgen hält sie nichts mehr. Jetzt wollen die Frauen nachholen, was bei ihnen zu einem ordentlichen Begräbnis gehört. Sie wollen Jesus noch einmal etwas Gutes tun, nach all dem Leid am Kreuz. Ganz früh sind sie auf. Es ist noch dunkel draußen. Auch in ihnen ist es dunkel, weil sie so traurig sind. 

An der Grabhöhle

Gerade als die Sonne aufgeht, erreichen sie das Grab. (rechts braune Höhle/Bogen malen) Sie blicken auf. Und da sehen sie: Der Stein, der das Grab verschlossen hat, ist weggerollt. Das Grab ist offen. Also gehen sie hinein. Doch Jesus ist nicht dort. Das Grab ist leer. Darüber werden die drei wieder traurig. 

Die zwei Gestalten

Da treten zwei Gestalten zu ihnen. Die tragen glänzende, leuchtende Gewänder. (Mit Weiß und Gelb zwei Gestalten in die Grabhöhle malen) Die Frauen werden von Ehrfurcht ergriffen. In ihren Herzen wissen sie, dass hier Gesandte Gottes vor ihnen stehen. Daher verneigen sie sich tief vor den beiden Gestalten. 

Er ist auferstanden

Die beiden fragen die Frauen: »Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Erinnert euch daran, was er euch erzählt hat, als ihr noch zusammen in Galiläa wart: Dass er am Kreuz sterben und nach drei Tagen auferstehen wird.« 
Ja, jetzt erinnern sich die Frauen wieder daran. Deshalb drehen sie sich um und laufen zu den anderen Freundinnen und Freunden von Jesus. (Bogen so auffalten, dass die hintere Hälfte nach vorne, unten kommt. Dann auf die untere Hälfte links die drei Frauen und braun einige weitere Figuren malen.) 

Eine unglaubliche Geschichte

Die Frauen erzählen ihnen genau, was sie am Grab erlebt haben. Aber die glauben ihnen nicht. Sie halten das für leeres Gerede und völligen Unsinn. Nur Petrus steht auf und geht zur Grabhöhle. (Rechts braune Grabhöhle malen) Petrus bückt sich und schaut durch die Öffnung hinein. (Links der Grabhöhle braune Figur malen) Doch er sieht nichts außer den Leinentüchern, in die man Jesus gewickelt hat. (Weißes »Tuch« auf den Boden der Grabhöhle malen) Die liegen nutzlos im Grab. Da geht Petrus wieder weg vom Grab. Und er wundert sich über das, was geschehen ist. 

Ein Gespräch kann sich zu folgenden Fragen anschließen:

Zum Schluss können die Bilder mit Zuckerkreide weiter gestaltet werden.

Der besondere Tipp …

Mein Mini-Wimmelbuch von Ostern
Minibüchlein

Die kindgerechte Erzählung der biblischen Ostergeschichte wird begleitet von Bräuchen, die es rund ums Osterfest gibt, doppelseitigen Wimmelbildern zum Suchen, Entdecken und gemeinsamen Raten (hier machen kleine Symbole am Bildrand einen Anfang) und einem Rätsel auf der Buchrückseite. Ein schönes und unterhaltsames Mitgebsel für alle Kinder in der Kirche mit Kindern. 
€ 2,00 (ab 25 Ex. je € 1,95; ab 20 Ex. je € 1,90); Best.-Nr. 2182

Lukas 24,13–35

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Mahlfeier mit Brot und Saft 

Material: Gießkelch und kleine Becher
»Wir teilen jetzt miteinander Brot und Saft – wie in der Geschichte. Und erinnern uns an Jesus. Er hat versprochen: Immer, wenn wir so miteinander Brot und Kelch teilen und uns erinnern, ist er da, auch wenn wir ihn nicht sehen.«

Kreative Umsetzung der Geschichte
»Jesus-geht-mit-Erinnerungs-Figur«

… für die Hosentasche o. ä. gestalten
Material: Holzfigurenkegel in verschiedenen Größen, Filzstifte, Stoffstücke, Klebstoff

Der besondere Tipp …



Vom Weizenkorn zum Osterei
Kinder erleben die Passions- und Osterzeit

Die Passions- und Osterzeit ist zentral für unseren christlichen Glauben. Doch es ist gar nicht so leicht, diese Themen für Kinder begreiflich zu machen.

Dazu gibt es diese Arbeitshilfe, die jede Menge praxiserprobtes Material enthält:

  • Passions- und Osterprojekte
  • Gottesdienste und Feiern
  • Kurzandachten und meditative Impulse
  • Bausteine zum Erzählen und Erleben 
  • Bastel-, Kreativ- und Mitmachideen

Für viele Gruppen geeignet wie Kita, Grundschule, Gemeinde. 

€ 19,80; Best.-Nr. 2125

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Eine Erzählung im Sand
Material: Sanderzählsack oder stabiles Tuch mit Quarz- oder unbehandeltem Fugensand; 7 Figurenkegel (1 Kegel = Jesus mit Stoffumhang; 6 Kegel = Jünger); 2 Bauklötze (für Jerusalem/Emmaus), Holzkreuz, Puppenstubentisch oder aus Bauklötzen, ein Stück Brot, Korb für das Erzählmaterial;
alle Erzählanweisungen sind aus der Sicht der Erzählperson.

Was bisher geschah

Hier ist Jerusalem.
(mittig vor sich einen Bauklotz in den Sand legen) Vor drei Tagen ist dort etwas sehr Trauriges geschehen. Auf einem Hügel außerhalb der Stadt (links von Jerusalem Sandhügel formen) ist Jesus gekreuzigt worden und gestorben. (Kreuz in den Hügel stecken) Für die Freunde und Freundinnen von Jesus ist die Welt zusammengebrochen. Sie sind so traurig. Sie wissen nicht, was sie jetzt machen sollen. So ohne Jesus. 

Wieder nach Hause zurück

Das hier ist einer der Freunde Jesu. Er heißt Kleopas. (Kleopas in der geöffneten Hand herumzeigen, dann vor Jerusalem hinstellen) Und das hier ist noch ein Freund. Seinen Namen kennen wir leider nicht. (Zweite Figur in der geöffneten Hand herumzeigen, zu Kleopas stellen) Die beiden beschließen, nicht mehr in Jerusalem zu bleiben. Jetzt, wo Jesus tot ist. Sie wollen wieder nach Hause gehen. Zurück in ihr Dorf. Nach Emmaus. Hier ist Emmaus. (Bauklotz diagonal von Jerusalem stellen) Und das ist der Weg, der von Jerusalem nach Emmaus führt. (Mit einigen aneinandergelegten Fingern im Sand einen Weg von Jerusalem nach Emmaus ziehen) Auf diesem Weg gehen Kleopas und sein Freund. (Beide Figuren abwechselnd langsam ein Stück auf dem Weg gehen lassen und weitererzählen. Beachte:  Fasse die Figuren am Körper an!) 

Im Gespräch

Die beiden reden miteinander. Sie sprechen über Jesus. Sie sprechen darüber, wie er gestorben ist. Sie erinnern sich daran, wie es war, als Jesus noch lebte. (Figuren anhalten) Manchmal weinen sie auch.
Plötzlich ist da noch einer. (Jesus in der geöffneten Hand herumzeigen, zu den beiden stellen) Er geht einfach neben ihnen her und hört ihnen zu. (Jetzt die drei Figuren abwechselnd auf dem Weg gehen lassen) Schließlich fragt der Fremde: »Wovon redet ihr zwei da? Was ist denn geschehen?« Da bleiben sie stehen. (Figuren nicht weiterbewegen) »Weißt du denn nicht, was in Jerusalem geschehen ist?« – »Was denn?«, fragt der Fremde. Da antwortet Kleopas: »Na, das mit Jesus! Wir dachten, er kommt von Gott kommt. Er hat uns so viel von Gott erzählt. Wie Gott sich die Welt wünscht: gerecht und voll Frieden. Und er hat Menschen geheilt und wieder froh gemacht. Es war wunderbar mit ihm. Jetzt lebt Jesus nicht mehr. Sie haben ihn getötet. Das ist jetzt drei Tage her.« Und Kleopas‘ Freund ergänzt: »Und heute Morgen haben uns drei unserer Freundinnen erschreckt. Sie sind zur Grabhöhle gegangen, in die Jesus gelegt worden war. Aber der Stein, der das Grab verschlossen hatte, war weggerollt. Und das Grab war leer. Und dann waren da zwei Engel. Die haben ihnen gesagt: ›Jesus lebt.‹ Aber das kann doch gar nicht sein!« 
Das alles erzählen die beiden dem Fremden. Der fragt: »Und was sucht ihr jetzt hier, auf diesem Weg?« – »Wir wollen einfach nur nach Hause«, sagt Kleopas. »Wir wollen dorthin zurück, wo alles noch gut war.« Der Fremde hört ihnen lange zu. Er lässt sie erzählen: von ihren Erinnerungen und ihrem Kummer. Er lässt sie weinen. Und das tut ihnen gut. 

Der Fremde erzählt

Schließlich beginnt der Fremde, zu reden (Figuren anhalten). Er erzählt davon, 
… wie Gott Jesus ausgesucht und in die Welt geschickt hat als Messias, als Retter.
… dass Jesus so gelebt hat, wie Gott es will.
… wie Jesus für die Menschen da war und er Kranken und Traurigen geholfen hat.
… wie Jesus sich um Einsame und Verachtete gekümmert hat.
… wie er sich für alle Menschen eingesetzt hat und deshalb mit den Mächtigen Streit bekommen hat.
… wie er die Menschen wieder mit Gott zusammengebracht hat.
… und wie er bereit war, für seine Überzeugung sogar zu sterben, weil er wusste: Gott ist bei ihm. 

Die Herzen werden warm

Und während der Fremde so redet und ihnen all das erklärt, da wird es Kleopas und seinem Freund warm ums Herz. Schließlich kommen die drei nach Emmaus. (Figuren bis nach Emmaus gehen lassen) Inzwischen ist es Abend geworden. Die drei bleiben vor Kleopas‘ Haus stehen. (Links neben Emmaus mit dem Finger ein Viereck in den Sand zeichnen)

Bleib bei uns!

Da sagen die beiden zu dem Fremden: »Bleib doch bei uns. Es ist ja schon Abend geworden.« Der Fremde nickt, und zusammen gehen sie ins Haus. (Die drei Figuren ins Hausviereck stellen: Jesus mittig, die beiden anderen jeweils etwas schräg vor ihm) Sie wollen gemeinsam zu Abend essen. (Tisch zwischen die Figuren stellen) Auf dem Tisch liegt ein Brot. (Brotstück auf den Tisch legen) Der Fremde nimmt das Brot. (Erzähler*in nimmt Brotstück in beide Hände und hält es über den Tisch.) Er dankt Gott dafür. Dann bricht er es auseinander. (Brotstück durchbrechen) Ein Stück reicht er Kleopas (Stück auf dem Tisch zu Kleopas legen), das andere dessen Freund. (Ein Stück zum Freund legen)

Erkennen

Und da erkennen sie den Fremden. Da verstehen sie, wer sie die ganze Zeit begleitet hat. Und da ist Jesus verschwunden. (Jesus von oben mit einer Hand verdecken und wegnehmen, zurück in den Korb legen) Doch das macht den Jüngern jetzt nichts mehr aus! 

Weitererzählen

Im Gegenteil. Kleopas sagt: »Mir ist ganz warm ums Herz geworden, als er uns unterwegs alles erklärt hat.« – »Ja«, sagt der Freund, »und diese Wärme ist immer noch da, weil Jesus wirklich lebt. Jesus ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht sehen.« – »Komm!«, ruft da Kleopas. »Wir müssen zurück nach Jerusalem und es den anderen erzählen.« 
Und so laufen sie schnell zurück nach Jerusalem. (Beide Figuren abwechselnd schnell nach Jerusalem zurückgehen lassen) 
Hier sind die anderen Freundinnen und Freunde von Jesus. (Figuren herumzeigen und zu Jerusalem stellen) Die sagen den Kleopas und seinem Freund: »Jesus lebt! Petrus hat ihn gesehen!« Da nicken Kleopas und sein Freund eifrig und sagen: »Wir auch! Er ist mit uns gegangen. Den ganzen Weg bis nach Emmaus. Aber erkannt haben wir ihn erst, als er das Brot auseinandergebrochen und uns gegeben hat.«

Der besondere Tipp …

Die Emmausgeschichte
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Auch mit den eindrücklich von Petra Lefin illustrierten Bildern (DIN-A3) wird die Geschichte nacherlebbar.
12 Bildkarten inkl. komplett ausgearbeitetem Textvorschlag

€ 18,00; Best.-Nr. 3407


Osterpanorama
Bastelbogen

Zu diesem Bastelbogenklassiker gibt es nicht viel zu sagen: Aus 5 Einzelszenen entsteht ein ca 60 cm breites Panorama in 3D-Optik, das die Passions- und Ostergeschichte erzählt und ausgemalt werden kann.

€ 2,60 (ab 10 Ex. je € 2,40);

 Best.-Nr. 027

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere


Erzählung mit Legebild

Material: 3 Holzkegelfiguren (eine davon mit Stoffumhang); geschwungener Weg aus Tonpappe; ein Stück Brot; Karteikarten 
DIN A6; Stifte.
Alle Erzählanweisungen sind aus der Sicht der Erzählperson.
Zwei Menschen. 
(Die zwei Figuren ohne Umhang links stellen)
An einem Ort, an dem sie nicht zu Hause sind. Sie haben etwas Trauriges erlebt. 
Ich frage mich: Welche traurigen Erlebnisse können Menschen haben? 
(Die Kinder können ihre Ideen auf Karten schreiben, die sie zu den beiden Figuren legen können. Wer mag, liest das Geschriebene dabei vor. Genügend Zeit geben.)
Ja, all das sind traurige Erlebnisse, die Menschen haben können. Diese beiden hier sind Freunde von Jesus. Und sie haben erlebt, dass Jesus in Jerusalem getötet wurde. Das ist ihr trauriges Erlebnis. Jetzt wollen sie nicht mehr in Jerusalem bleiben. (Papierweg diagonal zu den Figuren legen) Sie machen sich auf den Weg. Sie wollen wieder nach Hause zurück. In ihr Dorf, nach Emmaus. (Figuren ein Stück gehen lassen)
Ich frage mich: Warum wollen die beiden nach Hause? Was suchen sie dort? 
(Wie oben)
Ich denke, sie wollen zurück, weil sie sich zu Hause geborgen fühlen. Vielleicht weil sie dort leichter vergessen können, was geschehen ist. Vielleicht weil sie sich wünschen, dass alles so sein soll wie vor dem traurigen Ereignis. 
So gehen sie miteinander. (Figuren stets langsam weiterbewegen) 
Plötzlich gesellt sich einer zu ihnen. (Jesusfigur dazustellen) Sie haben diesen Fremden gar nicht kommen sehen. Er ist einfach da. Und er fragt die beiden: »Was ist passiert?« Und die beiden erzählen. Die beiden können sich alles von der Seele reden: »Wir haben Jesus sehr gemocht. Wir haben gehofft, dass mit Jesus alles anders und besser wird für die Menschen. Jetzt sind wir so traurig, weil er tot ist. Und wir wissen nicht, wie es jetzt weitergeht. Es gibt auch Gerüchte, dass Jesus wieder lebendig ist. Aber das sind natürlich nur Gerüchte. Denn das ist Unsinn.« 
Ich frage mich: Wie ist das, wenn jemand wirklich zuhört? 
(Wie oben)
Der Fremde hört zu. (Alle drei Figuren stetig weiterbewegen) Und dann erzählt er. Er erzählt davon,
… wie Gott Jesus ausgesucht und in die Welt geschickt hat als Messias, als Retter.
… dass Jesus so gelebt hat, wie Gott es will.
… wie Jesus für die Menschen da war und er Kranken und Traurigen geholfen hat.
… wie Jesus sich um Einsame und Verachtete gekümmert hat.
… wie er sich für alle Menschen eingesetzt hat und deshalb mit den Mächtigen Streit bekommen hat.
… wie er die Menschen wieder mit Gott zusammengebracht hat.
… und wie er bereit war, für seine Überzeugung sogar zu sterben, weil er wusste: Gott ist bei ihm. 
Schließlich kommen sie in Emmaus an. (Figuren zum Ende des Weges gehen lassen) Es ist Abend geworden. Und die beiden laden den Fremden ein, gemeinsam zu Abend zu essen. (Brot zu den Figuren legen) Der Fremde nimmt das Brot (Brot nehmen), dankt Gott dafür, bricht es auseinander (Brot teilen) und gibt jedem der Freunde ein Stück (zu jedem ein Stück legen) Da erkennen sie ihn. Es ist Jesus! 
Im nächsten Moment ist Jesus weg. (Jesusfigur wegnehmen) Doch das ist jetzt für die Freunde gar nicht mehr schlimm. 
Ich frage mich: Was hat sich für die beiden Freunde verändert? 
Was werden sie jetzt wohl machen? 
(Wie oben)
Den beiden Freunden ist warm ums Herz geworden. Das hat schon unterwegs angefangen, als Jesus mit ihnen gegangen ist. Diese Wärme ist immer noch da, weil Jesus lebt. Weil er bei ihnen ist – auch wenn sie ihn nicht sehen. Deshalb stehen die beiden auf und laufen zurück nach Jerusalem.
(Figuren rasch den Weg zurücklaufen lassen) Denn das sollen alle erfahren. 

Der besondere Tipp …

Peter Hitzelberger (Hg)
Jesus-Geschichten mit Legematerial erzählen

Wer weiteres Material zu den Passions- und Ostergeschichten möchte und zusätzliche Informationen zu den biblischen Texten oder Impulsen für das Gespräch mit den Kindern für hilfreich erachtet, ist mit diesem Buch an der richtigen Stelle.
Außer dem oben Genannten enthält es aussagekräftige Fotos, die kompletten Erzähltexte, Hinweise zum Legematerial sowie Gebets- und Liedvorschläge.

€ 21,00; Best.-Nr. 2178

junge-gemeinde.de

– ein wahrhaftiger Held

1. Samuel 3 (i. A.)

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Da rief Gott nach Samuel (Bibelhits. 100 Kinderlieder zum Alten und Neuen Testament 45)

Psalm, Segen

Siehe hierzu unter »Liturgische Elemente«
Oder Psalm 121 in einfacher Sprache, ergänzt durch einen Kehrvers (fett):
Gott behütet mich, heute und immer.
Ich schaue hinauf zu den Bergen.
Woher kommt Hilfe?
Mir hilft Gott.
Gott behütet mich, heute und immer.
Er hat Himmel und Erde gemacht.
Gott passt auf. Dann gehst du sicher.
Gott passt auf. Er ist immer wach.
Was immer du tust, Gott ist da.
Gott behütet mich, heute und immer.
Am Tag, wenn die Sonne scheint.
Und in der Nacht, 
wenn der Mond am Himmel ist.
Gott behütet dich vor allem Bösen.
Gott behütet mich, heute und immer.
Deine Seele bleibt gesund.
Gott behütet dein Ende.
Und deinen neuen Anfang.
Jetzt, heute, morgen, jeden Tag, immer.
Gott behütet mich, heute und immer.

Segen (mit Bewegungen)

Gott gebe uns Mut. 
(Mit der Faust auf die Brust klopfen)
Gott gebe uns Kraft. 
(Arme anwinkeln und Muskeln anspannen)
Gott mache uns klug. 
(Mit Zeigefinger an Stirn und wieder wegbewegen)
Gott lasse uns immer spüren, dass er da ist. (Sich selbst umarmen)
Über dir, unter dir und um dich herum. 
(Hände nach oben, nach unten, dann um sich selbst drehen)
Amen. (Hände falten)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Szenenspiele zum Thema

Es ist wichtig, dass Kinder von Erwachsenen gehört und ernst genommen werden. Daher werden im Anschluss an die Erzählungen kleine Szenen zum Thema gespielt: »Ich errege bei einem Erwachsenen Aufmerksamkeit.«
Anschließend findet ein Austausch statt: 

Hör-Spiele
Flüstertüte basteln

Aus einem (bemalten) Papier/Karton wird eine Flüstertüte gerollt, die auch als Hörrohr verwendet werden kann.



(Beide Fotos: Friederike Heinzmann)

Nach der Geschichte 

wird ein Kind auf Papier aufgemalt. Die Kinder können in dieses Kind Heldeneigenschaften malen/schreiben (siehe hierzu auch »Zur Gestaltung der Reihe«)

Der besondere Tipp …

Biegepuppe Prophet

Ihr könnt diese Biegepuppe (12 cm hoch) nach Belieben auch für andere Personen verwenden. Zusammen mit einigen weiteren Biegepuppen* kann die Samuelgeschichte den Kindern eindrücklich erzählt werden.

€ 9,70; Best.-Nr. 664
* Z. B. mit dem Biegepuppen-Schnupperset 1 (Best.-Nr. S676) und Biegepuppen-Schnupperset 2 (Best.-Nr. S677).




David und Goliat
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Passt zum nächsten Sonntag

Die Bilder von Petra Lefin bieten eine weitere Möglichkeit, die Geschichte vom mutigen, kleinen Hirtenjungen zu erzählen.

€ 18,00; Best.-Nr. 3266

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Samuel wohnt im Tempel

Es ist Nacht. Samuel liegt in seinem Bett. Samuel ist ein Kind. Er wohnt an einem besonderen Ort. Er wohnt in einem Tempel. Ein Tempel ist so etwas Ähnliches wie eine Kirche. Menschen treffen sich dort, um zu Gott zu beten. Dort wohnt auch der Priester Eli. Eli ist ein Mann Gottes. Er kennt sich gut aus mit Gott. Samuels Mama möchte, dass Samuel auch ein Mann Gottes wird. Deshalb wohnt Samuel bei Eli.

Die Stimme in der Nacht

Jetzt liegt Samuel im Bett. Auch Eli schläft schon. Plötzlich hört Samuel eine Stimme: »Samuel.«
Überrascht setzt sich Samuel im Bett hin. Dann steht er auf und geht zu Eli. »Was Eli wohl mitten in der Nacht von ihm will?« Samuel weckt Eli: »Hier bin ich. Du hast mich gerufen.« Eli reibt sich müde die Augen. »Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen.«

Und wieder die Stimme

Samuel legt sich wieder ins Bett. Gerade, als er eingeschlafen ist, hört er wieder die Stimme: »Samuel.« Samuel wundert sich. Er steht auf und geht zu Eli: »Hier bin ich. Du hast mich gerufen.« Eli wird jetzt ein bisschen wütend. Er schickt Samuel wieder zurück ins Bett. Samuel zieht die Bettdecke über den Kopf und schläft ein. Plötzlich hört er wieder die Stimme: »Samuel.« Samuel erschrickt. Außer ihm und Eli ist doch niemand im Tempel. Wieder geht Samuel zu Eli. Er weckt Eli. Samuel sagt: »Du hast mich gerufen.« Eli schüttelt den Kopf. Dann kratzt er sich am Kopf. »Das könnte es sein«, sagt Eli nachdenklich. »Samuel, das ist die Stimme Gottes, die du hörst. Wenn du sie das nächste Mal hörst, sagst du: ›Rede. Ich höre dir zu.‹«

»Ich höre dir zu«

Samuel legt sich wieder hin und schläft ein. Da hört er wieder die Stimme: »Samuel.« Da sagt Samuel: »Hier bin ich. Rede. Ich höre dir zu.« Und Gott redet mit Samuel. Gott hat eine wichtige Botschaft für Samuel. Samuel soll sie Eli weitersagen. Aber was Gott da sagt, ist gar nicht gut für Eli. Samuel erschrickt.

Die Botschaft

Am nächsten Morgen möchte Eli wissen, was Gott zu Samuel gesagt hat. Samuel schüttelt traurig den Kopf. Er traut sich nicht, Eli zu sagen, was er gehört hat. Eli will das bestimmt nicht hören. Eli wird ihm nicht glauben. Eli wird denken: »Samuel ist ja nur ein Kind.«
Aber da täuscht sich Samuel. Eli möchte alles wissen, auch das Schreckliche. Eli hört gut zu. Er sagt zu Samuel: »Ich glaube dir. Das war Gott, der mit dir geredet hat. Er wird tun, was er für richtig hält.«
Ab da redet Gott immer wieder mit Samuel. Samuel bekommt viele Botschaften von Gott. Er erzählt sie weiter. Samuel ist ein Held Gottes.

Erzählung für Ältere

Spielszene
Die Erzählperson verkleidet sich.

Samuel – ein kleiner Held Gottes

Ich bin ein Kind. Ich heiße Samuel. Ich bin ein kleiner Held Gottes. In der Bibel stehen Geschichten von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichten nicht. Eine Geschichte handelt vom Hören und Gehörtwerden. Aber das wusste ich am Anfang nicht. Ich wusste nicht, dass ich hinhören und Gott zuhören muss. Und ich wusste auch nicht, dass es Mut braucht, Gottes Botschaft weiterzugeben. Und dass es wichtig ist, dass andere mir zuhören, wenn ich eine Botschaft habe. Wir Kinder erleben es ja oft, dass uns nicht geglaubt wird. Oft denken die Erwachsenen, wir sind zu klein. Sie hören uns nicht zu. Sie denken, wir wissen nichts oder wissen zu wenig. Sie denken, wir sind nicht stark oder mutig genug. Sie fragen sich: »Was kann ein Kind schon ausrichten?«
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Gott redet auch mit uns Kindern. Wir haben Botschaften. Und die Erwachsenen müssen uns zuhören.

Am Anfang

Meine Geschichte beginnt eigentlich bereits vor meiner Geburt. Meine Mutter hat lange kein Kind bekommen. Dabei hat sie sich so sehr gewünscht, dass ich geboren werde. Immer wieder hat sie Gott darum gebeten. Sie hat Gott versprochen, dass ich ein Mann Gottes werde, wenn ich groß bin. Und dann wurde meine Mutter endlich schwanger, und ich kam zur Welt. Meine Mutter hielt ihr Versprechen. Damit ich ein Mann Gottes werde, wohne ich jetzt bei Eli. Eli ist ein Priester. Er ist selbst ein Mann Gottes. Ich wohne bei Eli im Tempel. Eli lehrt mich alles, was er über Gott weiß. Eli zeigt mir, wie man Gottesdienste feiert und die richtigen Gebete spricht.

Diese eine Nacht

Und dann kommt diese eine Nacht …
Wie jeden Abend lege ich mich im Tempel schlafen. Nur die Lampe Gottes brennt noch. Auch Eli hat sich bereits hingelegt und schläft. Plötzlich werde ich wach. Da hat mich doch jemand gerufen. Ganz deutlich habe ich meinen Namen gehört: »Samuel.« Ich gehe zu Eli und wecke ihn. Aber er hat mich nicht gerufen. Er schickt mich wieder ins Bett.
Gerade als ich eingeschlafen bin, höre ich wieder diese Stimme: »Samuel.« Wieder gehe ich zu Eli und wecke ihn. Eli wird langsam wütend. Erwachsene mögen es nicht, wenn wir Kinder sie im Schlaf stören. Oft denken sie: »Da ist doch nichts. Es gibt also keinen Grund, dass die Kinder uns wecken.« Eli schickt mich zurück in mein Bett.
Im Bett ziehe ich die Decke über den Kopf. Ich will nichts hören: keine Stimme und auch keine anderen Geräusche. Aber als ich schlafe … wieder: »Samuel.« Mir ist ganz schlecht. Im Tempel ist doch niemand. Deshalb wird Eli wieder sagen, dass er mich nicht gerufen hat. Aber wer soll es denn sonst sein? 
Weil ich mir nicht anders zu helfen weiß, gehe ich doch zu Eli. Zögerlich wecke ich ihn. Eli reibt sich die Augen. Jetzt denkt er nach. Er kratzt sich am Kopf. Dann murmelt er: »Ja … das könnte sein.« Etwas lauter sagt er zu mir: »Samuel, das ist Gott. Wenn du das nächste Mal die Stimme hörst, antwortest du: ›Rede, Herr, dein Knecht hört.‹« Damit schickt mich Eli wieder ins Bett. 

Die Stimme Gottes

Erneut lege ich mich hin. Und zum vierten Mal höre ich die Stimme. Aber jetzt weiß ich, was ich zu tun habe. Also antworte ich: »Rede, Herr, dein Knecht hört.« Und dann beginnt Gott, mit mir zu reden. Lange und viel. Ich höre zu. Lausche seinen Worten. Spüre sie in meinen Ohren und in meinem Herzen. Aber was ich da höre, macht mir Angst. Gott hat eine Botschaft für Eli. Ich soll sie Eli weitersagen. 
Doch das, was Gott da sagt, ist keine gute Botschaft. Die Botschaft bedeutet nämlich Unheil für Eli und seine Familie. Also wird Eli die Botschaft nicht hören wollen. Und wenn ich sie ihm sage, wird er mir nicht glauben. Er wird denken: »Ach, der Samuel ist ja noch ein Kind. Das hat eben schlecht geträumt.« 
Aber da täusche ich mich über Eli.

Die Botschaft

Denn am nächsten Morgen möchte Eli genau wissen, was Gott gesagt hat. Zuerst traue ich mich gar nicht, etwas zu erzählen. Aber Eli ermutigt mich, jedes Wort zu sagen und nichts zu verheimlichen. Und so rede ich. Ich überbringe ihm die Botschaft Gottes. Zum Schluss nickt Eli traurig und sagt: »Ja, das war Gott, der da mit dir gesprochen hat. Gott wird tun, was er für richtig hält.« Ich war erleichtert: Eli glaubt mir.

Die Samuelbücher

Nach Eli werden mir noch viele andere Menschen glauben. Könige und solche, die einmal König werden. Gott führt durch mich sein Volk in einer Zeit des Umbruchs. Viel verändert sich. Ich bin Gottes Prophet. Durch mich nimmt Gott Einfluss auf das Leben von Menschen. 
Das ist meine Geschichte mit Gott, sie zeigt: Wir kleinen Heldinnen und Helden müssen zuhören und hinhören und uns dann Gehör verschaffen. Und in allen von uns steckt ein Held oder eine Heldin.
Heute sind zwei Bücher in der Bibel nach mir benannt. Schaut mal, wo ihr sie findet.

– ein mutiger Held

1. Samuel 17

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Psalm

In diesem Gottesdienst kann Psalm 23 gesprochen werden. Dieser Psalm wird David zugeschrieben, der als Hirtenjunge Schafe hütet. Das Bild vom Hirten, der sich um die Schafe kümmert, wird im Psalm auf die Beziehung zwischen Gott und Menschen übertragen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Spiel: »Wer hat Angst vor Goliath?«

Nach der Erzählung wird dieses bekannte Spiel – jetzt mit »Goliath« – gespielt. 

Gespräch

Auf eine Papierrolle wird der Umriss einer zwei Meter großen Figur gezeichnet und aufgehängt. Die Kinder stellen sich davor. Sie können sich zu folgenden Fragen äußern:

Anschließend wird gemeinsam überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, solche Riesen zu besiegen. 
Die Ideen der Kinder werden nach Möglichkeit umgesetzt.

Nach der Geschichte 

Die Figur vom vergangenen Sonntag kann ebenfalls weiter mit »Heldeneigenschaften« ausgefüllt und beschriftet werden (siehe hierzu auch »Zur Gestaltung der Reihe«)

Mutsymbole basteln

(Foto: Friederike Heinzmann)

Mit den Kindern werden kleine Mutsymbole gesucht und gebastelt: Handschmeichler aus einem Stein, der beschriftet oder bemalt wird; ein Glücks(klee)blatt aus Papier ausgeschnitten und ein Mut machender Bibelvers draufgeschrieben … (s. Foto, Ecke unten links).

Schleudern basteln

Aus Pappbechern und Luftballons (s. restlicher Teil des Fotos).

Der besondere Tipp …

Mutig ist, wer Hilfe holt!
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater
Was hilft bei Mobbing unter Kindern? Ferri der Fisch versteht die Welt nicht mehr: Plötzlich sind alle gemein zu ihm.
Mit einer klar strukturierten Handlung und sympathischen Protagonisten, in die sich die Kinder gut einfühlen können, zeigt die Geschichte die Mechanismen von Mobbing kindgerecht auf.
16 DIN-A3-Bildkarten inkl. sofort verwendbarem Erzählvorschlag. Für Grundschule, Kita- und Kindergruppen geeignet. 

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Der Hirtenjunge David

David ist ein Hirtenjunge. Er hütet Schafe und Ziegen. Das heißt, er passt auf sie auf. David ist das jüngste Kind in der Familie. 

Ein Krieg bricht aus

Dann gibt es Krieg. Davids Brüder müssen gegen die Philister kämpfen. Die Philister sind die Feinde. Eines Tages schickt Davids Papa ihn zu seinen Brüdern. »Schau nach, wie es deinen Brüdern geht und bring ihnen etwas zu essen«, sagt der Papa. David geht zu seinen Brüdern. Sie sind in einem Lager mit vielen Zelten. Alle dort sind Soldaten. Alle müssen gegen die Philister kämpfen. Aber sie haben große Angst. 

Ein Riese

Bei den Philistern gibt es einen Riesen. Er ist viel größer als alle anderen. Er ist stark. Er kann gut kämpfen und er hat ein scharfes Schwert. Der Riese heißt Goliath. Goliath macht sich über Gott und über Davids Volk lustig. Dann sagt Goliath: »Wenn mich einer von euch besiegt, dann gewinnt ihr.«

David will gegen Goliath kämpfen

David sieht und hört Goliath. David geht zu König Saul. David sagt zu ihm: »Ich kämpfe gegen Goliath.« König Saul findet das keine gute Idee. David ist viel zu klein und zu jung dafür. David sagt ihm: »Wenn ich die Schafe hüte, muss ich gut aufpassen. Ich muss sie vor wilden Tieren beschützen. Ich habe schon gegen Löwen und Bären gekämpft.« Jetzt sagt König Saul Ja. Er gibt David eine schwere Rüstung, einen Helm und ein Schwert. Aber das ist alles zu groß und zu schwer für David. Stattdessen geht David zum Bach. Dort gibt es viele Steine. Richtige Mutsteine. Er sammelt fünf Steine. David braucht die Steine für seine Steinschleuder. Mit der kann er richtig gut schießen.

Gott hilft David

Und dann ist es so weit, David geht zu den Philistern. Als der Riese Goliath den kleinen David sieht, fängt Goliath laut an zu lachen. Er lacht David und Gott aus. Aber Goliath ärgert sich auch. Er will nicht gegen ein Kind kämpfen. Das ist doch viel zu einfach. Er will gegen einen starken, großen, gefährlichen Soldaten kämpfen. Goliath sagt gemeine Sachen über David und über Gott. David wehrt sich. Er sagt: »Ich kämpfe zusammen mit Gott. Ich werde dich besiegen.« Das macht Goliath so wütend, dass er sein Schwert zieht. Er greift an. David nimmt einen Stein. Er legt ihn in die Steinschleuder, zielt und trifft den Riesen genau am Kopf. Goliath fällt um. Er bleibt wie tot liegen. David hat den Riesen Goliath besiegt. Gott hat David geholfen. Der kleine Hirtenjunge David wird ein großer Held.

Wie es danach weitergeht

Später heiratet er die Prinzessin und wird König. Außerdem dichtet er viele Lieder. Die Geschichte zeigt: Manchmal muss man über sich hinauswachsen. Gott hilft uns. Gott macht uns zu Heldinnen und Helden.

Erzählung für Ältere

Spielszene
Die Erzählperson verkleidet sich.

David stellt sich vor

Ich bin ein Kind. Ich heiße David. Ich bin ein kleiner Held Gottes. In der Bibel stehen Geschichten von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichten nicht. Eine dieser Geschichten handelt davon, dass man manchmal mutig über sich hinauswachsen muss. Man muss sich dem stellen, was Angst macht. Gott hilft dabei. Aber das wusste ich am Anfang noch nicht. Wir Kinder erleben es ja oft, dass Erwachsene denken, wir Kinder seien ängstlich. Sie glauben, wir Kinder sind nicht mutig und stark. Sie fragen sich: »Was kann ein Kind schon ausrichten?«
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Gott gibt uns Mut. Mit Gottes Hilfe können wir über uns hinauswachsen und die Angst und das Böse besiegen.

Beim Hüten

Alles beginnt damit, dass ich wie an jedem Tag die Schafe und Ziegen hüte. Ich passe auf, dass ihnen nichts passiert. Während ich aufpasse, mache ich oft Musik. So auch heute. Da kommt einer meiner Brüder zu mir. Ihr müsst wissen: Ich habe sieben Brüder und zwei Schwestern. Ich bin der Jüngste. Mein Bruder sagt: »Der Prophet Samuel ist da.« Samuel ist auch ein Held Gottes. Der will mich sehen. Mich! Obwohl ich ein Kind bin. Als Samuel mich sieht, sagt er: »Du wirst einmal König von Israel.« Ich kann das gar nicht glauben. Ich bin doch nur ein Hirtenjunge. 

Ein Krieg bricht aus

Aber dann kommt der Krieg. Die Philister kämpfen gegen uns. Meine Brüder müssen in den Krieg ziehen. Ich bin zu jung dafür. Eines Tages schickt mich mein Vater zu meinen Brüdern. Er sagt: »Bring deinen Brüdern zu essen und schaue nach, wie es ihnen geht.« Ihr müsst wissen: Krieg ist gefährlich. Es passieren schlimme Dinge und es sterben Menschen. Mein Vater hat große Angst um meine Brüder. Ich auch. Mit dem Essen komme ich im Lager unserer Soldaten an. Meine Brüder sind ganz vorne. 

Der Riese Goliath

Man sieht die Philister. Einer der Philister ist viel größer als alle anderen. Er ist ein Riese. Er heißt Goliath. Er ist gut bewaffnet und sieht gefährlich aus. Dann brüllt er plötzlich mit donnernder Stimme los. Vor Schreck wird mir schlecht. Auch ich bekomme Angst. Goliath brüllt: »Ihr Feiglinge! Hat euer Gott euch verlassen? Kämpft endlich gegen mich. Wenn einer von euch mich besiegt, dann gewinnt ihr den ganzen Krieg.« Goliath beleidigt meine Brüder, mein Volk und unseren Gott. So eine Unverschämtheit! 

David will kämpfen

»Ich werde gegen ihn kämpfen!«, denke ich wütend und stapfe zu König Saul. »Was? Du willst gegen den Riesen Goliath kämpfen?« König Saul mustert mich von oben bis unten. König Saul sieht ängstlich und traurig aus. »Das ist viel zu gefährlich. Du bist doch nur ein Kind.« Mutig sage ich: »Hab keine Angst, König Saul. Als Hirtenjunge habe ich schon gegen Löwen und Bären gekämpft. Ich muss doch die Lämmer und Schafe beschützen.« 
Ich sehe dem König an, dass er mich immer noch für zu klein und zu schwach hält. Doch er gibt mir eine Rüstung und ein Schwert. Aber das passt mir alles nicht. Es ist zu groß und zu schwer für mich. Ich gehe zum Bach. Ich weiß: Gott ist bei mir. Gott gibt mir Mut. 
Am Bach sehe ich fünf Steine. Es sind gute Steine für meine Steinschleuder. Genau die brauche ich. Ich stecke sie in meine Tasche. Ich atme noch einmal tief durch. Ich muss tun, was getan werden muss. Dann gehe ich in Richtung Philister. 

David wird zum Helden

Goliath sieht mich schon von weitem. Er fängt an zu lachen. Dann wird er furchtbar wütend: »Was? Ihr Feiglinge! Habt ihr nichts Besseres aufzubieten als ein Kind? Ich soll gegen ein Kind kämpfen?« Wieder beleidigt Goliath uns und Gott. Mutig rufe ich ihm entgegen: »Ich werde dich besiegen! Gott ist an meiner Seite.« Das macht Goliath noch wütender. Er zieht sein Schwert und greift an. Ich fasse in meine Tasche, nehme einen der Steine und lege ihn in meine Schleuder. Dann fange ich an, sie zu schwingen. Ich ziele. Und … Schuss! 
Goliath fällt um. Ich habe ihn genau am Kopf getroffen. Hinter mir bricht Jubelgeschrei aus. Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin ein Held Gottes.

Was danach alles passiert

Viel passiert dann noch, bis ich selbst König werde, wie der Prophet Samuel es gesagt hat: Ich musiziere für König Saul. Heirate seine Tochter Michal. Und erlebe Abenteuer mit Jonathan, dem Sohn von König Saul. 
Als ich dann König bin, werde ich der berühmteste König Israels. Noch heute träumen die Menschen von der Zeit, als ich König war. 
In meiner Heimatstadt Bethlehem wird lange nach mir Jesus geboren. Der Sohn Gottes ist einer meiner Nachkommen. Er tritt in meine Fußstapfen … und übertrifft mich! Aber das ist eine andere Geschichte.
In meiner Geschichte mit Gott, zeigt sich: Wir kleinen Heldinnen und Helden müssen manchmal über uns hinauswachsen und die Angst besiegen. Gott ist an unserer Seite. Er schenkt uns Mut. Und in allen von uns steckt ein Held oder eine Heldin.

– eine clevere Heldin

2. Mose 2,1–10

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Zunächst wird im Vorbereitungskreis gesammelt, was über die biblische Figur Miriam bereits bekannt ist. (Siehe hierzu auch »Erzählung für Ältere«)
Dann wird die Bibelgeschichte 2. Mose 2,1–10 gelesen.
Im Anschluss findet ein Austausch über das Gelesene statt:Was ist neu?
Was überrascht?
Was irritiert?
Was gefällt mir an dem Text?
Wo habe ich meine Probleme damit?
Was kann der Text uns und Kindern heute mitgeben?

Zum Text / Zum Thema

In Ägypten werden die Israeliten vom Pharao versklavt und unterdrückt. Alle neugeborenen, männlichen Nachkommen des Volkes Israel sollen sterben, um das Volk zu schwächen.
Auch das Leben des kleinen Mose ist bedroht. Die Mutter kann ihren Sohn die ersten Monate verstecken. Später wird er in einem Korb am Nilufer versteckt. Moses Schwester Miriam bleibt in der Nähe und beobachtet das Geschehen.
Als die Pharaonentochter das Baby findet und erkennt, dass es sich um ein Kind der Israeliten handelt, wird Miriam aktiv. Sie hilft der Prinzessin aus der Zwickmühle. Miriam hat bemerkt, dass diese Mitleid mit dem kleinen Jungen hat. Deshalb bietet sie an, eine Amme für das Baby zu finden – die eigene Mutter. Der kleine Bruder wird gerettet und kehrt zu seiner Familie zurück. Miriams kluge und mutige Tat ermöglicht die spätere Rettung des Volkes Israel durch Mose.
Auch am Auszug aus Ägypten und der Wüstenwanderung ist Miriam beteiligt. Im sogenannten Miriam-Lied, einem der ältesten Texte der Bibel (2. Mose 15,20–21), besingt sie die Rettung und den Sieg Gottes über die ägyptischen Verfolger. Dabei leitet sie die Frauen im Singen und Tanzen an. Zudem wird sie als Prophetin bezeichnet.
Später stellt sie – zusammen mit dem Bruder Aaron – die Position Moses infrage. Vermutlich steckt hinter diesem Verhalten Neid und Eifersucht auf den jüngeren Bruder. Miriam erkrankt daraufhin für kurze Zeit und muss sich isolieren. Nach Moses Fürbitte wird sie sieben Tage später geheilt.

Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder identifizieren sich stark mit dieser Geschichte. Besonders für Jungen ist der Befehl zur Tötung aller männlichen Kinder erschreckend. 
Umso tröstlicher, dass Mose durch das geschickte und kluge Handeln seiner großen Schwester gerettet wird. Geistesgegenwärtig rettet sie den Bruder und bringt ihn zur Familie zurück.
Dass Geschwister Verantwortung füreinander übernehmen, erfahren Kinder mit Geschwistern tagtäglich. Trotzdem kennen sie auch Streit, Eifersucht und Neid untereinander.
Auch dass Miriam singt und tanzt, ist für Kinder anschlussfähig, da viele Kinder ebenfalls Freude an Musik und Tanz haben.
Miriam lädt Kinder ein, sich mit ihr zu identifizieren und sich in Stärke, Klugheit und Verantwortungsbewusstsein von ihr hineinzuversetzen.


II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Miriam ist als kleine Heldin für den Sonntag Kantate vorgesehen. »Kantate« ist das lateinische Wort für »Singet«. In vielen Gottesdiensten wird an diesem Sonntag ein Schwerpunkt auf Gesang und Musik gelegt. Miriam ist für ihr Miriamlied in der Bibel bekannt.
Es bietet sich daher auch im Kindergottesdienst an, einen Schwerpunkt auf Musik und Gesang zu legen.

Lieder

Als Israel in Ägypten war 
(KuS 338, EGplus 91, HuT 405);
Im Lande der Knechtschaft 
(KuS 341, KG 167, HuT 400);
Tanzen, ja tanzen wollen wir und springen
(Gotteslob 462, EGplus 154)

Psalm

Der gemeinsame Psalm (z. B. Psalm 121) kann in diesem Gottesdienst durch einen gesungenen Kehrvers ergänzt werden (z. B. Refrain oder Strophe eines bekannten Liedes).

Kreative Umsetzung der Geschichte
Kollage

Zum Thema »Mose im Körbchen« gestalten die Kinder eine große Kollage.

Musikinstrumente basteln

Im Internet gibt es hierzu zahlreiche Ideen. Z. B. werden leere Flaschen mit Splitt, Reis, Linsen befüllt und zugeschraubt. Anschließend können sie mit Transparentpapier, Wolle oder Stickern beklebt werden.
Oder Flaschen werden teilweise mit Wasser befüllt. Durch kräftiges Pusten über den offenen Rand entsteht ein Ton. Je nach Wassermenge ist er unterschiedlich.
Mit den selbstgebastelten Instrumenten wird im Anschluss musiziert.
Foto rechts: Friederike Heinzmann

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere


Ein heißer Tag am Nil

Es ist ein heißer Tag am Nil. Der Nil ist der große Fluss in Ägypten. Am Nilufer stehen viele Hütten. Das sind kleine Häuser, in denen Menschen wohnen. Die Menschen, die dort wohnen, werden Israeliten genannt. Die Menschen sind sehr arm. Sie müssen hart arbeiten. Sie sind Sklaven. Sie müssen tun, was ihnen die Ägypter befehlen.

Miriam bekommt einen Bruder

Miriam wohnt mit ihrer Familie in einer der Hütten. Bald wird Miriam eine große Schwester sein. Ihre Mutter bekommt wieder ein Kind. Eigentlich freut sich Miriam. Sie wünscht sich ein Geschwisterchen. Aber gleichzeitig ist sie auch traurig und hat Angst. Der Pharao hat seinen Soldaten einen schlimmen Befehl gegeben. Der Pharao ist der König der Ägypter. Und er hat Angst vor den Israeliten. Er denkt: »Bald machen die Israeliten einen Aufstand gegen mich. Dann sagen sie: ›Wir wollen nicht mehr so hart arbeiten.‹« Deswegen sagt der Pharao zu seinen Soldaten: »Tötet alle kleinen Jungen der Israeliten.« Miriam kennt diesen schlimmen Befehl.
Dann ist es soweit. Miriams kleiner Bruder kommt zur Welt. Miriam und ihre Mama verstecken das Baby, damit die ägyptischen Soldaten es nicht finden. Sie nehmen einen Korb und machen ihn wasserdicht. Kein Wasser kann in den Korb kommen.

Auf dem Nil

Dann legt die Mama das Baby in den Korb. Miriam bringt den Korb mit dem Baby zum Nil. Am Ufer wächst Schilf. Das sind Pflanzen, die aussehen wie großes Gras. Im Schilf versteckt Miriam den Korb. Auch sie versteckt sich. Sie passt auf, dass nichts passiert. Am Nil gibt es nämlich Schlangen und Krokodile und Menschen. Sie alle können das Baby im Korb finden.
An diesem Tag badet die Tochter des Pharaos im Nil. Ihre Dienerinnen sind bei ihr. Miriam kann sie beobachten. Sie sieht auch, wie die Tochter des Pharao den Korb entdeckt. Als sie das kleine Baby sieht, ist sie sehr überrascht. Und schnell merkt sie auch, dass es ein Kind der 
Israeliten ist. Da beschließt die Tochter des Pharao: »Das Kind soll leben.« 

Miriam hat eine gute Idee

Da hat Miriam eine Idee. Mutig kommt sie aus ihrem Versteckt und geht zur Tochter des Pharaos. Sie sagt: »Pharaonentochter, ich kann dir helfen. Ich kenne eine Frau, die das Baby stillen kann. Sie kann ihm Milch zu trinken geben.« Die Pharaonentochter freut sich: »Bring die Frau zu mir.« Miriam läuft nach Hause und holt ihre Mama. Jetzt darf das Baby bei seiner richtigen Mama und Familie sein. Doch vorher gibt die Pharaonentochter dem Baby den Namen Mose. 
Später wird Mose ein wichtiger Mann. Er befreit mit Gottes Hilfe die Israeliten aus Ägypten. Miriam ist dabei. Nach der Rettung singt und tanzt Miriam vor Freude. Miriam ist eine Heldin Gottes.

Erzählung für Ältere


Spielszene
Die Erzählperson verkleidet sich. 

Miriam stellt sich vor

Ich bin ein Kind. Ich heiße Miriam. Ich bin eine kleine Heldin Gottes. In der Bibel steht eine Geschichte von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichte nicht. Es ist eine Geschichte von Klugheit, Einfallsreichtum, Mut und Liebe. Wir Kinder erleben oft, dass uns etwas nicht zugetraut wird. Oft denken die Erwachsenen: »Die Kinder sind zu klein. Sie sind noch nicht stark und mutig genug.« Doch oft unterschätzen sie unseren Einfallsreichtum.
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Er macht uns schlau und gibt uns gute Ideen. Und er hilft uns so, anderen zu helfen.

Die Geburt des Bruders

Meine Geschichte beginnt kurz vor der Geburt meines kleinen Bruders. Wir leben in Ägypten. Meine Familie gehört zum Volk Israel. Wir werden auch Israeliten oder Hebräer genannt.
Der Pharao herrscht über das Land. Er wird wie ein Gott verehrt. In Ägypten werden große Paläste und Pyramiden gebaut. Dafür braucht es unzählige Arbeiterinnen und Arbeiter. Das sind wir Israeliten. Für die Ägypter sind wir Sklaven. Ohne Rechte, ohne Würde. Unser Leben zählt nichts für sie. Aber wir sind viele. Das weiß der Pharao und seine Beamten. Sie haben Angst vor einem Aufstand. Deshalb wollen sie unser Volk schwächen. Der Pharao gibt den Befehl: »Tötet alle kleinen, israelitischen Jungs.«
Und da wird mein kleiner Bruder geboren. Ich weiß, er ist in Todesgefahr. Immer wieder durchsuchen ägyptische Soldaten die Hütten, in denen wir wohnen. Aber meine Mutter hat eine Idee. Wir nehmen einen Korb und machen ihn wasserdicht. Hinter unserer Hütte ist das Nilufer. Dort wächst viel Schilf. Darin können wir den Korb verstecken, wenn die Soldaten wiederkommen. Trotzdem ist es gefährlich für meinen Bruder. Am Nilufer gibt es Schlangen und Krokodile und der Korb kann entdeckt werden.

Die Rettung des Bruders

Dann kommen die Soldaten wieder. Wir hören sie von weitem: ihre schweren Schritte und das Klirren der Schwerter. Schnell lege ich meinen Bruder in den Korb und gehe ans Nilufer. Dort verstecke ich den Korb. Auch ich verstecke mich. Ich passe auf, dass meinem Bruder nichts passiert.
Plötzlich kommen einige ägyptische Frauen. Sie haben feine Kleider an und tragen Schmuck. Eine sieht besonders prächtig aus. Es ist die Tochter des Pharaos.
Die Frauen setzen sich ans Nilufer und gehen baden. Dabei kommen sie meinem Bruder sehr nahe. Gefährlich nahe. Gleich werden sie den Korb entdecken! Und dann ist es so weit: Die Pharaonentochter sieht den Korb. Eine Dienerin bringt ihn zu ihr. Schnell öffnet die Pharaonentochter das Körbchen … und ist überrascht! Ein Baby hat sie nicht erwartet. Ich sehe sofort: Die Pharaonentochter findet meinen kleinen Bruder einfach nur süß. Vorsichtig nimmt sie ihn heraus und wiegt ihn sanft in den Armen. Dann erstarrt sie. Sie hat gemerkt, dass sie ein hebräisches Kind im Arm hält. Ein Kind, das ihr Vater töten will.

Die Idee

Da habe ich eine Idee. Ich wage mich aus meinem Versteck und gehe auf die Pharaonentochter zu. Dann nehme ich all meinen Mut zusammen, verneige mich und sage: »Ich sehe, ihr habt ein Kind gefunden. Ich weiß eine Amme, die das Kind stillen kann.« Natürlich habe ich dabei unsere Mutter im Kopf. »Diese Amme kann dem Kind Milch geben. So lange, bis es alt genug ist und ihr das Kind zu euch nehmen könnt.« Die Pharaonentochter beginnt zu strahlen. »Was für ein kluges Mädchen!«, ruft sie. »Genau so machen wir es. Bring diese Amme zu mir.« Dann lächelt sie meinen Bruder liebevoll an und sagt: »Dir wird nichts geschehen, mein kleiner Mose. Das ist mein Name für dich. Denn ich habe dich aus dem Nil gezogen.«

Was danach geschieht

Als Mose groß ist, wird er der Anführer der Israeliten. Im Auftrag Gottes führt er das Volk aus Ägypten. Auch ich bin dabei und an seiner Seite. Als Gott das Volk vor den ägyptischen Verfolgern gerettet hat, tanze und singe ich für Gott. Die anderen Frauen tun es mir nach. Mein Lied, das ich dabei singe, wird Miriamlied genannt und steht in der Bibel. Dort werde ich auch als Prophetin bezeichnet. 
Die Bibel erzählt auch von meiner Eifersucht auf die Geschwister. Aber trotzdem halten wir Geschwister zusammen. 
Und so kann Gott durch meine Klugheit, meinen Mut und die Liebe zu meinem Bruder Großes bewirken. Ich werde zu einem großen Vorbild für viele Frauen und Mädchen. Viele Frauen, gerade auch zur Zeit Jesu, werden nach mir benannt. Sie heißen entweder Miriam, das ist hebräisch, oder Maria, das ist griechisch, oder Maryam das ist arabisch und islamisch.
Das ist meine Geschichte mit Gott, sie zeigt: Manchmal braucht es die richtige Idee, Mut und Liebe. Und in allen von uns steckt ein Held oder eine Heldin.

Der besondere Tipp …

Ulrich Walter
Den Schöpfungskreis mit Kindern entdecken

Unter der Überschrift »Gott befreit aus der Knechtschaft (Mose und Miriam)« enthält dieses Buch einen interessanten Aspekt aus dem Leben der Heldin Miriam.

€ 18,00; Best.-Nr. 2144

– ein spontaner Held

Johannes 6,1–15

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

Unser Leben sei ein Fest 
(KuS 438, HuT 418, MKL1 33);
Kommt mit Gaben und Lobgesang 
(EG 229, KuS 274)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Geschichte (Nach-)spielen

Die Geschichte wird erzählt (für Jüngere und Ältere). Dazu oder anschließend wird die Geschichte gespielt. Hierzu werden im Vorfeld die Rollen verteilt: Familie/Volk, Jünger, Junge, Jesus. Requisiten wie Tücher, Körbe, Krüge, Speisen liegen bereit. Jede Gruppe kann sich ein paar Minuten über die Gestaltung der Rollen austauschen. (Evtl. wird die Geschichte mit den Älteren vorbereitet, um sie den Jüngeren vorzuspielen.)

Abendmahl

Im Anschluss an die Geschichte wird zusammen Abendmahl gefeiert. Tipp: Hierzu im Vorfeld klären, wie das Abendmahl mit Kindern in eurer Gemeinde gefeiert wird wer dafür beauftragt ist.

Gemeinsames Essen

Wenn ausreichend Zeit ist, kann die Abendmahlsfeier mit einer gemeinsamen Mahlzeit verbunden werden. Dazu wird zusammen der Tisch gedeckt. Brot und Saft bekommen einen besonderen Platz auf dem Tisch. Stühle werden an den Tisch gestellt. Der gedeckte Tisch wird angeschaut und die einzelnen Gaben erläutert.

Kollage

Es wird eine Kollage zur Geschichte gestaltet.

Exkurs: Zur Bedeutung von Brot und Traubensaft
Brot ist lebensnotwendig und wurde zur Zeit von Jesus bei jedem Essen gegessen. Es gibt dem Körper Kraft. Beim Abendmahl steht es für Jesu Körper. Wenn wir davon essen, gibt uns Gott neue Kraft.
Traubensaft steht mit seiner roten Farbe für das Blut. Das Blut galt biblisch als Sitz des Lebens und der Lebenskraft. Beim Abendmahl symbolisiert der Saft Jesu Blut, das uns uns an Jesus erinnert und uns stärken soll. Kurz vor Jesu Tod passiert viel Böses. Jesus wird verletzt und blutet. Sein Blut wird vergossen. Er stirbt. Aber dann aufersteht Jesus. Er lebt. Gott ist stärker als das Böse. Auch daran erinnert der Traubensaft: Gott/Jesus mag uns und vergibt uns. Gott ist stärker als das Böse.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Jesus erzählt von Gott

Da kommt Jesus. Viele Menschen folgen ihm. Es sind über 5000 Männer und Frauen und Kinder. Sie finden toll, was Jesus macht. Er macht Menschen gesund. Er erzählt spannende Geschichten von Gott. Er zeigt, wie man beten kann und dass Gott uns Menschen liebt.
Jesus geht auf einen Berg. So können ihn die vielen Menschen besser hören und sehen. Den ganzen Tag hören die Menschen zu. Manche Geschichten, die Jesus erzählt, sind auch für die Kinder spannend. Manches, was er sagt, ist dann eher für Erwachsene. Dann spielen die Kinder eben in dieser Zeit. 

Alle sind hungrig

Einige Kinder tun das gerade ganz in der Nähe von Jesus und seinen Jüngern. Jünger werden die Freundinnen und Freunde genannt, die Jesus immer begleiten. Da hört eines der spielenden Kinder, wie Jesus zu einem Jünger sagt: »Wo können wir Brot kaufen, damit die Leute zu essen haben?» Erst da merkt das Kind, wie hungrig es ist. Es fragt die anderen: «Habt ihr auch Hunger?« Alle nicken. Alle sind hungrig. Aber auch sie haben das gar nicht gemerkt. So aufmerksam haben sie Jesus zugehört. Und auch das gemeinsame Spielen in seiner Nähe war einfach nur schön.
Das Kind, das Jesus gehört hat, rennt schnell zu seinen Eltern. Mama hat heute Morgen zwei Fische und fünf Brote eingepackt. Das hat das Kind gesehen. Vielleicht sind die Sachen ja noch da. »Mama, kann ich die zwei Fische und die fünf Brote haben?« – »Was willst du denn damit?« – »Jesus braucht sie, damit die Menschen hier satt werden.« Die Mama schüttelt zwar lächelnd ihren Kopf, dennoch gibt sie ihrem Kind die Fische und Brote.

Das Kind kommt zu Jesus

Stolz trägt das Kind alles zu Jesus. Der setzt sich immer noch mit den Jüngern auseinander. Die sagen: »Wir haben zu wenig Geld, um für alle Brot zu kaufen.« Dann bemerkt einer der Jünger das Kind. Er sagt zu Jesus: »Hier ist ein kleines Kind. Es hat fünf Brote und zwei Fische. Aber das reicht natürlich nicht für so viele Menschen.« Da wir das Kind traurig. Der Jünger hat ja Recht: Diese zwei Fische und fünf Brote sind viel zu wenig.
Doch dann schaut das Kind zu Jesus. Und Jesus grinst. Seine Augen sagen: »Kind! Das ist genau richtig. Du bringst genug. Ich kann daraus etwas machen.«

Alle teilen miteinander

Das Kind gibt Jesus die Fische und Brote. Und Jesus dankt Gott dafür. Dann teilen alle miteinander diese Brote und Fische. Und alle bekommen, so viel sie wollen.
Als alle satt sind, werden die Reste eingesammelt. Zwölf Körbe werden voll. Alle staunen! Sie staunen über Jesus und über Gott. Er kann aus dem, was wir bringen, etwas Tolles machen.
Alle können zusammen mit Gott zum Helden oder zur Heldin werden.

Erzählung für Ältere

Spielszene
Die Erzählperson verkleidet sich

Das Kind stellt sich vor

Ich bin ein Kind. Ich bin eine Heldin, ein Held Gottes. In der Bibel steht eine Geschichte von mir. Ohne mich gäbe es diese Geschichte nicht. Aber niemand hat mich nach meinem Namen gefragt. Wir Kinder erleben das oft. Oft denken die Erwachsenen: »Die Kinder sind zu klein. Die wissen nichts oder zu wenig. Sie sind noch nicht stark und mutig genug.« Dann hören sie uns nicht zu. Sie glauben uns nicht und fragen sich: »Was kann ein Kind schon ausrichten?«
Aber meine Geschichte zeigt: Bei Gott ist das anders. Jesus kann aus dem, was wir mitbringen, richtig viel machen.

Alle wollen Jesus sehen und hören

Meine Geschichte beginnt damit, dass alle Jesus sehen und hören wollen. Auch meine Eltern und ich. Es sind unglaublich viele Leute, die bei Jesus sein wollen. Über 5000 Menschen. Damit wir ihn gut sehen und hören können, geht Jesus auf einen Berg. Dort beginnt Jesus zu erzählen. Er erzählt von Gott, seinem Vater. Er erzählt, wie das Leben zwischen uns Menschen sein soll. Er erzählt, was Gott von uns Menschen möchte. Und er sagt, dass wir auf Gott vertrauen sollen. Wenn wir das bringen, was wir haben, kann Gott Wunder vollbringen. Jesus redet den ganzen Tag. So viel hat er zu erzählen. Und so viel möchte die Leute hören. Für die kleinen Kinder ist das dann manchmal etwas zu lange. Dann flitzen sie davon und spielen miteinander. Aber ich bin schon viel größer. Deshalb höre ich auch die meiste Zeit zu. Nur ab und an schaue ich zu den anderen Kindern. Einige sind ganz in der Nähe von Jesus. 

Brot für alle?

Ich höre, wie Jesus mit seinen Jüngern redet. Die Freunde, die mit Jesus durchs Land ziehen und immer bei ihm sind, heißen Jünger. Er fragt sie: »Wo können wir Brot kaufen, damit die Leute zu essen haben?« Und dann beginnen sie, darüber zu reden: Dass sie viel zu wenig Geld haben, um für alle Brot zu kaufen. Und dass es sowieso keinen Laden gibt, der für so viele Leute genügend Brot hat. »Typisch Erwachsen«, denke ich. »Das mit dem Essen ist doch ganz einfach: Alle bringen, was sie haben und abgeben können, und dann schauen wir, was Jesus daraus macht.« 
Dann renne ich los, zu meinen Eltern. »Mama, du hast doch heute Morgen zwei Fische und fünf Brote eingepackt.« »Jaaa?«, sagt meine Mutter überrascht. »Kann ich die haben? Ich brauche sie für Jesus.« Etwas widerwillig gibt sie mir die Fische und Brote. Ich weiß, dass auch meine Familie hungrig sind. Und das war eigentlich für uns gedacht. Mehr hat Mama nicht eingepackt. 

Viel zu wenig!

So schnell ich kann, renne ich mit den Fischen und den Broten zu Jesus zurück. Ich bin ziemlich außer Atmen, als ich ankomme. Die Jünger und Jesus unterhalten sich immer noch über das fehlende Geld, um Brot für alle zu kaufen. 
Da sieht mich einer der Jünger, wie ich mit den Fischen und Broten dastehe. »Na schau mal einer an«, sagt er grinsend. »Ein Kind mit fünf Broten und zwei Fischen. Damit sollen wir wohl die Leute sattmachen? Aber dir ist schon klar, dass das nicht reicht für so viele Menschen.« Das macht mich traurig. Zuerst bin ich enttäuscht. Dann werde ich wütend. Erstens bin ich kein kleines Kind mehr und zweitens werden wir schon sehen, was Jesus daraus macht.

Jesus freut sich

Ich schaue zu Jesus und sehe, dass er mich angrinst. Ich gebe ihm die Fische und die Brote. Für ihn reichen meine Fische und Brote völlig aus. Er freut sich, dass ich sie bringe. 
Jesus sagt seinen Jüngern, sie sollen dafür sorgen, dass alle sich hinsetzen. Dann spricht er ein Dankgebet. Nun werden Fische und Brote verteilt. Alle teilen miteinander. Alle essen, so viel sie wollen. Alle werden satt. Auch ich und meine Familie, obwohl wir alles Jesus gegeben haben. 
Nach dem Essen werden die Reste eingesammelt. Stellt euch mal vor, zwölf Körbe blieben übrig. Wahnsinn! Da hat Jesus echt gezeigt, dass er Gott ist. Und er hat gezeigt, dass Gott es gut mit uns Menschen meint. Er beschenkt uns im Überfluss. Wir müssen nur darauf vertrauen, dass Gott aus dem etwas machen kann, was wir haben.

Zusammen viel bewirken

Das ist meine Geschichte mit Gott, die in der Bibel steht. Ich staune noch heute über sie.
Die Geschichten, die ich später mit Gott erlebe, werden nicht aufgeschrieben. Aber ich vertraue weiterhin darauf, dass wir kleinen Heldinnen und Helden mit Gott zusammen viel bewirken können. Und in allen steckt ein Held oder eine Heldin.

Der besondere Tipp …

Die wunderbare Brotvermehrung
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater
Die 12 von Petra Lefin illustrierten DIN-A3-Bildkarten erzählen, wie Jesus durch das Handeln eines Kindes viele Menschen satt macht.
Mit komplett ausgearbeitetem Erzählvorschlag. Für Grundschule, Kita- und viele weitere Kindergruppen geeignet. 

€ 18,00; Best.-Nr. 3333

Apostelgeschichte 1,4–12

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Die Beteiligten erzählen nun, wie sich die jeweilige Position anfühlt. 

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Himmelfahrt ist Feiertag (KuS 152);
Jesus Christus herrscht als König 
(EG 123, KuS 142);
Hallelu-, Hallelu 
(KuS 226, KKL 188, HuT 95, EGplus 48, MKL1 49);
Heut ist ein Tag, an dem ich singen kann 
(KuS 571, KG 1);
Du verwandelst meine Trauer in Freude 
(KuS 411, KKL 337, HuT 113, EGplus 106)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Wolkengesichter

Die Mitarbeitenden bringen eine Auswahl an Wolkenfotos mit. Die Kinder suchen in den Wolken nach Gesichtern und zeichnen sie mit Stiften ein. (Wenn ein oder mehrere Tablets zur Verfügung stehen, kann das auch digital gemacht werden.)
Die verschiedenen Wolkengesichter werden auf ein Plakat geklebt, auf dem steht: »Bei Gott ist Jesus für uns da.«

Standbilder

Was unter »Zugänge für den ­Vorberei-
tungskreis« vorgeschlagen ist, kann auch mit den älteren Kindern durchgeführt werden.

Der besondere Tipp …

Handschmeichler Holzherz (klein)
Wir können Jesus zwar nicht mehr sehen, doch wir können darauf vertrauen, dass er noch immer da ist. Er begleitet uns und ist uns ganz nahe. 
Das kleine Holzherz mit schöner Maserung ist aus Laubholz, leicht, sehr fein geschliffen und geölt. Es liegt wunderbar angenehm in der Hand und ist so eine »anschmiegsame« Erinnerung.
Maße: 3 x 2,5 cm
je Herz € 2,90 (ab 10 Ex. € 2,70); Best.-Nr. i5113


III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Erzählung mit Fußspuren
(Mehrere Fußpaare in verschiedenen Grüntönen und ein rotes Paar für Jesus werden langsam kreisförmig angeordnet.)
Sie sind alle beieinander.
Sie haben sich auf den Boden gesetzt und essen. Draußen im Freien. 
Die Jüngerinnen und Jünger. Und Jesus.
Vom Ölberg aus sieht man die Stadt Jerusalem. Gar nicht weit.
Sie sind fröhlich. Alle reden durcheinander: »Jesus, wie gut, dass du nicht mehr tot bist.« – »Jetzt bist du wieder bei uns wie vorher.« – »Ich war so unendlich traurig. Jetzt kann ich mich wieder freuen.« – »Wie geht es denn jetzt weiter? Bleibst du für immer bei uns?
Jesus setzt sich auf. Er sagt: 
»Bleibt beieinander und bleibt in Jerusalem. Gott wird euch den Heiligen Geist geben. Dann erzählt ihr überall von mir.«
»Wie meinst du das?«
»Ihr erzählt von mir hier in Jerusalem. Und überall im ganzen Land. Manche werden sogar nach Samaria gehen und dort von mir erzählen. Und manche gehen bis ans Ende der Welt.«
»Was? So weit?«

(Jesus-Spuren in die Mitte schieben)
Es ist eigenartig. Die Männer und Frauen erschrecken. Es kommt ihnen vor, als ob Jesus hochgehoben wird. Sie springen auf.
Da ist eine Wolke.
(Jesus-Spuren wegnehmen)
»Ich kann Jesus gar nicht mehr sehen.« – »Wo ist er hin?«
Die Jüngerinnen und Jünger schauen dahin, wo Jesus gerade noch war. Sie starren ins Leere.

(Einige Jünger-Spuren im Kreis drehen.)
Sie schauen sich um und suchen nach Jesus. »Er ist weg.«
»Ich weiß es: Er ist zum Himmel gegangen.« Die Jüngerinnen und Jünger starren nach oben.
(Alle Jünger-Spuren ein Stück zurückbewegen.)

(Zwei weiße Fußpaare dazustellen.)
Plötzlich sind da zwei Gestalten. 
Sie tragen strahlend weiße Kleider.
»Ihr Leute, was steht ihr da und starrt zum Himmel?« – »Jesus ist weg«, sagt einer. »Gerade war er noch da. Jetzt ist er da oben, oder?«
»Schaut nicht zum Himmel. Starrt nicht nach oben. Er wird bei euch sein. Hier auf der Erde.«

(Weiße Fußpaare wieder wegnehmen)
Die beiden weißen Gestalten sind mit einem Mal nicht mehr da.
»Wo sind sie hin?«

(Jünger-Spuren in alle Richtungen drehen)
»Das waren Engel, oder?« – »Jesus ist auch hier bei uns.« – »Er hat gesagt, wir sollen in Jerusalem bleiben.« 
(Jünger-Spuren gehen alle in eine Richtung)
»Kommt, wir gehen in die Stadt.«
»Wir sollen auf den Heiligen Geist warten.« – »Was ist das? Was bedeutet das?«
»Jesus ist nicht mehr da. Aber der Heilige Geist wird zu uns kommen.« – »Ob der uns tröstet, damit wir nicht alleine sind?« – »Ob der uns eine neue Aufgabe gibt?«
»Wir sollen von Jesus erzählen. Erst hier in Jerusalem, dann im ganzen Land Samaria … bis ans Ende der Erde.«
»Ob wir uns das trauen?«
»Erst müssen wir auf die Kraft Gottes warten: auf den Heiligen Geist.«

Erzählung für Ältere

(Zu jeder Aussage nach und nach je ein Jünger-Fußpaar zu einem Kreis legen; die Fußpaare in verschiedenen Grüntönen.) 
1. »Ich komme nicht mehr mit. Ich verstehe das nicht. Wo ist denn Jesus nun?«
2. »Gerade war er doch noch hier. Hier, mitten unter uns.«
3. »Alles war wie früher, bevor er gestorben ist. Bevor sie ihn gekreuzigt haben.« 
4. »Jesus hat sich mit uns ins Gras gesetzt. Wir haben gegessen und getrunken und waren fröhlich.«
(Rote Jesus-Spuren in die Mitte des entstehenden Kreises legen; weiter Jünger-Fußpaare legen)
5. »So war es immer, wenn wir mit Jesus zusammen waren: Wir haben gegessen und getrunken und waren fröhlich.«
6. »Bei Jesus wussten wir: Gott ist bei uns. Gott hat uns lieb. Deshalb bin ich ihm nachgefolgt. Deshalb bin ich mit ihm durchs Land gezogen.«
7. »Gott kommt uns nahe. Das habe ich immer dann besonders gespürt, wenn er jemanden gesund gemacht hat. Erinnert ihr euch an den blinden Bartimäus?«
8. »Manchmal haben auch seltsame Typen mit uns am Tisch gesessen. Wisst ihr noch: Der fiese Zöllner Zachäus. Er war ein Betrüger, ein Halsabschneider. Aber weil wir mit Jesus bei ihm zu Gast waren, hat er sich verändert.«
9. »Gottes Liebe macht uns neu. Das haben wir bei Jesus gemerkt.«

(Schwarze Spuren über rote Jesus-Spuren legen)
»Und dann haben sie ihn gekreuzigt. Und er war tot. Ich dachte, ich werde nie wieder froh.«
»Ohne Jesus können wir gar nicht leben. Er ist unser bester Freund. Unser Halt im Leben.«
»Aber er ist wieder ins Leben gekommen. Er ist auferstanden vom Tod.«
(Gelbe Spuren über jetzt schwarze Jesus-Spuren legen)
»Und jetzt war er wieder bei uns. Nicht die ganze Zeit. Aber vorher hat er mit uns hier gegessen und getrunken. Und wir waren fröhlich.«
»Und was ist dann eigentlich passiert? Ich verstehe es nicht. Wo ist Jesus denn plötzlich hin?«
(Ein Jünger-Fußpaar suchend im Kreis drehen.)
»Da war die Wolke. Dann habe ich Jesus nicht mehr gesehen.«
(Wolke aus Transparentpapier über Jesus-Spuren legen)
»Die Wolke hat Jesus mitgenommen, glaube ich.«
»Und ist er jetzt im Himmel? Ist er da oben? Kommt, wir schauen mal zum Himmel. Vielleicht sehen wir ihn dort.«
(Jünger-Fußspuren etwas nach vorne schieben)
»Ich sehe ihn nicht. Dafür tut mir mein Genick schon weh vom Hochschauen.«
(Weißes Spuren-Paar in Kreis legen)
»Warum starrt ihr nach oben, ihr Leute? Schaut nicht zum Himmel.«
(Zweites weißes Spuren-Paar in Kreis legen)
»Jesus ist im Himmel. Dort, bei Gott, wird er für euch da sein. Geht zurück nach Jerusalem. Und wartet auf das, was er angekündigt hat.«
(Weiße Spuren-Paare wegnehmen; ein Jünger-Paar etwas nach hinten rücken)
»Wer war das? Und wo sind sie hin?«
»Das waren Engel. Die hat uns Gott geschickt. Wir sollen zurück nach Jerusalem, haben sie gesagt.«
(Nach und nach Jünger-Fußspuren in Schrittstellung in eine Richtung legen.)

1. »Und wir sollen dort warten. Auf die Kraft des Heiligen Geistes. So wie Jesus es gesagt hat.«
2. »Was bedeutet das? Was wird mit uns, wenn der Heilige Geist zu uns kommt?«
3. »Jesus hat gesagt: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Und dann werdet ihr meine Zeugen sein.«
4. »Wie ›Zeugen‹? Was heißt das?«
5. »Dass wir erzählen, was wir gesehen und gehört haben. Von Jesus weitersagen. Was wir mit ihm erlebt haben: Dass der blinde Bartimäus sehen kann.«
6. »Dass Zachäus ein neuer Mensch geworden ist. Dass wir mit Jesus gegessen und getrunken haben. Und dass wir fröhlich waren, weil Gott uns nahegekommen ist.«
7. »Gehen wir also nach Jerusalem und warten auf die Kraft des Heiligen Geistes. Kraft von Gott brauchen wir bestimmt, wenn wir von Jesus erzählen sollen.«
8. »Aber wie lange müssen wir warten? Wann kommt Gottes Geist? Und was passiert dann mit uns?«
9. »Bald, hat Jesus gesagt. Nicht lange, hat er gesagt.«

Apostelgeschichte 2,1–14

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Ein Licht geht uns auf/Licht der Liebe 
(KuS 140, KKL 112, HuT 53, MKL1 123);
Heut ist ein Tag, an dem ich singen kann 
(KuS 571, KG 1);
Aufstehn, aufeinander zugehen 
(KuS 286, KKL 376);
Mir ist ein Licht aufgegangen 
(KuS 156, LJ 410)

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für Jüngere

Stille Post

Die Mitarbeitenden zeichnen einfache Symbole oder besorgen Fotos mit Situationen aus dem (Kinder-)Gottesdienst (singen, Geschichte hören, basteln, Kreuz …). 
Die Kinder bilden eine Kette. Dem ersten Kind wird ein Bild gezeigt. Es flüstert dem nächsten Kind zu, was es sieht. So geht die »Botschaft« weiter bis zum letzten Kind. Das sagt, was es gehört hat. Kommt am Ende das raus, was am Anfang gesagt wurde?

Für Ältere

Ohne Worte

Die Mitarbeitenden zeichnen je doppelt einfache Symbole oder besorgen je doppelt Fotos mit Situationen aus dem (Kinder-)Gottesdienst (singen, Geschichte hören, basteln, Kreuz …). 
Die Kinder stehen/sitzen in einer Reihe hintereinander, alle mit Blick in eine Richtung. Das hinterste Kind bekommt ein Bild gezeigt und zeichnet das Gesehene dem Kind vor sich auf den Rücken. So geht die Botschaft bis zum vordersten Kind. Dieses hat alle Bilder vor sich liegen und wählt nun das aus, was es verstanden hat. Ist es das gleiche, das zu Anfang gezeichnet wurde?
Am besten besprechen die Kinder vorher, wie sie die Begriffe oder Dinge zeichnen möchten.

Vaterunser in verschiedenen Sprachen

Mit den Älteren kann das Vaterunser im Internet in verschiedenen Sprachen gesucht werden. Gibt es im Team oder unter den Kindern jemand, die diese Sprache/n lesen kann? 
Das Vaterunser wird heute also in verschiedenen Sprachen parallel auf der Welt gebetet.

Der besondere Tipp …

Die Geschichte von Pfingsten
Minibüchlein zur Geschichte

Die liebevollen Illustrationen von Petra Lefin vertiefen die kindgerechte Erzählung. Auch können mit ihnen unterhaltsame Suchspiele gespielt werden.

€ 2,50; Best.-Nr. 3584



Filzstreifen


Nicht nur in dieser Reihe könnt ihr mit Fußspuren erzählen. Schneidet euch aus Filz langlebige, immer wieder verwendbare Fußspuren (oder anderes) aus. 

Das Set enthält insgesamt 24 Streifen, jeweils vier Stück in einer Farbe (grün, rot, grau, blau, dunkelbraun/schwarz, gelb) in den Maßen 28 x 15 cm.

€ 15,10; 

Best.-Nr. 1685

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Erzählung mit Fußspuren
Material: außer den Fußspuren auch großen, nicht sehr hohen, oben offenen Karton, der präpariert wurde: eine Seitenwand ist an den Ecken gelöst und mit Klebeband wieder leicht befestigt; helles Tüll-/Nylon-Tuch; bunte Glasnuggets
Da sind sie wieder beieinander: die Jüngerinnen und Jünger von Jesus.
(Jünger-Fußspuren in verschiedenen Grüntönen nach und nach kreisförmig in den Karton legen.)
Sie sind beieinander in einem großen Haus in der Stadt Jerusalem.
»Jesus hat gesagt, wir sollen hier warten. Auf die Kraft des Heiligen Geistes warten.«
»Dann bleiben wir lieber hier im Haus. Draußen sind so viele Leute.«

(Nach und nach bunte Fußpaare vor dem Karton platzieren.)
Auf der Straße gehen unzählige Menschen vorbei. In Jerusalem ist ein großes Fest. Von überallher sind Menschen gekommen. Wenn man genau hinhört, hört man verschiedene Sprachen: natürlich Hebräisch. Viele jüdische Menschen sprechen Hebräisch. Und oft auch Griechisch. Griechisch verstehen viele Menschen. In Griechenland, aber auch in Kleinasien. Auch einige Worte Persisch sind zu hören. Und da spricht jemand Babylonisch.Und dort Ägyptisch.
Die Römer, die erkennt man an ihrer Kleidung, die sprechen Lateinisch.
Hört ihr, dass das ältere Paar dort sich auf Arabisch unterhält?
Wow! Von so weit sind Menschen nach Jerusalem gekommen! 
(Bunte Glasnuggets auf die Jünger-Spuren im Karton setzen.)

Was ist denn plötzlich los? Im Haus wird es hell! Die Freundinnen und Freunde schauen sich erstaunt an. 
»Du strahlst ja so«, ruft eine. »Als ob eine Flamme auf dir sitzen würde.«
»Und warum zieht es denn hier so? Die Fenster und Türen sind doch alle zu.«
(Mit Tuch Wind im Haus andeuten; es ist nicht schlimm, wenn dabei die Fußspuren etwas verwirbelt werden)
»Hier bläst ja ein richtiger Wind.«
»Halleluja!«, ruft einer, »gelobt sei Gott! Kommt, lasst uns nach draußen gehen. Hier ist es so eng.«

(Seitenwand des Kartons herunterklappen; Jünger-Fußpaare durcheinander vor Karton gehen lassen; bunte Fußpaare im Halbkreis um Jünger-Fußpaare anordnen)
Die Jüngerinnen und Jünger treibt es hinaus. Sie machen die Tür auf und strömen auf die Straße.
Die Menschen auf der Straße halten an. Sie wundern sich: »Die Leute, die aus diesem Haus kommen, sind ja ganz außer sich.«
»Sie singen und loben Gott. Das kann ich verstehen.«
»Die sind ja durchgedreht. Haben die zu viel getrunken?«
»He, ihr, wo kommt ihr her?«
»Ich bin aus Betsaida.« 
»Ich aus Kapernaum.«

(Jünger-Spuren den anderen gegenüberlegen, so dass ein Kreis entsteht.)
»Ach, ihr seid alle aus Galiläa. Wieso verstehe ich euch dann? Denn ich bin aus Arabien.«
»Ich komme aus Kyrene in Afrika. Ich verstehe auch alles, was ihr sagt.«
»Und ich aus Rom.« 
»Und ich aus Athen. Das ist in Griechenland.«
»Wir verstehen euch alle. Aber warum?«

(Ein Jünger-Fußpaar in die Mitte schieben)
Da tritt einer nach vorne: Simon Petrus.
»Ihr Leute, hört mir zu: Es ist Gottes Geist, der macht, dass wir uns verstehen. Und nein, wir haben nicht zu viel getrunken. Es ist doch erst Vormittag. Wir gehören zu Jesus. Er hat uns versprochen, dass der Heilige Geist zu uns kommt. Das ist jetzt passiert. Deshalb freuen wir uns so. Deshalb sind wir so aufgedreht. Und deshalb versteht ihr alle, was wir sagen.
Gott hat große Dinge getan. Er hat uns Jesus geschickt. Habt ihr schon von Jesus gehört?«
Manche schütteln den Kopf und kommen näher heran. 
Andere schütteln den Kopf und gehen fort. Sie wollen nichts weiter hören.
Aber die, die bleiben, die hören zu. Die hören, was Simon Petrus über Jesus erzählt.

Der besondere Tipp …

Nylon-Tücher-Set
Diese sechs hauchzarten Tücher sind aus 100 % Nylon und für den darzustellenden Wind in der heutigen Geschichte perfekt geeignet. Leicht, luftig und transparent bläst er den Jüngerinnen und Jüngern den Kopf frei und bringt sie wieder auf die Beine – hinaus ins Leben.
Darüber hinaus können mit ihnen Figuren und einfache, dreidimensionale Landschaften gestaltet werden. Auch beim Jonglieren haben sie eine beeindruckende Wirkung.
Das Set enthält die Farben Gelb, Orange, Violett, Rot, Grün und Blau.
€ 16,20; 

Best.-Nr. 1128

Erzählung für Ältere


Erzählung mit Fußspuren

Material: Wie bei »Erzählung für Jüngere«

»Jetzt sitzen wir schon wieder in diesem Haus. Nicht, dass ich etwas gegen euch hätte. Aber wir können doch nicht für immer hier bleiben.«
(Jünger-Fußspuren in verschiedenen Grüntönen nach und nach kreisförmig in den Karton legen.)
»Aber wir müssen doch zusammenbleiben. Das , hat Jesus gesagt. Und warten.«
»Das tun wir doch. Schon so lange. 40 Tage sind es heute.«
»Vielleicht ist das auch schon längst gekommen, worauf wir warten. Und wir haben es bloß nicht gemerkt.«
»Worauf genau warten wir denn eigentlich?«
»Auf die Kraft des Heiligen Geistes. So wie Jesus es gesagt hat.«
»Und was ist das, ›die Kraft des Heiligen Geistes‹? Und wann kommt die?«
»Naja, einmal muss ja etwas passieren. Wir können ja nicht für immer hier in Jerusalem bleiben müssen. Es muss doch irgendwie weitergehen.«

»He! Wieso zieht’s denn hier plötzlich so? Hat jemand ein Fenster aufgemacht?«
(Mit Tuch Wind im Haus andeuten; es ist nicht schlimm, wenn dabei die Fußspuren etwas verwirbelt werden)
»Nein. Und auch die Tür ist geschlossen.«
»Aber das ist ja ein richtiger Sturm. Ein Sturm im Haus? – Das kann doch nicht sein!«
(Glasnuggets auf die Jünger-Spuren im Haus setzen)
»Was ist denn mit dir los? Du strahlst ja wie von innen heraus.«
»Und du leuchtest, als ob sich eine Flamme auf dich gesetzt hätte.«
»Schaut mal! Das ist bei uns allen so!«
»Sturm und Feuer … ich glaube, das ist Gottes Kraft. Das ist die Kraft des Heilige Geistes, von der Jesus gesprochen hat.«
»Halleluja!«, ruft einer. »Gelobt sei Gott!«

»Kommt lasst uns nach draußen gehen.«
(Seitenwand des Kartons herunterklappen; Jünger-Fußpaare in ungeordneter Reihenfolge vor Karton hinbewegen)
»Gott ist großartig. Er hat uns Jesus geschickt. Halleluja!«

(Nach und nach bunte Fußspuren im Halbkreis um Jünger-Spuren legen)
»Was ist denn mit diesen Leuten los? Die sind ganz außer sich.«
»Sie singen und loben Gott. Das gefällt mir. Das kann ich verstehen.«
»Die sind ja durchgedreht. Haben die zu viel getrunken?«
»He, was ist mit euch? Warum seid ihr so ausgelassen? Wo kommt ihr denn her?«
»Ich bin aus Betsaida.« – »Ich aus Kapernaum.« – »Ihr seid alle aus Galiläa? Wieso verstehe ich euch dann? Ich bin nämlich aus Arabien. Und ich kann kein Galiläisch.« – »Ich komme aus Kyrene in Afrika. Ich kann auch alles verstehen, was ihr sagt.« – »Meine Muttersprache ist Babylonisch. Wie kann ich verstehen, was ihr sagt?« – »Ich komme aus Athen. Das ist in Griechenland.«
»Hm, wir können einander alle verstehen. Aber wir wissen nicht, warum.«
(Ein Jünger-Fußpaar in die Mitte schieben)
»Ihr Leute, hört mir zu! Ich bin Simon Petrus. Und ich sage euch: Nein, wir sind nicht betrunken. Es ist doch erst Vormittag.«
»Haha! Das kann ja jeder sagen.«
(Ein buntes Fußpaar von den Jüngern wegdrehen.)
»Und warum seid ihr dann so außer euch? Warum strahlt ihr so?«
(Ein buntes Fußpaar näher an Jünger schieben)
Simon Petrus: »Wir sind Freunde von Jesus. Er hat uns Gottes Geist geschickt. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, der das macht. Diese Kraft ist in uns gefahren und hat uns aus dem Haus getrieben. Deshalb stehen wir hier. Und deshalb könnt ihr alle verstehen, was wir von Gott singen und sagen.«
»Ja, wir können verstehen, was ihr sagt. Dabei sprechen wir ganz unterschiedliche Sprachen.«
(Ein buntes Fußpaar näher an Jünger schieben)
Simon Petrus: »Ja, das macht Gottes Geist, dass wir uns einander verstehen.«
»Ach, das ist doch alles Quatsch hier. Ich gehe weiter.«
(Ein buntes Fußpaar von den Jüngern wegdrehen.)
»Erzählt mir noch mehr von Jesus. Was ist mit ihm? Ist er auch hier?«
(Ein buntes Fußpaar näher an Jünger schieben)
Simon Petrus: »Nein, Jesus ist nicht hier. Gott hat ihn zu uns geschickt. Er ist durchs ganze Land gezogen und hat von Gottes Liebe erzählt. Und dann wurde er gekreuzigt. Er ist gestorben. Aber jetzt lebt er wieder!«
»Halt! Das geht mir viel zu schnell. Erzähl doch der Reihe nach.«
(Ein buntes Fußpaar näher an Jünger schieben)
Simon Petrus: »Gerne. Kommt doch näher. Dann fange ich ganz von vorne an. Wie heißt ihr denn?«
»Ich bin Yalda. Und das ist mein Mann Arash. Wir kommen aus Medien.«
»Mein Name ist Babil. Ich wohne am Euphrat.«
»Ich heiße Amon. Und das sind meine Töchter Sanna und Masa. Wir sind aus Ägypten angereist.«
Das ist schön! Ich bin Simon Petrus, wie ihr schon wisst. 
Also … mein Bruder Andreas und ich waren Fischer am See Genezareth. Eines Tages kam ein Mann auf uns zu. Das war Jesus. Und von dem Tag an sind wir mit ihm gegangen und haben viel erlebt …«

Apostelgeschichte 9,1–19

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

(außer denen unter »II. Liturgische Elemente«):
Unterwegs mit Jesus (Feiert Jesus! Kids-Liederbuch 2020 92)

Gebet

Du wunderbarer Gott,
du begleitest Menschen auf ihrem Weg,
du lässt sie neue Dinge erkennen,
die sie vorher nicht oder anders 
wahrgenommen haben,
und du veränderst Menschen.
Lass uns erkennen, was du für uns möchtest,
wo wir uns ändern können.
Und schenk uns immer die Gewissheit,
dass du bei uns bist,
auf allen unseren Wegen.
Danke, lieber Gott.
Amen.

Psalm

Siehe unter »II. Liturgische Elemente zur ganzen Reihe«
oder Übertragung zu Psalm 91 (in: Hoffnung kommt von Hüpfen. Das Liederbuch, S. 13; siehe »Der besondere Tipp«, unten)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Spiele

Für Jüngere bietet sich Topfschlagen oder »Ich sehe was, was du nicht siehst« an.
Für Ältere eignen sich sog. KIM-Spiele, bei denen das Gedächtnis gefordert ist.
Zum Beispiel werden auf einen Tisch verschiedene Gegenstände gelegt. Die Mitspielenden schließen die Augen/drehen sich um und einige Gegenstände werden weggenommen oder an einen anderen Platz gelegt. Wer entdeckt eine Veränderung?
Sich führen lassen (mit verbundenen Augen durch einen Hindernisparcours).
Gegenstände ertasten (der Schwierigkeitsgrad kann nach Alter variieren).

Der besondere Tipp …

Bastian Basse
Hoffnung kommt von Hüpfen
Das Liederbuch
€ 10,95;

Best.-Nr. 3800





junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Die Geschichte wird mit Biegepuppen und Legematerialien erzählt. 
Material: Paulus, 2 Begleiter, Hananias; starke Stab(taschen)lampe (für das »Licht des erhöhten Jesus« )

(1) Paulus mit Schriftrolle

Das ist Paulus. Er ist ein Eiferer für Gott. Das heißt: Er will alles richtig machen, so wie er denkt, dass Gott es möchte. Paulus kennt alle Geschichten von Gott. Er kennt die Tora, die Geschichtsbücher und die Propheten. Sie stehen in der hebräischen Bibel. Paulus hat sie alle gelesen.
Paulus hört von Menschen, die an Jesus glauben. Diese Menschen sagen: »Jesus ist Gottes Sohn. Er ist von römischen Soldaten gekreuzigt worden. Jesus ist gestorben und wurde begraben. Und nach drei Tagen ist er wieder lebendig geworden. Jetzt lebt Jesus bei Gott.«
Paulus kann sich das nicht vorstellen. Er denkt: »Die Freunde von Jesus erzählen falsche Dinge über Gott. Das kann ich nicht zulassen. Darum muss ich alle Freunde von Jesus einsperren.« Paulus besorgt sich in Jerusalem die Erlaubnis, die Freunde von Jesus zu verhaften!

(2) Paulus auf dem Weg

Zusammen mit seinen Begleitern ist Paulus auf dem Weg nach Damaskus. Dort sind ganz viele Freunde von Jesus. Die will Paulus zuerst einsperren. Die Reise von Jerusalem nach Damaskus dauert einige Tage.

(3) Paulus vor Damaskus

Kurz bevor sie in Damaskus sind, fällt Paulus plötzlich auf die Knie. Ein grelles Licht blendet ihn. Paulus hält sich die Hände vors Gesicht. Da hört er eine Stimme: »Warum verfolgst du mich?« – »Wer bist du?«, fragt Paulus verzweifelt. »Ich bin Jesus«, sagt die Stimme. »Ich bin der, den du verfolgst. Geh nach Damaskus und warte dort, was passiert.«
Die Begleiter von Paulus sind durcheinander. Sie hören die Stimme, aber das Licht sehen sie nicht. Sie verstehen nicht, was da passiert.

(4) Paulus im Haus

Paulus kann nichts mehr sehen. Seine Begleiter bringen ihn in ein Haus in Damaskus. Paulus bleibt drei Tage lang dort. Er isst nichts und er trinkt nichts. Aber Paulus betet.

(5) Hananias

In Damaskus wohnt Hananias. Auch er hört die Stimme von Jesus: »Hananias, geh in das Haus von Judas. Dort ist Paulus. Er kann nichts sehen. Doch er weiß, dass du zu ihm kommst, um ihm die Augen zu öffnen.« Doch Hananias ist unsicher. Voll Sorge fragt er: »Ist Paulus denn nicht der, der dich verfolgt und alle, die zu dir gehören?« Jesus antwortet: »Geh! Paulus wird mein Werkzeug sein. Und er wird allen Menschen von mir erzählen.«

(6) Paulus und Hananias

Und Hananias geht. Er findet Paulus. Hananias legt ihm die Hände auf die Augen und sagt: »Paulus, mein Bruder. Jesus hat mich geschickt, um dir die Augen zu öffnen. Sein Heiliger Geist sei mit dir.«
Da kann Paulus wieder sehen. Froh und dankbar sagt er zu Hananias: »Ich will getauft werden! Ab jetzt will ich zu Jesus gehören.«

Erzählung für Ältere


Erzählung aus Sicht der Begleiter von Paulus im Stil der in der Apostelgeschichte üblichen Augenzeugenberichte. Teammitglieder können verkleidet als solche »aus erster Hand« berichten.
Für Ältere kann in der Ergründung der Geschichte die Namensänderung von Paulus thematisiert werden (s. »Zum Text/Zum Thema«).

Kaum zu beschreiben

Es ist kaum zu beschreiben. Wer nicht selbst dabei war, wird es nicht glauben. Darum erzähl ich euch alles, was geschehen ist, damit ihr es weitererzählen könnt.
Wisst ihr, dass sich Paulus ein offizielles Schreiben vom Hohen Rat in Jerusalem besorgt hat? Das hat es ihm erlaubt, diejenigen im Land einzusperren, die Freunde von Jesus sind. Für Paulus gab es nur einen wahren Gott. Und zwar den Gott Israels, unseres Stammvaters Abraham und seiner Kinder und Kindeskinder. Für diesen Gott setzte er sich unerbittlich ein. Für den Gott seines Volkes würde er alles tun. Paulus war ein richtiger Eiferer.

Auf dem Weg nach Damaskus

Wir haben Paulus begleitet. Von Jerusalem aus hatten wir uns auf den Weg gemacht. Nach Damaskus. Dort, so hatten wir gehört, gab es besonders viele »Jünger Jesu«, wie sie sich selbst nannten. Paulus erzählte uns ausführlich, wie er diese »Jünger Jesu« aufspüren, gefangen nehmen und verhören würde, um weitere Namen zu erfahren und noch mehr von ihnen gefangen zu nehmen. Am liebsten wollte er sie alle einsperren. Wir haben bezweifelt, dass er das schaffen würde. Aber Paulus war fest davon überzeugt.

Die Stimme aus dem Himmel

Schließlich konnten wir die großen Stadttore von Damaskus schon sehen. Da schrie Paulus plötzlich laut auf und fiel auf seine Knie. Er hielt sich die Hände vor die Augen. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. Entsetzt schauten wir uns an. Wir verstanden nichts und wussten nicht, was wir tun sollten.
Dann war da auf einmal diese laute Stimme. Warm und ruhig, ja fast liebevoll. Wir hatten keine Ahnung, wo sie herkam. Aber ich glaube, das war eine Stimme direkt vom Himmel! Eine Stimme, wie ich sie noch nie gehört habe.
Die fragte Paulus ganz direkt: »Saul, Saul, warum verfolgst du mich?« 
Die Hände noch immer vor den Augen schrie Paulus Richtung Himmel: »Wer bist du?« Da antwortete die Stimme: »Ich bin Jesus. Ich bin der, den du verfolgst. Geh in die Stadt Damaskus und warte auf das, was geschehen wird.«

Paulus kann nicht mehr sehen

Dann war alles wieder ruhig. Wir wussten nicht, was wir sagen sollten. Wie versteinert standen wir da.
Plötzlich streckte Paulus uns unsicher tastend die Hand hin. »Ich kann nichts mehr sehen«, sagte er. »Helft mir!« Sofort halfen wir ihm auf. Er fragte uns: »Habt ihr das Licht gesehen?« – »Von welchem Licht sprichst du?«, fragte ich zurück. »Da war kein Licht – nur die Stimme.« 
Wir beide schauten uns verständnislos an. Offenbar hatte Paulus etwas gesehen, was uns verborgen geblieben war.

Im Haus des Judas

Wir nahmen Paulus in unsere Mitte und stützten ihn von beiden Seiten. So brachten wir ihn in die Stadt. Wir wussten nicht, wohin wir mit ihm sollten, als sich eine Tür öffnete. Ein Mann hieß uns willkommen und bat uns in sein Haus. Er hieß Judas und führte Paulus in einen kleinen Raum mit einem Bett. Paulus legte sich hin und verfiel in tiefes Schweigen. Von dem Essen und Trinken, das wir ihm brachten, rührte er drei Tage lang überhaupt nichts an. Wir waren verzweifelt und wussten nicht, was wir tun sollten.

Hananias kommt

Am dritten Tag klopfte es an die Tür. Judas öffnete und ließ einen alten Mann eintreten. »Ich bin Hananias«, sagte der. »Jesus hat mir gesagt, dass ich euch hier finde.« Dann ließ er sich zu Paulus führen. Als Hananias ihm seinen Namen nannte, regte sich Paulus das erste Mal wieder. Aus leeren Augen starrte er in die Richtung, aus der Hananias mit ihm gesprochen hat. Aber sehen konnte er ihn nicht. Da legte Hananias ihm die Hände auf die blinden Augen und sprach liebevoll mit ihm: »Saul, mein Bruder, Jesus hat mich zu dir geschickt. Du sollst sehen. Und der Heilige Geist wird dich stärken für das, was vor dir liegt. Denn du wirst in die Welt gehen und den Menschen in allen Ländern von Jesus erzählen. Du sollst seinen Namen großmachen. Das ist jetzt dein Auftrag.«

Jesus öffnet Paulus die Augen

Wir schauten uns erschrocken an. Wie sollte das denn gehen? Paulus war doch mit einem ganz anderen Auftrag unterwegs. Er wollte dafür sorgen, dass der Name Jesu und alle seine Freunde aus der Welt verschwinden! Wir waren gespannt, wie Paulus reagieren würde.
Der stand auf. Seine Augen leuchteten voller Kraft, Begeisterung und einer tiefen Liebe. So hatte ich sie noch nie gesehen. Paulus sagte: »Jesus hat mir die Augen geöffnet. Und ich will mich taufen lassen.« 

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