5. Juli 2026 – Fortsetzung aus Heft 2 -2026 – Ist das Versöhnung?

1. Mose 43 und 45,1–15

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Für Josef wiegt seine Liebe zu Benjamin schwerer als seine Verletzungen und Enttäuschungen. Hinzu kommt, dass Josef in seinem Glauben einen Sinn für die Vergangenheit gefunden hat: Gott hat den Weg geführt – und er macht auch Versöhnung möglich.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Wie ein Fest nach langer Trauer 
(KuS 542, EGplus 135, HuT 300);
Geht einer auf den andern zu (KKH 42);
Hab keine Angst (LHE 359)

Klage-Gebet (zu Beginn)

Gott, manche Kinder machen es mir schwer:
Sie sind gemein.
Manche Erwachsenen machen es mir schwer:
Sie sind ungerecht.
Es gibt Menschen, die mag ich einfach nicht.
Hilf mir, dass ich nicht auch 
gemein und ungerecht bin.
Hilf mir, dass ich Hilfe finde.
Hilf mir, dass ich Entschuldigungen 
annehmen kann, wenn es geht.
Darum bitte ich dich. Amen.

Segen

(Immer zwei Kinder stellen sich zusammen.) 
Mitarbeiter*in: Leg dem anderen Kind sanft die Hände auf den Kopf.
Gott schenke dir gute Gedanken des Friedens und der Versöhnung.
Leg die Hände auf die Schultern.
Gott sei dir nah, so dass du ihn spüren und ihm vertrauen kannst.
Leg die Hände auf beide Seiten der Oberarme. 
Gott mache dich stark, voller Vertrauen und Hoffnung.
(Rollen tauschen und für das zweite Kind wiederholen)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Assoziationen

Ein blaues Tuch wird ausgebreitet. Die Kinder assoziieren frei, was ihnen dazu einfällt. Ein Teammitglied verbindet die Ideen mit dem Thema Versöhnung/Vergebung. Zum Beispiel:

Das Teammitglied schließt: »Blau ist in der Kirche auch oft die Farbe des Vertrauens und des Glaubens. Josef vertraut fest darauf, dass Gott für ein gutes Ende sorgen wird. Ob die Brüder das auch schon glauben können?«

Nun wird ein grünes Tuch neben das blaue gelegt. Die Kinder assoziieren wieder frei und ein Teammitglied schlägt den Bogen. Zum Beispiel:

Das Teammitglied schließt: »Grün, so sagen viele, ist auch die Farbe der Hoffnung. Nach dem ganzen Streit hoffen alle auf Versöhnung. Hoffentlich wird die Hoffnung nicht enttäuscht.

Weben (für Ältere)

Die Farben Blau und Grün einweben. (Siehe hierzu Heft 2-2026)

III. Erzählung 

Erzählung für Jüngere

Bild 1

(= Bild vom vergangenen Sonntag)


Erinnert ihr euch? Was war in Ägypten passiert? (Ggf. ergänzen)

Bild 2


Josef war immer noch Berater in Ägypten. Simeon war immer noch im Gefängnis (schwarzes Tuch mit Simeon neben Josef). Und bei den Brüdern zu Hause war immer noch Hunger.
Jakob sagt zu seinen Söhnen: »Geht noch einmal nach Ägypten und kauft Korn für uns.« Da sagt einer der Brüder: »Nur, wenn Benjamin diesmal mit uns geht« (ersten Kegel an Tuchrand stellen). Aber Jakob antwortet: »Nein.«
Da sagt ein anderer Bruder: »Aber es muss sein« (zweiten Kegel an den Rand stellen). Jakob will nicht. Der dritte sagt: »Ohne Benjamin geht es nicht« (dritter Kegel). Der vierte: »Das will der feine Herr in Ägypten so« (vierter Kegel). »Genau. Ohne Benjamin dürfen wir nicht wiederkommen!« (fünfter Kegel). Der Vater weint: »Ich habe Josef verloren und Simeon – ich will nicht auch noch Benjamin verlieren!« Der sechste Bruder sagt: »Wir werden gut auf ihn aufpassen« (sechster Kegel). »Wir werden Benjamin wieder mit nach Hause bringen« (siebter Kegel). »Ja, wir kommen mit Korn und allen Brüdern zurück« (achter Kegel). »Bitte gib uns Benjamin mit« (neunter Kegel).
»Gut«, sagt Jakob endlich, »versprecht mir, dass ihr gut auf Benjamin achtet!«
Die Brüder versprechen: »Wir werden sehr auf ihn aufpassen.« (Eine kleine Kegelfigur vorsichtig im Kreis herumgeben. Jedes Kind kann sagen: »Wir passen sehr gut auf.« Anschließend diesen Kegel an Tuchrand stellen.)
So ziehen die Brüder los.

Bild 3


In Ägypten wollen sie Korn kaufen. Doch kaum sind sie angekommen, da bringen Soldaten sie in das Haus von Josef. 
Die Brüder haben Angst! »Warum sind wir hier im Haus des feinen Herrn?«, fragt einer (einen Kegel auf graues Dreieck legen). »Ob er auf uns ärgerlich ist?« (zweiter Kegel auf graues Dreieck). »Will er uns vielleicht auch ins Gefängnis werfen?« (dritter Kegel). »Wird er uns zu seinen Dienern machen?« (vierter Kegel). »Und wo ist Simeon?« (fünfter Kegel)
Die Brüder haben große Angst. Was könnten sie noch denken? (Kinder antworten lassen und die weiteren Kegel stellen.)

Bild 4


Josef sieht seine Brüder wieder. Auch Benjamin. Da weint Josef. Er hat sie alle so sehr vermisst! Er ruft: »Ihr Brüder! Ich bin es!« (Chiffontuch von Joseffigur nehmen) »Erkennt ihr mich denn nicht? Ich bin Josef, euer Bruder!«
Da rennt Benjamin zu Josef (kleine Kegelfigur zu Josef stellen)
Beide weinen vor Freude (Muggelsteine in Herzform um die beiden legen).
Und die Brüder? Sie wissen nicht, was sie sagen sollen. Was denkt ihr, was sie wohl fühlen? (Kinder antworten lassen)

Bild 5


Josef sagt: »Kommt zu mir« (Brüder-
kegel kreisförmig um Josef und Benjamin stellen). 
Auch Simeon soll kommen (Simeonkegel von schwarzem Tuch in Kreis stellen, schwarzes Tuch entfernen). Wir gehören zuammen. Ich vergebe euch (blaues Tuch um alle Kegel legen). Und ich verspreche euch: Es wird alles gut, weil Gott es so will« (grüne Dreiecke legen). 

(Fotos: Heidrun Viehweg)

Erzählung für Ältere

Benjamin soll hierbleiben

»Nein, Benjamin, du darfst nicht gehen!« Johanna hat Tränen in den Augen. »Hast du denn vergessen, wie hart dieser feine Herr aus Ägypten war? Simeon ist schon bei ihm im Gefängnis. Und nun will er dich auch noch haben. Du darfst da nicht hin!« Benjamin schnürt sein Kleiderbündel zusammen und nimmt seine Schwester in die Arme. »Unsere Brüder werden auf mich aufpassen. Ich komme zurück. Wir alle kommen zurück. Mit Simeon. Und mit Korn. Versprochen!« – »Wie kannst du dir da nur so sicher sein?« – »Weil Gott mit uns geht. Er wird uns beschützen.« Benjamin küsst sie auf die Wange, dann geht er nach draußen. 
Vor dem Zelt haben sich der Vater und die Brüder versammelt. Jakob segnet seine Söhne und dann sie ziehen sie in einer großen Karawane davon. Sie haben Geschenk für den feinen Herrn in Ägypten dabei. Und viel Geld. 

In Ägypten

Nach vielen Tagen kommen sie endlich in Ägypten an. Und dann erreichen sie auch die Stadt, in der der feiner Herr wohnt. Sie ist wunderschön! Benjamin schaut sich staunend um. Fast vergisst er, warum sie hier sind. Alles ist hier groß und so sauber. Hier scheint niemand Hunger zu haben oder Durst. Dieser feine Herr, von dem die Brüder erzählt haben, muss ein guter Verwalter sein.

Ungewissheit

»Da sind die riesigen Kornkammern«, sagt Ruben und steigt von seinem Esel. »Wartet hier.« Ruben verschwindet im Haus daneben. Wenig später kommt er zitternd wieder heraus. Er wird von einem Trupp Soldaten begleitet. »Folgt uns!«, sagen die Soldaten. Nicht nur Benjamin hat Angst. Was ist geschehen?
Die Soldaten bringen die Brüder zu einem großen, schönen Haus. Dort führen sie sie in einen großen Saal. »Wartet hier«, sagen sie, »der Herr wird bald kommen.«
Als die Soldaten weg sind, reden alle durcheinander: »Was passiert hier?« – »Kommen wir jetzt alle ins Gefängnis?« – »Werden wir Sklaven des feinen Herrn?« – »Warum wurden wir eigentlich hierher gebracht?« Keiner weiß, was los ist, und alle haben Angst.

Was ist hier los?

(Zu den Kindern) Wisst ihr denn, was los ist? Wir wissen ja, dass dieser feine Herr, vor dem die Brüder solche Angst haben, dass das Josef ist. Was meint ihr: Was hat Josef vor? Warum hat er die Brüder in sein Haus bringen lassen? (Kinder antworten) 

Geschenke für den feinen Herrn

Da geht die Tür geht auf, und Josef kommt herein. Immer noch so gekleidet, dass die Brüder ihn nicht erkennen. Jetzt wird es spannend. Was wird geschehen?
»Herr«, stammelt Ruben, »wir bringen euch Geschenke von unserem Vater.« – »Lebt er noch?«, fragt der feine Herr. »Ja«, antwortet Ruben stotternd, »er lebt. Und er schickt euch Geschenke und Geld. Letztes Mal muss es wohl ein Versehen gegeben haben, denn als wir zu Hause ankamen, haben wir das ganze Geld, das wir für das Korn bezahlt haben, in unseren Kornsäcken gefunden. Das war aber nicht unsere Schuld! Wirklich nicht, Herr. Wir …« – »Und das hier«, unterbricht ihn der feine Herr und deutet auf Benjamin, »ist wohl euer jüngster Bruder.« Benjamin sieht, wie der Herr auf ihn zukommt, ihm eine Hand auf die Schulter legt und ihn anschaut. 
Benjamin braucht einen Augenblick, um dessen Blick zu erwidern, denn auch er hat Angst. Doch Benjamin ist sich nicht sicher, ob er richtig sieht. Weint der feine Herr etwa? Benjamin versteht gar nichts mehr. 
Endlich sagt Ruben: »Ja, Herr, das ist unser Bruder Benjamin.« Da geht der feine Herr eilig und ohne ein Wort zu sagen hinaus. 
»Was bedeutet das alles«, fragt Benjamin und schaut seine Brüder an. »Warum hat er mich so angeschaut? Und warum ist er dann verschwunden? Und was ist mit Simeon?« – »Das wird nicht gut ausgehen«, murmelt Ruben. Doch alle haben es gehört. Und Benjamin hat Angst. Große Angst.

Josef gibt sich zu erkennen

Plötzlich wird die Tür aufgerissen. Benjamin ist sich sicher: Jetzt stürmen Soldaten herein und nehmen sie mit. 
Doch es ist der feine Herr. Er stürzt auf Benjamin zu, schließt ihn in die Arme und weint herzzerreißend. Schließlich sagt er: »Ich bin es! Ich bin Josef, euer Bruder!«

Josef lebt!

Josef? Benjamin kann es nicht glauben. Die Kleidung ist so ganz anders als bei ihnen zu Hause. Das Gesicht schon alt.Benjamin kann sich nicht mehr wirklich an seinen Bruder Josef erinnern … aber etwas sagt ihm, dass dieser Mann die Wahrheit sagt. Auch Benjamin weint. Josef lebt. Gott sei Dank!

Auch der Vater soll nach Ägypten kommen

»Brüder, ich bin es wirklich«, wendet sich Josef nun auch wieder an die anderen. »Ich bin so froh, euch wiederzusehen! Kommt, ich will jeden einzelnen von euch umarmen. Und ich will, dass ihr unseren Vater hierher nach Ägypten holt. Und alle anderen auch! Bringt die ganze große Familie her. Ach, ich bin so glücklich!« 
Benjamin und Josef weinen vor Glück. Und die Brüder? Sie wissen nicht, was sie fühlen sollen. Denn sie wissen noch genau, was sie damals mit Josef gemacht haben.

1. Mose 45,25–46,1; 50,15–21

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Wenn die Kinder sich an der Versöhnung freuen, sollten sich alle Erwachsenen mitfreuen. Wenn die Kinder zweifeln, ob das wirklich »so schnell« gehen kann (denn für sie sind ja nicht mehrere Jahre vergangen, sondern nur weniger Wochen) sollten wir ihren Zweifel ernst nehmen und auch so stehenlassen. Wichtig ist in jedem Fall die Zusage: Gottes Liebe ist größer als aller Streit. Das ist wirklich wunderbar!

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Hinneh ma tov 
(LHE 269, HuT 263, LJ 472, EGplus 85);
Wo die Liebe wohnt, blüht das Leben auf 
(LHE 222);
Wie ein Fest nach langer Trauer 
(KuS 542, EGplus 135, HuT 300);
Unter uns, Gott, bricht sich der Friede Bahn (LHE 292);
Wo Menschen sich vergessen 
(KuS 506, Wwdl 93, HuT 332, EGplus 75);
Halte zu mir, guter Gott (vor allem Strophe 2; KuS 456, KKL 328, EGplus 146, MKL1 52)

Konfetti-Segen

Für den fröhlichen Abschluss dieser Reihe:
Alle Kinder stehen im Kreis. 
Gott, dessen Gegenwart allen Streit besiegen kann, 
lasse seine Liebe auf dich regnen.
(eine Hand Konfetti werfen)
Jesus, der als Bruder an deiner Seite steht,
lasse seine Liebe auf dich regnen.
(eine zweite Hand Konfetti werfen)
Die Kraft des Heiligen Geistes, die Mut zur Versöhnung schenkt,
lasse ihre Liebe auf dich regnen.
(eine dritte Hand Konfetti werfen)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Weben (für Ältere)

Die Farben Rot und Gelb einweben. (Siehe hierzu Heft 2-2026)

Assoziieren

Vor allem die Jüngeren können nach der Geschichte schnell assoziieren: Das Rot steht für die Liebe, die gewonnen hat gegen allen Streit und alle Verletzung. Das Gelb steht für Gott, dessen Gegenwart alles zu einem guten Ende geführt hat.

Vergleich

Mit älteren Kindern/(Vor-)Konfirmand*innen kann am Ende der Einheit noch dieser wunderschöne Vergleich verwendt werden: Das Leben gibt uns helle und dunkle Zeiten, aber wir sind zu allen Zeiten gehalten von Gottes Gegenwart. Gott ist wie ein Rahmen, der unser Leben von allen Seiten umschließt und hält.

Freudenfest

An diesem Sonntag muss auch unbedingt ausgiebig ein Freudenfest der versöhnten Familie gefeiert werden: Es gibt leckere Kleinigkeiten und Tanz. Besonders gut eignet sich dazu der »Jerusalema«-Tanz (ein Lied in Zulu, das den Frieden und die Liebe im himmlischen Jerusalem besingt): Voller Energie kann man dazu tanzen; gerne in der kraftvollen Originalchoreografie (siehe Internet) oder im freien Tanz.

Sack voller Kostbarkeiten

Sehr schön ist es, wenn die Mitarbeitenden jedem Kind zum Abschluss einen »Sack voller Kostbarkeiten« mitgeben: kleine Beutelchen, die gefüllt sind mit bunten Muggelsteinen aus der Geschichte oder Süßigkeiten vom Fest oder beidem.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Bild 1


Josef war in Ägypten (Josefkegel in die Mitte der Decke stellen, gelbes Dreieck hinter Josef legen). Und Gott war ihm immer nah (brennende Kerze dazustellen)
Josef schickt seine Brüder los: »Los, geht nach Hause! Holt unseren Vater Jakob und die ganze Familie. Alle sollen hierher nach Ägypten kommen. Ich will für euch sorgen.« (Kindern nacheinander je einen der 11 Brüderkegel geben und jeweils sagen: »Los, geh nach Hause! Hol Vater her!«)
Und Josef gibt ihnen Reichtümer mit – sehr viele! Kisten voll mit wunderschönen Dingen und Essen und Kostbarkeiten. Was meint ihr: Was wird da wohl alles dabeigewesen sein? (Kinder antworten lassen; bei jeder Antwort einige Muggelsteine oder Holzplättchen o. ä. geben.)

Bild 2


Und so kommen die Brüder zu Hause an. Sie rufen: »Vater, schau! Wir haben Kostbarkeiten, Reichtümer dabei!« (Kind legt Muggelsteine/Holzplättchen an den Rand des Tuches und stellt den Kegel dazu. Dazu nennt er eines der eben gesammelten Reichtümer. Das so lange machen, bis alle 11 Brüderkegel mit Muggelsteinen am Rand stehen)
Die Brüder sind ganz aufgeregt, als sie weitersprechen: »Vater, der feine Herr dort in Ägypten – das ist unser Bruder Josef!« – »Nein«, sagt Jakob und schaut traurig, »das kann nicht sein, Josef ist tot.« – »Es ist unser Bruder, dein Sohn. Es ist Josef. Und er lädt uns ein, zu ihm zu kommen.« – »Josef lebt?« Jakob kann es kaum glauben. »Wie kann das sein?«
(Stille Post: Dem ersten Kind ins Ohr flüstern: »Das war Gott.« Danach reihum immer weitersagen. Das letzte Kind sagt es laut:) Das war Gott!

Bild 3


Jakob will sofort los. Er will Josef sehen.Und sie ziehen los. Den weiten Weg. Zurück zu Josef. (Einen Kegel nach dem anderen um Josef stellen.) Und Jakob ist dabei (einen letzten Kegel nah zu Josef stellen).

Bild 4


Und nun ist alles gut. Alles ist gut. 
Sie sind zusammen, niemand ist allein. Niemand hat Hunger. Und niemand ist mehr böse auf den anderen. Wie gefällt euch das? (Antworten der Kinder sammeln, nicht bewerten.)
Ein richtiges kleines Wunder ist da geschehen. Willst du wissen, wie es möglich war, dass alle sich versöhnen?
(Erneut Stille Post: »Das war Gott.« Letztes Kind sagt laut:) Das war Gott!
Ja, Gott war immer nah. 
(Eine dritte Runde Stille Post: »Das war Liebe.« Letztes Kind sagt laut:) Das war Liebe!
Ja, das war Liebe. Sie war stärker als aller Streit und alle Verletzung. Sie war wertvoller als alle Reichtümer.
(Die Kinder einladen, mit den Plättchen ein großes Herz um die Figuren zu legen)
So erzählt die Bibel von Josef und seinen Brüdern: Am Ende war alles gut. Kein Streit. Kein Ärger. Genug für alle. Die Liebe hat gewonnen. Und Gott war immer nah.

Erzählung für Ältere

Nur ein Traum?

Johanna hört im Schlaf Musik. Sie lächelt. Im Traum sieht sie, wie ihr Bruder Benjamin zusammen mit den anderen Brüdern wieder nach Hause kommt. Mit viel Korn, damit sie endlich wieder Brot backen können. Was für ein schöner Traum!

Eine Karawane kommt

Plötzlich setzt sich Johanna in ihrem Lager auf. Sie ist wach. Sie träumt nicht mehr. Aber diese Musik ist immer noch da. Sie geht aus dem Zelt und sucht den Horizont ab. Woher kommt nur diese Musik? Und da sieht sie etwas: Eine große Staubwolke nähert sich dem Lager. Und je länger Johanna hinschaut, desto deutlicher erkennt sie es: Da kommt eine Karawane. »Wacht auf!«, ruft sie. »Wacht alle schnell auf! Da kommt eine Karawane!« – »Sei ruhig, Joahanna. Es ist immer noch Dürre, im ganzen Land herrscht Hunger und in den Nachbarländern ebenso. Es gibt schon lange keine Karawanen mehr.« – »Schau doch! Schaut da drüben. Und hört doch: Es ist sogar eine Karawane mit Musik.«
Das Lager erwacht. Alle stehen staunend vor den Zelten. Tatsächlich: Es nähert sich ein großer Zug von Kamelen und Eseln und Wagen. Gut gekleidete Herren begleiten den Zug und Musikanten. Die Tiere sind beladen mit großen Paketen.

Kein Geld!

»Komm wieder ins Zelt, Johanna«, zischt eine der älteren Frauen. »Du weißt genau, dass wir kein Geld haben, um von diesen reichen Kaufleuten etwas zu kaufen. Weiß Gott, woher ihr Reichtum kommt, doch wir werden nicht Teil daran haben.«

Benjamin ist wieder da

Plötzlich löst sich einer der Reiter aus der Karawane und galoppiert auf Johanna zu. Sie wundert sich – schaut – und schlägt sich die Hand vor den Mund. Kann das sein? Das kann doch nicht sein! Dieser feine Herr dort mit dem kostbaren Gewand, das ist ihr Bruder Benjamin!
»Johanna! Johanna, wir sind wieder da!« Benjamin sitzt ab und rennt ihr entgegen, nimmt sie fest in die Arme und weint vor Freude.

Woher dieser Reichtum?

»Benjamin«, stottert Johanna, »was ist denn geschehen? Woher dieser ganze Reichtum?« – »Von Josef«, lächelt Benjamin. »Josef?« Johanna kann es nicht glauben. Josef, der Bruder, der von den anderen verkauft wurde? Der Bruder, von dem Vater Jakob denkt, dass er schon lange tot ist? Wie kann denn Josef …?

Josef lebt

»Josef ist nicht tot«, Benjamin schaut ihr fest in die Augen. »Josef lebt. Denk nur: Er ist der feine Herr, der in Ägypten all die Reichtümer des Pharaos verwaltet. Und er will, dass wir zu ihm kommen. Wir alle!« – »Zu ihm kommen? Wohin denn?« – »Nach Ägypten! Wir alle, Vater und du und alle unsere Geschwister mit ihren Familien. Wir dürfen zu Josef gehen und in Ägypten wohnen. Du wirst auch wunderbare Kleider bekommen. Und Essen, Johanna, so viel Essen! Es wird uns allen gut gehen. Josef wird für uns sorgen!« – »Aber – wie kann das denn sein?« – »Das war Gottes Plan. Unsere Brüder haben Josef verkauft, weil sie ihn los sein wollten. Sie waren so eifersüchtig auf ihn. Aber Gott wollte, dass Josef nach Ägypten kommt, um jetzt für uns alle zu sorgen.«
Johanna ist sprachlos. »Wie kann Josef verzeihen, was die Brüder ihm angetan haben?« Johanna kann nicht glauben, dass Josef so ein großes Herz hat. Dass er so viel verzeihen kann. Und dass es für ihre Familie gut ausgehen kann. 

Nach Ägypten

Schon bald danach bricht das ganze Lager auf. Vater Jakob hat es so beschlossen: Sie ziehen alle nach Ägypten.
Jeden Tag beruhigt Benjamin seine Schwester Johanna. Er sagt: »Alles wird gut.« Doch Johanna hat nach wie vor Angst. Sie kann einfach nicht glauben, dass Josef wirklich alles verzeihen konnte.

17 Jahre später

17 lange Jahre vergehen. Johanna ist erwachsen. Sie hat eine eigene Familie. Und dann passiert es: Jakob, der Vater, stirbt. Alle weinen, trösten sich, nehmen sich in den Arm. Johanna ist traurig – und die alte Angst ist wieder da: »Jetzt, wo Vater tot ist, wird Josef doch noch Rache nehmen«, flüstert sie Ruben zu. »Ich glaube immer noch nicht, dass er euch Brüdern verziehen hat.« Ruben steht auf. »Ich werde zu Josef gehen«, sagt er. »Ich komme mit«, sagt Johanna. »Ich komme ebenfalls mit«, sagt Benjamin.

Keine Rache

Als sie vor Josef stehen, fällt Ruben zu Boden. »Josef, unser Vater ist tot. Bitte, hab weiterhin Erbarmen mit uns. Wir hoffen, du hast uns wirklich verziehen, was wir dir Böses getan haben. Bitte, übe keine Rache an uns, jetzt, wo Vater tot ist. Bestimmt hätte er das nicht gewollt.«
Josef steht auf: »Ich habe euch verziehen. Schon vor langer Zeit. Wir sind hier, weil Gott auf uns aufpasst. Habt keine Angst. Jetzt nicht und auch später nicht.« Josef nimmt Ruben in die Arme.

Alles ist gut

Johanna fällt Benjamin in die Arme. »Ich habe es dir gesagt«, flüstert Benjamin. »Josef hat ein großes Herz und einen großen Glauben!« – »Ich konnte es nicht glauben«, flüstert Johanna glücklich. »Aber jetzt endlich glaube ich es doch. Wie schön. Alles ist gut. Traumhaft schön!«

Matthäus 7,24-27

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Gespräch anhand folgender Fragen:

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Was trägt die Kinder in diesen Situationen? Was hilft ihnen? Was gibt ihnen Halt? Wer gibt ihnen Halt? 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

Bau nicht dein Haus auf den losen Sand 
(KuS 446, HuT 278, Einfach Spitze 132)

Gebet

Guter Gott,
danke, dass du da bist. 
Danke, dass du mich begleitest. 
Auch wenn es mir nicht gut geht, 
weil ich traurig bin. 
Oder weil ich mich mit meiner Freundin gestritten habe. 
Du bist bei mir. 
Auf dich kann ich mich verlassen. 
Du gibst mir festen Halt. 
Amen. 

Kreative Umsetzung der Geschichte
Haus bauen

Aus Bierdeckeln, Dominosteinen oder Holzstäbchen auf verschiedenem Untergrund: Sand (trocken, nass), Stein, Tisch, Tennisbällen, auf denen ein Brett liegt, Murmeln.
Was gibt Festigkeit, Stabilität? Was Sicherheit? Kann auch als Einstieg in die Geschichte gemacht werden, falls es nicht zu unruhig wird, wenn die Häuser einstürzen.

Experiment

Plastikwanne/große Schüssel zur Hälfte mit Sand befüllen, der zu einem Berg aufgeschichtet wird. Ein Häuschen aus Holz oder Legosteinen draufstellen. Mit einer Gießkanne Wasser regnen lassen (erst sanft, dann kräftiger). Abwarten, was passiert. Danach das ganze mit Steinen, die in einer Kiste aufgeschichtet sind, wiederholen. Vielleicht gibt es in der Nähe einen Spielplatz mit großem Sandkasten, oder der Gottesdienst findet an diesem Sonntag sowieso im Freien statt, dann kann das Ganze natürlich noch mit Spielzeugbagger, Schaufeln in etwas größerer Dimension gebaut werden.

»Haus auf Sand« (Spiel) 

Material: Teller, feuchter Sand, Haus, Messer
Sandberg auf Teller setzen, das Haus oben drauf. Reihum mit dem Messer Stücke vom Sandberg abschneiden. Ziel: Haus soll möglichst stehen bleiben. Bei wem stürzt es ein? Kann auch in mehreren Gruppen parallel gespielt werden. 

Steine beschriften

Steine beschriften mit dem Namen »Jesus«, der ein fester Grund in unserem Leben ist und uns trägt.

Marmeladenglas beschriften

Leeres (Marmeladen-)Glas, beschrifteten Stein hineinlegen, darauf ein Holz aus Papier ausgeschnitten kleben oder ein Stück Holz (Würfel, Latte) als Haus bemalen und hineinstellen (als Erinnerung an Gottesdienst mitnehmen). 

Sandbilder

Material: Blankopostkarten, Flüssigkleber oder Leim, gefärbter feiner Sand
Mit dem Kleber ein Haus auf die Postkarte malen, dann auf den noch flüssigen Kleber den Sand streuen, warten bis alles trocken ist und den überschüssigen Sand abschütteln.

Der besondere Tipp:

Filz-Kreise
Für Legebilder

Ein häufig vorkommendes Utensil bei 
Bodenbildern sind Kreise. 
Dieses Set enthält 20 Kreise in fünf Farben. Von jeder Farbe gibt es jeweils vier Kreise: gelb, rot, braun, königsblau, grün.

€ 16,20; Best.-Nr.: 1785

junge-gemeinde.de


III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Material: Schale mit Steinen und eine mit Sand, Häuser aus Holz oder Lego, Gießkanne mit Wasser

Jesus predigt auf einem Berg

Jesus ist mit seinen Jüngerinnen und Jüngern unterwegs. Er steigt auf einen Berg. Viele Menschen kommen und wollen Jesus sehen und ihm zuhören. Seine Geschichten sind spannend. Er erzählt von Gott und den Menschen. Er erzählt so, dass die Leute ihn verstehen. Und wenn sie ihn nicht verstehen, dann fragen sie ihn. Und Jesus erklärt ihnen, was er meint. Oft nimmt Jesus ein Bild zu Hilfe. Kein gemaltes Bild, sondern eines, das in den Köpfen der Menschen entsteht. Er vergleicht das, was er sagt, mit Erlebnissen. Mit Ereignissen aus dem Alltag. So können seine Freundinnen und Freunde, aber auch die, die extra gekommen sind, sich gut vorstellen, was Jesus meint. Viele Menschen sind da. Jesus hat ihnen schon viel erzählt. Se haben gemeinsam gelacht und gerätselt und sich unterhalten. Sie sind noch immer gespannt, was Jesus als nächstes sagt. 

Jesus erzählt vom Haus auf Felsen

Jesus erzählt den Menschen folgende Geschichte: 
»Zwei Männer wollten ein Haus bauen. Der erste war ein kluger Bauherr. Er plante alles sorgfältig. Und nahm sich genügend Zeit dafür. Er suchte lange nach einem guten Platz für sein Haus. Endlich hatte er ihn gefunden. 
(Schale mit Steinen füllen)
Er wollte sein Haus auf einen Felsen bauen. Der Boden war hart. Der Felsen hielt einiges aus. Dann ging er und kaufte das Baumaterial: Holz, Steine, Lehm. Er baute sein Haus. Und als es fertig war, zog er mit seiner Familie in das Haus. Sie freuten sich, dass es so gut gebaut war. 
(Haus auf die Steine stellen) 
Plötzlich wurde es dunkel, Wolken verdeckten die Sonne und es fing an zu regnen. Erst ganz leicht. Einzelne Tropfen. Dann wurde der Regen aber immer stärker. 
(Wasser auf das Haus und den »Felsen« gießen; erst wenig, dann immer mehr.)
Die Menschen im Haus waren froh, dass sie im Trockenen saßen. Es war warm und von dem anziehenden Sturm merkten sie nichts. Sie hörten den Wind und Regen zwar, aber drinnen war nichts zu spüren. Das Haus war fest gebaut.«

Was den klugen Bauherrn ausmacht

Jesus sagte zu seinen Zuhörerinnen und Zuhörern: »Der Mann war ein kluger Bauherr. Er hat sich gut überlegt, wohin er sein Haus baut. Genauso ist es mit den Menschen, die so leben, wie ich es ihnen gezeigt habe. Sie sind auch klug und sicher, wie in einem Haus auf dem Felsen, dem Regen und Sturm nichts anhaben können.«

Jesus erzählt vom Haus auf Sand

Jesus erzählt weiter: »Da gab es noch einen zweiten Mann. Auch er wollte sich ein Haus bauen. 
(Schale mit Sand)
Aber es sollte schnell gehen. Er nahm sich nicht die Zeit, um nach einem guten Platz zu suchen. Er baute sein Haus auf ein Stück Land, das ganz sandig war.
(Haus auf den Sand stellen)
Das Haus sah toll aus. Der Mann freute sich und zog ein. Aber als es anfing zu regnen und ein Sturm aufkam, da stürzte das Haus ein. Es hatte keinen Halt auf dem Sand. Das Wasser spülte den Boden unter dem Haus weg. 
(Wasser auf das Haus und den »Felsen« gießen; erst wenig, dann immer mehr.)
Der Mann stand draußen. Traurig, enttäuscht. Er hatte sich so über sein neues Haus gefreut. Und jetzt war alles kaputt!«

Wenn ein Bauherr nicht klug ist

Jesus sagte zu den Menschen, die ihm zuhörten: »Dieser Mann war kein kluger Bauherr. Er hat nicht den richtigen Platz gesucht. Er hat auf Sand gebaut. Das ist ein Bild für die Menschen, die nicht so leben, wie ich es ihnen gezeigt habe. Sie leben in einem Haus, das auf Sand gebaut ist und vom Regen weggespült wird.«

Was kluge Jüngerinnen und Jünger ausmacht

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu und alle anderen, die dabei waren, wurden sehr nachdenklich. Lange sagte niemand etwas. Dann redeten sie leise miteinander. Wie können wir so leben, dass wir wie ein Haus auf dem Felsen ganz festen Boden unter den Füßen haben? Und dann erinnern sie sich an andere Geschichten, die Jesus ihnen erzählt hat. Von Menschen, die freundlich zu anderen waren. Von Menschen, die ihr Essen mit anderen geteilt haben. Und von Menschen, die sich für andere Zeit genommen haben. Und sie wussten jetzt, was Jesus meint.

Der besondere Tipp:

Filz-Wolken
Für Legebilder

Auch dieses Filz-Wolken-Set wird immer wieder zum Einsatz kommen:

  • 10 Tropfen 
  • mausgrau
  • ca. 10 cm breit
  • 3 mm dick

10er-Set € 8,10; Best.-Nr.: 1751

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Das Gleichnis vom Hausbau

Jesus erzählt folgende Geschichte:  »Stell dir zwei Baumeister vor. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine, Jonas, hat immer einen Plan in der Tasche, der andere, Benjamin, legt am liebsten sofort los, ohne lange nachzudenken. 
Beide wollen ein Haus bauen. Jonas sucht lange nach dem idealen Platz. Als er ihn gefunden hat, zeichnet er einen Bauplan, trägt das ganze Werkzeug, das er zum Hausbau braucht, heran. Er prüft den Boden, und als er auf einen großen grauen Stein stößt, weiß er, dass er genau da bauen muss. ›Das ist ein guter Platz‹, sagt er. Es ist anstrengend, Löcher in den Felsen zu bohren, um die Balken dort zu verankern. Er braucht viel Zeit dafür. Die Leute aus seinem Dorf schütteln den Kopf: ›Jonas, warum machst du dir so viel Arbeit? Unten im Tal ist es doch viel einfacher, ein Haus zu bauen.‹
Unten im Tal baut nämlich Benjamin sein Haus. Direkt am Fluss, im weichen Sand. ›Während Jonas noch Löcher in Steine klopft, steht mein Haus schon fast!‹, ruft er den anderen zu. Das Haus steht in Rekordzeit! Wenn Benjamin aus dem Haus schaut, sieht er direkt auf den Fluss. ›Was für ein toller Ausblick‹, denkt er. 
Nach vielen Monaten ist Jonas endlich auch fertig mit seinem Haus. Es ist kleiner und einfacher gebaut, aber dafür steht es fest auf dem Boden.
Beide freuen sich an ihren Häusern.
Doch dann ändert sich das Wetter. Der Himmel wird dunkel, Regenwolken ziehen auf. Blitze und Donner kommen dazu. Der Regen wird immer stärker. Dann kommt noch Wind auf. Ein Sturm tobt über das Dorf. 
Der Wind drückt gegen das Haus von Jonas. Aber im Haus ist er geschützt. Das Haus zittert, aber es steht fest auf dem Felsen. 
Unten im Tal, bei Benjamin, sieht es anders aus. Das Wasser steigt. Der Fluss tritt über die Ufer und wird zum reißenden Strom. Der Sturm rüttelt an den Hauswänden. Der Sand unter dem Haus wird weggespült und reißt das Haus mit sich. Benjamin rettet sich schnell aus dem Haus. Von dem Haus blieben nur ein paar Bretter übrig.«

Warum Jesus diese Geschichte erzählt

Jetzt sind die Zuhörerinnen und Zuhörer gespannt, ob Jesus noch etwas zu der Geschichte sagt. Fragend sehen sie ihn an. Da sagt Jesus: »Der Fels ist wie das, was ich euch sage. Wenn ihr nach meinen Worten lebt, ist das so, wie wenn ihr ein Haus auf Felsen baut. Es ist ein fester Boden, auf dem kein Haus zusammenfällt. Auch wenn es schwierig wird, wenn es stürmt oder wenn ihr Angst habt, dann halten euch meine Worte fest.«

Matthäus 7,12

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Liebe ist nicht nur ein Wort (KuS 442, HuT 348);
Goldene Regel (Reinhard Horn: Aufeinander zugehen – gemeinsam Schätze teilen; KONTAKTE Musikverlag)

Gebet

Guter Gott, 
lass mich sehen, hören und fühlen, 
was meine Mitmenschen brauchen. 
Zeige mir, wie ich ihnen helfen kann. 
Lass mich das, was mir selbst guttut, 
an andere weitergeben. 
Amen. 

Kreative Umsetzung der Geschichte
»Komplimente-Runde«

Die Kinder sagen nacheinander etwas Nettes über ihre Sitznachbarn. Und hören von einem anderen Kind etwas Nettes. 

»Gute-Geschenke«

Papiertüten oder kleine Schachteln dekorieren (bemalen, bedrucken, bekleben …). Zettel mit Ideen für »gute Taten« beschriften und jemandem eine »gute Tat« schenken. 

Herz-Anhänger 

aus lufthärtender Modelliermasse ausstechen, Loch für Kordel durchstechen, trocknen lassen, dann anmalen. Herz auf Kordel fädeln. Verschenken an jemandem, dem man etwas Gutes tun möchte.

Der besondere Tipp:

N. Kamçılı-Yıldız/C. P. Sajak/G. Schlick-Bamberger

Kippa, Kelch, Koran
Mit religiösen Gegenständen Judentum, Christentum und Islam erschließen

Wer noch mehr über Einigendes (wie auch Unterschiede) in den abrahamitischen Religionen erfahren und darüber mit Kindern ab 6 Jahren ins Gespräch kommen möchte, findet in dieser Arbeitsmappe (DIN A4) umfangreiches Material:

  • Kopiervorlagen und Arbeitsblätter
  • Buch mit methodischen Hinweisen und Sachwissen
  • 21 DIN-A5-Fotokarten wichtiger Glaubenssymbole, die aussagekräftig sind (ohne diese Symbole für Anschauungszwecke unbedingt besorgen zu müssen)
  • 21 interreligiöse (Unterrichts-)Bausteine 

€ 25,00;  Best.-Nr.: 3809

Siehe hierzu auch die Buchrezension in KIGO-Extra 2

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Das rote Fahrrad

Marie hatte Geburtstag. Sie ist 5 Jahre alt geworden. Von ihrer Oma hat sie ein Fahrrad geschenkt bekommen. Es ist rot. Rot ist Maries Lieblingsfarbe. Marie kann schon gut Fahrrad fahren. Heute darf sie allein zum Spielplatz fahren. Er ist nicht weit von ihrem Zuhause weg. Ihre Mutter geht zusammen mit Maries kleinem Bruder Tom zu Fuß. Tom ist erst zwei Jahre alt und kann noch nicht Fahrrad fahren. Tom freut sich, dass er mit Marie auf den Spielplatz kann. 

Lena will mal fahren

Marie fährt bis zum Sandkasten. Da sitzt Lena, ein Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe. Lena hat nichts zum Spielen dabei. Jetzt sieht sie Marie mit ihrem Fahrrad und freut sich, dass Marie endlich kommt. »Marie«, ruft sie, »darf ich mal mit deinem Fahrrad fahren?« Marie hält an: »Nein«, sagt sie, »das ist ganz neu. Das habe ich zu meinem Geburtstag bekommen. Da darf niemand außer mir damit fahren!« Lena ist traurig. Sie wäre gerne mit dem Fahrrad gefahren. Nur eine kleine Runde. 

Der Sturz 

Da ist Marie auch schon weitergefahren. Vom Sandkasten zum Kletterturm. Dort will sie als erstes hin. Sie wartet auf ihre Mutter und Tom. Aber es dauert, bis die beiden da sind. Tom kann wirklich noch nicht so schnell laufen. Da dreht Marie noch ein Runde. Sie will zurück am Sandkasten vorbei, aber da rutscht sie mit dem Vorderrad auf dem Sand aus und fällt hin. Gerade will sie anfangen zu weinen, da sieht sie Lena, die sich neben ihr herunterbeugt und ihr die Hand hinhält. Lena hilft ihr. Marie steht auf: »Danke, Lena«, sagt sie. »Hast du dich verletzt?«, fragt Lena, »Nein«, antwortet Marie. 

Die Goldene Regel

Dann überlegt Marie und fragt Lena: »Warum hast du mir geholfen? Bist du nicht sauer auf mich, weil ich dich nicht mit meinem Fahrrad habe fahren lassen?« Lena sagt: »Erst war ich traurig, und als ich gesehen habe, dass du hingefallen bist, dachte ich zuerst: geschieht dir recht! Aber dann ist mir etwas eingefallen, was Jesus einmal gesagt hat.« Jetzt ist Marie neugierig: »Was hat er denn gesagt, dass du mir hilfst?« Lena überlegt kurz: »Jesus hat gesagt: ›Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.‹« – »Und deshalb hast du mir geholfen?«, fragt Marie nach. »Ja«, antwortet Lena, »ich dachte, wenn ich jetzt mit meinem Fahrrad hingefallen wäre, dann würde ich wollen, dass du mir hilfst.«
Darüber muss Marie erst einmal nachdenken. Doch gleich wird sie aus ihren Gedanken gerissen. »Marie, ist etwas passiert?«, fragt ihre Mutter besorgt. Sie ist gerade mit Tom am Sandkasten ankommt. »Nein, nur ein kleiner Unfall. Nicht schlimm. Lena hat mir geholfen.«

Zusammen spielen mach mehr Spaß

Marie dreht sich wieder zu Lena um: »Lena, möchtest du eine Runde mit meinem Fahrrad fahren? Ich möchte dich das machen lassen, was ich auch selbst gerne mache.« Lena strahlt übers ganze Gesicht. »Danke, Marie. Ich fahre ganz vorsichtig.« 
Marie strahlt ebenfalls. Sie hat kapiert: Es macht viel mehr Spaß zusammen mit andern zu spielen.

Der besondere Tipp:

H. Gruschka/S. Brandt
Mein Kamishibai
Das Praxisbuch zum Erzähltheater

Die überarbeitete Neuauflage dieses Praxisbuches bietet ausgearbeitete Projektvorschläge aus den Bereichen

  • Bibel
  • Märchen
  • Musik
  • Naturwissenschaft 

€ 17,00;  Best.-Nr.: 3285

Der besondere Tipp:

Die Anderen
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

»Sind Wildschweine oder Hausschweine besser?« Die Antwort darauf soll ein Wettkampf bringen – bei dem dann ein Vorurteil nach dem anderen abhanden kommt.

Die 12 stabilen DIN-A3-Bildkarten, von Constanze Schargan illustriert, enthalten eine ausgearbeitete Textvorlage. 

  • Weg mit Vorurteilen
  • Empathie fördern und Selbstwertgefühl stärken
  • Geeignet auch für das Thema »Ich und die anderen«
  • Für Kinder ab 4 Jahren
  • Für Kita, Vorschule und Grundschule 

€ 18,00;  Best.-Nr.: 3411

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Ein guter Fußballer

Jeden Mittag, wenn Lukas seine Hausaufgaben gemacht hat, trifft er sich mit seinen Freunden auf der Wiese neben dem Spielplatz. Dort kann man prima Fußball spielen. Lukas ist ein guter Fußballspieler. Der beste in seiner Klasse. Er ist nicht nur ziemlich schnell, sondern trifft auch meistens das Tor. 

Die Teams sind schon voll

Heute, am Mittwochmittag, treffen sie sich wie jeden Tag zum Fußballspielen. Da steht plötzlich ein fremder Junge neben dem Platz. Er wohnt noch nicht lange in der Straße. Er sieht schüchtern aus und traut sich kaum, die andere zu anzusprechen. »Kann ich mitspielen?«, fragt er leise. Lukas sagt laut: »Nein, unsere Teams sind schon voll.« Die anderen Jungs lachen. Sam geht traurig davon. In diesem Moment fühlt sich Lukas echt gut. Sie spielen den ganzen Mittag. Schnell hat Lukas die Begegnung mit dem neuen Jungen vergessen. 

Geh nach Hause!

Am nächsten Tag wird alles anders. Mittags ist in der Schule ein Team von einer anderen Schule da. Jetzt sind Lukas und seine Freunde nicht mehr die Besten und die unumstrittenen Sieger. Max, ein Junge der anderen Mannschaft, der einen Kopf größer ist als Lukas, übernimmt das Kommando auf dem Fußballplatz. 
Als Lukas mit dem Ball zum gegnerischen Tor läuft, grätscht Max ihm unsanft zwischen die Beine. Lukas landet im Dreck. »Hey, pass doch auf!«, ruft Lukas.
Max lachte nur. »Hol dir den Ball doch wieder, Kleiner. Oder geh nach Hause zum Weinen.« Lukas holt tief Luft, sagt aber nichts. 

Übriggeblieben

Später, als die Mannschaften gewählt werden, steht Lukas als einziger am Rand. Keiner ruft seinen Namen. Niemand sieht ihn an. Keiner will ihn im Team haben. Da erinnert er sich an gestern. An den Neuen, den er nicht mitspielen ließ. »Genau so hat er sich auch gefühlt«, schießt es Lukas durch den Kopf. »Ich wollte nicht, dass Max so gemein zu mir ist. Aber ich war gestern genauso zu ihm. Ich weiß noch nicht einmal, wie er heißt.« Da fällt ihm ein Satz ein, den seine Oma ihm oft vorgelesen hat: »Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.« 

Der Neue heißt Samuel

Lukas holt tief Luft. Er wartet nicht darauf, dass Max und die anderen ihn doch noch mitspielen lassen. Er entdeckt den neuen Jungen, der alleine auf einer Bank sitzt und ein Buch liest. Lukas geht hin. »Hallo, ich heiße Lukas. Tut mir leid wegen gestern. Ich war echt ein Idiot«, sagt er. Der neue Junge schaut überrascht von seinem Buch auf. »Schon okay. Ich heiße Samuel.«

Ein neues Spiel

Lukas zögert kurz: »Willst du mit mir zum Klettergerüst? Da oben ist die Aussicht bestimmt besser als hier unten auf dem Fußballplatz, wo nur rumgeschrien wird.« 
Ein Lächeln breitet sich auf Samuels Gesicht aus. »Ja, klar!«
An diesem Tag spielen sie kein Fußball. Sie erfinden ein neues Spiel am Klettergerüst. Bald kommen zwei andere Kinder dazu, die auch keine Lust mehr auf Max und seine Gemeinheiten haben.

Die Goldene Regel

Lukas merkt etwas Wichtiges: Die Goldene Regel ist eigentlich ein ganz einfacher Trick. Wenn du willst, dass man dich anlächelt, fang an zu lächeln. Wenn du willst, dass man dich mitspielen lässt, lass andere mitspielen. Wenn du willst, dass jemand mit dir redet, rede mit anderen. Es ist eigentlich ganz einfach – man muss nur kurz überlegen, wie man sich selbst auf der anderen Seite fühlen würde.

Der besondere Tipp:

Herz-Box
Bastelbogen


Für nahezu alle Geschichten und Aktionen »mit Herz«.
Die Herz-Box kann auf einer Seite von den Kindern selbst ausgemalt werden, die andere Seite ist rot bedruckt. So ist es möglich, sie beidseitig zu verwendet.


In ihrem Inneren bietet sie Platz für kleine Überraschungen (wie ein Bonbon, einen kurzen Brief, ein kleines Bild, einen Pflasterstreifen oder ein Papiertaschentuch …).

€ 1,30 (ab 10 Ex. je € 1,20);

Best.-Nr.: 1781

junge-gemeinde.de

Matthäus 21,28–32

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Kommt ins Gespräch über folgende Fragen:

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

Liebe ist nicht nur ein Wort (KuS 442, HuT 348);
Wo Menschen sich vergessen 
(KuS 506, Wwdl 93, HuT 332, EGplus 75)

Psalm

Gebet nach Psalm 37 (KuS 655)

Gebet

Guter Gott, 
manchmal sage ich schnell »Ja«. 
Dann habe ich aber vielleicht doch keine Lust. Hilf du mir, dass ich nicht nur rede, 
sondern auch handle. 
Lass mich Gutes tun. 
Mach, dass ich helfe, wo Hilfe gebraucht wird. Zeige mir deine Wege. 
Zeige mir, wie ich dir folgen kann. 
Amen. 

Kreative Umsetzung der Geschichte
Hände, die helfen

Wie kannst du anderen helfen? 
Kinder zeichnen ihre Hand ab und schreiben oder malen darauf, wie sie anderen helfen können. Die Hände werden ausgeschnitten und auf ein Plakat geklebt.

Auftragsspiel

Die Kinder erhalten kleine Aufträge, die sie erfüllen sollen (z. B.: Hüpf auf einem Bein um den Stuhlkreis, singe ein Lied, räume die Liederbücher auf). Das Spiel kann auch als Einstieg vor der Geschichte gemacht werden. Lassen sich die Kinder auf die Aufgaben ein oder sagen sie »Nein«? 
Danach die Geschichte erzählen. 

WWJD-Armbänder

What would Jesus do? basteln.

Der besondere Tipp:

Rheinischer Verband für Kindergottesdienst
Erzählen mit allen Sinnen
Das Standardwerk für das Erzählen biblischer Geschichten

Dieses Buch ist Klassiker und Bestseller zugleich unter den Erzählbüchern und liegt in der aktualisierten 5. Auflage vor.
Das Erzählen biblischer Geschichten ist und bleibt der größte Schatz in der Kirche mit Kindern. Die über 50 unterschiedlichen Erzählmethoden – die zusammen mit Erzählbeispielen vorgestellt werden – bieten Mitarbeitenden ein breites Spektrum an Möglichkeiten (je nach Gruppengröße, -alter, Vorbereitungszeit und 
Materialfundus). Es enthält:

  • Beschreibung der Methode
  • Altersangabe
  • Materialliste
  • Vorbereitung
  • Möglichkeit der Beteiligung für Kinder
  • Erzählbeispiele


Für die Arbeit mit Kindern ab 3 Jahren.

€ 22,90; Best.-Nr.: 2065

junge-gemeinde.de

Zeit für die Ernte

III. Erzählung

Zeit für die Ernte

Jesus erzählt diese Geschichte:
Es ist ein schöner Morgen. Die Sonne scheint schon heiß vom Himmel. Früh am Morgen geht ein Bauer hinaus zu seinem Weinberg. »Ob wir heute endlich mit der Ernte beginnen können?«, fragt er sich. Die Trauben sehen gut aus. Er probiert hier eine, dort eine und dann weiß er, dass es jetzt endlich losgehen kann. »Die Ernte wird gut«, denkt er. »Wenn meine beiden Söhne Jakob und Matthias mir helfen, dann kommen wir heute gut voran.« 

Jakob hat keine Zeit

Schnell geht er zurück nach Hause. »Jakob, Matthias!«, ruft er laut. Erst nach dem zweiten Mal kommt Jakob aus der Tür. »Was ist los?«, fragt er verärgert. »Jakob, ich brauche deine Hilfe. Komm mit in den Weinberg. Es geht los. Die Trauben sind reif!« – »Was, heute?«, Jakob klingt nicht begeistert. »Ich habe keine Zeit und auch keine Lust. Ich bin mit meinen Freunden verabredet.« Sein Vater schaut ihn an. »Du willst mir nicht helfen?« – »Nein, Vater, heute nicht. Vielleicht morgen.« Er dreht sich um und geht zurück ins Haus. Sein Vater sieht ihm traurig nach. 

Matthias verspricht zu helfen

Dann dreht er sich auch um und geht hinter das Haus. Dort findet er Matthias, seinen jüngeren Sohn. »Matthias, ich brauche deine Hilfe. Komm, die Trauben sind reif. Wir fangen heute an zu ernten.« – »Ja, Vater, ich komme gleich«, sagt Matthias und geht zurück ins Haus. 

Die Weinlese

Der Bauer holt alles, was sie für die Weinlese brauchen aus der Scheune. Er geht schon voraus zum Weinberg und fängt an. Immer wieder hält er an und schaut zurück zum Haus. »Wo Matthias nur bliebt?«, fragt er sich. Endlich sieht er jemanden den Weinberg heraufkommen. »Das ist doch Jakob, nicht Matthias«, denkt er. Jakob sagt zu seinem Vater: »Vater, hier bin ich. Ich kann mich auch ein anderes Mal mit meinen Freunden treffen.« Er nimmt einen Eimer und ein Messer und fängt an, Trauben zu ernten. 

Wo bleibt Matthias?

Sein Vater freut sich, dass Jakob gekommen ist. Aber wo bleibt Matthias? Schließlich fragt er Jakob: »Weißt du, wo Matthias steckt?« Aber Jakob zuckt nur mit den Schultern: »Ich weiß nicht, ich habe ihn nicht gesehen.«
Als es Abend wird, machen der Vater und sein Sohn Feierabend. Sie machen sich auf den Heimweg. Ohne Matthias. Er ist nicht mehr gekommen.«

Das Richtige tun

Als Jesus mit der Erzählung fertig ist, schauen seine Zuhörerinnen und Zuhörer ihn gespannt an. Da fragt Jesus sie: »Was denkt ihr, wer von beiden hat das Richtige getan? Jakob, der erst Nein gesagt hat und dann doch geholfen hat? Oder Matthias, der zuerst Ja gesagt hat, dann aber nicht kam?« Alle sind sich einig: Jakob, der zuerst nicht helfen wollte, es dann aber trotzdem getan hat. Jakob hat das Richtige getan. 

Der besondere Tipp:

Die Kreativtasche
Die praktische Grundausstattung für die Gestaltung von Legebildern in Gottesdienst, Kindergruppen und Religionsunterricht

Diese Tasche platzt aus allen Nähten und bietet haufenweise bunte Ideen für gutes Erzählen. 

Neben einem Ideen- und Anleitungsbuch gibt es Filzzuschnitte, Tücher, Kordeln, Stern … – alles ist immer griffbereit in der praktischen Jutetasche (26 x 38 cm). Der genaue Inhalt ist im Shop aufgelistet. 

€ 149,00; Best.-Nr.: S1209


junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Gespräch über wichtige Dinge

Jesus ist mit seinen Jüngerinnen und Jüngern unterwegs in Jerusalem. Da kommen die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen. Sie unterhalten sich mit Jesus über wichtige Dinge des Lebens und des Glaubens. Jetzt möchte Jesus erklären, dass Worte allein nicht ausreichen, sondern dass es darauf ankommt, wie man tatsächlich handelt. Doch wie soll er das verständlich machen? Jesus erzählt dazu diese Nachdenkgeschichte:

Es gibt viel zu tun

Ein Mann, ein Weinbauer, geht hinaus zu seinem Weinberg. Es gibt viel zu tun. Das ganze Jahr über. Mal müssen die Reben zurückgeschnitten werden, mal werden sie festgebunden, damit die Trauben nicht im Dreck liegen. Dann ist es Zeit für die Ernte. Oder es muss Unkraut entfernt und der Boden gedüngt werden. Es ist viel Arbeit. Der Mann hat zwei Söhne. Jakob und Matthias. Er geht nach Hause, um die beiden zu holen. »Sie können mir helfen. Dann geht es schneller«, denkt der Bauer. 

Die beiden Söhne sollen helfen

»Matthias, Jakob! Kommt mit in den Weinberg. Ich brauche eure Hilfe!« Keiner der beiden kommt aus dem Haus. Er ruft lauter: »Jakob, Matthias!« Jetzt schaut Jakob durch die Tür. »Ja, Vater, was gibt es?« »Jakob, ich war im Weinberg. Die Trauben sind reif. Wir fangen jetzt mit der Ernte an. Komm mit.« Jakob verzieht sein Gesicht. Er überlegt, was er sagen soll. »Aber, Vater, das geht doch nicht. Ich bin mit Freunden verabredet. Ich kann dir heute nicht helfen.« Jakob dreht sich um und geht wieder ins Haus. Sein Vater schaut ihm traurig nach. Dann geht er zur Scheune, um alles zu holen, was er für die Weinlese braucht. Da sieht er Johnannes, der hinter dem Haus in der Sonne sitzt. »Matthias, komm, ich brauche deine Hilfe. Im Weinberg.« Matthias schreckt auf. Er hat seinen Vater gar nicht gehört. »Vater, bei was brauchst du meine Hilfe?« »Die Trauben sind reif. Wir können heute anfangen mit der Weinlese.« Da steht Matthias schnell auf. Er schaut seinen Vater fröhlich an und sagt: »Ja, klar helfe ich dir. Trauben ernten ist super! Ich ziehe mir nur schnell noch Schuhe an, dann komme ich.« Der Vater freut sich. Wenigstens Matthias hilft ihm. Das ist prima! »Matthias, ich gehe schon zum Weinberg, komm einfach nach!« »Ja, das mache ich!« 

Jakob hilft, Matthias bleibt weg

So geht der Weinbauer wieder zu seinem Weinberg. Langsam wird es heiß. »Das wird anstrengend«, denkt er. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Er fängt an, die ersten Trauben abzuschneiden. Immer wieder schaut er zurück zum Haus. »Wo Matthias bloß bleibt?« Die Zeit vergeht. Dann kommt endlich jemand den Weg herauf. »Endlich«, denkt der Bauer. Aber es ist ja gar nicht Matthias! »Das ist ja Jakob,«, sagt er erstaunt vor sich hin. »Jakob, wie schön, dass du doch noch kommst!« »Ja, Vater. Ich habe es mir überlegt. Mit meinen Freunden kann ich mich auch noch ein anderes Mal treffen, wenn die Traubenernte vorbei ist. Jetzt ist es wichtiger, dir zu helfen.« »Das freut mich«, sagt sein Vater. »Jakob, weißt du wo Matthias bleibt?« Jakob zuckt mit den Schultern. »Weiß nicht.« Er sieht sich um, aber da ist niemand, der ihm folgt. »Vielleicht sitzt er wieder in der Sonne und träumt und vergisst alles um sich herum«, sagt Jakob mit einem Grinsen. »Ja«, seufzt sein Vater, »das kann sein.«

Sagen und Tun

Als Jesus mit der Geschichte am Ende angekommen ist, schauen ihn seine Zuhörerinnen und Zuhörer erwartungsvoll an. »Sicher kommt da noch ein Kommentar dazu«, denken sie. Jesus fragt die Hohepriester und Ältesten: »Was denkt ihr, wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?« Sie antworten: »Natürlich Jakob! Obwohl er zuerst Nein gesagt hat, hat er seinem Vater später doch geholfen. Matthias hat zwar versprochen zu helfen, hat es dann aber nicht getan.« 
Da sagt Jesus zu ihnen: »Wenn Gott euch etwas aufträgt – wie reagiert ihr dann?« Die religiösen Autoritäten schauen sich verunsichert an. Die Frage macht sie nachdenklich. Jesus spricht weiter: »Ihr sagt oft, dass ihr Gott gehorcht. Aber manchmal tut ihr nicht das, was ihr sagt. Eure Worte stimmen nicht immer mit euren Taten überein.« Die Männer werden unruhig und fragen sich, ob Jesus recht hat.
Jesus erklärt: »Es gibt Menschen, die zuerst sagen, dass sie Gott nicht folgen wollen, aber später ihr Verhalten ändern. Sie merken, dass sie anders handeln sollten – und tun es dann auch. Diese Menschen sind Gott oft näher als diejenigen, die behaupten, alles richtig zu machen, es aber nicht tun.«
Dann sagt Jesus: »Ihr kennt die Botschaft von Johannes dem Täufer und das, was ich euch lehre. Ihr sagt zwar, dass ihr Gott folgt. Aber manchmal zeigt euer Handeln etwas anderes. In der Geschichte vom Weinberg seid ihr wie Matthias.«

Psalm 84,2–6.11–13

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Die Ergebnisse werden wieder auf Karten geschrieben und mit den ersten Assoziationen zum Schwalbennest verglichen.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«

Fürbitten

Guter Gott,
du schützt uns wie ein Haus mit festen Mauern. 
Bei dir sind wir sicher und geborgen. 
In deiner Nähe können wir uns freuen. 
Dafür danken wir dir!
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die sich in ihrem Zuhause nicht sicher fühlen. Schütze sie!
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die kein Zuhause mehr haben 
und auf der Straße leben. Mache ihnen Mut!
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die ihr Zuhause verlassen mussten 
und Heimweh haben. Tröste sie!
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die sich um andere Menschen kümmern und ihnen ein sicheres Zuhause schenken. 
Stärke sie!
Bei dir, Gott, sind wir zuhause! 
Du machst uns zu deinen Kindern.
Und so rufen wir gemeinsam: Vater unser …

Kreative Umsetzung der Geschichte
Tempel bauen

Mit Holzbauklötzen oder Legosteinen wird der Jerusalemer Tempel nachgebaut. Hierzu wird zur Orientierung das Bild einer Rekonstruktion des Tempels in die Mitte gelegt. Entweder bauen alle Kinder gemeinsam an einem großen Tempel, oder jedes Kind baut für sich. Anschließend werden die Kunstwerke fotografiert, die Bilder ausgedruckt und den Kindern mit nach Hause gegeben. Auf die Bilder kann der Satz »Bei Gott bin ich zuhause« oder »Wir freuen uns über Gottes Haus« geschrieben werden.

Vogelhaus bauen und gestalten

Mit den Kindern wird aus Holz ein einfaches Vogelhaus gezimmert (oder gekauft).

Vogelnester mit guter Botschaft

Aus Naturmaterialien (dünne Zweige, Moos …), schmalen Zeitungsstreifen oder Wolle stellen die Kinder selbst Vogelnester her. Auf ausgeblasene Eier malen oder schreiben die Kinder die Botschaft: »Bei Gott bin ich zuhause« oder »Wir freuen uns über Gottes Haus«. Die Eier werden schließlich in die Nester gelegt.

Gespräch

Nach der Erzählung überlegen die Kinder: 

Die Kinder setzen sich auf den Stuhl und antworten als Lieddichter auf die Fragen. 

In einem zweiten Schritt wird überlegt: 

Die Antworten können in das Bild von einem Haus geschrieben oder gemalt werden.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Mit Bauklötzen
Material: Holzklötze, Wolle oder Walnussschale, vier Kegelfiguren

Reise zum Tempel

Der Mann ist aufgeregt (einen Holzklotz aufrecht hinstellen). Er macht eine Reise. Er will Gott besuchen. Er will zum Tempel in Jerusalem. Der Tempel ist das Haus von Gott. Dort kann er Gott nahe sein. Der Mann denkt: »Ich kann es kaum erwarten! Bald bin ich in Gottes Haus.« Er macht sich auf den Weg (Holzklötze aneinandergereiht flach hinlegen wie einen Weg). Viele Tage ist er unterwegs. Abends sucht er einen Schlafplatz. Da tun ihm die Füße weh. Aber er gibt nicht auf. Jeden Tag wächst seine Freude. »Bald habe ich es geschafft«, denkt er, »bald sehe ich Gottes Haus!« Fröhlich geht er weiter.
Der Mann ist an diesem Tag schon lange unterwegs. Auf einmal sieht er in der Ferne etwas. Das muss der Tempel sein. Sein Herz schlägt schneller. Der Mann ist aufgeregt. Es ist nicht mehr weit. Gleich hat er es geschafft. Er geht weiter auf den Tempel zu. Er kann ihn immer besser erkennen.

Angekommen am Tempel

Außenherum ist eine feste Mauer. Ein bisschen wie bei einer Burg (vom Weg ausgehend die Holzklötze seitlich aufgestellt im Kreis wie eine Mauer legen). »Das ist ein sicherer Ort«, denkt der Mann. »Hier kann mir nichts passieren. Gott beschützt mich wie diese Mauer.« Durch ein großes Tor in der Mauer geht der Mann in den Vorhof des Tempels. Er staunt. Alles ist groß. Alles ist schön. Im Vorhof sind viele Säulen aus Stein (vier Holzklötze senkrecht an vier Stellen im Kreis aufstellen). Der Mann freut sich: »Ich habe es geschafft. Ich bin angekommen. Jetzt bin ich im Haus von Gott!« Er beobachtet alles genau. 

Das Vogelnest

In der Mauer hört er Vögel zwitschern. Er schaut genauer hin. Da ist ein Vogelnest. Die Vogeleltern fliegen schnell hinein und wieder heraus und bringen ihren Vogelkindern Futter (Wolle oder Walnussschale als Vogelnest an die Mauer legen). »Auch Tiere haben hier einen sicheren Ort gefunden. Auch sie sind bei Gott zuhause. Gott passt auf alle auf«, freut sich der Mann.

Die Priester

Da sieht er zwei Männer durch den Vorhof laufen (zwei Kegelfiguren in den Kreis stellen). Es sind Priester. Das sieht er an ihren Kleidern. Sie arbeiten im Tempel. Sie dienen Gott. Jeden Tag dürfen sie hier sein. »Das muss schön sein«, denkt der Mann, »wenn man jeden Tag in Gottes Haus sein darf.«

In Sicherheit

In einer Ecke sieht der Mann eine Frau und einen Mann sitzen (zwei Kegelfiguren in den Kreis an die Mauer stellen). Sie sagen: »Hier sind wir in Sicherheit. Hier kann uns nichts passieren. Bei Gott finden wir Schutz.« Die Leute haben ihr Zuhause verlassen müssen. In Gottes Haus sind sie in Sicherheit. »Wie schön es hier in Gottes Haus ist«, denkt der Mann. Er lächelt. Er freut sich so über Gottes Haus! 

Ein Lied über Gottes Haus

Er hat eine Idee. Er setzt sich hin und schreibt ein Lied über Gottes Haus. Er schreibt:
»Wir freuen uns über dein Haus, Gott. Ich habe es kaum erwarten können, 
in deinem Haus zu sein. 
Jetzt bin ich endlich da. 
Auch die Vögel haben in deinem Haus einen sicheren Platz für ihr Nest gefunden. 
Glücklich sind die, die in deinem Haus wohnen und arbeiten. 
Glücklich sind die, die in deinem Haus Schutz suchen und finden. 
Ein Tag in deinem Haus ist das Beste. 
Ich habe noch nichts Besseres erlebt.
Du beschützt uns.
Du sorgst für uns.
Glücklich ist der Mensch, 
der sich auf dich verlässt.
Amen.«

Auf dem Heimweg

Der Mann bleibt noch ein paar Tage im Tempel. Dann macht er sich auf den Heimweg (Holzklötze flach auf den Weg als »Rückweg« legen). Er ist glücklich. Den ganzen Weg singt er sein Lied.

Erzählung für Ältere

Der Psalm wird gegen Ende der Geschichte gemeinsam mit den Kindern in zwei Gruppen gelesen.

Den Tempel sehen

Er kann es kaum erwarten. Seit Wochen plant er die Reise. Mehrere Tage wird er unterwegs sein. Die letzten Vorbereitungen sind getroffen. Jetzt kann es endlich losgehen. Er hat ein großes Ziel. Er will zum Tempel in Jerusalem. Schon lange hat er sich danach gesehnt, den Tempel zu sehen. »Ich will den Tempel, Gottes Haus sehen. Ich will Gott besuchen«, hat er immer wieder gesagt. Jetzt ist es so weit. Er macht sich auf den Weg. Er läuft den ganzen Tag. Abends sucht er einen Schlafplatz. Dann tun ihm immer die Füße weh. Aber er gibt nicht auf. Er will unbedingt in den Tempel!

Am Ziel angekommen

Nach ein paar Tagen Wanderung kann er in der Ferne die Mauer des Tempels erkennen. Er rennt fast auf den Tempel zu. Vor der Tempelmauer bleibt er stehen. Er hat sein Ziel erreicht. Er legt den Kopf in den Nacken. So eine große und sichere Mauer hat er noch nie gesehen.

Der Vorhof des Tempels

Aufgeregt geht er durch das Tor in den Vorhof des Tempels. Mit großen Augen schaut er sich um. Viele Menschen sind hier unterwegs. Sie reden durcheinander. Alle sind fröhlich. Er staunt über die großen Säulen aus Stein. Der Tempel ist wirklich schön! Und so groß. Als er nah an der Mauer entlang geht, hört er Vögel zwitschern. Er schaut nach oben. Da in der Mauer haben Vögel ein Nest gebaut. Die Vogeleltern fliegen hinein und heraus und füttern ihre Kinder. »Ihr habt euch aber einen schönen Ort ausgesucht«, sagt er zu den Vögeln. »Hier seid ihr sicher.«

In Sicherheit

Ein paar Meter weiter sieht er einen Mann und eine Frau auf dem Boden sitzen. Sie sind ganz dünn. Jemand hat ihnen etwas zu essen gebracht. Als er an den beiden vorbeigeht, hört er, wie die Frau sagt: »Ich bin so froh, dass wir jetzt in Sicherheit sind. Zuhause ging es uns so schlecht. Da war es gefährlich. Hier haben wir sogar genug zu essen. Zum Glück haben wir es hierhergeschafft.«

Die Priester

Am anderen Ende des Vorhofs sieht er zwei Priester. Das erkennt er an ihrer Kleidung. Sie arbeiten im Tempel und dienen Gott. »Wie schön das sein muss«, denkt er. »Jeden Tag in Gottes Haus zu sein.«
Er setzt sich hin und holt etwas zu schreiben aus seinem Bündel. Er muss festhalten, was er hier erlebt. Er will es nicht vergessen. Er will zeigen, wie sehr er sich freut, wie wohl er sich hier fühlt. Er will weitererzählen, wie wunderbar Gott ist. Er will ein fröhliches Lied schreiben. Und so schreibt er auf …

Das Lied

Gemeinsam mit den Kindern wird 
Psalm 84 in zwei Gruppen gelesen. Die eine Gruppe liest den Text in Auszügen nach Luther 2017, die zweite Gruppe antwortet mit der freien Übertragung (fett). Das Textblatt wird zuvor für jedes Kind ausgedruckt. 

Im Anhang findet ihr diese Psalm-Vorlage zum kostenfreien Download.

Gestärkt durch den Besuch im Tempel

Er bleibt noch ein paar Tage im Tempel. Dann macht er sich auf den Heimweg. Er ist glücklich. Der Weg fällt ihm leicht. Der Besuch in Gottes Haus hat ihn stark gemacht. Er geht wieder nach Hause, aber in seinem Herzen nimmt er Gottes Haus mit. Den ganzen Weg singt er sein Lied
Beachtet zu diesem Sonntag auch den ersten besonderen Tipp

1. Könige 8,22–23.27–30

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«

Lieder

Wo ich gehe, bist du da (KuS 322);
Ob ich sitze oder stehe 
(KuS 332, Wwdl 186, HuT 268);
Freuet euch der schönen Erde 
(EG 510, KuS 624, v.a. Strophe 4)

Fürbitten

Gott, du bist so groß. 
Wir können dich nicht fassen.
Trotzdem bist du uns ganz nah. 
Dafür danken wir dir.
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die nach dir suchen. 
Zeige dich ihnen und lass sie deine Nähe spüren.
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die dich um Hilfe bitten. 
Höre ihr Gebet und lass sie nicht allein.
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die zu dir kommen. 
Schaue sie freundlich an und beschütze sie.
Wir bitten dich für alle Menschen, 
die an dir zweifeln. 
Wende dich ihnen zu und lass sie staunen.
Du bist überall, Gott. 
Trotzdem kennst du jede und jeden von uns. Wir sind deine Kinder und rufen gemeinsam: Vater unser …

Kreative Umsetzung der Geschichte
Wo wohnt Gott?

Der Satz »Wohnt Gott wirklich auf der Erde?« liegt in der Mitte. Die Kinder tauschen ihre Gedanken aus: 

Gemeinsam wird überlegt, wie König Salomo die Frage beantwortet hat. 
Die Jüngeren malen dann ihre Vorstellung auf ein Blatt Papier.
Die Älteren formulieren ein Elfchen (1 – 2 – 3 – 4 – 1 Wort/e pro Zeile) oder ein Akrostichon (1. Zeile beginnt mit A, 2. Zeile mit B, 3. Zeile mit C …) zur Frage »Wo wohnt Gott?«. 

Handschmeichler gestalten

Die Kinder bekommen einen unbemalten Handschmeichler aus Holz oder Stein. Sie überlegen: 

Sie schreiben/malen ihre Antwort mit entsprechenden Farben auf den Handschmeichler.

Kirchenerkundung

Gemeinsam mit den Kindern wird das Gotteshaus vor Ort erkundet. Wichtig ist, dass die Kinder sich in der Kirche wohlfühlen können und nicht mit Verhaltensregeln überschüttet werden. Es ist hilfreich, den Kindern auf die Erkundungstour einen Laufzettel mit den nachfolgenden Fragen sowie Stift, Stern, Kegelfigur und Teelicht im Glas mitzugeben.
Zunächst gehen die Kinder in der Kirche herum und schauen sich alles in Ruhe an. Dann beantworten sie folgende Fragen:
1. Welcher Ort gefällt mir am besten? Warum? 

2. Wo möchte ich am liebsten sitzen? Warum?

3. Was gefällt mir nicht in der Kirche? Warum?

4. Hierzu habe ich eine Frage: …

5. Wo kann ich Gott in der Kirche entdecken? 

6. Was denkst du: Wohnt Gott in der Kirche? Woran kannst du das erkennen? Im Anschluss sollte genug Zeit zum Austausch sein.

Der besondere Tipp …

Nylon-Tücher-Set

  • Hauchzart und transparent
  • Sechs verschiedene Farben (gelb, orange, violett, rot, grün, blau)
  • Maße: 68 x 68 cm

€ 16,20; Best.-Nr. 1128



Erzählschiene Anfänger-Set
Alles was ihr braucht, um mit den Erzählschienen und Figurensets zu starten!

Mit »Saat und Ernte« geht es in großen Schritten Richtung Erntedank. 
Auch »Die Erzählung von der Schöpfung« ist für die Herbst- und Erntezeit eine hilfreiche Anregungung (s. hierzu »Große im Kigo). Das Set beinhaltet:

  • die beiden oben aufgeführten Figurensets
  • das dreiteilige Erzählschienen-Set 

aus massivem Buchenholz

  • das Praxisbuch zur Erzählschiene

NUR € 49,00  (und 13 € gespart!) Best.-Nr. S1467

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Material: blaues Chiffontuch, eine Kegelfigur, Steine

Gott zieht in sein Haus ein

Heute ist es so weit. Heute zieht Gott in sein Haus ein. König Salomo hat es bauen lassen (Kegelfigur in die Mitte stellen). Tempel – so heißt das Haus von Gott. Der Tempel ist groß geworden. Aus vielen Steinen ist er gebaut worden (Steine im Kreis um Salomo legen). Jetzt ist er endlich fertig. Die Leute sind ganz aufgeregt. So lange haben sie auf das Haus von Gott gewartet. Und heute zieht Gott endlich ein. 

Die Bundeslade

Viele Leute haben sich versammelt. Gemeinsam gehen sie zum Tempel. Ganz hinten haben sich die Priester eingereiht. Sie arbeiten im Tempel und dienen Gott. Die Priester tragen die Bundeslade. In der Bundeslade sind die Regeln, die Gott den Menschen gegeben hat: die Zehn Gebote. Die Bundeslade war immer bei ihnen, als sie noch durch die Wüste gewandert sind – damals auf dem Weg in ihr neues Land. Und mit der Bundeslade war Gott ganz nah bei ihnen. Jetzt soll die Bundeslade in den Tempel. Mit ihr zieht Gott in sein Haus ein.
Ganz vorne geht König Salomo. Er führt die Menschen an. Ganz langsam steigen sie den Berg zum Tempel hinauf. Oben angekommen gehen sie durch das große Tor in den Tempel hinein. Im innersten Raum des Tempels stellen die Priester die Bundeslade ab. Die anderen Menschen warten davor. 

Gott ist hier

Als die Priester wieder herauskommen, erfüllt eine Wolke den ganzen Tempel (blaues Tuch locker über die Kegelfigur und die Steine legen). »Das ist unser wunderbarer Gott!«, rufen die Leute. »Er ist hier! Er ist uns ganz nah! Er zeigt uns, wie wunderbar er ist.«

Gott ist größer als der Tempel

Da tritt König Salomo vor die Leute. Er breitet seine Arme weit aus und streckt sie zum Himmel. König Salomo sagt: »Großer Gott, niemand ist so wie du! Du lässt uns nicht im Stich. Du sorgst für uns. Es gibt keinen anderen Gott wie dich.« König Salomo weiß: Gott ist größer als der Tempel. Gott passt nicht in sein Haus. Gott lässt sich nicht in seinem Haus einsperren. König Salomo sagt: »Wohnt Gott wirklich auf der Erde?« Die Leute schauen König Salomo gespannt an. »Nein«, sagt König Salomo. »Du, Gott, bist größer als der Himmel. Nicht einmal dort passt du hinein. Wie könntest du dann in das Haus passen, das Menschen dir gebaut haben?« Die Leute machen große Augen. »Gott ist doch gerade hier eingezogen!« König Salomo sagt: »Gott, du bist so groß. Du bist überall. Aber hier haben wir einen Ort, an dem wir dich besonders spüren können. Pass auf den Tempel auf. Und auf alle Menschen, die hierherkommen. Lass sie nicht aus den Augen. Höre, was die Menschen dir sagen. Hilf ihnen, wenn sie dich um Hilfe bitten. Du hörst es. Auch wenn dieses große Haus für dich zu klein ist.« Langsam lässt König Salomo die Hände wieder sinken. Die Leute spüren: Hier ist ein guter Ort, um mit Gott zu reden. Auch wenn der Tempel viel zu klein ist für Gott.

Erzählung für Ältere

Der Tempel ist fertig

König Salomo ist zufrieden (Kegelfigur in die Mitte stellen). Er ist schön geworden. Und groß. Die Leute haben so lange darauf gewartet. Und jetzt ist er endlich fertig. König Salomo schaut ihn sich an – den Tempel, das Haus von Gott. Dort oben auf dem Berg Zion steht er. Es war viel Arbeit. Und teuer war es auch. Aber die Mühe hat sich gelohnt. König Salomo ist begeistert. Er hat den Auftrag gegeben. Ein schöneres Haus hätten sie für Gott nicht bauen können. 

Einweihung des Tempels

Heute haben sich viele Menschen unten am Berg Zion versammelt. Heute soll der Tempel eingeweiht werden. Heute soll Gott endlich in sein Haus einziehen. Jetzt gibt König Salomo das Zeichen. Es kann losgehen. König Salomo geht voran. Ehrfürchtig setzt er einen Schritt vor den anderen. Die vielen Menschen folgen ihm. Ganz hinten gehen die Priester. Sie werden im Tempel arbeiten und dort Gott dienen. Jetzt tragen sie die Bundeslade. In der Bundeslade sind die Zehn Gebote, die Regeln, die Gott seinem Volk Israel gegeben hat. Die Bundeslade war immer bei ihnen, als sie noch durch die Wüste gewandert sind – damals auf dem Weg in ihr neues Land. Und mit der Bundeslade war Gott immer ganz nah bei ihnen. Jetzt soll die Bundeslade in den Tempel. Mit ihr zieht Gott in sein Haus ein. 
Langsam steigt der feierliche Menschenzug den Berg Zion hinauf. König Salomo kann seinen Blick nicht vom Tempel oben auf dem Berg abwenden. Er freut sich. Heute ist wirklich ein ganz besonderer Tag. Oben angekommen bleibt König Salomo kurz stehen. Er legt den Kopf in den Nacken. Ein so großes Gebäude haben die Leute bestimmt noch nicht gesehen. König Salomo ist stolz. Für Gott muss es einfach das Beste sein. König Salomo atmet einmal tief durch, dann geht er durch das Tor in der Tempelmauer in den Tempel hinein (Steine um die Kegelfigur legen). Hier bleibt König Salomo stehen. Er und die anderen Leute stellen sich auf beiden Seiten auf. Durch den Gang aus Menschen ziehen die Priester mit der Bundeslade in den Tempel ein. Sie tragen die Bundeslade in den innersten Raum des Tempels. Dorthin darf sonst niemand. Alle anderen warten gespannt davor. Jetzt ist Gott in sein Haus eingezogen. 

Gott ist hier

Als die Priester wieder herauskommen, erfüllt eine Wolke den ganzen Tempel (blaues Tuch locker über die Kegelfigur und die Steine legen). Es wird ganz still. Niemand sagt ein Wort. König Salomo kann die Hand nicht mehr vor Augen sehen. »Was ist denn jetzt los?«, fragt er sich. Dann spürt er: »Das ist unser wunderbarer Gott! Er ist hier. Er füllt den ganzen Tempel aus.« Auch die anderen Leute haben es gemerkt. Sie fangen an zu jubeln: »Gott ist hier! Er zeigt uns, wie wunderbar er ist.«

Gott ist größer als der Tempel

König Salomo nickt. »Ja«, denkt er. »Gott ist hier. Gott ist uns ganz nahe. Aber Gott ist viel größer als der Tempel. Er passt nicht in sein Haus. Gott lässt sich nicht in Mauern sperren. Er ist so groß. Er ist überall!«
Jetzt ist König Salomo an der Reihe. Er tritt vor die Leute und räuspert sich. Dann breitet er seine Arme weit aus und streckt sie dem Himmel entgegen. Er schließt die Augen und sagt: »Großer Gott, niemand ist so wie du. Du lässt uns nicht im Stich. Du sorgst für uns. Es gibt keinen anderen Gott wie dich!« König Salomo macht eine kurze Pause. Dann fragt er: »Wohnt Gott wirklich auf der Erde?« Ein Raunen geht durch die Menschenmenge. »Gott ist doch gerade hier eingezogen«, hört König Salomo die Menschen sagen. König Salomo redet weiter: »Gott, du bist größer als der Himmel. Nicht einmal dort passt du hinein. Wie könntest du dann in das Haus passen, das Menschen dir gebaut haben?« Die Leute werden unruhig. »Haben wir dann den Tempel ganz umsonst gebaut?«, fragen sie. Da sagt König Salomo: »Gott, du bist so groß. Du bist überall. Aber hier haben wir einen Ort, an dem wir dich besonders spüren können. Pass auf den Tempel auf und auf alle Menschen, die hierherkommen. Lass sie nicht aus den Augen. Höre, was die Menschen dir sagen. Hilf ihnen, wenn sie dich um Hilfe bitten. Du hörst es. Auch wenn dieses große Haus für dich zu klein ist.«

Der Tempel ist ein guter Ort

Langsam lässt König Salomo die Arme wieder sinken. Zufrieden schaut er sich um. Der Tempel ist schön geworden. Und groß. Die Mühe hat sich gelohnt, auch wenn Gott zu groß ist für sein Haus. Doch hier können die Menschen Gott besonders nahe sein. Gottes Haus ist ein guter Ort, um mit Gott zu reden.

Der besondere Tipp …

Fahrrad-Glocke »Gott hört mich« 
Für alle Fahrradlenker mit einem Ø von  20 bis 25 mm

Salomo weiß: Der Tempel ist zu klein für ihren großen Gott. Und die Leute wissen: Wenn sie von diesem besonderen Ort wieder weggehen, geht Gott mit. Und er hört sie.
Auch die Glocke wird gehört und hilft so bei einer sicheren Fahrt.
Schwarz, mit zweifachem Aufdruck »GOTT HÖRT MICH«.

€ 4,30 (ab 10 Ex. je € 4,10); Best.-Nr. 1736

Psalm 23,1–4

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Das wünsch ich sehr (KuS 410, KKL 33, HuT 315, EGplus 104, MKL1 5);
Gott geht mit bei jedem Schritt (KuS 154)

Gebet 

Danke Gott, dass du auf uns aufpasst 
wie ein Hirte auf seine Schafe.
Danke für alle Menschen, auf die wir uns 
verlassen können und die gut zu uns sind.
Wir sagen, für wen wir dankbar sind und stellen als Zeichen eine Figur oder ein Teelicht in die Mitte.
Danke, lieber Gott, für all diese Menschen. Pass gut auf sie auf. Amen

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für Jüngere: Psalm nachspielen
Ein*e Mitarbeiter*in wird zum Hirten / zur Hirtin, und die Kinder spielen die Schafe. Vielleicht vom Krippenspiel noch Verkleidungen übrig? Von der Hirtin werden die Schafe durchs Haus oder den Garten geführt. Dabei werden die verschiedenen Verse des Psalms erlebbar: Auf dem richtigen Weg bleiben, ein finsteres Tal durchqueren (ein abgedunkeltes Zimmer) und natürlich muss es an einer Stelle Wasser zu trinken geben.

Für Ältere: Parcours 
Ein abenteuerlicher Weg über Tische, Stühle und was sonst zur Verfügung steht. Ein Teil mit verbundenen Augen und auch eine Wasserstation. Auch hier übernimmt ein*e Mitarbeiter*in die Aufgabe des Hirten.

Ins Gespräch kommen

Im Gespräch lassen sich mit den Kindern Anknüpfungspunkte des Psalms zu ihrem täglichen Leben finden. 

Vielleicht mag ein*e Mitarbeiter*in den Anfang machen und erzählt von einer Angstsituation und was dabei geholfen hat, dann können auch Kinder von ihren Ängsten und Mutmachern erzählen.

Psalm kreativ gestalten

Einzelnen Verse des Psalms kreativ gestalten. Dafür bietet es sich an, mit großen Blättern, Wasser- oder Wachsfarben zu arbeiten. So kann die grüne Wiese, das frische Wasser oder auch das finstere Tal entstehen, wie die Kinder es sich vorstellen.

Übertragung des Psalms ins Hier und Jetzt

Die Älteren malen dazu Bilder. Aus den Werken kann eine kleine Ausstellung entstehen, die die Kinderperspektive auf den Psalm mit den Erwachsenen der Gemeinde teilt.

Schafe basteln

Dafür gibt es unzählige Ideen: Pappe umwickelt mit Wolle, beklebt mit Watte oder einfach angemalt. Auf ein großes Blatt geklebt zusammen mit dem abgedruckten Psalm bleibt dieser im Kinderkirchraum präsent. 

Wenn etwas mehr Zeit ist, können auch Pompon-Schafe gebastelt und als Girlande aufgehängt werden (wie im Vorschlag zum Opferfest auf mein-kamishibai.de, dort »4 Tage Nächstenliebe« eingeben).

Darüber hinaus

Falls es vor Ort eine Schafherde oder eine*n Schäfer*in gibt, wäre ein Besuch dort toll, um das Thema noch greifbarer zu machen. Oder die*der Schäfer*in kommt als Gast in die Kinderkirche.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

König David schreibt ein Gebet

Vor langer Zeit hat König David ein Gebet geschrieben. Den Psalm vom guten Hirten, den wir vorher gebetet haben. König David hat lange überlegt: »Wie kann ich in einem Psalm von Gott erzählen? Wie ist Gott eigentlich?«
Und vielleicht hat er dann zum Fenster seines Königspalastes hinausgeschaut und einen Hirten mit seinen Schafen gesehen. Und dann dachte er sich: »Gott ist wie ein guter Hirte. Ein Hirte, der der Lieblingsmensch von allen seinen Schafen ist.« 
Was würde wohl so ein Schäfchen erzählen, wenn es sprechen könnte? Lasst uns mal hören. (Dazu Schaf von Bodenbild, wie bei »III. Zur Gestaltung der Reihe«, beschrieben, in die Hand nehmen.)

Schaf Wollie erzählt

Hallo, ich bin Wollie! Und wie ihr sehen könnt, bin ich ein Schaf. Manche sagen, ich bin noch klein. Aber ich bin schon viel größer als die Lämmer, die noch bei den Mama-Schafen trinken. Ich gehöre zu einer großen Schafherde. Wir sind fast hundert Schafe! Bei uns in der Herde wird es nie langweilig und ich finde immer jemanden zum Spielen. Meine Freundin Wuschel ist im gleichen Frühling geboren wie ich. Wir spielen am liebsten zusammen Verstecken. In so einer großen Herde kann man sich richtig gut verstecken.
Mein Lieblingsessen ist Klee. Davon kann ich nie genug bekommen. Zum Glück haben wir einen ganz lieben Hirten. Er zeigt uns immer die besten Stellen, wo es das leckerste Essen für uns Schafe gibt. Und er weiß, wo es frisches Wasser zum Trinken gibt und führt uns dort hin. Er hat uns richtig lieb, unser Hirte. Manchmal nimmt er mich auf den Schoß und streichelt mich. Dann wird es ganz warm in mir drin, so schön fühlt sich das an. 
Wenn wir zu einer neuen Weide gehen, dann passt er auf uns alle auf. Mit seinem Hirtenstab vertreibt er die wilden Tiere. Deshalb brauchen wir keine Angst zu haben.
Unser Hirte achtet gut darauf, dass wir alle auf dem Weg bleiben und kein Schäfchen verloren geht. Ich habe es einmal aber trotzdem geschafft. Oje! Ich erzähle euch, wie das passiert ist.

Wollie geht verloren

Wir waren auf der Kleewiese. Die nenne ich so, weil dort ganz besonders viel Klee ist. Und noch etwas gibt es dort: ganz viele Büsche. Wuschel und ich lieben es, dort Verstecken zu spielen. Ich hab mich zwischen zwei Büschen versteckt, und Wuschel hat mich gefunden. Dann musste ich suchen. Dazu habe ich mich hinter einen Busch gestellt und extra lange gezählt. Bis 100 kann ich nämlich schon zählen. Das dauert ganz schön lange, aber dann habe ich es geschafft: »… 97, 98, 99, 100. Ich komme!«, habe ich gerufen. Dann bin ich hinter meinem Busch hervorgekommen. Ich habe Wuschel nicht gesehen – aber die anderen Schafe auch nicht! Ich hab einen Riesenschreck bekommen. Oje, da hab ich mich wohl beim Zählen so sehr angestrengt, dass ich unseren Hirten nicht gehört habe, als er uns gerufen hat. 
Eine Träne lief mir übers Gesicht, und meine Beine wurden ganz zittrig. Ich wusste zwar, wohin wir als nächstes ziehen wollten: zur Blumenwiese. Und ich wusste auch den Weg dorthin. Aber ich mochte den nicht alleine gehen. Denn da muss man durch das Felsental. Da ist es immer so dunkel. Und im Dunkeln alleine sein, habe ich gar nicht gerne. Ich überlegte: »Mein Hirte wird ganz sicher merken, dass ich fehle. Ich gehe jetzt den anderen hinterher. Bestimmt holt mein Hirte mich dann bald ab.« Und so bin ich losgetapst. Schritt für Schritt weg von der Kleewiese und auf zur Blumenwiese. Jetzt ging es ins dunkle Felsental. Die ganze Zeit habe ich drangedacht, wie mich gleich mein Hirte in die Arme nehmen wird. So hab ich mich ganz allein durch das Tal getraut. Und als ich fast durch war, kam mir mein Hirte entgegen. Ich hab seine Stimme gleich erkannt und gewusst: »Jetzt kann mir nichts mehr passieren.« Mein Hirte hat mich auf den Arm genommen. Ich war so erleichtert, dass ich ein bisschen geweint habe. Kurze danach waren wir dann wieder bei unserer Herde. 
Wenn Wuschel und ich jetzt Verstecken spielen, dann zähle ich nur noch bis 20. Obwohl ich echt schon bis 100 zählen kann!

Der besondere Tipp …

Der gute Hirte
Schiebepuzzle (Spiel)

Kleines Spiel mit großem Kniffelfaktor: Die 16 beweglichen Teile (davon ein Stopper) werden so lange verschoben, bis das vollständige Bild des guten Hirten zu sehen ist, der seine Herde liebhat (s. Bild). 

€ 2,20 (ab 10 Ex. je € 2,10); Best.-Nr. 1745



Der Herr ist mein Hirte
Minibüchlein



Ein schönes Erinnerungsbüchlein für die Kinder; mit den gleichen Bildern von Petra Lefin, die sie evtl. aus der Kamishibai-Erzählung kennen (s. Seite 316). Der kindgerechte Text zu jedem Bild schafft Räume, die Geschichte zu Hause gemeinsam zu erinnern. 

€ 2,50; Best.-Nr. 3561

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

König David sucht nach neuen Worten

König David überlegt. Viele Gebete hat er sich schon ausgedacht. Und doch sucht er immer noch neue Worte. Worte, die zeigen sollen: So groß ist unser Gott. So gut. So geborgen bin ich bei ihm. Das möchte er seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln weitergeben. Ein Gebet, das kleine und große Leute fest in Kopf und Herz haben können. Das sie immer beten können. Wenn sie Gott danke sagen wollen, oder wenn sie Angst haben. Ein Gebet fürs ganze Leben soll es werden.

David träumt

König David gähnt. Alt ist er geworden, der König. Immer wieder wird er müde. Er gibt es nicht gerne zu, aber manchmal fallen ihm mitten am Tag die Augen zu. Dann träumt er. Von seinem Leben, das so voller Abenteuer war. Auch heute ist er eingeschlafen. 

David als Kind

Und da ist er wieder jung. Er ist wieder ein Kind, das über die Wiesen rennt, mit seiner Steinschleuder in der Hand. Ein Kind, das schon eine wichtige Aufgabe hat: Er ist der Hirte für die Schafe seines Vaters. Oh, wie er diese Aufgabe liebt! Abenteuerlich ist es, die wilden Tiere fernzuhalten. Aber er hat ja seine Steinschleuder und einen langen Holzstock, sein Hirtenstab. Den haben seine großen Brüder für ihn mit Schnitzereien verziert. Für David ist der Stock sein wertvollster Besitz. Er kann es fühlen: Das feste Holz in seiner Hand und die weiche Wolle der Schafe. Stundenlang kann er sie streicheln. Jedes Schaf in der großen Herde will drankommen. Langweilig wird es David bei den Schafen nie. Besonders lustig ist es, die jungen Schafe zu beobachten. David kennt all ihre Spiele und er hat allen einen Namen gegeben. Wenn er sie ruft, hören sie auf diese Name. Das darf er aber den großen Brüdern nicht erzählen, die lachen ihn sonst aus. 

Davids Lieblingsschaf

Im Traum sieht David sein Lieblingsschaf Wollie vor sich. Wollie, das Schäfchen, das immer so aufgeregt »Määäh« ruft, wenn sie zu einer Wiese mit viel Klee kommen. Wollie, das so lustig hüpft, wenn sie an einem heißen Tag an eine Wasserquelle kommen. Wollie, das fast verloren ging, weil er einmal vergessen hatte, die Herde durchzuzählen. 

Ein Schäfchen fehlt

Er geht mit den Schafen los. Mit der Herde geht er durch das dunkle Felsental. Erst da bemerkt er: Ein Schäfchen fehlt! 
David lässt die aufgeregte Herde zurück und geht schnell los, er rennt das dunkle Tal zurück. Und da sieht er das Schäfchen, wie es ihm entgegentapst.
Er nimmt Wollie auf den Arm und spürt den schnellen Herzschlag des Tieres. In seinen Armen beruhigt sich das Schäfchen wieder. Was für ein unglaubliches Gefühl, dass dieses kleine Geschöpf ihm so sehr vertraut. 
König David lächelt im Schlaf. Und als er aufwacht, spürt er immer noch die weiche Wolle des Schafes. Und jetzt kommen die Worte für das Gebet fürs ganze Leben wie von selbst:

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue 
und führet mich zum frischen Wasser. 
Er erquicket meine Seele. 
Er führet mich auf rechter Straße 
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte 
im finstern Tal, 
fürchte ich kein Unglück; 
denn du bist bei mir, 
dein Stecken und Stab trösten mich. 

Ein warmes Gefühl

David spricht die Worte laut aus. Und er muss ein bisschen schmunzeln. Werden die Menschen wohl merken, dass sie in diesem Gebet als Schafe sprechen? Bestimmt werden die Kinder das lustig finden und das Gebet gerne lernen. 
Dann fällt ihm wieder sein Traum ein. Und das Schäfchen, das sich in seinen Armen sicher gefühlt hat und wieder ruhig wurde. Ja, so fühlt er sich auch, wenn er sich seinem Gott anvertraut. 
Dieses Gebet wird seinen Kindern, seinen Enkelkindern und vielleicht noch vielen nach ihnen ein warmes Gefühl ums Herz machen. So wie sich damals das kleine Schaf Wollie in seinen Armen gefühlt hat. 


Der besondere Tipp …

Hirte mit Schafen
Set mit 6 Schafen


Das Set, bestehend aus einer Hirten-Biegepuppe (ca. 13 cm) und sechs Schafen, davon ein schwarzes (ca. 5 x 3 cm) ist für viele Geschichten einsetzbar.

€ 17,30; Best.-Nr. 1799





Schafe aus Holz
Set mit 5 weißen Schafen


Die Holzschafe sind weiß lackiert und in Deutschland hergestellt. Sie können – in mehrfacher Ausfertigung – die großen Herden Abrahams, Lots, Davids und vieler weiterer biblischer Personen eindrucksvoll zum Ausdruck bringen.

€ 4,90; Best.-Nr. 1559

junge-gemeinde.de

Psalm 23,5–6

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Psalm 23,5-6 nimmt Bezug auf verschiedene Etappen im Leben des König David: die Bewahrung vor den Feinden, die er immer wieder erlebt hat. Die Salbung zum König. Und die Erfahrung, bei Gott bewahrt und zuhause zu sein. Gott, der ein Zuhause, einen Lieblingsort schenkt, darauf wollen wir an diesem Sonntag den Fokus richten.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Siehe hierzu auch »Zur ganzen Reihe«
Running over (KuS 327);
Bist du ein Haus aus dicken Steinen 
(KuS 474, KG 154);
Gott, bei dir bin ich zuhause (Bastian Basse);
Komm, bau ein Haus 
(KuS 530, KG 119, HuT 359, MKL1 91)

Gebet

Guter Gott, bei dir sind wir zuhause.
Wir freuen uns, dass du überall bei uns bist:
im Kindergarten und in der Schule.
In der Kinderkirche und beim Sport.
In unseren Kinderzimmern und draußen beim Spielen.
Wir bitten dich für alle Kinder auf der Welt, 
dass sie ein sicheres Zuhause haben.
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Aktion: Gemeinsam essen und trinken

»Du bereitest vor mir einen Tisch, du schenkst mir voll ein« – gemeinsam essen und trinken soll nicht fehlen: Gemeinsam wird ein Tisch schön gedeckt, und wir nehmen uns Zeit für einen kleinen Imbiss. Oder wir decken in der Mitte des Kreises ein schönes Tuch mit einem Teller Keksen und Bechern. 

Ins Gespräch kommen

Darüber kommen wir ins Gespräch. Wenn der Raum, in dem wir Gottesdienst feiern, genügend Möglichkeiten bietet, können wir auch hier erstmal unseren Lieblingsplatz suchen. 

Miteinander Theologisieren

Die Frage »Wo ist eigentlich Gottes Haus und was ist es?« lädt zum Theologisieren ein. Dabei gibt es kein Richtig und Falsch. Wir hören ohne Wertung an, was die einzelnen Kinder dazu zu sagen haben. 

Kreativ werden

Mit der Frage »Wie sieht es in Gottes Haus aus?« lassen wir die Kinder kreativ werden. Ein großes Plakat mit einem Hausumriss bildet den Rahmen, und aus alten Zeitschriften und Zeitungen schneiden die Kinder aus, was alles zu Gottes Haus gehört.
Für Ältere können in Schuhkartons alternativ ihre Traumhäuser entstehen. Dazu vorab Recyclingmaterialien sammeln und etwas mehr Zeit einplanen.
Oder es wird einfach gebaut mit dem, was da ist oder mitgebracht werden kann: Duplo, Lego, Bauklötze.

Der besondere Tipp …

Psalmenstern
Bastelbogen 

Der Psalmenstern möchte Kinder mit den wunderbaren, alten Gebeten vertraut machen und ihnen einen Schatz fürs Leben mitgeben. Denn seit Jahrhunderten beten Menschen die Psalmen, weil sie darin ein Gegenüber finden, dem sämtliche Situationen des Lebens bekannt sind: Klagen, Bitten, Flehen haben genauso ihren Platz wie Danken und Jubeln.

Die ausgewählten Psalmen wurden sprachlich angepasst, ggf. gekürzt bzw. einzelne Verse ausgewählt.

Psalm 23 ist unverändert in der Übersetzung nach Martin Luther (1984) übernommen.

Lieferung ohne Holzstab und Perle.

€ 2,60 (ab 10 Ex. je € 2,40); Best.-Nr. 066

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Das Haus von Gott

Vor langer Zeit hat König David ein Gebet geschrieben: Den Psalm vom guten Hirten, den wir vorhin gebetet haben. Darin geht es um den guten Hirten, der seine Schafe liebhat und den auch die Schafe liebhaben. Und es geht um einen ganz besonderen Ort, an dem König David sich besonders wohlfühlt. Ein Ort, wo ein gedeckter Tisch mit Essen und Trinken auf ihn wartet: Das Haus von Gott, wo er sich so wohlfühlt, dass er gar nicht mehr weg möchte. Der Lieblingsort von König David.
Wie so ein Lieblingsort aussehen kann, davon erzählt uns heute Luca. (Dazu Figur von Bodenbild, wie bei »III. Zur Gestaltung der Reihe«, Seite 316, beschrieben, in die Hand nehmen.)

Luca erzählt

Hallo! Ich bin Luca. Ich möchte euch heute meinen Lieblingsort zeigen. Mein Lieblingsort, da ist mein Zuhause. Die Wohnung von mir und meiner Mama. Ja, wirklich! Am allerallerliebsten bin ich zuhause. Ihr denkt jetzt: Immer nur zuhause? Das ist doch langweilig? Nein, keine Sorge. Ich bin nicht immer nur zuhause. Ich gehe auch gern in den Kindergarten. Da male ich bunte Bilder und baue hohe Türme in der Bauecke. Und ich gehe gerne ins Ballett. Da lerne ich tanzen. Und wir üben für unsere Vorführung. Und natürlich gehe ich auch gern raus und spiele im Sandkasten hinter unserem Haus.

Lucas Zuhause

Aber wenn ich nach Hause komme, dann fühlt sich das ganz besonders gut an. Ich darf anziehen, was ich mag. Manchmal hab ich auch einfach nur meinen Schlafanzug an – den ganzen Tag. Wir wohnen hoch oben in einem Hochhaus, und ich kann von meinem Zuhause raus auf die Felder schauen. Manchmal, wenn die Sonne untergeht, kann ich sogar Rehe sehen.

Immer ist jemand da

Und zuhause, da ist immer jemand da für mich. Ich bin schon fast sechs Jahre alt und darf alleine vom Kindergarten nach Hause gehen. Und zuhause, da wartet dann schon mein Opa auf mich. Er wohnt eigentlich zwei Häuser weiter, aber er ist immer in meinem Zuhause, bis Mama von der Arbeit kommt.

Das Eigentor

Opa merkt immer alles. Wirklich! Alles! Letzte Woche hab ich mich im Kindergarten mit Matti gestritten. Ich hab aus Versehen ein Eigentor geschossen beim Fußball. Und da hat Matti gesagt, ich soll mal lieber mit ihm zum Fußballtraining gehen, statt immer nur zum Ballett. Sonst darf ich nicht mehr mitspielen in seinem Team, hat er gesagt. Er kann einfach nicht gut verlieren, der Matti.

Opa versteht Luca

Ich wollte Opa nichts erzählen, ich wollte nur meine Ruhe. Aber Opa hat es gleich gemerkt. Und er hat mir einen Grießbrei gekocht. Den hat er in meinen Lieblingsteller gefüllt, in den mit den Marienkäfern drauf. Und extra Zimt und Zucker hat er drüber gestreut. Und ein Glas Apfelschorle gabs auch, mit Strohhalm! Da habe ich Opa doch von unserem Streit erzählt. Und als ob Opa zaubern könnte, ging es mir gleich besser. Wir haben zusammen überlegt, dass ich nochmal mit Matti reden könnte. Und dass ich ihn mal wieder zu mir nach Hause einladen kann, denn eigentlich ist er ja mein Freund.

Luca Lieblingsort

Deshalb ist zuhause mein Lieblingsort. Zuhause, da ist mein Opa da und merkt alles und hat immer gute Ideen. Und zuhause, da kommt abends meine Mama heim und macht mir ein warmes Bad und kuschelt mich danach in ein Handtuch ein. 
Neulich hab ich zu Mama gesagt: Ich will immer bei dir zuhause wohnen bleiben, auch wenn ich mal groß bin. Da hat sie gelacht. Aber ehrlich: Ich kann mir einfach keinen schöneren Ort vorstellen.

Der besondere Tipp …

Hirtenjunge
Biegepuppe (ca. 10 cm hoch)

David als Kind, von dem der erwachsene König David in der »Erzählung für Ältere« träumt. Natürlich kann diese Biegepuppe auch für sämtliche anderen Kinder in Legebildern eingesetzt werden. 

€ 9,70; Best.-Nr. 669


Hirte 2
Biegepuppe

(ca. 13 cm hoch)
Wenn ihr euer Set Hirten mit Schafen selbst zusammenstellen wollt, könnt ihr hier und auf der nächsten Seite aus einigen Hirten auswählen. 

€ 9,70; Best.-Nr. 506

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Beten vor dem Schlafengehen

König David hat sein neues Gebet schon oft gesprochen. Immer vor dem Schlafen murmelt er die Worte vor sich hin: »Der Herr ist mein Hirte …« Und er spürt, wie es ihn beruhigt, an Gott, den liebevollen Hirten zu denken. 

Davids Kräfte lassen nach

Er ist müde geworden, der alte König. Manchmal denkt er daran, dass er nicht mehr ewig leben wird. Früher hat ihn das traurig gemacht. Aber in letzter Zeit spürt er immer mehr, dass auch dann ein Zuhause auf ihn warten wird. Ein Zuhause, wo er Ruhe findet.
An vielen Orten ist David in seinem Leben zuhause gewesen. Zuhause mit Vater und den großen Brüdern. In Königspalästen und manchmal hatte er gar kein Zuhause, sondern musste vor seinen Feinden weglaufen und sich in Höhlen verstecken.

David träumt

Wieder einmal fallen ihm die Augen zu, und er träumt. Im Traum ist er an einem guten Ort, in einem Zuhause voller Geborgenheit. Hier kommt all das Gute, was er erlebt hat, zusammen. Hier ist sein Vater Isai, der ihn liebhat. Ihn, den jüngsten Sohn. Oft kam David mit knurrendem Magen zurück nach Hause, nachdem er den ganzen Tag bei den Schafen war. Und immer wartete ein gut gefüllter Teller und ein Becher mit frischem Wasser auf ihn. Sein Vater wusste, wie hungrig so ein Tag an der frischen Luft ihn machte. Vater Isai passet auch immer auf, dass nicht die großen Brüder die Fleischstücke aus Davids Teller wegaßen.

Ein zweites Bild

Ein anderes Bild schiebt sich im Traum von König David nach vorne. 
Sein aufgeregter Bruder, der ihn eines Tages zurück von den Schafen holt. »Komm schnell, David! Da ist der Prophet Samuel bei uns zuhause! Vielleicht wirst du der neue König!« 
Er riecht wieder das Öl, dass ihm der Prophet Samuel über den Kopf goss. Duftendes, kostbares Öl über seine verschwitzen Haare. Er, der Hirtenjunge, wurde zum König gesalbt – nicht im Palast, sondern im einfachen Haus seiner Familie. Er spürte den stolzen Blick des Vaters und die bewundernden Blicke der Brüder auf sich. Unglaublich. Dieser Prophet sah in mir, dem verschwitzten Hirtenjungen, einen König! Er sah mehr in mir, als ich mir selbst zutraute. 
Hier, zuhause, war ich ein geliebter Sohn. Und mir wurde noch so viel mehr zugetraut!

Weitere Bilder

In raschen Bildern sieht König David die Abenteuer seines Lebens vor sich. Wie der alte König Saul ihn fast getötet hätte. Und wie er ab da immer wieder seinen Feinden entwischt ist. Die verschiedensten Verstecke hat er gefunden. Im Traum ist er wieder in der Höhle, wo er seine Feinde sogar anfassen konnte, aber bemerkt haben sie ihn nicht. 

David wacht auf

David erwacht und muss sich erst kurz überlegen, wo er denn nun ist. In seinem Traum war er an vielen Orten. Jetzt ist er erleichtert, die Wände des Königspalasts um sich zu haben. Ein Gedanke kommt ihm: Egal wo ich bin – ich bleibe immer in Gottes Haus! 

Der Gebetsschluss

Plötzlich ist der Gedanke da, das ist der Abschluss für sein Gebet vom guten Hirten. David spricht die Worte zum ersten Mal laut aus:
Du bereitest vor mir einen Tisch 
im Angesicht meiner Feinde. 
Du salbest mein Haupt mit Öl 
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit 
werden mir folgen mein Leben lang, 
und ich werde bleiben 
im Hause des Herrn immerdar.

Werden die Menschen wohl erkennen, dass sich in diesen Worten Geschichten aus seinem Leben verstecken? Welche Bilder werden ihnen wohl vor Augen sein, wenn sie von diesem Ort, diesem Zuhause für immer sprechen? David weiß es nicht. Aber er ist zufrieden mit seinem Gebet. Einem Gebet, das wie ein Weg nach Hause ist.

Der besondere Tipp …

Hirte 3
Biegepuppe 


(ca. 13 cm hoch)
Wird ohne Holz-Hintergrund geliefert. 

€ 9,70; Best.-Nr. 507

Hirte 1
Biegepuppe

(ca. 14 cm hoch)
(Kleiner Tipp am Rande: Weihnachten kommt und da hüten dann wieder des nachts eine ganze Gruppe Hirten die Schafe …)

€ 9,70; Best.-Nr. 505

junge-gemeinde.de

Psalm 104,10–12.20–23.25

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Die einzelnen Tiere werden mit ihren typischen Lauten genannt (singen, summen, brummen, pfeifen). Dadurch wirkt der Text lebendig und kindgerecht. 

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Kein Tierlein ist auf Erden (EG 509);
Danke für diesen guten Morgen 
(EG 334, KuS 390, KKL 3);
Danket, danket dem Herrn 
(EG 336, KuS 376, KKL 12);
Mein Gott ist so groß (KuS 377);
Segne, Vater, tausend Sterne 
(KuS 182, KKL 281, EGplus 39)

Eingangsgebet

Lieber Gott,
danke, dass du alle Menschen und Tiere 
erschaffen hast.
Niemand ist dir zu klein oder unwichtig.
Auch ich nicht.
Wir danken dir für die Vögel, die singen,
für die Fische im Wasser,
für die Bienen, Käfer und Mäuse
und für alles Leben auf der Erde.
Komm jetzt in unsere Mitte
und höre unser Lob und unsere Dankbarkeit, dass du für uns alle da bist
und für uns alle sorgst. Amen.

Psalmgebet

Psalm 104 (KuS 670)

Fürbitte:

Lieber Gott,
du hast alle Menschen und Tiere erschaffen.
Zu dir ruft alles, was lebt.
Wir bitten dich für alle Tiere,
für die Vögel, Fische, Bienen und Käfer,
dass sie geschützt sind
und einen guten Platz zum Leben haben.
Wir bitten dich für unsere Erde,
dass wir gut auf sie achten
und auf deine Schöpfung aufpassen.
Wir bitten dich für uns selbst,
dass wir dankbar sind
und dich mit unserem Leben loben.
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Tiersuche

Welche Tiere halten sich in unserer Umgebung auf, ohne dass wir sie bemerken? Ältere Kinder könnten gemeinsam auf die Suche gehen, welche sich in der Nähe der Kirche oder dem Gemeindehaus finden lassen. 

Tierlaute

Welche Tiere könnten Gott mit welcher Stimme loben? Viele Tierstimmen lassen sich über ein Smartphone abspielen. Die Kinder können gemeinsam die Stimmen erraten. 
Gesammelte Gummi- oder Holztiere können mitgebracht und in einem Korb bereitgehalten werden. Jüngere Kinder nehmen reihum ein Tier, machen den passenden Tierlaut dazu und stellen es in die Mitte. 

»Mein rechter, rechter Platz ist leer« (Spiel)

Bietet sich auch für jüngere Kinder an.
Zum Download findet ihr – mit Blick auf das Erntedankfest – eine kreative Art, dieses Lied mit den Kindern vorzutragen.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Ausflug in den Zoo

Heute wird ein guter Tag. Nadja ist ganz aufgeregt. Heute macht ihr Kindergarten einen Ausflug in den Zoo. Schon so lange freut sie sich darauf. Ganz früh morgens ist sie schon aufgewacht. Unruhig hat sie heute auf ihre Mutter gewartet, bis das Frühstück aufgeräumt und der Rucksack gepackt war. Normalerweise ist das umgekehrt. Da wartet ihre Mutter auf Nadja, bis sie endlich aus ihrem Kinderzimmer kommt und sich anzieht. Doch heute wartet Nadja fertig angezogen an der Haustür. Gemeinsam gehen sie zum Kindergarten. Nadja hüpft den ganzen Weg an der Hand ihrer Mutter. Sie freut sich so sehr auf den Zoo. Ein großer Reisebus steht auf dem Parkplatz vor dem Kindergarten. Ihre Mutter gibt Nadja einen Kuss zum Abschied und Nadja rennt zu ihrer Erzieherin. Kurz darauf dürfen alle Kinder einsteigen. Nadja hat Glück und erhält einen Fensterplatz. Im Bus ist es laut. Alle Kinder reden aufgeregt durcheinander. Eine halbe Stunde müssen sie fahren. Dann hält der Bus vor dem Zoo. Alle Kinder steigen aus. Nadja freut sich vor allem auf die Zebras. Die mag sie besonders. Und sie liebt den Streichelzoo. Dort kann sie Ziegen füttern und Kaninchen streicheln. Da der Zoo von Nadjas zu Hause nicht so weit weg ist, ist sie öfters hier. Sie kennt sich also aus. Aber das stört sie nicht. Sie geht gerne in den Zoo. 

Eine Enttäuschung

Doch an diesem Tag erlebt sie eine Überraschung. Die Zebras sind in den Ställen, weil ihre Außenanlage gerade gereinigt wird. Der Streichelzoo ist an diesem Tag gesperrt, weil zwei Ziegen krank sind. Besucher haben etwas gefüttert, was sie nicht vertragen haben. Jetzt haben sie Bauchschmerzen. Und ins Affenhaus dürfen sie auch nicht, weil da gerade der Tierarzt zu Besuch ist. Nadja ist enttäuscht.
Ihre Erzieherin sieht ihre Enttäuschung. Sie lädt die Kinder ein, auf den Picknickbänken auf der großen Wiese Platz zu nehmen. Missmutig holt Nadja ihre Vesperbox aus dem Rucksack. Sie hatte sich so auf die Tiere gefreut. 

Die Tiersuche

Da kreischt ihre Banknachbarin los. Eine Spinne ist über den Tisch gekrabbelt. Auf Nadjas Trinkflasche sitzt ein Marienkäfer. Da hat Nadjas Erzieherin eine Idee. Sie fordert alle Kinder auf, möglichst viele Tiere auf der Wiese zu suchen. Alle Kinder machen sich auf die Suche. Gemeinsam finden sie Bienen, Mücken, Spatzen, die versuchen, die Krümel der Kinder aufzupicken, verschiedene Käfer, Ameisen, einen Regenwurm, Grashüpfer und sogar ein Mauseloch ohne Maus. Nadja staunt. Eigentlich sind doch ganz viele Tiere zu sehen. Nur anders, als sie es erwartet hat. 

Ein altes neues Lied

Dann lernen sie gemeinsam mit ihrer Erzieherin ein Lied. Nadja singt gerne. Deshalb kann sie sich die 1. Strophe ganz leicht merken: 
»Kein Tierlein ist auf Erden dir, lieber Gott, zu klein. Du ließest alle werden und alle sind sie dein.« 
Ihre Erzieherin erklärt: »Gottes Schöpfung ist so wunderbar. Auch das kleinste Tier hat dort seinen Platz. Alle Tiere loben Gott auf ihre Art mit ihrer Stimme. Sie sagen danke, einfach indem sie leben und ihren Platz in der Schöpfung haben.« 

Das kleinste und das größte Tier

Gemeinsam überlegen sie nun, welches Tier wohl das kleinste im Zoo ist und welches das größte? Können die Kinder den jeweiligen Tierlaut nachmachen? (Kinder können gerne mit überlegen und Tierlaute vormachen) Nadja nimmt sich vor, ihrer Mutter davon zu erzählen, welche kleinen Tiere sie auf der Zoowiese neu entdeckt hat, obwohl sie schon so oft hier war. Vielleicht können dann ihre Mutter und sie gemeinsam auch die kleinen Tiere in ihrem Garten suchen. Wer weiß, wie viele da zu finden sind. 

Glücklich im Zoo

Nach der Frühstückspause kann Nadja dann doch noch die Zebras sehen, die Putzarbeiten sind beendet und die Zebras wieder auf der Anlage. Sie darf die Kaninchen streicheln und sogar das Affenhaus noch besuchen. Denn dort sind alle Tiere gesund. Nadja ist glücklich. Sie wusste doch, dass heute ein guter Tag wird.

Der besondere Tipp …

Trommel: Meeresrauschen

Kleine Metallkügelchen erzeugen beim Rollen ein an Wellenrauschen erinnerndes Geräusch. Je nach Intensität reicht die Bandbreite von einem ruhigen Dahinplätschern des Wassers bis hin zum hohe Wellen schlagenden Sturm. 
Ein die Kinder faszinierendes Ausstattungsstück, das für verschiedene Aktionen eingesetzt werden kann: 

  • als Rhythmusinstrument beim Singen
  • für Musikspiele
  • für Sprechspiele und 
  • Hörspiele

Maße: Ø 25,5 cm; Höhe 5 cm
Material: Metall, Kunststoff, Holz


Erzählung für Ältere

Das Fantasietier

Lina ist am Malen. Sie sitzt in ihrem Kinderzimmer an den Hausaufgaben. Für Kunst muss sie ein Bild fertig malen. Sie soll ein Fantasietier malen, das sich aus ganz vielen verschiedenen Tieren zusammensetzt. Linas Fantasietier hat einen Elefantenrüssel, denn sie mag Elefanten. Sie findet sie beeindruckend. Außerdem hat es Mäuseohren. Das war der größte Gegensatz, der Lina zum Elefanten eingefallen ist. Schmetterlingsflügel und Pferdehufe gehören auch zu ihrem Fantasietier. Sie malt die Flügel ganz bunt aus. Anders als der Rest vom Körper des Tieres. Der Körper ihres Fantasietieres gleicht einem Nashorn mit Schildkrötenpanzer. Die einzelnen Panzerplatten zu zeichnen und anzumalen, dauert ziemlich lange. 

Linas Mutter ist interessiert

Ihre Mutter kommt zur Tür herein und schaut Lina eine Weile beim Malen zu. »Wie heißt dein Fantasietier?«, will sie wissen. Lina überlegt. »Rüssel-Ohren-Schmetterling oder Schild-Horn-Pferd?«, meint ihre Mutter. Lina zuckt lächelnd mit den Schultern. »Und welche Geräusche gibt es wohl von sich?«, überlegt ihre Mutter weiter. »Kann es trompeten wie ein Elefant oder pfeift es wie eine Maus? Oder kann es am Ende sogar wiehern?« Lina lacht. Dann überlegt sie. Das ist gar nicht so einfach. 

Das alte neue Lied

Dabei muss sie an ihren Musikunterricht denken. Auch da ging es um Tiere und ihre Stimmen. Sie haben ein neues Lied gelernt von Clemens Brentano. Er lebte Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Refrain ging so: 
»Zu dir, zu dir ruft Mensch und Tier. Der Vogel dir singt. Das Fischlein dir springt. Die Biene dir summt. Der Käfer dir brummt. Auch pfeifet dir das Mäuselein: Herr Gott, du sollst gelobet sein.« 
Das war für Lina eindeutig. Bienen summen, Vögel singen, Käfer brummen. Selbst in Strophe zwei als die Schlange zischt. Zischen gehört einfach zu einer Schlange. Diesen Tierstimmen haben sie sogar einzelne Musikinstrumente zugeordnet. Für den Vogel haben sie auf dem Glockenspiel und der Blockflöte den Kuckuck nachgeahmt. Für das Summen und Brummen von Bienen und Käfern haben sie ein Kazoo verwendet. Das ist ein kleines Blasinstrument. Aber welche Stimme hat ihr Fantasietier? Welche Tiergeräusche gibt es denn noch? (Kinder können sich gerne hier mit Ideen einbringen). 

Quiz mit Tiergeräuschen

Es klingelt an der Tür und Linas Mutter verlässt das Zimmer. Lina nimmt ihr Handy. Dort hat sie ein Quiz drauf mit Tiergeräuschen. Eine Menge Beispiele werden ihr zum Rätseln vorgeschlagen. Lina erkennt das Löwenbrüllen, Affenkreischen, Miauen, Bellen und viele mehr. Doch dann kehrt sie zu ihrem Bild zurück. Sie kann sich nicht entscheiden. Ihr Fantasietier ist doch ganz anders. Soll es wiehern wie ein Pferd oder trompeten wie ein Elefant? Dann beschließt sie, dass ihr Tier sprechen und singen kann. Warum auch nicht? Es ist schließlich ein Fantasietier. Eigentlich, denkt Lina, geht es in dem Lied von Clemens Brentano auch nicht um die Tiergeräusche, sondern darum, dass sie alle mit ihrer Stimme Gott loben. Sie loben Gott für seine wunderbare Schöpfung, in der jedes Tierlein, ob klein oder groß, seinen Platz hat. Linas Fantasietier hat da bestimmt auch seinen Platz. Und mit welchem Tierlaut auch immer, würde es Gott auch loben. Lina nimmt wieder ihre Stifte in die Hand und malt weiter. Schließlich soll ihr Bild heute noch fertig werden.

Der besondere Tipp …

Klangschale groß (mit Klöppel)





Der Ton dieser aus Messing handgeschmiedeten Klangschale ist voll, warm und lange nachhallend.

Maße: Ø 10,5 cm; Klöppel (aus Buchenholz) 21, cm lang;

€ 52,90; Best.-Nr. 1537



Klangschalen-Set



Dieses Set enthält außer der Klangschale aus Messing und dem Klöppel aus Holz auch das passende Kissen für den richtigen Ton.
Maße Schale: Ø 8 cm

Set € 34,60; Best.-Nr. 480

Der besondere Tipp …

Hoffnung kommt von Hüpfen – das Liederbuch


Das Buch enthält alle Songs der gleichnamigen CD des sog. »Liederpfarrers« Bastian Basse. Darüber hinaus weitere Lieder und diverse Psalm-Übertragungen.
Besonders geeignet für Gottesdienste mit Kindern und Familien.

Liederbuch € 10,95; Best.-Nr. 3800

CD € 13,95; Best.-Nr. 3801

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