7.4.2024 »Lass mich dich spüren« – Thomas will es genau wissen

Fortsetzung aus Heft 1/2024:

Johannes 20,24–31

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Mit diesem Happy End könnte das Evangelium enden, wenn Thomas nicht ausgerechnet in diesem Moment unterwegs gewesen wäre! Thomas hatte offensichtlich nicht ganz so viel Angst wie die anderen. Er ist bereits wieder unter die Leute gegangen. Als er zurückkehrt und hört, dass Jesus da war, sagt er: »Ich kann’s nicht glauben!« Er will die Wunden von Jesus berühren. Die anderen haben Jesu Wunden »nur« gesehen. 

Die Kinder und der Text / das Thema

III Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Thomas-Bitte
Öffne mein Herz für das,
was du mir heute sagen willst;
damit ich neugierig bin und wach 
und mit dem Herzen dabei bin. 
Hilf mir. Ich kann es nicht allein. Amen.

Thomas-Segen
Alle deine Fragen, alle Unsicherheit 
und alle Zweifel
gehören zu deinem Glauben dazu.
Gott findet einen Weg, zu dir zu kommen 
– wie bei Thomas.
Er berührt dich, unsichtbar.
Gott glaubt an dich
und segnet dich! Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Mit den Händen sehen (Spiel)

Dieses Wahrnehmungs-Spiel bereitet die Erzählung vor. Ist bereits Vertrauen in der Gruppe gewachsen, können Kinder so die Berührung von Thomas »nachspielen« und üben, mit den Händen »zu sehen«.
Ein Kind ertastet mit verbundenen Augen die Hände eines anderen Kindes und versucht zu erkennen, wem die Hände gehören. »Versucht, mit den Händen zu sehen, wer das ist.« Die Kinder sollen ermutigt werden, sanft, vorsichtig und feinfühlig zu tasten. 
Als zusätzliche Hilfe kann das zu erratenden Kind einen »Piep« von sich geben (oder den Anfangsbuchstaben seines Vornamens oder sein Lieblingsessen nennen). 
Nach dem Spiel können Kinder auf die nachfolgenden Fragen reagieren: 

Manche Kinder fühlen sich wohler dabei, wenn sich alle vorher (und nachher) die Hände waschen. Ist kein Waschbecken vorhanden, kann das in einer Waschschüssel mit warmem Wasser geschehen (an Handtücher denken).
Alternative: Kuscheltiere, die in einem Bettbezug versteckt sind, durch Fühlen erkennen.

Drinnen oder draußen? (Spiel) 

In der Erzählung gibt es ein Drinnen und ein Draußen: Jesus ist bei den Jüngern drinnen, während Thomas draußen unterwegs ist.
Die Kinder verteilen sich im Raum und schließen die Augen (bzw. haben sie verbunden). Dann gehen sie vorsichtig etwas im Raum umher. Die Spielleitung tippt einem Kind auf die Schulter. Das öffnet die Augen und verlässt leise und unbemerkt den Raum. Wenn die Klangschale erklingt, öffnen alle die Augen und schauen, wer vor der Tür ist. 

Der besondere Tipp

Nicht zu fassen – Jesus lebt
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III. Erzählung

Mit Hand-Gesten, bei denen die Kinder mitmachen können.

Erzählung für Jüngere

jeweils von links nach rechts:

Ihr erinnert euch: Jesus hat mit seinen Freunden und Freundinnen gegessen und getrunken. Jesus wusste: Es ist ein besonderes Essen, denn es war das letzte Mal, dass er mit ihnen am Tisch sitzt. (Geste 1: Eine Hand ist der Teller, die andere greift daraus Essen und führt es zum Mund.)

Am nächsten Tag haben seine Freunde geweint. Viele Tränen!  (Geste 2: Mit Zeigefinger laut in die Handfläche der anderen Hand tippen und das Tropfen der Tränen hörbar machen.) 

Denn Jesus ist gestorben am Kreuz. Sie haben ihn in ein Höhlengrab gelegt. (Geste 3: Hände zu einer hohlen Kugel formen.) 


Dann war Feiertag. Am nächsten Tag klopft Maria Magdalena ganz aufgeregt an die Tür eines Hauses. (Geste 4: Mit einer Hand an die Handinnenfläche der anderen Hand klopfen.) 


In diesem Haus haben sich die Freunde von Jesus versteckt. Sie öffnen die Tür. Maria geht hinein und erzählt: »Das Grab ist leer! Jesus lebt!« (Geste 5: Hände zuerst zu einer hohlen Kugel formen, dann langsam öffnen und leere Handflächen zeigen.)

Die Freunde hören, was Maria sagt, aber sie schweigen. Es wird Abend. Da ist auf einmal Jesus in ihrem Haus. Er zeigt ihnen seine Hände und die Wunde an der Seite. (Geste 6: zunächst beide Handflächen zeigen, dann eine Hand auf einen Rippenbogen legen.) 

Die Freunde sind auf einmal richtig glücklich! Denn sie sehen mit eigenen Augen: Jesus lebt! Und plötzlich ist Jesus wieder weg. Da klopft es wieder an der Tür. (Geste 7: Mit einer Hand an die Handinnenfläche der anderen Hand klopfen.)

»Ich bin’s, Thomas!« Stimmt, Thomas gehört ja auch dazu. Er war unterwegs. Die Freunde erzählen Thomas, was sie erlebt haben: »Jesus war da!« Thomas schüttelt den Kopf. »Das glaube ich nicht. Erst wenn ich meine Hand in seine Hände legen kann, glaube ich, dass Jesus lebt.« (Geste 8: Mit den Fingern einer Hand die Handfläche der anderen Hand abtasten.

(Geste 9: Mit den Fingern fortlaufend mitzählen.) Ein Tag vergeht. Thomas wartet. Zwei Tage vergehen. Thomas wartet. Drei Tage vergehen. Thomas wartet immer noch. Vier Tage, fünf Tage, sechs Tage, sieben Tage vergehen, dann ist wieder Feiertag. Und acht Tage später sind alle zusammen. Auch Thomas. 

Da steht Jesus plötzlich wieder da, mitten im Haus. Er schaut Thomas an und sagt: »Du darfst deine Hände in meine Hände legen.« (Geste 10: Handflächen zeigen und anbieten.) 

»Ja, du darfst mich berühren, damit du glaubst!« (Geste 11: Langsam mit der einen Hand die Handfläche der anderen Hand berühren, abtasten, streicheln. Dann die Hände tauschen. Zeit lassen!) 

Thomas tastet die Hände von Jesus ab und fühlt die Wunden. Thomas ist überglücklich. Er spürt das Glück im ganzen Körper. Thomas sagt: »Mein Jesus!« (Geste 12: Zuerst Hände auf die Augen legen, dann aufs Herz.)

Dann sieht Jesus sich um und sagt: »Ihr glaubt an mich, weil ihr mich gesehen habt. Genauso glücklich werden die sein, die mich nicht sehen und trotzdem an mich glauben!«


Erzählung für Ältere

Da die Thomas-Geschichte eine Geschichte des Sehens und der Hände ist, soll sich dies auch in der Erzählweise wiederfinden: Der/die Erzähler*in interagiert mit der Handpuppe Charly (gespielt von einer anderen Person) und erzählt dabei die Thomas-Geschichte auch visuell als »One Paper Story« (Szenen werdeb per Hand auf einem großen Plakat gezeichnet oder auf einem Flipchart, Whiteboard oder Overheadprojektor mit entsprechenden Folien). 
Durch eine »One Paper Story« entsteht nach und nach ein Bild mit mehreren Elementen, das die Erzählung spannend, lebendig und einprägsam erzählt. 
Wichtig: Diese Erzählmethode lebt davon, dass die Kinder beim Entstehen der Bilder zuschauen, die Schritt für Schritt per Hand gezeichnet werden. Dadurch sind die Kinder in einer besonderen Weise »in der Geschichte«. Eine besondere künstlerische Begabung ist nicht erforderlich, da weder Qualität noch Schönheit der Bilder ausschlaggebend sind, sondern dass hier etwas live entsteht. (Das lässt sich sehr gut üben.)
Tipp: Wenn es hilft, können die Szenen zart mit Bleistift vorgezeichnt werden. 

Charly: Das kann doch gar nicht sein! Das glaube ich nicht!
Erzähler*in: Was denn?
Charly: Mein bester Freund, Emil, sagt, er hat die Flasche dreimal geflippt.
Erzähler*in: Ge-WAS?
Charly: So (macht den Bottle-Flip)
Auf Video-Plattformen nach »Bottle-Flip« suchen. Dort kann man sich ansehen, wie es funktioniert.
Erzähler*in: Aha. Und warum glaubst du das nicht? Sieht gar nicht so schwierig aus.
Charly: Ja, aber bei mir hat das einfach nicht geklappt. Emil sagt, er hat die Flasche dreimal geflippt und dreimal ist sie stehen geblieben!
Erzähler*in: Ach so.
Charly: Und das kann ich einfach nicht glauben.
Erzähler*in: Warum nicht?
Charly: Weil ich nicht dabei war.
Erzähler*in: Du meinst, es klappt nur, wenn du dabei ist?
Charly: Nein! Das meine ich nicht!
Erzähler*in: Was meinst du denn?
Charly: Ich glaube es nur, wenn ich es selbst gesehen habe.
Erzähler*in: Reicht es nicht, wenn Emil es gesehen hat und dir erzählt?
Charly: Nö.
Erzähler*in: Warum nicht?
Charly: Vielleicht schwindelt er mich an.
Erzähler*in: Warum sollte er?
Charly: Weil … hm … weil er will, dass ich denke, dass er das viel besser kann als ich.
Erzähler*in: Ist das denn wichtig?
Charly: Nein, aber ich will wissen, ob Emil die Wahrheit sagt.
Erzähler*in: Warum?
Charly: Weil wir Freunde sind. Und weil … weil …
Erzähler*in: Weil du wissen willst, ob du ihm vertrauen kannst!
Charly: Ja, genau! Danke. Du verstehst mich! 
Erzähler*in: Weißt du was? Du erinnerst mich an Thomas.
Charly: Wer ist Thomas?
Erzähler*in: Das ist einer der Freunde von Jesus. Du weißt doch: Jesus ist ja gestorben …
Charly: Ja, aber das glaube ich auch nur, wenn ich es sehe.
Erzähler*in: Okay, mal schauen … Vielleicht hilft es ein wenig, wenn ich es zeichne: Die ganze Geschichte von Jesus und Thomas.
Charly: Von Anfang an? Okay!
Erzähler*in: Ich fange da an, wo Jesus das letzte Mal mit seinen Freunden gegessen und getrunken hat. 
(Ab hier die »One Paper Story« malen. Bitte beim Schlussbild nachschauen, an welcher Stelle die nacheinander genannten Dinge gezeichnet werden und gerne das Zeichnen vorher ausprobieren.)

Jesus weiß, dass es ein besonderes Essen ist. Es ist das letzte Mal, dass er mit seinen Freunden am Tisch sitzt. 
(Brot und Kelch malen)
Am nächsten Tag weinen seine Freunde. Viele Tränen. 
(Tränen malen)
Denn Jesus ist gestorben. Am Kreuz.
(Kreuz malen)
Dann legen sie ihn in ein Höhlengrab 
(Grab malen; dabei die Öffnung so gestalten, dass sie nachher gut mit dem Stein »kombiniert« werden kann. )


und verschließen das Höhlengrab mit einem Stein. 
(Stein davor malen)
Dann ist ein Feiertag. 
(Kerze malen)
Deshalb sind alle zu Hause. 
(Tür malen)
Am nächsten Tag klopft es ganz aufgeregt an die Tür. Hinter dieser Tür haben sich die Freunde von Jesus versteckt. Sie haben die Tür abgeschlossen, denn sie haben Angst.
Es ist Maria Magdalena, die klopft. 
(»Strahlen« um die Tür malen.)

Sie darf hereinkommen. Und sie erzählt: »Ich war am Grab.
(Höhle mit offenem Eingang malen)
und das Grab war leer! Und dann habe ich ihn gesehen – Jesus lebt!«
Die Freunde hören, was Maria sagt. 
(Zehn Gesichter kreisförmig anordnen.)
Aber sie sagen nichts. Sie schauen sich einander nur an. Sie glauben Maria nicht, obwohl sie gerne glauben wollen, was sie erzählt.


Charly(unterbricht) Das verstehe ich! Gerade, wenn etwas so wichtig ist. Denn ob Jesus tot ist oder lebt, das ist sehr wichtig!
Erzähler*in: Das finden die Freunde auch. Es wird Abend, sie sind immer noch zuhause. Da steht auf einmal Jesus mitten unter ihnen.
(Jesus malen)

Er zeigt den Freunden seine Hände und die Wunde an der Seite.
Da sind die Freunde richtig glücklich! Jetzt glauben sie auch, dass Jesus lebt.
Und da ist Jesus auf einmal wieder weg.
(Jesus wegwischen bzw. mit weißem Papier abdecken)

Charly: Und wo ist dieser Thomas, von dem du gesprochen hast?
Erzähler*in: Thomas? Der ist nicht da. Er ist noch unterwegs. Aber schau mal, was jetzt passiert, denn es klopft wieder an die Tür. 
(Thomas in die Tür malen.)

»Macht auf! Ich bin’s, Thomas.«
Ja. Thomas ist am Morgen aus dem Haus gegangen. Die Freunde öffnen die Tür und erzählen ihm natürlich, was sie erlebt haben:
(Thomas vorne versetzt etwas größer in den Kreis der Jünger malen.)

»Jesus war da! Er hat uns seine Hände gezeigt. Er lebt!«
Thomas schüttelt den Kopf! »Das glaube ich nicht. Das habt ihr euch doch eingebildet. Aber wenn ihr den ganzen Tag hier drinsitzt, wundert mich das nicht. Dass Jesus lebt, glaube ich erst, wenn ich meine Hand in seine Hand legen kann.«
Ein Tag vergeht: 
(Strichliste malen; bei jedem genannten Tag einen Strich machen.)

Thomas wartet. Zwei Tage vergehen: Thomas wartet. Drei Tage vergehen: Thomas wartet immer noch. Vier, fünf, sechs Tage lang passiert gar nichts. Dann ist wieder Feiertag. 
(7. Strich malen)
Und dann, acht Tage später 
(8. Strich malen), ist Jesus plötzlich wieder da. 
(Strichliste wegwischen/überkleben, Jesus malen/Abdeckpapier entfernen) 
Und Jesus sagt: »Du darfst deine Hände in meine legen. Ja, du darfst mich berühren, damit du glaubst!« 
(Mit dem Zeigefinger an beide Hände von Jesus tippen.)

Thomas ist überglücklich. Er spürt das Glück im ganzen Körper. 


(Ausgeschnittenes/ausgestanztes Herz auf Thomas legen/anheften. Bei den nun folgenden Worten nach und nach auch auf Jesus und die Jünger je ein Herz legen; s. Schlussbild).
»Mein Jesus«, sagt Thomas glücklich. Dann sieht sich Jesus um und sagt: »Ihr glaubt an mich, weil ihr mich gesehen habt. Genauso glücklich werden die sein, die mich nicht sehen und trotzdem an mich glauben!«

Charly: Nicht sehen und trotzdem glauben? Wie geht das?
Erzähler*in: Naja, wie ist das mit deinem besten Freund?
Charly: Mit Emil?
Erzähler*in: Glaubst du, dass er das kann – mit dem Bottle-Flip?
Charly: Also: Wenn es einer kann, dann Emil!
Erzähler*in: Siehst du!
Charly: Ich sehe eben nicht … aber ich denke, ich glaube trotzdem …

Schlussbild

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Fortsetzung aus Heft 2024-1
Johannes 21,1-14

I. Grundgedanken

Zugänge für den Vorbereitungskursen
Zum Text / Zum Thema

Koph = Nadelöhr, Nun = Fisch, Gimel = 
Kamel. In der Geschichte vom reichen Jüngling (Lukas 18) sagt Jesus: »Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt … (aber) was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich«. Der Fisch ist schon früh das Geheimzeichen für Jesus Christus (Ichtys). 

Die Botschaft der Zahl 153 lautet also: Jesus macht es möglich, was bei Menschen unmöglich ist. Alle können nun ins Reich Gottes kommen! Damit stehen die 153 Fische für die Gesamtheit der Menschen.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Abendmahlsfeier 
(z. B. im Anschluss an die Erzählung)

In der Mitte stehen: Kerze, Brot (in Form eines Hefeteig-Fisches o. ä.), Traubensaft (oder Apfelsaft); alles mit einem Tuch abgedeckt.
Wenn wir gleich zusammen essen und trinken, dann ist das etwas Besonderes! Denn wir machen es so, wie Jesus das mit seinen Freunden gemacht hat. Und Jesus hat uns versprochen: Immer, wenn wir das tun, ist er bei uns. Gott lädt uns ein!
Kerze anzünden. Brot und Traubensaft aufdecken. Evtl. Lied: Wir sind eingeladen zum Leben (KuS 185, KKL 161, KG 205)
Jesus hat mit seinen Freunden oft zusammen gegessen und getrunken. Aber einmal war es etwas ganz Besonderes: Alle saßen am Tisch, Jesus war in der Mitte. Da nahm Jesus das Brot und sagte Gott dafür danke: »Danke, Gott, dass du uns alles gibst, was wir zum Leben brauchen. Du sorgst für uns.« 

Alle sagen gemeinsam: Danke, Gott!

Dann gab Jesus seinen Freunden das Brot. Er teilte es mit ihnen. Alle aßen davon. Und allen war klar: Es geht nicht darum, satt zu werden. Es geht darum, zu spüren und zu schmecken, dass gerade etwas Besonderes geschieht.
Brot wird ausgeteilt. »Bitte wartet mit dem Essen, bis alle etwas haben. Dann können wir gemeinsam essen.«
Und Jesus sagte: »So wie ich dieses Brot mit euch teile, so teile ich alles mit euch – auch mein Leben. Immer, wenn ihr dieses Brot esst, schmeckt ihr, wie sehr Gott euch liebhat. Erinnert euch immer daran!« 
Jetzt essen wir gemeinsam das Brot.
Dann nahm Jesus den Kelch und sagte Gott auch dafür danke: »Danke, Gott, dass du uns alles gibst, was unser Leben schön macht.« 

Alle sagen gemeinsam: Danke, Gott!

Dann gab er seinen Freunden den Kelch. Er teilte den Kelch mit ihnen. Alle tranken davon. Und allen war klar: Es geschieht gerade etwas Besonderes.
Jedes Kind bekommt in seinen Becher Saft eingegossen. »Bitte wartet mit dem Trinken, bis alle etwas haben. Wir trinken gleich gemeinsam.«
Und Jesus sagte: »Wenn ihr davon trinkt, sind wir miteinander verbunden und mit Gott. Spürt ihr das?«
Wir trinken gemeinsam.
Und Jesus sagte: »Feiert das Abendmahl immer wieder, so wie ich heute mit euch. Und ich bin bei euch, an allen Tagen.«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gemeinsam essen

Diese Geschichte kann nur angemessen erzählt und erlebt werden (s. »III. Erzählungen«, Seite 143f), wenn es auch ein gemeinsames Essen gibt. Dazu eignen sich beispielsweise Fische/ein großer Fisch aus Hefeteig gebacken oder Ausstechplätzchen in Fischform oder getoastetem Brot, aus dem Fische ausgestochen werden. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, ein Lagerfeuer zu machen und die Fische dort gemeinsam zu essen? Die Hefe-Fische können auch auf einem Leintuch ausgebreitet und im Gottesdienst vom Tuch genommen werden.

Überraschend anders (Spiel) 

Jesus fordert die Jünger heraus, mal auf der anderen, der »falschen« Seite zu fischen. Die Kinder können auch ausprobieren, wie es ist, Dinge anders zu tun:

Alternative: Ein Kind macht etwas vor, alle anderen machen das Gegenteil (z. B. auf dem linken bzw. rechten Bein hüpfen …)
Für beide Erzählungen wird Folgendes benötigt: 1 blaues Tuch; 1 braunes Tuch; 1 weiteres Tuch; 1 Boot (einfaches Holz- oder Spielzeugboot, das grob in die biblische Zeit passt; also kein Polizei-Schnellboot o. ä.). Das gemeinsame Essen kann am Ende der Erzählung einfach so oder bei der Abendmahlsfeier (s. »Liturgische Elemente«) stattfinden. Ideen dafür in Fischform s. »Gemeinsam essen«

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

(Blaues Tuch ausbreiten, braunes Tuch als Ufer danebenlegen. Unter dem weiteren Tuch abgedeckt den/die Fisch/e bereithalten.)
Das ist der See Tiberias.
(Blaues Tuch langsam glattstreichen. Das Boot in ruhigen, kreisenden Bewegungen darauf fahren lassen.)
Die ganze Nacht waren die Freunde von Jesus auf dem See Tiberias unterwegs. Auf dem Boot haben sie über alles geredet, was in den letzten Tagen passiert war: Jesus war gestorben. Dann, drei Tage später, war er wieder da. Er sagte zu ihnen: »Ich bin auferstanden.« 
Richtig kapiert haben die Freunde das nicht. Gestern Abend sind sie wieder fischen gegangen. Aber sie haben die ganze Nacht nichts gefangen. Jetzt geht bald die Sonne auf.
(Mit einer Handbewegung aufgehende Sonne andeuten. Boot langsam in Richtung Ufer bewegen.) 
Da sehen die Freunde jemanden am Ufer stehen. Der ruft ihnen zu: »Kinder, habt ihr nichts zu essen?« Die Jünger wundern sich. Sie antworten ihm: »Nein!« Der Mensch am Ufer sagt: »Werft die Netze noch einmal aus. Diesmal auf der rechten Seite.«
(Mit Hand auf die Bootsseite zeigen, auf der das Netz ausgworfen werden soll.)
»Auf der rechten Seite?«, wundern sich die Freunde. 
(Mit Hand über Kinn reiben, nachdenken.)
»Wir werfen die Netze nie auf dieser Seite aus.« Den Freunden kommt das verrückt vor, aber sie tun es.
(Auf der rechten Bootsseite beide Hände zu Fäusten ballen und alle Finger schnell spreizen; so das Werfen des Netzes andeuten.) 
Auf einmal ist das Netz voller Fische! 
(Mit Fingern über dem Wasser zappelnde Bewegungen machen, so die vielen Fische im Netz andeuten.)
Es ist so voll, dass sie es nicht aus dem Wasser ziehen können. 
(Mit beiden Händen kraftvoll am Netz ziehen, ohne es aus dem Wasser zu heben.)
Die Freunde wundern sich. Und einer von ihnen sagt: »Das ist Jesus!« 
(Auf den Menschen am Ufer zeigen.)
Als Petrus das hört, springt er ins Wasser und schwimmt so schnell er kann ans Ufer. 
(Kopfsprung ins Wasser andeuten, dann mit den Armen Schwimmbewegungen machen.)
Die anderen fahren mit dem Boot ans Ufer. Das volle Netz mit den Fischen ziehen sie hinter sich her. Sie steigen aus dem Boot. Am Ufer brennt ein Lagerfeuer. Es duftet herrlich nach Brot und gegrilltem Fisch. Hmm!
(Mit Hand Luft zufächeln, tief einatmen und genießerisch die Augen schließen.)
Die Freunde schauen Jesus an. Er sieht irgendwie anders aus. Da sagt Jesus: »Bringt von den Fischen, die ihr gefangen habt. Wir wollen gemeinsam frühstücken.« Und Petrus geht zum Boot, packt das Netz und zieht es mit einem Ruck aus dem Wasser ans Ufer.
(Netz mit beiden Händen ans Ufer ziehen.)
Die Freunde wundern sich. Mit den Augen erkennen sie Jesus nicht! 
(Mit Händen die Augen verdecken)
Aber ihr Herz weiß: Es ist Jesus! 
(Beide Hände aufs Herz legen.)
Jesus sagt: »Kommt und frühstückt mit mir. Ich habe mich so sehr auf euch gefreut!« 
(Mit Hand andeuten, Fische aus dem Netz zu holen und über dem Feuer zu grillen.)
Dann nimmt Jesus das Brot, teilt es und gibt es den Freunden. Ebenso auch den Fisch. Lecker!
(Tuch vom/von den abgedeckten Fisch/en nehmen und den Kindern austeilen oder von den Kinder »fischen« lassen, indem sie sich davon nehmen.)

Der besondere Tipp

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rechts:

Einfacher Bastelbogen schon für die Kleinsten

Damit können Karfreitag und Ostern auch für die Kleinsten nachvollziehbar werden. Die eingeklebte Klappe wird umgeblättert … und es verändert sich die ganze Situation! Manches können die Kinder selbst ausmalen. Mit schönen Details zum Entdecken und Erzählen.

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Erzählung für Ältere

(Blaues Tuch ausbreiten, braunes Tuch als Ufer danebenlegen. Unter dem weiteren Tuch abgedeckt den/die Fisch/e bereithalten.)
Das ist der See Tiberias.
(Blaues Tuch langsam glattstreichen. Das Boot in ruhigen, kreisenden Bewegungen darauf fahren lassen.)
Die ganze Nacht waren die Freunde von Jesus auf dem See Tiberias unterwegs. Auf dem Boot haben sie sich unterhalten über alles, was sie in den letzten Tagen erlebt haben: Jesus war gestorben. Drei Tage später kam dann Maria zu ihnen und hat gesagt: »Jesus lebt, er ist auferstanden!« Am gleichen Abend haben sie selbst Jesus auch gesehen, denn er war zu ihnen gekommen. Und eine Woche später noch einmal. Danach hat Petrus gesagt: »Ich geh jetzt fischen.« Und dann ist er mit fünf anderen Freunden abends ins Boot gestiegen. Sie sind auf den See hinausgefahren, um zu fischen. Die ganze Nacht waren sie auf dem See. Jetzt geht bald die Sonne auf, doch sie haben nichts gefangen. Keinen einzigen Fisch!
(Mit einer Handbewegung aufgehende Sonne andeuten.)
Die Freunde fahren wieder ans Ufer. Sie sind müde, hungrig und enttäuscht. 
(Boot langsam in Richtung Ufer bewegen.) 
Da sehen sie im Licht der Dämmerung einen Menschen am Ufer.
(Ausschau halten und mit Finger zeigen)Da ruft der Mensch ihnen zu: »Kinder, habt ihr nichts zu essen?« 
(Hände wie Trichter um den Mund legen und Richtung Boot rufen.)
Die Jünger wundern sich: »Warum nennt er uns Kinder? Wer ist das?« Sie antworten: »Nein!« 
(Hände wie Trichter, s. o.)
Der Mensch am Ufer sagt: »Werft die Netze noch einmal aus. Dieses Mal auf der anderen Seite. Dann werdet ihr etwas fangen.«
(Mit Hand auf die Bootsseite zeigen, auf der das Netz ausgeworfen werden soll.) »Auf der rechten Seite?«, wundern sich die Freunde. 
(Mit Hand über Kinn reiben, nachdenken.)
»Wir werfen die Netze schon immer auf der linken Seite aus. Unser Leben lang. Denn die linke Seite ist doch die richtige Seite! Da können wir das Netz mit der rechten Hand besser wieder ins Boot ziehen. Und jetzt sollen wir das Netz auf der anderen, der falschen Seite auswerfen?«
(Kraftvolles Ziehen mit der rechten Hand andeuten: Netz über rechte Schulter ziehen, dass es hinter dem Rücken mit der linken Hand ins Boot gelegt werden kann. Diese klassische Bewegung beim Fischen mehrmals zeigen.)
Den Freunden kommt das verrückt vor. Aber sie tun es.
(Auf der rechten Bootsseite beide Hände zu Fäusten ballen und alle Finger schnell spreizen; so das Werfen des Netzes andeuten.) 
Auf einmal ist das Netz voller Fische! 
(Mit Fingern über dem Wasser zappelnde Bewegungen machen, so die vielen Fische im Netz andeuten.)
Es ist so voll, dass sie es nicht aus dem Wasser ziehen können. 
(Mit beiden Händen kraftvoll am Netz ziehen, ohne es aus dem Wasser zu heben.)
Die Freunde wundern sich. Und der beste Freund von Jesus sagt: »Es ist Jesus!« 
(Auf den Menschen am Ufer zeigen.)
Als Petrus das hört, springt er ins Wasser und schwimmt so schnell er kann ans Ufer. Er will unbedingt der Erste sein, der bei Jesus ankommt.
(Kopfsprung ins Wasser andeuten, dann mit den Armen Schwimmbewegungen machen.)
Die anderen steuern das Boot ans Ufer und ziehen das Netz hinter sich her. Sie steigen aus. Ein Feuer brennt und es duftet herrlich nach geröstetem Brot und gegrilltem Fisch. Das ist jetzt genau das Richtige! Hmm!
(Mit Hand Luft zufächeln, tief einatmen und genießerisch die Augen schließen.)
Die Freunde schauen den Mann an, der sich ans Feuer gesetzt hat. Er sieht anders aus, als sie Jesus in Erinnerung haben. Sie haben das Gefühl, dass sie Jesus noch nie im Leben gesehen haben – und doch schon ewig kennen.
(Hand mit etwas Abstand segnend über die Szene halten.)
Da sagt Jesus: »Bringt von den Fischen, die ihr gefangen habt. Lasst uns zusammen frühstücken!« 
Und Petrus geht zum Boot, packt das Netz und zieht es mit einem Ruck aus dem Wasser ans Ufer.
(Netz mit beiden Händen ans Ufer ziehen.)
153 fette Fische haben sie gefangen. 153! Ganz schön viel! Und obwohl es so viele sind, zerreißt das Netz nicht! 
Petrus sieht Jesus genau an und wundert sich, denn mit den Augen erkennt er Jesus nicht. 
(Mit Händen die Augen verdecken)
Aber sein Herz weiß: Es ist Jesus. 
Beide Hände aufs Herz legen.)
Den anderen geht es genauso. Keiner braucht zu fragen: »Wer bist du?« Denn sie wissen: Er ist es wirklich! Mit Gott ist alles möglich!
Jesus sagt: »Kommt und frühstückt mit mir! Ich habe mich sehr auf euch gefreut!« 
(Mit Hand andeuten, Fische aus dem Netz zu holen und über dem Feuer zu grillen.)
Da nimmt Jesus das Brot, teilt es und gibt es den Freunden. Ebenso auch den Fisch. Lecker!
(Tuch vom/von abgedeckten Fisch/en nehmen und den Kindern austeilen oder die Abendmahlsfeier anschließen; 
s. »Liturgische Elemente«.)

1. Könige 3,4–15

I. Grundgedanken

Zugänge zu dem Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn 
(EG Wür 658, Wwdl 173);
Ich möcht, dass einer mit mir geht 
(EG 209, KuS 260, KG 211);
Gott, dein guter Segen (KuS 176, Wwdl 44, KG 220)

Fürbittengebet

(Kann persönliche Wünsche abschließen oder einleiten)
Herr, du kennst meine Wünsche.
Diejenigen, die tief in meinem Herzen sind,
und die, die ich anderen mitteile. 
Ich habe Wünsche für mich und Wünsche für andere und Wünsche für die ganze Welt.
Hilf mir, auch die Wünsche anderer zu hören
und ein Herz, diese Wünsche zu verstehen. 
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für Jüngere 

Hörexperimente 
Herz falten

Die Erzählung kann mit einem aus einem Kreis gefalteten Herz umgesetzt werden. Den Kreis als »Hexentreppe« falten, in der Mitte zusammenklappen und kleben (Fotos: Ute Eißler). 

Anschließend gemeinsam überlegen: »Was ist mein größter Wunsch, der anderen helfen kann?«


Für Ältere

Bodenbild 

Mit einem roten Herz, an das zwei Papierohren gelegt sind, und das auf einem blauen Tuch liegt, kann die Frage gestellt werden: »Gibt es ein hörendes Herz? Was bedeutet es?« Die Antworten auf Papierstreifen schreiben und drumherum legen.

Geräusche erraten

Über ein Smartphone Geräusche abspielen und erraten. Prüfen, ob es mit geschlossenen Augen besser geht. 

Gespräch und Herz gestalten

Nach der Geschichte überlegen, was das Besondere an Salomos Wunsch war und ein Neujahrsherz mit einem guten Wunsch (für jemand anderen) gestalten. Auch Specksteine lassen sich zu schönen Herzen bearbeiten (s. unten). 

Mobile

Die Herzen (s. o. »Für Jüngere«, »Herz falten«) als Mobile im Raum aufhängen.

Der besondere Tipp

Speckstein-Schleifset

1 Speckstein (2 x 3 cm);
1 Band (70 cm)
1Schleifpapier, gröber;
1 Schleifpapier, 600er Körnung

SONDERPREIS

€ 3,95
(sonst: € 5,45; ab 10 Ex. je € 3,70); 

Best.-Nr. 1533

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

(Mit Bewegungen)

König Salomo auf dem Weg nach Gibeon

Es wird ein anstrengender Tag für König Salomo. Ganz früh am Morgen (gähnen und strecken) gehen sie los. Sie tragen feste Stiefel, lange Hosen, leichte Hemden und Kopftücher. Die schützen vor der heißen Sonne. Salomo reitet auf einem weißen Pferd. Schritt für Schritt hört man die Hufe des Pferdes (einige Zeit auf der Stelle gehen). Viele Menschen sind aufgestanden. Sie stehen am Straßenrand und winken ihrem neuen König zu. Salomo lächelt und winkt zurück (lächeln und winken). Die Menschen mögen König Salomo. Sie wünschen sich, dass er ein guter König ist. 
Schließlich kommt die Gruppe nach Gibeon. Sie passieren das nördliche Stadttor. Und dann geht es steil bergan (wieder auf der Stelle gehen). Salomo befiehlt, anzuhalten. Von hier aus kann man weit über Israel schauen. Und die Stadt Jerusalem ist ganz nah. (Stehenbleiben) Salomo hebt die Hand über die Augen und blickt in die Ferne. (Hand an Augenbrauen legen). Sein Königreich ist groß. Salomo überlegt: »Kann ich ein guter König für Israel sein? Allein schaffe ich das nicht.« Das ist auch der Grund, warum er heute nach Gibeon gekommen ist. Hoch oben auf dem Hügel möchte er zu Gott beten. Salomo möchte Gott um Hilfe bitten. Schließlich gehen sie weiter. (Wieder auf der Stelle gehen)
Plötzlich macht Salomos Pferd einen Sprung und beginnt, loszugaloppieren. (Einen Sprung machen, dann schnell auf der Stelle laufen.) Eine Schlange hat das Pferd erschreckt. (Den Buchstaben »S« zischen.)

Gottesdienst in Gibeon

Dann erreichen sie die Höhe von Gibeon. Sie sind erschöpft. (Erschöpft auf einen Stuhl fallen lassen, die Stirn wischen.) Jetzt ist eine Pause angesagt. Salomo lässt Wasser, Brot, Käse und Früchte verteilen. (Kauende Bewegungen, über den Bauch streichen). Als die Kraft der Sonne nachlässt, sammeln die Männer Holz. Die Priester entzünden ein Feuer. Sie geben Kräuter hinein. Bald breitet sich ein wohlriechender Duft aus. (Tiefes Ein- und Ausatmen) Der Rauch steigt in den Himmel. Die Priester singen Psalmen und beten. Auch Salomo erhebt die Hände zum Himmel. Er hofft, dass Gott seine Bitte erhört. (Hände zum Himmel strecken). Er hofft, dass Gott ihm hilft, ein guter König zu sein. 
Der Gottesdienst dauert lange. Danach ist Salomo müde. Er schließt die Augen und schläft ein. (Hände wie zum Gebet aneinanderlegen, den geneigten Kopf drauflegen)

Gott erfüllt Salomo einen Wunsch

Im Schlaf hört Salomo eine Stimme. Gott sagt zu ihm: »Salomo, ich erfülle dir einen Wunsch. Bitte mich um etwas, das ich dir geben soll.« Salomo antwortet: »Herr, ich bin noch jung. Ich weiß oft noch nicht, was richtig oder falsch ist. Und ich soll jetzt dein Volk regieren. Das Volk, das du erwählt hast. Deshalb bitte ich dich: Schenk mir … ein hörendes Herz. Damit ich dich höre. Und erkenne, was gut und böse ist. Damit ich ein guter und gerechter König für dein Volk sein kann.« 
Gott antwortet: »Das ist ein guter Wunsch! Du bittest nicht darum, lange zu leben. Oder reich zu sein. Oder deine Feinde zu besiegen. Stattdessen bittest du darum, klug zu sein und den Menschen ein guter König zu sein. Darum gebe ich dir ein hörendes und verständiges Herz. Und ich gebe dir auch, worum du nicht gebeten hast: Reichtum und Ehre und ein langes Leben.«
Da wacht Salomo auf. Er merkt, dass er geschlafen hat. Also steht er auf und reckt und streckt sich. (Aufstehen, recken und strecken)

Erzählung für Ältere

Josua, der Stallmeister

Sein Name war Josua. Er war jung und arbeitete als Stallmeister am Hof des Königs. Schon als Kind hatte er sich um die Tiere seiner Eltern gekümmert. Dieses Wissen und sein Geschick mit Pferden hatten sich bezahlt gemacht. Er wurde zum Dienst an den Hof des Königs Salomo berufen. Heute war er schon vor Sonnenaufgang aufgestanden, um das weiße Pferd des Königs zu richten: Josua bürstete das Fell, bis es glänzte. Dann kämmte er den Schweif und flocht die Mähne mit goldenen Bändern zu kleinen Zöpfen. Er säuberte die Hufe und rieb sie mit Fett ein. Schließlich holte er den prächtigen Sattel und das Zaumzeug und legte es dem weißen Hengst an. Dann führte er ihn stolz auf den Hof. Dort versammelten sich schon die Soldaten und Priester, die Salomo heute begleiten würden, 

Ein Begleiter für den König

Da sprach ihn einer der Leibwächter an: »Der König wünscht, dass du ihn heute begleitest und sein Pferd führst.« Josua musste sich sehr beherrschen, um nicht einen Freudensprung zu machen. Und dann kam Salomo. Er trug ein prächtiges Reisegewand und ließ sich von Josua in den Sattel helfen. Die ganze Gruppe setzte sich in Bewegung. Zuerst ging es durch die Straßen von Jerusalem. Viele Menschen waren gekommen. Sie winkten Salomo und riefen ihm Segenswünsche zu. Stolz führte Josua den Hengst des Königs an ihnen vorbei. 

Unterwegs nach Gibeon

Dann ging es durch das nördliche Tor hinaus aus Jerusalem. Die Gruppe wollte auf die Hügel Gibeons. Josua wusste, dass dort die Kultstätte der Priester war. Dort wollten sie zu Gott beten. Der weiße Hengst folgte Josua bereitwillig. Sicheren Schrittes ging es den engen und immer steiler werdenden Pfad entlang. Mit jeder Stunde wurde es heißer. Alle waren froh, als sie angekommen waren. 

Gottesdienst in Gibeon

Salomo ließ Wasser und Speisen verteilen. Dann lehnte sich König Salomo gegen einen Felsen und schaute in die Ferne – über das Königreich Israel. Es erschien ihm unendlich groß. Als Josua den König so sitzen sah, fragte er sich: »Wie es Salomo wohl gelingt, ein solch großes Königreich zu regieren?« Doch lange konnte er seinen Gedanken nicht nachhängen. Es kam der Befehl, Feuerholz zu sammeln. Die Priester wollten mit dem Gottesdienst beginnen.
Sie entzündeten den Holzstapel und verbrannten darin Kräuter als wohlriechende Opfergabe. Der Rauch stieg weit sichtbar in den Himmel. Dann stimmten sie Psalmgesänge und Gebete an. Auch Salomo kniete nieder und betete zu Gott. Worum er Gott wohl bat? Josua sollte es später erfahren. Die Zeremonie dauerte bis in die Abendstunden.

Josua hört den König im Schlaf sprechen

Dann wurde unterhalb der Kultstätte ein Übernachtungslager aufgeschlagen. Josuas Zelt stand an der Rückseite des königlichen Zeltes von Salomo. Mitten in der Nacht wachte Josua plötzlich auf. Er griff nach seinem Messer. Was hatte ihn geweckt? Eine Weile lauschte er in die Nacht. Er hörte das leise Schnauben des Hengstes und die ruhigen Atemzüge des Königs. Langsam beruhigte sich Josuas Puls wieder. Und dann hörte er den König sprechen. Ganz langsam, als würde er im Schlaf reden: »Herr, mein Gott, ich bin noch jung, weiß weder was richtig noch falsch ist. Und ich stehe mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem Volk, so groß, dass es niemand zählen kann. So gib mir ein hörendes Herz, das auf deine Worte achtet. Damit ich verstehe, was gut und böse ist und dein Volk klug regieren kann.«
Josua hielt den Atem an. Salomo hatte also ähnliche Gedanken wie auch Josua. Und Salomo bat Gott um Hilfe. Er bat Gott nicht um Reichtum, Ehre, den Tod seiner Feinde oder ein langes Leben. Nein, er bat Gott um ein hörendes Herz, damit er ein gerechter und weiser König sein kann. 
Die ruhigen Atemgeräusche Salomos verrieten Josua, dass der König schlief. Gott musste Salomo im Traum begegnet sein. Und jetzt fragte sich Josua: »Was hat Gott wohl geantwortet?«
Ein Blick am nächsten Morgen in das Gesicht Salomos machten Josua gewiss: Gott hatte Salomos Bitte erhört.

Psalm 18,2–3

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Das wünsch ich sehr (KuS 410, KKH 54);
Du, Gott, stützt mich (Wwdl 129, KuS 463, KKL 46);
Sei behütet (KKL 131);
In deinem Arm geht es mir gut (KG 109)

Psalm (nach Psalm 18)

Gott, ich habe dich lieb. Du bist meine Stärke.
Gott, auf Dich verlasse ich mich felsenfest.
Du hältst zu mir, was auch kommen mag.
Bei Dir bin ich sicher wie in einer Burg.
Gott, ich habe dich lieb. Du bist meine Stärke.
Ich war in größter Gefahr.
Fast wäre ich gestorben.
Aber Du hast mir geholfen.
Voller Angst habe ich zu Dir gebetet.
Du hast mein Gebet erhört.
Mein Gott, ich danke Dir.
Gott, ich habe dich lieb. Du bist meine Stärke.
(Aus: Dir kann ich alles sagen, Gott. Psalmenübertragungen nicht nur für Kinder, Rheinische Landeskonferenz Kirche mit Kindern)

Segen

Alle stehen im Kreis und legen sich gegenseitig die Hände auf den Rücken bzw. die Schultern.
Wir gehören zusammen. 
Kein Mensch ist allein.
Wir geben uns Halt. Wir sind sicher.
Wir gehören zu Gott. Gott lässt uns nie allein.
Gott ist unser Halt, unsere Burg.
Bei Gott sind wir sicher.
Er segnet uns, behütet uns,
blickt uns freundlich an,
schenkt uns und der Welt Frieden. 
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Burg bauen

Vor der Geschichte bekommen die Kinder viel Material für den Bau einer Bude/Burg (Decken, Kissen, Kartons, Stühle, Seile, Besenstile …). Wenn die große und sichere Burg fertig ist, wird den Kindern in der Burg die Geschichte erzählt.

Gespräch

Nach der Geschichte kann ein Austausch stattfinden über Davids Ängste. Wann haben wir selbst Angst? 
Hier kann (evtl. zum zweiten Mal) Psalm 18 gebetet werden (s. »Liturgische Elemente«): »David aus der Bibel hat auch große Angst erlebt. Und er wurde gerettet. Als er wieder sicher war, hat er dieses Gebet geschrieben.«

Schatzkiste

Anschließend wird das die Sonntage verbindende Symbol »Schatzkiste« vorgestellt: »Bei Gott bin ich so sicher wie in einer Burg – das ist eines der vielen Bilder, das wir für Gott haben. Es gibt noch mehr Bilder für Gott. Die sind ein richtiger Schatz. Diesen Schatz wollen wir die nächsten Sonntage zusammen entdecken. Um sie gut aufbewahren zu können, brauchen wir etwas Geeignetes dazu. Was denkt ihr, wo kann man am besten Schätze aufbewahren?«

Jedes Kind bekommt eine Schatzkiste (s. »Zur ganzen Reihe«, »Schatzkiste«, Seite 24), die es mit Klebesteinen, Folien … verziert und/oder anmalt. Die Kisten werden im Kindergottesdienstraum aufbewahrt. So sind sie auch am kommenden Sonntag zur Verfügung. (Außerdem bieten sie so einen Anreiz, auch am nächsten Sonntage dabei zu sein).

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

David rennt. Ganz schnell. So schnell er nur kann. Aber jetzt kann er nicht mehr. Er bekommt kaum noch Luft. Da vorn ist eine kleine Mauer. Schnell duckt sich David dahinter.
Gerade noch rechtzeitig.
Er hört, wie die Pferde kommen und die Reiter sich zurufen: »Wo ist er? Hast du ihn gesehen?« – »Nein«, ruft eine andere Stimme, »wie vom Erdboden verschluckt.« David hält den Atem an.
Die Reiter haben genau vor der Mauer angehalten. David kann die Pferde atmen hören. »Sie sind genau so müde wie ich«, denkt David.
»Wir müssen den Jungen finden«, sagt einer der Reiter. »König Saul wird böse, wenn wir ihn nicht finden!« – »Was hat er denn getan?« – »Was weiß denn ich! Das hat uns auch nicht zu interessieren! Wir gehorchen dem König. Also los: Sucht weiter! «
David hört, wie sich die Reiter entfernen.
Er wartet noch eine Weile, dann steht er vorsichtig auf. Er zittert. 
»Was tust du da«, fragt eine Stimme hinter ihm. David erschrickt fürchterlich. Sind die Reiter wieder da? Werden sie ihn jetzt gefangen nehmen und zu König Saul bringen?
Ganz langsam dreht er sich um. Keine Reiter. David atmet tief durch. 
Da steht ein alter Mann. Er sieht freundlich aus. »Was tust du da?«, fragt er noch einmal.
»Ich … ich verstecke mich«, sagt David.
»Hab ich mir schon gedacht«, sagt der Alte. »Und vor wem?« – »Vor den Reitern des Königs.« – »Aha und warum?« – 
»Ich weiß es nicht«, sagt David und ergänzt: »König Saul und ich waren Freunde. Richtig gute Freunde. Ich habe für ihn Harfe gespielt. Aber plötzlich wurde er wütend. Ganz furchtbar wütend. Er hat geschrien und getobt …« – »Komm mit in meine Hütte«, unterbricht ihn der Alte und nickt David zu.
In der Hütte brennt ein Feuer. Draußen ist es schon dunkel. Am Himmel stehen die Sterne. »Es könnte eine schöne Nacht sein – ohne Reiter«, denkt David.
»Hier, iss was«, sagt der Alte. Er hält David eine Schale mit Suppe hin. David isst schnell. Er hat furchtbaren Hunger. Angst macht hungrig.
Der Alte lächelt. Gerade will er David Suppe nachfüllen, als Pferdehufe zu hören sind. »Sie kommen«, stammelt David, »sie kommen mich holen.«
»Verkriech dich unter meinem Bett«, sagt der Alte. David kriecht unter das Bett. Und der Alte legt noch eine große Decke darüber. 
Da poltert es schon an der Tür. »Aufmachen!«, befiehlt eine raue Stimme. »Friede sei mit dir, mein Bruder«, sagt der Alte, als er die Tür aufmacht.
»Hast du einen Jungen gesehen?«, fragt der Reiter. »Was denn für einen Jungen?« – »Frag nicht so dumm. Einen Jungen eben. Einen ganz normalen, dreckigen, kleinen Jungen.« – »Bruder, ich lebe hier schon seit Jahren ganz allein. Deshalb freue ich mich über jeden Besuch. Komm, Bruder, setz dich zu mir. Ich habe Suppe auf dem Herd. Wir können uns unterhalten. Ich habe mich schon so lange nicht mehr in Ruhe unterhalten. Komm herein.« – »Denkst du, ich habe nichts Besseres zu tun, als deinem Gefasel zuzuhören?«, fragt der Reiter barsch. Er schubst den alten Mann in die Hütte und sagt zu den anderen: »Hier ist er nicht. Los, weitersuchen.«
Der Alte schließt die Tür und wartet, bis es draußen wieder ganz still ist. Dann nimmt er die Decke vom Bett und hilft David, darunter hervorzukriechen. 
David zittert am ganzen Leib. Der Alte gibt ihm eine weitere Suppe. Er gibt ihm einen Becher mit Wasser. Und er legt die Decke um den Jungen. »Du musst keine Angst mehr haben«, sagt er. »Hier findet dich niemand. Meine kleine Hütte ist sicher wie die dicken Mauern einer Burg. Du bist hier so sicher wie hinter dem Schild einer der Reiter.« – »Gott sei Dank«, seufzt David. »Gott beschützt dich, mein Junge«, sagt der Alte. »Er wird dich retten. Dir wird nichts geschehen.«
David schläft ruhig in dieser Nacht. In der Hütte, die so sicher ist wie eine feste Burg. Beschützt von Gott, der nur Gutes für ihn will.

Erzählung für Ältere

David schreit im Schlaf und schreckt hoch. Die Mutter kommt herein und nimmt ihn in den Arm. »Hast du wieder böse geträumt?«, fragt sie. »Ja«, stammelt David.
Nur langsam wird er wach und langsam werden die dunklen Schatten seines Traumes klarer: »Wir waren wieder auf dem Meer«, sagt David. Die Mutter wiegt ihn hin und her. »Und die Wellen waren so hoch. Ich hatte Angst. Und du auch, das habe ich genau gesehen. Alle hatten Angst.« Die Mutter nickt und nimmt ihn noch fester in den Arm.
»Was wäre passiert, wenn sie uns nicht gefunden hätten, Mama?« David schaut seine Mutter an. Diese Frage hat er schon so oft gestellt. »Sie haben uns ja gefunden«, sagt die Mutter. Diese Antwort hat sie David schon so oft gegeben.
David ist mit seiner Mutter geflohen. Aus einem Land, in dem er mal zu Hause war. Bevor der Krieg kam. Bevor man nicht mehr sagen durfte, was man denkt. Bevor die Mutter nicht mehr auf die Straße durfte – und David auch nicht mehr.
Er hat nicht verstanden, was passiert ist.
Mitten in der Nacht hatte seine Mutter ihn geweckt. Alles musste er liegen lassen: die Spielsachen, die Bücher, die Kleidung. Einfach alles. Sie hatten nur eine Tasche. Draußen stand ein Auto. Schnell hinein. Schnell unter einer Decke verstecken. An den Polizisten vorbei. 
Dann ging die Autotür auf. Schnell raus und weiter. Schnell! Jetzt in einen Lkw. Sich hinter Kisten verstecken. Und leise sein. Immer leise. Und weiter. Wie spät war es? Welcher Tag war heute?
Die Mutter verkaufte all ihren Schmuck und alles, was sie noch hatten. David kam mit ihr auf ein Boot. Da waren noch viele andere: Kinder, Frauen, Männer. Zu viele. Wie sollte das Boot über das Meer kommen?
Irgendwann hatte der kleine Motor kein Benzin mehr. Sie trieben mitten auf dem Meer. Kein Trinkwasser mehr. Kein Essen. David schlief fast nur noch. Es war egal, welcher Tag war.
Und dann kam das Schiff. Ein großes Schiff. Die Besatzung kam in kleinen Schlauchbooten zu ihnen. Hände streckten sich zu David. Er wurde auf ein Schlauchboot gezogen. David rief nach seiner Mutter. Auch sie kam auf das Boot. Und dann ging’s über eine Leiter auf das große Schiff.
Eine Frau kam auf David zu. Die sah ganz anders aus als seine Mutter. Sie lächelte. Sie gab ihm einen Becher mit Wasser. Sauberes, klares Wasser. Sie wickelte ihn in eine Decke. Sie zeigte ihm, wo er und seine Mutter schlafen konnten.
Und sie schliefen.
Als sie wach wurden, gab es Essen. Und Pflaster für die vielen kleinen Wunden auf seiner Haut. Und eine Medizin, damit die Kopfschmerzen aufhörten. »Hier sind wir sicher«, sagte seine Mutter. Sie drückte ihn fest an sich.

Psalm 22,2–3

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Später kam es auch nicht zur Konfiarbeit.
Wir müssen den Schmerz der Kinder ernst nehmen, von unserem Glauben und unserer Hoffnung erzählen und darauf vertrauen, dass Gott sie begleitet (auch wenn sie selbst das nicht fühlen oder glauben können). 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Du bist mein Zufluchtsort (Wwdl 123, LHE 248);
Guter Gott, erbarme dich (KKH 17);
Das wünsch ich sehr (KuS 410, KKH 54);
Hörst du mich? (siehe zur ganzen Reihe)

Psalmgebet

Alle: Gott, mein Gott, bleib bei mir!
Eine/r: Es gibt so viel Böses in der Welt:
Krieg und Hass und Gewalt. 
All das macht mir Angst.
Alle: Gott, mein Gott, bleib bei mir!
Eine/r: Es gibt so viel Gemeinheiten in der Welt:
Lügen und Verrat und Ausgrenzung.
Alle: Gott, mein Gott, bleib bei mir!
Eine/r: Es gibt so viel Einsamkeit in der Welt:
Menschen, für die niemand da ist.
Manchmal fühle ich mich auch furchtbar einsam.
Alle: Gott, mein Gott, bleib bei mir!

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gespräche plus Stein gestalten

Gespräch, Teil, 1: Nach der Geschichte Austausch: Wie fühlen sich Emmi/Luca? Sind Emmi/Luca wirklich ganz allein? Wenn nicht, wer ist da (ist Gott da)? Kennst du solche Gefühle? Wer ist für dich da?

Stein, Teil 1: Anschließend flache Kieselsteine austeilen. Zunächst kurze Besinnung: »Wann gab es bei mir Zeiten, wo ich mich wie Emmi oder Luca gefühlt habe?« Dann wird die eine Seite des Steins entsprechend dieses Gefühls angemalt (z. B. ganz schwarz, trauriges Smiley, Fragezeichen). Die Mitarbeitenden helfen, das passende Symbol zu finden. 
Die Steine werden dann zu einem Kreis gelegt.
Tipp: Am besten eignen sich Acrylstifte, die trocknen schnell.

Gespräch, Teil 2: Das Gefühl kennen viele von uns: Es ist, als ob kein Mensch für uns da wäre. Und auch Gott ist nicht da. Dann denke ich manchmal: »Gott hört mich gar nicht. Ich bin von allen verlassen.« Das ist echt schwer.
Auch in der Bibel gibt es viele Geschichten, wo Menschen sich genau so fühlen. 
Es gibt auch viele Geschichten, in denen Gott ganz fest bei den Menschen bleibt. (Eine Kerze anzünden, in die Mitte des Steinkreises stellen.) Auch dann, wenn die Menschen traurig sind, wenn sie Gott nicht spüren oder auf ihn wütend sind und mit ihm schimpfen. Gott bleibt da! Weil er uns Menschen lieb hat. Mich und dich. Das hat Gott ganz fest versprochen.

Stein, Teil 2: Anschließend wird die andere Seite der Steine bemalt. Jetzt mit einem Zeichen für Gottes Gegenwart und Liebe (Sonne, Herz, lächelndes Smiley …).

Gespräch, Teil 3: In der Abschlussrunde suchen sich die Kinder selbst aus, mit welcher Seite nach oben sie ihren Stein um die brennende Kerze legen wollen. Dazu das Lied »Hörst du mich« (s. o.) singen. 

Stein, Teil 3: Nach dem Segen die Steine in den Schatzkisten verwahren.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

»Tschüss, Tobi«, flüstert Emmi. Sie deckt das Kaninchen mit einer Decke zu und legt dann den Deckel über den Karton. Mama nimmt den Karton mit dem toten Kaninchen und legt ihn in die kleine Grube, die sie zusammen ausgegraben haben. Dann nimmt Emmi die lockere Erde und deckt damit den Karton zu. Die Erde ist nicht glatt an der Stelle, wo Tobi liegt. Da ist jetzt ein kleiner Hügel. Ein Grab für Kaninchen Tobi.
Emmi rollt eine Träne über die Wange. »Wollen wir noch beten?«, fragt Mama. Emmi denkt nach. Dann sagt sie: »Nein.« Mama wundert sich. »Warum denn nicht, Emmi?« Jetzt schnieft Emmi laut und sagt: »Ich habe ganz doll gebetet. Jeden Morgen und jeden Abend. Und manchmal auch zwischendurch. ›Lieber Gott, bitte mach Tobi wieder gesund.‹ Hat Gott aber nicht gemacht. Jetzt ist Tobi tot. Gott hat mir nicht zugehört und hat Tobi und mir nicht geholfen. Jetzt will ich nicht mehr beten.«
Emmi muss noch stärker weinen. Mama kniet sich hin und nimmt Emmi in den Arm. Mama sagt: »Ich bin auch traurig, dass Tobi tot ist.« Emmi schaut ihre Mama an. Weint Mama auch? Emmi drückt sich fest an Mama. Und Mama drückt sich fest an Emmi. Sie setzen sich einfach auf das Gras und schauen auf das Grab.
»Warum hat Gott mich denn nicht gehört?«, fragt Emmi. Mama fragt zurück: »Meinst du echt, dass das so ist, Emmi?« – »Ja!«, ruft Emmi. Sie ist jetzt nicht nur traurig, sondern auch wütend: »Ich habe sehr gebetet. Zwei Mal jeden Tag! Und trotzdem hat Gott mir nicht geholfen! Nicht am Morgen, nicht am Abend, gar nicht! Das war richtig gemein von Gott. Jetzt ist Tobi tot und Gott hat mich ganz allein gelassen!« 
Mama streicht Emmi über den Rücken und summt leise eine Melodie. Emmi kennt das Lied. Mama hat es auch gesungen, als Emmi noch klitzeklein war. Emmi erinnert sich daran, wie gut das geholfen hat. Jetzt hilft es auch. Bei Mama im Arm ist echt alles gut. »Das ist komisch«, seufzt Emmi, »bei dir im Arm ist alles gut – auch dann, wenn gar nichts gut ist.«
Mama lächelt. Nach eine Weile sagt sie: »Manchmal denke ich, dass das bei Gott vielleicht auch so ist.« – »Was denn?«, will Emmi wissen. »Na, vielleicht ist Gott ja auch da und nimmt uns in den Arm. Er versucht uns zu trösten …« – »Und weint mit auch uns?«, unterbricht Emmi. »Ja, warum nicht? Tobi war ja wirklich ein tolles Kaninchen.« – »Das stimmt«, gibt Emmi ihr recht. »Tobi musste man einfach lieb haben. Also hat Gott ihn bestimmt auch lieb gehabt.«
Eine Weile sitzen die beiden noch an Tobis Grab. Dann pflückt Emmi Gänseblümchen und legt sie auf den kleinen Erdhügel. Sie sagt: »Lieber Gott, danke, dass du Tobi lieb hast. Ich hab ihn auch lieb. Ich verstehe immer noch nicht, warum er tot sein muss. Aber dass du mit mir traurig bist, das finde ich gut. Amen.«

Erzählung für Ältere

Luca schmeißt die Tür hinter sich zu und wirft sich aufs Bett – mit Schuhen und Jacke und allem. Gerade mal die Schultasche ist noch in der Ecke gelandet. Mehr macht Luca heute nicht mehr. Und morgen auch nicht. Und nie mehr. Alles ist Mist.
»Luca«, Mama klopft an die Tür und fragt: »Was ist denn mit dir?« – »Lass mich in Ruhe!«, ruft Luca. Gut, dass das jetzt noch geht, denn er merkt, dass gleich die Tränen kommen. Und die soll Mama weder sehen noch hören. Das fehlte jetzt noch. Luca will in Ruhe gelassen werden.
»Sag doch bitte: Kann ich was machen? Soll ich dir was zu essen oder trinken bringen? Sollen wir reden?« – »Ich will nicht reden, ich will meine Ruhe! Lass mich in Ruhe!« Jetzt schreit Luca fast. Mama atmet vor der Tür schwer ein und aus – und dann geht sie. Luca hört ihre Schritte auf der Treppe. Gut so.
Jawohl, gut so! Ganz allein. Genau so fühlt es sich an und so soll es jetzt auch sein. Alles Mist. Luca weint. Kann ja jetzt niemand hören. Als alle Tränen rausgeweint sind, setzt er sich auf und starrt auf die Wand. »Was für ein mieser Tag«, denkt er.
Heute Morgen beim Frühstück war alles noch in Ordnung. Doch in der Schule ging es los. Diese dämlichen Grüppchen auf dem Schulhof. Soll er zu den Jungs rüber oder zu den Mädchen?
Und dann im Sport das Wählen: Fußball oder Volleyball? Dann die Wahl zum Klassensprecher oder zur Klassensprecherin. Soll Luca sich zur Wahl stellen? Alle wollen immer was. »Mach dies, mach das, unterstütze uns, mach bei uns mit …« Und irgendwie ist es dann gekommen, dass am Ende alle sauer auf ihn waren. »Wenn du mit den Mädchen abhängst, kannst du auch gleich ganz bei denen bleiben.« – »Wenn du mich bei der Wahl nicht unterstützt, sind wir auch keine Freunde mehr.« Und immer so weiter.
»Alles Mist«, denkt Luca wieder und schnieft. Niemand war heute sein Freund oder seine Freundin. Er stand ganz alleine da. Und am Ende haben alle an ihm rumgemotzt. Sogar die Klassenlehrerin, weil Luca nicht richtig bei der Sache war. Wie denn auch, bei all dem Mist? 
»Alleine hier im Zimmer zu sein, ist schon richtig. Wenn mich niemand mag, dann muss auch niemand da sein.«
Luca schaut auf den Nachttisch. Da sitzt der kleine Teddy, den Tante Ruth ihm zur Taufe geschenkt hat. Ja, als er noch klein war, da war alles einfach: Spielen mit Tante Ruth oder mit Teddy oder einfach mit allen Kindern zusammen. Das ist jetzt ganz anders. Luca greift sich den Tauf-Teddy und wirft ihn wütend an die Wand. »Toll, Gott, du bist jetzt auch nicht mehr da. Früher war alles so einfach. Und jetzt? Kriegst du überhaupt noch mit, wie es mir geht? Interessiert es dich überhaupt? Ich könnte dir wahrscheinlich alles Mögliche erzählen und es wäre dir alles egal – stimmt’s?«
Der Teddy prallt von der Wand ab. Dabei wirft er die Flasche um, die auf dem Tisch darunter steht. Die Flasche landet auf dem Boden und zerbricht. »Mist, das hat Mama bestimmt gehört«, ärgert sich Luca.
Natürlich hat sie das. Kurze Zeit später steckt sie den Kopf durch die Tür. Sie sieht Luca auf dem Bett sitzen, und den Tauf-Teddy auf dem Boden zwischen den Scherben. Leise kommt sie zu ihm ins Zimmer. Luca sagt nichts.
Mama hebt den Tauf-Teddy auf und macht vorsichtig die Scherben ab. Mit dem Teddy auf dem Schoß setzt sie sich zu Luca auf das Bett. Sie sitzt einfach da.
»Weißt du, Mama, alle sind doof. Alle in der Schule. Auch meine Klassenlehrerin. Ich bin ganz allein. Ehrlich, ganz allein! Und Gott ist auch doof. Und auch der Tauf-Teddy.« Luca muss wieder weinen. 
Vorsichtig nimmt Mama ihn in die Arme. Luca findet sich eigentlich zu alt fürs Kuscheln. Aber gerade tut es trotzdem gut. Früher war das ja auch immer schön. »Mama kann gut in den Arm nehmen«, denkt Luca. »Sie kann auch echt gut einfach nichts sagen. Kein ›das wird schon wieder‹ oder sonst was Blödes. Mama ist einfach nur da. Das ist gut.«
Langsam beruhigt er sich. 
Mama schaut ihm ins Gesicht. »Du bist nicht alleine«, sagt sie. »Ich habe dich immer lieb«. Sie setzt den Taufteddy in Lucas Arm. »Ich mache jetzt Kakao. Oder lieber Tee?« – »Kakao ist okay.« 
Mama geht nach unten. Luca hört ihre Schritte auf der Treppe und die Geräusche in der Küche. Er schaut den Tauf-Teddy an. Der guckt genauso lieb wie immer. »Tut mir leid, dass ich dich gegen die Wand geworfen hab«, sagt Luca zu ihm und drückt den Teddy an sich. Sieht ja niemand.

Der besondere Tipp

Mein Trost- und Mutmach-Koffer
(Bastelbogen)

Außer dem Koffer enthält der Bastelbogen mehrere Kärtchen, auf denen bereits tröstende und ermutigende Sätze der Bibel stehen; andere Kärtchen können selbst beschriftet und gestaltet werden. 

DIN-A3;
€ 1,60; (ab 10 Ex. je € 1,50); 
Best.-Nr. 1725

junge-gemeinde.de

Lukas 15,11–32

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Im Gleichnis sucht der Vater den Horizont ab, voller Sehnsucht nach seinem jüngeren Sohn. Und später sucht er den älteren, spricht voller Liebe und hofft, dass er zur Festgemeinschaft dazustößt. Gott ist wie ein Vater, der aus Liebe zu seinen Kindern Freiheiten schenkt, Fehler vergibt, ihnen nachgeht – so lange, bis alle wieder an seiner Seite sind.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Gottes Liebe ist so wunderbar (KuS 484, KG 146);
Gottes Liebe ist wie die Sonne (KuS 404, KG 153);
Nun danket alle Gott (EG 321, KuS 382, KG 157)

Gebet

Danke, Gott, dass deine Liebe uns allen gilt.
Wie wir sind, was wir tun, wo wir sind 
– du hast uns lieb.
Mit dir zusammen
können wir unser Leben leben.
Lass uns das nie vergessen. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für Jüngere

Gespräch

Die Kinder hören die Geschichte in zwei Gruppen: Einmal aus der Sicht des jüngeren, einmal aus der des älteren Sohnes (s. hierzu »Erzählung für Jüngere«). Die Kinder überlegen danach in den Gruppen, wie sich der jüngere bzw. ältere Sohn fühlt. Dann kommen beide Gruppe wieder zusammen und der Schluss wird erzählt (s. »Schlussrunde«). Dabei achten die Mitarbeitenden darauf, dass beide Söhne gleich beachtet und verstanden werden, weil die Liebe des Vaters beiden Söhnen gleich gilt.

Herz gestalten

Anschließend das nächste Schmuckstück für die Schatzkiste basteln: Aus Fimo oder selbst trocknendem Ton wird ein Herz geformt. Es erinnert uns an die bedingungslose Liebe Gottes, die uns allen gilt.

Für Ältere

Gespräch und Bildbetrachtung

Auch die älteren Kindern überlegen, wie die Geschichte enden könnte. Anschließend wird ihnen das Bild »In Gottes Händen« von Sieger Köder ausgeteilt (für jedes Kind eine Karte; über verschiedene Anbieter zu bestellen). 
Welcher Sohn ist hier wohl abgebildet? Welche Gefühle nehme ich wahr?

Bild malen

Inspiriert davon malen sie sich anschließend selbst in Gottes Händen. Beides, Karte und eigenes Bild, kommen in die Schatzkiste.

Der besondere Tipp

Der verlorene Sohn
Spielfiguren für die Erzählschiene

Nach dem Ausschneiden der Spielfiguren können die Kinder das Geschehen auf der Erzählschiene nachspielen. Die Sohnfigur ist in zwei Varianten enthalten (gut gekleidet und in Lumpen). 
Für Kita, Grundschule und Kinderkirche.

€ 12,00; Best.-Nr. 9014

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Für den 1. Teil der Geschichte werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt (s. »Kreative Umsetzung der Geschichte«).

Teil 1, Gruppe 1: Ein Vater hatte zwei Söhne. Der jüngere hieß Samuel, der ältere Elias. Samuel wollte die Welt sehen: fremde Städte und Länder, neue Menschen und Landschaften. Also sagte er zum Vater: »Vater, gib mir Geld. Ich weiß, dass Elias und ich dein Geld erben, wenn du stirbst. Aber gib mir mein Geld jetzt. Später möchte ich dann nichts mehr erben. Ich möchte jetzt hinaus in die Welt.« Der Vater teilte seinen ganzen Besitz zwischen den Söhnen auf. Und Samuel zog los.
Zuerst ging es ihm super: Unbekanntes Essen, neue Gerüche, neue Menschen lernte er kennen. Er hatte viele neue Freunde! Mit denen feierte er rauschende Feste. Es war großartig: Jeder Tag war toll.
Doch dann war das Geld alle. Er konnte sich kein Fest mehr leisten. Es reichte nicht einmal mehr für trockenes Brot. Und dann waren auch die Freunde weg. 
Da war er jetzt, der Arme: hungrig und durstig, ohne Zuhause, ohne Freunde, ohne Familie. Er war ganz allein.
Eines Abends saß Samuel wieder auf dem Boden des Schweinestalles, wo er die Tiere versorgte. Es stank fürchterlich und er hatte großen Hunger.
»Es geht nicht mehr«, flüsterte er. »Ich will nach Hause. Mein Vater hat mich lieb. Er hat mir zwar schon so viel Geld gegeben, aber vielleicht kann ich für ihn arbeiten. Dann muss ich wenigstens nicht mehr hungern.«
Also machte sich Samuel auf den langen Weg nach Hause. Dann, endlich, sah er in der Ferne das Haus seines Vaters. Jetzt ging Samuel noch langsamer. Er überlegte, was er seinem Vater sagen könnte. Das wiederholte er immer wieder: »Vater, ich habe gesündigt. Bitte verzeih mir. Lass mich bitte für dich arbeiten.«
»Samuel«, hörte er es plötzlich rufen. Und Samuel sah, wie sein Vater auf ihn zurannte. So schnell, dass ihm die Schuhe von den Füßen flogen. Und dann fiel er Samuel um den Hals. »Vater«, begann Samuel zu stammeln, »ich habe gesündigt. Bitte …« Aber der Vater unterbrach ihn und rief: »Schnell, bringt feine Kleider und neue Schuhe! Bringt einen Ring für seinen Finger! Denn Samuel ist wieder da!« Samuel wusste nicht, wie ihm geschah. Der Vater hielt ihn fest in den Armen. Am Abend fand ein großes Fest statt. Samuel war wieder zu Hause. Samuel war glücklich.

Teil 1, Gruppe 2: Ein Vater hatte zwei Söhne. Der jüngere hieß Samuel, der ältere Elias. Samuel wollte die Welt sehen. Er sagte zum Vater: »Vater, gib mir Geld. Ich weiß, dass Elias und ich dein Geld erben, wenn du stirbst. Aber gib mir mein Geld jetzt. Das tat der Vater. Und Samuel ging weg.
Elias, der ältere Sohn, konnte nicht fassen, was Samuel getan hatte. Elias sah, wie traurig der Vater war. Und er beschloss: »Ich bleibe beim Vater und helfe ihm. Ich werde nicht so gemein sein wie mein Bruder.« Und Elias blieb.
Jeden Tag arbeitete Elias auf dem Hof und den Feldern des Vaters. Am Abend aßen sie zusammen. Elias tröstete den Vater und sie hörten einander zu. Elias tat, was der Vater wünschte; er besorgte, was der Vater brauchte und er versuchte immer wieder, die Sorgen des Vaters zu vertreiben. 
Eines Morgens ging Elias wieder auf ein Feld, um zu arbeiten. Er sah den Vater auf dem kleinen Hügel stehen, wie er die Gegend absuchte. Das tat der Vater oft. Plötzlich rief er: »Das gibt es doch nicht! Schau nur!« Elias blickte in die Richtung, in die der Vater zeigte. Weit entfernt war eine zerlumpte Gestalt zu sehen. Nur langsam kam sie näher. Und dann rannte der Vater los, den Hügel hinab. So schnell, dass er seine Schuhe verlor. Da erkannte Elias: Die zerlumpte Gestalt – das war Samuel, sein Bruder.
Der Vater fiel Samuel um den Hals: »Du bist wieder da! Wie wunderbar! Ich kann es kaum glauben.« Er ließ Samuel gar nicht mehr los. Dann rief er den Dienern zu: »Schnell, bringt Kleidung! Bringt Schuhe! Bringt einen Ring für seinen Finger! Mein Sohn Samuel ist wieder da!«
Elias arbeitete weiter. Er konnte nicht verstehen, was da geschehen war: Samuel hatte das ganze Geld seines Vaters ausgegeben. Und als er nichts mehr hatte und es ihm dreckig ging, war er einfach wieder nach Hause gekommen. Einfach so! Was dachte der sich denn?
Als Elias am Abend nach Hause kam, war das Haus hell erleuchtet. Da wurde ein Fest gefeiert. »Was ist denn da los?«, fragte Elias einen Diener. »Dein Vater gibt ein Fest für Samuel. Denn er ist so froh, dass er seinen Sohn gesund wiederhat.« Elias blieb die Luft weg. Er wurde wütend und schnaubte: »Da gehe ich nicht hinein. Denn das ist ungerecht!«

Gespräch: Im Anschluss an Teil 1 kommt jede Gruppe ins Gespräch (s. »Kreative Umsetzung der Geschichte«, »Gespräch«, Seite 37). Anschließend kommen sie wieder zur großen Gruppe zusammen.

Teil 2, Schlussrunde: Der Vater feiert mit Samuel und dem ganzen Haus. »Wie fühlst du dich, mein Sohn?«, fragt er Samuel. Der antwortet: Hier geben die Kinder der Gruppe 1 ihre Antworten aus dem Gespräch nach der Geschichte.
Dann sieht der Vater durchs Fenster. Draußen steht Elias. Der Vater geht hinaus. »Guten Abend, mein lieber Elias! Was ist denn los, warum kommst du nicht herein und feierst mit uns?« Hier geben die Kinder der Gruppe 2 ihre Antworten aus dem Gespräch nach der Geschichte.
Der Vater schaut Elias liebevoll an. Dann sagt er: »Bitte, komm zu uns herein. Weißt du, ich bin dein Vater und ich bin Samuels Vater. Ich habe euch beide lieb! Ich möchte auf keinen von euch verzichten.«

Erzählung für Ältere

Material: Je einen mit Namen beschrifteten Papierumriss für den älteren und jüngeren Sohn; 1 langes, rotes Band, einfarbige Muggelsteine (für alle je ca. 6 Stück).

Ein Vater hatte zwei Söhne: Der jüngere hieß Samuel (Umriss 1 hinlegen) und der ältere Elias (Umriss 2 hinlegen).
Samuel hatte viele Träume. Er wollte die Welt sehen (1. Stein auf Samuel legen), fremde Länder und Menschen, Sitten und Gebräuche kennenlernen (2. Stein legen). Er war voller Sehnsucht und konnte einfach nicht zu Hause bleiben (3. Stein legen). Also sagte er eines Tages zu seinem Vater: »Vater, gib mir meinen Erbteil! Ich weiß, dass Elias und ich irgendwann deinen Besitz erben werden. Aber ich möchte meinen Teil schon jetzt haben. Ich will in die Welt hinaus. Ich träume schon so lange davon. Ich kann einfach nicht hier bleiben.« 
Da gab der Vater seinem jüngeren Sohn Samuel das Geld, was die Hälfte des ganzes Besitzes wert war. Und Samuel zog los (Samuels Umriss etwas beiseite rücken).
Elias blieb beim Vater (rotes Band zwischen beide Umrisse legen).
Elias konnte kaum glauben, was sein Bruder da tat. Elias war ganz anders: Er war zuverlässig und hielt treu zu seinem Vater (1. Stein in seinen Umriss legen). Er liebte ihn und wollte alles tun, um ihm zu helfen und ihn zu trösten (2. Stein legen). Denn der Vater war sehr traurig, weil Samuel weggegangen war. 
Also blieb Elias zu Hause bei dem Vater und arbeitete jeden Tag sehr hart (3. Stein legen).
Was denkt ihr: Wie fühlt sich Elias, wenn er nun zu Hause bleibt?« (Für jedes benannte Gefühl können die Kinder einen Stein in Elias’ Umriss legen.)
Ja, das kann gut sein. So mag Elias sich gefühlt haben. Davon erzählt die Bibel jedoch nicht viel. 
Doch sie erzählt viel von dem jüngeren Sohn:
Samuel, der hatte eine großartige Zeit! Er gab sein Geld mit vollen Händen aus und erlebte alles, was er sich gewünscht hatte: Er sah fremde Länder, lernte neue Menschen kennen, feierte rauschende Feste, aß fremde Speisen. Er war glücklich und genoss sein Leben in vollen Zügen. Er lebte seinen Traum. 
Doch dann war das ganze Geld ausgegeben. Und damit war auch alles andere weg. Jetzt gab es keine Feste mehr, keine tolle Kleidung, kein teures Essen und … keine Freunde mehr. Er war allein in der Fremde und niemand wollte mehr etwas mit ihm zu tun haben. 
Was denkt ihr: Wie mag Samuel sich fühlen? (Für jedes benannte Gefühl können die Kinder einen Stein in Samuels Umriss legen.)
Ja, so erzählt es auch die Bibel: Samuel war verzweifelt und einsam und traurig. Und er beschloss: »Ich will wieder nach Hause. Mein Vater muss mich ja nicht wieder als Sohn aufnehmen. Aber bei ihm zu arbeiten ist allemal besser, als hier in der Fremde zu verhungern.« 
Also ging er nach Hause (Samuels Umriss wieder nah an Elias’ Umriss rücken). Und sein Vater sah ihn schon von Weitem kommen. Er lief Samuel entgegen, umarmte ihn und hörte nicht auf dessen Entschuldigung. Sofort bekam Samuel neue Kleider und am gleichen Abend wurde ein großes Fest veranstaltet.
Was denkt ihr: Wie mag es Samuel jetzt wohl gehen? (Kinder nennen Gefühle und legen Steine auf Samuels Umriss.)
Elias kam am Abend nach Hause. Er hatte den ganzen Tag auf dem Feld gearbeitet. Schon von weitem hörte er, dass ein Fest gefeiert wurde. Er fragte einen Diener: »Was ist denn da los?« Der antwortete: »Dein Bruder ist wieder da. Deshalb gibt dein Vater ein Freudenfest!« Elias blieb der Atem weg. Er war wütend …
Was denkt ihr: Warum war Elias wütend? (Kinder nennen Gefühle und legen Steine auf Elias’ Umriss.)
Da kam der Vater zu Elias heraus. Er sah ihn lange an und sagte dann: »Bitte, komm zu uns herein. Ich bin dein Vater und ich bin Samuels Vater. Versteh bitte, dass ich euch beide liebe: Ich möchte auf keinen von euch verzichten!« (Aus dem roten Band um beide Umrisse ein Herz legen.)

Der besondere Tipp

Zur Erinnerung oder Weiterarbeit:
Der verlorene Sohn (Minibüchlein)

Hier sehen und hören die Jüngsten die mutmachende Geschichte vom Sohn, der das Wunder der Barmherzigkeit am eigenen Leib erfährt. 

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Für Dich! 1-2023: »Ist das gerecht?«

Die 12 Seiten des Heftes beschäftigen sich mit dieser Frage und den Entscheidungen, die der jüngere Sohn immer wieder treffen muss.

Mit vielen Mitmach-Elementen.

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Jesaja 43,1

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Volltreffer (KuS 488, KKH 27);
Die Kerze brennt (Wwdl 21, KG 28, KKH 9);
Kindermutmachlied (KuS 470, KG 150, KKH 25)

Meditation zu Beginn

Schau dich einmal genau um.
Schau, wer alles da ist.
Begrüße die anderen ohne Worte.
Mit einem Winken, einem Nicken, den Augen.
Und schau dich einmal genau an: 
Deine Füße – deine Beine – deinen Bauch und Oberkörper – deine Arme – berühre deine Haare – deinen Kopf.
Und nun schließe die Augen.
Und stell dir das, was ich jetzt sage, mit geschlossenen Augen vor:
Hier sind wir.
Wir sind da zum Kindergottesdienst.
Hier ist unsere Runde, Gott:
Wir sind alle da (Namen aller nennen).
Auch ich bin da. Du kennst mich.
Schau, hier bin ich: Mit meinen Füßen und meinen Beinen; mit meinem Körper und meinen Armen. Und hier ist mein Kopf: meine Haare, meine Augen, meine Nase, meine Ohren, mein Mund.
Hier bin ich. Danke, dass du mich siehst.
Danke, dass du mich kennst.
Danke, dass du da bist. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für Ältere

Einstiegsspiel

Die Kinder erzählen/nennen drei Dinge von sich, wobei nur zwei zutreffen (eine Sache ist ausgedacht). Die anderen raten, was nicht stimmt. Die Kinder merken schnell: Manche kennt man gut, von manchen ist man überrascht, andere sind noch fremd. 

Für alle

Gespräch (vor der Geschichte)

Wer kennt mich richtig gut? So gut, dass diese Person alles über mich weiß? Wie ist das, wenn es so jemanden gibt? Wünsche ich mir, dass es so jemanden gibt?

Streichholzschachtel-Leporello 

(nach der Geschichte) 
Für die Schatzkiste wird ein Streichholzleporello gebastelt: 

Kopierfertige Vorlage (DIN-A3 mit 6 Vorlagen), weitere Fotos sowie die Bastelanleitung kostenfrei

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Joshi kommt vom Spielen ins Haus und geht direkt zu Papa. Der sitzt am Schreibtisch und tippt in den Computer. Aber Joshi setzt sich einfach auf seinen Schoß. »Nanu, was ist los?«, fragt Papa. »Mein Name ist doof. Wieso habt ihr den ausgesucht?«, sagt Joshi. »Wieso ist der denn doof?«, fragt Papa. »Lisa hat gesagt, Joshi klingt wie Sushi. Und dann hat sie mich die ganze Zeitnur Sushi genannt.« – »Also wie dieser rohe Fisch, den man zu kleinen Röllchen gerollt isst?» – »Genau den meine ich. Mein Name klingt wie toter, kalter Fisch zum Essen. Was habt ihr euch denn dabei gedacht?« 
»Joshi ist eine Abkürzung von Joshua. Das ist ein wunderschöner Name. Vor allem bedeutet er was ganz Tolles. ›Joshua‹ ist nämlich hebräisch und heißt auf Deutsch ›Gott rettet‹. Das ist doch schön!« – »Weiß nicht«, murmelt Joshi. »Wieso rettet Gott denn?«
Papa überlegt kurz. »Na ja, ich weiß nicht … also … Gott hilft, wenn du es brauchst. Verstehst du?« – »Nö«, sagt Joshi.
Jetzt nimmt Papa Joshi in den Arm. »Gott ist bei dir. Immer.« – »Wenn ich draußen bin und Lisa sagt, dass mein Name doof ist?« – »Ja! Gott weiß, dass dich das ärgert.« – »Und gestern, als ich vom Klettergerüst gefallen bin?« – »Gott hat gesehen, dass du geweint hast.« – »Und letzte Woche bei meinem Geburtstag?« – »Da hat Gott mitgefeiert und sich mit dir gefreut.« – »Meinst du echt, dass der große, riesige Gott mich kleinen Joshi so genau kennt?« – »Ja, das glaube ich wirklich. Gott kennt dich ganz genau. Und hat dich sehr lieb.« – »Cool«, sagt Joshi, rutscht von Papas Schoß und lässt ihn weiterarbeiten.
Joshi geht wieder nach draußen. Die Kinder spielen noch. Auch Lisa ist noch da. Sie lacht und ruft: »Da kommt Sushi wieder!« Joshi geht zu ihr. »Mein Name ist Joshi – und das ist ein toller Name! Und Gott findet das auch. Gott hat mich lieb und kennt meinen Namen. Auch wenn du dir den nicht merken kannst, Gott kann das!« Lisa fragt neugierig: »Wie, Gott kennt deinen Namen?« – »Ist halt so«, sagt Joshi. »Genau deinen Namen?«, fragt Lisa noch einmal. »Jep«, sagt Joshi und grinst. Lisa denkt nach. »Ich will auch, dass Gott meinen Namen kennt. Was muss ich da denn machen?« – »Weiß nicht«, sagt Joshi. Da schreit Lisa ganz laut in den Himmel: »Lisa! Ich bin Lisa!« Jetzt lacht Joshi. Die anderen Kinder auch. Und rufen alle ihre Namen ganz laut in den Himmel. Auch Joshi ruft mit. Er glaubt zwar nicht, dass das nötig ist, aber es ist lustig.
Schließlich spielen sie weiter. Und niemand mehr macht sich über Joshis Namen lustig. 
Am Abend betet Joshi mit Papa zusammen: »Danke, Gott, dass du mich kennst und lieb hast. Ich hab dich auch lieb. Amen.«

Erzählung für Ältere

Heute ist so ein Tag, an dem Marie einfach zu gar nichts Lust hat. Sie kommt aus der Schule, isst ein bisschen und Mama findet natürlich, dass das zu wenig ist. »Ich habe aber keinen Hunger«, sagt Marie. »Du musst doch aber Hunger haben nach solch einem langen Tag«, meint Mama. »Ich weiß doch wohl am besten, ob ich Hunger habe«, motzt Marie. Das tut ihr zwar gleich leid, aber sie geht trotzdem in ihr Zimmer.
Kaum liegt sie auf dem Bett, kommt eine Nachricht von Timo: »Hey, gehen wir nachher Fußball spielen?« Marie antwortet: »Keinen Bock!« Timo schickt ein Fragezeichen. Marie schickt nichts mehr. Timo schreibt wieder: »Du spielst doch sonst immer gerne Fußball.« Marie antwortet in Großbuchstaben: »ICH HABE KEINEN BOCK!« Wütend legt sie das Handy weg. Wieso versteht Timo das denn nicht? 
Marie macht Musik an. Da kommt Papa herein und sagt: »Die Musik ist zu laut! Mach bitte leiser.« – »Boah, Papa, ich brauch das jetzt. Verstehst du das?« – »Nein, ich verstehe wirklich nicht, warum das so laut sein muss, dass ich nicht mehr in Ruhe arbeiten kann. Mach leiser – und zwar sofort!« 
Jetzt ist Marie auf 180. »Wenn jetzt noch mal jemand kommt und …« Und schon steht da ihr kleiner Bruder. »Marie, du hast mir versprochen, dass wir heute Eis essen gehen. Du darfst auch die Sorten aussuchen. Ich will nur mindestens drei Kugeln!« – »Heute nicht«, antwortet Marie knapp. – »Aber du hast es versprochen«, widerspricht ihr Bruder. »›Heute nicht‹ hab ich gesagt« Marie steht auf, schiebt ihren Bruder aus der Tür und macht sie zu. Der Bruder schimpft vor der Tür. Er will sie aufmachen. Aber Marie hält sie einfach zu.
Endlich Ruhe. Marie liegt wieder auf ihrem Bett. Was für ein mieser Tag! Wieso in aller Welt versteht sie heute eigentlich niemand? Marie kommt es so vor, als wäre sie ganz allein: Niemand da, der weiß, wie es in ihr aussieht. Alle wollen irgendwas von ihr, doch niemand macht sich die Mühe, sie wirklich zu verstehen. Mama und Papa nicht, ihr bester Freund Timo nicht und der kleine Bruder eh nicht. Marie überlegt. Dann ruft sie Oma an.
»Schön, dich zu hören, mein Schatz«, sagt Oma sofort. »Wie geht es dir denn?« – »Mies«, sagt Marie und erzählt Oma alles. »Niemand versteht mich! Alle sind dämlich heute.« – »Ja, solche Tage gibt es«, sagt Oma. Mehr nicht. »Wie … soll das jetzt alles sein?«, fragt Marie enttäuscht. Anstatt zu antworten fragt die Oma: »Wie geht das nochmal mit den Nachrichten? Also wenn ich dir was schicken will. Erklär mir das doch nochmal.« Marie seufzt und denkt: »Oma versteht mich also auch nicht. Und jetzt soll ich ihr zum x-ten Mal erklären, wie man Nachrichten verschickt.« 
Schnell erklärt es ihr Marie und legt auf. Auf Oma hat sie auch keine Lust mehr.
Kurz darauf piept das Handy. Marie schaut aufs Display. Oma hat es also geschafft, eine Nachricht zu schicken. Sie schreibt: »Liebe Marie! Weil Gott gerade keine Verbindung hat, schreibe ich in seinem Auftrag. Er hat dir was zu sagen und das passt ganz gut zu heute. 
Gott sagt: ›Ich kenne dich, Marie. Ich weiß, wie es in dir aussieht. Ich weiß, wie du dich fühlst. Hab keine Angst. Ich bin immer bei dir!‹«
Marie lächelt. Sie schreibt zurück: »Ich hab dich lieb«. Oma schreibt noch mal: »Wir haben dich alle auch sehr lieb. Und Gott sowieso.«
Marie liest noch einmal die Nachricht von Gott, die Oma geschickt hat: 
»Gott sagt: Ich kenne dich, Marie. Ich weiß, wie es in dir aussieht. Ich weiß, wie du dich fühlst. Hab keine Angst. Ich bin immer bei dir!‹«
Marie schaut aus dem Fenster. »Gott kennt mich. Gott kennt mich, Marie«, denkt sie. Dann steht sie auf und geht mit dem kleinen Nervbruder Eisessen.

Der besondere Tipp

Der Grolltroll
Bilder-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater

Manchmal läuft alles schief! Deshalb fängt es im blauen Troll an zu grollen. Als er seine Wut an seinen Freunden auslässt, lassen sie ihn stehen. Warum es wichtig ist, seine Gefühle zu verstehen und um Verzeihung zu bitten, erzählt dieser Kinderbuchklassiker in 15 DIN-A3-Bildern. 

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Mit allen Sinnen sind wir da
– Kleine Rituale, Mitmachelemente und Gebete

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Für Kindergottesdienst, Kindergarten und Grundschule plus Zusatzmaterial zum (kostenfreien) Download.

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Amos 5,4–7; 9,11–15

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

1. Lest gemeinsam ganz oder in Auszügen die bereits vor 60 Jahren gehaltene, aber immer noch aktuelle Rede Martin Luther Kings »I Have A Dream« unter https://de.usembassy.gov/de/ich-habe-einen-traum/.
2. Nehmt euch kleine Zettel und schreibt erst für euch auf, was für euch zu einer Welt gehört, in der alles gut geworden ist. Erzählt den anderen, was ihr geschrieben habt und legt die Kärtchen in die Mitte, sodass eure Version von Amos 9,11–15 entsteht.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Es wird gut! Diese Botschaft, dieses Urvertrauen in Gott und die Welt brauchen Kinder. Je älter sie sind, desto mehr verstehen sie bereits die Diskurse der Klimaveränderung, der negativen politischen Entwicklungen, der Inflation und anderen aktuellen Herausforderungen und Katastrophen. Zukunftsängste gibt es vermehrt bereits bei Kindern. Deshalb tut der heutige Text Kindern (und Erwachsenen) so gut. 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Suchet zuerst Gottes Reich (EG 182, KuS 222);
Wie ein Fest nach langer Trauer 
(EG Wü 622, KuS 542)

Gebete

Siehe »Zur ganzen Reihe«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Weltplakat(e) gestalten

Gemeinsam (oder in Kleingruppen) ein großes Plakat (mindestens DIN-A-3) gestalten, dessen Hintergrund in Umrissen eine Weltkarte ist. Darauf entsteht eine Collage unter der Fragestellung: Was gehört zu einer Welt, die nach Gottes Willen ist (gerecht/fair)?
Da dies recht abstrakt ist, können vorher zusammen Ideen gesammelt werden. (Das Lied »Wie ein Fest nach langer Trauer« kann helfen.)
Für die Collage ist jede Form der Gestaltung möglich (malen, schreiben, Zeitungsausschnitte aufkleben …). Das Plakat/die Plakate sollten dann ausgestellt werden!

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Mit Bodenbild (Das finale Bodenbild der letzten Woche ist wieder aufgebaut. Gemeinsam schauen wir das Bodenbild an und vergegenwärtigen uns die Geschichte vom letzten Sonntag.)

Erzähler/in: Gott hat Amos noch mehr Botschaften für die Menschen gegeben:
Gott: Sucht nach mir! Dann sollt ihr leben. 
Erzähler/in: Gott möchte, dass die Menschen einander lieben. Wenn ihr liebevoll miteinander umgeht, könnt ihr gut leben. Und wenn die reichen Menschen die armen Mensch gut behandeln, kann sich vieles ändern. Und Gott sagt den Menschen: 
Gott: Am Ende wird alles gut und heil werden. Es wird allen Menschen gut gehen. Alle haben genug zu essen und zu trinken. Alle haben Häuser, in denen sie sicher wohnen können.
Erzähler/in: (Zeigt auf das Bodenbild) Hier ist noch nicht alles gut. Lasst uns zusammen überlegen, wie es gut werden kann. Wie es fair für alle Menschen ist.
Gemeinsam Ideen sammeln (z. B. kaputtes Haus reparieren, Essen teilen, Geld gerecht verteilen). Jemand aus dem Team gestaltet das Bodenbild entsprechend um, wenn möglich mit Unterstützung der Kinder.

Erzählung für Ältere

Anspiel und Erzählung

Teil 1: Heute bei Benno

Mama: Wie wars denn heute in der Schule? 
Benno: Es ist echt besser geworden seit der Sache mit den Muffins vor drei Wochen. Da gab’s ja so richtig Ärger. Und dann haben wir überlegt, was wir ändern können.
Mama: Und was ist rausgekommen?
Benno: Also ich glaube, Theo und Ida haben zum ersten Mal gemerkt, dass es alle doof finden, wenn sie so gemein sind. 
Mama: Wie habt ihr das denn geschafft?
Benno: Wir alle haben ihnen zusammen gesagt, dass wir richtig sauer sind.
Mama: Und wie haben die beiden reagiert?
Benno: Sie haben erstmal gelacht. Wie immer. Aber wir anderen haben was ausgemacht: Wenn sie jetzt ein Kind ärgern, dann ruft es laut, und dann helfen wir ihm alle zusammen. 
Mama: Das ist ja eine gute Idee.
Benno: Sie haben es natürlich wieder probiert: Sie haben Ali die Brille weggenommen, als er in der Pause zur Toilette gegangen ist. Zwei gegen einen, richtig unfair. Aber er hat dann laut gerufen … und plötzlich stand die halbe Klasse da.
Mama: Oh, da haben die aber bestimmt Augen gemacht.
Benno: Das kannst du laut sagen! Seither haben sie echt niemanden mehr geärgert. Jetzt spielen sie in der Pause sogar mit. 
Mama: Das klingt ja echt viel besser. Vorher hast du fast nur vom Streit in der Pause erzählt.
Benno: Unsere Lehrerin hat das dann auch mitbekommen. Und jetzt dürfen Nils, Ali und Marie eine Streitschlichterausbildung machen. Und bald noch mehr von uns. Ich hoffe, ich bin auch bald dran. 
Mama: Wie schön. Da ist eure Klasse auf einem guten Weg. Das freut mich für dich!

Teil 2: Damals bei Amos

Erzähler/in: Erinnert ihr euch an Amos? Der in Gottes Auftrag unterwegs war? Der den Menschen gesagt hat, dass Gott wütend ist, weil sie so ungerecht zueinander sind? 
Amos hat den Menschen auch noch mehr gesagt. Er hat sie auf die Suche geschickt. Auf die Suche nach Gott. Auf die Suche nach dem, was Gott sich für uns Menschen wünscht. 
Gott wünscht sich, dass es in der Welt fair zugeht. Dass die Starken die Schwachen gut behandeln. Dass die Reichen die Armen unterstützen. Dass die Gesunden den Kranken helfen. 
Dann können alle Menschen gut miteinander leben. Dann ist genug für alle da. 
Und Gott gab Amos noch eine Botschaft. Darin versprach Gott den Menschen: 
Gott: Am Ende wird alles gut und heil werden. Alles, was jetzt unfair und ungerecht ist, gibt es dann nicht mehr. Es wird allen Menschen gut gehen. Alle haben genug zu essen und zu trinken. Alle haben Häuser, in denen sie sicher wohnen können. Allen geht es gut.

Markus 15,21–47

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

∙Jesus ist seinen Weg, für (ausgestoßene) Menschen da zu sein, mit allen daraus folgenden Konsequenzen gegangen. 
∙Er hat mit seinem Verhalten die Mächtigen verärgert.
∙Das hat ihn nicht dazu veranlasst, sein Verhalten zu ändern. 
∙Darin erweist er sich als Sohn Gottes: Er ist ganz für die Menschen da, mit allen Konsequenzen. 
∙Jesus erfährt Angst, Schmerz und Zweifel wie jeder Mensch. 
∙Gleichzeitig trägt ihn sein Vertrauen in Gott. Das ist sein Urgrund, der ihm hilft, das alles durchzustehen. 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

Du, Gott, stützt mich (Wwdl 129, KuS 463, Kirche mit Kindern Liederbuch 46);
Meine Hoffnung und meine Freude 
(Wwdl 180, KuS 230, Immer und überall – Kinderkirchenlieder 355)

Dankgebet/Fürbitte

Material: Stoffstücke in verschiedenen Farben; Kieselsteine
Dankgebet (»Gebet der guten Erinnerungen«)
Die Kinder können laut oder leise beten. Für jeden Dank, jede gute Erinnerung dürfen sie ein Stück Stoff auswählen und in die Mitte legen. So entsteht ein buntes Feld.
Klage/Fürbitte
Die Kinder beten laut oder leise. Für jede Klage/Fürbitte können sie einen Stein in das bunte Feld legen.
Abschluss
»Gott, du bist unser guter, bunter Untergrund und hältst uns. Alles Gute, was wir erleben, macht uns froh und stark. Dafür danken wir dir. Wir können dir auch sagen, was für uns schwer ist. So schwer wie ein Stein. Wir wissen, du hilfst uns, das Schwere zu tragen. Wir sind nicht allein. Du bist da. Darum beten wir gemeinsam zu dir: Vater unser im Himmel …«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Kratzbilder

Anleitung und Umsetzung erfolgen während der Erzählung (s. hierzu »Erzählung für Jüngere/für Ältere«).
Die Kinder sitzen an Tischen.
Material: Weiße DIN-A6-Karten; bunte und viele schwarze Wachsmalstifte (die von der Fa. Jaxon sind ungeeignet, weil sie hierbei schmieren); Kratzer (für dünne und breitere Linien: Zahnstocher, Stricknadel, Besteckgriff …); Abdeckmaterial für Tisch und Boden.

Der besondere Tipp

Der Kreuzweg Jesu

Minibüchlein
Passend zu den Kamishibai-Bildkarten.

€ 2,50

Best.-Nr. 3580

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III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & Erzählung für Jüngere

Mit Wachskratztechnik 

Geschichte Teil 1

Jesus war mit seinen Freunden, den Jüngern, unterwegs im Land. Überall brachte man Kranke zu ihm und Jesus machte sie wieder gesund. Traurige und hoffnungslose Menschen kamen. Jesus erzählte ihnen von Gott und von seiner Liebe. Da wurden sie wieder fröhlich und gewannen neuen Mut. Menschen, die niemand gern hatte, gingen zu Jesus. Jesus setzte sich zu ihnen, er hörte ihnen zu. Er sprach mit ihnen. Er aß mit ihnen an einem Tisch, er feierte mit ihnen. So fanden diese ungeliebten Menschen Freundinnen und Freunde. 
Wo Jesus war, veränderte er die Menschen. Sie wurden fröhlich, hoffnungsvoll, glücklich. Jesus konnte das. Denn er wusste immer: Gott hat mich lieb. Er ist bei mir, er trägt mich. Das wird sich nie ändern. Darum konnte er Menschen Mut machen, sie wieder fröhlich werden lassen oder heilen. 

1. Phase der Gestaltung: 

»Wie würdet ihr Fröhlichkeit darstellen? Welche Farben würdet ihr dafür nehmen?« (Kinder antworten)
»Alle bekommen eine Karte. Malt sie fröhlich an. Man soll richtig sehen: Hier freut sich jemand. Malt die ganze Karte an. Und malt ganz kräftig, dass die Farben richtig leuchten.« 
Zeit zum Malen geben. Die fertigen Karten werden gemeinsam angeschaut.

Geschichte Teil 2

Doch es gab auch andere Menschen. Das waren die Mächtigen in jener Zeit. Solche wie der römische Statthalter und seine Soldaten. Sie hatten Angst vor Jesus. Denn sie merkten: »Die Leute mögen Jesus. Sie mögen ihn mehr als uns.« Daher beschlossen sie: »Jesus muss weg!« 
Und so wurde Jesus verhaftet und zum Tode verurteilt. 
Mit einem Verurteilten wird nicht freundlich umgegangen. Die römischen Soldaten schlugen Jesus. Sie drückten ihm eine dornige Krone auf den Kopf. Sie spuckten ihn an und machten sich über ihn lustig. »Na, du ›König‹«, riefen sie, »du hast ja gar keine Macht! Jetzt bestimmen wir über dich. Wir sind die Herren. Du bist nichts.« Dann führten die Soldaten Jesus aus der Stadt hinaus nach Golgatha. Das war der Platz, wo Menschen hingerichtet wurden. Dort kreuzigten sie Jesus. Sie sagten: »Deine Kleider brauchst du ja nicht mehr. Wir verteilen sie unter uns. Wäre doch schade drum. Am besten losen wir aus, wer was bekommt.« So machten es die Soldaten.
Immer wieder kamen Menschen vorbei. Sie sahen Jesus am Kreuz. Sie lasen das Schild, das die Soldaten gemacht hatten. Darauf stand der Grund für seine Verurteilung: »König der Juden«. Da machten sich auch die Menschen über Jesus lustig. »Ein schöner König bist du!«, riefen sie. »Statt auf einem Thron zu sitzen, hängst du am Kreuz.« – »Wenn du wirklich so mächtig bist, dann steig doch einfach herunter vom Kreuz. Aber das geht wohl nicht …« – »Schaut ihn euch an. So vielen anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen.« – »Nein, dem kann keiner helfen.« 
Da begann Jesus zu beten. Alte Worte nahm er dafür. Sehr alte Worte. Er betete einen Psalm. »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« 
Jesus wusste auch, wie der Psalm weitergeht: »Ich schreie, aber meine Hilfe ist fern. Mein Gott, ich rufe dich, doch antwortest du nicht. Unsere Väter haben auf dich gehofft und du hast ihnen geholfen und sie gerettet. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch. Ein Spott der Leute und verachtet von den Menschen. Alle, die mich sehen, verspotten mich. Sie sperren das Maul auf und schütteln den Kopf. Sie sagen: ›Soll er doch nach Gott rufen. Der kann ihm helfen – wenn er denn will.‹ Sei nicht fern von mir, Gott, denn ich habe Angst. Hier ist niemand, der mir hilft. Sie umringen mich wie gewaltige Stiere und brüllen mich an wie reißende Löwen. Ich fühle mich wie Wasser: einfach weggeschüttet. Mein Herz zerfließt in mir vor Angst wie geschmolzenes Wachs. Ich habe keine Kraft mehr. Mein Mund ist ausgetrocknet. Ich werde sterben. Meine Hände und Füße sind durchbohrt. Um meine Kleider wird gelost. Aber du, Gott, sei nicht fern von mir. Du bist meine Stärke. Komm schnell, um mir zu helfen. – Du hast mich erhört.« 
Dann starb Jesus. Von seinen Freunden war keiner da. Aber drei von Jesu Freundinnen waren da. Sie standen etwas abseits. Sie hatten mit Jesus ausgehalten. 
Unter dem Kreuz hatte ein römischer Hauptmann Wache. Als er sah, wie Jesus starb, wurde er nachdenklich. »Ich glaube, dieser Mensch ist wirklich Gottes Sohn gewesen«, sagte er. 
Am Abend wurde Jesus vom Kreuz abgenommen und in eine Grabhöhle gelegt. Ein großer Stein wurde davor gerollt, um das Grab zu verschließen. Auch das sahen die Freundinnen von Jesus. 

2. Phase der Gestaltung

»Ab dem Moment, wo Jesus stirbt, ist für die Freundinnen und Freunde alles vorbei. Wie ausgelöscht. Alles, was vorher da war. Keine Hoffnung mehr. Keine Freude. Wie könnten wir das darstellen?« (Kinder antworten)
»Das machen wir jetzt auch. Übermalt dazu bitte euer ganzes Bild tiefschwarz. Von den Farben darunter sollte nichts mehr zu sehen sein.«
Zeit zum Malen geben.Die fertigen Karten werden gemeinsam angeschaut.

Geschichte Teil 3

Das alte Gebet, das Jesus gebetet hatte, endet so: »Aber du, Gott, sei nicht fern von mir. Du bist meine Stärke. Komm schnell, um mir zu helfen. – Du hast mich erhört.« Ja, das hatte Gott wirklich. Denn Jesus wusste: »Gott hat mich lieb. Er ist bei mir. Er trägt mich. Das wird sich nie ändern.« 
Am Ostermorgen nämlich, als die Freundinnen von Jesus zu seinem Grab kamen, da war Jesus nicht mehr da. Er war auferstanden. Gott hatte ihm das Leben wiedergegeben. 

3. Phase der Gestaltung

»Selbst im schlimmsten Moment, als alles ganz dunkel ist, erinnerte sich Jesus an das, was ihn hält: Dass Gott ihn liebhat. Jesus erinnerte sich an das Gute und Schöne. Er wusste, dass es da ist! Tief unter alle dem Dunklen und Schlimmen. Wie könnten wir das denn deutlich machen?« (Kinder antworten)
«Mit einem Kratzer können wir etwas von dem Dunklen entfernen. Und so das, was darunter liegt, wieder freilegen. Ihr könnt eine Szene aus der Geschichte nehmen, die ihr hineinkratzt. Oder ein Symbol. Ihr könnt auch wieder die ganze Karte freikratzen. Ganz wie ihr möchtet.« 
Zeit zum Kratzen geben.Die fertigen Karten werden gemeinsam angeschaut; ggf. darüber austauschen. 

Für die Mitarbeitenden:
Am Schluss leuchten durch das Schwarz der Trauer und Verzweiflung auch wieder (Hoffnungs-)Farben. Trotzdem bleibt ein leichter Schleier darüber da. Wir nehmen auch weiterhin unsere dunklen Erfahrungen im Leben mit. Sie verschwinden nicht, auch wenn wir wieder Freude erfahren. 
Gute und schlechte Erfahrungen durchdringen sich gegenseitig. Die Frage an uns ist stets: Können wir den Weg zu guten Erinnerungen und positiven neuen Erlebnissen (wieder-)finden, um das Schwarz der Verzweiflung verändern zu können? Ob wir um die tieferliegenden guten Erfahrungen wissen und uns in den dunklen Momenten von ihnen getragen wissen? 
Wenn meine ersten Erfahrungen mit anderen Menschen/mit Gott gute sind, kann ich durch alles Dunkle zu diesem guten Urgrund zurückkehren. (Dies bedeutet entwicklungspsychologisch die Bildung von Urvertrauen. In der Geschichte ist dies die erste, farbige Schicht auf den Karten.) 

Der besondere Tipp

Mit Jesus in Jerusalem
Passion und Ostern (Bastelbogen)

In sieben Stationen (und Bildern) wird der Weg Jesu nach Jerusalem und ans Kreuz anhand einer einfachen Karte mitgegangen. Doch am Ende freuen sich zuerst die Frauen und schließlich auch die Jünger in Emmaus. 

2 x DIN-A3 (auf A4 gefalzt)

€ 2,00 (ab 10 Ex. je € 1,90); 

Best.-Nr. 1649

junge-gemeinde.de

Markus 14,3–9

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lied

Kostbar war der Moment (Wwdl 168, EGplus 12)

Fürbitte mit Salböl

Wenn wir für andere beten, Fürbitte halten, dann erinnern wir Gott an sie, damit Gott bei ihnen ist, ihnen hilft, sie tröstet. Das ist jedes Mal wie ein kleines Geschenk, von dem die anderen gar nichts wissen. Ein geheimes Geschenk zwischen Gott und uns für jemand anderen. Heute wollen wir für andere solche geheimen Geschenke machen und in einer besonderen Form beten: 
Ihr bekommt einen Tropfen Öl in eure Hand. Wenn alle einen Tropfen haben und wir das Gebet beginnen, könnt ihr den mit einem Finger in der Hand verreiben. Solange ihr das macht, könnt ihr dabei an Menschen denken, die für euch besonders wichtig sind oder die gerade besonders Hilfe brauchen. In unseren Gedanken erinnern wir Gott an sie. 
Jedes Kind bekommt einen Tropfen Öl in die Hand. 
Lieber Gott! Wir denken an Menschen, die für uns besonders sind oder die dich gerade besonders brauchen. Sei bei ihnen, vergiss sie nicht!
Zeit geben, um in Stille das Öl zu verreiben und an die Menschen zu denken. 
Anschließend gemeinsam das Vaterunser beten.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Bilder transparent machen 

Material: Buntstifte; Bleistifte; Anspitzer; neue breite Pinsel (oder neuer Küchenschwamm, der in kleinere Stücke geschnitten wird): Salatöl in Schälchen; Küchenpapier; weiße DIN-A5-Karten; Wäscheleine und -klammern

Jedes Kind erhält eine Karte, die es quer vor sich hinlegt. »Überleg einmal, wieso Jesus für dich jemand Besonderes ist. Was macht ihn für dich besonders? Das kannst du auf die Karte malen oder schreiben.« 
Dann wird die Karte umgedreht (von rechts nach links, als ob man eine Seite im Buch umblättert. Das ist wichtig, damit keines der beiden Bilder nachher »auf dem Kopf steht«). Hierzu folgenden Impuls: »Stell dir vor, du könntest Jesus treffen. Was würdest du Jesus gern schenken? Das kannst du jetzt auf die Rückseite der Karte malen oder schreiben.« 
Wenn alle so weit sind: »Die Frau in der Geschichte hat Jesus mit dem Öl ein Geschenk gemacht. Und sie hat damit gezeigt, dass er für sie besonders ist. Auch wir nehmen jetzt Öl. Damit können wir unsere Geschenke und das, was Jesus besonders macht, zusammenzubringen.« (Dazu die beidseitig bemalte/beschriebene Karte auf Küchenpapier legen, von einer Seite mit Öl einpinseln, bis die Karte durchtränkt ist. Beim Einpinseln nicht reiben, damit die Farbe nicht verwischt. Das überschüssige Öl mit Küchenpapier vorsichtig abtupfen.) 
Die Karten dann an die Wäscheleine hängen. Sie sind nun transparent und man kann beide Bilder gleichzeitig sehen: Was Jesus besonders macht und was wir ihm schenken möchten. 
Zum Transport nach Hause werden die Bilder in Küchenpapier eingeschlagen.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Die Kinder machen die Bewegungen mit, die während der Erzählung gemacht werden. Um Zeit für die Bewegungen zu geben, sollte langsam und mit Pausen erzählt werden.

Jesus und seine engsten Freunde, die Jünger, gehen in den kleinen Ort Bethanien (mit den Füßen Schritte machen). Sie sind bei Simon eingeladen (wieder Schritte machen). Jetzt sitzen sie zusammen. Sie essen (Bewegungen wie beim Essen) und trinken (Bewegungen wie beim Trinken) und reden miteinander (Kopf nach rechts und links wenden)
Die anderen Menschen in Bethanien hören, dass Jesus da ist (Hand hinter Ohr legen). Auch eine Frau hört davon. Sie sagt: »Jesus ist ein ganz besonderer Mensch für mich (Arme gekreuzt auf Brust legen, liegenlassen): Er macht Kranke gesund. Er kümmert sich um die Armen und die Einsamen. Er erzählt von Gott. Ja, er bringt Gott zu uns. Er ist besonders!« (Arme wegnehmen) Sie sagt: »Ich habe einen Herzenswunsch (eine Hand auf Herz legen): »Ich möchte Jesus treffen. Und ich möchte ihm etwas ganz Besonderes schenken (Hände wie ein Feuerwerk nach oben werfen und zu einer Schale zusammenführen). Etwas, das ihm guttut (mit Händen mehrmals über den Kopf streichen).« 
Sie nimmt ein edles Gefäß mit kostbarem Salböl (Hände zum Gefäß formen) und geht los (Schritte machen). Als sie in Simons Haus kommt, geht sie direkt zu Jesus (Schritte). Dann zerbricht sie das Gefäß (Gefäßhände mit Schwung auseinanderziehen) und lässt das teure Öl auf Jesu Kopf laufen (gespreizte Finger »über den Kopf laufen lassen«). Vorsichtig massiert die Frau das Öl ein (Kopf massieren, Zeit geben). 
Die Jünger schimpfen (Faust schütteln): »Du Verschwenderin! Dafür hätten wir viel Geld für die Armen bekommen.« Da sagt Jesus: »Lasst sie in Frieden (Stopp-Geste)! Das war ihr Geschenk für mich (Hände auf Brust legen, liegenlassen). Sie hat an mich gedacht. Und das hat mir gutgetan. Es gibt immer Arme, um die ihr euch kümmern könnt (mit einer Hand in die Runde zeigen). Aber ich bin nicht mehr lange da. Ich werde bald sterben. Und dann wird keine Zeit sein, meinen Körper zum Begräbnis zu salben. Darum hat sie mich jetzt gesalbt (gespreizte Finger »über den Kopf laufen lassen«). Und das hat mir gutgetan (Kopf massieren). Sie wusste, was ich brauche.« (Hände auf die Brust)
Jesus nickt der Frau dankbar zu. Die Frau lächelt. Dann macht sie sich auf den Weg nach Hause (Schritte). »Ja«, denkt sie, »dieser Jesus ist besonders!« (Hände wie ein Feuerwerk nach oben werfen, Arme langsam sinken lassen).

Erzählung für Ältere

Zum Mitmachen
Material: Glas- oder Keramikvase mit breiter Öffnung; Glasnuggets in einem Körbchen; rechteckige, hellbraune Filz- oder Stoffunterlage als Erzählfläche; 14 Holzfigurenkegel (alternativ 14 Bauklötze), die unterschiedlich sein können (die Frau- und Jesusfigur sollen sich auf jeden Fall von den anderen unterscheiden); Körbchen für die Figuren.
(Alle Materialien stehen griffbereit. Das Tuch ausbreiten. Figur der Frau zeigen und vorne links auf Tuch stellen.)

Das ist eine Frau. Wir wissen nicht, wie sie heißt. Vielleicht mögt ihr der Frau einen Namen geben? Gut, aus Spiel nennen wir sie heute NN. (Den erstgenannten Namen nehmen.)
Es wird erzählt, dass NN in Bethanien ist, einem Ort nahe bei Jerusalem. Sie hat gehört, dass Jesus nach Jerusalem gekommen war. Für sie ist Jesus ein ganz besonderer Mensch. Viele Gedanken schwirren ihr durch den Kopf. (Vase links neben die Frau stellen, direkt neben das Tuch.)
»Jesus ist ein ganz besonderer Mensch«, denkt sie. (Ein Glasnugget in die Vase legen.) Ich frage mich, wieso Jesus für NN wohl besonders ist? (Mit den Kindern Ideen sammeln, was sie über Jesus wissen … Für jede genannte Idee darf das Kind ein Glasnugget in die Vase legen. Sie können die Ideen ergänzen und legen ebenfalls ein Glasnugget dazu.) Ja, Jesus ist für NN wirklich besonders. 
Und dann kommt Jesus auch nach Bethanien. (Jesusfigur zeigen und rechts hinten auf das Tuch stellen.) Stellt euch das vor! Zusammen mit seinen engsten Freunden, den Jüngern. (12 weitere Figuren um Jesus herumstellen.) Sie sind eingeladen, bei Simon. (Simonfigur zeigen und vorne rechts auf das Tuch stellen.) Der wohnt auch in Bethanien. (Jesus und die Jünger in Ruhe zu Simon gehen lassen. Dort in lockerem Kreis aufstellen, manche dichter zusammen, manche weiter auseinander. Um Jesus muss etwas Platz bleiben.) Das spricht sich natürlich schnell im Ort herum. Auch NN hört davon. 
Sie denkt: »Jesus ist hier! Hier in Bethanien! Ganz nah, gleich in der Nachbarschaft. Oh, ich würde ihn so gern einmal sehen. Ich würde ihn so gern einmal richtig treffen. Was soll ich nur machen? (NN geht aufgeregt hin und her.) Ich hab’s! Ich geh einfach zu Simon hin, dann treffe ich Jesus dort. (NN geht aufgeregt hin und her.) Und ich möchte ihm etwas schenken. Weil er für mich so besonders ist. Nur was? Was kann ich ihm schenken?« – Ja, was könnte NN Jesus schenken? Was würdet ihr ihm schenken wollen? (Mit den Kindern Ideen sammeln. Für jede Idee legt das jeweilige Kind ein Glasnugget in die Vase.)
Und dann hat NN eine Idee. »Ich schenke ihm etwas, was ihm guttut. Er soll spüren, dass er besonders ist. Und es soll etwas sein, was er wirklich brauchen kann.« Und dann macht sie sich auf den Weg zum Haus von Simon. (Frau langsam zu den anderen gehen lassen.) Sie hat ein kostbares Gefäß mitgenommen. Darin ist ein sehr teures, gutes Öl zum Einreiben. (Vase vorsichtig in beide Hände nehmen, hochheben und langsam auf der Seite von Jesus und den anderen rechts neben dem Tuch abstellen.)
NN geht zu Jesus. (Frau vor Jesus stellen.) Und dann salbt sie Jesus mit dem kostbaren Öl. (Aus der Vase eine Handvoll Nuggets holen, um Jesus herumstreuen. Wiederholen, bis die Vase leer ist. Währenddessen weiterreden.) Sie salbt seine Hände, seinen Kopf und seine Haare. Sie salbt seine Füße. Das Öl duftet wundervoll. Und Jesus? Jesus tut das gut. 
Aber seine Freunde – die werden ärgerlich. (Einige Freunde, wie wenn sie die Frau umringen wollten, näher zu ihr stellen.) Sie rufen: »Schaut euch die Verschwendung an! Dieses kostbare Öl hätten wir verkaufen können. Ja, dafür hätten wir richtig viel Geld bekommen. Und wisst ihr, was wir mit dem Geld gemacht hätten? Das hätten wir armen Menschen geben können. Aber nun hat diese Frau alles verschwendet! Schaut euch das nur an!« (Mit Hand auf ausgestreute Nuggets zeigen.) Die Freunde von Jesus schimpfen sehr mit NN. 
Da sagt Jesus: »Lasst sie in Frieden. Das war ihr Geschenk für mich. Sie hat an mich gedacht. Und das hat mir gutgetan. Es gibt immer Arme, um die ihr euch kümmern könnt. Aber ich bin nicht mehr lange da. Ich werde bald sterben. Und dann wird keine Zeit sein, meinen Körper zum Begräbnis zu salben. Darum hat sie mich jetzt gesalbt. Und das hat mir gutgetan. Sie wusste, was ich brauche.« 
Jesus nickt NN dankbar zu. NN lächelt. Dann macht sie sich auf den Weg nach Hause. (Frau wieder nach links gehen lassen.)

Der besondere Tipp

Das sprechende Faltkreuz
Bastelbogen

Jedes Umklappen bringt ein neues der vier Bilder zum Vorschein. So wird die Passionsgeschichte mit dem letzten Abendmahl, Jesu Ringen in Gethsemane und seiner Kreuzigung erzählt. Im letzten Bild geht die Ostersonne über dem leeren Grab auf und macht das Leben hell.

DIN-A4, € 1,10 (ab 10 Ex. je € 1,00); Best.-Nr. 063

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