Was du sagst und was du tust

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I. Grundgedanken

Hören und Handeln gehören zusammen. Im Gleichnis vom Hausbau liegt der Fokus auf dem Hören auf Gottes Wort (1. Sonntag). Im Gleichnis von den ungleichen Brüdern (3. Sonntag) liegt der Fokus auf dem Handeln. Die Einheit vom 2. Sonntag der Reihe konzentriert sich auf »Die Goldene Regel«, die beides zusammenführt. Aus dem Hören folgt das Handeln am Nächsten. Es geht in dieser Reihe darum, die Nächstenliebe konkret werden zu lassen und nicht nur darüber zu sprechen. 

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe 

Lieder 

Liebe ist nicht nur ein Wort 
(KuS 442, HuT 348);
Gib uns Ohren, die hören 
(KuS 496, KKL 251, Wwdl 42);
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht 
(KuS 246, KKL 139, Wwdl 147, HuT 154);
Weltveränderer/Das braucht unsre Welt 
(Feiert Jesus! Kids 119)

Psalm 

Kehrvers: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht … (KuS 246, evtl. gesungen)
Gott, manchmal fällt es mir schwer, 
auf dein Wort zu hören.
Ich verstehe nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, wie ich es anfangen soll.
Ich weiß nicht, ob es richtig ist, was ich tue.
Kehrvers
Gott, du versprichst, dass du bei mir bist. 
Dein Wort zeigt mir, was ich tun soll. 
Ich vertraue darauf, dass du mir hilfst.
Dein Wort stellt meine Füße auf festen Boden. 
Kehrvers
Gott, du machst mir Mut. 
Dein Wort gibt mir Kraft.
Danke, dass du mir zeigst, 
wie ich anderen helfen kann.
Danke, dass du zu mir sprichst. 
Kehrvers

Segen (mit Bewegungen, alle stehen im Kreis)

Gott, du bist bei mir, 
(Hände nach oben strecken und seitlich in einem Bogen nach unten führen)
Gott, du bist in mir,
(Hände vor der Brust überkreuzen)
Gott, du gibst mir festen Stand.
(Mit den Füßen fest auftreten)
Gott, dein Segen hält mich. 
(Die Nachbarn an den Händen fassen) Amen. 

III. Zur Gestaltung der Reihe

Boden-/Wandbild

Über alle drei Sonntage hinweg entsteht ein Boden- oder Wandbild, das mit Symbolen umgesetzt wird:
1. Sonntag: Hören auf das Wort Gottes: Bilder von Ohren, Bibel, Sprechblasen, Menschen (die zuhören).
2. Sonntag: Ich möchte …/Ich möchte nicht …: Überlegen und aufschreiben, malen, wie die Goldene Regel im Leben der Kinder umgesetzt werden soll.
3. Sonntag: Handeln nach Gottes Wort ist wichtiger, als nur darüber zu reden: Wie kann ich das umsetzen (in meiner Familie, in unserer Gemeinde)? 

Gemeinsames Projekt

Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Projekt (z. B. Besuch/Aktion im örtlichen Seniorenheim), wo einmal ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert wird? Oder wir als Kindergottesdienstgruppe helfen älteren Gemeindegliedern bei etwas, das ihnen schwerfällt. Wir laden Kinder aus der Asylbewerberunterkunft zu einem gemeinsamen Spielenachmittag ein.

Der besondere Tipp:
Friedenskreuz-Anstecknadel (Pin)

Die Friedenskreuz-Anstecknadel enthält alle Symbole des gleichnamigen Legekreuzes aus Holz: Krone, Stern, Brot, Haus, Taube, Wasser und Wein(-Krug) und nimmt damit verschiedene Geschichten von Jesus auf. Sie alle wollen ermutigen, in seinen Fußspuren zu gehen und die Anderen zu achten und wertzuschätzen. Die Anstecknadel fasst folglich viele Inhalte dieser Reihe zusammen. € 3,80
(ab 10 Ex. je € 3,60; ab 25 Ex. je € 3,50); 
Best.-Nr.: 1164

junge-gemeinde.de

Das Mitmachheft im Kindergottesdienst

7-2026

Der rote Faden

»Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.« Oder wie es in der Bibel bei Matthäus positiv heißt: »Behandle andere so, wie du behandelt werden möchtest. « Mir gefällt die zweite Formulierung deutlich besser. Denn nicht, weil ich Angst habe, schlecht behandelt zu werden, gehe ich mit anderen gut um. Sondern ich behandle andere gut, weil ich spüre: Was mir guttut, sollen andere auch durch mich erleben. Eine »Goldene Regel« fürs Leben.

Was dich erwartet

  • »Wenn ich an ihrer Stelle wäre …« –eine Geschichte aus dem Schulalltag, die die Bibelstelle ins Leben holt
  • Aktionen zum Nachdenken über die Goldene Regel
  • Bastelarbeit: Eine Herzkarte für jemanden, dem man sagen möchte, wie lieb ich ihn habe
  • Aktion: Die Goldene Regel zum Selbstgestalten mit Handlettering und zum Aufhängen
  • Rätsel und Gebet

Die Goldene Regel

12 Seiten; 2,40 €
(ab 10 Ex. je € 2,20; ab 40 Ex. je € 2,00)

Best.-Nr. 101-07-26

©Adobe Stock Photos/S.Kobold

I. Vorüberlegungen

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe 

Votum

(Während des Votums werden auf den Altar / in die Kreismitte entsprechende Symbole gestellt:)
Wir sind zusammengekommen. 
Wir feiern Gottesdienst.
Gott, Vater und Mutter, ist da 
– und beschützt uns wie ein Haus mit festen Mauern (Haus hinstellen).
Gottes Sohn, Jesus ist da 
– in seinem Haus haben alle Platz. 
Er nimmt uns mit offenen Armen auf (Jesus-Erzählfigur mit ausgebreiteten Armen hinstellen).
Gottes Heiliger Geist ist da 
– und baut mit uns an Gottes Haus 
(Bauklötze hinstellen).
So feiern wir und Gott ist da. Amen.

Psalm

Gebet nach Psalm 84 (KuS 662)

Lieder 

Tut mir auf die schöne Pforte
(EG 166,1+2, KuS 168);
Du hast uns, Herr, gerufen (EG 168, KuS 170);
Der Gottesdienst soll fröhlich sein 
(EG 169, KuS 172);
Gott, dein guter Segen (KuS 176,1+6, KKL 274);
Wir sind eingeladen zum Leben 
(KuS 185, KKL 161);
Willkommen in der Kirche (KuS 197);
Ein feste Burg ist unser Gott (EG 362, KuS 418);
Du bist meine Zuflucht 
(KuS 422, HuT 209, EGplus 105);
Bist du ein Haus aus dicken Steinen 
(KuS 474, KG 154);
Komm, bau ein Haus
(KuS 530, KG 119, HuT 359, MKL1 91)

Segen

(Während des Segens werden passende Gesten gemacht)
Gott segne und behüte uns, 
wenn wir jetzt nach Hause gehen.
Gott beschütze uns wie ein Haus mit festen Mauern (über dem Kopf die Hände zu einem Dach formen).
Gott gebe uns ein Zuhause und nehme uns mit offenen Armen auf (Arme weit ausbreiten).
Gott baue mit uns an seinem Reich (die Fäuste vor dem Körper »aufeinanderstapeln«).
So gehen wir, und Gott geht mit. Amen.

III. Zur Gestaltung der Reihe

Bibeltext gestalten

Zu jedem Sonntag wird mit den Kindern im Gemeindehaus ein Raum bzw. eine Ecke im Gemeindesaal oder der Kirche gestaltet. Im Anschluss an die Erzählung werden gemeinsam Ideen zur Umsetzung und Gestaltung gesammelt. Dazu sollte verschiedenes Material (z. B. Schuhkartons, Steine, Stöcke, Papier, Stifte, Playmobilfiguren) sowie der groß ausgedruckte Bibeltext zur Verfügung gestellt werden.
Alternativ kann auch je einer der Gestaltungsvorschläge zum jeweiligen Sonntag für die Ausstellung genutzt werden. 
Im Anschluss an die vier Sonntage wird das Gemeindehaus bzw. der Gemeindesaal oder die Kirche zu einer Ausstellung mit dem Titel »Bei Gott bin ich zuhause« für die Gemeinde geöffnet. Wenn Zeit ist, können die Kinder einen Ausstellungsführer mit erklärenden Texten für die Besucher*innen gestalten.

Der besondere Tipp …


K. Schmitz/M. Grapke (Hg)
Du bist da

Gebete und liturgische Elemente zum Plan für den Kindergottesdienst

Zu jeder Reihe gibt es Vorüberlegungen, Votum, Wochenlied, Psalmgebet und Segen.

Die einzelnen Sonntage der Reihe enthalten den Wochenspruch sowie ein Eingangs- und Schlussgebet.

€ 16,00; Best.-Nr. 2184

junge-gemeinde.de

Das Mitmachheft im Kindergottesdienst

8-2026

Der rote Faden

»Wo wohnt Gott?« Wer diese Frage stellt, wird viele unterschiedliche Antworten bekommen. Weit vorne in der Hitliste werden vermutlich diese Aussagen stehen: »Im Himmel« oder »In der Kirche« oder »In deinem Herzen«. Und was für ein Segen, wenn wir glauben können, dass es keinen einzigen Ort gibt, an dem Gott nicht ist. Wenn wir darauf vertrauen können, dass er immer und überall an unserer Seite sein will.

Was dich erwartet

  • Eric geht mit seinem Großvater zusammen auf die Suche, wo Gott eigentlich wohnt.
  • Lied: Du bist immer da – mit Noten und Text.
  • Bastelarbeit: Gottes Haus für alle Fälle – ein Buch mit verschiedenen Zimmern, in denen unterschiedliche Situationen zu sehen 
    sind (s. u.)
    • Beispiele, wo Gott überall wohnt.
    • Rätsel und Gebet


»Wo wohnst du, Gott?«
12 Seiten; 2,40 €(ab 10 Ex. je € 2,20;ab 40 Ex. je € 2,00)
Best.-Nr. 101-08-26

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2026
Textblatt-Vorlage zu Psalm 84; Zur Reihe: Bei Gott bin ich zuhause, Sonntag, 9.8.2026
Der erste Teil des Psalms ist aus der sog. Lutherbibel (2017); die Antwort der zweiten Gruppe ist eine freie Übertragung von Sara Widmann und zu jedem Psalmvers in kursiver, fettgedruckter Weise eingerückt dazugestellt.

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2026
Verkehrszeichen; Zur Reihe: Bei Gott bin ich zuhause; Sonntag, 16.08.2026
Alle nachfolgenden Verkehrszeichen sind gemäß StVO; Quelle: Wikimedia Commons

Psalm 23

Adobe Stock Photos / © Marina/620935897

I. Grundgedanken

1. Gott ist wie ein Lieblingsmensch, dem wir in jeder Lebenslage vertrauen können.
2. Bei Gott ist es wie an einem Lieblingsort, an dem wir sicher und geborgen sind.

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe 

Lieder

Der Herr ist mein Hirte (Text, Noten, Bewegungen und Audio kostenlos bei kids-team.at);
Der Herr ist mein Hirte, Halleluja 
(KuS 319, KKL 350, HuT 239)

Psalm
Liturgievorschlag 

1. Begrüßung und ortsübliches Begrüßungslied
2. Psalm 23 beten
3. Aktion zum Psalm: Schafspiel/Parcours bzw. gemeinsame »Mahlzeit«
4. Lied zur Reihe
5. Geschichte und Gespräch
6. Lied passend zum heutigen Text
7. Kreative Aktion
8. Gebet, ortsübliches Abschlusslied und Segen

III. Zur Gestaltung der Reihe

Psalm legen

In der Mitte kann der ganze Psalm mit Tüchern und Gegenständen gelegt werden – je nach Zeit gemeinsam mit den Kindern oder bereits vorbereitet. Der Weg führt an grünen Wiesen und blauem Wasser vorbei, durch ein dunkles Tal hin zu einem Haus (das z. B. aus Duplo-Steinen gebaut wird).
Für Jüngere: In die Landschaft hinein werden für die Erzählung zwei Figuren gestellt: 
1. Ein Schäfchen (für das Schaf »Wollie« in der Wiese). 
2. Eine Figur (z. B. aus Duplo für »Luca« beim Haus).

Der besondere Tipp …

Der Herr ist mein Hirte
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Auf stabilen, DIN A3 großen Bildkarten erzählen die Bilder von Petra Lefin zusammen mit dem beiliegenden, komplett ausgearbeiteten Erzählvorschlag vom Hirtenjungen David: Wie er Gott vertrauen kann, weil der ist wie ein Hirte, dem seine Schafe vertrauen können.

€ 18,00; Best.-Nr. 3287


Das Mitmachheft im Kindergottesdienst

9-2026

Der rote Faden

Wie ein guter Hirte auf seine Schafe aufpasst und für sie sorgt, so sorgt Gott für uns Menschen. Davon ist David überzeugt. Deshalb schreibt er den bekannten Psalm 23. Viele Menschen kennen diese Worte: »Der Herr ist mein Hirte …« Auch Jesus dürfte ihn gekannt haben, weshalb er uns zusagt: »ICH bin der gute Hirte.« 

Was dich erwartet

  • Den Psalm 23 als Geschichte von Simon, dem Hirten, die mit Bildern dargestellt ist
  • Interessante Infos zu Schafen
  • Ein Rezept für Schäfchen-Kekse
  • Ein Hirtenspiel – ein Würfelspiel schon für die Kleinen (s. unten)
  • Passende Rätsel
  • Den Psalm 23 mit vielen Illustrationen als Gebet 


Das ganze Für-Dich!-Heft »Ich pass auf dich auf«, mit 12 Seiten gibt‘s für€ 2,40 (ab 10 Ex. je € 2,20;ab 40 Ex. je € 2,00)


Best.-Nr. 101-09-26

Der besondere Tipp

Wer gerade nur das Hirtenspiel benötigt:
Das gibt es auch als Extra-Spielbogen auf extra starkem 300-g-Papier.€ 1,30
(ab 10 Ex. je € 1,20); 


Best.-Nr. 057

junge-gemeinde.de

Adobe Stock Photos – © NinaLawrenson/peopleimages.com/596671218


I. Grundgedanken

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe 

Lieder

Dank für die Sonne, Dank für den Wind (KKL 180, KG 171);
Du hast uns deine Welt geschenkt (KuS 631, KKL 46, HuT 281);
Lob Gott getrost mit Singen (EG 243, KuS 288);
Gott gab uns Atem (EG 432, KuS 518)

Psalm

Psalm 104 (KG, S. 16)
Gebet nach Psalm 104 (KuS 670)

Segen

Gott segne unsere Augen
(Hände über die Augen wie ein kleines Dach),
damit wir sehen, wie viel Gutes wächst.
Gott segne unsere Hände
(Hände öffnen und nach vorne halten),
damit wir teilen, was wir haben.
Gott segne unsere Herzen
(Hände aufs Herz legen),
damit Dankbarkeit darin Platz hat.
Gott segne uns –
heute und an jedem neuen Tag
(Arme weit ausbreiten und/oder einander an den Händen fassen).
Amen.

III. Zur Gestaltung der Reihe

Lieder im Erntedankgottesdienst

Das Erntedankfest wird in vielen Gemeinden als Familiengottesdienst gefeiert. Alle drei Lieder der Einheit »Lob Gott getrost mit Singen« eigenen sich am Erntedankfest, von den Kindern vorgesungen zu werden. 
»Himmel, Erde, Luft und Meer« kann mit einem Schöpfungstanz verbunden werden. 
»Kein Tierlein ist auf Erden«: Hier können auf Papier gemalte Tiere entsprechend der Liedverse hochgehalten werden. 
»Wir pflügen und wir streuen« (Gemeindelied): Hier können die Kinder Kressesamen oder Kapuzinerkresse in vorbereitete Pflanztöpfchen ausstreuen oder das Lied mit Bewegungen untermalen. 

Erntedankmobile

Möchte man mit einer gemeinsamen Aktion alle drei Sonntage gestalten, bietet sich ein Erntedankmobile an. An einem Bambusstecken werden für jeden der drei Sonntage – links, mittig und rechts – durch Fäden ein Kreuz aus zwei Schaschlik-Spießen parallel angebracht. Daran können jeweils mit Fäden vier Symbole passend zu den jeweiligen Liedern angebracht werden. Diese auszuschneiden und anzumalen wäre dann Teil des jeweiligen Sonntags.

Der besondere Tipp …

Einfach Spitze (Notenausgabe)
150 Knallersongs für Kinder

Die bekanntesten und beliebtesten Kinderhits sowie neue Lieder, die besonders eingängig sind. Für die hohe Quote an echten Hits sorgt die große Umfrage unter Kinder- und Jugendmitarbeitenden aus unterschiedlichen Werken und Gemeinden.
Das Liederbuch mit Spiralbindung enthält Melodien, Texte, Akkorde sowie Grifftabelle für Gitarre.

€ 15,00; Best.-Nr. 3532

junge-gemeinde.de

Erntedank

Psalm 104

Adobe Stock Photos – © Kathrin39/17558512

I. Grundgedanken

»Erntedank? Das ist doch voll Kindergarten!« So hören wir mitunter von den älteren Kindern.
Und mit dieser Aussage haben sie insoweit Recht, dass ja gerade an Erntedank in vielen Kirchengemeinden der Kindergarten mit in den Gottesdienst integriert wird. 
Da machen die Kindergartenkinder Anspiele oder bringen Erntegaben zum Altarraum.
Gleichzeitig ist das landwirtschaftliche Erntegeschehen in unserer Dienstleistungsgesellschaft nur sehr am Rand erlebbar und erfahrbar. Es ist ja schließlich nicht mehr wie vor hundert Jahren, als die Sommerferien in erster Linie dazu dienten, dass die Kinder auf den heimischen Feldern bei der Ernte halfen. Deshalb wirkt bei manchen der Fokus auf die Landwirtschaft als pure alte Tradition um der Tradition willen.
Dabei ist doch Erntedank viel mehr als das. Dieser Entwurf des AK Große im KiGo will versuchen, den Teens die große Bandbreite von Erntedank näher zu bringen. Um zu zeigen, dass Erntedank eben nicht nur Kindergarten und Landwirtschaft ist, sondern viel mehr.
Hierbei wollen wir die Kinder und Teams (und darüber hinaus vielleicht auch die gesamte Gemeinde und die Familien) dazu animieren, ihre Erntedankerfahrungen unter dem Hashtag #WunderDank2026 in den Sozialen Netzwerken zu teilen.

Zum Text / Zum Thema

Zwar besitzen Kinder heute oft schon in sehr jungem Alter ihr erstes Smartphone. Dennoch finde ich, dass wir dies weder voraussetzen noch fördern sollten. Deshalb sollte die technische Grundvoraussetzung für diese Aktion sein, dass die Kirchengemeinde – oder idealerweise die Kirche mit Kindern – mindestens einen Social-Media-Account betreibt, über den die Inhalte von #WunderDank2026 veröffentlicht werden können.
Die Aktion darf aber gerne weiterstrahlen, sodass erwachsene Gemeindemitglieder in ihrem persönlichen Account etwas posten oder die Eltern und andere erwachsene Verwandte.
Die drei Lieder, die wir in der gesamten Einheit »Lobt Gott getrost mit Singen« kennenlernen, sind für manche zwar vielleicht etwas verstaubt, aber sie haben alle drei eines gemeinsam:
das Mindset, mit allen Sinnen offen zu sein für Gottes wundervolles Wirken im Großen wie im Kleinen. Dieses Mindset, diese Grundhaltung gilt es zu entdecken und in unserer heutigen Zeit anzueignen und erlebbar zu machen.

Die Kinder und der Text / das Thema

Was uns Erwachsenen heute oft fehlt – oder nur schwer wachzuhalten ist –, haben Kinder in Fülle: Forscherdrang, die Lust, Neues zu entdecken, und die Freude daran, Dingen auf den Grund zu gehen.
So werden die Kinder sicherlich große Begeisterung dabei empfinden, im Hier und Jetzt – ganz wie einst Joachim Neander auf seinen Spaziergängen – spannende Wunder ihrer Umwelt zu entdecken.
Das Erinnern und Reflektieren bereits erlebter Wunder des laufenden Jahres kann hingegen für manche eher anstrengend oder uninteressant sein, für andere jedoch umso spannender. Zumal die Kinder auch ihr Umfeld – Eltern, Großeltern, Verwandtschaft, Trainerinnen und Trainer usw. – nach deren persönlicher »Wunder-Ernte« befragen können.
Deshalb erscheint mir ein weiter Raum an Möglichkeiten sinnvoll: Je nach Vorlieben können entweder die Natur oder bereits gemachte Erfahrungen und »Ernten« erkundet werden. So findet jedes Kind einen Zugang, der zu ihm passt.

II. Bausteine zur Liturgie

Lieder

Himmel, Erde, Luft und Meer 
(EG 504, KuS 620);
Kein Tierlein ist auf Erden (EG 509);
Wir pflügen und wir streuen 
(EG 508, KuS 622);
Lobe den Herrn, meine Seele 
(KuS 330, Wwdl 68, EGplus 87)

Psalm

Gebet nach Psalm 104 
(KuS 670 = Gott als Schöpfer)
oder Psalm 103 
(KuS 668 = Gottes Handeln in unserem Leben)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Filmen und fotografieren

Naturwunder lassen sich oft schon entdecken, wenn man mit offenen Augen vor das Gemeindehaus tritt. Alles, was sich finden, beobachten oder wahrnehmen lässt, kann fotografiert oder gefilmt und anschließend für Social Media aufbereitet werden.
Jede*r sollte dabei den persönlichen #WunderDank2026 so authentisch und kreativ wie möglich gestalten.
Besonders schön wäre es, wenn sich der Gedanke von #WunderDank2026 aus der Kinderkirche in die gesamte Kirchengemeinde und in die Familien hinein verbreitet. Rund um Erntedank könnten die Beiträge unter dem Hashtag #WunderDank2026 dann die Sozialen Netzwerke füllen und sichtbar machen, wie viele kleine und große Wunder Menschen in ihrem Alltag entdecken.

Materialien und Medien
! Wichtiger Hinweis zum Datenschutz!

Im Vorfeld muss unbedingt mit den Erziehungsberechtigten geklärt werden, ob und in welchem Umfang Aufnahmen der Kinder in Social Media veröffentlicht werden dürfen. Diese Einwilligung sollte präzise formuliert werden.
Beispiele für differenzierte Regelungen:
• Ein Kind darf zwar nicht im Bild erscheinen, aber aus dem Off Fragen stellen.
• Das Bild eines Kindes darf nicht veröffentlicht werden, seine Stimme hingegen schon. 
• Ein Kind darf bei Gruppenaufnahmen mit veröffentlicht werden, allerdings keine Porträt-/Einzelaufnahme.
• Die Aufnahmen dürfen nur für bestimmte Plattformen genutzt werden (diese sollten konkret aufgezählt werden).

Datenübertragung

Da auch kurze Videoclips oft große Datenmengen umfassen, braucht es eine praktische und verlässliche Lösung, diese Dateien an die Mitarbeitenden zu übermitteln, die sie anschließend auf den Social-Media-Kanälen veröffentlichen.
Dies sollte im Vorfeld innerhalb des Teams abgestimmt und organisatorisch klar geregelt sein.

III. Geschichte/Anspiel

Die Geschichte ist als Anspiel geschrieben. Sie kann aber auch als Hörspiel vorgetragen oder erzählt werden. Vor allem die beiden ersten Varianten bräuchten noch weitere Vorbereitung.
Nicola kommt nach Hause. Mama ist gerade dabei, einen Korb mit Nahrungsmitteln für den Erntedankaltar zu packen. Sie ist in guter Stimmung und singt vor sich hin.
Mama: (singt) Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn. Drum dankt ihm, dankt …
Nicola: Hallo Mama! Sechste Stunde ist ausgefallen. Was gibt es zum Essen? Ich geh nachher noch mit Alex auf den Bolzplatz. Okay?
Mama: Nicola! Schön, dass du schon da bist! Die Suppe dürfte in einer Viertelstunde fertig sein. Deckst du schonmal den Tisch? Tiefe Teller. Ich packe gerade noch den Korb für Erntedank übermorgen. (Summt das Lied weiter)
Nicola: (holt Suppenteller und beginnt, Tisch zu decken) Geht das nun klar mit Alex? 
Mama: (schaut Nicola an) Alex? Was ist mit Alex? 
Nicola: Ich möchte nachher mit Alex auf den Bolzplatz.
Mama: Ach so. Ja, in Ordnung. 
Nicola: Prima. Haben wir noch irgendwo Backerbsen für die Suppe?
Mama: Nein, die sind leider alle. Deshalb habe ich noch ein paar Brotwürfelchen in der Pfanne angebraten. Du kannst auch schon die Pfanne auf den Tisch stellen.
Nicola: Noch besser! Lecker! (Stellt Pfanne auf den Tisch)
Mama: Sag mal, Nicola, wollen Alex und du nicht vielleicht übermorgen zusammen mitkommen? Zum Erntedankgottesdienst, mein ich? Das wird sicher schön.
Nicola: (winkt ab) Pffff, das ist doch Kindergartenkram. Wir sind schon sechste Klasse! Da sind wir doch zu alt für so was.
Mama: Zu alt? Wieso zu alt? Ich bin 38 und auch nicht zu alt. Weshalb also solltet ihr zu alt sein?
Nicola: Na, weil Erntedank nun mal Kindergartenkram ist. Da spielen doch die Kindergartenkinder immer was vor und so. Alex und ich mussten das als Kindergartenkinder auch machen.
Mama: Aber deshalb ist doch nicht gleich das ganze Erntedankfest nur für Kindergartenkinder, bloß weil die da mitmachen.
Nicola: Okaaay. Trotzdem: Weshalb soll ich da hin? Und: Weshalb gehst du hin? Wir wohnen hier zwar auf dem Dorf und nicht in der Stadt, und trotzdem haben haben wir mit »Ernte« nichts zu tun. Das machen nur noch ein paar wenige Landwirte. Die können ja zum Erntedankfest kommen! Aber du, und ich und Alex, was haben wir je geerntet? 
Mama: (überrascht) Ähm, du stellst Fragen …
Nicola: Wir hatten es doch kürzlich davon, dass wir bei Gott »echt« sein dürfen. Also so, wie wir sind. Dass wir Gott nichts vormachen müssen, was wir nicht sind. Und jetzt willst du, dass ich mich für eine Ernte bedanke, bei der ich selbst überhaupt nichts gemacht habe. Die mir also so fern ist, wie sie nur sein kann. 
Mama: Hm, es stimmt: Wir haben keinen Garten. Nichts zum Ernten. Aber … stimmt es, dass wir deshalb dieses Jahr nichts geerntet haben? Ich finde, das haben wir schon!
Nicola: Wie meinst du denn das schon wieder?
Mama: Na, überleg doch mal: Weshalb wird Erntedank gefeiert?
Nicola: Weil früher fast alle Menschen in der Landwirtschaft gearbeitet haben. Und jetzt ist das halt Tradition.
Mama: Äh, ja, auch. Aber warum haben die Menschen das damals überhaupt schon gefeiert? 
Nicola: Na, woher soll ich das denn wissen?
Mama: Mein Gedanke ist dieser: Schon immer kennen sich die Leute, die in der Landwirtschaft arbeiten, mit ihrer Arbeit gut aus. Sie wissen, was gut zusammen wächst, welcher Boden für welche Pflanze gut ist, wie man den Boden aufbereitet, wann man erntet und vieles mehr.
Nicola: Ja. Und?
Mama: Da könnten doch die Landwirte auch sagen: »Ich habe eine so gute Ernte, weil ich alles richtig gut gemacht habe. Ich bin nun mal ein toller Landwirt, denn ich weiß Bescheid.« Aber stattdessen danken sie und danken wir Gott für die Ernte.
Nicola: Ja, klar, weil es ja auch vom Wetter abhängt, wie die Sachen wachsen. Und das Wetter können wir nicht machen. Das macht Gott.
Mama: Genau. Wir Menschen können vieles machen: säen, gießen, pflegen, düngen. Aber letztendlich haben wir keine Kontrolle darüber, ob die Sachen gut wachsen oder nicht. Deshalb bedanken wir uns bei Gott.
Nicola: Aber wie ich schon sagte: Wir haben keine Landwirtschaft. Also brauch ich nicht zum Erntedankgottesdienst.
Mama: Also erstens kannst auch du Gott danken, dass wir genug zu essen haben …
Nicola: Das machen wir doch schon mit dem Tischgebet!
Mama: … und zweitens wollte ich auf was anderes hinaus: Saat und Ernte in der Landwirtschaft sind etwas, bei dem wir Menschen zwar etwas tun, das Ergebnis jedoch nicht ganz unter Kontrolle haben. Könnte man das nicht auf uns übertragen? Auf Menschen, die nicht in der Landwirtschaft tätig sind? Haben wir nicht so manches »geerntet«, was wir nicht ganz unter Kontrolle haben? Wo das, was rauskommt, nur durch Gott gut werden kann? Zwischen Menschen, im Beruf, in der Schule, beim Hobby?
Nicola: Ja, stimmt! Zum Beispiel, dass ich in Mathe doch noch auf eine Drei gekommen bin.
Mama: Ja, da hast du viel geübt und wir haben vor den Klassenarbeiten für deine Ruhe und Konzentration gebetet. Aber mir fällt da bei dir noch eine ganz besondere Ernte ein in diesem Jahr.
Nicola: Echt? An was denkst du?
Mama: Wer geht nachher mit dir auf den Bolzplatz? Ich erinnere mich noch gut daran, dass Alex und du im Frühling wochenlang zerstritten wart. Wochenlang habt ihr kaum miteinander geredet und habt nicht miteinander gespielt. Und dabei seid ihr seit dem Kindergarten dicke Freunde. Ich dachte schon, eure Freundschaft wäre nicht mehr zu retten. 
Nicola: Richtig. Für mich war das auch ganz schlimm. Jeden Tag habe ich Alex in der Schule gesehen und trotzdem kein Wort miteinander gewechselt. Ich habe es kaum noch ausgehalten. Da habe ich Gott um Hilfe gebeten. Das gab mir schließlich so viel Mut, mit Alex zu reden. Und seitdem sind wir wieder richtig gute Freunde.
Mama: Und soweit ich das von außen beurteilen kann, hat eure Freundschaft sogar noch gewonnen. Sie ist durch eure Krise, die ihr gemeinsam gemeistert habt, noch stärker geworden. Und das, obwohl du eigentlich nicht mehr damit gerechnet hast. Ist das nicht auch eine »Ernte«? Gott wirkt in unseren Leben so viele kleine und große Wunder. 
Und an Erntedank können wir Gott dafür mal Danke sagen. Auch wenn man keinen Garten hat und kein Landwirt ist. Für die vielen unterschiedlichen »Ernten« in unserem Leben und in diesem Jahr.
Nicola: Hm, ja, du hast recht. Ich werde Alex nachher fragen. Denn für die Ernte, mit ihm befreundet zu sein, möchte ich mit ihm zusammen Gott an Erntedank schon danken. Ich könnte mir denken, es geht ihm genauso. Und dann kommen wir mit.
Mama: Das freut mich. Ich finde, wir könnten uns heute Abend mal mit der ganzen Familie zusammensetzen und uns von unserer jeweils eigenen Ernte in diesem Jahr erzählen. Was hältst du davon, Nicola?
Nicola: Gute Idee, Mama. Aber jetzt will ich essen. Ich habe einen Riesenhunger!

Der besondere Tipp …

In den beiden folgenden Büchern wird das Thema Erntedank jeweils in einem extra Gottesdienst bzw. Thema aufgegriffen: 

Wir feiern unseren Glauben
Generationen-verbindende Gottesdienstentwürfe


Hier Gottesdienstentwurf: Erntedank – Ich wollt noch »Danke« sagen

€ 21,00; Best.-Nr. 2167





Mit allen Sinnen sind wir da
Kleine Rituale, Mitmach-Elemente 
und Gebete


Hier sechs Vorschläge zu: Erntedank

€ 19,80; Best.-Nr. 2155

Mein Schöpfungs-Leporello 
… mit Action und Spaß raus ins Freie


Nicola und Alex hätten ihre Freude an den 15 Ideen dieses Aktionsbogens: Mit Spaß können sie sich damit auf die weitere Suche machen nach Dingen, die sie auch ohne Garten geerntet haben. Darüber hinaus erhalten Kindergeburtstage wie Familienspaziergänge interessante Anregungen. Für jede Jahreszeit und jedes Wetter geeignet. Passt in die Hosentasche.
DIN-A3-Bogen auf A4 gefalzt
€ 1,90 (ab 10 Ex. je € 1,80); 

Best.-Nr. 1788

junge-gemeinde.de

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2026
Schafvorlage; Zur Reihe: MoGo September
Quelle: Adobe Stock Photos (70976165), bearbeitet

Der Schrank

In unserem Gemeindehaus gibt es einen Schrank. Er ist ziemlich groß und ziemlich breit, und ziemlich voll. Da liegt ganz viel Bastelpapier und viele Malstifte, und Scheren und Kleber und ganz viele andere Sachen. Und in einem Fach … da stehen ganz viele verschiedene Kerzen.

Das Teelicht

Eines Tages wurde die Tür des Schranks wieder einmal geöffnet. Die Kerzen blinzelten, weil plötzlich so viel Licht von draußen hereinkam. Ein Mensch suchte etwas im Schrank, nahm ein paar Sachen heraus, legte ein paar Sachen hinein und stellte zum Schluss ein einzelnes, kleines Teelicht in das Kerzenfach. Die Tür ging wieder zu, und das kleine Teelicht war mit den anderen Kerzen allein. 
»Hallo?«, fragte es in die Stille hinein. »Hallo!«, antworteten ein paar andere Kerzen. 
»Wer bist du denn?«, fragte die freundliche Kinderkirchkerze das kleine Teelicht. »Ich, ähm, ja, also ich bin Tee. Tee Licht heiße ich, glaub ich.«

(Foto: Montage aus Adobe Stock Photos – © 58862129 und pixabay – © saadiaamyii/2561788)

Die schöne Graue

»Tee? Tee Licht?«, kicherte die hohe graue Kerze. »Du heißt nicht Tee mit Vornamen und Licht mit Nachnamen, sondern du bist ein ›Teelicht‹, du Dummerchen. Einfach nur ein ganz normales, kleines Teelicht.« 
»Oh«, sagte das Teelicht etwas kleinlaut, »ach so. Und wer bist du?«
»Ich bin die schöne Graue«, sagte die schlanke Kerze erhaben. »Ich bin elegant, etwas für festliche Anlässe. Und ich bin teuer. Ich komme aus einem Kerzenfachgeschäft.« 
»Ich weiß – ehrlich gesagt – gar nicht, wo ich herkomme. Ich war in so einem Beutel mit vielen anderen drin. Da habe ich nicht viel sehen können«, sagte das kleine Teelicht.
»Na klar warst du in einem Beutel. Von euch gibt es so viele, da kann nicht jede etwas Besonderes sein. Ich hingegen war sogar in Seidenpapier eingewickelt, als ich gekauft wurde«, plusterte sich die graue Kerze auf. 
»Na, na, liebe Graue, nun spiel dich doch bitte nicht so auf«, sagte die nette Kinderkirchkerze. »Das neue Teelicht wird ja ganz eingeschüchtert.«
Die graue Kerze drehte sich ein wenig zur Seite und murmelte leise: »Gut, wenn du meinst … Aber ich bitte dich … ein Teelicht …«

Hauptsache, sie leuchtet

Die Kinderkirchkerze, die auch groß war, beugte sich zum Teelicht hinunter und sagte: »Keine Sorge, eigentlich ist es egal, wie groß und stattlich eine Kerze ist. Hauptsache ist, sie leuchtet und gibt Licht.«
Das kleine Teelicht aber sah immer noch bekümmert aus: »Aber es stimmt, was die schöne Graue gesagt hat. Ich bin nicht nur eine unter ganz vielen, ich bin auch noch ziemlich klein, einfach nichts Besonderes.«
Die Kinderkirchkerze sah nachdenklich aus. Dann sagte sie: »Komm, wir wecken die alte, kluge und weise Osterkerze. Mal hören, was die dazu meint.«

Die Osterkerze

Die alte Osterkerze war gar nicht so leicht wachzukriegen. Sie war die größte Kerze im Schrank und war prächtig verziert. Sie sah sehr würdevoll aus. Als sie endlich die Augen öffnete, sagte die Kinderkirchkerze: »Liebe Osterkerze, bitte entschuldige die Störung, aber wir brauchen deine Hilfe. Dieses kleine, aber liebe Teelicht ist der Meinung, dass es nur ein ganz kleines Licht ist, wie ganz viele. Nichts Besonderes und deshalb nicht viel wert.«
»Ja«, piepste das Teelicht leise und traurig, »das stimmt.«
»Oho«, brummelte da die große Osterkerze erstaunt. »Dann lass mich dir erzählen, was ich gelernt habe, als ich noch in der Kirche stand. Ich habe nämlich in meiner Zeit als Osterkerze immer dann besonders gut aufgepasst, wenn etwas über uns Kerzen oder über Licht gesagt wurde.
So hat Jesus sogar von sich einmal gesagt: ›Ich bin das Licht der ganzen Welt. Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens immer bei sich haben.‹ Deshalb zünden die Menschen in der Kirche so gerne Kerzen an. Es erinntert sie daran, dass sie Jesus als das Licht der Welt haben. Wir Kerzen sind das Zeichen für das Licht der Welt.
Wir Osterkerzen sind zwar die größten und vielleicht auch die wichtigsten Kerzen in einer Kirche, aber jede Kerze kann so ein Zeichen für das Licht der Welt sein.«

Die Christbaumkerze

»Ich zum Beispiel!«, rief da plötzlich eine kleine rote Kerze, die dem Gespräch interessiert zugehört hat. »Ich bin eine Christbaumkerze. Ich leuchte nur in den Weihnachtstagen. Doch da bezeuge ich am Christbaum, dass Jesus geboren wurde und mit ihm das Licht in die Welt gekommen ist.« 
»Sehr richtig«, sagte die weise Osterkerze.

Die Kinderkirchkerze

»Und ich«, sagte die Kinderkirchkerze, »ich bringe das Licht aus der Kirche mit in den Kindergottesdienst. Deshalb werde ich immer an der Osterkerze angezündet. Ich bringe den Kindern die Erinnerung, dass sie auch das Licht der Welt bei sich haben.«
Da lächelte das kleine Teelicht zufrieden und sagte: »Und ich bin eben ein kleines, praktisches Licht. Ich leuchte dann in einer Laterne oder in einem Windlicht – und dann freut sich jemand ganz besonders über mich.« 
»Aber keine ist so fein und elegant und kostbar wie ich«, tönte es da von der schönen Grauen. 
»Aber sicher«, stimmte ihr die weise und kluge Osterkerze zu und gähnte schon wieder. »Aber deine Flamme«, fügte sie noch hinzu, »ist auch nicht größer als die von uns anderen hier. Und jetzt würde ich gerne wieder schlafen. Also seid etwas leiser und freut euch, dass ihr alle ein Zeichen für das Licht der Welt seid.« Dann machte sie ihre Augen zu und war schon wieder eingeschlafen.
Da wurde es ruhig im großen Schrank im Gemeindehaus. Denn alle Kerzen machten sich ihre Gedanken darüber, welch ein schönes Zeichen sie für das Licht der Welt sind, das Jesus gebracht hat. 

– ein Krippenspiel

Worum es geht:

»Lottis verlorener Teddy« erzählt die Geschichte von vier Kindern, die anfangs nur an Weihnachtsgeschenke denken und dabei den wahren Sinn von Weihnachten aus dem Blick verlieren. 
Parallel dazu erlebt Lotti, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen, eine schwere Zeit, weil ihre Familie keinen Baum, keine Geschenke und keinen Kirchenbesuch ermöglichen kann. 
Als Lotti ihren geliebten Teddy verliert, finden ihn die vier Kinder und machen sich – durch Engel dazu ermutigt – auf die Suche nach Lotti. 
Bei dieser Suche erfahren sie an einer Krippenszene die Weihnachtsgeschichte und begreifen, worum es wirklich geht: um Liebe, Gemeinschaft und Teilen. 
Schließlich treffen sie Lotti, geben ihr den Teddy zurück und laden sie und ihre Mutter ein, gemeinsam Weihnachten zu feiern. So entdecken alle, dass Weihnachten mehr bedeutet als Geschenke – nämlich füreinander da zu sein und die Geburt Jesu zu feiern.

Hauptrollen
  • 4 Kinder (den Kindern gebt ihr selbst Namen)
  • 5 Engel
  • Lotti
  • Mutter (von Lotti)

Pixabay © 2612667

Nebenrollen
Requisiten

1. Szene:

Der weihnachtliche Einkaufsbummel 

(Die Engel sitzen auf der Treppe der Kanzel.) 
Engel 1: Zu Weihnachten ist mal wieder viel los hier in der Stadt. 
Engel 2: Alle kaufen Geschenke und viel leckeres Essen ein, um die Feiertage ruhig und sorgenfrei zu verbringen. 
Engel 2: Oh, seht mal! Da sind ja auch KIND 1, KIND 2, KIND 3 und KIND 4. Sie machen wohl auch ihre Weihnachtseinkäufe. 
Engel 2: Was sie wohl dieses Mal ihren Eltern als Geschenk kaufen? 
Engel 2: Lasst uns doch mal reinhören, was sie sagen. 
(Die 4 Kinder laufen im Gang entlang und sehen sich interessiert die »Schaufenster« an.)
Kind 1: Ich freue mich so sehr auf unseren Baum. Meine Mutter schmückt ihn immer so schön mit Pfeffernüssen und Lebkuchen, so wie früher bei ihr zu Hause. 
Kind 2: Ach nee! Das ist ja dann ein voll langweiliger Baum. Ich freue mich, wenn ich tatsächlich das neue Smartphone bekomme, das ich mir gewünscht habe. 
Kind 3: (zu Kind 4) Und was wünschst du dir eigentlich? 
Kind 4: Ich wünsche mir eigentlich nichts Besonderes. Vielleicht bekomme ich ja ein Buch oder einen Schlafanzug. Das würde mich freuen. 
Kind 3: Mensch, KIND 4, das ist doch voll öde! Wünsch dir doch was Teures oder etwas ganz, ganz Großes.
Kind 2: Ja genau! Dazu ist Weihnachten doch schließlich da: Um viele Geschenke zu bekommen! 
Kind 1: Also, ich weiß nicht. Meinst du echt? Ich dachte immer, wir feiern wegen Jesus und seiner Geburt. Denkt ihr da denn gar nicht dran? 
Kind 3: Wow! Schaut mal, da im Schaufenster. Das ist das neue Playstation-Spiel. Das habe ich mir auch gewünscht. Schaut doch mal! 
Engel 3: Hm, Kind 1 sieht nicht gerade sehr glücklich aus. Wenn die anderen doch bloß mal zuhören würden.
Engel 4: Aber sie haben nur die Geschenke im Kopf. 
Engel 5: Da müssen wir was tun. Sonst werden die anderen drei Kinder nie wissen, was Kind 1 über Weihnachten denkt. 
Engel 2: Du hast recht. Nur … wie stellen wir das an? 

2. Szene:

Lottis Zimmer

(Alle Engel sitzen neben Lotti, die ihren Teddy umarmt und weint.)
Engel 1: Liebe Lotti, wie gerne würden wir dir sagen und zeigen, dass wir hier sind. 
Engel 2: Aber du kannst uns ja leider nicht sehen. 
Engel 5: Aber wir vertrauen darauf, dass alles gut wird. Hab keine Angst.
Lotti: (spricht mit ihrem Teddy) Ach, Teddy, ich bin so traurig. Nicht mal einen kleinen Baum können wir dieses Jahr kaufen. Und Mama will auch nicht in die Kirche gehen. Sie schämt sich so, weil sie so wenig Geld hat. Schon lange konnte sie uns nichts Neues und Schickes mehr zum Anziehen kaufen. Aber was denkst du, Teddy: Gott macht das doch überhaupt nichts aus, oder? Und dabei hätte ich so gerne das Krippenspiel gesehen und die Weihnachtslieder gesungen. 
(Lottis Mutter setzt sich zu Lotti.)
Mutter: Lotti, warum sitzt du denn so alleine hier? 
Lotti: Ach, es ist nichts. (Flüstert ihrem Teddy zu) Sag ihr bloß nicht, dass ich wegen Weihnachten so traurig bin, sonst wird sie selbst auch wieder traurig. 
Mutter: Aber irgendwas hast du doch. 
Lotti: Naja, wir haben dieses Jahr keinen Baum. Vielleicht bin ich deshalb etwas ein bisschen traurig. Aber nicht doll. 
Mutter: Ach, Lotti, das tut mir leid. Aber wenn ich wieder Arbeit gefunden habe, kaufe ich uns nächstes Jahr einen ganz großen Baum. Und Geschenke, die wir unter den Baum legen. Und ein paar neue Kleider. Und ich koche uns ein super-leckeres Weihnachtsessen. 
Lotti: Ach, Mama, ich bin ja froh, dass ich dich an Heiligabend habe. 
(Lotti und ihre Mutter umarmen sich und gehen ab.) 
Engel 4: Arme Lotti. Was können wir denn tun, damit sie wieder ein wenig glücklicher wird? 

Gemeindelied 

Vom Himmel hoch, da komm ich her (EG 24)

3. Szene:

Ein himmlischer Plan

(Die Engel sitzen auf der Treppe der Kanzel und unterhalten sich.) 
Engel 1: Warum reden die Kinder immer nur von Geschenken, wenn es um Weihnachten geht? 
Engel 2: Das ist nicht bei allen Kindern so. Viele wissen und verstehen auch, warum wir Weihnachten feiern. 
Engel 3: Und da denke ich an Lotti. Was machen wir mit ihr? Sie ist doch so traurig, weil sie zu Hause keinen Baum haben und sie nicht in den Weihnachtsgottesdienst mit dem Krippenspiel gehen. 
Engel 4: Wir sollten ihr helfen! 
Engel 1: Ja, aber wie? 
(Engel denken angestrengt nach)
Engel 5: Ha, ich hab’s! Ich hab eine Idee. Was haltet ihr davon, wenn … 
(Engel 5 teilt den anderen flüsternd seine Idee mit.)

Gemeindelied

Hört der Engel helle Lieder (EG 54)

4. Szene:

Ein Engel greift ein

(Lotti und ihre Mutter gehen recht schnell durch die Kirche/den Gang. Die Mutter zieht Lotti ein wenig hinter sich her, Lotti schaut interessiert die »Schaufenster« an, ein Engel folgt ihnen.)
Mutter: Lotti, jetzt beeil dich schon! Ich komme sonst zu spät zu meinem Vorstellungsgespräch. Und das ist sehr wichtig! 
Lotti: Aber Teddy und ich finden die bunten Schaufenster so schön, die es hier überall gibt.
Mutter: Ja, da habt ihr beide ja recht, du und Teddy. Sie sind wirklich sehr schön. Aber jetzt müssen wir uns beeilen. Also komm!
(Die 4 Kinder treten auf, der Engel beobachtet sie.)
Kind 1: Dein Vater arbeitet heute aber lange, KIND 2. 
Kind 2: Ja, morgen ist ja Heiligabend. Da nimmt er sich den ganzen Tag frei. Deswegen möchte er heute noch alles in der Firma erledigen, damit er in Ruhe die Feiertage genießen kann.
Kind 3: Und zu meiner Mutter kommen heute die ganzen Bewerber fürs nächste Jahr. Das dauert auch. 
Kind 4: Sieh mal, da vorne kommt eine Frau angerannt. Sie will bestimmt auch zum Bewerbungsgespräch bei deiner Mutter, KIND 3. Und das Mädchen, das dabei ist, sieht aus wie ihre Tochter.
Kind 3: Ja, das denke ich auch. 
(Lotti und ihre Mutter gehen rasch an den Kindern vorbei, ohne sie zu bemerken, und gehen von der Bühne ab. 
Kinder wenden sich wieder ab und unterhalten sich über alles Mögliche.
Engel 1 hält, kurz bevor die beiden von der Bühne verschwinden, Lottis Teddy fest, so dass er ihr unbemerkt aus dem Arm rutscht, der Engel lässt den Teddy fallen.)
(Kinder schlendern nun in die Richtung, wo der Teddy liegt, der Engel folgt ihnen und hält sich in der Nähe von KIND 1 auf.) 
Kind 2: Seht mal, da hat jemand seinen Teddy verloren. Wem der wohl gehört? 
Kind 4: (lacht) Na, deinem Vater sicher nicht. 
Kind 1: (hebt Teddy auf und schaut ihn genau an) Hey, auf dem Etikett steht was drauf (liest laut:) Lotti F. 
Kind 3: Kennt ihr eine Lotti F.? 
Kind 2: Nö, ich nicht. 
Kind 4: Ich kenn die auch nicht. 
Kind 3: Na ja, ist ja auch nicht so schlimm. Dann muss sie sich halt einen neuen Teddy kaufen. 
Kind 1: Hm, ich glaube nicht, dass das so einfach ist. Als ich klein war, bin ich nie ohne meinen Teddy aus dem Haus gegangen. Er war mein Ein und Alles. 
Kind 2: Ja, ich hatte auch mal einen Teddy. Aber dann war ich zu alt für ihn. Teddys sind nur was für Babys.
Kind 4: Also lassen wir ihn einfach liegen? 
Engel 1: (flüstert Kind 1 – für alle deutlich hörbar – ins Ohr) Du hast es gesagt: Dein Teddy war dein Ein und Alles. Du hattest ihn sehr gern. Und ich weiß auch, dass er auch heute noch bei dir im Bett liegt. Womöglich ist dieser Teddy hier für Lotti F. genauso wichtig. Also: Gebt euch einen Ruck. Findet Lotti F. Das schafft ihr! 
Kind 1: (überrascht) Habt ihr das gehört? Jedenfalls ist mir jetzt klar: Wir müssen Lotti finden! 
(Kinder gehen eilig ab; Engel geht zu den anderen Engeln)

5. Szene:

Wo ist der Teddy?

(Lotti und Mutter sitzen da, Lotti weint)
Mutter: Ach, Lotti, nun weine doch nicht mehr. Ich kaufe dir einen neuen Teddy – als Weihnachtsgeschenk. 
Lotti: Nein! Ich will meinen Teddy. Er ist mein bester Freund. Ohne ihn will ich überhaupt kein Weihnachten feiern! Nie mehr! 
Mutter: Lotti, es tut mir so leid! Komm, dann gehen wir wieder los und suchen weiter nach ihm. 
(Lotti springt auf.) 
Lotti: Ja, komm, Mami, schnell. Bevor es dunkel wird. Mein Teddy hat doch solche Angst, wenn er im Dunkeln allein ist. 
(Lotti und Mutter gehen ab)

6. Szene:

Die Kinder suchen Lotti 

(Kinder treten wieder auf; Engel schauen zu, was sie machen) 
Kind 2: Mensch, jetzt haben wir jedes Kind in der Stadt gefragt, aber keinem gehört der Teddy. 
Kind 1: So finden wir Lotti F. nie. Wenn wir doch nur einen Stern hätten, der uns führt. Wie damals die Könige. 
Kind 4: Welche Könige denn? 
Kind 1: Na, die drei Könige aus dem Morgenland. Die haben Jesus gesucht. Die hatten einen hellen Stern entdeckt. Dem sind sie gefolgt. Und der hat ihnen den Weg zum Jesuskind gezeigt. 
Kind 3: Echt? Aber warum haben die denn den Jesus überhaupt gesucht? 
Kind 1: Na, weil sie ihn willkommen heißen wollten in unserer Welt. Er war der neue König der Welt, der Sohn Gottes. Aber heute ist weit und breit kein Stern zu sehen. Aber vielleicht kommen ein paar Engel zu uns. 
Kind 2: Warum das denn? 
Kind 1: Na, weil den Hirten auf dem Feld Engel erschienen sind. Die haben den Hirten gesagt, wo sie den neugeborenen Jesus finden. Das wäre doch cool, wenn ein Engel uns verraten würde, wo wir die kleine Lotti finden, die wir suchen. 
Kind 2: Sie ist bestimmt ganz traurig. (kurze Pause) Und den Hirten sind echt Engel erschienen? Mensch, das ist ja cool. Ich wusste gar nicht, dass die Weihnachtsgeschichte so spannend ist. 
Kind 4: Und was passiert dann, als sie Jesus gefunden haben? 
Kind 1: Na, am besten wird sein, wir gehen alle mal zur Krippe, die auf dem Weihnachtsmarkt aufgebaut ist. Dort erzähle ich euch die Geschichte. Heute finden wir Lotti wahrscheinlich nicht mehr. 
(Kinder gehen ab) 

Gemeindelied

Ihr Kinderlein, kommet (EG 43)

7. Szene:

Bei der Krippe

(Kinder treten wieder auf und setzen sich so hin, dass sie die Krippenszene sehen können: Hirten, Balthasar, Melchior, Caspar, Maria, Josef und die Engel nehmen wie Krippenfiguren ihre Plätze ein.) 
Maria: Oh, Josef, sieh nur, wie viele Menschen hier sind, um Jesus zu begrüßen. 
Josef: Ja, Maria, ich sehe es und kann auch nicht glauben, welches Glück Gott uns beschert hat in dieser Nacht. 
Hirte 1: Ein Engel ist uns erschienen auf den Feldern und sagte uns, dass wir hier den Sohn Gottes finden. 
Hirte 2: Ist er das? Das Kind in der Krippe? Darf ich mal schauen? 
Hirte 3: Er sieht so friedlich aus. Und so klein. Kaum zu glauben, dass er einmal König sein wird. 
Baltasar: Das wird er aber! Ein großer König für das Volk Davids. Ein König, wie ihn die Menschen noch nie hatten. Ich, Balthasar, will ihn begrüßen und habe ihm Weihrauch mitgebracht. 
Melchior: Ich bin Melchior und habe dem Sohn Gottes Gold mitgebracht. Hier ist es! 
Caspar: Und ich bin Caspar und bringe Myrrhe. 
Maria: Ich danke euch für die Gaben. 
Baltasar: Nicht doch, wir müssen danken, denn heute wurde uns der Sohn Gottes geboren. 
Melchior: Ja, wahrhaftig! 
Alle Hirten: Ja, der Sohn Gottes. Welch eine Freude! 
Engel 5: Hier in Bethlehem ist der Retter erschienen. 
Engel 4: Von der Jungfrau Maria geboren liegt er dort. 
Engel 3: Er liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe. Und weil alle Herbergen in Bethlehem überfüllt waren, kam er in einem Stall zur Welt. 
Alle Engel: Fürchtet euch nicht. Denn nun ist er da: Jesus, der Sohn Gottes. Der Heiland, der für euch geboren ist. 

Gemeindelied

Stille Nacht (EG 46)
(Krippenfiguren – außer Maria und Josef – ziehen sich während des Liedes zurück.)

8. Szene:

Gesucht und gefunden

(Kinder stehen auf)
Kind 2: Wow, so war das also! 
Kind 1: Ja, den Königen und Hirten waren die bunten Weihnachtspäckchen egal. Ihnen war viel wichtiger, dass Jesus geboren wurde und sie ihn sehen durften. 
Kind 4: Und uns ging es vorhin immer nur um die Geschenke. 
Kind 3: Ist doch nicht so schlimm. Nun wissen wir es besser. Nun wissen wir, warum wir Weihnachten feiern. 
(Lotti und ihre Mutter suchen noch immer nach dem Teddy, sie gehen an Maria und Josef vorbei, die Engel stehen auf; Kinder nehmen Lotti und die Mutter bewusst wahr
Kind 4: Hey, denkt ihr das Gleiche, was ich gerade denke? 
Kind 2: Du meinst, die beiden von heute Morgen, die wohl auch zum Bewerbungsgespräch wollten? 
Kind 1: Ja, sieh doch nur das Mädchen. Es sieht verweint aus und sucht etwas. 
Kind 3: Du hast recht. Warte: Wir rufen alle ihren Namen, ehe sie uns nicht mehr hören. 
Alle Kinder: Lotti! Lotti! 
Engel 1: Lotti und ihre Mama hören die Kinder nicht. Was machen wir denn jetzt? 
Engel 2: Es scheint, als müssten wir da noch einmal helfen. Kommt mit … 
(Engel gehen zu den beiden, die suchend auf den Boden schauen.)
Engel 3: Lotti! Dreh dich mal um und hör genau hin. 
(Lotti hebt erstaunt den Kopf und sieht die rufenden und winkenden Kinder.)
Alle Kinder: (winken und rufen) Lotti! 
Lotti: Mama, die Kinder da vorne rufen meinen Namen. Aber ich kenne sie gar nicht. 
Mutter: Merkwürdig. 
(Die beiden gehen zu den Kindern.) 
Kind 1: Bist du Lotti F.? 
Lotti: Ja, woher weißt du das? 
Kind 2: Ich glaube, wir haben deinen Teddy gefunden. 
(Kind 2 hält Lotti den Teddy hin, Lotti nimmt ihn.)
Lotti: Oh, Teddy, da bist du ja wieder! Ich hab ihn schon überall gesucht! Ich danke euch. 
Mutter: Siehst du, nun können wir doch Weihnachten feiern. Wenn auch ohne Baum und Geschenke. Hauptsache wir haben uns und Teddy. 
Kind 3: Was, ihr habt keinen Baum? 
Kind 4: Und ihr habt keine Geschenke? 
Lotti: Nein, leider nicht. Und Mama will auch nicht in die Kirche gehen. 
(Mutter schaut beschämt zu Boden, Kinder sehen sich an und tuscheln.) 
Kind 2: Lotti, möchtest du vielleicht mit meiner Familie feiern? Deine Mutter und Teddy kommen natürlich auch mit. Meine Eltern erlauben es bestimmt. Und vor dem Essen gehen wir in die Kirche. 
Kind 4: Und du kannst ein paar von meinen Geschenken bekommen. 
Kind 3: Und von meinen. Wir haben heute nämlich gesehen, dass Geschenke gar nicht so wichtig sind, wenn man einander hat. 
Lotti: Was, echt? Mami, bitte! 
Mutter: Ihr seid aber tolle Kinder. Das ist echt nett von euch. Aber fragt lieber zuerst eure Eltern. 
Kind 2: Kommen Sie doch einfach gleich mit mir mit, dann wissen Sie auch gleich die Antwort. 
Kind 4: Ja, und ich frage meine Eltern, ob ich Lotti ein paar von meinen Geschenken abgeben kann. 
(Kinder ziehen Lotti und ihre Mutter von der Bühne) 

Alle Kinder: Kommt schon!

9. Szene:

Lotti ist glücklich

Engel 1: Das hat ja besser geklappt, als gedacht.
Engel 2: Ja, seht euch an, wie glücklich Lotti ist. 
Engel 3: Und die anderen Kinder haben gelernt, wie schön es sein kann, mit jemandem zu teilen. 
Engel 4: Ja, das ist wunderbar. 
Engel 5: (zur Gemeinde) Und nun geht auch ihr nach Hause und feiert Weihnachten. Vergesst nicht: Gottes Sohn ist für euch geboren. Ein Geschenk, das Gott auch mit euch teilen möchte. 

Gemeindelied

Stern über Bethlehem 
(KuS 68, KKL 86, MKL1 131)

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