Mitmensch sein

Uli Gutekunst, »Gut, dass einer hilft – Der barmherzige Samariter«; Bastelbogen, Verlag Junge Gemeinde, Leinfelden-Echterdingen

I. Vorüberlegungen

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe

Lieder

Gib uns Ohren, die hören 
(KuS 496, KKL 251, Wwdl 42, KG 195, LJ 534);
Gemeinsam sind wir stark (von Stephen Janetzko, Kinderlieder rund um die Bibel 1, 9);
Gut, dass wir einander haben (KuS 294);
Wo ein Mensch Vertrauen gibt (KuS 444, LJ 651);
Aufstehen, aufeinander zugehn 
(KuS 151, KKL 376, Wwdl 220);
Ins Wasser fällt ein Stein 
(EG WUE 637, KuS 440, KKL 316, KG 151, LJ 569);
Liebe ist nicht nur ein Wort 
(EG WUE 650, KuS 442, LJ 586);
Wir haben Gottes Spuren festgestellt 
(EG WUE 656, KuS 546, LJ 642)

Gebete 

Einige Bibelverse dieser Reihe können zu einem gemeinsamen Abschlussgebet umformuliert werden:

1.
Gott, ich will dich lieben von ganzem Herzen, mit meinen Gedanken und Gefühlen, 
so gut ich kann. 
Und ich will mit den Menschen um mich so umgehen, 
wie ich mir das für mich auch wünsche. 
Hilf du mir dabei. Amen.
(Nach Lukas 10,27)

2.
Gott, wir sind alle deine Kinder 
durch den Glauben an deinen Sohn Jesus.
Wir sind auf seinen Namen getauft 
und gehören zu ihm. 
Es ist jetzt nicht mehr wichtig, 
was uns unterscheidet und trennt. 
Wir sind alle deine Kinder 
und gehören gemeinsam zu deiner Familie. Danke, dass deine Versprechen 
uns allen gelten! Amen.
(Nach Galater 3,26–29)

III. Zur Gestaltung der Reihe

Der besondere Tipp

Gut, dass einer hilft

Ein Bastelbogen zum Barmherzigen Samariter

Der Weg zwischen Jericho und Jerusalem ist im wahrsten Sinne des Wortes die (dreidimensionale) Bühne für dieses spannende Geschehen. Insgesamt 7 Figuren
(-gruppen) laden die Kinder ein, auf drei Ebenen nach- und weiterzuerzählen und der Antwort auf die Frage näherzukommen: »Wer ist mein Nächster?«
Die Figuren können einfach eingehängt, verschoben oder wieder entfernt werden.

2 x DIN A3 (300-g-Papier)
€ 2,30 (ab 10 Ex. je € 2,10); Best.-Nr. 1584

junge-gemeinde.de

Lukas 10,25–37

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Bitte beachten: Die »Opferrolle« des Verletzten kann in Kindern starke Emotionen auslösen. Vielleicht, weil sie sich selbst schon in einer hilflosen, ähnlichen Situation wiedergefunden und keine Hilfe erfahren haben oder weil dadurch schmerzhafte Erinnerungen geweckt werden. Hier sind Sensibilität und Aufmerksamkeit im Team gefragt. Eventuell kann auch ein Gesprächsangebot unter vier Augen am Ende des Gottesdienstes gemacht werden.

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Liebe ist nicht nur ein Wort 
(EG WUE 650, KuS 442, LJ 586);
Gib uns Ohren, die hören 
(KuS 496, KKL 251, Wwdl 42, KG 195, LJ 534)

Abschluss-Segen

Vor dem Segen wird jedem Kind ein Pflaster ausgeteilt. Das kann anschließend als Erinnerung in die Tasche gesteckt werden.
Alternativ können die Kinder selbst die einzelnen Körperteile beim Segen berühren. 
Segne uns, guter Gott, damit wir diese Woche gute Mit-Menschen sein können. 
Schenke uns offene Augen, damit wir sehen, was die Menschen um uns herum brauchen.
Schenke uns offene Ohren, wenn jemand uns um Unterstützung bittet.
Schenke uns einen Mund, der nicht sagt, dass es wichtig ist, für andere da zu sein, sondern sie tröstet und ermutigt.
Schenke uns starke Hände, damit wir uns für andere einsetzen.
Schenke uns schnelle Füße, mit denen wir anderen zur Hilfe eilen können.
Danke, dass dein Segen und deine Kraft mit uns gehen. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Bei einer größeren Gruppe und mehreren Mitarbeiter*innen können sich verschiedene Teams unterschiedliche Beispielgeschichten ausdenken und den anderen im Rollenspiel vorstellen.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Alltags-Geschichte 1: 

Ali und der Kaftan

Ali ist fünf und geht in den Maria-Stern-Kindergarten. Noch nicht lange, erst seit drei Monaten. Davor hat er in einem anderen Land gewohnt. »In Somalia«, sagt Mama. Ali kann sich daran nicht mehr erinnern, denn zwischen dort und hier waren sie sehr lange unterwegs. Manchmal wird Ali ausgelacht. Vor allem von Linda und Günes. Sie lachen, weil er die deutschen Worte nicht kennt oder sie falsch ausspricht. Das machen sie aber nur, wenn es niemand mitkriegt. Denn wenn Frau König das hört, wird sie sauer. 
Heute hat Ali seinen blauen Kaftan mit den grünen Kreisen angezogen. Den hat er noch aus Somalia. Dort tragen viele Kinder sowas. Aber hier im Kindergarten hat noch nie jemand sowas angehabt. Hans und Oskar finden ›so ein Kleid für Jungs‹ komisch. Deshalb rufen sie Ali in der Garderobe freche Beleidigungen hinterher. Ali versteht die deutschen Worte nicht. Dennoch weiß er, dass es nichts Nettes ist. Die anderen tun so, als ob sie nichts hören. Pia und Marlene lachen sich sogar halb kaputt. 
Semen schaut sich das eine Weile an. Er kommt selbst aus einem anderen Land. Inzwischen spricht er schon gut Deutsch. Irgendwann sagt er so laut, dass alle es hören: »Ihr seid ganz schön gemein. Und außerdem habt ihr keine Ahnung. So ein Kleid ist in Somalia bestimmt etwas ganz Besonderes. Das nur an Festtagen getragen wird. Vielleicht hat jemand aus Alis Familie heute Geburtstag. Vielleicht hat er sich deswegen so schick gemacht.« Dann nimmt er Ali am Arm, und sie gehen gemeinsam zur Rutsche.

Alltags-Geschichte 2: 

Merle in der Kletterhalle

Merle ist mit ihren Freunden Benni und Noah in der Kletterhalle. Sie hat sich so sehr darauf gefreut. Und es macht ihr großen Spaß. 
Bis sie ganz blöd an der Kletterwand abrutscht und sich das Knie total aufschürft. Es blutet und ihr Schienbein tut auch doll weh. Jetzt sitzt Merle unten auf der Matte und versucht, die Tränen zu unterdrücken. Es klappt nicht ganz. 
Linda und Noah haben das Ganze von oben gesehen und noch gerufen: »Mensch, Merle, pass auf!« – da lag sie auch schon unten. Noah sieht kurz zu Merle hinunter und klettert dann weiter. Heute will er unbedingt als erster nach oben. Benni soll nicht schon wieder schneller sein. 
Auch Carl hat Merle gesehen. Die beiden kennen sich nicht. Carl ist total schüchtern. Deshalb spricht er fremde Kinder nicht gerne an. 
Außerdem ist Carl zu einem Kindergeburtstag hier in der Kletterhalle. Gleich gibt es Kuchen, und die Geschenke werden ausgepackt. Das will er auf keinen Fall verpassen. 
Doch Merle tut ihm leid. Wie sie da so ganz alleine sitzt und weint. Carl überlegt kurz. »Ach, egal«, denkt er und rennt zu Merle. Er kniet sich neben Merle hin. Das Knie blutet immer noch. »Komm, wir suchen jemand, der helfen kann«, sagt Carl. Dann holt er ein Taschentuch aus seiner Hosentasche und wischt damit das Blut von der Matte. Er hilft Merle hoch und stützt sie. Gemeinsam humpeln sie zum Geburtstagstisch. 
Frau Schröder verteilt gerade den Kuchen auf die Teller. Sie schaut erst erschrocken – aber dann holt sie Pflaster, Salbe und eine Mullbinde. Damit macht sie Merle einen Verband. Carl rückt auf der Bank etwas zur Seite und schiebt Merle die Hälfte von seinem Stück Geburtstagskuchen hin. »Das hilft auch gegen den Schmerz«, grinst er. Und Frau Schröder gibt Merle ihr Handy. »Wenn du magst, kannst du deiner Mama Bescheid sagen. Und du kannst sie auch gerne fragen, ob du noch ein bisschen hier mit uns feiern darfst.« 
Jetzt kann Merle schon wieder lächeln. Und Carl meint: »Das wäre schön, wenn das geht. Jetzt, wo wir uns gerade kennengelernt haben. Klettern geht ja jetzt eh nicht mehr.«
Szene für Bastelarbeit »Mitmensch sein« (s. »Kreative Umsetzung der Geschichte«)

Erzählung für Ältere

Eine wichtige Frage

Ein wirklich schlauer Mann kam eines Tages zu Jesus und fragte: »Sag mal, Jesus, was möchte eigentlich Gott von mir?« Jesus antwortete: »Er wünscht sich einfach, dass du ihn liebst. Und dass du zu deinen Mitmenschen genauso gut bist, wie du es für dich selbst wünscht.« 
Der Gelehrte dachte kurz nach und sagte dann: »Jesus, ich verstehe das nicht so ganz … wer ist denn eigentlich mein Mitmensch?« 
Jesus setzte sich. Und dann erzählte er eine Geschichte, die ging so – oder so ähnlich:

Paul braucht eine Rast

Paul war für eine Geschäftsreise schon seit Stunden mit dem Auto unterwegs. Inzwischen war es Abend geworden und er war schon zweimal am Steuer fast eingenickt. Deshalb fuhr er beim nächsten Rastplatz von der Autobahn ab und setzte sich auf eine Bank. Er wollte sein letztes belegtes Brötchen essen und einen Kaffee dazu trinken. 

Paul wird überfallen

Da sprangen aus dem Gebüsch hinter ihm plötzlich zwei Männer. Sie sagten nichts, aber ihre Absicht war klar: Sie stiegen in Pauls Auto und starteten den Motor. Da sprang Paul vor das Auto und schrie: »Nein!« Doch die beiden Männer kümmerte das nicht und gaben Gas. Paul konnte nicht mehr schnell genug zur Seite springen. Das Auto erwischte ihn an der Schulter. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihn, und dann sah er nur noch die roten Bremslichter verschwinden.
Paul lag auf dem Asphalt, er konnte sich kaum rühren. In seiner Schulter pochte der Schmerz. 

Paul hofft auf Hilfe

Aus den Augenwinkeln sah er, wie ein Auto auf den Parkplatz einbog. »Zum Glück kommt Hilfe«, dachte Paul. Der Wagen wurde langsamer. Doch als die Scheinwerfer Paul erfassten, wurde der Wagen wieder schneller … und fuhr davon. Paul konnte es nicht glauben. »Wollte der Fahrer ihn einfach so liegen lassen?« In Paul stieg leichte Panik auf. 
Da bog ein anderes Auto in den Parkplatz ein. »Gott sei Dank!«, dachte Paul und hob die Hand, so gut es ging. Er hoffte, der Mensch hinter dem Steuer würde ihn sehen und ihm helfen.

Paul wird überrascht

Das Auto war alt und ziemlich durchgerostet. Quietschend kam es zum Stehen. Ein Mann sprang aus dem Wagen und rannte auf Paul zu. »Hilfe, Hilfe!«, schrie der verzweifelt. Doch als er sah, wer da auf ihn zurannte, sackte er in sich zusammen. »Mohamed …«, murmelte er vor sich hin, »ausgerechnet Mohamed.«
Mohamed wohnte in der gleichen Straße wie Paul. Mohamed kam aus Syrien und hatte vier Kinder. Letzte Woche mähte Paul den Rasen, da war Mohamed zu ihm an den Gartenzaun gekommen und fragte: »Könntest du mir nicht in deiner Firma eine Arbeit geben?« Erst tat Paul, als hätte er ihn nicht gehört. Dann erfand er ein paar Ausreden. Doch als Mohamed nicht aufhörte zu fragen, sagte er barsch: »Ich stelle keine Ausländer bei mir ein. Die jammern, dass ihnen die Arbeit zu stressig ist und verstehen eh kein Deutsch.« Damit hatte er Mohamed stehen lassen und war ärgerlich ins Haus gegangen.

Paul wird geholfen

Jetzt kniete Mohamed neben Paul. In Mohameds Blick konnte Paul keinen Ärger sehen. Nur Mitgefühl und Sorge. »Was ist denn passiert?«, fragte Mohamed. Paul stotterte etwas zusammen von Autodiebstahl und angefahren, aber Mohamed konnte leider nicht genug Deutsch, um es zu verstehen. Aber er sprang schnell auf und holte aus seinem Auto den Erste-Hilfe-Kasten. »Unglaublich, dass so eine Rostbeule überhaupt einen hat«, ging Paul durch den Kopf.
Der Rest ist schnell erzählt. Mohamed stabilisierte Pauls Schulter und fuhr ihn in rasendem Tempo zum nächsten Krankhaus. Dort besorgte er ihm während der Wartezeit Kaffee und holte die Dose mit den selbstgemachten Baklavateilchen seiner Frau aus dem Rucksack. Dann holte er für Paul aus der Apotheke die verschriebenen Schmerzmittel und wartete danach noch einmal zwei Stunden auf der Polizeiwache, wo Paul Anzeige erstattete.

Paul ist zweifach geschockt

Als sie im Morgengrauen endlich in ihre Straße einbogen, war Paul noch immer geschockt: vom Überfall auf dem Parkplatz und was da passiert ist. Aber auch von Mohameds Freundlichkeit, der in der vergangenen Nacht nicht eine Sekunde an sich selbst gedacht, sondern immer nur Paul im Blick hatte.

Die Antwort auf die wichtige Frage

Als Jesus seine Geschichte fertig erzählt hatte, blickte er in die Runde. »Und«, fragte er, »kennst du die Antwort auf die Frage, wer dein Mitmensch ist?«. Der Gelehrte nickte. Er hatte verstanden. 
»Dann lass es uns genau so machen«, sagte Jesus und ging seines Weges. 

Der besondere Tipp

Der barmherzige Samariter

Bildkarten-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater

11 Bildkarten auf stabilem DIN-A3-Karton (300 g) erzählen die eindrückliche Geschichte. Plus zusätzlicher Karte mit komplettem Erzählvorschlag für jedes Bild.

€ 18,00; Best.-Nr. 3286


junge-gemeinde.de

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2024
Szene zum sich selbst Hineinmalen; zur Reihe Mitmensch sein

Lukas 10,27

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

In dieser Einheit wollen wir tun, was Jesus getan hat: Geschichten der Mitmenschlichkeit aus unserem aktuellen Kontext erzählen, unser eigenes Verhalten reflektieren und uns zu konkreten Taten der Nächstenliebe inspirieren lassen.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Ins Wasser fällt ein Stein
(KuS 440, KKL 316, KG 151, LJ 569);
Aufstehen, aufeinander zugehn 
(KuS 151, KKL 376, Wwdl 220; eignet sich beim Refrain als Bewegungslied: aufstehen, einem anderen Kind die Hand schütteln/auf die Schulter klopfen/es umarmen und sich dann auf einen anderen Platz setzen.)

Segen:

Guter Gott, wir danken dir, 
dass wir nicht allein auf dieser Welt sind.
Dass wir Menschen haben, 
die uns lieben und sich um uns kümmern.
Und dass wir Menschen sein können, die 
andere lieben und sich umeinander kümmern.
Hilf uns, gute Mit-Menschen zu sein 
in dieser Woche.
Segne uns mit Kraft, 
wenn wir uns schwach fühlen. 
Segne uns mit Mut, wenn wir schüchtern sind.
Segne uns mit Freude, 
wenn uns etwas schwerfällt.
Danke, dass du und dein Segen mit uns gehen.
Amen.

(Vor dem Segen können die Kinder die Menschen erwähnen, die sie auf Zettel geschrieben haben [siehe unten »Abschluss und Weiterführung«], z. B.: »Bitte hilf mir, ein guter Freund für Mustafa zu sein«, »Bitte erinnere mich daran, Frau Bühler die Post hochzubringen.«)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Spiele zu Beginn

Erste-Hilfe-Quiz: (im Internet z. B. bei »geolino quiz erste hilfe«)
»Ich packe meinen Erste-Hilfe-Koffer«: (nach dem Prinzip »Ich packe meinen Koffer«)
Mumienspiel: Die Kinder werden in zwei Teams aufgeteilt. Jedes Team muss eine*n Verletzte*n verbinden. Welches Team am schnellsten seinen*r Patienten*in mit allen Mullbinden verbunden hat, hat gewonnen. Funktioniert auch mit einer Klopapierrolle.
Zu Beginn wird die Geschichte vom barmherzigen Samariter kurz wiederholt.

Erinnerung der Geschichte vom Samariter 

Die Jüngeren erzählen sie selbst mit Hilfe von Playmobil/Lego nach.
Die Älteren führen ein Interview, indem sie oder Mitarbeiter*innen die Rollen der Geschichte vom barmherzigen Samariter übernehmen (s. »Erzählung«, ab Seite 303).

Alltagsheld*innen heute

Kinder machen einen Erzählkreis: Sie erzählen, wer ihnen in einer Notlage geholfen hat bzw. wie sie anderen geholfen haben.
Alltagsheld*innen-Geschichten erzählen.
Ältere Kinder können auch selbst recherchieren und im Kreis vorstellen.

Bücher und Filme

Für Jüngere: Aus der Bilderbuch-Reihe »Little people – big dreams« z. B. Mutter Teresa, Rosa Parks, Marie Curie
Für Ältere: »Goodnight stories for Rebell girls« von Elena Favilli; »Young Rebels – 25 Jugendliche, die die Welt verändern« von Benjamin und Christine Knödler; »Stories for boys who dare to be different« von Ben Brooks; »Held*innen – 50 junge Menschen bewegen die Welt« von Tom Adams; »Fearless« von Anja Schäfer.
»Unerschrockene Heldinnen« (Kurzfilme), z. B. Leymah Gbowee, ARD Mediathek;
Inspirierende Geschichten zum Thema Mitmenschlichkeit auf helden-des-alltags.de.

Gespräch 

»Was kann man tun, wenn nicht der Körper, sondern die Seele schmerzt?« Dazu gibt es verschiedene Bildkarten, anhand derer besprochen wird, was der Seele guttut.

Abschluss und Weiterführung 

Am Ende kann gemeinsam nachgedacht werden, für wen man diese Woche ein Mit-Mensch sein möchte. Die Kinder schreiben dazu auf Zettel den Namen einer Person, um die sie sich in dieser Woche besonders kümmern wollen (z. B. eine ältere Hausmitbewohnerin; ein Kind mit Fluchthintergrund, das Hilfe bei den Schulaufgaben braucht; ein*e Klassenkamerad*in, der*die im Moment an Krücken geht und Unterstützung bei der Bewältigung des Schulalltags braucht; s. dazu auch oben die Anmerkung zum »Segen«).

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Da der biblische Text heute nur aus einem Vers besteht, verwenden wir als Erzählung zeitgenössische Gleichnis-Geschichten zum Thema Mitmenschlichkeit. Ein Portrait der jeweiligen Person kann dazu ausgedruckt werden.

Mutter Teresa 

Teresa wurde in Albanien geboren. Irgendwann wurde sie katholische Ordensschwester und reiste nach Indien. Eines Tages fuhr sie dort im Zug. Da spürte sie, dass Gott etwas mit ihr vorhatte. Gott wollte von ihr, dass sie sich um die Armen in Kalkutta kümmert. Kalkutta war eine große Stadt. Dort gab es sehr viele arme Menschen. Teresa kümmerte sich um die Ärmsten. Zuerst allein. Dann bat sie auch andere Frauen, ihr zu helfen. Immer mehr Frauen halfen den Armen. Schließlich versorgten 4000 Frauen gemeinsam mit Teresa Kinder, die keine Eltern mehr hatten, und blinde und kranke Menschen, die auf der Straße lebten. Für die Kinder gründete Teresa eine Schule. Und immer mehr Menschen halfen mit oder spendeten Geld.
Teresa sagte später einmal: »Man kann Großes tun. Am Anfang hat man noch nicht die Antworten auf alle Fragen. Man muss einfach anfangen.« 
Irgendwann wurde Mutter Teresa so berühmt, dass man ihr den wichtigen Friedens-Nobelpreis verlieh. Damit wurde sie für die vielen guten Taten geehrt. Bei der Preisverleihung sollte es ein großes Fest mit leckerem Essen geben. Aber Mutter Teresa wollte das nicht. Warum wohl? Teresa wollte das Geld lieber mit nach Indien nehmen, anstatt es für ein Essen für reiche Menschen auszugeben. Lieber organisierte sie in Kalkutta ein Fest für die Armen. Mehr als 2000 Menschen wurden satt. Menschen, die sonst nichts zu essen hatten.

Rosa Parks

Rosa war eine Frau aus Amerika. Sie war schwarz. Früher war Schwarzen Menschen in Amerika vieles nicht erlaubt, was weiße Menschen durften. Rosa bekam oft zu hören, dass sie weniger wert sei als weiße Kinder. Rosa fand das sehr ungerecht. 
Das Leben für Schwarze Menschen war voller Regeln. Zum Beispiel durften sie in einem Bus nur ganz hinten sitzen. Wenn jemand Weißes einstieg und kein Sitzplatz mehr frei war, mussten Schwarze aufstehen und den Weißen Platz machen. 
Eines Tages fuhr Rosa nach der Arbeit nach Hause. Sie war sehr müde. Zum Glück gab es noch einen Sitzplatz. Da stieg ein weißer Mann ein. Der Busfahrer sagte zu Rosa: »Steh auf, damit der weiße Mann sich setzen kann.« Doch Rosa dachte: »Nein! Es reicht!« und blieb einfach sitzen. Dafür wurde sie verhaftet. Die Polizei steckte sie für eine Nacht ins Gefängnis.
Da wurde Rosa klar: »Das ist so ungerecht. Ich muss dagegen kämpfen!« Sie hatte eine Idee, und viele andere Schwarze Menschen schlossen sich ihr an: Sie wollten erst wieder Bus fahren, wenn die Regeln sich ändern. Wenn Schwarze nicht mehr für Weiße aufstehen müssen. 
So fuhren die Busse nur halb voll durch die Straßen. Ein Jahr später entschied das Oberste Gericht: Weiße und Schwarze müssen in Bussen gleich behandelt werden. Rosa war begeistert. Ein Anfang war gemacht. Denn es gab noch viele andere ungerechte Dinge, die geändert werden mussten. Und dafür kämpfte sie weiter. 

Ruth Bader Ginsberg

Ruth hatte schon als kleines Mädchen einen Traum. Einen großen Traum. Sie wollte Rechtsanwältin werden. Doch damals konnten nur Männer Anwälte werden. Deshalb wurde Ruth ausgelacht.
Doch Ruth dachte: »Ihr werdet schon sehen! Auch Frauen können gute Anwältinnen sein. Und das werde ich euch beweisen. Dann bin ich eben die erste Frau, die Anwältin wird. Aber nach mir werden viele andere Frauen Anwältinnen werden.«
So fing Ruth einfach an und studierte an der Universität Jura. Das muss man zuerst machen, bevor man Anwältin sein kann. Und obwohl Ruth von vielen Männern zuerst nicht ernst genommen wurde, hat sie es geschafft, Anwältin zu werden. Und sie war sogar sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass sie zur Richterin am Obersten Gerichtshof der USA berufen wurde. 
Ihr Leben lang kämpfte sie leidenschaftlich und erfolgreich für die Rechte von Frauen und Schwachen.
Weitere Beispiele: Oskar Schindler, Malala Yousafzai (s. hierzu auch »Hunger nach Gerechtigkeit –Malala Yousafzai«, ab Seite 328), Martin Luther King, Aung San Suu Kyi, Desmond Tutu, Manal Al-Sharif.

Der besondere Tipp

Jesus freut sich über mich
Geschichten vom Angenommen-Sein

Aus dem DIN-A3-Bogen entsteht ein 14-seitiges Büchlein im Postkartenformat. Es enthält sechs biblische Geschichten, die kurz erzählt und jeweils mit einer Zeichnung ergänzt werden. Diese können von den Kindern teilweise auch ausgemalt werden. Am Ende steht ein Büchlein das auf unterschiedliche Weise zeigt: »Jesus freut sich über mich!«

€ 1,60 (ab 10 Ex. je € 1,50); Best.-Nr. 1744

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Talkshow

Vier Stühle sind aufgestellt. Darauf nehmen der*die Moderator*in und die drei Gäste Platz. Die Gäste antworten möglichst frei auf die Fragen des Moderators/der Moderatorin.

Moderator*in: Die Geschichte vom Barmherzigen Samariter ist ja mittlerweile ein Bestseller. Heute haben wir die Hauptpersonen daraus zu einer Talk-
runde hier, um ihre Sicht der Dinge zu hören. Ich begrüße als erstes in der Runde Herrn Schulze, der überfallen wurde.
(Applaus der zuhörenden Kinder)
Dann Herrn Pfarrer Müller
(Applaus)
und Sergei Matowlov. Er war der Ersthelfer.
(Applaus)
Herr Schulze, sicherlich ist es nicht einfach, an den Überfall zurückzudenken. Wie fühlen Sie sich denn heute, wenn Sie es dennoch tun. 
(Herr Schulze erzählt, wie sehr er geschockt war und zählt auf, was die Bande alles gestohlen hat und welche Verletzungen er hatte.)
Moderator*in: Ich bekomme richtig Gänsehaut, während Sie erzählen. Das war alles bestimmt ein großer Schock. Pfarrer Müller, kurz nach dem Überfall kamen Sie auf Ihrem Weg zur Arbeit an Herrn Schulze vorbei. Warum sind Sie denn einfach vorbeigegangen? 
(Pfarrer Müller berichtet, dass er spät dran war, er es aber pünktlich zum Gottesdienst schaffen musste. Auch wollte er nicht mit verdreckten Hosen und blutigen Händen vor die Gemeinde treten. Außerdem sei er ja auch kein Arzt und wisse nicht, wie man einen Schwerverletzten versorgt. Und er benennt seine Angst, dass die Kriminellen auch ihm noch hätten auflauern und zusammenschlagen können.)
Moderator*in: Ja, das kann ich alles nachvollziehen, was Sie da sagen – auch wenn Sie dabei kaum an den verletzten Menschen gedacht haben, sondern nur an sich selbst. Zum Glück ist die Geschichte dennoch gut ausgegangen. Denn Herr Matowlov hat Erste Hilfe geleistet. Herr Matowlov, warum haben Sie anders reagiert als Pfarrer Müller?
(Sergei Matowlov erzählt, er habe kurz überlegt, ob er überhaupt der Richtige sei. Herr Schulze wünsche sich wahrscheinlich eher einen Sanitäter anstatt einen polnischen Bauarbeiter, der nur gebrochenes Deutsch spricht. Aber dann habe er daran gedacht, wie er sich selbst fühlen würde, wenn er in einer solch schlimmen Situation wäre und dringend Hilfe bräuchte. Ja, er sei zwar auch in Eile gewesen, aber dieser verletzte Mann war eindeutig wichtiger, als rechtzeitig zu einer Familienfeier zu Hause zu sein. Deswegen hätte er Herrn Schulze ins nächste Krankenhaus gebracht und so lange gewartet, bis er wusste, dass Herr Schulze gut versorgt ist.) 
(Applaus)
Moderator*in: Vielen Dank, Herr Matowlov. Und toll, dass Sie so entschieden haben und Herr Schulze jetzt wieder gesund und munter unter uns ist. 
Danke auch an die Gäste heute im Studio, die mit mir interessiert gelauscht haben, welch unterschiedliche Gedanken die Hauptpersonen umgetrieben haben. Das war sehr interessant. Vielen Dank. 
(Applaus)

Weitere Alltags-Situationen können in ähnlicher Weise besprochen oder durchgespielt werden: 

Jeden Tag gibt es Möglichkeiten, sich wie ein*e Barmherzigkeits-Held*in zu verhalten!

Der besondere Tipp

Bastian Basse
Wir feiern unseren Glauben

Generationen-verbindende Gottesdienstentwürfe

Mit …

◾ Schritt-für-Schritt-Anleitung einer einheitlichen Familien-Liturgie;
◾ kreativen Ideen für den Teil der Verkündigung; 
◾ zahlreichen Liedern samt Noten und weiteren Liedvorschlägen; 
◾ interaktiven Ideen für Kinder und Ältere; 
◾ Impulsen und Anspielen.

€ 21,00; Best.-Nr. 2167

Gottfried Mohr (Hg.)
Bei dir bin ich zu Hause

Texte für die Liturgie im Gottesdienst mit Kindern

Neue, überarbeite Auflage; mit Stichwortverzeichnis, 128 Seiten.

€ 5,00; Best.-Nr. 2067

junge-gemeinde.de

Galater 3,26–28

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder haben in dieser Hinsicht Erwachsenen etwas voraus: Inklusion fällt ihnen viel leichter. Kinder mit Behinderungen werden problemlos integriert, Kinder verschiedener Sprachen und Kulturen spielen zusammen und finden Wege der Verständigung. In dieser Einheit wollen wir diese Fähigkeit bewusst machen, stärken und trainieren: Denn als christliche Gemeinschaft gehören wir trotz aller Vielfalt zu einer Familie. Entscheidend ist, was Gott, der zugleich Vater und Mutter ist, über seine »Familie« sagt. 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lied

Gemeinsam sind wir stark (Stephen Janetzko, Kinderlieder rund um die Bibel 1, 9)

»Freundschaftsmahl« 

– am Ende zusammen feiern und essen wie Jesus mit seinen Jünger*innen. Mit einem kleinen Snackbuffet, das die Kinder mitgebracht haben; oder das Team besorgt Snacks aus verschiedenen Ländern (die auch die Vielfalt der Gruppe/Gesellschaft repräsentieren). Beim Essen und Teilen erinnern wir uns an die Gemeinschaft, die wir mit Jesus haben (durch Anfangsgebet oder Lieder, die wir zwischendurch singen). 

Kreative Umsetzung der Geschichte
Vielfalt/Gemeinsamkeiten wahrnehmen

1. Runde: Kinder zeigen auf, was sie von anderen unterschiedet und einzigartig macht (z. B. »Ich bin Maja und ich bin anders als Kim. Ich unterscheide mich von Kim, weil ich blonde Haare habe und eine Brille trage«; »Ich bin Kim und ich bin anders als Natasha. Ich unterscheide mich von Natasha, weil ich keine Geschwister habe und in Deutschland geboren bin« …).

2. Runde: Kinder nehmen Gemeinsamkeiten wahr (z. B. »Ich bin Maja und mit Kim habe ich gemeinsam, dass unsere Mamas Sarah heißen und wir gerne Fahrrad fahren«; »Ich bin Kim und mit Emil habe ich gemeinsam, dass wir heute Turnschuhe in derselben Farbe tragen und gerne Rote-Bete-Salat essen.« 

Spiele

Gemeinsamkeits-Gruppen finden: Die Kinder gehen im Raum umher. Ein*e Mitarbeiter*in sagt (z. B.): »Ich war schon mal im Krankenhaus.« Alle Kinder, die diesen Satz bejahen können, finden sich zusammen. Dann gehen sie wieder umher und ein nächster Satz wird in die Runde gerufen (z. B. Brille tragen, in einem anderen Land geboren, mehr als zwei Geschwister, im Juli Geburtstag haben). So entstehen immer neue Gemeinsamkeits-Gruppen. 
Später werden Sätze aus dem Kontext des heutigen Bibeltextes genommen: »Ich glaube an Jesus«; »Ich bin getauft«; »Ich gehöre zur Familie Gottes«; »Gottes Versprechen aus der Bibel gelten für mich«. Während sich zuvor eher kleine Gruppen gefunden haben, wird jetzt klar, dass eine überwältigende Mehrheit zusammenfindet. Glaube und Taufe einen uns in der christlichen Gemeinschaft und stehen über den gesellschaftlichen, kulturellen oder körperlichen Unterschieden. (Tipp: Damit rechnen, dass auch ungetaufte Kinder dabei sind.)
Puzzle mit Vers 28: Der Bibelvers wird in kleine Teile geschnitten und von den Kindern wieder zusammengesetzt.

Gespräch

Es wird über die verschiedenen Personengruppen im Text gesprochen und überlegt, wie sich das auf die heutige Gemeinde übertragen lässt: 

Entscheidend ist nicht, was die Menschen für Unterschiede festlegen, sondern was Gott sagt: »Durch euren Glauben und eure Taufe gehört ihr zu mir. Alle gemeinsam.«

Pantomimespiel

Verschiedene Teams (aus Kindern und/oder dem Team) stellen pantomimisch Szenen dar. Darin werden Situationen aus dem Alltag der Kinder dargestellt, in denen die Einzigartigkeit der einzelnen Gruppenmitglieder der übergeordneten Bestimmung des Ganzen zugute kommt (z. B. Chor, Sportteams, Familie, Tanzgruppe, Theater- AG).

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Der kurze biblische Text des heutigen Sonntags zeigt ein christliches Prinzip auf, das mit Geschichten aus dem Alltag der Kinder verdeutlicht werden soll.

Clara ist aufgeregt

Clara ist heute Nacht vor Aufregung ein paarmal aufgewacht. Veronica kommt zum ersten Mal mit zum Kindergottesdienst. Veronica ist Claras neue Freundin aus dem Kindergarten. Nach dem Kindergottesdienst darf Veronica sogar noch mit zu Clara nach Hause. Es gibt Pommes und Würstchen zum Mittag. Und Mama hat versprochen, dass die beiden Freundinnen den ganzen Nachmittag mit Claras neuem Playmobilhaus spielen dürfen. Das wird so cool! 
Kurz vor 10 Uhr holen sie Veronica ab. Auch Veronica ist aufgeregt. Sie kennt ja die Kinder im Gottesdienst noch gar nicht. Und sie war auch noch nie bei Clara zu Hause. Jetzt hat sich Veronica extra ihre schöne, pinke Latzhose mit den Blumen angezogen. Bevor sie gehen, steckt sie noch zwei Playmobilfiguren in den Rucksack. 

Das erste Mal im Kindergottesdienst

Die Kirche ist gleich um die Ecke. Viele andere Kinder sind schon da. Auch Bernd und Claudia. Die beiden sind aus dem Team. Sie begrüßen die Kinder und machen letzte Vorbereitungen. Sie freuen sich besonders, dass Veronica mitgekommen ist. Veronica ist ein bisschen schüchtern, weil Claudia und Bernd viele Fragen stellen … und Veronica noch kaum Deutsch kann. Aber dann unterhalten sich die drei mit Händen und Füßen, und Bernd zieht lustige Grimassen. Veronica ist erleichtert. Das wird bestimmt schön hier. 

Die biblische Geschichte

Auf dem Geschichtenteppich erzählen Bernd und Claudia eine Geschichte aus der Bibel. Veronica versteht nicht viel. Aber es gibt auch Bilder und Erzählkarten. Deshalb erkennt Veronica die Geschichte sehr schnell: der barmherzige Samariter. Darüber hatten sie im letzten Jahr in der Ukraine auch im Kindergottesdienst geredet. Veronica fühlt sich ein bisschen wie zu Hause. Sie nickt eifrig, während Claudia weitererzählt.

Eine schlimme Erfahrung

Danach machen sie ein Spiel. Veronica ist in Claras Team, zum Glück! Veronica versteht noch, worum es geht – da fangen sie auch schon an zu spielen. Als Veronica an der Reihe ist, kann sie den Ball nicht schnell genug fangen und an Luca weitergeben. »Hey, mach doch!«, schreit Luca aufgebracht und rollt die Augen. Veronica zuckt zusammen. Leider verliert ihr Team am Ende. Aber das ist ja nicht schlimm. 
Doch dann geschieht etwas Schlimmes: Luca kommt mit Maik und Leon zu Clara und zischt: »Was hast du denn für ’ne komische Freundin? Die kapiert doch gar nichts. Mit solch einer Loser-Tante im Team kann man ja nicht gewinnen!« Und Maik macht die Jungs den Vorschlag: »Nächstes Mal machen wir Jungs gegen Mädchen. Dann gewinnen wir auf jeden Fall!« 

Und wie geht’s jetzt weiter?

Clara ist wie vor den Kopf gestoßen. Am liebsten würde sie heulen. »Hätte sie vielleicht Veronica gar nicht mitbringen sollen? Bestimmt fühlt sich Veronica jetzt nicht mehr wohl. Und vielleicht will sie jetzt gar nicht mehr ihre Freundin sein.« 
Veronica hat gar nicht verstanden, was die Jungs gesagt haben. Aber sie weiß, dass es nichts Nettes war. Ängstlich schaut sie ihre Freundin an. Und Clara nimmt Veronicas Hand. Clara fragt sich: »Was soll ich denn jetzt tun? Soll sie mit Claudia reden? Oder den Jungs mal richtig die Meinung sagen? Ist jetzt der ganze schöne Tag verdorben?«
Die Kinder überlegen, wie die Geschichte enden könnte. Die Mitarbeiter*innen versuchen, im Weiterentwickeln der Geschichte, die Thematik des Bibeltextes zu vertiefen.

Erzählung für Ältere

Der Taufgottesdienst

»In zwei Wochen ist Taufgottesdienst!«, eröffnet Franzi den Kindergottesdienst. »Pfarrer Klaiber hat gefragt, ob wir Lust haben, ein kleines Theaterstück aufzuführen? Was meint ihr?« Erwartungsvoll schaut Franzi in die Runde. Leticia, Paula, Luisa und Hannes sind sofort Feuer und Flamme. Und Malon wirft bereits die ersten Ideen in die Runde. Er wollte sowas schon immer mal machen. Außerdem ist es seine Cousine, die getauft wird. Und seine ganze Familie wird da sein. Also will er dafür sorgen, dass etwas Cooles aufgeführt wird. Bei sowas will er sich nicht blamieren. Vielleicht kann er sogar eine der Hauptrollen spielen.
»Hey, freut mich, dass ihr dabei seid! Das wird super. Am besten, ihr überlegt einfach mal, was gut zu einem Taufgottesdienst passen würde«, freut sich Franzi. Also gehen die Kinder der Gethsemane-Kirche zur Sofaecke hinüber. May hat sich schon Papier und Stift unter den Arm geklemmt, um die Vorschläge mitzuschreiben. Sie ist gut darin, alles zu organisieren.

Die Ideen

An Ideen mangelt es in der Gruppe tatsächlich nicht. Viele der Kinder werfen ihre Gedanken in die Runde. Mays Block füllt sich schnell mit Vorschlägen. Franzi lacht: »Wow! Ihr seid ja super kreativ! Toll, dass so viele Ideen zusammengekommen sind. Allerdings können wir nicht den ganzen Gottesdienst über Theater spielen. Ihr habt für eure Aufführung zehn Minuten Zeit. Ich glaube, ihr müsstet euch auf eine Szene einigen und dann besprechen, wie ihr sie umsetzt. Ich hole noch Saft und Kekse, dann könnt ihr die Szene besser aussuchen.«

Die Suche beginnt 

Kai und Malon sind total überzeugt von ihrer Idee. Sie wollen die Taufe von Jesus spielen. Und Kai will unbedingt Jesus sein. Er hat auch einen weißen Anzug zu Hause. »Voll kitschig«, findet Marlene. Auch die anderen schütteln den Kopf. »Ey, auf sowas hab ich keinen Bock«, mault Leticia. Sie würde lieber eine kleine Musicalszene einstudieren. Luisa könnte ihre Geige mitbringen und Paula und sie selbst würden die Choreographie entwerfen. 
Malon stöhnt und rollt mit den Augen. »Und jetzt wollt ihr, dass wir da alle mit euch abdancen? Das kannst du sowas von vergessen!« Kai und Ferdinand nicken zustimmend. »Keine Chance, Mädels. Wir sind raus.« – »Denkst du vielleicht, dass eure Idee besser ist? Wie willst du denn das überhaupt machen – das mit der Taube, die aus dem Himmel kommt und sich auf den Kopf von Jesus setzt?«, fragt May aufgebracht und fragt bissig: »Hast du etwa auch noch ’ne weiße Taube zu Hause?«

Das Ganze droht zu scheitern

»Ey, mit denen wird das nie was«, dreht sich Kai resigniert zu Malon. Der nickt zustimmend und steht auf. 
»Ihr könnt echt nie was ausdiskutieren«, regt sich Luisa da auf. »Immer haut ihr ab, wenn’s brenzlig wird und macht euer eignes Ding. Als wärt ihr was Besseres. Da hab ich echt schon gar keine Lust mehr!«
An der Tür des Gruppenraums klappern Gläser. Franzi kommt mit einem Tablett zurück mit Getränken und Keksen. Sie gießt jedem Kind ein und reicht den Teller mit Keksen herum. Alle kauen schweigend. »Und?«, fragt Franzi und blickt erwartungsvoll in die Runde …
Die Kinder überlegen, wie die Geschichte enden könnte. Die Mitarbeiter*innen versuchen, im Weiterentwickeln der Geschichte, die Thematik des Bibeltextes zu vertiefen.

Die Kinder stehen im Kreis und schauen sich gegenseitig an. In ihren Gesichtern blitzt immer wieder ein blaues Licht auf. Es kommt von einem alten Blaulicht mit Drehspiegel, das sie abwechselnd anstrahlt. Dazu bekommen die Kinder den »Blaulicht-Segen«: 

So wie das Blaulicht nach allen Seiten leuchtet, 
ist Gott rundum bei dir 
und umgibt dich von allen Seiten. 
Gottes Segen blitze immer wieder 
in deinem Leben auf,
seine Liebe leuchte dir überall
und mache dir den Weg frei, 
um selbst ein Segen zu sein für andere.

Dann drehen sich die Kinder wie ein Blaulicht um sich selbst und singen »Amen, Amen« (in der Tonfolge eines Martinshorns). 
So endet der kurze Gottesdienst mit dem alten Feuerwehrauto. Es ist als »Kirche-mit-Kindern-Mobil« in der Pfalz im Einsatz, bringt alles Nötige mit und lädt alle zu einem kreativen Gottesdienst mit Spielstationen ein.

Der besondere Tipp

Jesus-Geschichten mit Kindern erleben

Zu kurzen Geschichten aus dem Ersten Testament und kreativen Ideen dazu gibt das Buch auf 96 Seiten Anregungen. 

€ 9,95; 

Best.-Nr. 2128

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Mit dem »Kirche-mit-Kindern-Mobil« im Einsatz

∙ Tontechnik
∙ Godly Play-Material
∙ biblische Erzählfiguren
∙ Spiele
∙ Kreativmaterial
∙ Tische und Bänke
∙ Getränke und vieles mehr. 

Die Idee des »Kirche-mit-Kindern-Mobil« haben wir in der Pfalz verwirklicht. Seit September 2023 ist es hier im Einsatz, und wir machen damit gerade die ersten Erfahrungen.

Warum ein Feuerwehrauto?

1. Es ist praktisch

Wir haben oft kistenweise Material aus unserem Keller auf einen Anhänger verladen, um an unterschiedlichen Orten Kindergottesdienst feiern zu können (zum Beispiel auf dem Spielplatz, im Park oder auf Wiesen hinter oder vor der Kirche): Tontechnik, Erzählmaterial, Picknickdecken, Sitzkissen, Matten, Kreativmaterial, Erzählzelt, Hüpfbälle, Kübelspritze, Faltpavillon, Schwungtuch, Kapla-Steine etc. 
Da das Material jedes Mal aus dem Keller gehievt und danach wieder dort eingelagert wurde – nur, um am nächsten Wochenende wieder aus dem Keller geholt zu werden … entstand die Idee eines »Einsatzfahrzeugs«, das alles an Bord hat. Und da ein Feuerwehrauto darauf ausgelegt ist, verschiedenes Material schnell einsatzbereit zu haben, war es also perfekt für unsere Bedürfnisse.

2. Es ist ein Symbol

Ein Feuerwehrauto weckt in der Regel positive Assoziationen: Es ist im Einsatz, um zu löschen, zu retten, zu bergen, zu schützen. 
Feuerwehrleute sind Profis im Helfen und Anpacken. Sie löschen nicht nur, wenn’s brennt, sondern helfen in allen möglichen Notlagen. Die Feuerwehr hat keine Öffnungszeiten, sie rückt dann aus, wenn sie gebraucht wird – egal wann oder für wen (auch beim Martinszug, wenn die Kinder mit Laternen und Liedern hinter dem Feuerwehrauto hergehen, das die Straße für sie sichert). 
Darum ist ein Feuerwehrauto ein Symbol für Nächstenliebe, Einsatzbereitschaft und Knowhow. Diese Werte wollen wir auch mit dem »Kirche-mit-Kindern-Mobil« mit Leben füllen: 

Weil es sich auf den Weg macht, für Kinder und Familien im Einsatz ist und vorbehaltlos offen ist für alle, kann es positive Begegnungen mit Kirche ermöglichen. 

3. Es macht neugierig

Wo das Feuerwehrauto auftaucht, zieht es die Blicke auf sich. Es fällt auch relativ schnell auf, dass es mit dem Symbol und der Aufschrift »Kirche mit Kindern« eine besondere Bestimmung hat. Das wird die meisten Menschen überraschen.

Der besondere Tipp

Groß werden mit dir, lieber Gott!

Auch unsere ganz Kleinen (ab zwei Jahren) freuen sich über die mutmachenden Geschichten von Jesus. Das Buch enthält Lieder, Geschichten, Rituale und Gebete.

NUR € 5,00

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die CD dazu € 5,00Best.-Nr. 2076

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Wenn Menschen an Kindergottesdienst denken, haben sie konkrete Vorstellungen und Erwartungen – oft auch negative, weil Gottesdienste auf sie möglicherweise veraltet, verstaubt, fremd oder familienunfreundlich wirken. 
Schon das Erscheinungsbild des »Kirche-mit-Kindern-Mobils« macht klar, dass es eine neue Form von Kirche verkörpert. Wo das Mobil auftaucht, sind Menschen gespannt darauf. 
Durch die Vielfalt, die das Mobil mit den verschiedenen Materialien mitbringt, können Gottesdienstformen gestaltet werden, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Menschen vor Ort zugeschnitten sind.
Es ist und macht flexibel und unheimlich vielfältig. So werden Gottesdienste an besonderen Orten möglich: auf dem Spielplatz, dem Fußballplatz, dem Pausenhof, in den Weinbergen, im Freibad, auf dem Campingplatz, im Stadtpark oder einfach auf der Wiese im Dorf.

Praktisches und Technisches

Mit den Materialien und der Erzählbühne aus dem Mobil wurde im Gottesdienst die Geschichte des barmherzigen Samariters erzählt und anschließend drei Godly-Play-Geschichten im Zelt. 
Kinder und Erwachsene waren gleichermaßen neugierig, begeistert und fasziniert und haben gerne Zeit mit dem »Kirche-mit-Kindern-Mobil« verbracht. Und der nächste Einsatz steht schon bevor …

Der besondere Tipp

Dieter Witt
Ein Segen für alle Fälle

Ein Praxisbuch für nahezu alle Arten von Gottesdiensten: vom Taufgottesdienst über den Konfirmationsgottesdienst bis hin zur Trauerfeier.

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I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Psalmgebet

Nach Psalm 37 (KuS 655)

Eingangsgebet

Guter Gott,
so oft setzen sich Stärkere einfach durch.
So oft nimmt niemand auf die Schwachen Rücksicht.
So oft schauen viele nur auf ihren eigenen Vorteil.
Guter Gott,
du willst das nicht so haben.
Du willst, dass das nicht so bleibt.
Du willst, dass Menschen sich um andere kümmern.
Lass uns heute von Menschen hören, die so handeln, wie du es willst. Amen.

Fürbittengebet

Herr Jesus,
wir danken dir, dass es Menschen wie Martin gab und gibt.
Wir danken dir, dass es Menschen gibt, denen es nicht auf Macht und Ansehen ankommt.
Wir danken dir, dass es Menschen gibt, denen es nicht gleichgültig ist, wie es anderen geht.
Wir danken dir, dass es Menschen gibt, denen gerade die Kleinen und Unbedeutenden wichtig sind.
Herr Jesus,
gib, dass immer mehr Menschen auf dich hören.
Gib, dass immer mehr Menschen sich von dir begeistern lassen.
Gib, dass immer mehr Menschen sich bemühen, so zu leben, wie du es willst.
Gib, dass immer mehr Menschen sich um die Hungernden und Armen kümmern.
Gib, dass immer mehr Menschen sich um die Kranken und Alten kümmern.
Gib, dass immer mehr Menschen deine ganze Schöpfung so lieben, wie du es tust.
Gib, dass auch wir auf dich hören, 
dass auch wir uns von dir begeistern lassen, 
damit wir so leben, wie du es willst 
– denn du liebst uns alle. 
Darüber freuen wir uns. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gänse-Geschnatter

Beim Erzählen der Geschichte können die Kinder animiert werden, das laute Geschnatter der Gänse nachzuahmen, wenn Martin im Stall ist. Einerseits durch lautes »Gack, Gack, Gack«, anderseits durch aufgeregte Flügelbewegungen der angewinkelten Arme. Es empfiehlt sich, vorher das Zeichen zu besprechen, auf das hin alle wieder aufhören.

Hirtenstab 

Kinder basteln einen Hirtenstab als Zeichen für das Bischofsamt von Martin. 

Geschichte malen

Wie vergangenen Sonntag (s. Seite 423), jetzt mit dem Text Matthäus 20,26b auf dem Schmuckblatt: »Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.«

Martinsgänse/Martinsbrötchen backen

Darauf hinweisen, dass der Brauch der Martinsgans, die am Martinstag (11.11.) gegessen wird, auf die heutige Geschichte zurückgeführt wird. 
Aus (vorbereitetem, ausgerolltem) Teig für Kekse stechen die Kinder mit entsprechenden Formen Gänse aus, die gebacken werden. 
Aus (vorbereitetem) Hefeteig werden deutlich zweigeteilte Martinsbrötchen gebacken. Jeweils zwei Kinder teilen sich bewusst ein Brötchen. Das erinnert an den Mantel, den Martin mit dem Bettler geteilt hat.
(Rezepte für beide Ideen gibt es im Internet.)

Der besondere Tipp

 Martins-Laterne 

Zu dieser Reihe passt der Bastelbogen Martins-Laterne ausgezeichnet.
Mit vier Motiven aus dem Leben dess Heiligen Martin, Bischof von Tours.

DIN A2-Bogen, auf A3 gefalzt (250-g-Papier), mit Laternenbügel

Bestell-Nr. 1586

3,00 € (ab 10 Ex je 2,80 €)

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Vom Soldaten zum Priester

Martins langer Militärdienst war endlich zu Ende. Jetzt brauchte er keinen Soldaten mehr Befehle zu erteilen. Er lebte gerne für sich allein. Endlich hatte er Zeit, ausgiebig in der Bibel zu lesen.
Aber Martin war doch ein sehr bekannter Mann. So wurde er oft um Rat gefragt. Wo er konnte, half er anderen. Schließlich wurde er Priester. Als Priester predigte er die gute Nachricht von Gottes Liebe. Er taufte viele Kinder. Und machte Menschen Mut. Da kamen bald noch mehr Leute zu ihm und erhofften sich Rat und Hilfe von ihm.
Eines Tages war Martin auf dem Weg nach Tours. Kurz zuvor war der Bischof von Tours gestorben. Martin war neugierig, wer der neue Bischof werden sollte. Ob er ihn vielleicht kannte?

Martin soll Bischof von Tours werden

Es war um die Mittagszeit, als Martin die Stadt Tours erreichte. Kurz hinter dem Stadttor sah er eine Gruppe von Priestern und Mönchen mit anderen Bürgern heftig diskutieren. Laut und deutlich verstand er mehrmals das Wort »Bischof«. Vorsichtig näherte sich Martin der Gruppe und blieb ein wenig abseits hinter einem Heuwagen stehen. Doch was er da hörte, ließ ihn erstarren: »Ich sage euch klipp und klar, dass nur einer der neue Bischof werden kann, nämlich Martin! Er hat seinen Mantel mit einem Bettler geteilt. Und er hatte einen Traum, in dem genau dieser Bettler Christus war. Und was hat er seither nicht alles Gutes getan. Dazu kam gestern die Nachricht, dass er heute sogar hierher kommt.«
Martin lief es heiß und kalt den Rücken hinunter. Da kam eine Frau vorbei, blieb stehen und rief freudig: »Hallo Martin! Kennst du mich noch? Du hast mir vor einem halben Jahr geholfen, als meine Tochter so krank war.«

Martin will nicht Bischof werden

Da rannte Martin los. Er wollte nicht Bischof werden. Auf keinen Fall. Aber kaum hatte die Frau ihn erkannt, rannten schon etliche Männer laut rufend hinter ihm her. Er hetzte durch die Straßen und Gassen. Und bald hatte er den Eindruck, dass die halbe Stadt hinter ihm her war. 
Er musste sich unbedingt verstecken! Plötzlich sah er einen Stall. Schnell machte er die Tür auf und schlüpfte hinein. Es war dämmrig. Er zog sich in die hinterste Ecke zurück. »Wie es hier riecht«, dachte Martin. »Was wohl für Tiere hier wohnen?« Und in diesem Augenblick fing auch schon ein lautes Geschnatter an. Er war in einem Gänsestall gelandet. Und die Gänse waren laut und hörten nicht auf. 

Martin wird entdeckt und zum Bischof ernannt

Es dauerte nicht lang, da wurde die Türe aufgerissen und Martin wurde sofort erkannt. Er konnte gar nicht so schnell denken, wie sie ihn herausholten und zur Bischofskirche brachten. Ehe er sich versah, legten ihm drei Bischöfe die Hand auf den Kopf und segneten ihn zum neuen Bischof von Tours. Das war für Martin das Zeichen, dass er wohl doch Bischof werden sollte.

Martin ist ein guter Bischof

Und Martin wurde ein sehr guter Bischof.
Er erzählte vielen Menschen von Jesus und half ihnen, wo er nur konnte. Viele sagten über ihn: »Er lebt genauso, wie es Jesus gesagt hat. Nämlich: ›Wer unter den Menschen besonders wichtig sein will, der kümmert sich um andere und sorgt dafür, dass es ihnen gut geht.‹«

Der besondere Tipp

Bischof Nikolaus – Bastelbogen

Auch die Nikolausfeier bietet Gelegenheit zum Hören, Nachdenken und Basteln. In diesem Fall einen Bischof.

1,10 € (ab 10 Ex. je 1,00 €);

Best.-Nr. 1743

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Erzählung für Ältere

Spielstück. Bei weniger Mitarbeitenden werden entsprechend mehr Rollen von einzelnen besetzt.

Erzähler:in: In Tours ist was los. Es scheint kein anderes Thema zu geben. Auf dem Marktplatz, am Waschplatz, bei den Pferdeställen … selbst draußen auf den Feldern … überall das Gleiche: »Wer wird wohl der neue Bischof der Stadt?«
Lucius und Titus möchten mal wieder »Soldat« spielen.
(Beide kommen, halten je ein »Schwert« in der Hand.)
Da kommen Prima und Quarta um die Ecke. 
(Beide Mädchen kommen)
Quarta: He, Lucius, Titus, habt ihr es schon gehört?
Lucius: Ne, Quarta, was ist denn jetzt schon wieder?
Prima: Klar! Ihr beiden habt keine Ahnung! Könnt ihr euch denken, wer der neue Bischof werden soll?
Titus: Nicht schon wieder, Prima. Was interessiert mich ein neuer Bischof? Hab ich was davon?
Prima: Tu doch nicht so, Titus. Die ganze Stadt spricht davon.
Lucius: Ach, einem Bischof sind doch Kinder egal. Meint ihr echt, der kümmert sich um uns? Na ja, vielleicht wenn unsere Eltern so richtig viel Geld hätten … Aber das haben sie nicht. Eure vielleicht, Prima?
Prima: Nein, natürlich nicht, genauso wenig wie deine.
Quarta: Aber vielleicht könnte es doch mal einer sein, der auch was für Kinder tut – oder?
Titus: Träum weiter, Quarta.
Prima: Aber Titus, die Leute sagen, dass sie Martin als neuen Bischof wollen.
Titus: Wer soll das denn nun schon wieder sein? Ist der was Besonderes?
Quarta: Das ist doch der, der damals im Winter mit einem Bettler seinen Mantel geteilt hat.
Prima: Es heißt, er soll heute nach Tours kommen. Wollen wir nicht zum Stadttor gehen und nachschauen? Quarta kennt ihn, weil ihre Mutter schon mal wegen irgendwas bei ihm war.
Quarta: Ja, er hat ihr geholfen. Kommt, wir gehen da hin.
Erzähler:in: Und so machen sich die vier auf zum Stadttor.
(Einmal im Raum herumgehen, zurück zum Ausgangspunkt)
Beim Stadttor angekommen, müssen sie eine ganze Weile warten. Dann macht Quarta die anderen auf einen unscheinbar gekleideten Mann aufmerksam. Er ist zu Fuß unterwegs und hat seinen Umhang weit über den Kopf ins Gesicht gezogen.
Quarta: Das muss er sein! Er will wohl nicht erkannt werden. Meine Mutter sagt, er ist schüchtern.
Lucius: Los, wir gehen hinterher. Auf uns achtet eh niemand.
Erzähler:in: Da rennt ein kleiner Junge über den Platz. Er hält einen großen Apfel in der Hand. Ein erboster Händler ist schreiend hinter ihm her: »Haltet den Dieb!« Jemand aus der Menge stellt dem Jungen ein Bein. Er stürzt und sein Knie blutet. Auch der Händler erreicht den Jungen. Und auch Martin kommt hinzu. Er spricht mit den beiden.
Titus: (erstaunt) Das gibt’s doch nicht! Martin hat dem Händler wohl den Apfel abgekauft.
Prima: Und jetzt gibt er ihn dem Jungen.
Lucius: Und schaut, Martin geht mit ihm zum Brunnen, wäscht ihm das Knie und verbindet die Wunde sogar. 
Quarta: Na, Titus? Martin tut doch was für Kinder – oder?
Lucius: (nachdenklich) Vielleicht sollte Martin tatsächlich der neue Bischof werden …
Prima: Denke ich auch. Los, Leute, lasst uns schauen, wie es weitergeht.
Erzähler:in: Als die vier Kinder ihn wieder sehen, rennt Martin gerade davon. Auch eine Frau scheint ihn erkannt zu haben. Es dauert gar nicht lange, da suchen ihn eine ganze Menge Leute. Auch unsere vier sind bei der Suche dabei.
Quarta: (hebt die Hand) He, seid mal still! Was ist denn das für ein Geschnatter? Das hört ja gar nicht mehr auf.
Prima: Na, da hinten ist doch der große Gänsestall von Maria.
Titus: Da ist er schon. Da ist ja wirklich mächtig was los! Eh … hat sich Martin vielleicht dort im Stall versteckt?
Erzähler:in: Dann geht alles ganz schnell: Martin war tatsächlich im Stall. Das laute Geschnatter der Gänse hat ihn verraten. Martin kam heraus und die Leute haben ihn in die große Bischofskirche gebracht. Als die Kinder dort ankamen, hörten sie gerade noch, wie Martin laut sagte: »Ich bin jetzt euer Bischof. Ich will so leben, wie Jesus es gesagt hat: ›Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.‹ Amen.«
(Alle gehen ab; kleine Pause; die vier kommen kauend/essend wieder.)
Quarta: Seht ihr, Jungs – wir haben es euch ja gesagt …
Titus: Also das hätte ich nie gedacht. Ihr hattet recht.
Lucius: Stimmt! Jeden Tag gibt es jetzt bei der Bischofskirche etwas für die hungrigen Kinder zu essen.
Prima: Und habt ihr es auch gesehen? Bei der zweiten Essensausgabe hat Bischof Martin selbst mitgeholfen.

I. Vorüberlegungen

Martin kam als römischer Soldat immer mehr zum christlichen Glauben. Und als man ihn Jahre später zum Bischof ernannte, sah er sich selbst gar nicht dazu berufen.

»Was bedeutet es für mich als Christ, in einer Welt des Unfriedens zu leben?« 
»Wie kann ich in der Nachfolge Jesu Frieden stiften? Nicht nur global, sondern auch in meinem direkten Umfeld mit Streit, Mobbing …?«

II. Liturgische Elemente

Psalmgebet

Die Seligpreisungen (KuS 681) oder
Matthäus 5,3–10 (BasisBibel)

Friedensgebet 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, 
sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, 
sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, 
sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
(Franz von Assisi zugeschrieben)

Lieder

Wir wollen aufstehn (KuS 286, Wwdl 220);
Gut, dass wir einander haben 
(KuS 294, Feiert Jesus! 1/237);
Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen 
(KuS 504, EG Wü 649);
Wo Menschen sich vergessen 
(KuS 506, MKL 2 132, Wwdl 93);
Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens (KuS 512);
Gib Frieden, Herr (EG 430, KuS 516);
Caminando va/Machen wir uns auf (MKL 2 12)

III. Kreative Umsetzung
der Geschichte

Sprechmotette »Frieden stiften«

Ich bin ein Mensch, und du bist ein Mensch. Beide sind wir von Gott gewollt.
Tu ich dir weh, tu ich mir weh. 
Tust du mir weh, tust du dir weh.
Friede für Feinde, Gebet: Ich für dich. 
Hilf uns Gott, bringen ins Dunkel wir Licht.
Frieden hier. Frieden dort.
Alle wollen leben, 
ohne Krieg und Streit zu sehen.
Gewalt ist keine Lösung. 
Auch wenn es oft so scheint.
Ich will nur leben. Du willst nur leben.
Komm schon! 
Gemeinsam wollen wir Friedenspaten sein!
Die Sprechmotette samt Klatschrhythmus können Sie auf hier kostenfrei herunterladen.

Gesprächsrunde mit Dominosteinen

Bei diesem Geschichtskomplex lässt sich gut das Spannungsfeld »Wunsch nach Frieden – persönliche Bedürfnisse« erspüren. 
Vor der Schlacht steht Martin fest zu seinem Glauben. Er will auch keine Gewalt mehr anwenden, das sagt ihm sein Glaube und das ist seine Überzeugung. Die anderen sehen es anders.
Mit den Kindern lässt sich dieses Spannungsfeld anhand von Dominosteinen vertiefen und anschaulich machen.
Dazu wird eine Reihe Dominosteine aufgestellt. Durch das Anstoßen des ersten Steins wird der »Dominoeffekt« beobachtet: Ein Stein stößt den nächsten an. 
So ist es manchmal auch, wenn Menschen einander wehtun und sich verletzen. Man kann nicht mehr aufhören. Es kommt zu immer weiterer Gewalt – durch Worte und durch Taten. Oft werden die Reaktionen dann immer härter.

Mit den Kindern überlegen:

Was können wir tun, um diesen Kreislauf zu unterbrechen? – Einen Dominostein aus der Reihe nehmen, dann hört das Umfallen auf. Was könnte dieser eine Stein sein? Was beendet die Gewalt, die wir einander antun und die sich immer weiter hochschaukelt?
Und wie kann ich selbst reagieren und aufhören, wenn ich beleidigt, verletzt … werde?
(Beispiele: »Ich mache nicht mehr mit!«; »Komm, lass uns nicht weiter streiten.«; »Es tut mir leid!«, »Ich will eigentlich dein Freund/deine Freundin sein.«; »Ich reiche dir die Hand.«)

Erzählung

Die Ich-Erzählung (Martin von Tours) ist in theatralischer Form vorzutragen. Am besten mit einer (einfachen) Verkleidung (Tuch überwerfen, Kutte oder Ähnliches).
So. hier dürften sie mich nicht finden. Hier, im Gänsestall. Hier werden sie mich sicher nicht suchen. (Pause)
Was denken die sich überhaupt? ICH ein Bischof? ICH? Da bin ich der Falsche! (Pause)
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, je öfter ich sage, dass ich ungeeignet bin für dieses heilige Amt, desto mehr scheinen sie davon überzeugt zu sein, dass ich der Richtige bin.
Ich verkrieche mich zur Sicherheit am besten ganz hinten in den Stall … Dann finden sie mich nicht. (Pause)
Wissen die nicht mehr, dass ich Soldat war? Bei der römischen Reiterei. Den größten Teil meines Lebens habe ich gekämpft. An meinen Händen klebt Blut! (Pause)
Aber die Menschen erzählen sich halt nur zu gern diese eine Geschichte von mir. (Pause) Wie ich vor einem Stadttor einem frierenden Bettler die Hälfte meines Mantels gegeben habe. (Pause) Als ob das was Besonderes wäre! Das hätte doch jeder anständige Mensch getan. (Pause) Oder nicht? (Fragend in die Runde schauen)
Aber mich machen die Leute durch ihre Geschichten zum Glaubenshelden, zum Heiligen! Dabei fühle ich mich gar nicht heilig oder heldenhaft! 
Wenn ich an diese eine große Schlacht zurückdenke … Da nannten mich meine Kameraden und Vorgesetzten alles andere als heldenhaft! Einen Feigling nannten sie mich! Einen Verräter! Und vieles mehr. (Pause)
Ja, diese große Schlacht gegen die germanischen Stämme, die uns bevorstand … Ich war im Dienste des Kaisers, bei der Reiterei. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt schon getauft. Denn ich hatte mehr und mehr erkannt, dass Jesus Christus der wahre Gott ist! Und dieser Jesus hatte gesagt: »Liebt eure Feinde. Betet für die, die euch verfluchen.« Und das hatte er auch selbst vorgelebt! (Pause)
Also war mir klar, ich musste meinen Vorgesetzten um meine Entlassung aus der Armee bitten. Denn ich erkannte, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist. Wie kann ich bei diesem Wissen einem Menschen noch etwas antun? (Pause)
Also ging ich zu meinem Vorgesetzten. Ich bat ihn um meine Entlassung. Schließlich war ich schon lange genug dabei! Doch er verweigerte sie mir. »Jetzt, wo die große Schlacht ansteht, wird jeder Mann gebraucht!«, hat er gesagt. Alle Kameraden schauten mich schief an. Ich sei ein Drückeberger, ein Verräter, ein Feigling, haben sie gesagt. Dabei hatte ich gar keine Angst um mein Leben. Ich hatte Angst, andere zu verletzen oder zu töten. Und damit auch meine Seele zu verletzen. 
Aber jetzt – was sollte ich tun? Ich musste in die Schlacht! (Pause)
Also ließ ich alle wissen, dass ich in die Schlacht mitziehen würde, denn ich war kein Feigling! Im Gegenteil: Ich würde mich dem Feind entgegenstellen – und zwar unbewaffnet. (Pause)
Jetzt hielten mich die anderen für einen Spinner. Aber sie bewunderten auch ein wenig meine Kühnheit. (Pause)
Ich war bereit. Meine Waffen und Rüstung hatte ich im Zelt gelassen. Ich stellte mich unbewaffnet zu den anderen. (Pause)
Da machte eine Nachricht die Runde. Eine gute Nachricht: Der Feind hatte kapituliert. Noch bevor die Schlacht begann, hatten wir gewonnen!
Ja. So war das. Und hiernach durfte ich den Soldatendienst beenden.
Seither versuche ich, ein guter Christ zu sein. Ich will nicht kämpfen. Ich will Frieden stiften.
Aber Bischof? Nein, das traue ich mir nicht zu. Tut mir leid.
Hallo, ihr Gänse! Wenn ihr so laut seid, dann finden sie mich. Ihr verratet mein Versteck.
Schhhhh, seid still! Ihr Gänse, seid still! Weshalb macht ihr denn einen solchen Lärm? Ich tu euch doch nichts! Pssssst! (Pause) Still! (Pause)
Oh! Zu spät. Sie haben mich entdeckt. (Pause) Dann wehre ich mich jetzt nicht mehr dagegen, Bischof zu werden. (Geht aus dem Raum und kommt kurz darauf »unverkleidet« zurück.)

Apostelgeschichte 8,26–40

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Wir lesen gemeinsam den Text.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Gut, dass wir einander haben (KuS 294);
Du bist da, wo Menschen leben (KuS 476);
Ich möcht, dass einer mit mir geht (KuS 260);
Philippus und der Kämmerer (KuS 266);
Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn (KuS 286)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Reise nach Äthiopien

(Eine Abwandlung des Spiels »Reise nach Jerusalem«)
Hier steht zuerst nur ein Stuhl da. Wer den Sitzplatz erhascht beim Verstummen der Musik, erzählt eine »Frohe Botschaft«: Etwas Schönes, das man erlebt hat; eine lustige Geschichte oder (zur Not) auch einen Witz. Danach bleibt das Kind sitzen und es kommt ein weiterer Stuhl hinzu. Die Musik setzt wieder ein, verstummt und jemand erhascht den noch freien Stuhl … bis alle sitzen.

Frohe Botschaften übermitteln

Variante 1: »Flüsterpost«
Die Kinder sollen die Flüsterpost mit frohen Botschaften weitergeben (z. B. »Gott ist dir nahe«, »Wir sind stark durch Gott«, »Gott ist ein Freund der Kinder«)

Variante 2: »Schallmauer«
Alle sind in der Mitte des Raumen und schreien so laut sie können, mit Ausnahme von zwei Personen. Diese stehen sich, durch einen »Schallmauer« getrennt (die Schreienden), diametral gegenüber. Die eine versucht, der anderen eine Frohe Botschaft zuzurufen. Gelingt dies durch die Schalllmauer hindurch? Wird die Frohe Botschaft korrekt empfangen?
Gelingt dies, wird getauscht.

Der besondere Tipp

Peter Hitzelberger (Hg.)
Mit allen Sinnen sind wir da
Kleine Rituale, Mitmach-Elemente und Gebete

Dieses Praxisbuch bietet zahlreiche Vorschläge und Modelle, mit Kindern alle unsere zur Verfügung stehenden Sinne einzusetzen, um Glauben erlebbar zu machen.

Für Kindergottesdienst, Kindergarten/Kita und Grundschule. Zusätzliche kostenfreie Downloads komplettieren das Buch.

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Eine Mitmachgeschichte. Dabei stehen alle im Kreis. Der/die Erzähler:in oder ein weiteres Teammitglied macht die Bewegungen vor, alle anderen machen diese dann jeweils nach.
Philippus ist ein Freund von Jesus  (Hände vor dem Brustkorb ineinander verhaken).
Jesus ist schon im Himmel (mit beiden Händen nach oben zeigen).
Philippus hat Jesus richtig lieb (aus Händen vor dem Brustkorb ein Herz bilden).
Überall, wo Philippus hinkommt, erzählt er von Jesus (Arme langsam ausbreiten).
Einmal hört Philippus einen Engel reden (eine Hand »hörend« hinter ein Ohr legen):
»Geh zu der Straße von Jerusalem nach Gaza. Fast niemand wird dort sein.« Philippus geht los (auf der Stelle gehen).
Als Philippus dort ist, bleibt er stehen (stehenbleiben).
Da sieht er eine Kutsche kommen (flache Hand über die Augenbrauen legen).
Ein hoher Beamter der äthiopischen Königin sitzt darin. Er ist auf dem Weg nach Hause (beide Hände stolz auf die Brust legen).
Philippus hört wieder eine Stimme: »Bleib bei dieser Kutsche« (eine Hand »hörend« hinter ein Ohr legen).
Philippus geht neben der Kutsche her (auf der Stelle gehen).
Der Beamte in der Kutsche liest in einer Schriftrolle des Propheten Jesaja (Handflächen wie ein Buch vor sich halten und »lesen«).
Philippus hört, dass der Beamte laut liest (eine Hand »hörend« hinter ein Ohr legen).
Da spricht Philippus den Beamten an: »Verstehst du auch, was du da liest?« (Mit dem Zeigefinger kurz an die Schläfe tippen, dann nach oben zeigen)
Der Beamte seufzt: »Wie soll ich das verstehen? Ich weiß nicht: Schreibt der Prophet von sich selbst oder von jemand anderem? Kannst du mir vielleicht helfen?« (Mit den Schultern zucken, dabei Handflächen ausstrecken und fragende Geste machen.)
Der Beamte lädt Philippus ein, in seine Kutsche zu kommen (mit offener Hand auf Platz neben sich zeigen).
Philippus erzählt von Jesus und von seiner frohen Botschaft. Philippus zeigt auf, was die Worte aus der Schriftrolle mit Jesus zu tun haben. Ganz begeistert erzählt Philippus (erzählend gestikulieren).
Der Beamte hört gespannt zu (eine Hand »hörend« hinter ein Ohr legen).
Er merkt: Philippus kennt diesen Jesus sehr gut und liebt ihn (aus Händen vor dem Brustkorb ein Herz bilden).
Der Beamte ist überwältigt von dem, was Philippus erklärt (Hände übereinander auf Brust legen).
Der Beamte zeigt nach draußen (mit Zeigefinger deuten).
Er sagt: »Schau! Dort ist eine Wasserstelle. Ich will getauft werden.«
Philippus tauft den Beamten (mit einer hohlen Hand Wasser über einen imaginären Kopf gießen; anschließend Kreuz in die Luft zeichnen).
Dann verschwindet Philippus vor den Augen des Beamten. Der Geist Gottes hat Philippus an einen anderen Ort gebracht (Augen weit aufreißen, Mund zu einem stummen »O« formen).
Der Beamte freut sich. Jetzt gehört er zu Jesus. Fröhlich fährt er nach Hause (beide Arme in die Luft strecken, lächeln)

Erzählung für Ältere

Anspiel für zwei Personen.

Philippus: (Philippus tritt auf)
Habt ihr diese Stimme eben gehört? (Pause) Nein? (Pause) Hmm. Also habe nur ich sie gehört. (Pause) Echt abgefahren. 
Seit ich den Aposteln bei der Verkündigung helfen darf, geschehen mir immer wieder so wundersame Dinge. Gerade mir! Philippus. (Pause) Wie Gott mich begleitet und sogar immer wieder anleitet, habe ich zuvor so noch nie erlebt. (Pause) Und jetzt wieder. Ich habe eben gehört, dass ich nach Jerusalem gehen soll. Auf die Straße nach Gaza. Also: Nichts wie hin! (Hier einen »Ortswechsel« vornehmen und den Standplatz verändern.)
So, hier bin ich. Hmm. (Pause) Wie ich es erwartet habe. Total nichts los hier! (Pause) Wie auch? Um diese Zeit! (Pause) Wer hat das eben gesagt? (Pause) Ach, klar, Gottes Geist hat es gesagt. (Pause) Da! (Zum herankommenden, lesenden Finanzbeamten zeigen.) Seht ihr den Wagen? Der sieht ganz schön wohlhabend aus. Neben ihm gehe ich jetzt mal eine Weile her. 
Beamter: (Laut vor sich hinlesend)
»Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtbank geführt. Wie ein Lamm stumm bleibt, wenn es geschoren wird, sagt er kein Wort. Er wurde zutiefst erniedrigt. Doch das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben. Wer wird seine Nachkommen zählen können? Denn sein Leben wurde von der Erde weg zum Himmel gehoben.«
Philippus:
Verstehst du eigentlich, was du da liest?
Beamter:
Jetzt bin ich ein derart gebildeter Mann … bin Finanzverwalter der Königin von Äthiopien … ich habe schon vieles gesehen und so manches gemeistert … aber das, was ich hier lese, ist mir ein Rätsel! Von wem redet der Prophet hier? Kannst du mir das erklären?
Philippus:
Gerne werde ich versuchen, dir den Text verständlich zu machen.
Beamter:
Dann setz dich doch zu mir in meinen Wagen! Fahre ein Stück mit mir.
Philippus:
Sehr gerne! (Setzt sich neben den Finanzbeamten.)
Hast du schon mal was von Jesus Christus gehört? Lass mich dir von ihm erzählen. Davon, wer er war, was er gemacht hat und was ihm hier in Jerusalem geschehen ist … (Er erzählt gestikulierend, der Finanzbeamte hört zu, nickt hin und wieder. Philippus ist seine Begeisterung anzusehen. Der Beamte wird davon mehr und mehr mitgerissen. Das »Gespräch« wird immer wieder von anderen Geräuschen ergänzt: eine Schafherde, durcheinanderredende Menschen … Diese werden entweder von weiteren Teammitgliedern eingebracht oder abgespielt; s. hierzu auch die Vorbemerkungen zur »Erzählung für die Jüngeren«.
Beamter:
Ich möchte auch zu Jesus gehören! Ich möchte Christ werden. Schau mal, da ist eine Wasserstelle. Taufst du mich?
Philippus:
Das ist eine tolle Idee! Das machen wir (beide steigen aus, Philippus tauft den Beamten, der schließt deutlich die Augen)
Ich taufe dich auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
(Anschließend verschwindet Philippus. Das »plötzlich« lässt sich am besten umsetzen, indem der Ort der Taufe an den Rand der »Bühne« gelegt wird. Der Finanzbeamte steht noch eine Weile mit geschlossenen Augen alleine da, ehe er sie öffnet.)
Beamter: (überrascht)
Wo ist denn der nette Mann so plötzlich hin? (Pause, dann abwinkend) Sei’s drum. Ich freue mich sehr, dass ich ihn getroffen habe. Jetzt fahre ich so schnell wie möglich nach Hause. Dort will ich ich dann auch erzählen, was ich hier erfahren habe. Alle sollen die frohe Botschaft hören.

Der besondere Tipp

Woran glauben Christen?

Minibüchlein aus der Reihe  »Was Kinder fragen?«

Kinder sind neugierig. Sie haben viele Fragen. Auch zu unserem Glauben, mit dem sie zu Hause, in Kita, Kindergarten und Familiengottesdiensten in Kontakt kommen.

Das Minibüchlein greift viele solcher Fragen auf: »Wer war Jesus?«, »Warum lesen wir die Bibel?«, »Welche Feste feiern Christen?« … und gibt kindgerechte Antworten. 

26 Seiten, € 1,80 (ab 25 Ex. je € 1,75; 

ab 50 Ex. je € 1,70); 

Best.-Nr. 2130

junge-gemeinde.de

1. Könige 3,5–13

Diese »Lebendige Liturgie« dient dazu, den Gottesdienst zu verstehen. Gemeinsam wird der »liturgische Weg des Gottesdienstes« begangen. Wichtig sind:

Material:
Tuch, Kerze, Blume(n), Bibel (auf dem Boden, Tisch oder Tisch; Klangschale; für jedes Kind eine Scherbe (ungefährliche sind im Bastelladen erhältlich) und eine Feder (je in einer Schale); für jedes Kind Blatt mit Psalmgebet (s. Seite 267) und dem Vaterunser (Seite 269)

1. Einleitung

Früher gab es noch den Kirchgang. Da ging man durch das Dorf zur Kirche und hinterher wieder zurück. Kaum jemand war dabei allein. Man ging miteinander: Familien, Nachbarschaften, Bekannte. 
Man traf sich in der Kirche und hinterher blieb man noch auf ein Schwätzchen auf dem Kirchplatz stehen, bevor man sich wieder auf den Heimweg machte – hinein in den Alltag.
Das tun wir jetzt auch: 
Wir machen einen »Kirchgang zur und durch die Liturgie«. 
Und ich bitte dich, mitzumachen. Dazu sage ich, was wir tun. Bitte seid möglichst leise, damit ihr mich gut verstehen könnt. Manchmal mache ich es auch vor – dann macht ihr mir das einfach nach. 

2. Vorbereitung

Was ziehe ich an?

Zuerst musst du dich »vorbereiten«. 

Ich gehe los

Fertig. Du gehst los. 
(Aufstehen und langsam im Raum herumgehen)
Du verlässt das Haus und gehst hinaus. 
Als du aus dem Gartentor trittst, triffst du andere. Sie sind mit dir unterwegs. Ihr begrüßt euch, nickt euch zu, nehmt euch wahr.

3. Eröffnung 

Ankommen

Du kommst an und betrittst den Raum. 
Du schaust dich in Ruhe um. 
Du nimmst alles wahr. 

Dann suchst du dir einen Platz. 

Genau dort nimmst du Platz. 
(Hinsetzen; Tuch ausbreiten, Blume, Kerze drauflegen/-stellen)
Du schaust dich um. 
Du siehst die anderen, die auch hier sind.
Es ist schön hier. Hier bleibst du.
Du spürst: Hier bist du richtig. Hier ist es gut. 
(Kerze anzünden)

Votum

Jetzt sind wir hier, Gott.
Jetzt bist du da, Gott. 
Gemeinsam feiern wir in deinem Namen. Amen.

Eingangsgebet

Du wirst ganz still. 
Du hörst in dich hinein. 
Du hörst, was um dich herum ist. 
Das tut gut.
(Klangschale)
Und auf einmal erinnerst du dich. Da war noch was. »Gepäck« aus der letzten Woche: Schwere, harte Erinnerungen. 
(Jedem Kind eine Scherbe aus der Schale in die Hand geben.)
Da sind Scherben. 
Sie stehen für Dinge, die dich traurig gemacht haben. Über die du dich geärgert hast. Was blöd war. 
(Zeit zum Überlegen)
Diese Dinge dürfen wir beim Licht, bei der Kerze ablegen.
(Kinder legen Scherben bei der Kerze ab.)
Und du erinnerst dich auch an die leichten und hellen Erfahrungen: Schöne Momente. Tolle Erlebnisse. Augenblicke, in denen du gelacht hast.
(Jedem Kind aus der Schale eine Feder in die Hand geben.)
Dafür stehen die Federn.
(Zeit zum Überlegen)
Auch das Schöne dürfen wir beim Licht, bei der Kerze ablegen.
(Kinder legen Federn bei der Kerze ab.)
Beides ist jetzt im Licht. Du weißt, dort ist es gut aufgehoben: Das Schwere und das Leichte. 
Das fühlt sich gut an. Leichter. 
Du siehst die Scherben der anderen. 
Sie haben in der letzten Woche auch schwere Dinge erlebt. Sie haben auch geweint.
Und du siehst die Federn der anderen.
Sie haben auch Schönes erlebt, haben auch gelacht. 
Du bist nicht allein.

4. Anrufung

Du redest mit Gott.
Gemeinsam mit den anderen. 
Du leihst dir dafür alte, fremde Worte. 
Auch wenn es nicht deine eigenen Worte sind, kannst du mit ihnen sprechen.
Die anderen tun das auch.

Psalm (Nach Psalm 121)

Die Kinder erhalten den ausgedruckten Psalm und werden werden in zwei Gruppen (I und II eingeteilt. Bei »Alle« können auch die Kinder mitsprechen, die noch nicht lesen können.
Ihr steht auf und sprecht gemeinsam: 
Alle: Der Herr behütet dich.
I:  Ich hebe den Kopf. Ein hoher Berg. 
II: Wo geht es weiter? Ich weiß es nicht. 
Wer hilft mir?
Alle: Der Herr behütet dich.
I:  Ich erinnere mich: 
II: Gott ist da. Hier unten. Dort oben. 
Gott hilft mir. 
Alle: Der Herr behütet dich.
I:  Du wirst nicht stolpern. 
Gott wird dich festhalten. Gott schläft nie. 
II: Tagsüber schützt er dich vor der Hitze der Sonne. Nachts hütet er dich im Mondschein. 
Alle: Der Herr behütet dich.
I:  Gott beschützt dein Herz. 
II: Gott ist da. Am Anfang. Am Ende. Für immer.
Alle: Amen.
Du hast gemeinsam mit anderen fremde Worte gesprochen. 
Jetzt sind es deine Worte geworden. 
So ist das mit Worten: Sie verbinden uns. 
Sie verbinden sich mit uns. 
Gott verbindet sich mit uns durch die Worte. Hast du es gemerkt? Wundervoll, oder? 

5. Verkündigung

Du schaust auf das Licht. 
Du schaust dich um. 
Es gibt so viel zu entdecken. 
(Bibel bei 1. Könige 3 – Salomogeschichte – öffnen und hinlegen)
Manches kennst du. 
Manches ist ganz neu für dich. 
Du nimmst dir Zeit: 
Was wirst du heute finden? 
Was wirst du sehen? 
Was wirst du hören?

Geschichte: Salomo und das Haus Gottes 

Der kleine, törichte König Salomo
Vor langer, langer Zeit gab es einen König in Israel. Salomo hieß er. Heute sagen die Menschen, er war ein großer König. Ein kluger König. Ein mächtiger König. 
Aber Salomo … naja. 
Er fühlte sich gar nicht groß. Und nicht besonders stark. Und auch nicht so sehr klug. 
So ist das ja manchmal: Die Menschen sehen, was vor Augen ist. Aber im Herzen … im Herzen fühlte Salomo sich jung und klein und dumm. 
Darum lag er nachts manchmal wach. Immer wieder kreisten seine Gedanken um die Frage: 
»Wie soll ich das alles schaffen? Wie soll das gehen? Das Volk ist so groß. Das sind so viele. Wie kann ich da allen gerecht werden? Das geht doch gar nicht. Ich kann das nicht.« 
Ja, so dachte Salomo. Er war noch gar nicht groß und weise und mutig, sondern klein und schwach und töricht.
Gott sah Salomo. Er lächelte ein bisschen. Und beschloss, Salomo zu begegnen. »Das mache ich am besten in einem Traum«, dachte Gott.
Also begegnete Gott Salomo in einem Traum.
»Sei gegrüßt, Salomo. Ich bin Gott.« – »Gott?«
– »Ja, Gott. Ich wollte dich etwas fragen.« – »Mich?« – »Ja, dich.« (»So wahnsinnig klug klingt er wirklich nicht«, dachte Gott. Aber das sagte er natürlich nicht laut.)
»Was willst du denn wissen?«, fragte Salomo. »Ich sag dir aber gleich: Ich habe bestimmt keine Ahnung. Ich weiß nicht viel.« – »Das scheint mir auch fast so«, sagte Gott. »Aber auf diese Frage hast du bestimmt eine Antwort.« – »Naja, ich weiß nicht …«, erwiderte Salomo. – »Hör einfach zu. Also: Was wünschst du dir?« – »Was ich mir wünsche …?« – »Genau«, sagte Gott. »Egal was, ich will es dir geben.« 
Salomo überlegte: 
Geld? – Davon hatte er genug. 
Schlachtrösser? – Neben seinen kostbaren Araberhengsten war kein Platz in den Ställen.
Macht? – Ach, mit Macht kann man so viel Böses anrichten.
Dann rief Salomo: »Ich weiß! Ich wünsche mir Weisheit. Und ein Herz, das dich hört. Dann weiß ich, was gut und was falsch ist. Und dann weiß ich, was ich tun muss.«.
Gott freute sich sehr über diesen Wunsch. »Das ist ein wirklich guter Wunsch, Salomo. Den erfülle ich dir sehr gern. Und jetzt habe ich auch einen Wunsch an dich«.
»Natürlich«, sagte Salomo. »Doch was kann ein kleiner Mensch schon für einen so unendlich großen Gott tun?« – »Aha«, dachte Gott. »Der Wunsch wirkt schon. Kluge Frage.« Und laut sagte Gott: »Bau mir ein Haus. Einen Tempel. Einen Ort, an dem ich wohnen kann. Dort möchte ich einziehen«. – »Ein Ort, an dem du wohnen kannst?«, fragte Salomo nachdenklich. »Wohnst du nicht überall? Auf der Erde. Über der Erde. Unter der Erde?«
Da wusste Gott: Salomos Wunsch war wirklich ein sehr guter Wunsch gewesen.
Er antwortete: »Du hast Recht, Salomo. Natürlich bin ich überall. Aber ihr Menschen nicht. Ihr Menschen braucht einen Ort, wo ihr mich finden könnt. Wo ihr beten könnt. Und singen. Wo ihr klug werden könnt. Und wo euer Herz still werden kann, um zu hören. Ich möchte gern einen Ort haben, an dem ihr mich suchen könnt und manchmal finden.« 
Salomo nickte. Er verstand. 
Als Salomo am nächsten Morgen aufwachte, begann er gleich damit. Er machte Pläne für das schönste Haus der Welt. Für Gottes Haus.
Und dann fingen sie an zu bauen: All die vielen Menschen aus dem großen Volk Israel. Das Volk der Juden. Gott hatte sie sich erwählt. Darum durften sie den Tempel bauen.
Sie bauten ein wunderschönes, herrliches Haus: Mit Zedernholz aus dem Libanon. Mit Wendeltreppen. Mit dem Allerheiligsten für die Bundeslade. Mit den Engeln, die die Lade beschützen, den Cherubim. Mit Gold auf den Wänden. Mit geschnitzten Palmen und Blumen. Wie ein Traum. Und dennoch war es Wirklichkeit. 
Als das Haus fertig war, zog Gott ein. Er nahm Wohnung bei seinem Volk. Er wohnte bei seinen Menschen. 
Und die Menschen zogen ein bei Gott. Sie kamen in den Tempel. Jeden Tag. Zu Gott. Sie beteten. Sie sangen. Sie hörten auf Gottes Wort.
Endlich hatten sie einen Ort für Gott. 
Einen Ort für ihre Angst und für ihre Tränen. 
Ein Ort für ihr Lachen und ihre Hoffnung. 
Sie wussten: Gott ist da. Er verlässt uns nicht. Niemand kann Gott von uns vertreiben. Amen.

6. Fürbitte

Du weißt: Bald musst du dich auf den Rückweg machen. Und du weißt auch: Da gibt es noch andere. Menschen, die nicht hier sind. Vielleicht können sie das Licht nicht sehen. Vielleicht sind sie zu schwach oder zu traurig. Dennoch sind sie hier. In deinen Worten. 

Schalengebet

Du stehst auf. 
Du formst deine Hände zu einer Schale. 
Die Schale hältst du vor dir. 
(Bewegungen vormachen, damit Kinder sie übernehmen können.)
Du legst deine Gedanken hinein. 
Du sagst Gott, an wen du jetzt besonders denkst.
(Stille)
Gott, hier sind die, an die wir denken. 
Die schwach sind. Klein und ängstlich. Allein. Die sich nach Frieden sehnen.
Wir bringen sie dir. Höre uns!
(Arme nach oben strecken und öffnen.)
Bei dir sind wir geborgen. Amen.

Vaterunser 

(Blatt mit Vaterunser austeilen)
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

7. Segen

Du siehst dich um. Schaust noch einmal in die Gesichter der anderen. Siehst das Licht in ihren Augen. Goldenes Licht. Segenslicht. 

Segensgebet (Mit Bewegungen)

Gottes Segen sei in dir. 
(Arme vor der Brust verschränken)
Gottes Segen sei über dir. 
(Hände über Köpfe der beiden Nebenstehenden halten)
Gottes Segen sei mit dir. 
(Arme hinter Rücken der beiden Nebenstehenden ausbreiten)
Dann gehst du. 
Du verabschiedest dich von allen. 
Es war schön, heute gemeinsam unterwegs zu sein. 
Nächste Woche werdet ihr euch wieder treffen. 
Neues entdecken. Und Altes. 

Der besondere Tipp

Gottfired Mohr (Hg.)
Bei dir bin ich zu Hause
Texte für die Liturgie im Gottesdienst mit Kindern

Die Autorin lässt in ihrem Beitrag erkennen, wie wohltuend eine Liturgie ist, in der man sich wie zu Hause fühlen kann.
Dieses Buch gibt Liturgie-Elemente wie Eingangsworte, Psalmen, Lieder, Gebete und liturgische Texte in die Hand, die Kindern zeigen: 
»Bei Gott bin ich zu Hause.« 
128 Seiten, mit Stichwortverzeichnis;

14,90 €

Best-Nr. 2067

Das Praxisbuch hilft, Gott in der täglichen Arbeit in der Kita (neu) zu entdecken. 
Mit acht komplett ausgearbeiteten Einheiten zu biblischen Themen, die dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung entsprechen. Mit

  • Gesprächsanregungen
  • Kreativideen
  • Liedvorschlägen
  • Spielen 

für eine ganzheitliche Erfassung der Geschichten.
160 Seiten, 22,00 €

Best.-Nr. 3684

junge-gemeinde.de

Hineinwachsen …

… UND SICH ZU-HAUSE-FÜHLEN

Memo-Spiel
… zur Neukirchener Kinderbibel

Es gibt viele Formen des Hineinwachsens und Sich-zu-Hause-Fühlens im Glauben. Spielen ist eine davon – eine besonders schöne und unterhaltsame. 
Mit den Bildern des bekannten Künstlers Kees de Kort erspielen sich schon die Kleinsten 
biblische Geschichten und deren Inhalte. 
Die Box enthält 70 Karten (= 35 Bildpaare; 7,5 x 7,5 cm) und eine Spielanleitung.

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Herz – Handschmeichler aus Holz
Herz aus schön gemasertem, fein geschliffenem und geöltem Laubholz. Jedes Herz ist einzigartig. Eine Erinnerung in der Hosentasche, im Mäppchen und auf der Ablage, dass Gott mich liebhat.
In zwei Größen: groß: 5 x 4,5 cm; klein: 3 x 2,5 cm
Herz groß: 3,50 € (ab 10 Ex. je 3,20 €); Best.-Nr. 5088
Herz klein: 2,50 € (ab 10 Ex. je 2,30 €); Best.-Nr. 5113

Schlüsselanhänger »Ich bin gehalten« – mit Karabinerhaken
Der Schlüsselring ist an einer reißfesten Nylonlasche befestigt, die mit einem Karabinerhaken aus Aluminium an Ösen, Schulranzen und Taschen sicher eingehakt werden kann. 
Auf dem Metallplättchen sind Regenbogen und Fisch abgebildet, samt dem ermutigenden Satz »Ich bin gehalten«. Nylonlasche mit Lasergravur auf einem Metallplättchen.
Maße: 13 cm x 3 cm
2,50 € (ab 10 Ex. je 2,20 €); Best.-Nr. 1563

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