31. Mai 2026 – »… fiel es wie Schuppen von seinen Augen« – Paulus und Hananias

Apostelgeschichte 9,1–19

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

(außer denen unter »II. Liturgische Elemente«):
Unterwegs mit Jesus (Feiert Jesus! Kids-Liederbuch 2020 92)

Gebet

Du wunderbarer Gott,
du begleitest Menschen auf ihrem Weg,
du lässt sie neue Dinge erkennen,
die sie vorher nicht oder anders 
wahrgenommen haben,
und du veränderst Menschen.
Lass uns erkennen, was du für uns möchtest,
wo wir uns ändern können.
Und schenk uns immer die Gewissheit,
dass du bei uns bist,
auf allen unseren Wegen.
Danke, lieber Gott.
Amen.

Psalm

Siehe unter »II. Liturgische Elemente zur ganzen Reihe«
oder Übertragung zu Psalm 91 (in: Hoffnung kommt von Hüpfen. Das Liederbuch, S. 13; siehe »Der besondere Tipp«, unten)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Spiele

Für Jüngere bietet sich Topfschlagen oder »Ich sehe was, was du nicht siehst« an.
Für Ältere eignen sich sog. KIM-Spiele, bei denen das Gedächtnis gefordert ist.
Zum Beispiel werden auf einen Tisch verschiedene Gegenstände gelegt. Die Mitspielenden schließen die Augen/drehen sich um und einige Gegenstände werden weggenommen oder an einen anderen Platz gelegt. Wer entdeckt eine Veränderung?
Sich führen lassen (mit verbundenen Augen durch einen Hindernisparcours).
Gegenstände ertasten (der Schwierigkeitsgrad kann nach Alter variieren).

Der besondere Tipp …

Bastian Basse
Hoffnung kommt von Hüpfen
Das Liederbuch
€ 10,95;

Best.-Nr. 3800





junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Die Geschichte wird mit Biegepuppen und Legematerialien erzählt. 
Material: Paulus, 2 Begleiter, Hananias; starke Stab(taschen)lampe (für das »Licht des erhöhten Jesus« )

(1) Paulus mit Schriftrolle

Das ist Paulus. Er ist ein Eiferer für Gott. Das heißt: Er will alles richtig machen, so wie er denkt, dass Gott es möchte. Paulus kennt alle Geschichten von Gott. Er kennt die Tora, die Geschichtsbücher und die Propheten. Sie stehen in der hebräischen Bibel. Paulus hat sie alle gelesen.
Paulus hört von Menschen, die an Jesus glauben. Diese Menschen sagen: »Jesus ist Gottes Sohn. Er ist von römischen Soldaten gekreuzigt worden. Jesus ist gestorben und wurde begraben. Und nach drei Tagen ist er wieder lebendig geworden. Jetzt lebt Jesus bei Gott.«
Paulus kann sich das nicht vorstellen. Er denkt: »Die Freunde von Jesus erzählen falsche Dinge über Gott. Das kann ich nicht zulassen. Darum muss ich alle Freunde von Jesus einsperren.« Paulus besorgt sich in Jerusalem die Erlaubnis, die Freunde von Jesus zu verhaften!

(2) Paulus auf dem Weg

Zusammen mit seinen Begleitern ist Paulus auf dem Weg nach Damaskus. Dort sind ganz viele Freunde von Jesus. Die will Paulus zuerst einsperren. Die Reise von Jerusalem nach Damaskus dauert einige Tage.

(3) Paulus vor Damaskus

Kurz bevor sie in Damaskus sind, fällt Paulus plötzlich auf die Knie. Ein grelles Licht blendet ihn. Paulus hält sich die Hände vors Gesicht. Da hört er eine Stimme: »Warum verfolgst du mich?« – »Wer bist du?«, fragt Paulus verzweifelt. »Ich bin Jesus«, sagt die Stimme. »Ich bin der, den du verfolgst. Geh nach Damaskus und warte dort, was passiert.«
Die Begleiter von Paulus sind durcheinander. Sie hören die Stimme, aber das Licht sehen sie nicht. Sie verstehen nicht, was da passiert.

(4) Paulus im Haus

Paulus kann nichts mehr sehen. Seine Begleiter bringen ihn in ein Haus in Damaskus. Paulus bleibt drei Tage lang dort. Er isst nichts und er trinkt nichts. Aber Paulus betet.

(5) Hananias

In Damaskus wohnt Hananias. Auch er hört die Stimme von Jesus: »Hananias, geh in das Haus von Judas. Dort ist Paulus. Er kann nichts sehen. Doch er weiß, dass du zu ihm kommst, um ihm die Augen zu öffnen.« Doch Hananias ist unsicher. Voll Sorge fragt er: »Ist Paulus denn nicht der, der dich verfolgt und alle, die zu dir gehören?« Jesus antwortet: »Geh! Paulus wird mein Werkzeug sein. Und er wird allen Menschen von mir erzählen.«

(6) Paulus und Hananias

Und Hananias geht. Er findet Paulus. Hananias legt ihm die Hände auf die Augen und sagt: »Paulus, mein Bruder. Jesus hat mich geschickt, um dir die Augen zu öffnen. Sein Heiliger Geist sei mit dir.«
Da kann Paulus wieder sehen. Froh und dankbar sagt er zu Hananias: »Ich will getauft werden! Ab jetzt will ich zu Jesus gehören.«

Erzählung für Ältere


Erzählung aus Sicht der Begleiter von Paulus im Stil der in der Apostelgeschichte üblichen Augenzeugenberichte. Teammitglieder können verkleidet als solche »aus erster Hand« berichten.
Für Ältere kann in der Ergründung der Geschichte die Namensänderung von Paulus thematisiert werden (s. »Zum Text/Zum Thema«).

Kaum zu beschreiben

Es ist kaum zu beschreiben. Wer nicht selbst dabei war, wird es nicht glauben. Darum erzähl ich euch alles, was geschehen ist, damit ihr es weitererzählen könnt.
Wisst ihr, dass sich Paulus ein offizielles Schreiben vom Hohen Rat in Jerusalem besorgt hat? Das hat es ihm erlaubt, diejenigen im Land einzusperren, die Freunde von Jesus sind. Für Paulus gab es nur einen wahren Gott. Und zwar den Gott Israels, unseres Stammvaters Abraham und seiner Kinder und Kindeskinder. Für diesen Gott setzte er sich unerbittlich ein. Für den Gott seines Volkes würde er alles tun. Paulus war ein richtiger Eiferer.

Auf dem Weg nach Damaskus

Wir haben Paulus begleitet. Von Jerusalem aus hatten wir uns auf den Weg gemacht. Nach Damaskus. Dort, so hatten wir gehört, gab es besonders viele »Jünger Jesu«, wie sie sich selbst nannten. Paulus erzählte uns ausführlich, wie er diese »Jünger Jesu« aufspüren, gefangen nehmen und verhören würde, um weitere Namen zu erfahren und noch mehr von ihnen gefangen zu nehmen. Am liebsten wollte er sie alle einsperren. Wir haben bezweifelt, dass er das schaffen würde. Aber Paulus war fest davon überzeugt.

Die Stimme aus dem Himmel

Schließlich konnten wir die großen Stadttore von Damaskus schon sehen. Da schrie Paulus plötzlich laut auf und fiel auf seine Knie. Er hielt sich die Hände vor die Augen. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. Entsetzt schauten wir uns an. Wir verstanden nichts und wussten nicht, was wir tun sollten.
Dann war da auf einmal diese laute Stimme. Warm und ruhig, ja fast liebevoll. Wir hatten keine Ahnung, wo sie herkam. Aber ich glaube, das war eine Stimme direkt vom Himmel! Eine Stimme, wie ich sie noch nie gehört habe.
Die fragte Paulus ganz direkt: »Saul, Saul, warum verfolgst du mich?« 
Die Hände noch immer vor den Augen schrie Paulus Richtung Himmel: »Wer bist du?« Da antwortete die Stimme: »Ich bin Jesus. Ich bin der, den du verfolgst. Geh in die Stadt Damaskus und warte auf das, was geschehen wird.«

Paulus kann nicht mehr sehen

Dann war alles wieder ruhig. Wir wussten nicht, was wir sagen sollten. Wie versteinert standen wir da.
Plötzlich streckte Paulus uns unsicher tastend die Hand hin. »Ich kann nichts mehr sehen«, sagte er. »Helft mir!« Sofort halfen wir ihm auf. Er fragte uns: »Habt ihr das Licht gesehen?« – »Von welchem Licht sprichst du?«, fragte ich zurück. »Da war kein Licht – nur die Stimme.« 
Wir beide schauten uns verständnislos an. Offenbar hatte Paulus etwas gesehen, was uns verborgen geblieben war.

Im Haus des Judas

Wir nahmen Paulus in unsere Mitte und stützten ihn von beiden Seiten. So brachten wir ihn in die Stadt. Wir wussten nicht, wohin wir mit ihm sollten, als sich eine Tür öffnete. Ein Mann hieß uns willkommen und bat uns in sein Haus. Er hieß Judas und führte Paulus in einen kleinen Raum mit einem Bett. Paulus legte sich hin und verfiel in tiefes Schweigen. Von dem Essen und Trinken, das wir ihm brachten, rührte er drei Tage lang überhaupt nichts an. Wir waren verzweifelt und wussten nicht, was wir tun sollten.

Hananias kommt

Am dritten Tag klopfte es an die Tür. Judas öffnete und ließ einen alten Mann eintreten. »Ich bin Hananias«, sagte der. »Jesus hat mir gesagt, dass ich euch hier finde.« Dann ließ er sich zu Paulus führen. Als Hananias ihm seinen Namen nannte, regte sich Paulus das erste Mal wieder. Aus leeren Augen starrte er in die Richtung, aus der Hananias mit ihm gesprochen hat. Aber sehen konnte er ihn nicht. Da legte Hananias ihm die Hände auf die blinden Augen und sprach liebevoll mit ihm: »Saul, mein Bruder, Jesus hat mich zu dir geschickt. Du sollst sehen. Und der Heilige Geist wird dich stärken für das, was vor dir liegt. Denn du wirst in die Welt gehen und den Menschen in allen Ländern von Jesus erzählen. Du sollst seinen Namen großmachen. Das ist jetzt dein Auftrag.«

Jesus öffnet Paulus die Augen

Wir schauten uns erschrocken an. Wie sollte das denn gehen? Paulus war doch mit einem ganz anderen Auftrag unterwegs. Er wollte dafür sorgen, dass der Name Jesu und alle seine Freunde aus der Welt verschwinden! Wir waren gespannt, wie Paulus reagieren würde.
Der stand auf. Seine Augen leuchteten voller Kraft, Begeisterung und einer tiefen Liebe. So hatte ich sie noch nie gesehen. Paulus sagte: »Jesus hat mir die Augen geöffnet. Und ich will mich taufen lassen.« 

Apostelgeschichte 16,9–15

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Teilt eure Ideen und Erfahrungen.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

(außer denen unter »II. Liturgische Elemente«):
Kindermutmachlied (KuS 470, KKL 338);
Mein Herz hüpft (Nr. 10, Du machst groß. Das Liederbuch);Was wir zum Leben brauchen (KKL 372) 

Psalm

Siehe unter »II. Liturgische Elemente zur ganzen Reihe«
oder Übertragung zu Psalm 36 (in: Hoffnung kommt von Hüpfen. Das Liederbuch, S. 15; 
s. auch »Der besondere Tipp«)

Gebet

Danke, Gott,
dass du uns immer wieder neu Menschen begegnen lässt,
Menschen, die wir noch nicht kennen,
Menschen, die wunderbare Geschichten erzählen,
Menschen, die vom Glauben an dich getragen sind.
Danke, dass wir immer wieder Neues lernen können,
dass wir hören und sehen, wie gut du bist,
dass du die Herzen der Menschen wärmst,
dass du uns fröhlich machst.
Danke, guter Gott. 
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Begeisterungs- und Hoffnungsherzen

Als Vorlage können Holzherzen aus dünnen Platten dienen (gibt es im Kreativbereich; es funktioniert aber genauso mit Herzen aus Pappe oder festem Karton). Schreiben, zeichnen, malen, kolorieren – alles ist möglich und erlaubt.
Die eine Seite des Herzens ist die Begeisterungsseite: Was begeistert mich so, dass ich anderen davon gerne weitererzähle? 
Die andere Seite ist die Hoffnungs- oder Glaubensseite: Was stärkt mich im Glauben? Was gibt mir Hoffnung?
Am Ende stellen wir uns die Herzen vor. Wer mag, erzählt, was auf dem Herz zu sehen ist.

Herzfiguren (Alternative) 

Alle bekommen eine Kegelfigur (gerne in verschiedenen Größen) und einen Blanko-Herz-
aufkleber. Gemeinsam werden verschiedene Gefühle besprochen. Eine Übersicht über die menschlichen Gefühle findet ihr auf motivationswelten.de/emotionen/gefuehle-liste. 
Die Herzen können verschiedenfarbig gestaltet werden. Je nachdem, wie man sich fühlt, kann man dies an und mit der Herzfigur sichtbar machen. (Siehe hierzu auch »Erzählung für Jüngere«) 

Foto: Bastian Basse

Erzählung für Jüngere

Geschichte mit Herzfiguren
(Idee: Paul Zenner; s. Seite 198) Herzfiguren lassen uns in ihr Innerstes blicken, weil sie ihre Gefühle offenlegen. Und so entstehen sie: Auf Holzkegel werden kleine farbige Herzen geklebt, die – je nach Emotion – ausgetauscht werden. Jede Farbe steht für ein anderes Gefühl (manche Gefühle haben aber auch dieselbe Farbe). 
Material: 3 Holzkegel (Paulus, Silas, Lydia); weitere Figuren für Frauen und Lydias Familie; unterschiedlich farbige Legetücher/Stoffe; (Holz-)häuser für Philippi

(1) Paulus und Silas

Paulus und Silas freuen sich. (Freude = gelbe Herzen) Sie sind schon lange unterwegs, um den Menschen von Gott und von Jesus zu erzählen. Das machen sie so gerne, dass sie die meiste Zeit fröhlich unterwegs sind. So wie heute. Ein weiter Weg liegt hinter ihnen. Nach langer Reise sind sie endlich in Europa angekommen. Hier gibt es eine große Stadt, in der viele Menschen wohnen. Sie heißt Philippi. Da wollen sie hin. Philippi ist eine römische Stadt. Sie liegt in dem Land, das wir heute Griechenland nennen.

(2) Am Fluss

Am Sabbattag gehen Paulus und Silas an einen Fluss, der an Philippi vorbei-
fließt. Sie suchen Menschen, denen sie von Gott und Jesus erzählen können. Sie sind ganz begeistert. (Begeisterung = orangene Herzen; blaues Tuch für den Fluss) Dort arbeiten viele Frauen. Sie waschen die Stoffe, um sie anschließend zu färben.

(3) Die Frauen

Paulus und Silas gehen zu ihnen. Begeistert erzählen sie die Geschichten, die sie mit Gott erlebt haben. Viele der Frauen sind so in ihre Arbeit vertieft, dass sie keine Zeit für Paulus und Silas haben. (Unzugänglich = graue Herzen) Aber einige andere hören ihnen gerne zu und lassen sich von ihrer Hoffnung anstecken. (Hoffnung = grüne Herzen)

(4) Lydia

Da kommt eine Frau dazu, die ihnen auch aufmerksam zuhört. (Neugierde = oranges Herz) Sie heißt Lydia und ist eine Händlerin für Purpurstoffe. Lydia will alles wissen. Sie ist richtig neugierig auf das, was Paulus und Silas erzählen.

(5) Die Taufe

Als Lydia die Worte von Paulus und Silas hört, wird ihr Herz ganz warm und voller Liebe für Jesus. (Liebe = rotes Herz) Sie geht zu ihrer Familie und erzählt ihnen alles, was sie gehört hat. Auch ihre Familie öffnet ihre Herzen für Jesus. (Grüne und rote Herzen)
Miteinander lassen sie sich in der Gemeinde taufen. Ob Paulus und Silas dabei waren oder sie sogar selbst getauft haben, wissen wir nicht. Aber wir wissen, wie es weitergegangen ist …

(6) Die Einladung

Lydia ist so dankbar für alles, was geschehen ist, dass sie Paulus und Silas in ihr Haus einlädt. (Dank = gelbes Herz) Da Paulus und Silas zuerst zögern, bittet Lydia sie so hartnäckig, bis die beiden der Einladung folgen. Gemeinsam feiern sie, dass sich Lydias Herz für Jesus geöffnet hat.

Erzählung für Ältere

Erzählung mit Herzfiguren
Material: Siehe Figuren aus »Erzählung für Jüngere«

(1) Paulus und Silas

Paulus und Silas sind voller Freude, denn ihr Auftrag erfüllt sie so, dass sie nicht anders können als sich zu freuen. (Freude = gelbe Herzen) Schon lange sind sie unterwegs, um den Menschen von Gott und von Jesus zu erzählen. Ihre Reise hat in Antiochia begonnen. Nachdem sich die Wege von Paulus und seinem Freund Barnabas dort getrennt hatten, war die Wahl auf Silas gefallen. Er sollte Paulus von nun an auf seinen Reisen begleiten.

(2) Unterwegs

Die meiste Zeit sind die beiden fröhlich unterwegs, auch wenn die Reise oft anstrengend ist. Wo sie hinkommen, erzählen sie den Menschen von Gott. Viele lassen sich zu einem Leben im Glauben an Jesus einladen und leben fortan voller Hoffnung und Liebe. (Hoffnung/Liebe = grüne und rote Herzen)

Es gibt aber auch andere Menschen, die sich von den beiden nicht überzeugen lassen. (Abwehr = graue Herzen) Trotzdem machen Paulus und Silas ihre Arbeit gern.

(3) In Philippi

Nach längerer Tätigkeit in Kleinasien, der heutigen Türkei, setzen sie über den Bosporus nach Europa über. Zuerst kommen sie nach Samothrake und Neopolis. Von dort reisen sie weiter Richtung Norden. Dort gibt es eine große Stadt, in der viele Menschen wohnen. Sie heißt Philippi. Da wollen sie hin. Philippi ist damals eine römische Stadt gewesen. Sie liegt in dem Land, das wir heute als Griechenland kennen.

(4) Am Fluss

Nach einigen Tagen in der Stadt gehen Paulus und Silas am Sabbattag an einen Fluss, der an Philippi vorbeifließt. Auch hier suchen sie Menschen, denen sie von Gott und Jesus erzählen können. Sie sind voller Begeisterung für ihre Sache. (Begeisterung = orangene Herzen; blaues Tuch für den Fluss) Dort am Fluss sind viele Frauen bei ihrer Arbeit. Sie waschen die Stoffe, um sie anschließend zu färben.

(5) Die Frauen

Paulus und Silas gehen zu ihnen. Begeistert erzählen sie die Geschichten, die sie mit Gott erlebt haben. Besonders gern berichtet Paulus von dem Tag, an dem er Jesus begegnet ist und ihn kennengelernt hat, als dieser seine Augen geöffnet hat. Viele der Frauen sind so in ihre Arbeit vertieft, dass sie keine Zeit für Paulus und Silas haben und ihnen nicht zuhören. Einige von ihnen sind sogar genervt, weil sie in ihrer Arbeit gestört werden. (Genervt sein = graue Herzen) Aber es gibt auch einige andere, die ihnen gerne zuhören und sich von ihrer Hoffnung anstecken lassen. (Hoffnung = grüne Herzen)

(6) Lydia

Da kommt eine wohlhabende Frau dazu, die ihnen auch aufmerksam zuhört. Sie heißt Lydia und ist eine Händlerin für Purpurstoffe. Sie ist neugierig, was Paulus und Silas von Gott erzählen. (Neugierde = oranges Herz) Denn sie weiß schon einiges von Gott. Lydia will alles ganz genau wissen, sie kann nicht genug von den Geschichten bekommen und hängt regelrecht an ihren Lippen.

(7) Die Taufe

Als Lydia Paulus’ und Silas’ Worte von Jesus hört, wird ihr Herz ganz warm und voller Liebe für ihn. (Liebe = rotes Herz) Sie strahlt von innen heraus und fühlt sich wie neugeboren.
Später geht Lydia zu ihrer Familie. Voller Begeisterung erzählt sie ihnen alles, was sie von Paulus und Silas gehört hat. Auch die Menschen in ihrer Familie öffnen ihre Herzen für Jesus.(Grüne und rote Herzen)
Miteinander fassen sie einen Beschluss, der ihr Leben verändert. Sie lassen sich in der Gemeinde taufen und bekennen so ihren Glauben an Gott und an Jesus.
Ob Paulus und Silas bei der Taufe dabei waren oder sie sogar selbst getauft haben, wissen wir nicht. Das hat Lukas in der Apostelgeschichte nicht aufgeschrieben. Wir wissen aber, wie es weitergegangen ist.

(8) Die Einladung

Lydia ist so dankbar für alles, was sie erfahren hat und was ihr geschehen ist, dass sie Paulus und Silas in ihr Haus einlädt. (Dank = gelbes Herz) Zuerst zögern Paulus und Silas. Aber Lydia bittet die beiden so hartnäckig, dass sie der Einladung schließlich doch folgen. Gemeinsam feiern sie in ihrem Haus, dass sich Lydias Herz für Jesus geöffnet hat.

Apostelgeschichte 16,23–34

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. GESTALTUNGSHINWEISE 

Liturgische Elemente
Lieder 

(außer denen unter »II. Liturgische Elemente«):
Alles ist dunkel
Du bist überall (Feiert Jesus! Kids 91);
Meine Hoffnung und meine Freude 
(KuS 230, KKL 355, Wwdl 180, HuT 134);
Sei mutig und stark 
(KKL 336, Feiert Jesus! Kids 76, Einfach Spitze 18)

Psalm

Siehe unter »II. Liturgische Elemente zur ganzen Reihe«
oder Übertragung zu Psalm 96 (in: Hoffnung kommt von Hüpfen, s. »Der besondere Tipp«)

Gebet

Großer Gott,
du hörst uns und du siehst uns
in jeder Situation unseres Lebens.
Es ist gut, dass du immer da bist.
Schenk uns Zuversicht und Hoffnung,
Mut und Trost, laut zu singen,
wenn wir uns einsam fühlen,
wenn wir uns eingesperrt fühlen,
wenn wir nicht weiterkönnen,
wenn wir nicht weiterwissen.
Du hörst und du siehst uns.
Danke, dass du da bist.
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Musikinstrumente basteln

Wir singen wie Paulus und Silas laut und voller Zuversicht. Die Instrumente werden selbst gebaut: Aus alten Eimern werden Trommeln. Aus Löffeln und hölzernen Stöcken perkussive Instrumente. Joghurtbecher werden mit kleinen Steinchen gefüllt, zugeklebt und zu Rasseln. Auch metallene Ketten, die bewegt oder aneinandergeratscht werden, rasseln wunderbar. Welche Ideen habt ihr noch, aus Alltagsgegenständen Musikinstrumente zu machen, um den Gesang zu unterstützen? Die Stimmen haben wir eh dabei.

Austausch

Die genannten Lieder können miteinander gesungen werden.

Der besondere Tipp …

Ergänzungs-Set Rhythmus-Instrumente
… mit fünf Instrumenten

Ein effektvoller »Lob-Start« gelingt auf jeden Fall schon mit dieser Sammlung.

€ 37,80

Best.-Nr. 9029

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & Erzählung für Jüngere

Anspiel
Personen: Erzähler*in, Paulus, Silas, Gefängniswärter; weitere Teammitglieder/ältere Kinder spielen einige andere Gefangene

Erzähler*in: Paulus und sein Freund Silas sitzen in der Stadt Philippi im Gefängnis. Dabei haben sie gar nichts Böses getan. Aber es gibt Männer in der Stadt, die sich über sie geärgert haben. Darum haben sie sich an den beiden gerächt. Sie haben Paulus und Silas verhaften lassen und falsche Dinge über die beiden erzählt. Die Richter haben den Männern geglaubt und Paulus und Silas bestraft.
Die Gefängniszelle ist stockdunkel und feucht. Sie liegt im untersten Stockwerk des Gefängnisses. Da, wo niemals ein Sonnenstrahl hineinreicht. Es stinkt fürchterlich: nach Abfällen und menschlichen Hinterlassenschaften. Ab und zu huschen große Ratten über den Fußboden. Das Gefängnis ist kein schöner Ort, sondern ein sehr trauriger und trostloser Ort.
Es ist mitten in der Nacht. Die Stadt schläft und auch alle, die im Gefängnis sind. Nur Paulus und Silas schlafen nicht. Irgendetwas hält sie wach. Eine Ratte? Oder ihre Schmerzen?
Paulus und Silas sitzen in der Gefängniszelle auf dem Boden, im Dreck. Ihre Hände und Füße sind in einem Holzblock festgemacht. Sie können sich kaum bewegen. Sie haben Schmerzen. Aber die beiden lassen sich ihren Schmerz nicht anmerken. Sie können sich zwar nicht bewegen, aber sie können sprechen.
Silas: Paulus? Ich kann dich nicht sehen.
Paulus: Ich kann auch nichts sehen.
Silas: Was machen wir jetzt?
Paulus: Wie meinst du das?
Silas: Na, wir können doch nicht so einfach hier rumsitzen.
Paulus: Also, ich kann mich nicht bewegen.
Silas: Ja, ich auch nicht. Aber hast du nicht eine Idee?
Paulus: Nun, wir können beten. Gott hört uns auch hier unten im Gefängnis.
Silas: Beten? Meinst du das ernsthaft?
Paulus: Wenn du nicht beten willst, können wir auch singen.
Silas: Ganz ehrlich – mir ist gerade nicht nach singen zumute.
Paulus: (Summt leise die Melodie »Meine Hoffnung und meine Freude«)
Silas: Singst du etwa, Paulus?
Paulus: Mmh. (Summt weiter)
Silas: Was singst du? Ich verstehe dich nicht.
Paulus: Ich singe ein Gebet.
Silas: Meinst du, dein Singen hilft uns?
Paulus: Wenn ich es nicht ausprobiere, kann ich das nicht wissen.
Silas: Mmh, da hast du recht.
Paulus: (Singt mehrmals) »Meine Hoffnung und meine Freude …« 
(Silas singt beim zweiten Mal mit.)
Erzähler*in: Der Gesang von Paulus und Silas dringt aus ihrer Gefängniszelle hinaus und in die anderen Zellen. Zu den anderen Gefangenen. Einer nach dem anderen wacht auf und lauscht dem Gesang der beiden. Dieser Gesang tut allen gut. Er gibt ihnen Hoffnung. Schon nach kurzer Zeit singen alle mit. 
(Alle Gefangenen singen gemeinsam)
Plötzlich erschüttert ein lautes Donnern das Gefängnis. Die Erde bebt, die Gefängnismauern geraten ins Wanken. Die Gefangenen schreien vor Angst. Aber Paulus und Silas singen unbeirrt weiter.
(Mitgefangene schreien verzweifelt, Paulus und Silas singen ruhig weiter.)
Mit einem gewaltigen Knall springen die Gefängnistüren auf, die gerade noch fest verschlossen waren. Auch die Fesseln der Gefangenen springen auf. Dann ist es wieder still. Niemand bewegt sich. 
Von dem Erdbeben und dem ganzen Lärm, den es verursacht hat, ist auch der Gefängniswärter wachgeworden. Völlig verstört und voller Angst nimmt er eine Fackel und läuft durch die Gänge. Was er sieht, ist schrecklich: Die Türen der Gefängniszellen stehen sperrangelweit offen. Auch die von Paulus und Silas. Dabei sollte er diese beiden doch ganz besonders bewachen.
Gefängniswärter: Oh nein, oh nein! Die Gefangenen sind weg! Das darf nicht sein! Das ist mein Ende …
Erzähler*in: Der Gefängniswärter hat große Angst vor den Männern in der Stadt. Und nun konnte er seine Aufgabe nicht erfüllen … Deshalb will er sich das Leben nehmen. Er zieht sein Schwert … In diesem Moment treten Paulus und Silas aus ihrer Zelle.
Paulus/Silas: Halt! Stopp! Tu dir nichts. Wir sind alle hier. Niemand ist geflohen. Hab keine Angst und fürchte dich nicht.
Erzähler*in: Erleichtert und erstaunt schaut sich der Gefängniswärter um. Aus allen Zellen treten die Gefangenen. Paulus und Silas haben die Wahrheit gesagt: Niemand ist geflohen.
Gefängniswärter: Ihr seid besondere Männer, das erkenne ich. Was muss ich tun, damit mein Leben gerettet wird?
Paulus: Komm mit uns. Glaub an Jesus, den Sohn Gottes. Dann wird dein Leben heil.
Gefängniswärter: Erzählt mir von Jesus. Ich will alles wissen. Und ich will glauben.
Erzähler*in: Der Gefängniswärter hat keine Angst mehr. Er nimmt Paulus und Silas mit in sein Haus, zu seiner Familie. Dort gibt er ihnen zu essen und zu trinken. Und er hört aufmerksam zu, was ihm die beiden von Gott und Jesus erzählen. Als die Nacht zu Ende geht und der Morgen graut, beschließt er:
Gefängniswärter: Ich will mich taufen lassen!

Lied: Alles ist dunkel

Text und Melodie: Bastian Basse aus: © Hoffnung kommt von Hüpfen.
Das Liederbuch, Luther-Verlag 2024
Das Lied ist aus rechtlichen Gründen nur in der Printversion »Evangelische Kinderkirche«, 
Heft 2-2026, abgedruckt und zu finden.


Der besondere Tipp

Die Kreativtasche

Immer wieder wird in der Arbeit mit Kindern Legematerial benötigt. Das beginnt bei der Gestaltung einer Mitte, geht über die Erzählung der Geschichte bis hin zu Impulsen für das vertiefende Gespräch. Die Kreativtasche ist genau damit angefüllt bis obenhin. Ein riesiger Fundus, um die Kreativität der Kinder (und die eigene) zu locken. »Alte Hasen« in der Kirche mit Kindern wissen, wovon hier die Rede ist. Die vielen Materialien sind in einer praktischen und ansprechenden Jutetasche untergebracht, in der sie auch gut transportiert werden können. Den genauen Inhalt könnt ihr aufgelistet unter
junge-gemeinde.de  einsehen. Viele Teile sind auch einzeln bzw. im Set nachzubestellen oder zu ergänzen.

€ 149,00, Best.-Nr. S1209

– Einrichtung einer Lydia-Ecke

Apostelgeschichte 16,9–15

I. Vorüberlegungen

Ein offenes Haus. Offene Herzen.

Aus der Geschichte lassen sich schnell Linien zu Überlegungen ziehen, wie wir uns heute Kirche vorstellen. Warum nicht einmal Lydia beim Wort nehmen und versuchen, die Herzen und Türen der Gemeinde zu öffnen? Aber wird man damit Lydia gerecht?
Immer wieder ist das so in biblischen Texten: In wenigen Sätzen wird eine Frau erwähnt. Die Zeilen machen neugierig, mehr zu erfahren. Dann aber zieht die Erzählung weiter, und es bleibt den Bibelwissenschaftler*innen überlassen, aus den wenigen Informationen des Textes ein größeres Bild zu zeichnen. So auch bei Lydia. Bei ihr sind die Exeget*innen zu Höchstform aufgelaufen. Aus den wenigen Angaben, die sich im heutigen Text finden, haben sie eine kleine Biografie ausgearbeitet.
Der Name deutet auf eine Herkunft als Sklavin aus Lydien hin, denn nur Sklaven wurden nach dem Ort ihrer Herkunft benannt. Sie muss aber inzwischen freigelassen worden sein, sonst könnte sie nicht selbstständig als Purpurhändlerin arbeiten. Außerdem ist sie vermutlich ledig, da sonst ihr Mann das Gewerbe führen würde. In der Bezeichnung »Gottesfürchtige« liegt zudem, dass sie zwar nicht von Geburt an Jüdin, wohl aber als Interessierte an die Synagoge angebunden ist.
Lydia ist also in vielerlei Hinsicht eine Person, die heraussticht: Sie hat sich hochgearbeitet, vermutlich dennoch ein anderes Ansehen als bürgerlich Geborene. Sie gehört nicht von Geburt zu den Erben des Judentums, verehrt aber auch nicht die römischen Götter. 
Diese Frau, die »zwischen den Stühlen« sitzt, öffnet ihr Haus, nachdem sie ihr Herz geöffnet hat. Sie schafft einen Raum für Gemeinschaft. Zu beidem soll durch diesen Entwurf angeregt werden.

II. Liturgie

Fragen-Kugellager

Die Kinder bilden einen Innen- und einen Außenkreis mit jeweils gleich vielen Kindern. Immer zwei Kinder (aus jedem Kreis eines) stehen sich gegenüber. Auf Kommando des Teams bewegt sich einer der Kreise um eine bestimmte Anzahl an (Kinder-)Positionen weiter. Die Kinder, die sich jetzt gegenüberstehen, bekommen eine Frage (s. unten) und sprechen 1–2 Minuten darüber. Danach werden ein paar der Antworten gesammelt. Danach dreht sich wieder ein Kreis und die nächste Frage wird gestellt. 

Mögliche Fragen:

Lydia kennenlernen

Auf einem großen Plakat ist der Umriss einer Frauenfigur gemalt: Lydia. Die unten aufgeführten Bereiche sind noch leer. Diese können gefüllt und an Lydia ergänzt werden. Zusätzlich können die Kinder die Kleider malen bzw. ausmalen und die Umrisse weiter ausgestalten. 

»Ehrenamtlichen-Speeddating«

Verschiedene aktive Menschen aus der Kirchengemeinde (oder auch aus nicht-kirchlichen Bereichen) werden in den Kindergottesdienst eingeladen und als Menschen vorgestellt, die wie Lydia dazu beitragen, dass Menschen sich willkommen fühlen. Menschen, die ihr Herz geöffnet haben. Diese Menschen sitzen nach der Geschichte in einer Reihe vor den Kindern. Die können sich dann – wie bei einem Speeddating – 3–4 Minuten mit einem davon unterhalten und erfahren, was diese ehrenamtlich machen und warum. Beim Gongschlag wird gewechselt, und die Kinder lernen jemand Neues kennen.
Je nach Anzahl der Kinder und Ehrenamtlichen, wird das Speeddating einzeln oder in Gruppen durchgeführt. 

II. Bausteine für die Lydia-Ecke

Ein offenes Haus schaffen – die »Lydia-Ecke«

Kirchen sind als Häuser Gottes eigentlich der Inbegriff von Häusern mit offenen Türen. In der katholischen Kirche ist das vielerorts selbstverständlich, in der evangelischen eher die Ausnahme.
Lydia öffnet zuerst ihr Herz und dann ihre Türen. Was für ein schönes Bild dafür, wie Kirche und christliche Gemeinschaft sein können! Lydia dient so als Anregung, mit den Kindern eine »Lydia-Ecke« oder einen »Lydia-Raum« zu gestalten. Wunderbar wäre das natürlich innerhalb des Kirchengebäudes (verbunden damit, die Kirche unter der Woche geöffnet zu lassen), oder als temporäres Angebot während des Gemeindefests, oder in – abgespeckter Form – nach dem Gottesdienst (als Alternative zum Kirchkaffee).
Der hier präsentierte Entwurf bietet Bausteine, mit denen entweder ein besonderer Kindergottesdienst gefeiert oder ein etwas aufwändigeres Projekt in der Gemeinde gestartet werden kann. Die Vision ist: Das offene Haus, das Lydia anbietet, in der Gemeinde Wirklichkeit werden zu lassen. 
Zum Beispiel als fest eingerichtete Lydia-Ecke im Eingangsbereich der Kirche: eine gemütlich gestaltete Ecke mit Tüchern (die mit den Kindern gebatikt wurden), einer Erfrischung, der Legegestaltung der Lydia-Geschichte, der Möglichkeit zum Austausch (darüber, was wichtig ist, um gehört und gesehen zu werden).

Mögliche Bausteine

Es wird vermutlich nicht möglich sein, alle Bausteine umzusetzen. Daher die Empfehlung, mit Augenmaß auszuwählen, was gut umsetzbar ist.

Das Haus einer Tuchhändlerin 
– Stoffe färben
Hierbei sollen – wie zu Lydias Zeiten – Naturmaterialien zum Färben der Stoffe genutzt werden: Kurkuma, rote Beete, Heidelbeeren. Oft braucht es gar nicht so außergewöhnliche Zutaten für eine gute Färbung. Auf utopia.de gibt es Anleitungen dafür (Suchbegriffe: Stoffe färben mit Naturmaterialien). Gefärbt werden können T-Shirts der Kinder (vorher ankündigen) oder Stoffe, mit denen später »die Ecke der offenen Herzen, Ohren und Augen« (Lydia-Ecke) gestaltet wird. 

Wo es gut riecht, fühlt man sich wohl
– Geruchsmemory
Hierfür kann mit den Kindern ein Geruchsmemory erstellt werden. Kleine Gläser werden mit Stoff so abgedeckt, dass nicht erkennbar ist, was drin ist, und mit einem Haushaltsgummi festgemacht. 
Beispiele für Füllungen: Lavendel, Zitronenschale, Orangenschale, Pfefferminze/-tee, Tannennadeln, Vanille(zucker), Zimt, Kaffee, Jasmin

Wer dankbar ist, fühlt sich wohl
– Dankbarkeitswand
»Dankbarkeit macht das Herz weich«. (Dieser Gedanke kann ins vorbereitende Gespräch einfließen.) Mit den Kindern werden Herzen ausgeschnitten sowie ein Schild geschrieben: »Wofür bist du dankbar? Was macht dein Herz weich?« Das Schild wird in der Lydia-Ecke aufgehängt. In dessen Nähe können die Besucher*innen die Blanko-Herzen beschriften.Ein gefärbtes Tuch (s. o.) kann so aufgehängt werden, dass die Herzen daran festgemacht werden können. 

Die Lydia-Bildergeschichte
Mit den Kindern werden noch einmal die wichtigsten Stationen in der Lydiageschichte erinnert: Vergangenheit als Sklavin, Freilassung, Erarbeitung von Wohlstand durch harte Arbeit, Aufeinandertreffen mit Paulus, Hören von Gottes Wort, Öffnung des Hauses. 
Danach wird besprochen, wer welches Bild (DIN A4) malt. Tipp 1: Es bietet sich an, sich auf eine einheitliche Darstellung der Lydia zu einigen. Z. B. Sie hat immer ein rotes Kleid an und kurze, schwarze Haare. Tipp 2: Je nach Gruppengröße werden noch weitere Szenen aufgegriffen (z. B. Hören von Gottes Wort am Fluss, im Dorf …) Sind alle Bilder fertig, werden gemeinsam Bildunterschriften formuliert. Die Geschichte kann in der Lydia-Ecke ausgelegt/aufgehängt werden. 

Gastfreundschaft zum Mitnehmen
– Gestalten von Spruchkärtchen
Die Kinder dürfen sich aus einer Auswahl an Bibelsprüchen einen aussuchen. Diesen gestalten sie in besonders schöner Weise auf ein DIN-A6-großes Papier. Die fertig gestalteten Kärtchen werden auf Tonkarton kopiert und vervielfältigt. Anschließend können sie in der Lydia-Ecke zum Mitnehmen ausgelegt werden. 

Gastfreundschaft schmecken 1
– Zubereitung von Zitronenlimonade
Die Kinder bereiten Zitronenlimonade zu, die es in der Lydiaecke zu trinken gibt. Rezepte dafür gibt es im Internet. 
Tipp: Diese Idee eignet sich für Lydia-Ecken, die zu einem festgelegten Zeitpunkt stattfindet (weniger für die dauerhaft bzw. längerfristig eingerichteten Lydia-Ecken). 

»Ich werde gehört!«
– Audiobotschaften zum Anhören
Paulus macht die Erfahrung: »Das, was mir wichtig ist, wurde gehört.« Die Lydia-Ecke kann ein Ort sein, in dem Menschen diese Erfahrung auch machen können. Und mit wenig technischem Aufwand kann diese Erfahrung auch den Kinder ermöglicht werden. 
Mit dem Aufnahmegerät eines Handy werden die Aussagen der Kinder aufgenommen zu dem, was ihnen wichtig ist. Die einzelnen Dateien werden dann zu einer einzigen Audiodatei zusammengeführt (z. B. mit der Freeware Audacity). Anschließend kann das Ergebnis über eine Bluetooth-Box und der Wiedergabe auf einem Handy (in Dauerschleife) für Besucher*innen der Lydia-Ecke hörbar werden. 
Soll dieser Punkt zum Mitmachen für die Besuchenden sein, werden sie in der Lydia-Ecke eingeladen, an eine Nummer eine Sprachnachricht zu senden, in der sie sagen, was ihnen wichtig ist. In diesem Fall wird die Audiodatei regelmäßig ergänzt, um dann auch mit den neuen Beiträgen abgespielt zu werden. 

Gastfreundschaft spüren
– Gastfreundschaftsplaylist 

Mit den Kindern werden Musikstücke gesammelt, bei der sie sich wohlfühlen. Daraus wird eine Playlist erstellt, die in der Lydia-Ecke läuft. 

Gastfreundschaft schmecken 2
– Backen von kleinen Leckereien
Wo es etwas Gutes zu essen gibt, fühlt man sich willkommen. Mit den Kindern wird gebacken, z. B. sog. Käsfüße, Minipizzen, Zimtschnecken …, die es in der Lydia-Ecke zum Genießen gibt. 

Der besondere Tipp …

Hier ein paar »Mitgebsel«, die für eine Lydia-Ecke geeignet sein könnten:

Die Holzherzen drängen sich geradezu auf!

Oder die
Bildkärtchen Schulanfang

Achtung! Der Name täuscht!
Das Bild vom guten Hirten und der Zusage auf der Rückseite »Sei begleitet auf all deinen Wegen« geben Kraft und Mut, immer wieder Alltagsheldin oder Alltagsheld zu sein.
Set mit 25 Kärtchen
€ 3,80 (ab 10 Sets je € 3,60);
Best.-Nr. 1790

junge-gemeinde.de

»… und sogleich öffneten sich die Türen« – Paulus und Silas

Pixabay – © Bettina Nørgaard

Apostelgeschichte 16,23–34

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes

Die heutige Geschichte endet mit der Taufe des Gefängniswärters und seiner gesamten Familie. Paulus und Silas werden ins Haus eingeladen, und ein Tisch wird ihnen bereitet. Miteinander am Tisch sitzen und gemeinsam essen, sich dabei an die Taufe erinnern und Danke sagen für die Gemeinschaft – ein schöner Abschluss auch für unseren Gottesdienst.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

»Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und es hörten sie die Gefangenen«. Paulus und Silas haben sicher auch geklagt, doch sie haben sich nicht von den negativen Ereignissen überwältigen lassen. Vielleicht haben sie sich zunächst gegenseitig Trost zugesprochen, miteinander etwas Hoffnung gesucht, sich vielleicht zu einer positiven Betrachtungsweise gezwungen. Wir wollen Kinder einladen, über ihre Ängste zu sprechen, Auswege zu suchen, nicht zu verzagen und nicht aufzugeben.

II. Bausteine

Liturgische Elemente
Lieder

Siehe unter »III. Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Festessen beim Gefängniswärter

Ein gemeinsames Essen vorbereiten und ein Freudenfest feiern.

»Segen to go« 

Von Anne Ebers (bei »minigottentdecker«, relimentar.de)

III. Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst

1. Begrüßung und Votum

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus 
und die Liebe Gottes 
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes 
sei mit euch allen.
Der Apostel Paulus hat diese Worte in seinem Brief an die Menschen in Korinth geschrieben. Und weil wir eine Geschichte aus seinem Leben hören, begrüße ich euch mit diesem trinitarischen Gruß. 
Paulus war ein ungewöhnlicher Mensch: Erst hat er die Christen verfolgt. Dann ist ihm Jesus erschienen, und er wurde selbst Christ. Paulus hat viele Menschen vom Glauben an Jesus überzeugt. Viele seiner Geschichten und Briefe finden wir auch heute in der Bibel. 

2. Lied

Einfach spitze, dass du da bist
(KuS 193, KKL 146)

3. Psalm (Psalm 23)

Wir hören heute die Geschichte von Paulus und Silas, als sie im Gefängnis eingesperrt waren. Schon damals waren die Psalmen bekannt. Vielleicht haben Paulus und Silas diesen Psalm in der Gefängniszelle gesprochen.

4. Eingangsgebet

Gott, du bist bei uns, wenn es uns gut geht.
Auch in den Zeiten, in denen es uns nicht gut geht, bist du bei uns.
In deinem Haus dürfen wir immer bleiben. 
Jesus, du bist zu uns in die Welt gekommen.
Du kennst alle unsere Gefühle, 
auch Angst und Zorn sind dir nicht fremd.
Du bist bei uns, tröstest uns 
und machst uns Mut.
Heilige Geistkraft, du erquickst unsere 
Seelen und schenkst uns voll ein.
Gemeinsam dürfen wir am Tisch sitzen 
und es uns gut gehen lassen. 

5. Lied

Halte zu mir, guter Gott
(KuS 456, KKL 328, EGplus 146, MKL1 52)

6. Geschichte

Für Jüngere: Ein Bewegungsspiel
Paulus und Silas sind im Gefängnis.
(Handgelenke überkreuzen)
Alles tut ihnen weh.
(Mit Händen tröstend über eigene Arme streichen)
Es ist dunkel.
(Augen zuhalten)
Paulus und Silas haben Angst. 
(Arme vor Brust überkreuzen, Oberkörper krümmen)
Was können sie tun?
(Handflächen nach oben drehen, Schultern nach oben ziehen)
»Zum Glück sind wir zusammen«, sagt Silas.
(Handflächen aneinanderlegen)
»Und Gott ist bei uns«, sagt Paulus.
(Finger zum Beten verschränken)
»Wir bitten Gott, dass er uns hilft!«
(Handflächen nach oben drehen)
»Lass uns singen«, sagt Paulus.
(Handflächen nach oben schieben, singen [z. B. »Vom Anfang bis zum Ende«])
Da beginnen die Mauern zu wanken.
(Mit Händflächen auf Oberschenkel patschen)
Da beginnt die Erde zu beben.
(Mit Füßen trampeln)
Und die Mauern stürzen ein.
(Mit Armen einen großen Bogen beschreiben)
Paulus und Silas staunen.
(Staunend gucken: große Augen, »Oh«)
Und danken.
(Hände mit geöffneten Handflächen nach oben)

Für Ältere: Ein Anspiel
Gespräch zwischen den beiden Kindern Sophia (S, Tochter des Gefängniswärters) und Alexander (A).
A: Mensch, Sophia, hast du heute Nacht das laute Krachen gehört? Ich hatte das Gefühl, die Stadt wackelt!
S: Ich habe das Krachen und Wackeln nicht nur gehört, Alexander. Ich war dabei!
A: Wie meinst du das: Du warst dabei?
S: Na, heute Nacht, als es so gewackelt und gekracht hat. Da war ich im Gefängnis und die ganzen Mauern haben gebebt. Alle Türen sind aufgesprungen.
A: Du warst im Gefängnis? Aber dein Papa hat doch gesagt, du darfst ihn nicht mehr zur Arbeit begleiten!
S: Ja, ich weiß. Papa mag das nicht, aber hin und wieder darf ich doch helfen. So viele Menschen sitzen dort in dunklen Zellen und niemand kümmert sich um sie. Sie sind dankbar für einen Becher mit frischem Wasser oder für ein kleines Gespräch. 
A: Aber jetzt erzähl: Was ist gestern passiert?
S: Zuerst sind die zwei Männer ins Gefängnis gebracht worden.
A: Meinst du Paulus und Silas? Von denen habe ich auch schon gehört. 
S: Ja, genau die. Sie haben einem Mädchen geholfen, das von einem bösen Geist gequält wurde. Der Geist hat ihr eingeredet, sie könne die Zukunft vorhersagen. Der Mann, der über sie bestimmt hat, hat Geld mit ihr verdient. Als Paulus den Geist vertrieben hat, war der Mann wütend. Jetzt konnte er ja kein Geld mehr mit ihr verdienen. Darum hat er Paulus und Silas verklagt: Sie würden Unruhe stiften und Ärger machen. Sie würden Dinge tun, die für Römer verboten seien. Die Beamten glaubten das und ließen Paulus und Silas hart bestrafen. Sie wurden geschlagen und dann ins Gefängnis geworfen.
A: Oh, das ist ja grässlich. 
S: Ja, sie waren schrecklich zugerichtet. Der Richter hat meinen Papa angewiesen, die beiden in der tiefsten Gefängniszelle einzusperren und sie streng zu bewachen. Das hat Papa auch gemacht. Er hat sogar ihre Füße in den Block gelegt und die Türen doppelt verriegelt. Das war natürlich etwas Besonderes. Deshalb wollte ich nicht wieder nach Hause, sondern habe mich versteckt, um das Ganze zu beobachten. 
A: Und dann?
S: Um ehrlich zu sein, dann bin ich eingeschlafen. Es muss so gegen Mitternacht gewesen sein, da bin ich aufgewacht. Da hat jemand gesungen!
A: Gesungen? Wer singt denn im Gefängnis? Da musst du dich verhört haben, Sophia. 
S: Ja, wahrscheinlich bin ich deshalb aufgewacht, weil das Singen so ungewöhnlich war für diesen dunklen und traurigen Ort. Ich bin dem Gesang gefolgt. Er kam aus der untersten Zelle. Aus der Zelle von Paulus und Silas.
A: Was für ein Lied war das denn, das sie gesungen haben?
S: Ein Loblied! Ein Loblied auf Gott.
A: Das ist jetzt nicht dein Ernst! Die sitzen da im Gefängnis, im Dunkeln, geschlagen und verletzt und singen ein Loblied?
S: Ja! Auch die anderen Gefangenen haben es gehört. Ich glaube, einige haben sogar mitgesungen.
A: Mitten in der Nacht – im tiefsten Verlies? – ein Loblied …
S: Ja, und dann hat die Erde gebebt! Die Wände haben gewackelt und alle Türen sind aufgesprungen. Sogar die Fesseln, die in den Wänden verankert sind, haben sich gelöst. 
A: Das Erdbeben hat man in der ganzen Stadt gespürt. 
S: Ja! Auch mein Papa ist aus seiner Wachstube angerannt. Er war ganz aufgeregt und hatte Angst, dass alle Gefangenen davongelaufen sind. Aber sie waren alle noch da.
A: Was, die Gefangenen sind nicht weggelaufen?
S: Nein, sie sind alle in den Zellen geblieben. Paulus hat ganz laut gerufen: »Wir sind noch da!« Da war Papa sehr froh. 
A: Hat er sie dann schnell wieder festgebunden?
S: Nein. Papa war so beeindruckt von dem, was passiert war. Da hat er Paulus gefragt: »Was muss ich tun, um gerettet zu werden?« Da haben Paulus und Silas von Jesus erzählt: Dass er Gottes Sohn ist. Und dass er für die Menschen gestorben ist, damit sie leben können und keine Angst mehr haben müssen.
A: Ach, deshalb konnten die beiden auch in ihrem dunklen Verlies sitzen und Loblieder singen …
S: Ja, sie vertrauen voll auf Jesus. Papa hat die beiden mit zu uns nach Hause genommen. Er hat sich um ihre Wunden gekümmert. Und dann haben wir ein großes Festessen gemacht – mitten in der Nacht. Paulus hat der ganzen Familie von Gott und Jesus erzählt. Und dann haben wir uns alle taufen lassen! Ach, Alexander, das war so schön.
A: Ich will auch die Geschichten hören. Kannst du sie mir erzählen?

7. Lied

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (KuS 398, KKL 193, HuT 89)

8. Vertiefung z.B. Tauffest im Haus des Gefängniswärters

Paulus und Silas saßen im tiefsten Gefängnis. Sie waren gefangen in der Dunkelheit und doch haben sie Gott ein Loblied gesungen. Gott hat das Gefängnis zum Wanken gebracht und beide befreit. Dennoch sind sie geblieben. Mit ihrem Verhalten haben Paulus und Silas den Gefängniswärter so sehr beeindruckt, dass auch er zu Jesus gehören wollte. Im Haus des Gefängniswärters haben sie dann zusammen gegessen, gefeiert und Gott gelobt. Auch wir wollen miteinander essen und Gott loben …

9. Fürbitten

Gott, 
manchmal ist meine Angst so groß,
dass alles nur noch dunkel ist.
Manchmal fühle ich mich alleine.
Ich denke: Niemand kann mir helfen.
Dann fühle ich mich gefesselt 
und wie in einem Gefängnis eingesperrt.

Gott, 
dann mag ich mich daran erinnern, 
dass du mein Hirte bist.
Dass du deinen Sohn geschickt hast, 
um mich zu retten.
Dass du bei mir bist, auch in finsteren Tälern.

Gott,
dann gibt mir die Kraft, dich zu loben.
Dann gib mir den Mut, mir Hilfe zu holen.
Dann lass mich deine Nähe spüren.
Lass mich Trost finden in den Worten, 
die Jesus uns gegeben hat:

10. Vaterunser
11. Lied 

Komm, Herr, segne uns 
(EG 170, KuS 161, KKL 287)

12. Segen
Der besondere Tipp …

Paulus im Gefängnis
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Passend zur Geschichte
Best.-Nr. 3664

Paulus wird Apostel
Bildkartenset fürs Kamishibai-Erzähltheater

Passend für Hintergrundinfos
Best.-Nr. 3646
Nur € 9,00 Beide 50 % reduziert!

Solange Vorrat reicht! Zu beiden gibt es auch das Minibüchlein – zum Mitgeben für die Kinder und zu Hause Lesen und Anschauen.
Mini: Paulus im Gefängnis, Best.-Nr. 3675
Mini: Paulus wird Apostel, Best.-Nr. 3656
je € 2,50

Der besondere Tipp zum Nachspüren …

Einfach spitze
Notenausgabe

150 der bekanntesten und beliebtesten Kinderhits von Daniel Kallauch, Margret Birkenfeld, Mike Müllerbauer u. v. a.; mit Melodien, Texten, Akkorden.

€ 15,00; 

Best.-Nr. 3532



junge-gemeinde.de

4. Mose 6,22–27

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Segen mit allen Namen

Die persönliche Anrede im Segen wird betont, wenn die Namen aller Anwesenden genannt werden. Dazu singen wir die Melodie des Spiritual »Kumbaya, my Lord« (KKL 254) mit folgendem Text:
Und Gott segne dich, (Namen singen),
und Gott segne dich, (nächsten Namen singen),
und Gott segne dich, (nächsten Namen singen),
nimm den Segen mit nach Haus.
So lange weitersingen, bis für alle Anwesenden namentlich der Segen erbeten wurde. 

Kreative Umsetzung der Geschichte

Siehe dazu »III. Erzählung für die Jüngeren«. 

Der besondere Tipp …

Ergänzungs-Set Rhythmus-Intrumente

Die fünf Rhythmus-Instrumente können von allen Kindern sofort gespielt und eingesetzt werden. 

So macht Singen noch mehr Spaß!

Mit Rassel, Klapper, Schnatterstab, Triangel und einem Paar Klangstäbe.

€ 35,00; 

Best.-Nr. 9029

junge-gemeinde.de

Der besondere Tipp …

Singend mit Gott groß werden

Lieder und Geschichten für Kinder von 3 bis 8 Jahren

Dieses Buch begleitet durch das ganze Kirchen- und Kalenderjahr. 

Es kann sofort eingesetzt werden, um mit Kindern zu singen, sich zu bewegen, zu spielen und sich zu besinnen. 

160 Seiten;

€ 29,95; 

Best.-Nr. 3839

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Material: 1 Tuch; etwas Sand, einige kleine Figuren (Erzähl- oder Kegelfiguren); etwas Goldglitzer oder eine goldene Kette.
Sand, Sand, Sand … eine ganze Wüste.
(Sand auf das Tuch streuen und verteilen.)
Viele Leute gehen durch die Wüste. 
Das ganze Volk Israel.
(Einige Figuren als Gruppe in den Sand stellen.)
»Es ist so anstrengend! Seit Tagen gehen wir durch die Wüste.«
»Gott wollte uns den Weg zeigen. Ist er noch bei uns?«
»Hier machen wir eine Rast. 
Morgen geht es weiter.«
(Figuren zum Schlafen hinlegen.)
Am nächsten Morgen stehen sie wieder auf. Aaron ist einer von ihnen.
Jetzt stellt er sich vor die anderen und spricht zu ihnen:
(Figuren entsprechend stellen)
Er sagt: »Hört zu! Heute Nacht hat Gott zu mir gesprochen. 
Ich soll euch sagen:
>Gott segne euch und behüte euch.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.<
»Das ist schön!«, sagen die Leute. 
»Aber manches klingt auch komisch.«
»>Angesicht leuchten< und so …«
»Was das wohl bedeutet?«
(Bei diesen Fragen immer zwei Figuren einander zuwenden. Danach wieder zurückdrehen und zu Aaron schauen lassen.)
Aaron sagt: 
»Gott will uns alle segnen und behüten.
Er will uns freundlich anschauen und weiterhelfen.
Er will lächeln, bis wir ganz zufrieden sind.«
Und da ist es ihnen allen, 
als ob Gottes Kraft zu ihnen kommt und sie ganz ausfüllt.
(Etwas Goldglitzer über die Gruppe streuen oder die goldene Kette um die Gruppe herumlegen.)
»Kommt!«, sagen alle, »jetzt gehen wir weiter. Und Gott geht mit.«

Erzählung für Ältere

Die Wüste will nicht enden

Da sitzen sie im Zelt zusammen: Mose und Aaron und ihre Schwester Miriam und noch ein paar andere Menschen. Sie alle haben den Auszug aus dem Sklavenhaus in Ägypten geleitet. Sie waren vorangegangen am Schilfmeer, als das Wasser sich teilte. 
Und nun? Nun wandern sie durch die Wüste. Das ganze Volk. Hin- und hergerissen zwischen der Begeisterung über die Errettung aus Ägypten und der Verzweiflung, dass die Wüste nicht enden will. »Ob Gott noch immer mit uns zieht?«, so fragen sie sich manchmal. »Ob er uns wohl heil ankommen lässt in dem neuen Land, in dem wir leben können?«

Ist Gott noch da?

»Mose!«, ruft das Volk. »Mose und ihr anderen alle, kommt heraus aus eurem Zelt und antwortet. Ist unser Gott noch bei uns, begleitet er uns und zeigt uns auch mal den Weg? Oder gehen wir immer im Kreis hier in der Wüste?«
Sie warten vor dem Zelt des Mose. Das kennen sie schon. Es dauert immer lange, bis er auf ihre Fragen etwas antworten kann. 
»Es ist, als ob er mit Gott spricht. Als ob die beiden ganz eng miteinander verbunden sind, wie verschmolzen. Als ob Mose die Gedanken Gottes hören kann. Vielleicht kann er uns die Antwort sagen.« So reden die Leute vor dem Zelt und warten und warten.

Tiefe Gedanken

Dann, irgendwann, wird der Zeltstoff beiseitegeschoben. Doch nicht Mose erscheint – Aaron ist da. Der spricht mit lauter Stimme zum ganzen Volk:
»Hört zu! Mein Bruder Mose kann noch nicht zu euch sprechen. Er ist noch ganz versunken in den Gedanken, die er von Gott gehört hat. Aber ich will sie euch sagen, und ihr sollt sie dann den anderen weitersagen. Es sind eindringliche Worte, die man nicht so dahinplappert. Sie sind wie ein Versprechen Gottes, immer bei uns zu bleiben und Angst und Ärger zu vertreiben.«

Was sind das für Worte?

Ein Gemurmel setzt ein: »Das wäre ja großartig.« – »Es gibt so viel Angst, dass wir immer weiter durch die Wüste laufen müssen …« – »Dann macht Gott das alles?« – »Aber laufen müssen wir schon noch selbst!« – »Und was sind das für Worte von Mose?«
Aaron hebt die Hand. 
Es wird still. Ganz still.
Aaron hebt seine beiden Hände. Manche von denen, die zuhören, haben das Gefühl, als ob da ein Strom von Zuversicht aus seinen Händen fließt und sie alle erfüllt. Aaron spricht langsam und betont jedes Wort:
»Unser Gott segne dich und behüte dich.«
Aaron schaut sie alle an, als hätte er 
diese Worte jeder Einzelnen ganz 
persönlich gesagt.
»Unser Gott lasse sein Angesicht freundlich leuchten über dir und sei dir gnädig.«
Bei diesen Wort halten einige sich die Hand vor die Augen. Ob sie weinen? 
Was denken sie in diesem Moment?
»Unser Gott hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.« 
Es ist immer noch ganz still. 
Das Wort »Friede« hat so einen tiefen Klang. Sie denken dabei an die Ägypter, die im Schilfmeer ertrunken sind. 
Sie denken an vieles, was sie in der Wüste erlebt haben. 
Es war selten Friede. 
Und jetzt steht Aaron da und sagt ihnen diese Worte.
»Sprecht sie jeden Tag«
»Geht in eure Zelte«, sagt Aaron. »Geht zu euren Freundinnen und Freunden und Familien. Gebt die Worte weiter an das ganze Volk. Sprecht sie jeden Tag. Denn unser Gott will uns segnen.«

Der besondere Tipp …

Das Leben des Mose
Irmgard Kaschler
Escape-Room-Spiel zur Bibel 

Die Geschichte des biblischen Mose mit Knobeleien Rätseln spielerisch kennenlernen. 
Für Kinder von 8–12 Jahren. Immer wieder verwendbar.

Das notwendige Arbeitsmaterial kann ohne zusätzliche Kosten heruntergeladen und in der benötigten Menge ausgedruckt werden. 

€ 17,00; 

Best.-Nr. 2161

M. Graf-Zanker/L. Sauter
Die Gebete-Box für die Grundschule

60 aktivierende Gebetekarten für den Schulalltag
Die Box ist in sechs Bereiche gegliedert, die sich am Schulalltag orientieren.

€ 26,80; 

Best.-Nr. 3703

junge-gemeinde.de

Philipper 4,4–9

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Mehr als alle unsere Gedanken über Gottes Reich steht eine Zusage Gottes, die höher ist als alle unsere Vernunft. Unsere Gedanken mögen klug und einsichtig sein, aber Gottes Gedanken sind größer und umfassender und werden uns ganz bewahren. Das ist der Segen.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Segenslied

Mit Bewegung und zwei Engelsflügeln: 
Du, Gott, stützt mich 
(KuS 463, KKL 335, Wwdl 129)
Wir stehen eng nebeneinander im Kreis. 
Bei »Du, Gott, stützt mich« geht der rechte Arm ganz nach oben und dann in einem Bogen auf den Rücken der Person rechts neben mir.
Bei »Du, Gott, stärkst mich« geht der linke Arm ganz nach oben und dann in einem Bogen auf den Rücken der Person links neben mir.
Bei »Du, Gott, machst mir Mut« streichen wir aufmunternd unserer Nachbarin oder unserem Nachbarn über den Rücken.
Dann die beiden »Engelsflügel« wieder auflösen, damit sie bei der Wiederholung erneut bereit sind.
Wenn alles klappt, lässt sich das Ganze auch als Kanon singen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Figurenspiel

Siehe hierzu »III. Erzählung für Jüngere«

Der besondere Tipp …

Paulus im Gefängnis

Bildkarten-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater

12 DIN-A3-Illustrationen, die die Geschichte von Paulus und Silas im Gefängnis (nach Apostelgeschichte 9; 13 und 16) erzählen. Mit vollständigem Textvorschlag auf einer Extrakarte zu jedem Bild.

€ 18,00; 

Best.-Nr. 3664

Mit Musik das Leben feiern!

Für Dich! Heft 7/2024

Biblische Geschichte von Paulus und Silas im Gefängnis; Infos zum Singen und Tanzen in der Bibel; Rasselbasteln und zwei eigens komponierten Liedern zur Geschichte (davon eine Body-Percussion).

€ 2,20 (ab 10 Ex. je € 2,00; ab 40 Ex. je € 1,80); 

Best.-Nr. 101-7/24

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Material: Paulus-Figur; Stift; Papier; Bauklötze (s. gelben Hinweisblock rechts); Kerze; Streichhölzer; Goldglitzer
Paulus sitzt im Gefängnis. Er schreibt einen Brief.
(Paulus-Figur samt Stift und Papier hinlegen.)
Er schreibt: »Es geht mir gut. Ich kenne Jesus und darum geht es mir gut. Manche fragen mich, wie es mir gut gehen kann, wenn ich doch im Gefängnis sitze? 
Ich habe nichts Schlimmes gemacht. Aber trotzdem bin ich im Gefängnis und kann nicht raus. Vielleicht nie wieder.«
(Mit Bauklötzen eine Mauer um Paulus bauen; Paulus soll noch zu sehen sein.)
Und weiter schreibt er: »Schön ist es hier nicht. Das Essen schmeckt auch nicht. Niemand von draußen kann mich besuchen. Aber ich kenne Jesus. Manchmal merke ich, dass er mich besucht, ohne dass ich ihn sehe. Dann kommt ein tiefer Friede in mein Herz.«
(Kerze anzünden und zu Paulus stellen.)
Paulus schreibt: »Der Friede Gottes kommt in mein Herz. Auch wenn ich es nicht recht verstehe. Aber Jesus hat mir den Frieden gebracht. Und er wird wiederkommen.«
(Goldglitzer über Paulus streuen.)
Ein paar Tage später ist Paulus wieder frei.

Der besondere Tipp …

Die nachfolgenden Artikel sind eine gute Ergänzung zu den Holzkegel-Figuren.

Holzbausteine

100 Holzbausteine aus Buche  (im Leinensack)
Verschiedene Größen;

€ 29,00;

Best.-Nr. 1784

Holzstäbe-Set

20 Vierkantstäbe aus Buche (im Beutel)

Maße: 10 x 1 x 1 cm;

€ 11,00; 

Best.-Nr. 474

Holzscheiben-Set

20 Holzscheiben aus Buche (im Beutel)
Maße: Ø 4 cm; 1 cm hoch;

€ 8,00; 

Best.-Nr. 475

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Im Gefängnis

Paulus sitzt im Gefängnis. Der Arme, er hat doch gar nichts Schlimmes gemacht. Er hat sich nur auf den Marktplatz gestellt und von Jesus erzählt. Und dann kam er ins Gefängnis. Sehr gemein.
Und was macht Paulus im Gefängnis? Er schreibt einen Brief. 
Das ist aber komisch. 
Warum beschwert er sich nicht? 
Warum schreit er nicht laut »Ich will hier raus«? 
Und was schreibt er da?
Paulus schreibt: »Ich sitze hier im Gefängnis. Das macht mir aber nichts aus.«
Da kommt ein andere Gefangener zu Paulus. Ja, in dem Gefängnis konnten sich manche Gefangene immer wieder besuchen. Der andere Gefangene hat ein ganz verheultes Gesicht. Er schreit immer wieder: »Ich will hier raus!« Und dann haut er mit der Hand immer wieder gegen die Mauer. Das nützt ihm natürlich gar nichts, da tut die Hand nur weh und ist blutig.

»Was schreibst du da?«

Dann fragt er Paulus, der den Brief schreibt. »Was schreibst du denn da?« – 
»Ich freue mich. Das habe ich geschrieben«, sagt Paulus. »Ich freue mich, weil ich Jesus kenne. Alle können sich freuen, weil sie Jesus kennen.«
Der andere Gefangene schüttelt den Kopf: »Das verstehe ich nicht. Das geht über meinen Verstand.«
Paulus nickt. »Ja, das geht vielleicht auch über meinen Verstand. Vieles verstehe ich nicht auf dieser Welt. Aber dass ich mich über Jesus freue, hilft mir.«
Der andere guckt verständnislos. »Aber du bist doch hier gefangen.«
Paulus nickt wieder. »Das ist ärgerlich. Aber anderes ist mir wichtiger: Ich habe meinen Frieden mit Gott. Das ist mir wichtiger als die Freiheit und alle klugen Erklärungen. Gott wird mein Herz bewahren.«
Der andere dreht sich um und geht. »Komischer Kerl, der Paulus«, denkt er. »Aber ich wäre froh, wenn ich auch so gelassen sein könnte.«

Freude über Gott

Paulus schreibt weiter an seinem Brief: »Liebe Leute in Philippi! Freut euch über Gott. Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, soll eure Herzen und Sinne in Jesus Christus bewahren.«

4. Mose 6,22–27

I. Vorüberlegungen

II. Bausteine

1. Liturgie

Kurze Segensworte und Segenslieder (oder kurze Stücke aus längeren Liedern), die mit den Kindern durch Wiederholung gut erlernt werden können:

Segenslieder

Immer und überall/Vom Anfang bis zum Ende = Bezug zur Geschichte
(KuS 196, KKL 315, Wwdl 205, EGplus 42); Segne uns mit der Weite des Himmels/Segne, Vater, tausend Sterne = Kehrvers passt z. B. zur »Sternenkiste« (KuS 416, KKL 281, EGplus 39);
Gott, dein guter Segen = 1. Strophe passt z. B. zum »Segenszelt«
(KuS 176, KKL 274, Wwdl 44, EGplus 33);
Segne uns, o Herr! = hier wird der aaronitische Segen wiedergegeben (KuS 181, EG WUE 564, Durch Hohes und Tiefes 230);
Ausgang und Eingang 
(EG 175, KuS 160, KKL 156);
Viel Glück und viel Segen = kann auch ohne Geburtstag gesungen werden (KuS 492, KKL 30)

Segensworte

Segen von Gott bekommst du geschenkt,
weil er dich behütet und stets an dich denkt!
Gott hat dich lieb, wie wunderbar,
beschützt dich immer, ist doch klar.
Er ist bei dir auf allen Wegen,
so schenke er dir seinen Segen.
In KuS sind ebenfalls einfache Segen und Segensrituale zu finden (ab 728).

2. Geschichte

Gerade sitzen

»Na, spielst du schön, Juli?«, fragt Mama. Sie steht in der Kinderzimmertür und schaut gespannt zu Julius, der schon lange damit beschäftigt ist, seine Kuscheltiere, ganz viele Legofiguren, den Spiderman und sogar die Elsa-Puppe seiner Schwester in einer Reihe hinzusetzen. Immer wieder kippt eines um. Dann werden auch andere mit umgeworfen. Und Julius muss wieder von vorne beginnen. »Die sollen jetzt alle mal gerade sitzen«, mault er deshalb. 

Jetzt der Segen

»Jetzt soll der Segen kommen, und da können die doch nicht so kreuz und quer liegen!« Vorwurfsvoll zeigt er auf den Teddy. Der hat sich schon wieder hingelegt und streckt die Beine in die Luft. »Müssen sie alle in einer Reihe sitzen?«, fragt Mama. »Geht das mit dem Segen nicht auch bei einem Durcheinander?« – »Nein, das geht nicht!«, meint Juli entschieden. »In der Kirche, bei den Erwachsenen, da stehen auch immer alle ordentlich in den Reihen, wenn der Segen kommt.« Energisch setzt er den Teddy wieder auf. Dann hebt Juli beide Hände und sagt laut und deutlich: »Jetzt bekommt ihr Segen, dass Gott euch beschützt und dass euch nix Schlimmes passiert!« Er nimmt die Hände wieder runter und schaut seine Mama fragend an. Ob das so richtig war? 

Genau wie der Pfarrer

Im Gottesdienst war es zumindest so – oder so ähnlich, erinnert sich Julius. Ihm hat besonders gefallen, wie der Pfarrer die Hände hochgehalten hat. Da hat er die weiten Ärmel gut sehen können. Auch was der Pfarrer gesagt hat, hat Juli gut gefallen. 
Jetzt wird Juli unsicher: »Das, was der Pfarrer gesagt hat, war anders. Irgendwas mit einem Gesicht. Ein Gesicht, das leuchtet.« Deshalb fragt Juli seine Mama: »Wie muss ich das nochmal genau sagen?« – »Ich finde, du hast das schon sehr schön gesagt«, meint Mama. Sie setzt sich zu Juli auf den Boden. Julius ist nicht zufrieden: »Aber ich will es genau wie der Pfarrer sagen. Sonst ist es doch nicht richtig!« Mama lächelt. »Die Worte können beim Segen auch mal anders sein. Trotzdem sagen die Erwachsenen oft dieselben Worte, um zu segnen. Und wenn du die schön findest, dann sag ich sie dir gerne: 
>Der Herr segne dich und behüte dich. 
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. 
Der Herr erhebe sein Angesicht über dich 
und gebe dir Frieden.<«

Gottes Versprechen

»Ja!«, ruft Juli begeistert, »genau so war es. Woher weißt du das so genau?« – »Weil das ganz alte Worte sind. Sie werden in fast jedem Gottesdienst als Versprechen genau so zu uns gesagt. Wie du sie eben beim Erwachsenengottesdienst auch gehört hast.« – »Wie alt sind diese Worte denn genau?«, will Julius wissen. »Uralt!», antwortet Mama. «Diese Worte hat Gott für seine Menschen ausgesucht, weil er sie liebt und sie immer begleitet. Sie sind Gottes Versprechen an die Menschen. Damals und auch noch heute. Durch diese Worte sollen die Menschen immer wieder hören, wie nahe Gott bei ihnen ist.« – »So nahe, dass sie sein Gesicht leuchten sehen?«, fragt Juli. Mama lacht: »Ich denke nicht, dass Gott wie eine Lampe ist, oder?« – »Nein«, antwortet Juli, »aber manchmal sagt Papa, dass mein Gesicht strahlt, wenn ich ganz glücklich bin. Vielleicht heißt es, dass Gott uns anlachen soll.« – »Das ist ein guter Gedanke, Juli«, sagt Mama. »Und wenn man jemanden anstrahlt oder anlächelt, dann zeigt man ihm, wie sehr man ihn mag.«

Segen für alle?

Julius überlegt einen Moment, dann klatscht er begeistert in die Hände: »Weil Gott uns so sehr mag, deshalb lächelt er uns an. Und deshalb behütet er uns immer und ist überall bei uns. Das ist schön!« Dann überlegt er: »Aber das mit dem Frieden, den er uns gibt, das stimmt nicht. In anderen Ländern gibt es Krieg. Gottes Segen soll doch aber für alle Menschen sein, oder?« Jetzt überlegt auch Mama. »Weißt du«, sagt sie dann nachdenklich, »das mit dem Frieden ist ein guter Wunsch. Leider ist er nicht auf der ganzen Welt da, der Frieden. Gott wünscht sich für alle Menschen Frieden! Das klappt nicht immer, weil die Menschen das oft nicht besser hinkriegen. Aber gerade deshalb sagen wir es jedes Mal. Wir wollen es nicht vergessen. Denn Frieden kann auch im Kleinen da sein. Wenn zum Beispiel jemand, der sich viele Sorgen macht, mal weniger darüber nachdenkt. Oder wenn jemand, der gestresst ist, einen Spaziergang macht.« – »Oder wenn jemand mit der Schwester spielt, ohne zu streiten«, ergänzt Juli. 

Alte und neue Worte

»Genau«, freut sich Mama. »Gut, dass wir diese alten Worte haben. Aber man kann beim Segen auch andere, neue Worte nehmen: 
>Gott behüte dich an diesem Tag und passe auf dich auf.< Und dabei nehme ich dich fest in den Arm.« Mama drückt Juli an sich und er kuschelt sich in ihre Arme. Das fühlt sich so schön an. Da fühlt er richtig, wie er beschützt wird. »So kann ich den Segen sogar spüren«, jubelt er. »Manchmal spürst du den Segen auch, wenn ein anderer dir dabei die Hand auf den Kopf legt oder auf die Schulter«, sagt Mama. »So, wie wir es neulich im Familiengottesdienst gemacht haben. Erinnerst du dich?« Julius nickt: »Da haben wir auch das Lied vom Segen gesungen, der auf uns regnet.« – »Genau«, sagt Mama. »Im Kindergottesdienst haben wir uns früher zum Segen alle im Kreis aufgestellt und an den Händen gehalten. Daran erinnere ich mich noch gut. So konnten wir alle durch die Hände der anderen die Nähe Gottes spüren. Wir konnten spüren: Wir gehören alle zusammen.«

Mit dem Segen weitermachen

Das gefällt Julius auch sehr gut. Toll findet er, dass das mit dem Segen so unterschiedlich gemacht werden kann: Lieder singen. Die alten oder auch neue Worte sagen. Und den Segen auch sehen und spüren.
Jetzt möchte Julius seine Kuscheltiere und Figuren in einen Kreis stellen, wenn er mit dem Segen weitermacht. Sie werden zusammen das Segenslied singen, das ihm so gut gefällt. Und dann sagt er die alten Worte, die Mama vorhin wiederholt hat – zumindest die, die er noch weiß. Jetzt muss er sich nur noch überlegen, wie er es schafft, dass sein dicker Teddy der kleinen Legofigur daneben die Hand gibt.

III. Kreative Ideen zur Vertiefung

Um die Kinder den Segen erleben zu lassen, gibt es unzählige tolle Methoden und Ideen. Die Kinder spüren dabei Nähe und Geborgenheit. Nachfolgend einige Vorschläge, Segen mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Für den Sonntag wird dann eine Methode ausgesucht, 

Das übliche Segensritual, das den Kindern bekannt ist und dazugehört, wird wie gewöhnlich, ganz normal (zusätzlich) durchgeführt.

Segen mit Duftöl

Den Kindern werden Segensworte zugesprochen. Dabei bekommen sie Duftöl auf Hand oder Stirn getupft. Wichtig sind dabei

Die Kinder fragen, ob sie Öl aufgetragen haben wollen und wenn ja, wo. Alle sollen sich wohlfühlen. Duftöl bleibt unsichtbar – wie der Segen, doch zum Nachspüren und Nachriechen erhalten.
(Wer kein Öl aufgetragen haben möchte, bekommt dennoch ein Segenswort zugesprochen.)

Segenssymbole

Verschiedene einfache Symbole, die für den Segen stehen, werden vorher ausgedruckt (Hand, Wolke, Haus, Schirm, Sonne …) und von den Kindern ausgemalt und ausgeschnitten. Jedes Kind sucht sich das Symbol aus, das ihm am besten gefällt, und klebt es auf eine kleine Karte. Diese kann noch mit Glitzer-
steinen, buntem Klebeband und anderen 
Dekoartikeln verziert werden. 

Segenszelt

Mit Tüchern und Decken, die über einen Tisch gelegt (und evtl. befestigt) werden, wird ein Zelt gebaut. Innen wird es mit Decken und Kissen gemütlich eingerichtet. Nun kriechen die Kinder hinein und können Geborgenheit erfahren. 
Wichtig ist es, die Zeltgröße der Anzahl der Kinder anzupassen, damit es nicht zu eng ist.

Sternenkiste

Ähnlich wie beim Segenszelt, spüren die Kinder hier die Geborgenheit durch einen begrenzten, gemütlichen Raum. In einen großen Pappkarton (so dass ein Kind bequem darin Platz findet) werden oben Löcher gemacht. Durch diese werden die LED-Lämpchen einer Lichterkette gesteckt, die wie ein Sternenhimmel leuchten.

Segensworte/Segenslied

Den Kindern werden einzeln Segensworte zugesprochen oder ein kurzes Segenslied zugesungen (Beispiele hierfür bei »Segenslieder«, Seite 93). Dazu stellen sich die Kinder um das zu segnende Kind im Kreis herum. Sie sprechen dem Kind in der Mitte gemeinsam das Segenswort zu (oder singen ihm das Segenslied). 
Wichtig ist, darauf zu achten, dass sich die Kinder, die in der Mitte stehen und gesegnet werden, in ihrer Position wohlfühlen. 
Alternativ bleiben sie an ihrem Platz im Kreis stehen. 
Tipp: Durch das Wiederholen der Worte/des Liedes, lernen die Kinder es ganz nebenbei auswendig.

Segen schmecken

Gemeinsam überlegen, wie Segen schmecken könnte. Zuckerwatte für die Kinder mitbringen und die Kinder nach dem gesungenen oder gesprochenen Segen probieren lassen. Die Kinder sammeln: »Segen ist weich und zart und süß!«

Segen mit Musik

Die Segenshandlung (einzeln zugesprochener Segen, mit oder ohne Berührung …) wird von ruhiger Instrumentalmusik begleitet. 

Der besondere Tipp …

Segen, der unter die Haut geht

Zur Gestaltung von Segensfeiern

Enthält (von links nach rechts):

  • Salböl (30 ml aus natürlichen, ätherischen Ölen wie z. B. Nardenöl) 
  • 16-seitige Broschüre »Segen, der unter die Haut geht« (hg. von Alma Grüßhaber)
  • Keramik-Schälchen (Ø 6 cm)
  • Keramik-Gefäß (ca. 8 cm hoch)

Alles in einem Karton beieinander.

€ 24,90; 

Best.-Nr. S1510

junge-gemeinde.de

Gott segne und behüte dich

4. Mose 6,22–27

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder zu sehen und zu stärken, macht sie stark für das Leben! Der Segen Gottes kann hier eine besondere Rolle spielen. 
Drei Gedanken dazu:

1. Der aaronitische Segen in seinem geprägten Wortlaut mag fremd klingen, hat aber eine ganz eigene Kraft, die die Kinder in dieser Form kennenlernen sollten. (Auch, weil er in vielen Gemeinden zum Gottesdienst gehört.) Mithilfe dieser alten Worte wird das Segnen der einzelnen Person heute hineingestellt in den großen Kontext der Geschichte Gottes mit seinem Volk und uns Menschen. Wir sind Teil einer großen, gesegneten Gemeinschaft!

2. Segen braucht keine kognitiven Voraussetzungen, um erfahrbar zu werden. »Ich bin gesehen, ich bin gemeint« – das ist etwas, das sich nicht nur hören, sondern auch spüren, sehen, vielleicht sogar riechen oder schmecken lässt.

3. Wenn im Gottesdienst die segnende Person die Hände zum Segen hebt, machen Kinder das oft nach. Das erinnert daran, dass Segnen nicht an ein bestimmtes Amt gebunden ist. Alle Menschen dürfen segnen und den Segen weitergeben. Er ist immer »gleich viel wert«. 

II. Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gesprächsimpulse

(Lieder: Segne uns mit der Weite des Himmels; Gott, dein guter Segen; Psalm: 145)

Alternativ: Wie würdet ihr Segen malen? Womit würdet ihr Segen vergleichen? 
(Z. B. Gott lächelt mich an.)

Kreativ werden

Mit Zuckerkreide 
Im Segen hören wir von »Gottes leuchtendem Angesicht«. Wie stellt ihr euch das vor?
Segen fühlen/schmecken/riechen 
Segen heißt: Gott meint es gut mit uns. 
Könnt ihr das fühlen oder schmecken oder 
riechen, wenn wir folgende Dinge machen: 

Segen erleben
Segnung der Kinder mit (z. B.) einem Kreuzzeichen aus wohlriechendem Salböl auf Stirn oder Handrücken: »Gott segne dich und behüte dich.« Dabei auf Freiwilligkeit achten und viel Zeit nehmen. Wo Blickkontakt gelingt, kann dies eine intensive Erfahrung sein.

Materialien

Segenskärtchen mit Bild und Segenssprüchen zum Mitgeben bereithalten.

Der besondere Tipp …

Bildkärtchen
»Du bist ein wertvoller Schatz für Jesus.«
(Kindersegnung)
Sets mit jeweils 25 Kärtchen, auf deren Rückseiten ein Segenswort steht (s. u., kursiv). 

Jedes Set € 3,50 (ab 10 Ex. je € 3,30) 

Best.-Nr. 1783

»Sei begleitet auf all deinen Wegen.«
(Schulanfang)

Best.-Nr. 1790

junge-gemeinde.de

III. Gestaltungsvorschlag für den Gottesdienst

Lieder

Du bist ein Gott, der mich sieht (KKL 343);
Immer und überall/Vom Anfang bis zum Ende (KuS 196, KKL 315, Wwdl 205, EGplus 42);
Gott, dein guter Segen 
(KuS 176, KKL 274, Wwdl 44, EGplus 33);
Und so geh nun deinen Weg (KuS 200, KKL 284);
Sei behütet auf deinen Wegen 
(KKL 286, Wwdl 189);
Segne uns mit der Weite des Himmels 
(KuS 416, KKL 281, EGplus 39);
Dass die Liebe Gottes mit uns ist (KKL 272);
Der Vater im Himmel segne dich (KKL 269);
Schalom chaverim (EG 434, KuS 245, KKL 386)

Psalm 

Psalm 145 (KuS 676)

Gebet

Gott, 
heute sind wir wieder zusammen.
Das erste Mal im neuen Jahr. 
Wir haben das neue Jahr schon begrüßt 
– mit Feuerwerk und Wunderkerzen.
Auch hier im Gottesdienst begrüßen wir das neue Jahr und bringen es vor dich.
Schenke uns deinen Segen.
Hilf, dass es ein gutes Jahr wird.
Bitte lass da viel Schönes werden.
Und wenn es etwas Schwieriges gibt, 
dann sei du bei uns. 
Du schenkst uns deinen Segen: 
heute und jeden Tag.
Das ist etwas ganz Wunderbares. 
Dafür danken wir dir. Amen.

Dem Segen auf der Spur 

(Anspiel zum Einstieg ins Thema)
Szene/Interview im Stil von »Willi will’s wissen« oder »Checker Tobi«.

A: Guten Tag und willkommen zu einer neuen Folge von »Ich will’s wissen«. Heute haben wir eine spannende Frage gestellt bekommen: »Was ist Segen?«
Kommt, wir machen uns mal gemeinsam auf die Suche. Ich weiß schon mal: Segen, das hat etwas mit Gott zu tun. Da gehe ich doch am besten mal zu der Kirche dort drüben. Die Menschen da drinnen müssten ja wissen, was Segen ist. (A geht zu einer vorgestellten Kirche, schleicht sich leise rein und stellt sich neben eine*n Gottesdienstbesucher*in.)
A: (flüstert) Hallo.
(Der*die Gottesdienstbesucher*in reagiert nicht.)
A: He, hallo.
B: Psst. 
A: Ich hätte da mal eine Frage. 
B: Bitte warte noch kurz. Der Gottesdienst ist gleich zu Ende.
A: Ach so. Kommt denn jetzt noch etwas Wichtiges?
B: (etwas ungeduldig) Ja. Aber jetzt mal pssst. Wir können gleich reden.
Aus dem »Off«: (evtl. von einem größeren Kind vorgelesen) Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.
(Nach einem kurzen Moment des Innehaltens wendet B sich A zu.) 
B: So, jetzt können wir reden. Was gibt es denn?
A: Erstmal: Es tut mir leid, dass ich gestört habe. Ich dachte: »So am Ende des Gottesdienstes, da wird nichts Wichtiges mehr kommen.« 
B: Das mag bei anderen Veranstaltungen vielleicht so sein. Aber im Gottesdienst ist der Segen am Ende für mich ganz wichtig. 
A: Das war also grad ein Segen?
B: Ja.
A: Ach so! Das ist ja toll. Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Was ist Segen? Segen sind also gesprochene Worte am Ende des Gottesdienstes. 
B: Nun, Segen ist viel mehr als Worte. Es ist ein Versprechen von Gott an mich. 
A: Und was verspricht Gott da?
B: Gott verspricht mir, dass er mich sieht. Dass er es gut mit mir meint und ich für ihn wichtig bin.
A: Das alles hörst du aus den paar Worten raus?
B: Ja. Und weißt du was? Ich höre es nicht nur, ich spüre es sogar. Bei uns hier in der Kirche sind es immer die gleichen Worte. Und wenn ich diese Worte höre, dann habe ich das Gefühl, wie unter einer warmen und wohligen Dusche zu stehen und mit ganz viel Schönem »berieselt« zu werden. Eben gesegnet. Dann fühle ich mich stark und behütet und gehe mit einem guten Gefühl nach Hause.
A: Das klingt tatsächlich sehr schön! Aber wenn der Segen so was Schönes und Wichtiges ist, wieso kommt er dann zum Schluss und nicht am Anfang des Gottesdienstes? 
B: Ich glaube, dass Gott im Gottesdienst sowieso immer da ist. Und im Segen wird mir eben versprochen, dass Gott auch nach dem Gottesdienst mit mir nach Hause geht und in meinen Alltag. 
A: Gibt es Segen nur in der Kirche?
B: Nein. Segen kann mir überall begegnen. Vielleicht sprechen Mama oder Papa einen Segen am Morgen, bevor alle aus dem Haus gehen. Oder Opa, wenn wir uns nach einer schönen Begegnung verabschieden. Oder ein Freund, der mich sieht, wenn ich traurig bin und der mir etwas Gutes tun möchte.
A: Dann ist Segen also dort, wo jemand diese Worte spricht.
B: Ja, aber Segen ist mehr als diese Worte. Gottes Segen ist immer da. Wie eine unsichtbare Wolke um mich herum. Manchmal merke ich nicht so viel davon – und manchmal spüre ich Gottes Segen ganz deutlich! Zum Beispiel nach einem besonders schönen Tag. Oder wenn mir plötzlich ein Apfel besonders gut schmeckt. Oder wenn mir etwas richtig gut gelingt. Dann merke ich: Gott ist mit seinem Segen da.
A: Hmmm, das klingt ganz schön kompliziert. Ob ich das wirklich verstanden habe? Vielleicht ist Segen ja nicht nur etwas für den Kopf, sondern auch fürs Herz. Ich glaube, da muss ich noch ein bisschen nachforschen. Ich danke dir erstmal! 
(An die Kinder gewandt): Macht ihr mit beim Nachforschen? …

Kreativideen rund um den Segen 

S. hierzu »kreativ werden«

Fürbittgebet

Gemeinsam sammeln: 

Hier haben auch Fragen und Klagen ihren Platz, weil spürbar ist, dass noch nicht überall Gottes Friede herrscht.

Vaterunser
Segen (zum Auswählen und/oder Ergänzen)

Gesungen
Der Vater im Himmel segne dich 
(KKL 269)

Segenskreis
Alle stellen sich im Kreis auf, der Segen geht reihum. Dazu beginnt Person A und hält ihre Hände zuerst über die Hände von Person B, die wie eine Schale hingehalten werden. Dabei spricht sie ihr zu: »Gott segne dich …« Dann tauschen A und B die Positionen der Hände (oben/unten) und B spricht A zu: »… und behüte dich.« 
Jetzt dreht sich Person B zu Person C und hält die Hände über ihre …
Und/oder:
Segen für alle (gesungen oder gesprochen):
Nach der Melodie von »Kumbayah, my Lord« (KKL 254) singen alle: »Und Gott segne dich, N. N. Und Gott segne dich, N. N. Und Gott segne dich, N. N., nimm den Segen mit nach Haus.«
Das Lied wird so oft gesungen/gesprochen, bis alle Namen genannt sind. 
Abschlusssegen
Aaronitischer Segen (durch Einzelperson oder alle gemeinsam). 

Ein halbes Jahrhundert Partnerschaft

Partnerschaft seit einem halben Jahrhundert

Seit über 50 Jahren gibt es die Partnerschaft zwischen dem Evangelischen Landesverband für Kirche mit Kindern in Württemberg e. V. «und der Sunday School (Kindergottesdienst) der Presbyterianischen Kirche in Kamerun. Im Jahr 2022 waren vom Landesausschuss Alexander Veigel und ich, Markus Grapke (Landespfarrer für Kirche mit Kindern), zu Gast in Kamerun.

Besuch in Deutschland

Nun hatte der Landesverband zwei Männer und zwei Frauen nach Deutschland eingeladen (17.–30.06.2024): 

  • Reverend Joseph Ndeh Nkwenti (rechts; zuständiger Pfarrer für Kindergottesdienst)
  • Rose Mendi Bate (daneben; die Sekretärin im Büro der Sunday School in Bamenda)
  • Margaret Bechem (2. von links) 
  • Vincent Funwi Neba (links; beides erfahrene Sunday School Teacher und Leitende im Bereich Kinderkirche).
Bürgerkrieg in Kamerun

»Welchen Eindruck habt ihr von Deutschland?« Immer wieder wurden unsere kamerunischen Gäste danach gefragt. Rose sagte: »Hier ist Frieden. Hier kann man ruhig schlafen.« Zuhause höre sie nachts Schüsse. Ruhig schlafen könne sie deshalb nicht. 
Man muss wissen: Seit 2016 herrscht in Kamerun Bürgerkrieg. Kamerun ist ein zweigeteiltes Land: Es besteht aus einem (größeren) französischsprachigen und einem englischsprachigen Teil. Nachdem die Rechte der Menschen im englischsprachigen Teil immer mehr beschnitten wurden, kam es zu Aufständen. 
Fatal an dieser Situation: Jederzeit kann jede und jeder verdächtigt werden – selbst in der eigenen Familie. 
Die Folge: Menschen werden gekidnappt oder gar ermordet. Deshalb der – knapp zusammengefasste – Rat unserer Partnerinnen und Partner: »Lieber nicht über Politik reden!«

Stifte statt Waffen

Margaret, die als Rechtanwältin bereits für verschiedene Nichtregierungsorganisationen gearbeitet hat, gründete zur Stärkung von Mädchen und Frauen die Organisation »Women in Development for Change – Wid4c«. Übersetzt heißt das etwa: Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit für Wandel. 

Sie sieht in den Frauen einen Schlüssel zum Frieden, insbesondere in den Müttern der Aufständischen. 

Ihre Friedensbotschaft: »Gebt den Kindern Stifte, keine Gewehre!«

Willkommensgottesdienst 

Reverend (Pfarrer) Joseph wirkte mit beim Willkommensgottesdienst für die beiden neuen Pfarrerinnen beim Landesverband: Magdalena Mannsperger und Katharina Lewitz. Leider konnte Pfarrerin Lewitz kurzfristig nicht teilnehmen, deswegen ist auf dem Foto nur Pfarrerin Mannsperger zu sehen.

Café Kunterbunt 

Doch Pfarrerin Lewitz und die kamerunischen Gäste konnten zum Glück schon in der ersten Woche des Besuchs Zeit miteinander verbringen. Zum Beispiel im Diakonieladen Nürtingen oder bei »Café Kunterbunt« in Ruit (das Konzept dieses Angebots wird in diesem Heft vorgestellt, s. Seite 120) oder beim 
gemeinsamen Abendessen.

Partizipation

Nach dem Willkommensgottesdienst fand mit zahlreichen Gästen der »Abend der Begegnung« im sog. Rittersaal des Klimaschlosses Beilstein, statt.
Dabei kam es zum Wiedersehen mit der Beilsteiner Bürgermeisterin, Barbara Schoenfeld. Bereits am zweiten Tag, an dem die Gäste in Deutschland waren, hatte sie uns ins Rathaus eingeladen. Die Erdbeertörtchen, die es gab, waren »amazing«. Doch auch der Austausch über Demokratie, Beteiligung und Bürgerrechte stieß auf großes Interesse. 
Spontan lud uns die Bürgermeisterin zu einem Forum in der Stadthalle ein, das abends stattfand. Dabei wurden die Ergebnisse einer Bürger*innenbefragung vorgestellt. Vincent sagte anerkennend: »Daran erkennt man eine starke Führungspersönlichkeit, dass sie die Basis einbezieht und auf sie hört.« 
Hier kamen unsere Gäste dann mit zahlreichen Menschen aus Beilstein ins Gespräch. »Die Leute hier sind alle freundlich und 
offen.« Diese Rückmeldung fiel während dieser zwei Wochen noch öfter.

Kindergottesdienst in Hohebach

Am Halbzeitsonntag waren wir im Kindergottesdienst Hohebach bei Pfarrer Markus Speer eingeladen. Während in Kamerun zwischen 200 und 2.000 Kinder gemeinsam zur Sunday School gehen, kamen hier rund 20 Kinder zusammen. Unseren Gästen waren diese Fakten aus den vielen Gesprächen im Vorfeld bereits bekannt – jetzt konnten sie erleben, welche Chance in der religionspädagogischen und gottesdienstlichen Arbeit mit kleinen Gruppen steckt. 

»Ihr redet auf Augenhöhe mit ihnen«, stellte Reverend Joseph anerkennend fest. »Reverend Markus erzählt lebendig und frei. Und er kniet sich zu den Kindern hinunter.« So könne man viel mehr auf die einzelnen Kinder eingehen. Das sei so in Kamerun gar nicht möglich!

Paradies der Tiere

Nach dem Kindergottesdienst lud Markus Speer die Delegation zum Pizzaessen in seinen »Tierparadies-Garten« ein. Von Rose war zu hören: »Ich habe noch nie zuvor eine Pizza gesehen.« Und alle waren beeindruckt, wie sich Pfarrer Speer um seine Tiere kümmert.

Frauen in Leitungspositionen

Immer wieder war Stuttgart unser Ziel. So 
wurden wir von Synodalpräsidentin Sabine Foth, Prälatin Gabriele Arnold und dem Mitarbeiter im Synodalbüro, Alexander Veigel, zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Bei schwäbischen Maultaschen lernten unsere Gäste zwei weitere Frauen in Leitungspositionen kennen. Margaret wollte wissen: »Habt ihr Tipps für uns Frauen?« Bildung war eines der Schlüsselwörter, das als Antwort genannt wurde.

Beim Besuch im »Evangelischen Stift Tübingen« antwortete Studieninspektorin Dr. Viola Schrenk auf dieselbe Frage: »Man muss den Frauen sagen: >Habt keine Angst!<«

Begegnungen

Zu Beginn der zweiten Woche wurden wir von Sara Widmann (links), Pfarrerin und Mitglied im Landesausschuss, zum Abendessen und Friedensgebet nach Calmbach eingeladen.

Die Freude war groß, als unsere Gäste dort auch Pfarrer Frank Widmann (Mitte), Sara Widmanns Vater und meinen Vorgänger, kennenlernen konnten. Über ihn hatten sie nämlich schon viel Gutes gehört. Aufgrund des Stellenwechsels hatten Frank Widmann und Reverend Joseph nur über WhatsApp Kontakt – dem Kommunikationsmittel in unserer Partner-
schaftsarbeit.

»Zurück zu den Wurzeln«

Der wichtigste Programmpunkt während ihrer Zeit hier war für unsere Gäste der Besuch der Basler Mission, den sie selbst vorgeschlagen hatten. 

Die Geschichte der Presbyterianischen Kirche in Kamerun beginnt mit der Basler Mission, die 1886 erstmals Missionare nach Kamerun entsandte. In den Schilderungen von Reverend Joseph wurde deutlich, dass die Geschichte der 
Verstrickung von Mission und Kolonialismus heute in Kamerun sehr ambivalent gesehen wird. 

Der Tag der Unabhängigkeit von der Basler Mission wird seit 1957 jährlich gefeiert. Der Archivar der Basler Mission, Patrick Moser, zeigte uns aus dem riesigen Fundus einige Dokumente und Schriftstücke, die Ausschnitte der Geschichte der Basler Mission in Kamerun nachzeichnen.

Highlights


Ein besonderes Highlight war die Stocherkahnfahrt auf dem Neckar in Tübingen (rechts)

Wie auch die Führung unter dem Dach des  Ulmer Münsters – und über den Dächern von Ulm (unten).

Beide Male mussten unsere Gäste innere Hürden überwinden – was sie bravourös geschafft haben. Und … es hat sich gelohnt.

Dankbar für …

… die Freundlichkeit Gottes, die in all diesen Begegnungen erfahrbar war. 
… alle, die mit uns in dieser Zeit auf unterschiedliche Arten »Leben geteilt« haben. 
… alle Erlebnisse! Sie sind in einem Bericht aus Worten gar nicht zu beschreiben; deshalb ein weiterer Blick durch die Fotos.
… das Hausteam im »Klimaschloss Beilstein«, von dem wir in diesen zwei Wochen wunderbar umsorgt wurden. Ihm ein ganz besonderer Dank.

Ruhig schlafen

Wenn wir im Haus der Kinderkirche das nächste Mal zum Abschluss des Abends  singen: »Lieber Gott, nun lass uns ruhig schlafen«, werde ich an unsere Partnerinnen und Partner in Kamerun denken. 
Ich kann dankbar sein, hier ruhig schlafen zu können. 
Selbstverständlich ist das nicht.

Klicken Sie hier, um auf den Login- oder Registrierungs-Cheese zuzugreifen
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto