17.3.2024 Kostenfreier Fußabdruck

Hier finden Sie als kostenfreies Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 1/2024
Fußspuren klein
; zur Reihe Wahrlich Gottes Sohn! – Passion nach Markus

Markus 11,1–11;15,1–5.16–20

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lied

Jesus zieht in Jerusalem ein (EG 314, KuS 356, Immer und überall. Kinderkirchenlieder 95, KG 57)

Fürbitte 

Material: Tuch; Krone (in Kinderkopfgröße); Körbchen mit Glasnuggets 
»Gott, du bist König 
(Krone mittig auf das Tuch stellen). 
Du bist gerecht und möchtest, dass es auch bei uns gerecht zugeht. 
Ich bitte dich um Gerechtigkeit für … 
(persönliche Gebetsanliegen, dazu je ein Glasnugget in die Krone legen; Kinder einladen, dies hörbar oder still auch zu tun, jeweils ein Glasnugget legen).
Gott, du stellst dich vor deine Menschen und willst, dass sie geschützt sind und in Frieden leben können. 
Ich bitte dich um Schutz oder Frieden für … (persönliche Gebetsanliegen – s. o.) 
Gott, obwohl du Gott bist, machst du dich klein und kommst einfach auf einem Esel zu uns, damit wir nah zu dir kommen können. 
Ich möchte dich an Menschen erinnern, die dich gerade sehr brauchen. Komm zu ihnen! … (persönliches Gebetsanliegen – s. o.) 
Und gemeinsam beten wir: Vater unser im Himmel …

Kreative Umsetzung der Geschichte
Licht-Schatten-Bilder 

Material: Butterbrotpapier; schwarzes Tonpapier; Bleistift oder weißen Buntstift; Schere; Klebstoff

Jedes Kind zeichnet mit Bleistift Elemente aus der Geschichte auf Tonpapier und schneidet sie aus. Welche Elemente das sind, entscheiden die Kinder selbst. (Tipp: Die Elemente können von den Mitarbeitenden für jedes Kind auf Tonpapier auch vorgezeichnet werden.) Die Kinder schneiden ihre Elemente aus und kleben sie in von rechts nach links (!) in der Reihenfolge der Geschichte auf einen Streifen Butterbrotpapier. (Ein bereits fertig gestalteter Butterbrotpapierstreifen kann zur Ansicht im Gottesdienstraum ans Fenster geklebt werden. Die Seite mit den aufgeklebten Elementen zeigt dabei zum Fenster, deshalb müssen die Elemente von rechts nach links aufgeklebt werden!) Die Kinder können ihre eigenen Licht-Schatten-Bilder zu Hause ans Fenster kleben. 

Alternative
Die Kinder können sich die Geschichte auch mit den Szenen des Sprechzeichnens gestalten (s. hierzu »Material Sprechzeichnen«).
Dazu überträgt jedes Kind die neun Szenen am Ende der Geschichte mit Sprechzeichnen vom Flipchart auf sein eigenes DIN-A3-Blatt, das es mit nach Hause nimmt.

III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & für Jüngere

Mit Sand (alternativ: Sprechzeichnen auf Flipchart)
Material Sand: Overheadprojektor (OHP); Bilderrahmen mit Glas (mindestens DIN-A4; Rahmen und Glas von innen mit Isolierband abdichten); Quarzsand (Baumarkt);
Den Rahmen auf den OHP legen und eine dünne (!) Sandschicht aufs Glas streuen, bis das Rechteck an der Wand komplett schwarz ist. Der Sand lässt sich gleichmäßig verteilen, indem man den Rahmen leicht hin- und herrüttelt. Während der Erzählung wird mit dem Finger in den Sand gezeichnet. Am besten ist es, beim Zeichnen in Richtung der Kinder zu schauen; so erscheint das Bild »richtig herum«. Dennoch auch das Wandbild im Rücken immer wieder anschauen; so kann ggf. korrigiert werden. Es ist gut, hierfür viel Zeit zu geben.
Um die Szene »löschen« zu können, wird der Rahmen leicht gerüttelt.
Ggf. vorher üben! 

Material Sprechzeichnen: Flipchart; Edding.
Das Blatt auf dem Flipchart in neun Felder unterteilen. Für »Machet die Tore weit …« wird keine Zeichnung erstellt, es wird lediglich erzählt.
Für die Erzählform des Sprechzeichnens wurde die Geschichte zusätzlich in 9 Szenen eingeteilt.

1. Szene
Von Königen und Königinnen habt ihr schon gehört. Es gibt sie in Märchen oder in Filmen. In manchen Ländern gibt es sie auch heute noch. Früher gab es sie in vielen Ländern. Sie waren die Bestimmenden. Sie hatten das Sagen. 
Von einer Königin oder einem König wurde viel erwartet (oben mittig Krone zeichnen). 
Sie sollten gerecht sein zu allen Menschen (unterhalb der Krone, links, Waage zeichnen).
Sie sollten die Menschen in ihrem Land schützen und verteidigen (unterhalb der Krone, rechts, Schwert zeichnen). 
Doch oft waren die Könige und Königinnen nicht gerecht (durch Waage ein X zeichnen). 
Sie beschützten nicht die Menschen in ihrem Land (durch Schwert ein X zeichnen). 
Eigentlich verdienten sie es gar nicht, Königin oder König genannt zu werden (durch Krone ein X zeichnen). 
Auch die Menschen vom Volk Gottes kannten solche schlechten Könige und Königinnen (Bild löschen).

2. Szene
Und sie warteten auf eine gute Königin oder einen guten König: Gerecht, gütig, schützend. Ein König oder eine Königin, der oder die für die Menschen da ist und sich um sie kümmert. Für den oder die wollten sie einen wunderbaren Einzug in ihre Stadt Jerusalem vorbereiten. 
Und sie fragten sich (? zeichnen)
»Wer könnte wohl so eine wirklich wahre Königin oder so ein wirklich wahrer König sein?« 
Und das ist ihre Antwort: »Machet die Tore weit! (beide Handkanten nebeneinander aufsetzen und auseinanderziehen) 
Und die Türen in der Welt hoch! (beide Handkanten in der entstandenen Lücke quer zu vorher aufsetzen und nach oben und unten auseinanderziehen).
Dass der König der Ehre einziehen kann (in den verbliebenen Sand in der Mitte Krone zeichnen; alternativ eine ausgeschnittene Krone legen).
Wer ist der König der Ehre? Es ist Gott, stark und mächtig. Machet die Tore weit! Und die Türen in der Welt hoch! Dass die Königin der Ehre einziehen kann. Wer ist die Königin der Ehre? Es ist Gott der Heerscharen, sie ist die Königin der Ehre.« 
So warteten die Menschen vom Volk Gottes darauf, dass eines Tages Gott selbst in ihrer Stadt einziehen würde: Als der einzig wahre König, die einzig wahre Königin. Als eine, die sich wirklich um ihre Menschen kümmert und nicht zuerst um sich selbst (Bild löschen).

3. Szene
In Jerusalem (am oberen Rand Zinnen einer Stadtmauer zeichnen)
waren viele Menschen versammelt (unterhalb der Zinnen einige Strichfiguren zeichnen). 
Es war die Zeit des Passafestes und die Stadt war voller Menschen. 
Die Tore der Stadt waren weit geöffnet (beide Handkanten mittig unter die Zinnen legen und nach rechts und links auseinanderziehen; wenn einige Strichmännchen verschwinden, macht das nichts; das Bild einige Zeit wirken lassen, dann löschen)
Jesus (Figur mit Kopf und Gewand zeichnen) 
war auch auf dem Weg nach Jerusalem. Auch er wollte dort das Passafest feiern. 
Seine Jüngerinnen und Jünger waren bei ihm (je eine Strichfigur links und rechts von Jesus zeichnen). 
Unterwegs begegneten ihnen andere Menschen. Sie waren auch auf dem Weg zum Fest nach Jerusalem. Und weil Jesus bekannt war, wurde er von den Menschen er-kannt. Schnell sprach es sich bis nach Jerusalem durch: Jesus kommt (Bild löschen). 

4. Szene
Jesus, der sich gerecht um alle Menschen kümmert (links Waage zeichnen)
Jesus, der sich schützend vor die stellt, die von anderen abgelehnt werden (rechts Schwert zeichnen).
Wie ein König, der ganz für die Menschen da ist (unterhalb von Waage und Schwert mittig Krone zeichnen). 
Ein König, der seine Macht nicht für sich selbst benutzt. Ein gütiger König (Bild löschen).

5. Szene
Und die Menschen fragten sich (? zeichnen):
Ist Jesus wirklich dieser König? Ist Jesus der wahre König, so wie es eigentlich nur Gott sein kann? Mächtig und demütig. Stark und sanftmütig? Würde er auf einem Pferd in die Stadt reiten? Stolz und überheblich wie die vielen Könige, die es vorher gab? 
Oder würde er auf einem Esel reiten – demütig und sanftmütig? (Bild löschen)

6. Szene
Dann kam Jesus nach Jerusalem (in obere Hälfte Jesus, wie vorher, zeichnen).
Und er ritt tatsächlich auf einem Esel (unter Jesus Esel zeichnen). 
Den hat sich Jesus ausgeliehen. In einem Dorf, durch das sie kurz vorher gekommen waren. 
Die Tore der Stadt waren weit geöffnet, als Jesus kam (Handkanten links und rechts neben Jesus auflegen und auseinanderziehen).
»Machet die Tore weit! Und die Türen in der Welt hoch! Dass der König der Ehre einziehen kann. 
Wer ist der König der Ehre? Es ist Gott, stark und mächtig.« (Bild löschen).

7. Szene
Als die Menschen Jesus so kommen sahen, nahmen sie Palmzweige (unten links Palmzweig zeichnen). 
Sie sind das Zeichen für Könige. Die Menschen legten die Palmzweige vor Jesus auf den Weg. 
Andere nahmen ihre Gewänder und breiteten sie auf dem Weg aus (unten rechts ein Gewand zeichnen). 
Wie ein Teppich, der vor Jesus ausgerollt wurde. 
So zog Jesus in Jerusalem ein (Jesus auf Esel oberhalb von Palmzweig und Gewand zeichnen). 
Und die Menschen riefen: »Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen Gottes. Hosianna!« (Bild löschen).

8. Szene
Einige Stunden später war Jesus dann verhaftet worden. Mitten in der Nacht im Garten Gethsemane (links Jesus zeichnen). 
Jetzt stand Jesus vor Pilatus, dem römischen Statthalter (rechts Strichfigur zeichnen). 
Der fragte: »Bist du der König der Juden?« (Krone über Jesus zeichnen)
Jesus antwortete: »Du sagst es.« Pilatus durfte keinen jüdischen König neben seinem römischen Kaiser dulden. 
Also verurteilte er Jesus und übergab ihn seinen Soldaten (Bild löschen).

9. Szene
Die Soldaten machten sich über Jesus lustig: Sie zogen ihm – wie einem König – einen purpurroten Mantel an (mittig Gewand mit Ärmeln zeichnen).
Dann flochten sie eine Dornenkrone und setzten sie Jesus auf (über Gewand Dornenkrone zeichnen [Oval mit kleinen Strichen in alle Richtungen]).
Höhnisch sagten die Soldaten: »Wir grüßen dich, König!« Dann lachten sie Jesus aus und schlugen ihn. 
»Was ist das nur für ein König!«, spotteten sie. 
Hier eine deutliche Pause. Dann direkt an die Kinder: Ja, ich frage mich, was Jesus wohl für ein König ist? 
Daran kann sich evtl. ein Gespräch anschließen.

Markus 11,1–11; Markus 14 und 15 i. A.

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte

Siehe unter »III. Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst«, unten.

Materialien

III. Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst

1. Begrüßung und Votum
2. Lied

Wir kommen hier zusammen /Asante sana Yesu 
(KuS 188, Feiert Jesus! Kids-Liederbuch 170) 

3. Psalm

Psalm 22 (KuS 649)

4. Eingangsgebet

Vater im Himmel,
du lässt uns nie allein,
auch wenn es sich manchmal so anfühlt.
Du bist bei uns, wenn wir lachen.
Du bist bei uns, wenn wir weinen.
Du bist bei uns, wenn wir Angst haben.
Dafür danken wir dir!
Sei bei uns, 
wenn wir uns jetzt auf den Weg machen, 
Geschichten hören, basteln, singen und beten.
Amen.

5. Kreuzweg (Stationenweg)

Station 1: Einzug (z. B. am Ortseingangsschild)
»Da kommt er! Jesus kommt!« Viele Menschen haben sich am Straßenrand versammelt. Tatsächlich! Da kommt Jesus mit seinen Freunden. Er reitet auf einem Eselfohlen. 
Jesus hat keinen Sattel. Dafür haben seine Freunde ein paar Kleidungsstücke auf den Rücken des Esels gelegt. 
Es ist nicht mehr weit bis nach Jerusalem. Die Leute am Straßenrand sind ganz aufgeregt. »Da kommt Jesus!«, rufen sie. Sie haben schon viel von Jesus gehört. Schnell reißen sie Zweige mit grünen Blättern von den Büschen und Bäumen ab. Damit winken sie Jesus zu. Sie legen die Zweige vor Jesus auf die Straße. Manche ziehen sogar ihr Obergewand aus und breiten es vor Jesus auf dem Boden aus. 
Laut jubeln die Menschen: »Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!« Die Menschen laufen vor Jesus und dem Esel her. Immer wieder rufen sie: »Hosianna!« 
So reitet Jesus durch das Stadttor nach Jerusalem hinein. Ein prächtiger, fröhlicher Empfang! Wie für einen König. »Hosianna!«

Aktion zu Station 1: Lied
Hosianna! Er ist da (KuS 106) oder 
Jesus zieht in Jerusalem ein 
(EG 314, KuS 356, KG 57). 
Dazu winken die Kinder mit Palmwedeln o. ä.

Station 2: Salbung
»Das darf doch wohl nicht wahr sein! Wie kannst du nur so etwas Wertvolles verschwenden? Mit dem Geld hättest du vielen Armen helfen können!« Ein paar Freunde von Jesus regen sich auf. 
Sie sind mit Jesus zu Besuch bei Simon. Sie sitzen zusammen und essen. Und auf einmal kommt diese Frau herein. Sie packt ein kleines Ölfläschchen aus und schüttet das kostbare Öl Jesus über den Kopf. Ohne zu fragen. 
Ja, es duftet wunderbar. Aber ehrlich: Das ist doch die totale Verschwendung. Die Freunde von Jesus ärgern sich. 
Die Frau lässt traurig den Kopf hängen. Sie wollte Jesus doch nur etwas Gutes tun. Er ist doch jemand ganz Besonderes! 
Jesus bleibt ganz ruhig und schaut die Frau freundlich an. Dann sagt er zu seinen Freunden: »Regt euch nicht auf. Die Frau hat das Richtige gemacht. Arme Menschen wird es immer geben, aber ich bin nicht mehr lange bei euch. Die Frau hat mir noch einmal etwas Gutes getan!«

Aktion zu Station 2: Ölkreuz auf Hand
Jedes Kind, das möchte, bekommt einen Tropfen Massageöl auf die Hand. Das Massageöl wird in Kreuzform verteilt.

Station 3: Abendmahl
Es ist Abend. Passahfest. Jesus und seine Freunde sitzen um einen voll beladenen Tisch. Der Lammbraten duftet herrlich. Gemeinsam feiern sie, dass Gott das Volk Israel vor vielen Jahren aus Ägypten befreit hat. Auf einmal sagt Jesus: »Einer von euch wird mich verraten!« Seine Freunde erschrecken. »Nein! Niemals!«, rufen sie. Und dann fragen sie leise: »Meinst du etwa mich?« – »Einer, der mit mir gemeinsam isst«, antwortet Jesus nur. Mehr sagt er nicht.
Langsam wird das Fest wieder fröhlich. Da nimmt Jesus das Brot. Er dankt Gott: »Vater im Himmel, danke, dass wir zusammen feiern. Danke, dass du bei uns bist. Danke, dass du für uns sorgst. Amen.« Dann bricht Jesus das Brot in zwei Teile, gibt es seinen Freunden und sagt: »Nehmt und esst. Das ist mein Leib.« Die Freunde schauen sich mit großen Augen an. Was sagt Jesus da? Sie verstehen nicht, was er meint. Aber sie teilen das Brot untereinander. Sie essen gemeinsam. Sie spüren: »Wir gehören zusammen.« 
Dann nimmt Jesus den Kelch mit dem Wein. Wieder dankt er Gott, gibt den Kelch seinen Freunden und sagt: »Nehmt und trinkt. Das ist mein Blut.« Die Freunde schütteln den Kopf. Von was redet Jesus da? Von seinem Tod? Sie verstehen Jesus nicht. Aber sie nehmen den Kelch und geben ihn im Kreis herum. Sie teilen. Jeder bekommt einen Schluck Wein. Sie spüren: »Wir gehören zu Jesus!«

Aktion zu Station 3: Gemeinsam essen
Gemeinsam auf Picknickdecken die mitgebrachte Kleinigkeit essen.
Alternative: Wenn jemand dabei ist, die/der das Abendmahl austeilen darf, kann gemeinsam Abendmahl gefeiert werden.

Station 4: Garten Gethsemane
Nach dem Fest machen sich Jesus und seine Freunde auf den Weg zum Garten Gethsemane. Es ist dunkel geworden. Am Rand des Gartens bleiben sie stehen. Der Mond scheint. Die Bäume werfen lange Schatten. Da sagt Jesus zu seinen Freunden: »Bleibt hier. Wartet auf mich. Ich gehe ein Stück weiter und bete. Nur Petrus, Jakobus und Johannes sollen mitkommen.« Zu viert gehen sie weiter in den Garten hinein. 
Jesus fängt an zu zittern und sagt: »Bleibt hier! Bleibt wach. Wartet auf mich. Ich habe Angst. Ich gehe noch ein Stück weiter, um zu beten!« Petrus, Johannes und Jakobus setzen sich hin. 
Jesus geht noch weiter. Dann wirft er sich auf die Knie, faltet die Hände und betet: »Vater im Himmel, ich habe Angst. Ich weiß, dass ich sterben muss. Ich weiß, dass eine schwere Zeit auf mich zukommt. Für dich ist alles möglich. Mach, dass ich diese schwere Zeit nicht erleben muss. Aber nicht das soll geschehen, was ich will, sondern das, was du willst. Amen.« 
Dann steht Jesus auf und geht zurück zu Petrus, Johannes und Jakobus. Die sind auf dem Boden eingeschlafen. Jesus rüttelt sie wach: »Warum schlaft ihr? Habe ich euch nicht gebeten, wach zu bleiben? War das so schwer? Los, steht auf. Es wird Zeit.« 
Gemeinsam gehen sie zurück zu den anderen.
Auf einmal kommen Männer auf die Gruppe zu. Vorne ist Judas, auch ein Freund von Jesus. Dahinter kommen viele Soldaten. Sie haben Speere in der Hand. Ihre Schwerter klirren. Die Freunde von Jesus erschrecken. 
Was ist denn jetzt los? Judas kommt direkt auf Jesus zu und gibt ihm einen Kuss. Da kommen die Soldaten und packen Jesus. Sie verhaften ihn. Jesus wehrt sich nicht. Jesus hat keine Angst mehr. Die Soldaten führen Jesus ab, aber seine Freunde rennen alle weg.

Aktion zu Station 4: Gebet gegen die Angst
Die Kinder bemalen den gelben Tonkarton mit schwarzer Wachskreide. Es darf kein Gelb mehr zu sehen sein. Mit Zahnstochern o. ä. kratzen sie ein Gebet gegen die Angst oder Mutmach-Wort/-Bild in die Wachsschicht.

Station 5: Verhör und Verspottung
Die Soldaten führen Jesus durch ein Tor in einen Hof. Ganz hinten steht ein großes Haus. Sie gehen mit Jesus direkt darauf zu. Sie bringen Jesus in das Haus. In einem großen Raum sitzen Männer hinter Tischen. Sie gehören zum Hohen Rat. Sie kennen sich mit den Regeln und Gesetzen aus, die für alle jüdischen Menschen gelten. Für alle, die an Gott glauben. Die Männer achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Sie leiten und führen das jüdische Volk. Vor den Männern steht ein Holzstuhl. Auf den muss Jesus sich setzen. Zwei Soldaten stellen sich neben ihn und bewachen ihn. 
Ein Mann steht auf. Es ist der Hohepriester. Er sagt: »Wir haben gehört, dass du den Tempel zerstören willst, die Wohnung von Gott. Stimmt das?« Jesus antwortet nicht. »Willst du nicht antworten?«, fragt der Hohepriester. Jesus schweigt immer noch. Da fragt der Hohepriester: »Bist du Gottes Sohn?« Da nickt Jesus und sagt: »Ja, der bin ich!« Da ruft der Hohepriester: »Habt ihr das gehört? Er behauptet, dass er Gottes Sohn ist. Das ist verboten. Das darf niemand sagen. Die Strafe dafür heißt: ›Er muss sterben!‹ So sagt es unser Gesetz. Aber wir selbst dürfen niemanden zum Tod verurteilen. Unser Land ist von den Römern besetzt. Sie haben hier das Sagen. Also schicken wir Jesus zu Pontius Pilatus. Er soll ihn zum Tod verurteilen.«
Mittlerweile ist es Morgen geworden. Die Soldaten bringen Jesus in ein anderes Haus. Säulen zieren den Eingang. Jesus wird in einen Saal geführt. Auf einem Thron sitzt Pilatus. Er trägt einen roten Umhang. Jesus muss vor ihm stehen bleiben. Die Soldaten weichen ihm nicht von der Seite. 
Pilatus schaut Jesus an und fragt: »Bist du der König der Juden?« Jesus nickt und sagt: »Ja, der bin ich.« Die Männer vom Hohen Rat sind auch da. Sie rufen: »Da hörst du es, Pilatus! Er muss sterben. Er behauptet, dass er Gottes Sohn ist. Das ist verboten. Niemand darf das sagen! Er wird nur Ärger bringen! ›König der Juden‹ – ihr Römer seid doch die Herren hier im Land!« Jesus schweigt. Pilatus fragt: »Willst du nicht antworten? Sie werfen dir schlimme Dinge vor!« Aber Jesus sagt nichts. Pilatus wundert sich. Warum wehrt sich Jesus nicht? 
Zu Passah lässt Pilatus immer einen Gefangenen frei. Vor seinem Haus warten deshalb viele Menschen. Sie wollen wissen, wen Pilatus freilässt. Pilatus tritt auf seinen Balkon und ruft zu den Menschen: »Soll ich Jesus, den König der Juden, freilassen?« – »Nein, lass Barab-
bas frei!« Pilatus wundert sich: Er soll den Mörder Barabbas freilassen? Was hat Jesus denn getan? 
Pilatus fragt: »Was soll ich mit Jesus machen?« Da schreien die Menschen: »Kreuzige ihn!« Pilatus dreht sich langsam um und geht hinein. Er setzt sich auf den Thron und sagt: »Jesus muss sterben. Er soll gekreuzigt werden.«
Da führen die Soldaten Jesus in einen anderen Raum. Sie ziehen ihm einen roten Königsmantel an. Sie flechten eine Krone aus Dornen und setzen sie ihm auf den Kopf. Das tut weh. Und dann verneigen sie sich lachend vor Jesus und sagen im Spaß: »Wir grüßen dich, König der Juden!« 
Dann schlagen sie Jesus und spucken ihn an. Sie zeigen mit dem Finger auf ihn und lachen ihn aus. »Du willst der König der Juden sein? Du kannst dich ja gar nicht wehren!«

Aktion zu Station 5: Königskrone
In die Mitte wird die Krone gestellt. Gemeinsam wird überlegt, was einen König ausmacht. 
Danach wird die Frage gestellt: War Jesus ein König?

Station 6: Kreuzigung (z. B. in der Kirche, auf dem Friedhof, an einem Wegkreuz)
Die Soldaten führen Jesus nach draußen. Auf der Straße zwingen sie einen Mann, das schwere Kreuz zu tragen. Der Mann legt sich das Kreuz auf die Schultern und zieht es hinter sich her. Sie kommen nur langsam voran. Als sie endlich auf dem Hügel Golgatha ankommen, nageln sie Jesus ans Kreuz und stellen es auf. Oben am Kreuz ist ein Schild festgemacht. Darauf steht: »König der Juden«.
Mit Jesus werden noch zwei weitere Männer gekreuzigt. 
Alle Menschen, die an den Kreuzen vorbeigehen, zeigen auf Jesus. Sie lachen und spotten: »Hilf dir doch selbst. Du bist doch der König der Juden. Steig herunter vom Kreuz! Anderen Menschen hast du geholfen, aber dir selbst kannst du nicht helfen?« 
Auf einmal wird es dunkel. Mitten am Tag. Da ruft Jesus laut: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« 
Und dann stirbt Jesus. 
In dem Moment zerreißt der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke. Hinter den Vorhang darf niemand gehen. Aber jetzt ist der Weg frei. Jetzt können alle zu Gott kommen. 
Vor dem Kreuz steht auch ein römischer Hauptmann. Er hat alles beobachtet. Er hat schon viele Kreuzigungen gesehen, aber so etwas noch nie. Der Hauptmann schüttelt den Kopf und sagt: »Dieser Jesus ist wirklich Gottes Sohn gewesen! Er ist etwas ganz Besonderes.« 
Dann wird Jesus vom Kreuz abgenommen und in ein Grab gelegt. Bevor der Ruhetag beginnt und niemand mehr arbeiten darf. Jesus soll nicht am Ruhetag am Kreuz hängen bleiben. 
Ein paar Frauen, die auch mit Jesus unterwegs warend, beobachten genau, in welches Grab Jesus gelegt wird. Wenn der Ruhetag vorbei ist, werden sie wiederkommen. Das ist sicher!

Aktion zu Station 6: Kreuze gestalten
Aus Ästen werden Kreuze gebunden, die mit Blumen verziert werden. Jesu Tod am Kreuz ist etwas Besonderes und nicht das Ende!

6. Lied

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt (EG 98, KuS 94, KG 59)

7. Fürbitten und Vaterunser

Jesus, unser Bruder,
du weißt, wie es sich anfühlt, Angst zu haben.
Sei bei allen, die Angst haben. 
Mache ihnen Mut!
Du weißt, wie es sich anfühlt, 
ausgelacht zu werden.
Sei bei allen, die ausgelacht werden. 
Stelle ihnen Menschen an die Seite, 
die gut zu ihnen sind!
Du weißt, wie es sich anfühlt, zu leiden.
Sei bei allen, die leiden. 
Gib ihnen neue Kraft!
Gemeinsam beten wir: 
Vater unser im Himmel …

8. Lied

Gott steht hinter dir (KuS 206)

9. Segen
Markus 14,3–15,47

I. Vorüberlegungen

II. Hinweise zur Durchführung

Die Idee ist, einen Kreuzweg zu gestalten, auf dem die Kinder den unterschiedlichen Personen mit ihren unterschiedlichen Gefühlen auf dem Weg begegnen, den Jesus zum Kreuz gegangen ist. 
Die Umsetzbarkeit ist hierbei – mehr noch als sonst – von den Kapazitäten und Voraussetzungen vor Ort abhängig. 

Allgemeines

∙ Sprechtext der Person
∙ Versinnlichung (Aktion)
∙ Frage für den Weg (nicht bei Station 7)

(Stehen nicht genügend Mitarbeitende zur Verfügung, können sich evtl. zwei Mitarbeitende an den Stationen abwechseln. Dabei begleitet die Person, die eine Station betreut, die Gruppe zur nächsten Station, wo die andere Mitarbeiterin wartet und geht selbst dann weiter zur wiederum nächsten Station.) 

Zeit

Während für den Weg zwischen den Stationen jeweils 5 Minuten vorgesehen sind, sollten für die einzelnen Stationen mindestens 7 Minuten eingeplant werden. 
Für den gesamten Stationenweg werden also zwischen 1,5 und 2 Stunden benötigt (inkl. aller Kreativ-, Spiel- und Sinnesanregungen).

III. Stationenweg

Station 1: Die Frau aus Bethanien 

Sprechtext Frau von Bethanien
(Nach Antippen) Ich habe Jesus bei einem Abendessen getroffen. Ich wusste, dass Jesus in der Stadt ist, und musste ihn unbedingt sehen. So viel Gutes hatte ich über ihn gehört. Als ich in das Haus kam, in dem er zu Gast war, merkte ich gleich, wie schwer alles gerade für Jesus ist. Als hätte er gerade eine große Last zu tragen. Ich hatte gehofft, dass er mir Aufmerksamkeit schenkt, und ich meine Sorgen bei ihm abladen kann. Aber in diesem Moment hab ich gemerkt: Jesus fehlt etwas. Er muss beschenkt werden. Er ist derjenige, der gerade Liebe braucht. Ihn muss man jetzt auf seinem Weg unterstützten. 
Ich habe mich darum spontan entschlossen, etwas Verrücktes zu tun: Ich hatte ein richtig wertvolles Öl eingesteckt. Ich habe mich entschlossen, ihm zu zeigen, wie wichtig er für ganz viele Menschen ist. Und dann habe ich einfach das kleine Fläschchen über seinem Kopf zerbrochen, so dass alles Öl über seinen Kopf geflossen ist.

Versinnlichung: Lieblingsduft aussuchen
Kinder dürfen an 2–3 Wattebauschen riechen, die mit etwas Aromaöl getränkt sind. Von dem Öl, das ihnen am besten gefällt, dürfen sich die Kinder einen Tropfen auf den Handrücken träufeln. 
(Kann auf dem Weg immer wieder aufgegriffen werden mit der Frage: »Riecht ihr das Öl noch?« Verbindung mit Jesus: Wertschätzung am Anfang seines Weges hat ihn die ganze Zeit begleitet.)

Frage/n für den Weg
Wie kann man Menschen gut zeigen, dass sie etwas Besonderes sind? 

Station 2: Judas

Sprechtext Judas
(Nach Antippen) Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht. Also, ich bin schon richtig lange mit Jesus unterwegs und finde ihn richtig toll. Wenn er davon spricht, wie Gott alle liebt und dass wir gemeinsam etwas auf dieser Welt verändern können, dann höre ich ihm immer ganz gefesselt zu. Ich find es ganz besonders, wie Jesus immer einen Blick dafür hat, wer seine Hilfe gerade braucht. Oft sind das die, die sonst übersehen werden. Mich hat er damals auch gesehen und gesagt, dass ich mit ihm kommen soll. Das haben noch nicht so viele Menschen zu mir gesagt.
Aber jetzt, nach fast drei Jahren, die ich mit ihm unterwegs bin, wird es doch mal Zeit, dass wir auch wirklich was verändern. Und darum dachte ich: »Ich helfe ein bisschen nach.« Die Römer wollen unbedingt wissen, wer dieser Jesus ist, weil sie es satt haben, dass er den Menschen von seinen Ideen erzählt. Sie haben Angst, dass sich wirklich was verändert. Ich dachte mir: »Ich beschleunige die ganze Sache und führe die Römer zu Jesus. Dann wird Jesus nicht anders können und die Römer davonjagen.« 
Ich hab mich also mit den Römern getroffen. Die haben mir sogar etwas Geld dafür gegeben, dass ich sie später zu Jesus führe. Danach bin ich wieder zurück zu den anderen Jüngern gehuscht. Ich dachte: »Keiner hat was bemerkt.« Aber als Jesus mich anschaute, wusste ich sofort, dass er es weiß. Und er hat es später am Abend sogar gesagt: »Einer von euch wird mich verraten«. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, aber Jesus hat den anderen Jüngern nicht verraten, dass ich es bin. Er hat sogar mit mir noch das Brot geteilt und mir den Kelch mit dem Wein gereicht. Das tat mir gut. Aber ein schlechtes Gewissen hatte ich schon. Trotzdem habe ich später die Römer zu Jesus geführt. Aber anstatt sie zu verjagen, hat er sich einfach festnehmen lassen. Sie haben ihn mitgenommen, und jetzt ist er gefangen. So war das doch nicht geplant! Ich hab richtig Mist gebaut. 

Versinnlichung: Spiel
»Verrate dich nicht« 
Material: Biertisch, eine Münze
Kinder stellen sich um den Tisch und geben unter dem Tisch eine Münze weiter. Ein Kind soll rausfinden, wer die Münze hat und darf dies (nach angemessener Zeit) mit Kommandos versuchen. Die Kommandos werden von allen Kindern ausgeführt, wobei das Kind mit der Münze in der Hand versuchen muss, diese so unauffällig wie möglich mitzumachen. 
Folgende Kommandos sind möglich und werden zuvor – je nach Geschicklichkeit der Kinder – ausgewählt: 
Faust: Alle Fäuste auf den Tisch.
Flach: Alle Handflächen kommen auf den Tisch (mit Handfläche nach unten).
Spinne: Die Finger aller Hände krabbeln über den Tisch. (Münze muss irgendwie in der Handinnenfläche eingequetscht und festgehalten werden). 
Tor: Alle Hände fliegen wie beim Torjubel nach oben.

Frage für den Weg 
Habt ihr schon mal etwas richtig gut gemeint, aber etwas ist dabei schiefgegangen? 

Station 3: Petrus

Sprechtext Petrus
(Nach Antippen) Ich bin so ein feiger Hund! Ich sag’s euch. Vor den anderen Jüngern habe ich immer große Töne gespuckt und versichert: »Ich werde Jesus nie verlassen, egal was passiert«. 
Ich bin Petrus, das heißt »Fels«, müsst ihr wissen, so einen wirft so schnell nichts um. Und dann sagte Jesus was zu mir. Nicht vorwurfsvoll, aber schon ein bisschen ernst: »Noch bevor du den Hahn das zweite Mal krähen hörst, wirst du drei Mal gesagt haben, dass du mich nicht kennst.« Natürlich hab ich das abgestritten: »Ich halte zu dir, Jesus, was immer auch kommt«, hab ich geprahlt. Und Jesus? Er hat nur gelächelt. 
Dann, später am Abend, ist es passiert. Da haben die Soldaten Jesus abgeführt – und weg war mein Mut. Ich hab Angst bekommen wie ein Hase, wenn er den Fuchs sieht. Ich bin einfach weggelaufen. Hab mich in einen Hinterhof verzogen, wo ein Feuer brannte und ich mich aufwärmen konnte. Aber irgendwer hat mich da erkannt. Dreimal haben Leute am Feuer mich angespochen. Beim ersten Mal sagte jemand: »Du warst doch auch mit dem Jesus unterwegs.« Und ich hab gesagt: »Jesus?! Wer soll das sein? Ich kenn ihn nicht.“ Ich hatte einfach Angst, dass sie die Soldaten holen und mich auch verhaften.
Das war schon fast am Morgen. Irgendwo hab ich einen Hahn krähen hören. Und die Leute da haben einfach nicht lockergelassen. Noch zwei Mal haben sie gesagt: »Doch, du warst dabei, als Jesus in Jerusalem eingezogen ist. Wir haben dich gesehen!« – »Nein, nein. Ihr müsst mich verwechseln. Ich kenn keinen Jesus!«, hab ich noch zweimal gesagt. Dann endlich waren sie zufrieden. »Puh, Glück gehabt«, dachte ich, und hörte den Hahn ein zweites Mal krähen. Da hab ich mich erinnert, was Jesus gesagt hat. Und er hatte recht. Ich war feige. 

Versinnlichung: Schätzen
Kinder bekommen verschiedene Aufgaben. Vorab sollen sie versuchen ihre Leistungen einzuschätzen. Je nach Gruppengröße können bei jeder Aufgabe alle Kinder eine Schätzung abgeben oder bei größeren Gruppen: Jedes Kind bekommt eine Aufgabe, bei der es seine eigene Leistung einschätzen soll: 

(Wenn Kinder enttäuscht sind, dass sie falsch liegen: Ermutigen, an ihrem Handrücken zu riechen und sich zu erinnern: Sie sind trotzdem ganz wertvoll!)

Frage für den Weg
Wann habt ihr euch mal richtig getäuscht und zu schnell geprahlt?

Station 4: Pilatus

Sprechtext Pilatus
(Nach Antippen) Soooo einen schwierigen Fall hab ich selten gehabt. Dieser Jesus wurde festgenommen und dann zu mir gebracht. Ich bin so etwas wie der Richter hier. Ich darf entscheiden, was mit den Dieben und Mördern passiert. Und jetzt sollte ich entscheiden, was mit Jesus passieren soll. Ich habe ihn befragt und hatte eigentlich den Eindruck: Er hat nichts falsch gemacht. Aber die Stimmung war echt aufgeheizt. Da wollte ich ihn nicht einfach freisprechen. 
Mir kam noch die Idee, dass einmal im Jahr ein Gefangener einfach freigelassen wird. Und da hab ich die Leute gefragt, die auf mein Urteil gewartet haben: »Soll ich Jesus freilassen oder den Barabbas, der richtig schlimme Dinge getan hat?« Und all die Menschen, die sich versammelt hatten, um zu schauen, was mit Jesus passiert, riefen: »Lass Barabbas frei! Kreuzige den Jesus! Ans Kreuz mit ihm!«
Und da muss ich ehrlich sagen: Das war mir dann zu heikel, Jesus gegen den Willen von all den Menschen freizulassen. Auch wenn ich wusste, dass er unschuldig war. Ich kann ja auch nichts dafür, dass die Menschen sich gegen Jesus entschieden haben. Oder? 

Versinnlichung: Spiel
»Wäscheklammern loswerden« (als Sinnbild für »Verantwortung abgeben«): 
Eine Mitarbeiterin hat einen Korb mit Wäscheklammern und muss diese loswerden. Das macht sie, indem sie versucht, den Kindern in einem abgegrenzten Bereich die Klammern an deren Kleidung anzubringen. Die Kinder ihrerseits versuchen, der Mitarbeiterin zu entkommen. 

Tipp: Vorher Zeitfenster festlegen. 

Frage für den Weg
Wo schaust du am liebsten weg? 

Station 5: Simon aus Kyrene

Sprechtext Simon aus Kyrene
(Nach Antippen) Puhhh, das war anstrengend. Und das nach so einem langen Arbeitstag. Ich hatte ganz schön hart auf dem Feld geschuftet und auf dem Nachhauseweg kam ich an der Straße auf den Hügel Golgotha vorbei. Da waren ganz schön viele Menschen. Ich wollte eigentlich nur schauen, was da los ist, und sah, dass ein paar Soldaten einen Mann mit einem großen Balken auf dem Rücken vor sich her trieben. Ich hab ganz gebannt zugeschaut, und dann standen die auf einmal vor mir. Und einer der Soldaten sagte: »Hey, du, pack mal mit an. Der schafft das sonst nicht mehr bis auf den Hügel.« Und dann war ich mitten drin … und neben diesem Jesus – so hieß der nämlich. Ich fand es irgendwie ungerecht, dass ich helfen musste. Ich hatte ja nichts getan. Und gleichzeitig hatte ich auch Mitleid mit diesem Jesus. Er sah eigentlich nicht wie ein Verbrecher aus. Und dann hab ich ihm geholfen. Den ganzen Weg nach oben auf den Hügel hab ich den Balken mit ihm getragen. 

Versinnlichung: Balken tragen
Die Kinder tragen einen am besten wirklich schweren Holzbalken gemeinsam bis zur nächsten Station. 

Frage für den Weg
Wo findest du es richtig anstrengend, zu helfen? 

Station 6: Römischer Hauptmann

Sprechtext Hauptmann
(Nach Antippen) Das war keine normale Kreuzigung. Und ich glaube, wir haben einen Fehler gemacht. Ich hatte da so ein Bauchgefühl, als meine Soldaten Jesus ans Kreuz nagelten. Und etwas hatte ich in der Nase: Da wehte so ein richtig guter Geruch zu mir 
herüber. So was kenne ich nur von ganz kostbarem Öl. Als hätte man eine ganze Flasche davon über Jesu Kopf geleert. Und dann, als er da oben am Kreuz hing, war er ganz anders als andere, die gekreuzigt werden. Er hatte große Schmerzen. Und murmelte, als würde er mit jemandem reden. Nach einiger Zeit wurde er schwächer und sagte irgendwann nichts mehr. 
Als er dann gestorben war, wurde mir plötzlich klar: Das war kein normaler Mensch. Jesus war ganz besonders. Er war Gottes Sohn. Er hat den Menschen erzählt, wie Gott jeden Menschen liebt. Er hat den Menschen seine Ideen davon weitergegeben, wie Gottes Reich schon hier beginnt. Es war falsch, was wir gemacht haben. Ob Gott unseren Fehler wieder gutmachen kann?

Versinnlichung: Nägel in Balken schlagen 
Der von den Kindern getragene Balken wird als Querbalken auf einen weiteren Balken genagelt. Aufgabe: Nagelt die beiden Balken als Kreuz zusammen. Nehmt so viele Nägel wie ihr braucht, damit das Kreuz gut hält. Zählt dabei die Schläge, die ihr braucht, um den Querbalken zu befestigen. Wie viele Nägel habt ihr benötigt? Und wie viele Schläge?

Frage für den Weg
Kann Gott meine Fehler auch wieder gutmachen? 

Station 7: Maria aus Magdala

Sprechtext Maria aus Magdala
(Nach Antippen) Ich bin so traurig. Ich und die andere Maria und Salome waren dabei. Wir haben gesehen, wie schlecht sie Jesus behandelt haben. Die Jünger sind ja alle geflohen. Wir Frauen wollten bei Jesus bleiben. Für uns ist es auch nicht so gefährlich. Denn die römischen Soldaten interessieren sich auch weniger für uns. 
Aus der Ferne hatten wir beobachtet, wie Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Ich konnte das kaum mit anschauen. Es ist so ungerecht. Ich kenne keinen Menschen, der das weniger verdient hat. Seitdem das passiert ist, habe ich kaum geschlafen. Ich kann immer noch nicht glauben, was sie mit Jesus gemacht haben, und erst recht nicht verstehen.
Jetzt will ich mit Maria und Salome nochmal zu seinem Grab. Da haben sie ihn nach seiner Kreuzigung reingelegt. In eine kleine Höhle, vor die sie einen Stein gerollt haben. Ich weiß noch gar nicht, wie wir den wegrollen sollen. Er ist doch groß und viel zu schwer für uns! 
Oh, jetzt geht die Sonne schon auf. Endlich ein bisschen Licht nach all der Dunkelheit. Wisst ihr, in mir drin, da ist auch ein kleines Fünkchen Hoffnung. Weil Jesus davon sprach, dass er am dritten Tag auferstehen wird. Eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen. Aber vor drei Jahren hätte ich mir auch nicht vorstellen können, dass ich jemals eine Familie und Freunde haben werde. Keiner mochte mich. Und dann: Dann kam Jesus und hat mich mitgenommen. Und ich hatte so etwas wie eine Familie. Und so war es ganz oft: Jesus hat gezeigt, dass das Unmögliche möglich ist. Jetzt muss ich aber weiter … 

Versinnlichung: Osterkerze gestalten
Kinder dazu auffordern, an der Hand zu riechen: »Riecht immer noch gut? Trotz des langen Weges. Erinnert an den Anfang. Wir sind was Besonderes und Jesus ist etwas ganz Besonderes. Gott hat das nicht vergessen.« 
Gestaltung einer Osterkerze, die aber nicht angezündet wird. Symbolisiert die Hoffnung, dass Leben sich durchsetzt, auch wenn wir es jetzt noch nicht sehen.
Gemeinsam mit den Kindern überlegen, welche Symbole stehen für die Hoffnung und das Leben. 

IV. Abschluss 

Alle stellen sich in einen Kreis und halten die (nicht brennende) Osterkerze vor sich. 
Gemeinsam singen:
Meine Hoffnung und meine Freude 
(EG WUE 576, Wwdl 180, KuS 230)

Der besondere Tipp

Jesus ist auferstanden – Eine Geschichte von Ostern
Bildkarten für das Kamishibai-Erzähltheater

12 stabile, in brillanten Farben gedruckte DIN-A3-Karten, die die Geschichte in eindrücklichen Bildern erzählt. Mit vollständiger Textvorlage.

€ 18,00; Best.-Nr. 9007

Frank Hartmann
Schwierige Geschichten in der Bibel

Die Leidensgeschichte Jesu ist zweifellos eine solch »schwierige« Geschichte. Der Autor führt aus, warum sie für Kinder (dennoch) wichtig sind, was wir dazu wissen müssen und wie wir sie erzählen können.

128 Seiten, € 18,00; Best.-Nr. 2133

Kinderkreuzweg und Osterfeier
Andachten in der Karwoche für Kinder

Neun erprobte Gottesdienstmodelle für Kinder ab 5 Jahren. Mit Liedern, Gebeten und kreativen Ideen plus Download-Code für weiteres Zusatzmaterial.

120 Seiten, € 16,95; Best.-Nr. 2105

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Markus 15,21–47

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

∙Jesus ist seinen Weg, für (ausgestoßene) Menschen da zu sein, mit allen daraus folgenden Konsequenzen gegangen. 
∙Er hat mit seinem Verhalten die Mächtigen verärgert.
∙Das hat ihn nicht dazu veranlasst, sein Verhalten zu ändern. 
∙Darin erweist er sich als Sohn Gottes: Er ist ganz für die Menschen da, mit allen Konsequenzen. 
∙Jesus erfährt Angst, Schmerz und Zweifel wie jeder Mensch. 
∙Gleichzeitig trägt ihn sein Vertrauen in Gott. Das ist sein Urgrund, der ihm hilft, das alles durchzustehen. 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder 

Du, Gott, stützt mich (Wwdl 129, KuS 463, Kirche mit Kindern Liederbuch 46);
Meine Hoffnung und meine Freude 
(Wwdl 180, KuS 230, Immer und überall – Kinderkirchenlieder 355)

Dankgebet/Fürbitte

Material: Stoffstücke in verschiedenen Farben; Kieselsteine
Dankgebet (»Gebet der guten Erinnerungen«)
Die Kinder können laut oder leise beten. Für jeden Dank, jede gute Erinnerung dürfen sie ein Stück Stoff auswählen und in die Mitte legen. So entsteht ein buntes Feld.
Klage/Fürbitte
Die Kinder beten laut oder leise. Für jede Klage/Fürbitte können sie einen Stein in das bunte Feld legen.
Abschluss
»Gott, du bist unser guter, bunter Untergrund und hältst uns. Alles Gute, was wir erleben, macht uns froh und stark. Dafür danken wir dir. Wir können dir auch sagen, was für uns schwer ist. So schwer wie ein Stein. Wir wissen, du hilfst uns, das Schwere zu tragen. Wir sind nicht allein. Du bist da. Darum beten wir gemeinsam zu dir: Vater unser im Himmel …«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Kratzbilder

Anleitung und Umsetzung erfolgen während der Erzählung (s. hierzu »Erzählung für Jüngere/für Ältere«).
Die Kinder sitzen an Tischen.
Material: Weiße DIN-A6-Karten; bunte und viele schwarze Wachsmalstifte (die von der Fa. Jaxon sind ungeeignet, weil sie hierbei schmieren); Kratzer (für dünne und breitere Linien: Zahnstocher, Stricknadel, Besteckgriff …); Abdeckmaterial für Tisch und Boden.

Der besondere Tipp

Der Kreuzweg Jesu

Minibüchlein
Passend zu den Kamishibai-Bildkarten.

€ 2,50

Best.-Nr. 3580

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & Erzählung für Jüngere

Mit Wachskratztechnik 

Geschichte Teil 1

Jesus war mit seinen Freunden, den Jüngern, unterwegs im Land. Überall brachte man Kranke zu ihm und Jesus machte sie wieder gesund. Traurige und hoffnungslose Menschen kamen. Jesus erzählte ihnen von Gott und von seiner Liebe. Da wurden sie wieder fröhlich und gewannen neuen Mut. Menschen, die niemand gern hatte, gingen zu Jesus. Jesus setzte sich zu ihnen, er hörte ihnen zu. Er sprach mit ihnen. Er aß mit ihnen an einem Tisch, er feierte mit ihnen. So fanden diese ungeliebten Menschen Freundinnen und Freunde. 
Wo Jesus war, veränderte er die Menschen. Sie wurden fröhlich, hoffnungsvoll, glücklich. Jesus konnte das. Denn er wusste immer: Gott hat mich lieb. Er ist bei mir, er trägt mich. Das wird sich nie ändern. Darum konnte er Menschen Mut machen, sie wieder fröhlich werden lassen oder heilen. 

1. Phase der Gestaltung: 

»Wie würdet ihr Fröhlichkeit darstellen? Welche Farben würdet ihr dafür nehmen?« (Kinder antworten)
»Alle bekommen eine Karte. Malt sie fröhlich an. Man soll richtig sehen: Hier freut sich jemand. Malt die ganze Karte an. Und malt ganz kräftig, dass die Farben richtig leuchten.« 
Zeit zum Malen geben. Die fertigen Karten werden gemeinsam angeschaut.

Geschichte Teil 2

Doch es gab auch andere Menschen. Das waren die Mächtigen in jener Zeit. Solche wie der römische Statthalter und seine Soldaten. Sie hatten Angst vor Jesus. Denn sie merkten: »Die Leute mögen Jesus. Sie mögen ihn mehr als uns.« Daher beschlossen sie: »Jesus muss weg!« 
Und so wurde Jesus verhaftet und zum Tode verurteilt. 
Mit einem Verurteilten wird nicht freundlich umgegangen. Die römischen Soldaten schlugen Jesus. Sie drückten ihm eine dornige Krone auf den Kopf. Sie spuckten ihn an und machten sich über ihn lustig. »Na, du ›König‹«, riefen sie, »du hast ja gar keine Macht! Jetzt bestimmen wir über dich. Wir sind die Herren. Du bist nichts.« Dann führten die Soldaten Jesus aus der Stadt hinaus nach Golgatha. Das war der Platz, wo Menschen hingerichtet wurden. Dort kreuzigten sie Jesus. Sie sagten: »Deine Kleider brauchst du ja nicht mehr. Wir verteilen sie unter uns. Wäre doch schade drum. Am besten losen wir aus, wer was bekommt.« So machten es die Soldaten.
Immer wieder kamen Menschen vorbei. Sie sahen Jesus am Kreuz. Sie lasen das Schild, das die Soldaten gemacht hatten. Darauf stand der Grund für seine Verurteilung: »König der Juden«. Da machten sich auch die Menschen über Jesus lustig. »Ein schöner König bist du!«, riefen sie. »Statt auf einem Thron zu sitzen, hängst du am Kreuz.« – »Wenn du wirklich so mächtig bist, dann steig doch einfach herunter vom Kreuz. Aber das geht wohl nicht …« – »Schaut ihn euch an. So vielen anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen.« – »Nein, dem kann keiner helfen.« 
Da begann Jesus zu beten. Alte Worte nahm er dafür. Sehr alte Worte. Er betete einen Psalm. »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« 
Jesus wusste auch, wie der Psalm weitergeht: »Ich schreie, aber meine Hilfe ist fern. Mein Gott, ich rufe dich, doch antwortest du nicht. Unsere Väter haben auf dich gehofft und du hast ihnen geholfen und sie gerettet. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch. Ein Spott der Leute und verachtet von den Menschen. Alle, die mich sehen, verspotten mich. Sie sperren das Maul auf und schütteln den Kopf. Sie sagen: ›Soll er doch nach Gott rufen. Der kann ihm helfen – wenn er denn will.‹ Sei nicht fern von mir, Gott, denn ich habe Angst. Hier ist niemand, der mir hilft. Sie umringen mich wie gewaltige Stiere und brüllen mich an wie reißende Löwen. Ich fühle mich wie Wasser: einfach weggeschüttet. Mein Herz zerfließt in mir vor Angst wie geschmolzenes Wachs. Ich habe keine Kraft mehr. Mein Mund ist ausgetrocknet. Ich werde sterben. Meine Hände und Füße sind durchbohrt. Um meine Kleider wird gelost. Aber du, Gott, sei nicht fern von mir. Du bist meine Stärke. Komm schnell, um mir zu helfen. – Du hast mich erhört.« 
Dann starb Jesus. Von seinen Freunden war keiner da. Aber drei von Jesu Freundinnen waren da. Sie standen etwas abseits. Sie hatten mit Jesus ausgehalten. 
Unter dem Kreuz hatte ein römischer Hauptmann Wache. Als er sah, wie Jesus starb, wurde er nachdenklich. »Ich glaube, dieser Mensch ist wirklich Gottes Sohn gewesen«, sagte er. 
Am Abend wurde Jesus vom Kreuz abgenommen und in eine Grabhöhle gelegt. Ein großer Stein wurde davor gerollt, um das Grab zu verschließen. Auch das sahen die Freundinnen von Jesus. 

2. Phase der Gestaltung

»Ab dem Moment, wo Jesus stirbt, ist für die Freundinnen und Freunde alles vorbei. Wie ausgelöscht. Alles, was vorher da war. Keine Hoffnung mehr. Keine Freude. Wie könnten wir das darstellen?« (Kinder antworten)
»Das machen wir jetzt auch. Übermalt dazu bitte euer ganzes Bild tiefschwarz. Von den Farben darunter sollte nichts mehr zu sehen sein.«
Zeit zum Malen geben.Die fertigen Karten werden gemeinsam angeschaut.

Geschichte Teil 3

Das alte Gebet, das Jesus gebetet hatte, endet so: »Aber du, Gott, sei nicht fern von mir. Du bist meine Stärke. Komm schnell, um mir zu helfen. – Du hast mich erhört.« Ja, das hatte Gott wirklich. Denn Jesus wusste: »Gott hat mich lieb. Er ist bei mir. Er trägt mich. Das wird sich nie ändern.« 
Am Ostermorgen nämlich, als die Freundinnen von Jesus zu seinem Grab kamen, da war Jesus nicht mehr da. Er war auferstanden. Gott hatte ihm das Leben wiedergegeben. 

3. Phase der Gestaltung

»Selbst im schlimmsten Moment, als alles ganz dunkel ist, erinnerte sich Jesus an das, was ihn hält: Dass Gott ihn liebhat. Jesus erinnerte sich an das Gute und Schöne. Er wusste, dass es da ist! Tief unter alle dem Dunklen und Schlimmen. Wie könnten wir das denn deutlich machen?« (Kinder antworten)
«Mit einem Kratzer können wir etwas von dem Dunklen entfernen. Und so das, was darunter liegt, wieder freilegen. Ihr könnt eine Szene aus der Geschichte nehmen, die ihr hineinkratzt. Oder ein Symbol. Ihr könnt auch wieder die ganze Karte freikratzen. Ganz wie ihr möchtet.« 
Zeit zum Kratzen geben.Die fertigen Karten werden gemeinsam angeschaut; ggf. darüber austauschen. 

Für die Mitarbeitenden:
Am Schluss leuchten durch das Schwarz der Trauer und Verzweiflung auch wieder (Hoffnungs-)Farben. Trotzdem bleibt ein leichter Schleier darüber da. Wir nehmen auch weiterhin unsere dunklen Erfahrungen im Leben mit. Sie verschwinden nicht, auch wenn wir wieder Freude erfahren. 
Gute und schlechte Erfahrungen durchdringen sich gegenseitig. Die Frage an uns ist stets: Können wir den Weg zu guten Erinnerungen und positiven neuen Erlebnissen (wieder-)finden, um das Schwarz der Verzweiflung verändern zu können? Ob wir um die tieferliegenden guten Erfahrungen wissen und uns in den dunklen Momenten von ihnen getragen wissen? 
Wenn meine ersten Erfahrungen mit anderen Menschen/mit Gott gute sind, kann ich durch alles Dunkle zu diesem guten Urgrund zurückkehren. (Dies bedeutet entwicklungspsychologisch die Bildung von Urvertrauen. In der Geschichte ist dies die erste, farbige Schicht auf den Karten.) 

Der besondere Tipp

Mit Jesus in Jerusalem
Passion und Ostern (Bastelbogen)

In sieben Stationen (und Bildern) wird der Weg Jesu nach Jerusalem und ans Kreuz anhand einer einfachen Karte mitgegangen. Doch am Ende freuen sich zuerst die Frauen und schließlich auch die Jünger in Emmaus. 

2 x DIN-A3 (auf A4 gefalzt)

€ 2,00 (ab 10 Ex. je € 1,90); 

Best.-Nr. 1649

junge-gemeinde.de

Markus 14,3–9

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lied

Kostbar war der Moment (Wwdl 168, EGplus 12)

Fürbitte mit Salböl

Wenn wir für andere beten, Fürbitte halten, dann erinnern wir Gott an sie, damit Gott bei ihnen ist, ihnen hilft, sie tröstet. Das ist jedes Mal wie ein kleines Geschenk, von dem die anderen gar nichts wissen. Ein geheimes Geschenk zwischen Gott und uns für jemand anderen. Heute wollen wir für andere solche geheimen Geschenke machen und in einer besonderen Form beten: 
Ihr bekommt einen Tropfen Öl in eure Hand. Wenn alle einen Tropfen haben und wir das Gebet beginnen, könnt ihr den mit einem Finger in der Hand verreiben. Solange ihr das macht, könnt ihr dabei an Menschen denken, die für euch besonders wichtig sind oder die gerade besonders Hilfe brauchen. In unseren Gedanken erinnern wir Gott an sie. 
Jedes Kind bekommt einen Tropfen Öl in die Hand. 
Lieber Gott! Wir denken an Menschen, die für uns besonders sind oder die dich gerade besonders brauchen. Sei bei ihnen, vergiss sie nicht!
Zeit geben, um in Stille das Öl zu verreiben und an die Menschen zu denken. 
Anschließend gemeinsam das Vaterunser beten.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Bilder transparent machen 

Material: Buntstifte; Bleistifte; Anspitzer; neue breite Pinsel (oder neuer Küchenschwamm, der in kleinere Stücke geschnitten wird): Salatöl in Schälchen; Küchenpapier; weiße DIN-A5-Karten; Wäscheleine und -klammern

Jedes Kind erhält eine Karte, die es quer vor sich hinlegt. »Überleg einmal, wieso Jesus für dich jemand Besonderes ist. Was macht ihn für dich besonders? Das kannst du auf die Karte malen oder schreiben.« 
Dann wird die Karte umgedreht (von rechts nach links, als ob man eine Seite im Buch umblättert. Das ist wichtig, damit keines der beiden Bilder nachher »auf dem Kopf steht«). Hierzu folgenden Impuls: »Stell dir vor, du könntest Jesus treffen. Was würdest du Jesus gern schenken? Das kannst du jetzt auf die Rückseite der Karte malen oder schreiben.« 
Wenn alle so weit sind: »Die Frau in der Geschichte hat Jesus mit dem Öl ein Geschenk gemacht. Und sie hat damit gezeigt, dass er für sie besonders ist. Auch wir nehmen jetzt Öl. Damit können wir unsere Geschenke und das, was Jesus besonders macht, zusammenzubringen.« (Dazu die beidseitig bemalte/beschriebene Karte auf Küchenpapier legen, von einer Seite mit Öl einpinseln, bis die Karte durchtränkt ist. Beim Einpinseln nicht reiben, damit die Farbe nicht verwischt. Das überschüssige Öl mit Küchenpapier vorsichtig abtupfen.) 
Die Karten dann an die Wäscheleine hängen. Sie sind nun transparent und man kann beide Bilder gleichzeitig sehen: Was Jesus besonders macht und was wir ihm schenken möchten. 
Zum Transport nach Hause werden die Bilder in Küchenpapier eingeschlagen.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Die Kinder machen die Bewegungen mit, die während der Erzählung gemacht werden. Um Zeit für die Bewegungen zu geben, sollte langsam und mit Pausen erzählt werden.

Jesus und seine engsten Freunde, die Jünger, gehen in den kleinen Ort Bethanien (mit den Füßen Schritte machen). Sie sind bei Simon eingeladen (wieder Schritte machen). Jetzt sitzen sie zusammen. Sie essen (Bewegungen wie beim Essen) und trinken (Bewegungen wie beim Trinken) und reden miteinander (Kopf nach rechts und links wenden)
Die anderen Menschen in Bethanien hören, dass Jesus da ist (Hand hinter Ohr legen). Auch eine Frau hört davon. Sie sagt: »Jesus ist ein ganz besonderer Mensch für mich (Arme gekreuzt auf Brust legen, liegenlassen): Er macht Kranke gesund. Er kümmert sich um die Armen und die Einsamen. Er erzählt von Gott. Ja, er bringt Gott zu uns. Er ist besonders!« (Arme wegnehmen) Sie sagt: »Ich habe einen Herzenswunsch (eine Hand auf Herz legen): »Ich möchte Jesus treffen. Und ich möchte ihm etwas ganz Besonderes schenken (Hände wie ein Feuerwerk nach oben werfen und zu einer Schale zusammenführen). Etwas, das ihm guttut (mit Händen mehrmals über den Kopf streichen).« 
Sie nimmt ein edles Gefäß mit kostbarem Salböl (Hände zum Gefäß formen) und geht los (Schritte machen). Als sie in Simons Haus kommt, geht sie direkt zu Jesus (Schritte). Dann zerbricht sie das Gefäß (Gefäßhände mit Schwung auseinanderziehen) und lässt das teure Öl auf Jesu Kopf laufen (gespreizte Finger »über den Kopf laufen lassen«). Vorsichtig massiert die Frau das Öl ein (Kopf massieren, Zeit geben). 
Die Jünger schimpfen (Faust schütteln): »Du Verschwenderin! Dafür hätten wir viel Geld für die Armen bekommen.« Da sagt Jesus: »Lasst sie in Frieden (Stopp-Geste)! Das war ihr Geschenk für mich (Hände auf Brust legen, liegenlassen). Sie hat an mich gedacht. Und das hat mir gutgetan. Es gibt immer Arme, um die ihr euch kümmern könnt (mit einer Hand in die Runde zeigen). Aber ich bin nicht mehr lange da. Ich werde bald sterben. Und dann wird keine Zeit sein, meinen Körper zum Begräbnis zu salben. Darum hat sie mich jetzt gesalbt (gespreizte Finger »über den Kopf laufen lassen«). Und das hat mir gutgetan (Kopf massieren). Sie wusste, was ich brauche.« (Hände auf die Brust)
Jesus nickt der Frau dankbar zu. Die Frau lächelt. Dann macht sie sich auf den Weg nach Hause (Schritte). »Ja«, denkt sie, »dieser Jesus ist besonders!« (Hände wie ein Feuerwerk nach oben werfen, Arme langsam sinken lassen).

Erzählung für Ältere

Zum Mitmachen
Material: Glas- oder Keramikvase mit breiter Öffnung; Glasnuggets in einem Körbchen; rechteckige, hellbraune Filz- oder Stoffunterlage als Erzählfläche; 14 Holzfigurenkegel (alternativ 14 Bauklötze), die unterschiedlich sein können (die Frau- und Jesusfigur sollen sich auf jeden Fall von den anderen unterscheiden); Körbchen für die Figuren.
(Alle Materialien stehen griffbereit. Das Tuch ausbreiten. Figur der Frau zeigen und vorne links auf Tuch stellen.)

Das ist eine Frau. Wir wissen nicht, wie sie heißt. Vielleicht mögt ihr der Frau einen Namen geben? Gut, aus Spiel nennen wir sie heute NN. (Den erstgenannten Namen nehmen.)
Es wird erzählt, dass NN in Bethanien ist, einem Ort nahe bei Jerusalem. Sie hat gehört, dass Jesus nach Jerusalem gekommen war. Für sie ist Jesus ein ganz besonderer Mensch. Viele Gedanken schwirren ihr durch den Kopf. (Vase links neben die Frau stellen, direkt neben das Tuch.)
»Jesus ist ein ganz besonderer Mensch«, denkt sie. (Ein Glasnugget in die Vase legen.) Ich frage mich, wieso Jesus für NN wohl besonders ist? (Mit den Kindern Ideen sammeln, was sie über Jesus wissen … Für jede genannte Idee darf das Kind ein Glasnugget in die Vase legen. Sie können die Ideen ergänzen und legen ebenfalls ein Glasnugget dazu.) Ja, Jesus ist für NN wirklich besonders. 
Und dann kommt Jesus auch nach Bethanien. (Jesusfigur zeigen und rechts hinten auf das Tuch stellen.) Stellt euch das vor! Zusammen mit seinen engsten Freunden, den Jüngern. (12 weitere Figuren um Jesus herumstellen.) Sie sind eingeladen, bei Simon. (Simonfigur zeigen und vorne rechts auf das Tuch stellen.) Der wohnt auch in Bethanien. (Jesus und die Jünger in Ruhe zu Simon gehen lassen. Dort in lockerem Kreis aufstellen, manche dichter zusammen, manche weiter auseinander. Um Jesus muss etwas Platz bleiben.) Das spricht sich natürlich schnell im Ort herum. Auch NN hört davon. 
Sie denkt: »Jesus ist hier! Hier in Bethanien! Ganz nah, gleich in der Nachbarschaft. Oh, ich würde ihn so gern einmal sehen. Ich würde ihn so gern einmal richtig treffen. Was soll ich nur machen? (NN geht aufgeregt hin und her.) Ich hab’s! Ich geh einfach zu Simon hin, dann treffe ich Jesus dort. (NN geht aufgeregt hin und her.) Und ich möchte ihm etwas schenken. Weil er für mich so besonders ist. Nur was? Was kann ich ihm schenken?« – Ja, was könnte NN Jesus schenken? Was würdet ihr ihm schenken wollen? (Mit den Kindern Ideen sammeln. Für jede Idee legt das jeweilige Kind ein Glasnugget in die Vase.)
Und dann hat NN eine Idee. »Ich schenke ihm etwas, was ihm guttut. Er soll spüren, dass er besonders ist. Und es soll etwas sein, was er wirklich brauchen kann.« Und dann macht sie sich auf den Weg zum Haus von Simon. (Frau langsam zu den anderen gehen lassen.) Sie hat ein kostbares Gefäß mitgenommen. Darin ist ein sehr teures, gutes Öl zum Einreiben. (Vase vorsichtig in beide Hände nehmen, hochheben und langsam auf der Seite von Jesus und den anderen rechts neben dem Tuch abstellen.)
NN geht zu Jesus. (Frau vor Jesus stellen.) Und dann salbt sie Jesus mit dem kostbaren Öl. (Aus der Vase eine Handvoll Nuggets holen, um Jesus herumstreuen. Wiederholen, bis die Vase leer ist. Währenddessen weiterreden.) Sie salbt seine Hände, seinen Kopf und seine Haare. Sie salbt seine Füße. Das Öl duftet wundervoll. Und Jesus? Jesus tut das gut. 
Aber seine Freunde – die werden ärgerlich. (Einige Freunde, wie wenn sie die Frau umringen wollten, näher zu ihr stellen.) Sie rufen: »Schaut euch die Verschwendung an! Dieses kostbare Öl hätten wir verkaufen können. Ja, dafür hätten wir richtig viel Geld bekommen. Und wisst ihr, was wir mit dem Geld gemacht hätten? Das hätten wir armen Menschen geben können. Aber nun hat diese Frau alles verschwendet! Schaut euch das nur an!« (Mit Hand auf ausgestreute Nuggets zeigen.) Die Freunde von Jesus schimpfen sehr mit NN. 
Da sagt Jesus: »Lasst sie in Frieden. Das war ihr Geschenk für mich. Sie hat an mich gedacht. Und das hat mir gutgetan. Es gibt immer Arme, um die ihr euch kümmern könnt. Aber ich bin nicht mehr lange da. Ich werde bald sterben. Und dann wird keine Zeit sein, meinen Körper zum Begräbnis zu salben. Darum hat sie mich jetzt gesalbt. Und das hat mir gutgetan. Sie wusste, was ich brauche.« 
Jesus nickt NN dankbar zu. NN lächelt. Dann macht sie sich auf den Weg nach Hause. (Frau wieder nach links gehen lassen.)

Der besondere Tipp

Das sprechende Faltkreuz
Bastelbogen

Jedes Umklappen bringt ein neues der vier Bilder zum Vorschein. So wird die Passionsgeschichte mit dem letzten Abendmahl, Jesu Ringen in Gethsemane und seiner Kreuzigung erzählt. Im letzten Bild geht die Ostersonne über dem leeren Grab auf und macht das Leben hell.

DIN-A4, € 1,10 (ab 10 Ex. je € 1,00); Best.-Nr. 063

junge-gemeinde.de

Markus 14,17–26.32–42

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Anschließend Austausch darüber. 

Auch hier Austausch darüber.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lied

Alle Menschen brauchen Gemeinschaft 
(Kirche mit Kindern Liederbuch 18)

Fürbitte

»Wir gehören zusammen. Jesus nimmt uns alle an, so wie wir sind. Dafür hat er uns ein Zeichen gegeben.« (In einem Korb in der Mitte liegen Brotstückchen. Alle können sich etwas holen und essen. Daran schließt sich das Fürbittgebet – mit einem langen Seil – an.)
»Jetzt können wir beten für uns und für andere und mit Gott reden. Wir können das laut tun oder auch leise – nur in euren Gedanken. Ich beginne und nehme den Anfang von diesem Seil in die Hand. Wenn ich fertig bin, gebe ich den Seilanfang weiter, bin allerdings weiter mit dem Seil verbunden. Und so geht das weiter. Das Seil rutscht jedes Mal ein Stück weiter … bis wir alle miteinander verbunden sind.« 
(Wenn das der Fall ist, gemeinsam das Vaterunser beten.)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Teil 1: Arbeiten mit Ton

Material: Für jedes Kind eine etwa tennisballgroße Kugel aus weichem Ton; Arbeitsunterlage.

»Überlegt noch einmal, was euch in der Geschichte besonders gefallen oder besonders berührt hat. Nehmt dann die Tonkugel und formt das mit geschlossenen Augen. Wenn ihr fertig seid, öffnet ihr die Augen wieder und legt euer Werk auf die Arbeitsunterlage. (Die jüngeren Kinder lassen die Augen meist offen. Das ist nicht schlimm. Sie können immer wieder ermutigt werden, mal wieder die Augen zu schließen und das auszuprobieren.)
Wenn alle fertig sind, werden die Kinder eingeladen, sich einen Namen oder Titel für ihr Werk auszusuchen. Jeder Name wird (von jemandem aus dem Team) gesondert auf eine Karte geschrieben, die das jeweilige Kind bekommt. 

Teil 2: Werke zur Geschichte legen

In der Mitte liegt ein großer, schwarzer Tonkarton.

»Ich erzähle die Geschichte jetzt noch einmal. Wenn die Stelle kommt, zu der ihr euer Werk gemacht habt, stellt ihr es auf den Tonkarton. Hier (auf eine Schmalseite oder Ecke des Kartons zeigen) beginnt die Geschichte. Legt dann eure Gegenstände hintereinander ab, so wie sie hintereinander in der Geschichte vorkommen.«
Dann die Geschichte noch einmal erzählen und die Kinder legen ihre Werke aus Ton auf den Karton. So kann man schauen, welche Schwerpunkte es in der Gruppe in Bezug auf diese Geschichte gibt. 
Diese Schwerpunkte können nochmals angesprochen werden. Anschließend legen die Kinder die Kärtchen mit dem Namen/Titel und legen sie zu ihrem Werk. Jetzt können sie nochmal herumgehen, die Werke in ihrer Gesamtheit wahrnehmen und die jeweiligen Titel dazu lesen. 

III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & für Jüngere

Eine Rückengeschichte
Dazu bilden je zwei Kinder ein Paar, wobei das Mitmachen freiwillig ist (wer nicht mitmachen möchte, hört einfach zu).
Die Kinder sitzen mit Blick in die gleiche Richtung hintereinander. Eines malt, der Rücken des anderen ist »die Tafel«.
Folgende Regel gibt es:
∙Der Rücken ist (nur!) die Fläche zwischen Schultern und Taille.
∙Es wird nicht gekitzelt, gekniffen, gehauen … Ist ein Kind kitzelig, sollten die Bewegungen etwas stärker ausgeführt werden.
∙Jemand aus dem Team erzählt die Geschichte und malt die Bewegungen in die Luft (oder jemand anderes aus dem Team). Die malenden Kinder malen es auf »ihrer Tafel« nach. (Bei kleinen Kindern die Bewegungen ggf. zusätzlich als Regieanweisung miterzählen.) 
∙Der Rücken wird freigemacht: Lange Haare zur Seite; Kapuze aufsetzen …
∙Für die Bewegungen sollte Zeit gelassen werden.
∙Bevor die Geschichte beginnt, zur »Kontaktaufnahme« einige Male über den Rücken streichen wie beim Tafelputzen.
Jesus war in Jerusalem. Es war Abend (beide Hände auf den Rücken legen).
Er ging mit seinen Freunden durch die dunklen Straßen der Stadt (mit beiden Händen abwechselnd Schritte von unten nach oben machen). 
Sie kamen an ein Haus. (Mit beiden Zeigefingern ein großes Rechteck zeichnen.)
Dort setzten sie sich zusammen hin (mit der flachen Hand in Kreisform zwölfmal auftippen, oben beginnen; für Jesus einen Punkt mit dem Zeigefinger machen). 
Sie aßen miteinander (mit den Fingern beider Hände nebeneinander in der Rückenmitte »kauende« Bewegungen machen, wie Mundbewegungen einer Handpuppe). 
Sie redeten (die Bewegungen abwechselnd machen und die Finger ein wenig voneinander entfernt aufsetzen wie beim abwechselnden Sprechen).
Sie hatten Spaß (Fingerspitzen beider Hände zusammenführen, abwechselnd aufsetzten und die Finger schnell auseinanderziehen). 
Plötzlich sagte Jesus: »Einer von euch wird mich verraten« (einen Zeigefinger aufdrücken und halten).
Die Freunde erschraken. 
Sie wurden ganz still und traurig (mit flachen Händen langsam nach unten streichen).
»Bin das ich?«, fragte einer. »Oder ich?« – »Ich etwa?« – »Bin ich es?« – »Oder ich?« – »Ich?« – »Ich?« … (12 x bei jedem »Ich« mit einem Zeigefinger kreisförmig, wo die Jünger sitzen, antippen; oben beginnen).
Jesus sagte: »Es ist einer aus unserer Gemeinschaft. Der, der mit mir aus derselben Schüssel isst.« 
In der Mitte auf dem Tisch lag Brot (beide Handflächen quer in die Rückenmitte legen, Finger überlappen sich). 
Jesus sagte: »Danke, Gott. Danke, dass du uns mit allem versorgst, was wir zum Leben brauchen« (Hände auf die Schultern legen). 
Dann nahm Jesus das Brot (beide Handflächen quer in die Rückenmitte legen, Finger überlappen sich),
brach es auseinander (Handflächen auseinanderklappen) und gab jedem seiner Freude davon. 
Dabei sagte Jesus: »Nehmt und esst. Esst alle davon. Das bin ich für euch« (von der Mitte aus eine Hand im Uhrzeigersinn 
12 x immer wieder nach außen schieben).

In der Mitte auf dem Tisch stand auch ein Kelch (mit den Händen eine Blüte bilden und in dieser Form die Handkanten auflegen). 
Darin war Wein (mit den Fingern krabbelnde Bewegungen machen für den perlenden Wein).
Jesus sagte: »Danke, Gott. Danke, dass du uns auch das schenkst, was uns Freude macht« (Hände auf die Schultern legen).
Dann gab er jedem seiner Freunde von dem Kelch zu trinken. Er sagte: »Trinkt alle daraus. Das ist unsere neue Gemeinschaft. Unsere und die von allen, die noch kommen. Dafür vergieße ich mein Blut (eine Hand – immer wieder von der Mitte aus und einen Kreis bildend – 
12 x nach außen schieben; nach oben beginnen).

Immer, wenn ihr so zusammen seid und Brot und Wein miteinander teilt (mit Zeigefinger einen großen Kreis zeichnen; oben beginnen),
bin ich da (eine Handfläche mit Fingerspitzen nach oben in die Mitte legen).
Das verspreche ich euch.«
Die Freunde schauten sich einander an (mit Zeigefinger langsam einen großen Kreis zeichnen; oben beginnen). Ja, sie waren eine Gemeinschaft. Jesus hatte sie dazu gemacht. 
Dann gingen sie zum Garten Gethsemane (mit beiden Händen abwechselnd Schritte machen).
Jesus ging etwas tiefer in den Garten hinein (zwei Finger über den Rücken gehen lassen). Seine drei besten Freunde nahm er mit: Petrus (wieder zwei Finger gehen lassen), Jakobus (ebenso) und Johannes (ebenso)
Jesus zitterte (alle Fingerspitzen aufsetzen und etwas rütteln).
Er sagte: »Ich bin so betrübt und traurig (eine Handfläche langsam von oben nach unten streichen).
Bitte, haltet mit mir aus und bleibt für mich wach« (linke Hand fest auf linke Schulter legen).
Jesus ging noch ein Stück weiter in den Garten (zwei Finger gehen nach rechts).
Jetzt war Jesus allein. Er betete: »Mein Vater, ich habe Angst (alle Fingerspitzen aufsetzen und etwas rütteln).
Und ich bin traurig (eine Handfläche langsam von oben nach unten streichen).
Ich will nicht sterben. Hast du keinen anderen Weg für mich?« (Fragezeichen malen).
Dann ging Jesus zu seinen Freunden zurück (zwei Finger gehen von rechts zur Mitte).
Doch seine Freunde waren eingeschlafen (linke Hand fest auf linke Schulter legen, dann Hand schlaff von der Schulter rutschen lassen).
Jesus weckte sie (linke Schulter mit einem Finger anstupsen).
»Könnt ihr nicht mit mir wach bleiben? Bitte, haltet mit mir aus und bleibt für mich wach« (linke Hand fest auf linke Schulter legen).
Wieder ging Jesus tiefer in den Garten (zwei Finger gehen nach rechts).
Wieder betete er: »Mein Vater, ich habe Angst (alle Fingerspitzen aufsetzen und etwas rütteln).
Und ich bin traurig (eine Handfläche langsam von oben nach unten streichen).
Ich will nicht sterben. Hast du keinen anderen Weg für mich?« (Fragezeichen malen).
Dann ging Jesus zu seinen Freunden zurück (zwei Finger gehen von rechts zur Mitte).
Doch seine Freunde waren wieder eingeschlafen (linke Hand fest auf linke Schulter legen, dann Hand schlaff von der Schulter rutschen lassen).
Jesus weckte sie (linke Schulter mit einem Finger anstupsen).
»Könnt ihr nicht mit mir wach bleiben? Bitte, haltet mit mir aus und bleibt für mich wach« (linke Hand fest auf linke Schulter legen).
Noch einmal ging Jesus tiefer in den Garten (zwei Finger gehen nach rechts).
Wieder betete er: »Mein Vater, ich habe Angst (alle Fingerspitzen aufsetzen und etwas rütteln).
Und ich bin traurig (eine Handfläche langsam von oben nach unten streichen).
Ich will nicht sterben. Hast du keinen anderen Weg für mich?« (Fragezeichen malen).
Dann ging Jesus zu seinen Freunden zurück (zwei Finger gehen von rechts zur Mitte).
Doch seine Freunde waren wieder eingeschlafen (linke Hand fest auf linke Schulter legen, dann Hand schlaff von der Schulter rutschen lassen).
Jesus weckte sie (linke Schulter mit einem Finger anstupsen).
»Steht auf! Es ist soweit. Der, der mich verrät, ist nahe.« Die Freunde schauten sich an. Jesus hatte sie zu Freunden gemacht, zu einer Gemeinschaft (großen Kreis zeichnen). 
Er war ihr Mittelpunkt (Hand in die Mitte legen und liegen lassen). Für immer. 
Und jetzt fühlte er sich dennoch so allein.
Ein zweiter Durchgang kann sich daran anschließen; die Kinder tauschen dabei die Rollen. 

Der besondere Tipp

Osterblume
Bastelbogen

Ein weiterer schöner Begleiter/Abschluss der Reihe: Fünf der sechs Blätter erzählen je ein Ereignis aus der Passionsgeschichte, das sechste dann Ostern. 

Eine Seite der Bilder können die Kinder selbst ausmalen.

€ 1,10 (ab 10 Ex. je € 1,00); Best.-Nr. 1723

junge-gemeinde.de

Markus 14,43–51.53–65

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Gebet mit Füßen und Kerze

Material: Tuch, Kerze für Jesus, Körbchen mit vielen ausgeschnittenen Füßen
Auf dem Tuch steht die brennende Christuskerze, Körbchen mit Füßen am Rand.
»Jesus, du hast gesagt: ›Ich bin das Licht der Welt!‹ Du bist für uns da und willst es für uns hell machen. Manchmal fällt es mir leicht, zu dir zu kommen. 
(Einen Fuß an Kerze legen; Zehen zeigen zur Kerze.) 
Heute komme ich zu dir und möchte dir sagen …«
(Gebetsanliegen nennen, dazu einen weiteren Fuß auf das Tuch legen, der auch weiter weg liegen kann; die Zehen zeigen zur Kerze. Dann die Kinder einladen, ihr Gebetsanliegen ebenfalls zu Jesus zu bringen. Dabei können sie ihr Anliegen laut sagen oder auch den Fuß schweigend hinlegen, jeweils mit Zehen Richtung Kerze. Wenn keine Anliegen mehr genannt werden:) 
»Manchmal habe ich meine Zweifel an dir und bin unsicher, ob ich das alles so glauben kann. Dann habe ich das Gefühl, dass ich von dir weggehe. (Wieder einen Fuß an die Kerze legen, jetzt zeigen die Zehen weg von der Kerze).
Ich habe Zweifel, wenn … 
(Hier wie oben verfahren. Diesmal zeigen die Zehen weg von der Kerze.) 
Jesus, egal ob ich auf dem Weg zu dir hin bin oder manchmal auch von dir weggehe: Über all das scheinst du mit deinem Licht und begleitest mich. 
Gemeinsam beten wir: Vater unser im Himmel …«

Kreative Umsetzung der Geschichte
Fuß gestalten und legen

1. Zunächst gestaltet jedes Kind einen Fuß für sich. Dabei kann darüber gesprochen werden: »Welche Farbe wähle ich dafür aus? Wieso gerade die?« Dann wird am gelegten Schlussbild der Geschichte (s. Seite 74) überlegt: »Wo würde ich meinen Fuß hinlegen wollen? Wie soll er liegen? Wieso gerade da? Wieso so?« (Evtl. wollen die Kinder sich in eine andere Szene als die des Schlussbildes legen, dann wird das Bild dafür umsortiert.)
2. Wenn noch Zeit ist, können die Kinder die für sie eindrücklichste Szene der Geschichte selbst legen, um sie mit nach Hause zu nehmen. Dafür nehmen und gestalten sie weitere (kleinere!) Füße und kleben sie entsprechend ihrer Szene auf ein DIN-A3-Blatt. 

Unten finden Sie den abgebildeten Fußabdruck in zwei verschiedenen Größen für die Erzählung und für die Kinder, zur Gestaltung ihrer eigenen Geschichte (s. o., »Kreative Umsetzung der Geschichte«) – zum kostenfreien Download. 

Fußabdruck groß

Fußabdruck klein

III. Erzählung

&

Erzählung für Ältere & für Jüngere

Mit Fußspuren
Material: Tuch; insgesamt 16 Füße: 1 x lila (Jesus); 6 x weiß (Soldaten); 3 x blau (Jünger); 1 x blau/Rückseite weiß (Judas); 1 x rot (Hohepriester); 4 x orangefarben (Älteste); 3 Notizzettel (mit je einem Satz, der nicht leserlich zu sein braucht; Zeugen).
Die Anweisungen sind aus Sicht der Erzählperson. Es sollte ruhig und mit Pausen erzählt werden, dabei zuerst erzählen, dann legen. Anschließend das Bild einen Moment schweigend wirken lassen, ehe weitererzählt wird.
Das Tuch liegt vor der Erzählperson. 

Es ist Nacht. Das ist Jesus (Jesus links der Mitte auf Tuch legen, Zehen zeigen nach links). 
Er war im Garten Gethsemane. Das sind seine Freunde (3 Jünger nebeneinander links von Jesus hinlegen, Zehen zeigen zu Jesus). 
Sie waren bei ihm. Jesus sagte: »Es wird Zeit. Der, der mich verrät, ist nahe.« (Jesus mit Zehen nach rechts legen). 
Da kam ein anderer der Freunde, Judas (Judas rechts der Mitte auf Tuch legen, Zehen zeigen zu Jesus).
Aber er war nicht allein (Leute etwas ungeordnet hinter Judas legen, Zehen zeigen zu Jesus). Mit ihm kamen Soldaten. Sie trugen Schwerter und Stöcke. Judas trat zu Jesus (Judas nah an Jesus legen, Zehen zeigen zueinander). 
Judas sagte: »Rabbi, mein Lehrer!« Dann umarmte er Jesus und küsste ihn (Judas etwas über die Zehen von Jesus legen). Das war das Erkennungszeichen für die Bewaffneten. Sie umringten Jesus (Leute im Kreis nah um Jesus und Judas legen, alle Zehen sind Jesus zugewandt).
Judas hatte Jesus verraten (Judas auf die weiße Seite umdrehen; mit etwas Abstand vor Jesus legen, Zehen zeigen weiterhin zu Jesus). 
Niemand wusste, warum Judas das getan hatte. Niemand verstand es. Jesus wehrte sich nicht. Er sagte: »Jeden Tag war ich im Tempel und habe dort von Gott erzählt. Alle konnten mich dort sehen, ihr auch. Ihr hättet mich dort verhaften können, am helllichten Tag. Aber ihr kommt in der Nacht, schwerbewaffnet, als ob ich ein Verbrecher bin. Doch so soll es wohl sein.« 
Als seine Freunde sahen, dass Jesus sich nicht wehrte, bekamen sie Angst. Auch Judas. »Soll das wirklich Gottes Sohn sein, wenn er sich gar nicht wehrt?«, dachten sie – und liefen davon (blaue Jünger in verschiedene Richtungen »davonlaufen lassen«, Zehen zeigen von Jesus weg; Judas aus Ring um Jesus nehmen und vor Erzählperson legen, Zehen zeigen zu ihr).
Die Soldaten führten Jesus ab (die 6 Bewaffneten hintereinander aufreihen und dabei Jesus in die Mitte nehmen, alle Zehen zeigen zur Mitte).
Das ist der Hohepriester (Hohepriester rechts der Reihe legen, Zehen zeigen zu Jesus).
Das sind die Ältesten (Älteste etwas hinter dem Hohepriester nebeneinander aufreihen, Zehen zeigen zu Jesus).
Sie wussten viel über Gott. Ja, sie dachten, sie wüssten alles über Gott. Zu ihnen wurde Jesus gebracht (Jesus vor Hohepriester legen, Zehen zeigen zueinander).
Jesus wurde verhört. Der Hohepriester und die Ältesten suchten nach einem Grund, um ihn zu verurteilen. Ein erster Zeuge kam (ersten beschriebenen Zettel neben Jesus legen).
Aber der Zeuge sagte nicht die Wahrheit (Zettel durchreißen, neben Jesus legen).
Ein anderer Zeuge kam (zweiten Zettel auf andere Seite neben Jesus legen). Doch auch dieser Zeuge sagte nicht die Wahrheit (Zettel durchreißen, neben Jesus legen).
So ging es immer weiter. Ein Zeuge nach dem anderen kam (dritten Zettel hinter Jesus legen). Aber alle sagten nicht die Wahrheit (Zettel durchreißen und hinter Jesus legen).
Und Jesus? Der sagte zu all dem nichts. Er schwieg. Niemand verstand, warum. Der Hohepriester dachte bei sich: »Das soll der Sohn Gottes sein? Der sagt ja kein einziges Wort!« Deshalb sagte er zu Jesus: »Du hörst doch, was die Zeugen erzählen. Hast du dazu gar nichts zu sagen?« Doch Jesus schwieg weiter. Der Hohepriester dachte: »Vielleicht ist er der Sohn Gottes – vielleicht auch nicht.« Darum fragte er Jesus jetzt direkt: »Bist du der Sohn Gottes?« Da antwortete Jesus: »Ja, ich bin es!« Jetzt wurde es unruhig um den Hohepriester und die Ältesten (Hohepriester zu den Ältesten umdrehen).
Sie redeten aufgeregt miteinander. »Kein Mensch darf von sich selbst behaupten, der Sohn Gottes zu sein!« – »So etwas darf nur Gott selbst sagen!« – »Das kann ja gar nicht sein. Er ist es bestimmt nicht.« – »Das ist eine Anmaßung von Jesus! Unerhört!« – »Damit macht er sich über Gott lustig.« – »Wir müssen ihn verurteilen!« (Hohepriester wieder zu Jesus umdrehen). 
Und das taten sie. Sie verurteilten Jesus. Doch insgeheim fragten sie sich auch: »Und wenn er wirklich Gottes Sohn ist? Was dann?«

Der besondere Tipp

Passionsgeschichte
Figurenset für die Erzählschienen

Mit den Bildern eines Doppelbogens wird die ganze Passionsgeschichte erzählt. Sehr stabile, ausgestanzte Karten, mit vollständiger Textvorlage.

Aktionspreis € 16,00

junge-gemeinde.de

Martin teilt – und bringt Licht in die Welt

Matthäus 25,35–36; 5,14–16

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes
Zum Text / Zum Thema

1. Die Teilung des Mantels. Martin hat als Soldat sein Schwert nicht zum Töten, sondern zur gelebten Nächstenliebe verwendet und den wertvollen Mantel mit einem frierenden Menschen geteilt. 

2. Indirekt auch Martins Traum, in dem er Christus sieht, der mit dem Mantel bedeckt ist. Dies spielt auf Jesus an, wo er sagt: »Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.« (Matthäus 25,40) 

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte
Windlichter basteln 

In der Kreativphase können kleine, bunte Windlichter gebastelt werden. 
Material: Leere Gläser, Kleister (gekauft oder aus Mehl und Wasser selbst hergestellt), Pinsel, Transparentpapier, farbige/bedruckte Servietten, Teelichter
Die Gläser mit Kleister bestreichen und mit Transparentpapierschnipseln (gerissen, geschnitten, kleinen, großen) oder/und Serviettenresten bekleben.
Das rote Band (s. unten »Mitmachgeschichte«) kann als Zeichen für den wärmenden Mantel um das Glas oder das Handgelenk gebunden werden. Am Ende des Gottesdienstes wird ein Teelicht ins Windlicht gestellt.

III. Gestaltungsvorschlag für den Gottesdienst

1. Votum und Begrüßung
2. Lied

Ein jeder kann kommen (KuS 192)

3. Gebet 

Nach Psalm 37 (KuS 655) oder 
Glaubensbekenntnis (KuS 721) 

4. Lied zum Thema

Sankt Martin, Sankt Martin, 1. Strophe 
(KuS 500, KG 86)

5. Hinführung zum Thema

Als Einstieg werden die Kinder gefragt, an wen die Martinsumzüge erinnern und welchen Beruf Martin hatte. 

Dann erklären: Martin von Tours war Soldat. Da auch sein Vater schon Soldat war, war klar, dass auch Martin diesen Beruf machen wird. Zur Ausrüstung jedes Soldaten gehörten auch ein Schwert und ein Mantel. (Der Mantel kostete ein Mehrfaches des jährlichen Solds; er war Eigentum des Dienstherren, ziemlich groß, sehr warm und diente auch als Zudecke).

6. Mitmachgeschichte 

Material: Rotes Band (Länge je nach Anzahl der Kinder/Umfang der Gläser; s. hierzu »Windlichter basteln«); scharfe (!) Schere
Es wird die Legende der Mantelteilung erzählt. 
Es bietet sich an, dass eine Person den Text liest und eine andere die Bewegungen mit- und vormacht. Je nach Gruppengröße können einzelne (vorher ausgewählte) Sätze von den Kindern auch nachgesprochen werden.
Martin reitet in die Stadt.
(Mit den Händen auf die Schenkel klopfen.)
Da hört er jemanden rufen.
(Hände hinter die Ohren legen.)
Ein Mann schreit: »Mir ist kalt!«
(Überkreuzte Arme wärmend reiben)
»Ich friere!«
(»Brrrr« sagen)
Die anderen Leute schauen weg.
(Zur Seite schauen)
Martin bleibt stehen.
(Hände auf die Schenkel legen.)
Er denkt nach: »Wie kann ich helfen?«
(Hand um Kinn legen)
Dann zieht Martin sein Schwert.
(Mit Hand an gegenüberliegende Seite fassen und imaginäres Schwert ziehen.)
Er nimmt seinen Mantel und teilt ihn.
(Für jedes Kind ein Stück Band abschneiden.)
Manche lachen über Martin und sagen:
»Er hat nur einen halben Mantel.«
(Band hochhalten und sagen: »Nur einen halben Mantel.«)
Doch Martin ist das egal.
(Mit den Schultern zucken, Hände ausbreiten.)
Der Mann freut sich und ruft:
»Hurra! Mir ist warm!«
(In die Hände klatschen, dreimal »Hurra!« rufen.)

7. Lied

Sankt Martin, Sankt Martin, Strophe 2–4
(KuS 500, KG86)

8. Geschichte

Die Geschichte zeigt Martins weiteren Lebensweg und konkretisiert, was »Teilen« bedeutet. Für größere Kinder wird darin auch Martins Traum beschrieben, in dem er Christus mit dem Mantel begegnet (nachfolgend kursiv und in Klammern); für kleinere Kinder kann dieser Teil weggelassen werden.
Anni ist traurig. »Du hast sie kaputt gemacht.« Vorwurfsvoll und wütend schaut sie von ihrer Laterne zu ihrem kleinen Bruder Igor. »Meine schöne Laterne hat jetzt ein Megaloch, bevor wir überhaupt losgelaufen sind.« Igor schaut auf den Stab in seiner Hand. Er hatte ihn doch nur ein wenig durch die Luft gewirbelt … und dann war da Annis Laterne. Mit dem großen Loch sieht sie wirklich seltsam aus. »Da bleibt ja nicht mal meine Kerze an«, murmelt Anni niedergeschlagen. 
Die Laternen haben sie in der Schule gebastelt und die beiden wollten nun endlich zum Laternenumzug. So lange haben sie sich schon gefreut. Denn auch dieses Jahr reitet ein echtes Pferd voraus, auf dem ein als Martin verkleideter Mann sitzt.
»Im Keller haben wir doch noch die alten Laternen«, sagt Igor. »Nein, haben wir nicht«, schnaubt Anni ärgerlich. Sie hatte im letzten Herbst ihre alten Laternen weggeschmissen. »Doch«, wiederspricht Igor, »meine sind noch da. Ich teile sie mit dir!« 
Lustlos geht Anni mit. 
»Schau mal, die sieht aus wie eine Gans«, bemerkt Igor und fragt: »Warum gibt es eigentlich immer Gänse beim Martinsumzug?« Das weiß Anni ganz genau und erklärt es ihrem kleinen Bruder: »Martin, der seinen Mantel mit dem armen Mann geteilt hat, sollte einige Jahre später Bischof werden. Das ist ein wichtiger Mann in der Kirche. Aber Martin lebte ein ganz einfaches Leben und wollte nicht so wichtig sein. Er besaß nicht viel und lebte mit wenig Sachen. Er wollte kein Bischof werden. Also hat er sich einfach versteckt. Martin ist in einen Gänsestall gerannt. Er dachte: ›Hoffentlich finden sie mich nicht und machen stattdessen einen anderen zum Bischof.‹
Doch die Gänse haben so laut geschnattert, dass die anderen ihn schnell gefunden haben. Deswegen hast du auch eine Gänselaterne gebastelt. Und deswegen backt Papa jedes Jahr mit den anderen Eltern Martinsgänse.«
Jetzt weiß Igor Bescheid. Aber eine Frage hat er noch: »Warum laufen wir eigentlich immer mit Laternen dem Martin auf dem Pferd hinterher?« Wie gut, dass sie in Annis Klasse gerade viel über Martin gesprochen haben. So kann sie auch das ihrem Bruder erklären: »(Weißt du, das war etwas sonderbar … Nachdem Martin den Mantel mit dem Mann geteilt hat, da hat er geträumt. Und zwar, dass Jesus Christus ihm begegnet. Und weißt du, was Jesus anhatte? Er hatte diesen halben Mantel an. Und Christus ist ja das Licht der Welt.) Meine Lehrerin meinte: ›Wenn wir anderen Menschen helfen, bringen wir ihnen sozusagen ein Licht. Es wird hell für sie. Es hilft und freut Menschen, wenn man mit ihnen etwas teilt.‹ Das heißt, das Licht ist auch ein Zeichen für dieser Freude. Für den armen Mann war der warme Mantel von Martin wie ein Licht, das ihm den Tag heller gemacht hat. Er hat sich sehr gefreut. Jetzt müssen wir aber los, sonst kommen wir zu spät.«
Beim Laternenumzug schaut Anni nachdenklich auf ihre Laterne und das Licht, das sie ausstrahlt. Igor hat seine Laterne mit ihr geteilt, so wie Martin seinen Mantel geteilt hat. Da ist sie froh.

9. Gespräch und Spiel

Für das anschließende Gespräch werden zwei Stühle bereitgestellt. Der eine hat ein Schild mit »Ja«, der andere eines mit »Nein«.
Dann wird ein Satz vorgelesen und die Kinder stellen sich zu einem der beiden Stühle. Danach können sie sagen, warum sie sich für diesen entschieden haben und es kann über die Bedeutung des Satzes gesprochen werden. 

Mögliche Fragen:

10. Lied

Wenn jeder gibt, was er hat (KuS 502)

11. Kreativphase

Siehe »Windlichter basteln«, Seite 492.

12. Gebet

Kombiniert mit dem Lied »Tragt in die Welt nun ein Licht« (KuS 70); bei jeder Strophe wird ein brennendes Teelicht in ein oder mehrere Windlichter gestellt (je nach Anzahl der Kinder).

Guter Gott, 
wir danke dir für alle, die das teilen, was sie haben.
Wir bitten dich für alle, die Wärme teilen.
Wir singen »Tragt in die Welt nun ein Licht.« (Strophe 1)
Wir bitten dich für alle, die Zeit teilen.
Wir singen »Tragt zu den Alten ein Licht.« (Strophe 2.)
Wir bitten dich für alle, die Freude teilen.
Wir singen »Tragt zu den Kranken ein Licht.« (Strophe 3)
Wir bitten dich für alle, die Licht teilen.
Wir singen »Tragt zu den Kindern ein Licht.« (Strophe 4)

13. Vaterunser
14. Segenslied 

Gott dein guter Segen, Strophe 2 (KuS 176, KG 220, Wwdl 44) oder 
Herr, wir bitten, komm und segne uns, Strophe 1 (KuS 178)

15. Segen
Der besondere Tipp

Martins-Laterne 
Bastelbogen

Die Laterne greift die beiden Legenden »Mantelteilung« und »Gänsestall« auf. 
Die Falzlinien sind für ein einfaches und genaues Falten gerillt sowie die Motive großflächig angelegt. So entsteht beim Basteln und Ausmalen (mit etwas Unterstützung) auch durch die Hände kleiner Kinder eine eindrucksvolle Laterne. 
€ 3,20 (ab 10 Ex. je € 3,00); 
Best.-Nr. 1586 

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