Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeWir sind eingeladen zum Leben (KuS 185, KKL 161);
Unser Leben sei ein Fest (KuS 438, HuT 418, MKL1 33);
Wir singen vor Freude, das Fest beginnt (KuS 184, KKL 153, MKL1 152)
Am gedeckten Tisch sagt ein*e Mitarbeiter*in: »So viele gute Dinge. Wir sind reich beschenkt. Dafür danken wir gemeinsam Gott. Wer möchte, darf eine Sache nennen, wofür sie Gott Danke sagen möchtet.
Das kann etwas sein, das auf dem Tisch steht oder etwas ganz anderes. Gott hört uns. Egal, ob wir etwas laut sagen oder nur im Herzen.«
Gebetsanfang: »Gott, wir danken dir für das Brot … (hier ergönzen die Kinder, wofür sie danken möchten)«.
Gebetsabschluss: »Du hast uns reich beschenkt, Gott. Danke. Amen.«
Kreative Umsetzung der Geschichte(Vor der Geschichte)
Mit den Kindern überlegen:
(Achtung: Immer nur ein Satz pro Kind!)
Dann wird auf einem Tisch eine Tischdecke ausgebreitet, die Kinder setzen sich an den Tisch. Mitarbeiter*in: »Was braucht man für ein schönes Fest? Hier ist ein Tisch und eine schöne Tischdecke haben wir auch schon. Was braucht man noch?« Sobald eine der bereits mitgebrachten Dinge genannt wird, wird sie dem Kind gegeben und es stellt sie auf den Tisch (z. B. Kerze/n, Luftschlangen/Smarties als Deko, Blumen, Brot, [Trauben]Saft, Geschirr, Kuchen, Obst, Servietten …) So entsteht ein festlich gedeckter Tisch.
Mitarbeiter*in: »So ist es bei Gott. Wie bei einem Fest. Nachher feiern wir. Aber noch brauchen wir etwas Geduld. Auch das ist so bei Gott. Manchmal muss man warten. Manchmal braucht man Geduld. Doch zum Glück gibt es die Vorfreude. Die Großen sagen dazu Hoffnung. Für die Hoffnung gibt es Geschichten. Eine davon erzählen wir euch jetzt …«
(Geschichte am Tisch erzählen; werden die Gruppen geteilt, bleiben die Jüngeren am Tisch)
Bitte klärt hierfür rechtzeitig, wer bei euch mit der Feier des Abendmahls beauftragt ist.
»Jesus hat gerne gefeiert. Mit seinen Freundinnen und Freundinnen hat er oft zusammengesessen, gegessen, geredet. Das war schön. Darum machen wir das auch. Wir feiern, essen und erzählen. Wir erinnern uns an die Geschichten, die Jesus erzählt hat. Wir erinnern uns an die Geschichten, die Menschen mit Jesus erlebt haben.
Hier ist Brot. Brot brauchen wir jeden Tag. Nehmt ein Stück. Esst es ganz in Ruhe. Wenn ihr es esst, dann erinnert euch an die Geschichte von Jesus auf dem Fest in Kana.
Hier ist Saft. Saft trinken wir an besonderen Tagen. Trinkt davon. Lasst euch Zeit. Wenn ihr den Saft trinkt, dann erinnert euch an die an die Geschichten von Jesus und seinen Freundinnen und Freunden.
Wir gehören zusammen. Wir gehören zu Jesus. Wir teilen Brot und Saft, wir teilen unsere Erinnerungen. Habt ihr eine Erinnerung an die heutige Geschichte? Etwas Schönes? Hier sind »Erinnerungssteine«. Wer mag, kann sich einen Stein nehmen. Wir machen das nacheinander: Ein Kind holt sich einen Stein, setzt sich wieder hin und wenn es möchte, sagt es uns seine Erinnerung. Dann kommt das nächste Kind.«
Erzählung für JüngereMaterial: viele Teelichter, eine große Kerze
In Kana freuen sich alle. Eine Hochzeit wird gefeiert. Besonders freuen sich die Braut und der Bräutigam. (Zwei angezündete Teelichter auf den Tisch stellen) Sie haben alles vorbereitet. Seit Wochen haben sie geplant und eingekauft und sich überlegt, wie das Fest werden soll. Jetzt ist es so weit. Heute wird gefeiert. Alles ist geschmückt. Öllampen stehen in den Fensternischen. Rosen sind in Vasen überall im Raum verteilt. Das ganze Haus duftet.
Die Tische sind gedeckt. Es gibt so gute Dinge zu essen: Oliven und Lammbraten, Datteln und Granatäpfel und natürlich Wein zum Trinken.
Viele Gäste sind eingeladen. Alle sollen mitfeiern. Auch Jesus und seine Freunde. Ob sie wohl kommen? Hoffentlich. Versprochen hat Jesus es jedenfalls.
Da – die ersten Gäste sind da.
(Teelichte anzünden und zu den beiden dazustellen)
Auch Maria, die Mutter von Jesus, ist eben gekommen. Der Bräutigam fragt sie: »Kommt dein Sohn auch?« »Ja«, antwortet Maria, »er kommt. Er hat es ja versprochen.« Da ist er auch schon. Jesus ist da. Klar. Er hat es doch versprochen.
(Große Kerze anzünden und dazustellen)
Das Fest beginnt. Alle essen und trinken und tanzen und sind fröhlich. Alles ist perfekt. Bis der Küchenmeister dem Bräutigam etwas ins Ohr flüstert. Der Bräutigam ist entsetzt: »Was? Oh nein, das darf doch nicht wahr sein!«
(Teelichter von Braut und Bräutigam auspusten)
Der Wein ist ausgegangen. Wie konnte das nur passieren? Kein Festgetränk mehr beim großen Fest? So kann man doch nicht feiern.
(Alle Teelichter auspusten)
»Jesus, sie haben keinen Wein«, sagt Maria. »Ich weiß«, erwidert Jesus. »Es ist noch nicht so weit.« Was soll denn das bedeuten? Es sind doch längst alle da und feiern. »Tut, was Jesus sagt«, sagt Maria zu den Dienern. Die Diener tun, was Jesus sagt. Sie füllen Wasser in die sechs Krüge im Hof. Dann holen sie den obersten Küchenmeister. »Probier mal«, sagt Jesus zu ihm. Der Küchenmeister probiert – und er schmeckt Wein!
Bei Jesus wird aus Wasser Wein. Aus dem Alltag wird ein Festtag. Aus Sorgen wird Freude!
Was für ein Wunder! Halleluja!
(Alle Kerzen wieder anzünden)
Erzählung für Ältere»Ein Fest! Eine Hochzeit!« Die Kinder sind sehr aufgeregt. Ein Fest in ihrem Dorf. Ob sie wohl auch eingeladen sind? Oder ist das wieder nur etwas für die Erwachsenen? »Ich habe gehört, Jesus kommt auch. Dann dürfen wir bestimmt dabei sein. Bei Jesus gehören doch die Kinder dazu.« – »Bei Jesus schon, aber bei meinem Vater …?« – »Deshalb frage ich meine Mutter.« – »Wie wohl das Brautpaar aussieht?« – »Da gibt es bestimmt tolle Sachen zum Essen« – »Ob auch getanzt wird?«
Die Kinder freuen sich. Die Erwachsenen mindestens genauso. Ein Fest ist etwas Besonderes im Dorf. Eine herrliche Unterbrechung im harten Alltag.
Denn von morgens bis abends wird hier unter der Woche schwer gearbeitet. Jeden Tag. Die Männer arbeiten auf den Feldern oder als Fischer auf dem See oder in der Werkstatt. Die Frauen versorgen die Tiere, kochen und kümmern sich um alles, was ihre Familie braucht. Immer gibt es viel zu tun. Morgens früh aufstehen, sobald die Sonne aufgeht. Tagsüber arbeiten, auch wenn es sehr heiß ist. Und abends müde ins Bett. So geht das jeden Tag. Für die Frauen, die Männer und auch die Kinder. Alle helfen mit. Anders geht es nicht. Aber ein Fest – das ist etwas anderes! Da wird nicht gearbeitet. Da wird gesungen. Getanzt. Gegessen. Getrunken. Ein Tag voller Freude. Herrlich. Wundervoll.
Die Menschen im Dorf machen sich schön: Die Frauen ziehen ihre Festkleider an. Schön bestickt sind sie. Ihre Fußkettchen klimpern und ihre Lippen sind gefärbt. Die Haare wurden gekämmt, bis sie glänzen. Die Kinder werden mit Olivenöl eingerieben, damit ihre Haut glatt ist und schön glänzt. Die Männer schrubben die Erde unter ihren Fingernägeln weg, waschen den Staub aus den Haaren und ziehen ihre beste Kleidung an.
Voll freudiger Erwartung betreten die Gäste das Festhaus. Alles ist in schönes Licht getaucht. Überall brennen Öl-
lampen. In den Vasen sind Sträuße mit duftenden Rosen. Teppiche und Kissen liegen auf dem Boden. Die Tische sind reich gedeckt. Es duftet nach gebratenem Lamm, frischem Brot, in Thymian eingelegten Oliven und bestem Olivenöl. Auch Wein steht auf dem Tisch. Heute soll es für alle im Überfluss geben.
Auch Jesus und seine Freunde sind da. Natürlich, wo ein Fest ist, da dürfen sie nicht fehlen. Sie feiern gern. Und sie sind gern gesehene Gäste. Jesus kann so wundervoll erzählen. Von Gott und Gottes Liebe. Das passt doch wunderbar zu einer Hochzeit. Was er wohl heute erzählen wird?
Der Bräutigam hält eine Rede. Er dankt Gott für das Brot und den Wein. Dann beginnt das Festmahl. Es schmeckt herrlich. Das frische Brot, das zarte Lamm, die feinen Oliven, der gute … Oh! Es gibt keinen Wein mehr. Das gibt es doch nicht!
Der Bräutigam wird knallrot. Es ist ihm peinlich. Das darf nicht passieren. Eine Hochzeit und nicht genug Wein? Seine Hochzeit soll doch allen Gästen lange in Erinnerung bleiben. Aber nicht, weil der Wein ausging, sondern weil alles im Überfluss da war! Was soll er denn jetzt machen? Jetzt bekommt er nirgends mehr Wein her.
Maria, die Mutter Jesu, hat alles mitbekommen. Der Bräutigam tut ihr leid. Sie kann ihn verstehen. Das ist wirklich sehr unangenehm. Aber Maria weiß, wer helfen kann. »Jesus, sie haben keinen Wein mehr. Man kann doch nicht mit Wasser feiern. Wasser gibt es jeden Tag, doch heute ist ein Festtag. Da soll es anders sein.« – »Ich weiß«, sagt Jesus. »Aber ihr müsst noch warten. Ihr braucht Geduld. So ist das. Denn das richtige Fest hat ja noch gar nicht begonnen.«
»Das richtige Fest? Was meint Jesus damit?«, die Leute verstehen Jesus nicht. Maria schon. Sie sagt zu den Dienern: »Tut, was er sagt.« So ist das bei Jesus. Es ist gut, zu tun, was er sagt. Also machen die Diener, was Jesus sagt und füllen sechs große Wasserkrüge mit Wasser. Dann rufen sie den Küchenchef. »Probier mal«, sagt Jesus zu ihm. Der Küchenmeister probiert. Seine Augen werden groß. »Wie kann das sein? Das ist unglaublich! Das ist gar kein Wasser, sondern Wein. Köstlicher als jeder andere, den ich bisher getrunken habe.« Er ruft den Bräutigam: »Was hast du denn gemacht? Hast den besten Wein bis zum Schluss aufgehoben? Das macht man doch nicht.« Auch der Bräutigam probiert. Tatsächlich. Der beste Wein seines Lebens. Jetzt weiß er: Seine Hochzeit wird allen für immer in Erinnerung bleiben.
Bei Jesus wird aus Wasser herrlicher Wein, aus dem Alltag wird ein Festtag, aus Sorgen wird Freude. So ist das bei Gott. Es wird immer nur schöner. Was für ein Wunder! Wie das geschieht? Das ist Gottes Geheimnis. Das feiern wir. Halleluja!
Die Hochzeit zu Kana
Bildkartenset zum Kamishibai-Erzähltheater
12 DIN-A3-Bildkarten in der bekannt guten Farbqualität; mit Textvorschlag.
Illustriert von Petra Lefin
Zugänge für den VorbereitungskreisDie Jünger fühlten sich alleingelassen. Jesus schläft tief und fest.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeSei mutig und stark
(KKL 336, Feiert Jesus! Kids 1, 3);
Das wünsch ich sehr
(KuS 410, KKL 333, EGplus 104, HuT 315);
Wo ich gehe, bist du da (KuS 322)
Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«
(nach der Geschichte; mit Wellen und Booten aus »Überlegungen und Aktion«, s. u.)
Eine*r: Gott sei Dank gibt es Menschen, die für uns da sind. Gott sei Dank gibt es Hilfe, wenn wir sie brauchen. Gott sei Dank ist Gott bei uns, wenn wir Angst haben. Dafür danken wir Gott. Nacheinander darf jedes Kind eine Sache nennen, die wir vorher auf die Boote geschrieben haben (s. u.) – oder auch etwas anderes, das euch hilft. Wer nichts sagen will, sagt einfach »weiter«. Gott hört uns, egal ob wir etwas laut sagen oder nur ganz leise im Herzen.
Gebetsanfang: »Gott, wir danken dir dafür, dass es guttut, wenn mich jemand an die Hand nimmt …« (Hier ergönzen die Kinder, wofür sie danken möchten.)
Gebetsabschluss: »Du bist bei uns. Heute und immer. Danke, Gott. Amen.«
Kreative Umsetzung der Geschichte(Vor der Geschichte)
Auf einem blauen Tuch stehen eine Schüssel mit Wasser und eine Kerze (noch nicht angezündet)
Den Kindern Wellen aus blauer Pappe austeilen.
Die Antworten auf die Wellen schreiben und um die Kerze legen.
Den Kindern dann Boote aus brauner Pappe austeilen.
Die Antworten auf die Boote schreiben, die in die Wellen gelegt werden.
Nach der Geschichte die Kerze anzünden und das Dank-Gebet sprechen.
Auf eine auf dem Boden liegende Decke legt sich ein Kind. Die anderen Kinder heben die Decke sicher (!) hoch. Ein*e Mitarbeiter*in sagt: »NN, hab keine Angst. Gott ist bei dir. Jetzt und immer.« Dann die Decke vorsichtig wieder ablegen.
Alle sitzen im Kreis, vor der*dem Teamer*in steht eine Klangschale. »Wenn ich die Klangschale anschlage, schließt ihr die Augen. Solange ihr sie hört, seid ihr ganz leise. Wartet, bis ihr nichts mehr hört. Öffnet dann die Augen, sagt aber nichts, sondern wartet, bis alle wieder die Augen geöffnet haben.«
Variante mit älteren Kindern:
Ohne Klangschale können mit Stille auch Spiele gemacht werden:
1. Wer kann am längsten still sein?
2. Wer kann »Ruhe abschätzen«? (»Wenn eine/zwei/drei Minuten vorbei sind, streckt ihr den Arm. Ich schaue auf die Zeit. Am Schluss stellen wir fest, wer am nächsten dran war.«)
Erzählung für JüngereMaterial: Teelichter, große Kerze, Blumen, grüne, blaue Tücher, Klangschale
Manchmal haben wir das Gefühl, dass uns das Wasser bis zum Hals steht. Als ob da Wellen sind, die über uns zusammenschlagen. Es ist dunkles Wasser unter uns und hohe Wellen über uns. Manchmal haben wir große Angst. Die Erwachsenen auch. Und sogar Menschen, die mit Jesus unterwegs sind, haben Angst. Aber warum eigentlich?
Spiegelglatt liegt der See Genezareth da. Es ist ein schöner See. Drumherum grüne Hügel, das Wasser glitzert in der Sonne. Alles ist friedlich. Wunderschön.
(blaue Tücher in die Mitte, angezündete Teelichter draufstellen; grüne Tücher mit Blumen drumherum)
»Lasst uns mit einem Boot auf den See hinausfahren«, sagt Jesus. »Mit dir hinausfahren auf den See? Sehr gern«, sagen die Jünger.
(Große Kerze anzünden, in die Mitte stellen)
Alle steigen ein. Jeder bekommt einen Platz. Der eine in der Mitte, der andere am Rand. Sie tauchen ihre Hände Wasser und plätschern ein bisschen darin herum. Das ist schön kühl. Alle genießen die Ruhe. Der Tag war anstrengend. So anstrengend, dass Jesus sich in eine Ecke legt. Er ist müde und schläft ein.
(Große Kerze auspusten)
Das Boot schaukelt sanft in der Abendsonne. Langsam geht die Sonne unter. Da wird der Wind auf einmal stärker. Immer stärker und stärker. Die Wellen werden höher. Immer höher und höher. Das Boot beginnt zu schwanken. Immer mehr und mehr.
(blaues Tuch zu Wellen zusammenschieben)
»Wir werden kentern!« – »Wir werden untergehen!« – »Wir werden ertrinken!« – »Ich habe Angst!«, rufen die Jünger durcheinander. (Teelichter auspusten)
»Wir müssen Jesus wecken!« – »Wie kann der denn jetzt so ruhig schlafen?« – »Jesus, wach auf!«, rufen die Jünger
Helft mit, wir rufen gemeinsam: »Jesus, wach auf!« (Einige Male mit den Kindern wiederholen, immer lauter werdend)
Endlich wacht Jesus auf.
(Große Kerze anzünden)
Jesus hebt den Kopf. Er sieht sie an. Einen nach dem anderen. Er sieht … (Kinder nacheinander anschauen und jeweils deren Namen sagen). Jesus fragt: »Warum habt ihr Angst? Ich bin doch bei euch!«
Jesus steht auf. Er schaut auf den See hinaus. (Klangschale)
»Seid ruhig, Wind und Wellen!«
(Klangschale)
Es wird ruhig. Auf einmal ist alles wieder still: der Wind, die Wellen, die Herzen.
(Tuch glattziehen)
Da ist keine Angst mehr. Alles ist friedlich. Auch in den Jüngern innen drin.
(Teelichter anzünden)
Die Jünger wundern sich: »Wie macht Jesus das?«
Erzählung für ÄltereLangsam machen sich die Menschen auf den Weg nach Hause. All die vielen Menschen. Sie haben Jesus den ganzen Tag zugehört. Wie gebannt haben sie ihm gelauscht. Jesus hat erzählt: von der Schönheit der Welt. Von der Liebe Gottes. Wie gut es ist, zusammenzugehören. Dann kann man sich aufeinander und auf Gott verlassen. Er hat davon erzählt, dass Gott wie eine Mutter ist, die einen tröstet. Oder wie ein Vater, der mit offenen Armen auf einen wartet und sich freut, wenn man nach Hause kommt. Jesus hat auch erzählt, dass Gott wie ein guter Hirte ist. Der kennt jedes seiner Schafe und passt sehr gut auf sie auf. Er bringt sie dorthin, wo es ihnen gut geht. Wo sie alles haben, was sie brauchen. Und er bleibt da, wenn es gefährlich wird, und die Schafe Angst haben.
»Bei Gott muss überhaupt niemand Angst haben«, sagte Jesus. »Man muss nur vertrauen.« – »So einfach ist das?«, fragten die Leute. Jesus antwortete: »Einfach ist das nicht, aber es ist wichtig.« Die Leute wunderten sich. »Was er wohl damit meinte?«
»Wir haben auch keine Angst mehr«, erzählten die Jünger stolz. »Wir sind Freunde von Jesus und vertrauen ihm. Niemand von uns hat mehr Angst. Das ist wundervoll!« Die Leute haben die Jünger mit großen Augen angesehen. Sie wünschten sich, dass sie auch keine Angst mehr haben müssen. Denn das ist wirklich wundervoll.
So ist der Tag vergangen. Am Ufer des Sees Genezareth wird es langsam ruhiger. Die Dämmerung bricht herein. Die Abendsonne leuchtet und glitzert in den sanften Wellen wie Diamanten. Die Hügel auf der anderen Seite färben sich rot. Sie ragen hoch hinauf in den Himmel und gleichzeitig tief hinein in den See. Sie spiegeln sich im Wasser. Das sieht schön aus. Ja, die Welt ist wirklich wunderschön. Und der Abend so herrlich friedlich. So soll es immer sein.
»Lasst uns hinüberfahren ans andere Ufer«, sagt Jesus. »Ans andere Ufer?« Die Jünger sind unsicher. »Bist du sicher?« – »Was sollen wir denn da?« – »Hier ist es so schön!« – »Ich finde es besser, man bleibt da, wo man schon immer war. Sicher ist sicher.«
Jesus lächelt. »Ich kenne eure Gedanken«, sagt er. »Trotzdem sollten wir zum anderen Ufer aufbrechen. Was kann uns schon passieren? Wir sind doch zusammen, und Gott ist mit uns. Außerdem habt ihr doch keine Angst mehr.« – »Stimmt, haben wir auch nicht«, sagen die Jünger. Jesus hat ja recht: Sie sind zusammen, Jesus ist dabei, Gott ist mit ihnen, und sie haben keine Angst mehr. Was also kann da schon passieren?
Alle steigen ins Boot. Das Boot ist klein, aber gerade groß genug, dass alle einen Platz finden. Die einen mehr am Rand. Da kann man die Hand ins Wasser halten. Das ist schön kühl. Die anderen lieber in der Mitte. Da schaukelt es nicht so. Alle in einem Boot. Alle haben ihren Platz. Alle sind zusammen. So soll es sein.
Jesus hat auch einen Platz gefunden. Er ist sehr müde. Er braucht eine Pause. Also macht er es sich gemütlich. Er hat sogar ein Kopfkissen. Woher er das wohl hat? Die anderen rücken ein bisschen zur Seite, damit Jesus sich hinlegen kann. Ein guter Schlafplatz. Im Boot mit einem Kissen.
So fahren sie los. Hinein in die untergehende Abendsonne. Hinein in die einbrechende Nacht. Das Boot wiegt sich sanft in den Wellen. Ein laues Lüftchen weht. Aber je weiter sie hinausfahren, desto stärker wird der Wind. Aus der Ruhe wird Unruhe. Aus der Unruhe wird ein Sturm. Ein unbändiger, schrecklicher Sturm. Chaos!
Die Wellen schlagen hoch. Sie werden immer höher. Das Boot wankt. »Wir werden kentern!« – »Wir werden untergehen!« – »Wir werden ertrinken!« – »Wir haben Angst!«, rufen die Jünger.
Und Jesus? Was macht er denn – jetzt, wo sie ihn so dringend brauchen? Da liegt er und schläft! Wie kann das sein? Wie kann Jesus schlafen, wenn ein solcher Sturm herrscht und sie solche Angst haben? Sind sie ihm denn ganz egal?
Sie rütteln ihn. Sie rufen nach ihm: »Jesus, wach doch auf! Sieh doch: Wir haben Angst! Wir gehen unter!«
Jesus hebt den Kopf. Er sieht sie an. Alle nacheinander. »Warum habt ihr Angst? Ich bin doch bei euch.« Jesus steht auf: »Sei ruhig, Wind! Seid still, Wellen!« Es wird ruhig. Alles ist wieder still. Der Wind, die Wellen, die Herzen.
Was für ein Wunder. Jesus ist da. Auch im Sturm. Niemand muss Angst haben. Man muss nur vertrauen. Das ist nicht leicht, aber wichtig.
Zugänge für den VorbereitungskreisNotiert eure Gedanken. Wer mag, sagt sie den anderen.
Schreibt sie auf und legt sie in die Mitte.
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeDas wünsch ich sehr
(KuS 410, KKL 333, EGplus 104, HuT 315);
Wo ich gehe, bist du da (KuS 322);
Aufstehn, aufeinander … (KuS 286, KKL 376)
Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«
(nach »Bildbetrachtung und Gespräch«, s. u.)
Mitarbeiter*in: »So viel gibt es zu sehen und zu entdecken auf der Welt. Das hat Gott gemacht. Dafür danken wir Gott. (Nacheinander kann jedes Kind eines der Dinge nennen, die beim Austausch in die Mitte gelegt wurden; s. u. »Bildbetrachtung und Gespräch«.)
Gott hört uns, egal ob wir etwas laut sagen oder nur ganz leise im Herzen.«
Gebetsanfang: »So viel gibt es zu sehen und zu entdecken auf der Welt. Das hat Gott gemacht. Dafür danken wir Gott. …« (hier kann jedes Kind eine Sache nennen, wofür es danken möchte – aus dem Austausch oder etwas anderes; wer nichts sagen will, sagt einfach »weiter«.)
Gebetsabschluss: »Das hast du gemacht. Danke, Gott. Amen.«
Kreative Umsetzung der Geschichte(Nach der Geschichte)
Besonders eindrücklich ist der wieder sehende Bartimäus aus der Kees-de-Koort-Kinderbibel (siehe hierzu »Der besondere Tipp«, unten). Dieses Bild in die Mitte legen. »Bartimäus sieht das erste Mal …« Die Kinder überlegen:
Die Antworten werden aufgeschrieben und zum Bild gelegt. Dann entscheidet sich jedes Kind für eine Sache und malt sie auf ein Blatt Papier (am besten mit Wachs- oder Zuckerkreide). Die Bilder ebenfalls in die Mitte legen. Wer mag, kann zum eigenen Bild etwas sagen.
Anschließend Dank-Gebet (s. o.).
Alle stehen im Kreis und schauen auf den Fußboden. Beim Kommando »Augenschau« heben alle den Blick. Wenn dieser genau auf den Blick eines anderen Kindes trifft (sich zwei Kinder also direkt in die Augen schauen), setzen sich diese beiden Kinder. Ein »Herumsuchen« mit den Augen ist hier nicht möglich.
Beim Kommando »Bodenschau« sehen alle wieder nach unten. Das Ganze wird so oft wiederholt, bis noch ein Paar steht.
(Spiel) Dieses bekannte Spiel ist für die Jüngeren.
(Spiel)
Zwei Kinder bilden ein Paar. Sie stellen sich hintereinander. Das vordere Kind schließt/verbindet die Augen. Das andere Kind dirigiert es dann nur mit Worten zu einer Stelle im Raum, an der es etwas (Schönes) zu »sehen« gibt. Dort angekommen, ertastet das Kind mit den geschlossenen Augen, was das ist und rät. Dann öffnet es Augen und schaut, ob es richtig geraten hat.
Kees de Kort: Bartimäus
Bildkartenset zum Kamishibai-Erzähltheater
Das erwähnte Bild für das Gespräch nach der Geschichte findet ihr hier:
€ 18,00;
Best.-Nr. 3794
Erzählung für Jüngere(Aus Bauklötzchen eine Stadtmauer bauen.)
Das ist die Stadtmauer von Jericho. Jericho ist eine Stadt in Israel. Am Rande der Wüste. Hier lebt Bartimäus.
(Teelicht hinstellen, nicht angezündet)
Macht mal eure Augen zu. Ganz fest. Stellt euch vor, so wäre es immer: ganz dunkel. Du siehst keine Farben. Kein Rot, kein Gelb, kein Grün. Du weißt nicht, wie eine Rose aussieht oder wie die Wolken am Himmel aussehen. Wenn du irgendwohin gehen möchtest, muss dich jemand an die Hand nehmen. Aber hören kannst du dann umso besser: Das Rascheln der Blätter im Wind (Handflächen aneinander reiben), das Singen der Vögel, die Schritte der Menschen (mit den Füßen Schritte machen).
Ihr könnt die Augen wieder aufmachen. Bartimäus kann das nicht. Bei ihm ist es immer dunkel. Bartimäus ist blind. Er kann nichts sehen. Gar nichts. Er sieht nicht die Mauer und nicht den Himmel und nicht die anderen Menschen. Weil er nichts sehen kann, kann er nicht arbeiten. Er muss betteln. Darum sitzt er jeden Tag an der Stadtmauer. Er hört die Schritte der Menschen und hofft, dass sie ihm etwas geben: ein bisschen Brot, ein wenig Geld. Meistens ist es nicht genug, was die anderen ihm geben. Bartimäus hat oft Hunger. Aber so ist es eben. Das wird sich niemals ändern.
Aber eines Tages ändert es sich doch! Jesus kommt nach Jericho. Bartimäus hat schon von Jesus gehört: Dass Jesus von Gott erzählen kann wie sonst niemand. Dass Jesus Menschen heil macht. Dass es Menschen gut geht, wenn sie Jesus begegnet sind.
Da weiß Bartimäus, was er tun muss: Er muss rufen. So laut er kann.
Helft mit! Wir rufen gemeinsam: »Jesus, hilf mir!«
Die Leute sagen: »Sei ruhig, Bartimäus, wir wollen Jesus zuhören.« – »Du störst.« Aber Bartimäus ist nicht ruhig. Er ruft noch einmal. So laut er nur kann.
Ruft alle mit: »Jesus, hilf mir!«
Und noch einmal, lauter: »Jesus, hilf mir!«
Jesus hört Bartimäus. Und Bartimäus hört Jesu Schritte. Sie kommen zu ihm. Bleiben stehen.
(Große Kerze zum Teelicht stellen und anzünden)
Bartimäus hört eine Stimme. Er weiß, das ist Jesus. »Bartimäus, was möchtest du?«, fragt Jesus. »Ich möchte sehen können«, antwortet Bartimäus. »Du vertraust mir«, sagt Jesus, »darum wirst du sehen können.« Vorsichtig nimmt Jesus dem Bartimäus die Augenbinde ab. Und wirklich: Bartimäus kann sehen!
(Teelicht anzünden)
Bartimäus kann sehen! Wie wundervoll! Er schaut sich um und sieht …
Was meint ihr hat Bartimäus wohl alles gesehen an diesem Tag?
Erzählung für Ältere»Bitte, gebt mir etwas Geld! Bitte, gebt mir etwas Brot! Bitte, ich brauche etwas zu essen.« Jeden Tag sitzt Bartimäus an der Stadtmauer. In der Ecke. Er bettelt. Er hofft, dass die anderen ihm etwas zu essen geben: ein Stückchen Brot, ein paar Oliven, eine Dattel. Egal was, Hauptsache, es hilft gegen den Hunger.
Bartimäus ist blind. Er kann nichts sehen. Bartimäus sieht nicht die Farben der Blumen. Er sieht nicht die Vögel am Himmel, nicht die Menschen, die an ihm vorbeigehen. Er sieht nicht, wie sie ihn anschauen. Manche mitleidig und manche freundlich. Andere sind genervt und manche sogar zornig. Bartimäus stört sie. Immer seine Bettelei! Aber Bartimäus kann nichts anderes tun. Weil er blind ist, kann er nicht arbeiten. Weil er nicht arbeiten kann, hat er kein Geld. Weil er kein Geld hat, hat er nichts zu essen. Also muss er betteln. Und so sitzt er an der Mauer. Jeden Tag.
Bartimäus kann nicht sehen. Aber er kann sehr gut hören. Jeden Tag hört er die Schritte und die Stimmen der Menschen. Manche klingen hektisch. Vielleicht sind es Frauen, die zum Brunnen gehen, um Wasser zu holen. Sie müssen schnell zurück nach Hause, um Fladenbrot zu backen. Manchmal sind es Männer auf dem Weg in die Werkstatt. Manchmal sind es Kinder. Bartimäus hört sie lachen. Manche Schritte sind langsam: Alte Frauen, deren Rücken gebeugt sind von der harten Arbeit. Oder Gelehrte, die sich über die Tora unterhalten, das Heilige Buch. Gespräche über Gott und die Welt brauchen eben ihre Zeit.
An den Schritten kann Bartimäus hören, ob die Menschen traurig sind oder fröhlich. Gelangweilt oder aufgeregt. Heute hört Bartimäus es sofort: Die Schritte sind aufgeregt. Und zwar alle! Die Leute rennen fast durch die Stadt. Bartimäus hört ihre Stimmen: »Komm schnell, wir gehen auch hin!« – »Beeilt euch!« – »Ich bin schon unterwegs!« – »Da bin ich dabei!«
»Was ist denn?«, fragt Bartimäus. »Ach, nichts für dich. Jesus ist da.« – »Jesus? Der Rabbi? Der Lehrer?« Bartimäus hat von Jesus gehört. Er weiß, dass Jesus wie kein anderer von Gott erzählen kann: Geschichten von einer neuen Welt, in der niemand leiden muss und niemand etwas fehlt. Eine Welt, in der alle haben, was sie brauchen. Bartimäus hat auch gehört, dass Jesus Menschen heilen kann. Wer Jesus begegnet, dem geht es gut. Darum heißt Jesus ja auch Jesus. Eine andere Form von Jeschua. Das bedeutet: »Gott rettet«. All das weiß Bartimäus.
»Jesus ist hier in Jericho. Ist das wahr?«, fragt Bartimäus nach. »Ja, so ist es. Aber das ist nichts für dich. Du kannst ihn doch sowieso nicht sehen.«
Das stimmt. Sehen kann Bartimäus Jesus nicht. Aber hören. Er kann ihm zuhören. All die Geschichten von Gott will Bartimäus hören.
Oder – noch besser: Jesus kann ihn hören. Bartimäus will, dass Jesus ihn hört. Dass Jesus zu ihm kommt und in heilt. Nichts auf der Welt ist für Bartimäus jetzt wichtiger als das. Also nimmt Bartimäus all seinen Mut zusammen. Er ruft, so laut er sich traut: »Jesus, hilf mir!« Die Leute aber stört das. »Sei still, Bartimäus! Was fällt dir ein? Wir wollen Jesus hören, nicht dich. Sei leise!« Aber Bartimäus ruft nur noch lauter: »Jesus, hilf mir!« – »Halt den Mund! Du störst. Merkst du das nicht?« Aber das ist Bartimäus egal. Er ruft ein drittes Mal. Jetzt so laut er nur kann: »Jesus, hilf mir!«
Auf einmal hört Bartimäus, dass Schritte stehenbleiben. Genau vor ihm. Und dann hört er noch etwas. Eine Stimme. Er hat sie noch nie vorher gehört. Und doch klingt sie so, als sei sie schon immer dagewesen. Es ist Jesus’ Stimme: »Bartimäus, was willst du?« – Bartimäus ist überrascht. »Was ich möchte? Danach hat mich noch nie jemand gefragt. Das hat noch nie jemanden interessiert.« Und Bartimäus weiß, was er will. Was er sich am meisten auf der Welt wünscht. »Ich möchte sehen können, Jesus.« – »Dann sollst du sehen«, antwortet Jesus. Bartimäus steht auf. Er spürt, wie Jesus die Binde um seine Augen wegnimmt. Er spürt die Finger von Jesus, wie sie sanft über seine Augen streichen. Und er hört Jesus sagen: »Öffne deine Augen.«
Bartimäus öffnet die Augen. Tatsächlich. Er kann sehen! Er sieht Jesus. Der lächelt Bartimäus an. Dann legt Bartimäus den Kopf in den Nacken und sieht den Himmel, die Wolken, die Vögel. Er schaut sich um und sieht Häuser und Menschen. Alles kann er sehen. Unglaublich. Wunderbar!
»Bartimäus, du hast mir vertraut. Darum kannst du sehen. Komm mit mir, sei mein Freund.« Das lässt sich Bartimäus nicht zweimal sagen. Er lässt alles stehen und liegen und geht mit Jesus. Ab jetzt wird auch er den Menschen von Gott erzählen: Davon, dass man bei Gott sehen kann. Und gehen. Und reden. Und hören. Dass das Leben gut ist, wenn Jesus uns begegnet. Das sollen alle wissen.

Speisemeister*in: Jemand aus dem Team übernimmt die Rolle »Speisemeister*in«, die gleichsam als Zeremonienmeister*in durch die Geschichte führt und die Bediensteten anweist, Speisen und Getränke aufzutragen. Sie hält während der Essensphasen die Handlung der Geschichte zusammen und treibt sie voran, indem mit eigenen Worten das Geschehen kommentiert und die Personen der Geschichte zum Handeln aufgefordert werden.
Die Großen bekommen besonders verantwortliche Rollen, da sie die Hauptpersonen (mit Text) spielen: Jesus, Maria und den Ersten Diener. Außerdem bereiten sie in der Rolle der Bediensteten die Tafel vor und bewirten beim Hochzeitsmahl die Festgesellschaft.
Die Kleinen dürfen sich hier bedienen lassen und genießen die Geschichte als Brautpaar oder Festgäste beim Hochzeitsmahl.
Bei einem Familiengottesdienst können
auch Erwachsene als Hochzeitsgäste mitspielen. Die Tafel steht dann mitten im Raum und es wäre klasse, wenn am Schluss alle mit
»guten Wein« bewirtet werden könnten.
(Wenn sich der*die Speisemeister*in – SpM – über den Abschluss der Vorbereitungen in beiden Gruppen überzeugt hat, dürfen die Gäste den Festsaal betreten. SpM fordert die Bediensteten auf, jeden Gast an den für ihn vorgesehenen Platz mit seinem Namensschild zu bringen.)
Festgäste singen »Lasst uns miteinander« (KuS 584, KKL 163); währenddessen zieht das Brautpaar, evtl. von zwei Brautjungfern geführt, ein.
SpM: (Zündet die Kerzen auf der Tafel an, begrüßt zuerst das Brautpaar und heißt dann die Gäste herzlich willkommen. SpM freut sich besonders, dass Jesus und seine Mutter gekommen sind.)
Liebe Gäste von nah und fern, bevor wir unseren Festschmaus beginnen, wollen wir unserem Gott danken (streckt beide Arme zum Himmel und fordert Gäste auf, es ihm gleichzutun): Vater im Himmel, segne dieses Hochzeitsessen und schenke dem Brautpaar und uns allen ein fröhliches Fest. Amen.
(Die Bediensteten gießen »einfachen Wein« in die Gläser – am besten so viel, dass anschließend nichts mehr nachgefüllt werden kann.)
SpM: Lasst uns die Becher erheben: Unser Brautpaar, es lebe hoch!
(SpM kündigt die Gänge an)
SpM: Als Vorspeise servieren wir: Kandierte Früchte aus den Gärten am See Genezareth.
(Bedienstete bringen auf kleinen Tellern jedem Gast je ein Stück der Vorspeise)
SpM: Als Hauptspeise präsentieren wir galiäisches Allerleigulasch aus Kamel- und Eselfleisch.
(Bedienstete bringen kleine Schälchen mit Salzgebäck, von dem reichlich vorhanden ist und gerne nachgereicht wird. Das Nachfüllen der Gläser funktioniert aber nicht mehr: die Kannen sind leer [evtl. leere Kanne/n zeigen]). Die Gäste bekommen Durst.
SpM: Und zum krönenden Abschluss des Festmahls: feinste Jerusalemer Leviten-Hütchen!
(Dienerschaft bringt jedem Gast Mini-Schaumkuss)
Maria: (zeigt Jesus ihren leeren Becher) Du, Jesus, ich glaube der Wein ist schon alle.
Jesus: Was willst du damit sagen?
Maria: Na, das ist doch klar: Wenn der Wein aus ist, dann ist das schöne Fest zu Ende. Dann gehen die Gäste nach Hause. Wir haben doch gerade erst angefangen zu feiern. Was für eine Schande für die Brautleute. Mensch, Jesus, du kannst doch was tun. Los, mach schon!
Jesus: (ärgerlich) Was geht das dich an, Mutter? Meine Zeit ist noch nicht gekommen! Ich bin noch nicht so weit.
Maria: (steht auf, geht zu SpM) Speisemeister, ich habe es bemerkt: Ihr seid in einer misslichen Lage. Der Wein geht zur Neige. Habt keine Sorge. Mein Sohn Jesus wird euch helfen. Tut einfach, was er euch sagt. Ihr werdet schon sehen.
Jesus: (schüttelt heftig den Kopf, steht aber auf, geht zu SpM) Lass alle Krüge mit Wasser füllen.
SpM: (zum Ersten Diener) Du hast es gehört, also los, füll alle Krüge mit Wasser. In jeden Krug gehen 100 Liter Wasser. Beeil dich!
(Erster Diener und Bedienstete »füllen« die »Krüge« = die vorbereiteten, bereits mit dunkelrotem Saft gefüllten Kannen auf dem Büffet-Tisch; alle schauen ihnen eine Weile zu)
Jesus: (zu SpM) Nun schöpf und koste.
(Erster Diener nimmt Schöpfkelle, füllt SpM etwas in ein Glas)
SpM: (hebt Glas, bewundert die Farbe, kostet sorgfältig, äußert sich euphorisch) Unglaublich! Fantastisch! Allerbester kretischer Wein! Erster Diener, fülle sogleich die Gläser der Gäste. Sie werden begeistert sein.
(Erster Diener gibt noch eininigen Bediensteten ein Zeichen, schenken den Gästen ein, Erster Diener geht zurück zu SpM)
SpM: (zum Ersten Diener) Ich kann es immer noch nicht fassen. Jesus hat Wasser zu Wein gemacht. Das ganze Wasser in allen Krügen ist jetzt allerbester Wein! Wie ist denn das möglich? Die Brautleute werden staunen. Normalerweise macht man es ja genau umgekehrt: Zuerst gibt man den Gästen den guten Wein. Wenn sie dann schon etwas getrunken haben, kann der schlechtere Wein ausgeschenkt werden. Dann merken sie den Unterschied nicht mehr. Doch was die Gäste jetzt bekommen, ist der beste Wein, den ich je probiert habe. Meinst du, die Gäste bemerken das?
Erster Diener: Nein, ich glaub nicht. Und wenn doch, ist es auch egal. Aber eines ist sicher: Jesus hat das Fest gerettet.
SpM: Ja, jetzt sind alle glücklich.
Erster Diener: (bedeutungsvoll) Ja, das war ein Wunder.
SpM: Du hast recht, das war ein Zeichen des Himmels.
Erster Diener: Jesus ist eben etwas ganz Besonderes.
SpM: Denkst du auch, was ich grade denke? Ist er es?
Erster Diener: Ja, ich denke, wir denken das Gleiche: Er ist der Messias. Er ist der, auf den wir warten. Er kommt wirklich von Gott, sonst könnte er so etwas nicht tun. Das weiß ich jetzt.
SpM: (fasst Ersten Diener an beiden Händen) Ich glaube, Jesus zeigt uns damit, wie herrlich und wie festlich sich Gott seine Welt wünscht. Alle feiern da gemeinsam.
Erster Diener: Und wenn alle denken, das Fest ist aus – dann kommt das Beste zum Schluss!
SpM: (voller Freude) Ich glaube, so wird das ab jetzt immer sein bei Jesus!
Erster Diener: Genau, denn so war das schon immer bei Gott!
(SpM fordert Gäste auf, zu singen und – alternativ oder zusätzlich – zu tanzen)
Hallelu-, hallelu-… (KuS 226, KKL 188); evtl. mit Gitarrenbegleitung
Alternativ: Zu einem Tanzlied mit den Kreppbändern des Tischschmucks frei tanzen (s. »Materialliste«, Wiedergabegerät)
Zugänge für den VorbereitungskreisDabei könnt ihr auch das Thema Mobbing einbeziehen (unter dem Aspekt, wie wir Menschen sehen, die anders sind als wir und wie wir uns ihnen gegenüber verhalten).
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Kreative Umsetzung der GeschichteMacht Detail-Fotos im Raum/Gebäude, druckt sie aus. Gebt den Kindern nacheinander die Bilder mit der Aufgabe, dieses Detail bzw. das Ganze dazu zu suchen. (Je nach Anzahl der Kinder sind diese einzeln unterwegs oder ihr macht kleine Gruppen.
Sammelt alte Brillen (jedes Kind braucht eine). Die Kinder schneiden aus Tonpapier Abdeckungen für beide Gläser mit einem kleinen Loch in der Mitte aus; oder sie decken die Gläser mit Transparentpapier ab (dann ohne Loch). Die Abdrckungen mit durchsichtigen Klebestreifen befestigen. Dann setzen sie die Brille auf und bewegen sich im Raum.
Folgende Fragen können den Kindern helfen, ihre Erfahrungen in Worte zu fassen:
Die Christoffel Blindenmission bietet im Internet Informationen und Bilder zu Blindheit in unserer Welt (Suchbegriffe: Christoffel, Bartimäus). Zu Bartimäus gibt es außerdem einen kompletten Gottesdienstentwurf für die Gemeinde zum Download, der viele Ideen enthält.
Beim Kompetenzzentrums Blista (Marburg/Lahn) gibt es auf deren Homepage kurze Videos, die Einblick geben in das Leben mit einer Sehbehinderung (Suchbegriffe: Blista, Schüler). Mit den Älteren kann solch ein Video angeschaut werden, um zu entdecken, wie Schule und Lernen mit Sehbehinderung heute aussehen.
Brailleschrift im Alltag Unter den Suchbegriffen: Logo, Blindenschrift können kindgerechte Informationen zur Brailleschrift angeschaut werden.
Ladet die Kinder ein, Symbole/Geräusche/Zeichen in ihrer Umgeben zu entdecken, die für Menschen mit einer Sehbehinderung angebracht sind (Ampel, Wegmarkierungen, Geländer am Bahnhof) und sammelt gemeinsam.
Einander ansehen und sich gegenseitig fröhlich begrüßen
Nach der BasisBibel die Verse 2.5–9
Eines Tages kam einer
(KuS 348, KG 45, Wwdl 34);
Wer ist dieser Jesus (KKH 21);
Mir ist ein Licht aufgegangen (KuS 146);
Gib uns Ohren, die hören (Kanon)
(KuS 496, KKL 251);
Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt
(KuS 398, KKL 193, HuT 89);
Hier zusätzlicher Stophe:
»Ich lobe meinen Gott, zu dem ich immer kommen kann und der mich anschaut. Halleluja!
Ich lobe meinen Gott, der meine Augen öffnet, dass ich sehe.“
»Ein Wunder« (Erzähllied zu Bartimäus von Kurt Mikula, zum Anhören, YouTube)
Lieber Gott,
wir sind jetzt hier in der Kinderkirche.
Wir wollen heute miteinander entdecken,
wie du bist, und wie wir dir vertrauen können.
Amen.
Jesus, wir haben gesehen,
dass dir kein Mensch egal ist.
Du beachtest uns und siehst uns freundlich an.
Das ist klasse. Danke dafür.
Wir bitten dich jetzt für die Menschen,
die immer auf Hilfe angewiesen sind.
Für Menschen, die gar nicht sehen können.
Schenke du ihnen freundliche Mitmenschen,
die sie unterstützen und gerne mit ihnen
zusammen sind,
die sie ermutigen und wissen lassen,
dass du bei ihnen bist.
Wir bitten dich jetzt:
Jesus, hilf uns zu entdecken,
dass wir selbst freundlich sind,
anderen helfen
und mutig an dich glauben können.
Du bist ja mit uns. Amen.
Erzählung für JüngereSellt euch vor: Es gibt Menschen, deren Augen nicht gesund sind. Sie können wenig bis gar nicht sehen. Das kann durch eine Krankheit kommen. Oder es ist schon von Geburt an so.
(Haltet mal eure Augen zu. Was seht ihr? Wie geht es euch?)
Wie können Menschen einen Weg durchs Leben finden, wenn sie schlecht oder gar nicht sehen können?
Schon zur Zeit von Jesus gab es Menschen, die blind waren. Hört euch diese Geschichte dazu an:
Jesus war mit seinen Jüngern in Jericho. Er erzählte den Menschen, dass Gott ganz nah bei ihnen ist und sie liebhat. Jetzt ist Jesus mit seinen Leuten auf dem Weg nach Jerusalem, zu einem großen Fest. Ein Tagesmarsch liegt vor ihnen. Doch erst einmal müssen sie aus Jericho hinauskommen. Jesus und seine Freunde sind nämlich nicht allein unterwegs. Jesus ist sehr bekannt. Viele Leute wollen ihn sehen. Die Straße ist dicht gedrängt mit Menschen, die neugierig auf Jesus sind.
(Probiert mal, alle zur selben Zeit ganz durcheinander zu reden. Das ist ganz schön laut, oder?)
Doch am Straßenrand, ganz auf der Seite, sitzt ein Mann auf dem Boden. Er heißt Bartimäus. Er ist der Sohn von Timäus. Jeden Tag sitzt er hier. Doch heute drehen ihm die Menschen den Rücken zu. Bartimäus kann das nicht sehen. Bartimäus ist blind. Doch er freut sich, weil viel los ist. So bekommt er heute hoffentlich ein bisschen mehr Geld beim Betteln. Etwas anderes kann er nämlich nicht tun, um durchs Leben zu kommen. Doch heute achtet niemand auf ihn. Bartimäus hört nicht das kleinste Geldstück in seine Holzschale fallen.
(Wie klingt das, wenn Münzen in eine Holzschale fallen? Probiert es aus.)
Aber Bartimäus hört die Leute aufgeregt reden. Sie reden über Jesus. Bartimäus hat schon einiges über Jesus gehört. Er hält ihn für einen besonderen Mann Gottes. Bartimäus würde ihn gerne treffen. Deshalb schreit er, wie er es beim Betteln tut: »Jesus, Sohn Davids, hilf mir!«
Bartimäus weiß nicht, ob Jesus ihn hören kann. Die Leute um Bartimäus herum jedenfalls schon. Denn sie drehen sich zu ihm um. Sie ärgern sich über Bartimäus, weil sie Jesus nicht mehr verstehen können. »Psst!«, sagen sie, »sei ruhig! Dein Geschrei stört!« Aber wisst ihr, das macht Bartimäus nur noch mutiger. Er holt tief Luft, setzt sich aufrecht hin und schreit jetzt so laut er kann: »Jesus, Sohn Davids, hilf mir!«
Kann Jesus den Bartimäus hören, obwohl die vielen Menschen so laut sind?
Ja. Auf einmal bleibt Jesus stehen und blickt sich um. Er kann nicht sehen, wer ihn gerufen hat. Deshalb sagt er zu den Leuten: »Ruft ihn her zu mir.« Da wenden sich einige Bartimäus zu und sagen freundlich: »Hei, heut ist dein Glückstag. Du sollst zu Jesus kommen.«
Bartimäus lässt sich das nicht zweimal sagen. Sein Herz klopft vor Aufregung. Er springt auf und denkt nur daran, wie er am schnellsten zu Jesus kommt. Seine Schale, sein Mantel – das ist alles nicht mehr wichtig. Durch den Weg, den ihm die Menschen machen, geht er in Richtung Jesus.
Dann steht Bartimäus vor Jesus. Die Menschen beobachten gespannt, was jetzt passiert: Jesus schaut Bartimäus super freundlich an. Für ihn ist der blinde Mann ein wertvoller Mensch, mit eigenen Wünschen und Gedanken. Jesus spürt das herzliche Vertrauen des Blinden. Und so fragt er ruhig: »Was willst du, dass ich für dich tue?« Bartimäus hält seinen Herzenswunsch nicht zurück. Seine Worte sprudeln aus ihm heraus. Bartimäus setzt alles auf eine Karte: »Geschätzter Lehrer, der uns von Gott erzählt, ich möchte so gerne sehen können.« Jetzt ist es raus. Und was macht Jesus? Er versichert Bartimäus: »Du kannst beruhigt sein und hoffnungsvoll dein Leben weiterleben. Dein Vertrauen in mich ist nicht umsonst.« Und – zack – sind die Augen von Bartimäus gesund. Er kann tatsächlich sehen. Da ist Bartimäus klar: Er will jetzt immer mit Jesus verbunden und zu ihm gehörten.
… hierzu findet Ihr hier: 15. Februar 2026: Jesus öffnet Augen – Bartimäus, Kreative Umsetzung der Geschichte
Erzählung für ÄltereRollenspiel
Verteilt die Rollen dieser Geschichte (Bartimäus, Jesus, aufgeregte Menschen, – darimter verärgerte und freundliche, Jünger
Erzählt die Geschichte (z. B. die »für Jüngere«, Seite 109), die Kinder spielen zeitgleich, was geschieht. Die Kinder können sich so gut in die Personen hineinfühlen.
Mit dem Kees-de-Kort-Kamishibai-Bildkartenset erzählen. Auch hier können die Kinder nachspüren und sich äußern, was die betreffenden Personen auf den Bildern fühlen.
Impulsfragen
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeSiehe hierzu in Heft 2/2024, »Zur ganzen Reihe« (Seite 205).
Unmittelbar vor der Erzählung kann mit den Kindern über Folgendes nachgedacht werden:
Kreative Umsetzung der GeschichteKinder spielen gerne Theater und verinnerlichen dadurch Geschichten. Hier handelt es sich eher um ein Rollenspiel als um ein klassisches Theaterstück. Die Spielleitung liest/erzählt die Geschichte, die Kinder spielen das Erzählte mit.
Material: Stabile Decke; kleinere Tücher und/oder Sachen zum Verkleiden; evtl. Tische und Stühle; evtl. Textpassagen zum Ablesen (s. »Für die Spielleitung«).
Rollen: Jesus; Gelähmter; vier Freunde
(Bei kleinen Kinderkirchgruppen übernehmen auch Mitarbeitende Rollen. In einer großen Gruppe können weitere Kinder zu Freund*innen oder Jünger*innen Jesu werden.)
Die Rollen werden vergeben, indem die Kinder ihre Verkleidungsstücke erhalten.
Für die Spielleitung:
Kurz: Die Kinder sollen die Geschichte erleben und Spaß haben.
Während des Spiels werden die Orte definiert, um sie sich besser vorstellen zu können. Dazu können Tische, Stühle, Tücher gestellt/gelegt werden. Vor allem das Haus, in dem Jesus ist, ist ein wichtiger Ort. Es kann durch Stühle dargestellt werden, die in einem Viereck aufgestellt werden. (Die Stühle symbolisieren später auch die vielen Menschen, die den Weg versperren.)
Getragen und gehalten:
Ein Kind wird von anderen auf einer stabilen Decke getragen. Danach wird abgewechselt.
Ein festes Netz: Die Gruppe stellt sich eng nebeneinander im Kreis auf. Alle halten ihre geöffneten Hände in Brusthöhe. Ein Kind in der Mitte kreuzt seine Arme vor der Brust, macht sich steif und lässt sich in alle Richtungen gegen die Hände fallen. Die Gruppe fängt es auf und »schubst« es vorsichtig in eine andere Richtung. Dann wird gewechselt.
Wichtig: Das Spiel erfordert vom Kind in der Mitte großes Vertrauen und von der Gruppe unbedingte Verlässlichkeit. Das Mitspielen muss freiwillig geschehen. Kinder können die Stellen nennen, an denen sie nicht berührt werden wollen.
Weil alle Menschen unterschiedlich und einzigartig sind, auch unsere Freundinnen und Freunde, malen wir lustige Fantasie-Menschen.
Material: Für jedes Kind Stift, A5-Blatt; die Blätter werden zu Anfang im Hochformat in vier gleiche Felder gefaltet und wieder geöffnet.
Alle malen auf das oberste Feld ihres Blattes einen Kopf. Die anderen sehen nicht, was gemalt wird. Der Kopfteil wird nach hinten umgefaltet, er ist jetzt nicht mehr zu sehen. Dann wird das Blatt weitergegeben. Jetzt malen alle wieder im oberen Feld den Rumpf (Brust, Bauch, Armen). Auch dieser Teil wird umgefaltet und das Blatt weitergegeben. So werden noch die Beine und die Füße angefügt. Da niemand weiß, was zuvor gemalt wurde, entstehen lustige Figuren.
Für einen Freund oder eine Freundin wird eine Dankespostkarte gestaltet mit Bild (z. B. Blumenstrauß; Freunde, die sich an der Hand halten) und Text (z. B. »Danke, dass du meine Freundin/mein Freund bist«).
Ältere Kinder können auch einen ausführlichen Brief schreiben.
Je nach Alter und Fähigkeit kann das Freundschaftsarmband aus Wolle/Schnur als Kordel gedreht, geflochtenen oder geknüpft werden.
Kinder von 7 bis 12 Jahren machen biblische Geschichten
Außer der heutigen Freundschaftsgeschichte enthält dieses Buch
Das alles macht dieses Buch zu einer Hilfe in Kindergottesdienst, Religionsunterricht, auf Freizeiten.
€ 9,00;
Best.-Nr. 2132
Erzählung für JüngereIdee 1: Die Geschichte kann mit Figuren (z. B. Playmobil) nachgestellt werden.
Idee 2: Die Geschichte kann als Theaterstück/Rollenspiel« dargeboten werden (s. »Kreative Umsetzung der Geschichte«)
Idee 3: Beim Erzählen werden Bewegungen gemacht, die alle nachmachen.
Die Bewegungen dazu sind kursiv gedruckt und werden nicht mitgelesen.
Das ist Jesus. (Auf Jesus zeigen)
Mit seinen Jüngerinnen und Jüngern, ist er in die Stadt gekommen. Viele Menschen wollen ihn hören. Sie wissen, dass Jesus Menschen gesund machen kann. Jesus und seine Freund*innen gehen in ein Haus.
(Mit den Beinen Gehbewegungen machen.)
Die Menschen gehen mit. Im Haus stehen und sitzen sie um Jesus herum. Sie stehen sogar vor dem Fenster und der Tür. So viele sind es.
Plötzlich kommt eine Gruppe von Menschen. Vier Freunde tragen einen Gelähmten. Er liegt auf einer Decke. Sie wollen zu Jesus.
(Hände zu Schale formen und sie langsam vorne um den Körper bewegen; als ob etwas sehr Wertvolles darin ist.)
Die Freunde sind sicher, dass Jesus ihrem gelähmten Freund helfen kann. Aber, oh Schreck! So viele Menschen!
(Augen und Münder aufsperren)
Es ist kein Durchkommen. So viele Menschen wollen Jesus sehen.
Da hat einer der Freunde eine Idee (Achtung! Nachfolgend keine Bewegung, sondern Hinweis ans Team: Kind Text geben oder einflüstern): »Lasst uns auf das Dach gehen. Wir machen ein Loch ins Dach. Durch das Loch lassen wir unseren Freund hinunter zu Jesus.«
Die Freunde klettern aufs Dach. Sie müssen sich sehr anstrengen. Es ist schwer, den Gelähmten auf das Dach zu bringen. Es ist gut, dass das Dach ganz flach ist. Gemeinsam schaffen sie es. Endlich sind sie oben.
Dann machen die Freunde ein Loch in das Dach.
(Mit Händen Buddel-Bewegungen machen und Dinge zur Seite räumen.)
Dann lassen Sie ihren Freund hinunter zu Jesus.
(Mit den Händen vor dem Bauch Abseilbewegungen machen.)
Die Freunde schauen von oben zu, was jetzt passiert.
Jesus lacht den Gelähmten freundlich an. Er sagt zu ihm: »Deine Sünden sind dir vergeben.« In der Nähe stehen Männer. Sie kennen sich gut mit der Heiligen Schrift und dem Glauben aus. Sie werden wütend: »Sünden kann doch nur Gott vergeben.« Jesus fragt sie: »Was ist einfacher? Zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben.‹ Oder zu sagen: ›Steh auf und gehe.‹« Dann sagt Jesus zum Gelähmten: »Steh auf und gehe.« Der Gelähmte steht auf, rollt seine Decke zusammen und geht zu seinen Freunden.
Alle freuen sich. Die Freunde und der Gelähmte tanzen vor Freude.
Erzählung für ÄltereMachen die mir einfach mein Dach kaputt! Ich könnte mich so aufregen! Unglaublich! Aber was da passiert ist, ist sowieso unglaublich. Aber der Reihe nach.
Alles fing damit an, dass Jesus in unsere kleine Stadt gekommen ist. Hier kennen alle alle. Es war ein verregneter Herbsttag. Kühl und nass. So richtiges Schmuddelwetter. Und an dem Tag kam Jesus zu uns.
Bei uns war es gleich wie in den anderen Städten: Alle wollten Jesus hören. Deshalb standen wir auf dem Marktplatz zusammen. Jesus und seine Jünger in der Mitte. Aber dann begann es zu regnen.
Da hatte ich eine Idee. Warum nicht alle zu mir einladen? Ich habe ein großes Haus. Da haben viele Platz. Deshalb sagte ich: »Jesus, komm in mein Haus. Und alle anderen können mitkommen. Dort ist es trocken.« Jesus und die anderen nahmen meine Einladung an.
Aber so groß ist mein Haus dann wohl doch nicht. Überall standen und saßen die Leute. Natürlich auch vor den Fenstern und in der Tür. Einige mussten sogar draußen stehen bleiben.
Jesus erzählte gerade von Gottes neuer Welt, da bröselten Steinchen und Ästchen und der ganze Putz von der Decke. Die Decke ist ja gleichzeitig das Dach. Ich bin so erschrocken! »Jetzt stürzt das Dach ein und wir alle werden darunter begraben«, dachte ich.
Aber nichts dergleichen passierte. Es bröselte einfach weiter und ein Loch im Dach war zu sehen. Das Loch wurde größer und größer. Erst sahen wir eine Hand. Dann mehrere. Und dann ging es immer schneller. Bald sahen wir ein Gesicht durch das Loch. Es war Daniel. Daniel ist ein junger Mann. Er wohnt am anderen Ende der Stadt. Ich treffe ihn oft mit seinen Freunden auf dem Marktplatz. »Bist du Jesus, von dem alle erzählen?«, rief Daniel durch das Loch zu uns herunter.
Jesus grinste Daniel an und sagte: »Ja, der bin ich.« – »Hier oben ist unser Freund. Er ist gelähmt. Wir haben ihn auf das Dach getragen, weil wir unten nicht zu dir durchkommen. Alles ist voll. Da dachten wir: ›Wir lassen ihn direkt zu dir hinunter.‹ Ist das okay?« – »Klar. Macht mal«, antwortete Jesus.
Ich merkte, wie das Entsetzen und die Empörung in mir größer wurden. »Machen die mir einfach mein Dach kaputt! Und für Jesus ist das völlig in Ordnung.« Aber irgendwie waren wir alle gespannt, was nun passieren würde. Es war mucksmäuschenstill, alle warteten ab. Auch ich.
Schnell war das Loch so groß, dass Daniel zusammen mit drei anderen Freunden einen Gelähmten auf seiner Decke zu uns herablassen konnten. Ob auf dem Dach noch mehr Freunde waren, konnte ich nicht sehen.
Den Gelähmten kenne ich auch. Daniel und die andern nehmen ihn manchmal mit auf den Marktplatz. Aber nicht so oft. Er ist so krank. Ich glaube, Daniel und der Gelähmte sind zusammen aufgewachsen.
Und dann lag der Gelähmte auf seiner Decke direkt vor Jesus auf dem Boden. Jesus lachte ihn an. So richtig nett. So, wie man den besten Freund anlacht, wenn man ihn sieht. Und dann sagte Jesus: »Deine Sünden sind dir vergeben.«
»Ich glaube, ich höre nicht recht«, zischte da einer der Schriftgelehrten, die neben mir standen. »Sünden kann nur Gott vergeben.«
Ich bin mir sicher, dass Jesus den Schriftgelehrten nicht hören konnte … dennoch drehte Jesus sich zu ihm um. Er schaute ihn freundlich an und fragte ihn dann: »Was ist denn leichter? Zu dem Gelähmten zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder ›Steh auf und gehe?‹«
Uns allen war natürlich klar, dass das mit dem Aufstehen und Wieder-gehen-Können schwieriger ist.
Dann drehte sich Jesus wieder dem Gelähmten zu, kniete sich nieder und sagte zu ihm: »Steh auf, nimm dein Bett und gehe.«
Wir alle waren gespannt.
Und als ob der Gelähmte nie gelähmt gewesen wäre, stand er auf. Die Menschen traten staunend zur Seite, als der Gelähmte zur Tür ging. Jetzt war er nicht mehr gelähmt. Zuerst ging er ganz langsam, dann immer schneller. In der Tür konnte ich Daniel und die anderen Freunde sehen. Sie strahlten ihren Freund an. Und dann fielen sie sich in die Arme und jubelten und tanzten und lobten Gott. Wir anderen konnten gar nicht anders, als mitzujubeln und Gott zu danken.
Ja, so war das. Vielleicht sollte ich Daniel und die anderen fragen, ob sie mir helfen, das Dach zu reparieren. Vielleicht hilft auch der Geheilte mit. Freunde halten schließlich zusammen. Und echte Freunde sind ein Geschenk.
Die Heilung des Gelähmten
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12 stabile DIN-A3-Bildkarten erzählen mit Bildern von Petra Lefin und einem vollständig ausgearbeiteten Text diese Heilungsgeschichte.
€ 18,00; Best.-Nr. 3413
Zugänge für den VorbereitungskreisAn dieser Stelle kann bereits überlegt werden, welche Erfahrungen die Kinder mit dem Thema haben. Gibt es Kinder, die selbst gesundheitliche Beeinträchtigungen haben oder dies aus der Familie kennen?
Zum Text / Zum ThemaHier kommen Verzweiflung, Wut, Resignation und Ohnmacht des Mannes zum Ausdruck. Der Mann leidet nicht nur körperlich, sondern auch emotional an seiner Situation. Er ist nicht nur körperlich gelähmt, sondern auch innerlich. Jesus fordert ihn daraufhin auf, aufzustehen, seine Matte zu nehmen und zu gehen. Ganz ohne das Betesda-Wasser wird der Mann durch die Zuwendung Gottes und Jesu Worte gesund.
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeSiehe hierzu Zur ganzen Reihe (Seite 205)
Kreative Umsetzung der GeschichteEs kann mit den Kindern über Geschenke nachgedacht werden. Dazu wird das erste Geschenk gezeigt (siehe Hinführung zur Erzählung, Seite 205) und folgende Überlegungen angestellt:
Im Anschluss an das Gespräch wird das Geschenk geöffnet und das erste Symbol (Pflasterpackung) ausgepackt.
Jedes Kind verziert eine Schachtel (Schuhkarton, Briefumschlag). Darin kann es »Geschenke« sammeln, die nicht zu kaufen sind. Dazu können auch Symbole, Bilder oder Kärtchen mit dem entsprechenden Wort dafür in die Geschenkbox gepackt werden. Wenn aus der Reihe »›So wird es sein‹ – Bilder vom Reich Gottes« (s. dort »III. Zur Gestaltung der Reihe«, Seite 148) bereits Schatzkisten vorhanden sind, können auch diese verwendet werden.
Werden die Geschichten wie vorgeschlagen mit dem Symbolgeschenk eingeleitet, erhält jedes Kind jeweils ein solches Symbol für seine Geschenkbox. Heute einen Pflasterstreifen.
Je nach Gruppengröße die Anzahl an Fänger*innen festlegen (je größer die Gruppe und größer die Fläche desto mehr Kinder fangen). Ein blaues Tuch wird in der zur Verfügung stehenden Fläche als Teich von Betesda definiert. Die Fänger*innen versuchen, die anderen Kinder zu berühren. Diese sinken nach einer Berührung krank zu Boden. Die noch gesunden Kinder tragen nun die Kranken zum Teich, damit diese das Wasser berühren. Gelingt dies, werden sie wieder gesund und können weiterspielen.
… für den kommenden Sonntag
»Lieber Gott, hab Dank dafür …«
Bastelbogen mit Tischgebeten
Mit dem Tisch-RAP, dem Fisch-Flossen-Gebet und anderen gereimten Tischgebeten wird es selbstverständlich, Gott »Danke« zu sagen für das, was er uns täglich gibt.
Mit vorgeprägten Falzlinien und abwischbarer Beschichtung
Maße fertiger Würfel: 6 cm.
€ 2,00 (ab 10 Ex. je € 1,90);
Erzählung für JüngereMit Erzählfiguren (hierfür eignen sich alle euch zur Verfügung stehenden Figuren), die jeweils entsprechend der Geschichte aufgestellt werden; zusätzlich ein blaues Tuch oder eine Schale mit Wasser.
Heute geht es in der Geschichte um ein Geschenk, das man nicht kaufen kann. In unserer Geschichte schenkt Gott einem Mann Gesundheit. Die Geschichte wurde vor langer Zeit erzählt und geht so:
In Jerusalem gibt es einen komischen Ort. Der Ort wird Betesda genannt. Aber ein Haus ist Betesda nicht. Der Ort sieht ganz anders aus. In der Mitte ist ein Teich. Um den Teich herum gibt es viele Säulen. Sie tragen ein Dach. Das Dach schützt die Menschen in Betesda. Im Sommer vor der heißen Sonne und im Winter vor dem kalten Regen. Viele Menschen wohnen um den Teich herum. Die Menschen haben alle eine Krankheit oder es geht ihnen schlecht.
Da ist zum Beispiel ein Mann, der seine Beine nicht bewegen kann. Auf diesen Mann schauen wir einmal genauer. Fast sein ganzes Leben wohnt er schon an dem Teich. Nur noch manchmal erinnert er sich daran, dass er früher ein anderes Zuhause hatte. Dort waren seine Familie und seine Freunde.
Denn obwohl der kranke Mann jetzt schon so lange in Betesda wohnt, hat er hier keine Freunde. Richtig befreundet sind die Menschen hier sowieso nicht. Sie alle haben nämlich dasselbe Ziel. Sie alle warten nur auf das Eine. Sie warten darauf, dass sich das Wasser im Teich bewegt. Und wenn sich das Wasser bewegt, stürzen sich alle so schnell sie können zum Teich. Denn wer dann als Erstes das Wasser berührt, wird gesund. Deshalb möchten alle bei diesem Wettrennen am schnellsten sein. Da denken alle nur an sich selbst.
Für den Mann ist das besonders schlimm. Er ist ja gelähmt. Er kann sich kaum bewegen. Er ist ganz schwach. Und er ist furchtbar traurig. »Ich habe niemanden, der mir hilft. Ich bin ganz allein. Ich werde nie als Erstes im Wasser sein. Ich werde nie wieder gesund«, so denkt der Mann den ganzen Tag.
Aber dann steht plötzlich ein anderer Mann vor ihm. Es ist Jesus. »Den Mann habe ich hier noch nie gesehen«, überlegt der kranke Mann. »Der sieht ja ganz gesund aus. Was macht der denn hier?« Jesus schaut den kranken Mann an. Ganz nett. Das überrascht den kranken Mann. »Er schaut mich ja wie einen Freund an. Und jetzt kniet er sich zu mir herunter. Das hat schon lange niemand mehr gemacht.«
Und dann fragt Jesus den kranken Mann: »Willst du gesund werden?« Doch der kranke Mann sagt nur traurig: »Ich habe niemanden, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt.« Jesus merkt: Der kranke Mann ist nicht nur an seinen Beinen gelähmt, auch die Gefühle innen drin sind wie gelähmt. Da ist nur noch Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit und Wut und Verzweiflung in dem kranken Mann.
Und Jesus sagt zu dem kranken Mann: »Steh auf, nimm deine Matte und geh.« Zuerst kann der Mann gar nicht glauben, was er da hört. Aber dann probiert er es aus. Er bewegt seine Beine. Vorsichtig steht er auf. Und Jesus hat recht!
Jetzt ist der Mann nicht mehr gelähmt. Auch innen drin ist jetzt ganz viel Freude und Zuversicht und Hoffnung. Er ist ganz fröhlich. Er packt seine Matte zusammen. Dann geht er. Er geht zurück nach Hause zu seiner Familie und zu seinen Freunden. »Gott hat mir Gesundheit geschenkt«, denkt er auf dem ganzen Weg.
Erzählung für ÄltereDie Kinder legen sich auf den (harten) Boden (Liegen kommt hier der Geschichte sehr entgegen).
Du liegst auf dem Boden. Mache die Augen zu. Du atmest tief ein und aus. Du spürst, wie deine Arme und Beine ganz schwer auf dem Boden liegen. Der Boden ist ein bisschen hart und ein bisschen kalt. Jetzt reisen wir ins Land und in die Zeit von Jesus.
Du liegst immer noch auf dem Boden. Er ist immer noch ein bisschen hart und ein bisschen kalt. Über dir siehst du ein Dach. Es ist aus Zweigen zusammengebunden. Um es abzudichten hat jemand Lehm darauf gestrichen. Aber das Dach hat viele Löcher. Heute scheint die Sonne durch die Löcher. Neben dir ist eine Säule. An der Säule sitzt ein Mann. Seine Augen sind milchig-grau. Er blickt ins Leere. Er sieht dich nicht. Der Mann ist blind. Auf einer Treppe vor dir siehst du eine Frau sitzen. Sie kann ein Bein und einen Arm nicht bewegen. Die sind gelähmt. Die Frau starrt auf den Teich, zu dem die Treppe hinunterführt. Der Teich heißt Teich von Betesda.
Menschen wie den blinden Mann und die gelähmte Frau gibt es hier noch viele. Sie alle sind krank, schwach, gelähmt, blind oder leiden an irgendetwas anderem.
Viele von diesen Menschen sitzen um den Teich herum und starren auf das Wasser. Sie warten darauf, dass es sich bewegt. Bei der kleinsten Welle stürzen sie zum Wasser. Alle versuchen, zuerst im Wasser zu sein. Die Menschen am Teich von Betesda denken: »Wenn ich als Erstes im Wasser bin, werde ich geheilt. Dann bin ich wieder gesund.«
Der Boden unter dir ist immer noch ein bisschen hart und ein bisschen kalt. Du bewegst dich nicht. Dir geht es ähnlich wie einem anderen kranken Mann, der auch hier am Teich von Betesda wartet. Auch er bewegt sich nicht. Seit 38 Jahren ist er krank. Seit 38 Jahren liegt er hier am Teich. Tag und Nacht liegt er auf dem harten, kalten Boden. Er hat eine dünne Matte als Unterlage, aber die ist schon ganz kaputt. Der kranke Mann kann sich kaum bewegen. Und oft hat er nicht einmal die Kraft oder den Mut, sich hinzusetzen. »Ich werde niemals als Erster zum Wasser kommen«, denkt der Mann. »Ich brauche mich auch nicht mehr anzustrengen. Es hat eh keinen Sinn. Ich habe niemanden, der mir hilft.«
Die Arme und Beine des kranken Mannes sind ganz schwer und ganz schwach. Und auch alles in ihm drin ist schwer und schwach. Er hat keine Hoffnung und keinen Mut. Da sind nur Traurigkeit, Wut und Verzweiflung.
Über dir und den anderen Menschen scheint die Sonne durch die Löcher im Dach. Plötzlich steht ein Mann neben dem kranken Mann. Es ist Jesus. Jesus schaut den kranken Mann an. Und er lächelt den kranken Mann an. Hier am Teich von Betesda hat schon lange niemand mehr gelächelt. Jesus kniet sich zu dem kranken Mann auf den harten Steinboden. »Willst du gesund werden?«, fragt Jesus.
»Was für eine dumme Frage!«, ruft der blinde Mann, der an der Säule neben dir sitzt. »Alle hier wollen gesund werden. Aber Gesundheit kann man nicht kaufen. Gesund sein ist ein Wunder. Gesundheit ist ein Geschenk. Ein Geschenk von Gott.«
Jesus fragt den kranken Mann noch einmal: »Willst du gesund werden?« Mühsam hebt der kranke Mann den Kopf. »Herr, ich habe niemanden, der mich in den Teich bringt, sobald sich das Wasser bewegt.«
Du hörst die Verzweiflung und Traurigkeit, mit der der kranke Mann das sagt. Auch Jesus hört und spürt die vielen traurigen und wütenden Gefühle, die der Mann in sich hat. Jesus weiß, wie lange der Mann schon krank ist. Noch immer lächelt Jesus. Dann sagt er zu dem Mann: »Steh auf, nimm deine Matte und geh.«
Du siehst, wie ungläubig der Mann schaut. Dann beginnt er zu lächeln. Und wie der Mann bewegst jetzt auch du deine Hand. Erst die eine, dann die andere. Wie der Mann streckst du die Arme aus. Dann bewegt der Mann die Füße und dann die Beine. Auch du bewegst zuerst deine Füße und dann die Beine. Vorsichtig setzt der Mann sich auf. Dann steht er auf. Er rollt seine Matte zusammen und geht. Gott hat ihm Gesundheit geschenkt.
Räkel und streck dich jetzt. Öffne deine Augen und setz dich hin. Jetzt bist du wieder ganz hier im Kindergottesdienst.
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeGott, ich lobe dich.
Du bist wie ein großer und mächtiger König.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Alle sollen dich loben und für dich singen.
Du vollbringst viele Wunder.
Du bist großartig.
Du machst uns viele Geschenke.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du bist gerecht.
Man sagt: Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.
Du meinst es gut mit uns.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du bist König in einem Reich, das es immer gibt. Es ist ewig.
Alle sollen dich und dein Königreich loben.
Alle sollen erfahren, wie toll du bist.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du gibst allen zu essen. Alle machst du satt.
Man sagt: Alle Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du hörst uns, wenn wir mit dir reden.
Du liebst uns.
Deswegen sagen wir dir Danke. Amen
Singen oder Anhören von Aller Augen warten auf dich, Herre (EG 461); vor allem wenn die Geschichte für die Älteren verwendet wird.
Kreative Umsetzung der GeschichteZum Thema »Essen ist ein Geschenk – Wir sagen Gott Danke« eine gemeinsame Collage erstellen.
Material: Großes Plakat, Scheren, Klebstoff, Werbeprospekte von Supermärkten, (Koch-)Zeitschriften, Zeitungen …
Die Kinder schneiden daraus Bilder und Wörter aus und kleben sie auf das Plakat.
Die Kinder malen oder schreiben auf ein großes Plakat zum gleichen Thema, wofür sie Gott dankbar sind. Tipp: Hier können natürlich vor allem Lebensmittel gemalt werden.
Gemeinsam ein Danklied weiter- oder umschreiben. Besonders eignen sich hierfür bekannte Melodien (Bruder Jakob, Lobet und preiset ihr Völker den Herrn, Danke für diesen guten Morgen. Zu den beiden ersten je ein Textvorschlag; beim Kursiven müssen die Silben entsprechend schnell gesungen werden:)
Bruder Jakob
Lieber Go-ott, ein Geschenk,
schenkst du uns, schenkst du uns.
Es ist die Gesundheit, es sind unsere Freunde,
Essen haben wir, dafür danken wir.
Lobet und preiset
Singet und da-anket u-unserm Gott,
weil er uns gern hat, beschenkt er uns flott.
All ihr Kinder: Jubelt für Gott.
Gemeinsam ein Dankgebet schreiben. Jedes Kind kann dazu einbringen, wofür es Gott dankbar ist. Evtl. können Bewegungen und/oder ein Kehrvers überlegt werden.
Mit Anregungen ähnlich wie im Vorbereitungskreis (s. Zugänge für den Vorbereitungskreis, Seite 211) ins Gespräch kommen.
Erzählung für JüngereConny ist auf dem Weg nach Hause. Seit ein paar Wochen darf sie vom Kindergarten allein nach Hause gehen. Heute war ein schöner Kindergartentag, denkt Conny. Gleich bin ich zu Hause. Das ist gut. Ich habe einen Bärenhunger. In dem Moment knurrt Connys Magen laut. Bestimmt gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Conny läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie liebt Nudeln mit Tomatensoße. So schnell sie kann, rennt sie die letzten Meter. Nudeln mit Tomatensoße darf man nicht warten lassen.
Stürmisch klingelt sie zu Hause an der Tür. Connys Papa macht auf. Er hat die Küchenschürze an. Na, Conny, du hast es aber heute eilig, meint Papa und lächelt. Schnell zieht Conny die Schuhe aus und rennt in die Küche.
Auf dem Herd kocht das Essen. Conny klettert auf den Stuhl, nimmt den Topflappen und öffnet vorsichtig den Topfdeckel. Doch was ist das? »Wo sind die Nudeln und die Tomatensoße?«, fragt Conny enttäuscht. »Welche Nudeln mit Tomatensoße«, fragt Papa. »Heute gibt es Gemüsesuppe.« Wütend springt Conny vom Stuhl. Sie stampft mit dem Fuß auf. Mit Tränen in den Augen schreit sie: »Ich mag keine Suppe! Ich mag kein Gemüse! Ich will Nudeln!« Conny ist wütend. Und wieder knurrt ihr Magen. Der will jetzt sofort Nudeln mit Soße. Wütend rennt Conny in ihr Zimmer. Sie schlägt die Türe hinter sich zu und versteckt sich unter der Bettdecke. Soll Papa die Suppe doch allein essen.
Eine ganze Zeit liegt Conny nur da und weint. Sie hatte sich so auf ihr Lieblingsessen gefreut. Da klopft es an die Tür. Nein, den Papa will sie jetzt nicht sehen. Es klopft nochmal. Dann kommt Papa ins Zimmer. »Conny, was ist denn los?«, fragt er. »Ich will Nudeln mit Tomatensoße. Keine Gemüsesuppe. Die ist doof«, schluchzt Conny. »Aber Conny, wir können nicht jeden Tag das Gleiche essen. Wir hatten doch erst gestern Nudeln mit Soße.«– »Doch, können wir!« – »Schau mal, heute gibt es Gemüsesuppe und morgen machen wir wieder Nudeln. »– »Aber ich will heute Nudeln«, sagt Conny trotzig. Papa denkt nach. Dann sagt er: »Conny, das geht nicht. Aber wir können Nudeln in die Suppe machen. Und wenn du mir hilfst, kochen wir einen Pudding zum Nachtisch.«
Pudding findet Conny gut. Deshalb steht Conny kurze Zeit später auf ihrem Stuhl am Herd. Ein bisschen ist sie noch auf Papa und die Suppe sauer.
Conny hat ihre Küchenschürze um. Neben ihr steht Papa. Vorsichtig schüttet Conny die kleinen Sternchennudeln in die Suppe. Dann rührt sie den Pudding an.
Als alles fertig ist, setzen sich Conny und ihr Papa an den Tisch. Conny schöpft sich ein bisschen Gemüsesuppe und viele Sternchennudeln auf den Teller. Als auch Papa etwas im Teller hat fragt er: »Conny, magst du noch beten und Gott ›Danke‹ sagen für unser Essen?« Conny nickt, aber welches Gebet soll sie heute sprechen?
Gesprächsimpuls: Könnt ihr Conny helfen? Kennt ihr vielleicht ein Tischgebet aus dem Kindergarten oder von zu Hause? Wir könnten uns auch ein eigenes Tischgebet für Conny überlegen.
Erzählung für ÄltereAuch als Rollenspiel geeignet. Personen: Heinrich Schütz; Schüler
Die Kutsche holpert über die Straße. Es gibt viele Schlaglöcher. Die Sitzbank ist hart und die Fahrt ungemütlich. Der ältere Mann in der Kutsche erzählt. Es ist Heinrich Schütz. Er ist ein berühmter Musiker und Komponist. Sein Schüler hört interessiert zu:
Schütz: Damals, als ich das erste Mal nach Italien gereist bin, musste ich einen großen Teil der Strecke zu Fuß gehen. Aber es hat sich gelohnt. Drei Jahre war ich in Venedig. Eine tolle Stadt. Sie liegt am Meer. Es gibt viele Kanäle, auf denen Boote fahren. Menschen aus aller Welt treffen sich dort. Kaufleute verkaufen ihre kostbaren Waren und Reisende fahren von dort über das Mittelmeer. Es gibt viele Wissenschaftler, Studenten und Künstler. Ich durfte drei Jahre bei meinem Lehrer und Meister die Musik und das Komponieren studieren. Giovanni Gabrieli war ein begnadeter Musiker. Vieles, was ich kann und weiß, habe ich von ihm gelernt.
Schüler: Meister Schütz, habt Ihr nicht auch in Deutschland studiert. Hattet Ihr nicht sogar ein Stipendium? Der Landgraf hat euch doch mit Geld unterstützt.
Schütz: Ja, das hat er. Sonst wäre alles vielleicht ganz anders gekommen. Du musst wissen, ich wurde 1585 geboren. Wir waren acht Kinder. Als ich fünf war, zogen wir nach Weißenfels um. Mein Vater hatte dort einen Gasthof übernommen. Ich durfte Lesen und Schreiben lernen und in unserer Familie wurde viel Musik gemacht. Der Landgraf erkannte mein musikalisches Talent und so erhielt ich das Stipendium. Ich durfte an die Hofschule in Kassel gehen, wo ich zum Musiker ausgebildet wurde. Aber in Kassel war es ganz anders als in Venedig. Dorthin kehrte ich nämlich nach meiner Ausbildung zurück. Und dort lernte ich die moderne, neue Art der Musik kennen.
Schüler: Wie ging es dann weiter, Meister Schütz?
Schütz: Nach dem Tod meines Lehrers Gabrieli kehrte ich wieder nach Deutschland zurück. Ich wurde Organist und Hofkapellmeister in Dresden. Ich komponierte Musik für Gottesdienste und Feste am Hof des Kurfürsten. Schließlich heiratete ich und unsere zwei Töchter wurden geboren. Es ging uns gut. Es waren glückliche Jahre: Ich konnte arbeiten, Musik erschaffen, mit meiner Frau und den Töchtern zusammen sein.
Was in anderen Teilen Deutschlands geschah, bekam ich gar nicht richtig mit. Die Gewitterwolken, die sich zusammenballten, waren weit weg von Dresden. Doch sie kamen immer näher. Immer häufiger hörten wir vom Krieg. Flüchtlinge suchten jetzt auch Schutz in Dresden. Noch wussten wir nicht, dass dieser Krieg 30 Jahre dauern sollte. Und dieser »Dreißigjährige Krieg« brachte viel Elend über Deutschland. Überall wurde gekämpft. Es gab Hungersnöte und immer wieder Pest-Epidemien. Das Unheil, das über Dresden hereinbrach, traf auch mich und meine Familie: 1625 starb meine Frau. Ich habe nie wieder geheiratet.
Auch mit der Kunst ging es bergab. Dafür hatten die Menschen keine Zeit und kein Geld mehr. Dennoch schrieb ich weiter Musikstücke zu Texten aus der Bibel. Denn gerade jetzt gingen die Menschen in die Gottesdienste. Und so brachten die Worte aus der Bibel und meine Musik auch in dieser schweren Zeit Trost in ihre Herzen.
Als die Pest in Dresden ausbrach, gab es eine große Hungersnot. Viele Menschen starben. Aber Gott bewahrte mich in dieser schweren Zeit. Er hat mir viel geschenkt: mein musikalisches Talent, meine Gesundheit und auch das Essen, das ich immer irgendwo herbekam. Schließlich zog ich schweren Herzens weg aus Dresden und arbeitete für andere Herren. Auch dort schenkte mir Gott Ideen für meine Musik. Und immer wieder erlebte ich, wie er seine milde Hand auftat.
Schüler: Habt Ihr in dieser Zeit auch den Psalm 145 in der Bibel entdeckt, Meister Schütz?
Schütz: Ja, aber es sollte noch viele Jahre dauern, bis ich dazu die passende Musik komponieren konnte. Das war erst, als wieder Frieden herrschte und ich sehen konnte, wie Gott mich in der schweren Zeit trotz allem beschützt und beschenkt hat.
Schüler: Meister Schütz, meine Lieblingsstelle in diesem Psalm-Lied ist ja, wo es heißt: »Aller Augen warten auf dich, Herre, und du gibest ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du tust deine milde Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Amen.«
Schütz: Ja, mein junger Begleiter. Und ich denke, wir sollten dort vorne in dem Gasthof einkehren und uns von Gott und den Wirtsleuten reich mit Essen beschenken lassen. Ich habe nämlich einen Riesenhunger.

Petra Lefin, aus: Wie lebten Menschen zur Zeit Jesu?; 2023, Don Bosco Medien GmbH, München
Umso wichtiger ist es, immer wieder auf das zu blicken, was wir geschenkt bekommen, so selbstverständlich es uns auch erscheint.
1. Heilung am Teich Betesda: Gesundheit
(Johannes 5,1–9)
2. Aller Augen warten auf dich: Essen
(Psalm 145)
3. Heilung des Gelähmten: Freundschaft
(Markus 2,1–12)
Hallel-, Halleluja (KuS 226, KKL 188)
Danke für diesen guten Morgen (es können eigene Strophen zum jeweiligen Thema gemacht werden; KuS 390, KKL 3);
Vergiss nicht zu danken (KuS 396);
Sing mit mir ein Halleluja (KuS 400, KKL 178):
Lasst uns miteinander (KuS 584, KKL 163)
… beim 2. Sonntag.
Dieses findet sich ebenfalls beim 2. Sonntag, kann jedoch auch für die anderen Sonntage verwendet werden.
Lieber Gott, (Hände falten)
heute feiern wir Kindergottesdienst.
Wir sagen dir Danke für unseren Körper. (Mit Fingern von den Füßen bis zum Kopf über den Körper streichen.)
Bitte mach die Kranken gesund.
(Hand auf Stirn legen)
Wir sagen dir Danke für das Essen.
(Mit Hand Essen zum Mund führen)
Bitte schenke allen Menschen,
was sie zum Leben brauchen.
(Handflächen zeigen nach oben und werden vor der Brust zusammengelegt. Als läge ein Geschenk darauf, Hände jemandem entgegenreichen.)
Wir sagen dir Danke für unsere Freunde und Freundinnen.
(Mit Zeigefinger auf die andern zeigen.)
Bitte schenke allen Menschen Freunde und Freundinnen.
(Sich selbst über den Oberarm streichen.)
Amen. (Hände falten)
Vor der Erzählung kann jeden Sonntag ein vorbereitetes Geschenk ausgepackt werden, das ein passendes Symbole enthält.
1. Sonntag: Gesundheit – Pflasterpackung
2. Sonntag: Essen – Nudelpackung
3. Sonntag: Freundschaft – Herz
Wie lebten Menschen zur Zeit Jesu?
Bilder-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater
Um die Erzählungen über Jesus besser zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie er lebte. Die Rahmengeschichte einer jüdischen Familie macht Politik, Bräuche und Alltag aus vergangener Zeit für Kinder greifbar. Simon, der Junge, hilft seinem Vater bei der Arbeit, bereitet sich auf seine Bar Mitzwa vor und pilgert mit seinen Eltern nach Jerusalem …
14 Bildkarten (DIN-A3) mit ausführlicher Textvorlage.
€ 18,00; Best.-Nr. 9035
Gesundheit ist ein Geschenk
Essen ist ein Geschenk
Kleine im KIGO – Hast auch uns heut nicht vergessen. Lieber Gott, wir danken dir!
Gott, immer wieder bekomme ich Hunger und habe Durst.
Alle Menschen brauchen Essen und Trinken.
Gott, auch die Tiere haben Hunger und Durst;
auch die Blumen und Bäume brauchen das Wasser.
Gott, du versorgst uns.
Du stillst unseren Hunger und Durst.
Gott, es ist schön, etwas Leckeres zu essen.
Danke, dass du uns so gute Dinge schenkst.
Gott, lass uns auch an die denken,
die nicht genügend zu essen und zu trinken haben.
Vergiss du sie nicht. Gib ihnen zu essen,
wenn sie Hunger haben,
und zu trinken, wenn sie Durst haben.
Gott, schenke uns das,
was wir zum Leben brauchen.
Damit alle Menschen, Tiere und Pflanzen satt und versorgt sind.
Amen.
Die Bitte im Vaterunser »unser tägliches Brot gib uns heute« wird sehr bewusst gesprochen. Das kann mit Bewegungen oder Bildern veranschaulicht werden. Die Kinder können dazu vorab Bilder mit ihrem Lieblingsessen auswählen oder malen und bei der entsprechenden Bitte hochhalten oder an einer Wäscheleine aufhängen.
»Er hält die ganze Welt in seiner Hand« heute: »Er hält das Essen und das Trinken …«
In weiteren Strophen verschiedene Nahrungsmittel einsetzen. Bilder erleichtern den Kindern das Mitsingen.
Die Geschichte kann mit einer gestalteten Mitte oder Legematerial veranschaulicht werden.
Material: Schale mit Sand oder Sandsack; Figurengruppe (Kinder und Erwachsene); Zelte; »Manna« und »Wachteln« Tipp: Der Kindergottesdienst kann auch in einer Sandkiste (z. B. auf dem Spielplatz) gefeiert werden).
Es geht los.
Es ist früh am Morgen. Draußen ist es noch dunkel. Lea schläft tief und fest. Da hört sie die Stimme ihrer Mutter: »Lea, komm schnell, steh auf! Wir müssen los! Heute hauen wir ab. Wir gehen weg von Ägypten. Weg von Pharao, dem ägyptischen König, der uns so schlecht behandelt« Schlaftrunken murmelt Lea: »Muss Papa denn heute nicht arbeiten?« Leas Mutter antwortet: »Papa muss nicht mehr für den Pharao arbeiten. Niemand von den Israeliten geht heute zur Arbeit. Wir lassen uns nicht länger so schlecht behandeln.« Leas Papa hat zugehört. Er ergänzt: »Lea, wir können nicht länger so für den Pharao arbeiten. Die Arbeit ist zu anstrengend und gefährlich. Der Pharao meint es nicht gut mit uns. Wir können nicht mehr hier in Ägypten bleiben.«
Draußen klopft es. »Wo bleibt ihr denn?«
Seit diesem aufregenden Tag sind Lea und ihre Familie und ganz viele andere Menschen aus dem Volk Israel unterwegs. Jeden Tag gehen sie weiter durch die Wüste.
Unterwegs
Inzwischen ist Lea mit ihrer Familie schon viele Wochen in der Wüste unterwegs. Wenn Lea sich umschaut, sieht sie sehr viel Sand und Felsen. Tagsüber ist es sehr heiß. Aber nachts wird es frostigkalt. Lea und ihre Familie wandern jeden Tag weiter. Auch alle anderen Israelitinnen und Israeliten sind dabei. Alle sind zusammen unterwegs, Kleine und Große, Kinder und Erwachsene. Den ganzen Tag gehen sie durch die Wüste.
Manchmal kommen sie an kleine Wasserstellen. Da wachsen dann Palmen, Gräser und Sträucher. Alle sind dann glücklich, wenn sie an eine solche Oase kommen. »Jetzt können wir trinken!« – »Endlich können wir uns ein bisschen abkühlen und im Schatten ausruhen.« – »Gott sei Dank! Wir können unsere Wasservorräte auffüllen. Dann haben wir auch später noch Wasser zum Trinken.« – So haben alle durcheinandergerufen, als sie mittags auf eine Wasserquelle stoßen.
Nichts zu essen
Die Gruppe wird langsamer. Alle freuen sich auf eine Pause. Lea greift zu ihrer Wasserflasche und jammert: »Mama, ich habe so Hunger. Wann gibt es endlich was zu essen?« Leas Mama antwortet sorgenvoll: »Wir haben nichts mehr zu essen. Wir müssen uns auf Gott verlassen. Gott weiß bestimmt, was zu tun ist.« Da kommt Leas Papa, auch er schaut unglücklich. »Alle haben Hunger. Niemand hat mehr etwas zu essen. Warum sind wir nur losgezogen aus Ägypten? Dort hatten wir jederzeit zu essen und zu trinken und einen Platz, an dem wir schlafen konnten. Wenn nicht bald etwas passiert, haben wir ein großes Problem.« Leas Mutter versucht ihn zu beruhigen: »Gott hat noch immer einen Weg gefunden. Er wird uns nicht im Stich lassen. Warum vertraust du ihm nicht?«
Dann machen sie sich wieder auf den Weg.
Gott hilft 1 – Wachteln
Lea kann nicht mehr. Ihre Beine tun weh, ihr Bauch tut weh. Sie mag nicht mehr laufen und hat einen so großen Hunger. Müde zieht sie sich unter einen Strauch zurück.
Von weitem hört sie, wie Mose zu den anderen zurückkommt. Mose führt sie durch die Wüste. Er geht voran und zeigt den Weg. Er hat mit Gottes Hilfe schon vieles geschafft. Einer ruft ihm ärgerlich zu: »He, Mose, wir können nicht mehr. Wir haben Hunger! Die allerletzten Essenvorräte sind leer. Wo sollen wir denn hier etwas zu essen finden?« Mose antwortet: »Gott hat euch nicht vergessen. Haltet nur ein wenig durch. Gott wird uns zu essen geben. Ihr werdet satt werden!« Lea sieht noch, wie einige nicken, andere aber schauen unsicher. Dann schläft sie ein.
Plötzlich wacht sie auf und ist sich nicht sicher, ob sie wach ist oder träumt. Sie hört merkwürdige Geräusche: Vögel krähen und flattern wild mit den Flügeln. Stimmen murmeln durcheinander. Lea steckt den Kopf aus dem Zelt. Zwischen den Zelten ist ein riesiger Vogelschwarm gelandet. Lauter kleine Vögel tippeln da über den Boden, sie sehen aus wie Minihühner. Die anderen Kinder schauen die Vögel auch schon neugierig an. Da hört sie ein großes Kind: »Das sind doch Wachteln.« Und ein anderes Kind jubelt: »Heute Abend haben wir alle genug zu essen!« Und Lea schickt ein Stoßgebet zum Himmel: »Danke, Gott!«
Lea sucht ihre Eltern. Gemeinsam braten sie die Wachteln. Überall duftet es nach gebratenem Fleisch. Und dann gibt es endlich Essen. Leas Papa gibt ihr ein Stück vom Fleisch. Sie pustet, denn es ist noch heiß. Aber dann endlich kann Lea in das Stück Wachtelfleisch hineinbeißen. Lea kaut mit vollen Backen. Das Fleisch ist zart und saftig. Wie gut das tut, endlich Essen im Bauch zu haben. Heute schläft Lea dankbar ein. Was für ein Geschenk! Alle sind satt geworden.
Gott hilft 2 – Manna
Am nächsten Morgen streckt Lea verschlafen den Kopf aus dem Zelt. Ihre Eltern sind schon aufgestanden. Draußen sieht sie im Nebel schon viele andere Frauen, Männer und Kinder langsam herumgehen. Immer wieder bücken sie sich. Sie sammeln etwas auf. Lea kriecht neugierig aus dem Zelt und geht zu den anderen. Jetzt kann es Lea auch sehen. Überall auf dem Boden liegen kleine weiße Häufchen. Die sehen merkwürdig aus! Lea bückt sich. Behutsam befühlt sie den kleinen Klumpen. Ganz vorsichtig riecht sie daran. Sie überlegt: »Wie viele muss ich davon wohl essen, um satt zu werden?«
Sie sammelt eine ganze Handvoll der Klumpen ein. Dann setzt sie sich mit den anderen zusammen hin. Lea beobachtet, wie die ersten von diesem »Wunderbrot« essen. Es scheint zu schmecken. Sie sehen zufrieden aus. Da traut sich auch Lea und beißt mutig in das »Wunderbrot«. Hm, das schmeckt! Einfach lecker! Süß ist es und knusprig. So etwas hat Lea noch nicht gegessen. Ihr fällt einfach nichts ein, was so schmeckt. Aber es schmeckt wirklich gut. Und es macht satt.
Lea isst zufrieden, bis ihre Hand leer ist. Dann ist sie richtig satt. Auch die anderen haben genügend gegessen. Alle sind glücklich. Endlich hört man sie wieder lachen. Fröhlich und vergnügt reden sie durcheinander.
Wieder fröhlich
Und dann fangen sie sogar an zu singen:
»Jedes Tierlein hat sein essen. Jedes Blümlein trinkt von dir. Hast auch uns heut nicht vergessen. Lieber Gott, wir danken dir.«
(Falls in der Gruppe ein anderes Tischlied verwendet wird, das bekannte einsetzen.)
Was für ein Geschenk! Alle sind satt geworden.
Tischgebet einüben und vor dem Essen miteinander singen/beten.
Weitere Vertiefung: Kinder den Text mit entsprechenden Materialien nachstellen lassen oder mit Bildern veranschaulichen.
(Siehe auch »Tischgebet/-lied einüben«)
Dazu einen bereits vorbereiteten Hefeteig mitbringen. Die Fladen vor der Geschichte mit den Kindern formen und während der Geschichte backen. (Schließt sich die gemeinsame Mahlzeit gleich an, können hier die Fladen gegessen werden.)
Sie kann als Picknick auf Decken oder an schön gedeckten Tischen, mit oder ohne Eltern, im Kindergottesdienst oder im Anschluss daran zelebriert werden. Das Essen dann mit dem eingeübten Tischgebet beginnen und beenden.
Die Kinder probieren unterschiedliche Brotsorten und versuchen, den Geschmack zu beschreiben (Graubrot, Vollkornbrot, Pumpernickel, Knäckebrot, Toastbrot, glutenfreies Brot, Reiswaffeln, Quittenbrot, Russisch Brot).
Tipp: Auch hier mögliche Allergien im Blick haben.
Alles drin!
Der Name ist Programm …

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Über 100 verschiedene Legematerialien aus Holz, Filz, Draht, Ton und Baumwolle sowie das Praxisbuch »Biblische Geschichten mit Legematerial erzählen« unterstützen die Erzählungen visuell und bringen sie so den Zuschauer*innen näher.
Tipp: Die komplette Auflistung des Tascheninhalts findet ihr auf der VJG-Webseite (junge-gemeinde.de unter: S9012).
Die Legematerialien sind so konzipiert, dass sie mit Spielfiguren von einer Größe zw. 10 und 15 cm am besten harmonieren (siehe hierzu auch die Biegepuppen-Schnuppersets).
Das Praxis- und Begleitbuch »Biblische Geschichten mit Legematerial erzählen« enthält auf 128 Seiten fotografische Schritt-für-Schritt-Anleitungen für das Stellen und Legen der Materialien während der Erzählungen sowie methodische Hinweise.
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€ 210,00; Best.-Nr. S9012
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