23.6.24 Gesundheit ist ein Geschenk

Johannes 5,1–9

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

An dieser Stelle kann bereits überlegt werden, welche Erfahrungen die Kinder mit dem Thema haben. Gibt es Kinder, die selbst gesundheitliche Beeinträchtigungen haben oder dies aus der Familie kennen?

Zum Text / Zum Thema

Hier kommen Verzweiflung, Wut, Resignation und Ohnmacht des Mannes zum Ausdruck. Der Mann leidet nicht nur körperlich, sondern auch emotional an seiner Situation. Er ist nicht nur körperlich gelähmt, sondern auch innerlich. Jesus fordert ihn daraufhin auf, aufzustehen, seine Matte zu nehmen und zu gehen. Ganz ohne das Betesda-Wasser wird der Mann durch die Zuwendung Gottes und Jesu Worte gesund.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe hierzu Zur ganzen Reihe (Seite 205)

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gespräch (zum Einstieg in die Geschichte, evtl. auch danach)

Es kann mit den Kindern über Geschenke nachgedacht werden. Dazu wird das erste Geschenk gezeigt (siehe Hinführung zur Erzählung, Seite 205) und folgende Überlegungen angestellt: 

Im Anschluss an das Gespräch wird das Geschenk geöffnet und das erste Symbol (Pflasterpackung) ausgepackt. 

Geschenkbox 

Jedes Kind verziert eine Schachtel (Schuhkarton, Briefumschlag). Darin kann es »Geschenke« sammeln, die nicht zu kaufen sind. Dazu können auch Symbole, Bilder oder Kärtchen mit dem entsprechenden Wort dafür in die Geschenkbox gepackt werden. Wenn aus der Reihe »›So wird es sein‹ – Bilder vom Reich Gottes« (s. dort »III. Zur Gestaltung der Reihe«, Seite 148) bereits Schatzkisten vorhanden sind, können auch diese verwendet werden.

Werden die Geschichten wie vorgeschlagen mit dem Symbolgeschenk eingeleitet, erhält jedes Kind jeweils ein solches Symbol für seine Geschenkbox. Heute einen Pflasterstreifen. 

Zusammenhalt in Betesda (Bewegungspiel; gut für große Gruppen und draußen)

Je nach Gruppengröße die Anzahl an Fänger*innen festlegen (je größer die Gruppe und größer die Fläche desto mehr Kinder fangen). Ein blaues Tuch wird in der zur Verfügung stehenden Fläche als Teich von Betesda definiert. Die Fänger*innen versuchen, die anderen Kinder zu berühren. Diese sinken nach einer Berührung krank zu Boden. Die noch gesunden Kinder tragen nun die Kranken zum Teich, damit diese das Wasser berühren. Gelingt dies, werden sie wieder gesund und können weiterspielen. 

… für den kommenden Sonntag

Der besondere Tipp …

»Lieber Gott, hab Dank dafür …«
Bastelbogen mit Tischgebeten

Mit dem Tisch-RAP, dem Fisch-Flossen-Gebet und anderen gereimten Tischgebeten wird es selbstverständlich, Gott »Danke« zu sagen für das, was er uns täglich gibt.

Mit vorgeprägten Falzlinien und abwischbarer Beschichtung 

Maße fertiger Würfel: 6 cm.

€ 2,00 (ab 10 Ex. je € 1,90); 

Best.-Nr. 1648

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Mit Erzählfiguren (hierfür eignen sich alle euch zur Verfügung stehenden Figuren), die jeweils entsprechend der Geschichte aufgestellt werden; zusätzlich ein blaues Tuch oder eine Schale mit Wasser. 

Heute geht es in der Geschichte um ein Geschenk, das man nicht kaufen kann. In unserer Geschichte schenkt Gott einem Mann Gesundheit. Die Geschichte wurde vor langer Zeit erzählt und geht so:
In Jerusalem gibt es einen komischen Ort. Der Ort wird Betesda genannt. Aber ein Haus ist Betesda nicht. Der Ort sieht ganz anders aus. In der Mitte ist ein Teich. Um den Teich herum gibt es viele Säulen. Sie tragen ein Dach. Das Dach schützt die Menschen in Betesda. Im Sommer vor der heißen Sonne und im Winter vor dem kalten Regen. Viele Menschen wohnen um den Teich herum. Die Menschen haben alle eine Krankheit oder es geht ihnen schlecht. 
Da ist zum Beispiel ein Mann, der seine Beine nicht bewegen kann. Auf diesen Mann schauen wir einmal genauer. Fast sein ganzes Leben wohnt er schon an dem Teich. Nur noch manchmal erinnert er sich daran, dass er früher ein anderes Zuhause hatte. Dort waren seine Familie und seine Freunde. 
Denn obwohl der kranke Mann jetzt schon so lange in Betesda wohnt, hat er hier keine Freunde. Richtig befreundet sind die Menschen hier sowieso nicht. Sie alle haben nämlich dasselbe Ziel. Sie alle warten nur auf das Eine. Sie warten darauf, dass sich das Wasser im Teich bewegt. Und wenn sich das Wasser bewegt, stürzen sich alle so schnell sie können zum Teich. Denn wer dann als Erstes das Wasser berührt, wird gesund. Deshalb möchten alle bei diesem Wettrennen am schnellsten sein. Da denken alle nur an sich selbst. 
Für den Mann ist das besonders schlimm. Er ist ja gelähmt. Er kann sich kaum bewegen. Er ist ganz schwach. Und er ist furchtbar traurig. »Ich habe niemanden, der mir hilft. Ich bin ganz allein. Ich werde nie als Erstes im Wasser sein. Ich werde nie wieder gesund«, so denkt der Mann den ganzen Tag.
Aber dann steht plötzlich ein anderer Mann vor ihm. Es ist Jesus. »Den Mann habe ich hier noch nie gesehen«, überlegt der kranke Mann. »Der sieht ja ganz gesund aus. Was macht der denn hier?« Jesus schaut den kranken Mann an. Ganz nett. Das überrascht den kranken Mann. »Er schaut mich ja wie einen Freund an. Und jetzt kniet er sich zu mir herunter. Das hat schon lange niemand mehr gemacht.« 
Und dann fragt Jesus den kranken Mann: »Willst du gesund werden?« Doch der kranke Mann sagt nur traurig: »Ich habe niemanden, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt.« Jesus merkt: Der kranke Mann ist nicht nur an seinen Beinen gelähmt, auch die Gefühle innen drin sind wie gelähmt. Da ist nur noch Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit und Wut und Verzweiflung in dem kranken Mann. 
Und Jesus sagt zu dem kranken Mann: »Steh auf, nimm deine Matte und geh.« Zuerst kann der Mann gar nicht glauben, was er da hört. Aber dann probiert er es aus. Er bewegt seine Beine. Vorsichtig steht er auf. Und Jesus hat recht! 
Jetzt ist der Mann nicht mehr gelähmt. Auch innen drin ist jetzt ganz viel Freude und Zuversicht und Hoffnung. Er ist ganz fröhlich. Er packt seine Matte zusammen. Dann geht er. Er geht zurück nach Hause zu seiner Familie und zu seinen Freunden. »Gott hat mir Gesundheit geschenkt«, denkt er auf dem ganzen Weg.

Erzählung für Ältere

Eine Traumreise

Die Kinder legen sich auf den (harten) Boden (Liegen kommt hier der Geschichte sehr entgegen).

Du liegst auf dem Boden. Mache die Augen zu. Du atmest tief ein und aus. Du spürst, wie deine Arme und Beine ganz schwer auf dem Boden liegen. Der Boden ist ein bisschen hart und ein bisschen kalt. Jetzt reisen wir ins Land und in die Zeit von Jesus.
Du liegst immer noch auf dem Boden. Er ist immer noch ein bisschen hart und ein bisschen kalt. Über dir siehst du ein Dach. Es ist aus Zweigen zusammengebunden. Um es abzudichten hat jemand Lehm darauf gestrichen. Aber das Dach hat viele Löcher. Heute scheint die Sonne durch die Löcher. Neben dir ist eine Säule. An der Säule sitzt ein Mann. Seine Augen sind milchig-grau. Er blickt ins Leere. Er sieht dich nicht. Der Mann ist blind. Auf einer Treppe vor dir siehst du eine Frau sitzen. Sie kann ein Bein und einen Arm nicht bewegen. Die sind gelähmt. Die Frau starrt auf den Teich, zu dem die Treppe hinunterführt. Der Teich heißt Teich von Betesda. 
Menschen wie den blinden Mann und die gelähmte Frau gibt es hier noch viele. Sie alle sind krank, schwach, gelähmt, blind oder leiden an irgendetwas anderem. 
Viele von diesen Menschen sitzen um den Teich herum und starren auf das Wasser. Sie warten darauf, dass es sich bewegt. Bei der kleinsten Welle stürzen sie zum Wasser. Alle versuchen, zuerst im Wasser zu sein. Die Menschen am Teich von Betesda denken: »Wenn ich als Erstes im Wasser bin, werde ich geheilt. Dann bin ich wieder gesund.«
Der Boden unter dir ist immer noch ein bisschen hart und ein bisschen kalt. Du bewegst dich nicht. Dir geht es ähnlich wie einem anderen kranken Mann, der auch hier am Teich von Betesda wartet. Auch er bewegt sich nicht. Seit 38 Jahren ist er krank. Seit 38 Jahren liegt er hier am Teich. Tag und Nacht liegt er auf dem harten, kalten Boden. Er hat eine dünne Matte als Unterlage, aber die ist schon ganz kaputt. Der kranke Mann kann sich kaum bewegen. Und oft hat er nicht einmal die Kraft oder den Mut, sich hinzusetzen. »Ich werde niemals als Erster zum Wasser kommen«, denkt der Mann. »Ich brauche mich auch nicht mehr anzustrengen. Es hat eh keinen Sinn. Ich habe niemanden, der mir hilft.« 
Die Arme und Beine des kranken Mannes sind ganz schwer und ganz schwach. Und auch alles in ihm drin ist schwer und schwach. Er hat keine Hoffnung und keinen Mut. Da sind nur Traurigkeit, Wut und Verzweiflung. 
Über dir und den anderen Menschen scheint die Sonne durch die Löcher im Dach. Plötzlich steht ein Mann neben dem kranken Mann. Es ist Jesus. Jesus schaut den kranken Mann an. Und er lächelt den kranken Mann an. Hier am Teich von Betesda hat schon lange niemand mehr gelächelt. Jesus kniet sich zu dem kranken Mann auf den harten Steinboden. »Willst du gesund werden?«, fragt Jesus. 
»Was für eine dumme Frage!«, ruft der blinde Mann, der an der Säule neben dir sitzt. »Alle hier wollen gesund werden. Aber Gesundheit kann man nicht kaufen. Gesund sein ist ein Wunder. Gesundheit ist ein Geschenk. Ein Geschenk von Gott.« 
Jesus fragt den kranken Mann noch einmal: »Willst du gesund werden?« Mühsam hebt der kranke Mann den Kopf. »Herr, ich habe niemanden, der mich in den Teich bringt, sobald sich das Wasser bewegt.« 
Du hörst die Verzweiflung und Traurigkeit, mit der der kranke Mann das sagt. Auch Jesus hört und spürt die vielen traurigen und wütenden Gefühle, die der Mann in sich hat. Jesus weiß, wie lange der Mann schon krank ist. Noch immer lächelt Jesus. Dann sagt er zu dem Mann: »Steh auf, nimm deine Matte und geh.« 
Du siehst, wie ungläubig der Mann schaut. Dann beginnt er zu lächeln. Und wie der Mann bewegst jetzt auch du deine Hand. Erst die eine, dann die andere. Wie der Mann streckst du die Arme aus. Dann bewegt der Mann die Füße und dann die Beine. Auch du bewegst zuerst deine Füße und dann die Beine. Vorsichtig setzt der Mann sich auf. Dann steht er auf. Er rollt seine Matte zusammen und geht. Gott hat ihm Gesundheit geschenkt. 
Räkel und streck dich jetzt. Öffne deine Augen und setz dich hin. Jetzt bist du wieder ganz hier im Kindergottesdienst.

Psalm 145

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Gebet (nach Psalm 145)

Gott, ich lobe dich.
Du bist wie ein großer und mächtiger König.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Alle sollen dich loben und für dich singen.
Du vollbringst viele Wunder.
Du bist großartig.
Du machst uns viele Geschenke.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du bist gerecht.
Man sagt: Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.
Du meinst es gut mit uns.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du bist König in einem Reich, das es immer gibt. Es ist ewig.
Alle sollen dich und dein Königreich loben.
Alle sollen erfahren, wie toll du bist.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du gibst allen zu essen. Alle machst du satt.
Man sagt: Alle Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. 
Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Alle: Alle Augen warten auf dich.
Du hörst uns, wenn wir mit dir reden.
Du liebst uns.
Deswegen sagen wir dir Danke. Amen

Musikvorschlag:

Singen oder Anhören von Aller Augen warten auf dich, Herre (EG 461); vor allem wenn die Geschichte für die Älteren verwendet wird.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Collage

Zum Thema »Essen ist ein Geschenk – Wir sagen Gott Danke« eine gemeinsame Collage erstellen.
Material: Großes Plakat, Scheren, Klebstoff, Werbeprospekte von Supermärkten, (Koch-)Zeitschriften, Zeitungen …
Die Kinder schneiden daraus Bilder und Wörter aus und kleben sie auf das Plakat.

Plakat malen (Alternative zur Collage)

Die Kinder malen oder schreiben auf ein großes Plakat zum gleichen Thema, wofür sie Gott dankbar sind. Tipp: Hier können natürlich vor allem Lebensmittel gemalt werden. 

Danklied 

Gemeinsam ein Danklied weiter- oder umschreiben. Besonders eignen sich hierfür bekannte Melodien (Bruder Jakob, Lobet und preiset ihr Völker den Herrn, Danke für diesen guten Morgen. Zu den beiden ersten je ein Textvorschlag; beim Kursiven müssen die Silben entsprechend schnell gesungen werden:

Bruder Jakob
Lieber Go-ott, ein Geschenk, 
schenkst du uns, schenkst du uns.
Es ist die Gesundheit, es sind unsere Freunde,
Essen haben wir, dafür danken wir.
Lobet und preiset
Singet und da-anket u-unserm Gott,
weil er uns gern hat, beschenkt er uns flott.
All ihr Kinder: Jubelt für Gott.

Dankgebet (Alternative zum Danklied)

Gemeinsam ein Dankgebet schreiben. Jedes Kind kann dazu einbringen, wofür es Gott dankbar ist. Evtl. können Bewegungen und/oder ein Kehrvers überlegt werden.

Gespräch

Mit Anregungen ähnlich wie im Vorbereitungskreis (s. Zugänge für den Vorbereitungskreis, Seite 211) ins Gespräch kommen. 

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Conny ist auf dem Weg nach Hause. Seit ein paar Wochen darf sie vom Kindergarten allein nach Hause gehen. Heute war ein schöner Kindergartentag, denkt Conny. Gleich bin ich zu Hause. Das ist gut. Ich habe einen Bärenhunger. In dem Moment knurrt Connys Magen laut. Bestimmt gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Conny läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie liebt Nudeln mit Tomatensoße. So schnell sie kann, rennt sie die letzten Meter. Nudeln mit Tomatensoße darf man nicht warten lassen.
Stürmisch klingelt sie zu Hause an der Tür. Connys Papa macht auf. Er hat die Küchenschürze an. Na, Conny, du hast es aber heute eilig, meint Papa und lächelt. Schnell zieht Conny die Schuhe aus und rennt in die Küche. 
Auf dem Herd kocht das Essen. Conny klettert auf den Stuhl, nimmt den Topflappen und öffnet vorsichtig den Topfdeckel. Doch was ist das? »Wo sind die Nudeln und die Tomatensoße?«, fragt Conny enttäuscht. »Welche Nudeln mit Tomatensoße«, fragt Papa. »Heute gibt es Gemüsesuppe.« Wütend springt Conny vom Stuhl. Sie stampft mit dem Fuß auf. Mit Tränen in den Augen schreit sie: »Ich mag keine Suppe! Ich mag kein Gemüse! Ich will Nudeln!« Conny ist wütend. Und wieder knurrt ihr Magen. Der will jetzt sofort Nudeln mit Soße. Wütend rennt Conny in ihr Zimmer. Sie schlägt die Türe hinter sich zu und versteckt sich unter der Bettdecke. Soll Papa die Suppe doch allein essen.
Eine ganze Zeit liegt Conny nur da und weint. Sie hatte sich so auf ihr Lieblingsessen gefreut. Da klopft es an die Tür. Nein, den Papa will sie jetzt nicht sehen. Es klopft nochmal. Dann kommt Papa ins Zimmer. »Conny, was ist denn los?«, fragt er. »Ich will Nudeln mit Tomatensoße. Keine Gemüsesuppe. Die ist doof«, schluchzt Conny. »Aber Conny, wir können nicht jeden Tag das Gleiche essen. Wir hatten doch erst gestern Nudeln mit Soße.«– »Doch, können wir!« – »Schau mal, heute gibt es Gemüsesuppe und morgen machen wir wieder Nudeln. »– »Aber ich will heute Nudeln«, sagt Conny trotzig. Papa denkt nach. Dann sagt er: »Conny, das geht nicht. Aber wir können Nudeln in die Suppe machen. Und wenn du mir hilfst, kochen wir einen Pudding zum Nachtisch.«
Pudding findet Conny gut. Deshalb steht Conny kurze Zeit später auf ihrem Stuhl am Herd. Ein bisschen ist sie noch auf Papa und die Suppe sauer.
Conny hat ihre Küchenschürze um. Neben ihr steht Papa. Vorsichtig schüttet Conny die kleinen Sternchennudeln in die Suppe. Dann rührt sie den Pudding an.
Als alles fertig ist, setzen sich Conny und ihr Papa an den Tisch. Conny schöpft sich ein bisschen Gemüsesuppe und viele Sternchennudeln auf den Teller. Als auch Papa etwas im Teller hat fragt er: »Conny, magst du noch beten und Gott ›Danke‹ sagen für unser Essen?« Conny nickt, aber welches Gebet soll sie heute sprechen?
Gesprächsimpuls: Könnt ihr Conny helfen? Kennt ihr vielleicht ein Tischgebet aus dem Kindergarten oder von zu Hause? Wir könnten uns auch ein eigenes Tischgebet für Conny überlegen.

Erzählung für Ältere

Auch als Rollenspiel geeignet. Personen: Heinrich Schütz; Schüler

Die Kutsche holpert über die Straße. Es gibt viele Schlaglöcher. Die Sitzbank ist hart und die Fahrt ungemütlich. Der ältere Mann in der Kutsche erzählt. Es ist Heinrich Schütz. Er ist ein berühmter Musiker und Komponist. Sein Schüler hört interessiert zu: 
Schütz: Damals, als ich das erste Mal nach Italien gereist bin, musste ich einen großen Teil der Strecke zu Fuß gehen. Aber es hat sich gelohnt. Drei Jahre war ich in Venedig. Eine tolle Stadt. Sie liegt am Meer. Es gibt viele Kanäle, auf denen Boote fahren. Menschen aus aller Welt treffen sich dort. Kaufleute verkaufen ihre kostbaren Waren und Reisende fahren von dort über das Mittelmeer. Es gibt viele Wissenschaftler, Studenten und Künstler. Ich durfte drei Jahre bei meinem Lehrer und Meister die Musik und das Komponieren studieren. Giovanni Gabrieli war ein begnadeter Musiker. Vieles, was ich kann und weiß, habe ich von ihm gelernt.
Schüler: Meister Schütz, habt Ihr nicht auch in Deutschland studiert. Hattet Ihr nicht sogar ein Stipendium? Der Landgraf hat euch doch mit Geld unterstützt.
Schütz: Ja, das hat er. Sonst wäre alles vielleicht ganz anders gekommen. Du musst wissen, ich wurde 1585 geboren. Wir waren acht Kinder. Als ich fünf war, zogen wir nach Weißenfels um. Mein Vater hatte dort einen Gasthof übernommen. Ich durfte Lesen und Schreiben lernen und in unserer Familie wurde viel Musik gemacht. Der Landgraf erkannte mein musikalisches Talent und so erhielt ich das Stipendium. Ich durfte an die Hofschule in Kassel gehen, wo ich zum Musiker ausgebildet wurde. Aber in Kassel war es ganz anders als in Venedig. Dorthin kehrte ich nämlich nach meiner Ausbildung zurück. Und dort lernte ich die moderne, neue Art der Musik kennen.
Schüler: Wie ging es dann weiter, Meister Schütz?
Schütz: Nach dem Tod meines Lehrers Gabrieli kehrte ich wieder nach Deutschland zurück. Ich wurde Organist und Hofkapellmeister in Dresden. Ich komponierte Musik für Gottesdienste und Feste am Hof des Kurfürsten. Schließlich heiratete ich und unsere zwei Töchter wurden geboren. Es ging uns gut. Es waren glückliche Jahre: Ich konnte arbeiten, Musik erschaffen, mit meiner Frau und den Töchtern zusammen sein. 
Was in anderen Teilen Deutschlands geschah, bekam ich gar nicht richtig mit. Die Gewitterwolken, die sich zusammenballten, waren weit weg von Dresden. Doch sie kamen immer näher. Immer häufiger hörten wir vom Krieg. Flüchtlinge suchten jetzt auch Schutz in Dresden. Noch wussten wir nicht, dass dieser Krieg 30 Jahre dauern sollte. Und dieser »Dreißigjährige Krieg« brachte viel Elend über Deutschland. Überall wurde gekämpft. Es gab Hungersnöte und immer wieder Pest-Epidemien. Das Unheil, das über Dresden hereinbrach, traf auch mich und meine Familie: 1625 starb meine Frau. Ich habe nie wieder geheiratet. 
Auch mit der Kunst ging es bergab. Dafür hatten die Menschen keine Zeit und kein Geld mehr. Dennoch schrieb ich weiter Musikstücke zu Texten aus der Bibel. Denn gerade jetzt gingen die Menschen in die Gottesdienste. Und so brachten die Worte aus der Bibel und meine Musik auch in dieser schweren Zeit Trost in ihre Herzen. 
Als die Pest in Dresden ausbrach, gab es eine große Hungersnot. Viele Menschen starben. Aber Gott bewahrte mich in dieser schweren Zeit. Er hat mir viel geschenkt: mein musikalisches Talent, meine Gesundheit und auch das Essen, das ich immer irgendwo herbekam. Schließlich zog ich schweren Herzens weg aus Dresden und arbeitete für andere Herren. Auch dort schenkte mir Gott Ideen für meine Musik. Und immer wieder erlebte ich, wie er seine milde Hand auftat.
Schüler: Habt Ihr in dieser Zeit auch den Psalm 145 in der Bibel entdeckt, Meister Schütz? 
Schütz: Ja, aber es sollte noch viele Jahre dauern, bis ich dazu die passende Musik komponieren konnte. Das war erst, als wieder Frieden herrschte und ich sehen konnte, wie Gott mich in der schweren Zeit trotz allem beschützt und beschenkt hat.
Schüler: Meister Schütz, meine Lieblingsstelle in diesem Psalm-Lied ist ja, wo es heißt: »Aller Augen warten auf dich, Herre, und du gibest ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du tust deine milde Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Amen.«
Schütz: Ja, mein junger Begleiter. Und ich denke, wir sollten dort vorne in dem Gasthof einkehren und uns von Gott und den Wirtsleuten reich mit Essen beschenken lassen. Ich habe nämlich einen Riesenhunger.

Petra Lefin, aus: Wie lebten Menschen zur Zeit Jesu?; 2023, Don Bosco Medien GmbH, München

I. Vorüberlegungen

Umso wichtiger ist es, immer wieder auf das zu blicken, was wir geschenkt bekommen, so selbstverständlich es uns auch erscheint.

1. Heilung am Teich Betesda: Gesundheit 
(Johannes 5,1–9)
2. Aller Augen warten auf dich: Essen 
(Psalm 145)
3. Heilung des Gelähmten: Freundschaft 
(Markus 2,1–12)

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe 

Lieder

Hallel-, Halleluja (KuS 226, KKL 188)
Danke für diesen guten Morgen (es können eigene Strophen zum jeweiligen Thema gemacht werden; KuS 390, KKL 3);
Vergiss nicht zu danken (KuS 396);
Sing mit mir ein Halleluja (KuS 400, KKL 178):
Lasst uns miteinander (KuS 584, KKL 163)

Musikalischer Kreativvorschlag

… beim 2. Sonntag.

Gebet (nach Psalm 145)

Dieses findet sich ebenfalls beim 2. Sonntag, kann jedoch auch für die anderen Sonntage verwendet werden.

Gebet (mit Bewegungen)

Lieber Gott, (Hände falten)
heute feiern wir Kindergottesdienst.
Wir sagen dir Danke für unseren Körper. (Mit Fingern von den Füßen bis zum Kopf über den Körper streichen.)
Bitte mach die Kranken gesund.
(Hand auf Stirn legen)
Wir sagen dir Danke für das Essen.
(Mit Hand Essen zum Mund führen)
Bitte schenke allen Menschen, 
was sie zum Leben brauchen.
(Handflächen zeigen nach oben und werden vor der Brust zusammengelegt. Als läge ein Geschenk darauf, Hände jemandem entgegenreichen.)
Wir sagen dir Danke für unsere Freunde und Freundinnen.
(Mit Zeigefinger auf die andern zeigen.)
Bitte schenke allen Menschen Freunde und Freundinnen.
(Sich selbst über den Oberarm streichen.)
Amen. (Hände falten)

III. Zur Gestaltung der Reihe

Hinführung zur Erzählung

Vor der Erzählung kann jeden Sonntag ein vorbereitetes Geschenk ausgepackt werden, das ein passendes Symbole enthält.
1. Sonntag: Gesundheit – Pflasterpackung
2. Sonntag: Essen – Nudelpackung
3. Sonntag: Freundschaft – Herz

Der besondere Tipp

Wie lebten Menschen zur Zeit Jesu?
Bilder-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater

Um die Erzählungen über Jesus besser zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie er lebte. Die Rahmengeschichte einer jüdischen Familie macht Politik, Bräuche und Alltag aus vergangener Zeit für Kinder greifbar. Simon, der Junge, hilft seinem Vater bei der Arbeit, bereitet sich auf seine Bar Mitzwa vor und pilgert mit seinen Eltern nach Jerusalem …

14 Bildkarten (DIN-A3) mit ausführlicher Textvorlage.

€ 18,00; Best.-Nr. 9035

junge-gemeinde.de

2. Mose 16

I. Vorüberlegungen

II. Bausteine zur Liturgie

Gebet (nach Psalm 145,15.16) 

Gott, immer wieder bekomme ich Hunger und habe Durst. 
Alle Menschen brauchen Essen und Trinken. 
Gott, auch die Tiere haben Hunger und Durst;
auch die Blumen und Bäume brauchen das Wasser.
Gott, du versorgst uns.
Du stillst unseren Hunger und Durst.
Gott, es ist schön, etwas Leckeres zu essen. 
Danke, dass du uns so gute Dinge schenkst. 
Gott, lass uns auch an die denken, 
die nicht genügend zu essen und zu trinken haben.
Vergiss du sie nicht. Gib ihnen zu essen, 
wenn sie Hunger haben, 
und zu trinken, wenn sie Durst haben. 
Gott, schenke uns das, 
was wir zum Leben brauchen. 
Damit alle Menschen, Tiere und Pflanzen satt und versorgt sind. 
Amen.

Tischgebet/-lied einüben 
Vaterunser

Die Bitte im Vaterunser »unser tägliches Brot gib uns heute« wird sehr bewusst gesprochen. Das kann mit Bewegungen oder Bildern veranschaulicht werden. Die Kinder können dazu vorab Bilder mit ihrem Lieblingsessen auswählen oder malen und bei der entsprechenden Bitte hochhalten oder an einer Wäscheleine aufhängen.

Lied

»Er hält die ganze Welt in seiner Hand« heute: »Er hält das Essen und das Trinken …« 
In weiteren Strophen verschiedene Nahrungsmittel einsetzen. Bilder erleichtern den Kindern das Mitsingen. 

Zur Geschichte

Die Geschichte kann mit einer gestalteten Mitte oder Legematerial veranschaulicht werden.
Material: Schale mit Sand oder Sandsack; Figurengruppe (Kinder und Erwachsene); Zelte; »Manna« und »Wachteln« Tipp: Der Kindergottesdienst kann auch in einer Sandkiste (z. B. auf dem Spielplatz) gefeiert werden). 

Erzählung

Es geht los.
Es ist früh am Morgen. Draußen ist es noch dunkel. Lea schläft tief und fest. Da hört sie die Stimme ihrer Mutter: »Lea, komm schnell, steh auf! Wir müssen los! Heute hauen wir ab. Wir gehen weg von Ägypten. Weg von Pharao, dem ägyptischen König, der uns so schlecht behandelt« Schlaftrunken murmelt Lea: »Muss Papa denn heute nicht arbeiten?« Leas Mutter antwortet: »Papa muss nicht mehr für den Pharao arbeiten. Niemand von den Israeliten geht heute zur Arbeit. Wir lassen uns nicht länger so schlecht behandeln.« Leas Papa hat zugehört. Er ergänzt: »Lea, wir können nicht länger so für den Pharao arbeiten. Die Arbeit ist zu anstrengend und gefährlich. Der Pharao meint es nicht gut mit uns. Wir können nicht mehr hier in Ägypten bleiben.« 
Draußen klopft es. »Wo bleibt ihr denn?«
Seit diesem aufregenden Tag sind Lea und ihre Familie und ganz viele andere Menschen aus dem Volk Israel unterwegs. Jeden Tag gehen sie weiter durch die Wüste. 

Unterwegs
Inzwischen ist Lea mit ihrer Familie schon viele Wochen in der Wüste unterwegs. Wenn Lea sich umschaut, sieht sie sehr viel Sand und Felsen. Tagsüber ist es sehr heiß. Aber nachts wird es frostigkalt. Lea und ihre Familie wandern jeden Tag weiter. Auch alle anderen Israelitinnen und Israeliten sind dabei. Alle sind zusammen unterwegs, Kleine und Große, Kinder und Erwachsene. Den ganzen Tag gehen sie durch die Wüste.
Manchmal kommen sie an kleine Wasserstellen. Da wachsen dann Palmen, Gräser und Sträucher. Alle sind dann glücklich, wenn sie an eine solche Oase kommen. »Jetzt können wir trinken!« – »Endlich können wir uns ein bisschen abkühlen und im Schatten ausruhen.« – »Gott sei Dank! Wir können unsere Wasservorräte auffüllen. Dann haben wir auch später noch Wasser zum Trinken.« – So haben alle durcheinandergerufen, als sie mittags auf eine Wasserquelle stoßen.

Nichts zu essen
Die Gruppe wird langsamer. Alle freuen sich auf eine Pause. Lea greift zu ihrer Wasserflasche und jammert: »Mama, ich habe so Hunger. Wann gibt es endlich was zu essen?« Leas Mama antwortet sorgenvoll: »Wir haben nichts mehr zu essen. Wir müssen uns auf Gott verlassen. Gott weiß bestimmt, was zu tun ist.« Da kommt Leas Papa, auch er schaut unglücklich. »Alle haben Hunger. Niemand hat mehr etwas zu essen. Warum sind wir nur losgezogen aus Ägypten? Dort hatten wir jederzeit zu essen und zu trinken und einen Platz, an dem wir schlafen konnten. Wenn nicht bald etwas passiert, haben wir ein großes Problem.« Leas Mutter versucht ihn zu beruhigen: »Gott hat noch immer einen Weg gefunden. Er wird uns nicht im Stich lassen. Warum vertraust du ihm nicht?« 
Dann machen sie sich wieder auf den Weg.

Gott hilft 1 – Wachteln
Lea kann nicht mehr. Ihre Beine tun weh, ihr Bauch tut weh. Sie mag nicht mehr laufen und hat einen so großen Hunger. Müde zieht sie sich unter einen Strauch zurück. 
Von weitem hört sie, wie Mose zu den anderen zurückkommt. Mose führt sie durch die Wüste. Er geht voran und zeigt den Weg. Er hat mit Gottes Hilfe schon vieles geschafft. Einer ruft ihm ärgerlich zu: »He, Mose, wir können nicht mehr. Wir haben Hunger! Die allerletzten Essenvorräte sind leer. Wo sollen wir denn hier etwas zu essen finden?« Mose antwortet: »Gott hat euch nicht vergessen. Haltet nur ein wenig durch. Gott wird uns zu essen geben. Ihr werdet satt werden!« Lea sieht noch, wie einige nicken, andere aber schauen unsicher. Dann schläft sie ein. 
Plötzlich wacht sie auf und ist sich nicht sicher, ob sie wach ist oder träumt. Sie hört merkwürdige Geräusche: Vögel krähen und flattern wild mit den Flügeln. Stimmen murmeln durcheinander. Lea steckt den Kopf aus dem Zelt. Zwischen den Zelten ist ein riesiger Vogelschwarm gelandet. Lauter kleine Vögel tippeln da über den Boden, sie sehen aus wie Minihühner. Die anderen Kinder schauen die Vögel auch schon neugierig an. Da hört sie ein großes Kind: »Das sind doch Wachteln.« Und ein anderes Kind jubelt: »Heute Abend haben wir alle genug zu essen!« Und Lea schickt ein Stoßgebet zum Himmel: »Danke, Gott!« 
Lea sucht ihre Eltern. Gemeinsam braten sie die Wachteln. Überall duftet es nach gebratenem Fleisch. Und dann gibt es endlich Essen. Leas Papa gibt ihr ein Stück vom Fleisch. Sie pustet, denn es ist noch heiß. Aber dann endlich kann Lea in das Stück Wachtelfleisch hineinbeißen. Lea kaut mit vollen Backen. Das Fleisch ist zart und saftig. Wie gut das tut, endlich Essen im Bauch zu haben. Heute schläft Lea dankbar ein. Was für ein Geschenk! Alle sind satt geworden. 

Gott hilft 2 – Manna
Am nächsten Morgen streckt Lea verschlafen den Kopf aus dem Zelt. Ihre Eltern sind schon aufgestanden. Draußen sieht sie im Nebel schon viele andere Frauen, Männer und Kinder langsam herumgehen. Immer wieder bücken sie sich. Sie sammeln etwas auf. Lea kriecht neugierig aus dem Zelt und geht zu den anderen. Jetzt kann es Lea auch sehen. Überall auf dem Boden liegen kleine weiße Häufchen. Die sehen merkwürdig aus! Lea bückt sich. Behutsam befühlt sie den kleinen Klumpen. Ganz vorsichtig riecht sie daran. Sie überlegt: »Wie viele muss ich davon wohl essen, um satt zu werden?« 
Sie sammelt eine ganze Handvoll der Klumpen ein. Dann setzt sie sich mit den anderen zusammen hin. Lea beobachtet, wie die ersten von diesem »Wunderbrot« essen. Es scheint zu schmecken. Sie sehen zufrieden aus. Da traut sich auch Lea und beißt mutig in das »Wunderbrot«. Hm, das schmeckt! Einfach lecker! Süß ist es und knusprig. So etwas hat Lea noch nicht gegessen. Ihr fällt einfach nichts ein, was so schmeckt. Aber es schmeckt wirklich gut. Und es macht satt. 
Lea isst zufrieden, bis ihre Hand leer ist. Dann ist sie richtig satt. Auch die anderen haben genügend gegessen. Alle sind glücklich. Endlich hört man sie wieder lachen. Fröhlich und vergnügt reden sie durcheinander. 

Wieder fröhlich
Und dann fangen sie sogar an zu singen: 
»Jedes Tierlein hat sein essen. Jedes Blümlein trinkt von dir. Hast auch uns heut nicht vergessen. Lieber Gott, wir danken dir.« 
(Falls in der Gruppe ein anderes Tischlied verwendet wird, das bekannte einsetzen.)
Was für ein Geschenk! Alle sind satt geworden. 

III. Kreative Ideen zur Vertiefung

Tischgebet 

Tischgebet einüben und vor dem Essen miteinander singen/beten.
Weitere Vertiefung: Kinder den Text mit entsprechenden Materialien nachstellen lassen oder mit Bildern veranschaulichen. 
(Siehe auch »Tischgebet/-lied einüben«)

Brotfladen backen

Dazu einen bereits vorbereiteten Hefeteig mitbringen. Die Fladen vor der Geschichte mit den Kindern formen und während der Geschichte backen. (Schließt sich die gemeinsame Mahlzeit gleich an, können hier die Fladen gegessen werden.) 

Gemeinsame Mahlzeit 

Sie kann als Picknick auf Decken oder an schön gedeckten Tischen, mit oder ohne Eltern, im Kindergottesdienst oder im Anschluss daran zelebriert werden. Das Essen dann mit dem eingeübten Tischgebet beginnen und beenden. 

Hintergrundinfo »Manna«

Die Kinder probieren unterschiedliche Brotsorten und versuchen, den Geschmack zu beschreiben (Graubrot, Vollkornbrot, Pumpernickel, Knäckebrot, Toastbrot, glutenfreies Brot, Reiswaffeln, Quittenbrot, Russisch Brot).
Tipp: Auch hier mögliche Allergien im Blick haben.

Alles drin!

in der großen Bibel-Erzähltasche

Der Name ist Programm … 

Die Tasche enthält alles, was zum anschaulichen Erzählen biblischer Geschichten in Kindergottesdienst, Kita, Grundschule und Kinderbibeltagen gebraucht wird.
Über 100 verschiedene Legematerialien aus Holz, Filz, Draht, Ton und Baumwolle sowie das Praxisbuch »Biblische Geschichten mit Legematerial erzählen« unterstützen die Erzählungen visuell und bringen sie so den Zuschauer*innen näher.

Tipp: Die komplette Auflistung des Tascheninhalts findet ihr auf der VJG-Webseite (junge-gemeinde.de unter: S9012).

Die Legematerialien sind so konzipiert, dass sie mit Spielfiguren von einer Größe zw. 10 und 15 cm am besten harmonieren (siehe hierzu auch die Biegepuppen-Schnuppersets).
Das Praxis- und Begleitbuch »Biblische Geschichten mit Legematerial erzählen« enthält auf 128 Seiten fotografische Schritt-für-Schritt-Anleitungen für das Stellen und Legen der Materialien während der Erzählungen sowie methodische Hinweise.

Alle Materialien sind in der praktischen Filztasche mit Schultergurt untergebracht (45 x 30 cm). 

€ 210,00; Best.-Nr. S9012

junge-gemeinde.de

Papiertheater? Was ist das?

Ich stimme ein kurzes Lied auf meiner Klarinette an und beginne dann zu erzählen. Gleichzeitig bewegen sich Papierfiguren im Koffer hin und her, und es entstehen lebhafte Gespräche zwischen ihnen. 
Die Kulissen wechseln vom Fluss zum Pharaonenpalast – zur Wüste – zum brennenden Busch – zum Meer – und zum Tunnel, der sich zwischen dem Meer auftut. 
Zwischendurch ist Mose ganz verzagt, das Gesicht des Pharaos zornesrot und die Israeliten sind erschöpft und müde.

Nachdem ich in meiner Schulzeit einen Papiertheaterkurs bei der Berliner Künstlerin Barbara Steinitz gemacht hatte, war für mich klar: »Diese Methode möchte ich mit in den Kindergottesdienst hineinnehmen.« So baute ich immer mehr Figuren, Häuser, Hintergründe, Bäume und Pflanzen aus Papier, durch Pappe gestützt wurden.

Nachfolgend einige Bilder mit Szenen aus verschiedenen Papiertheater- Geschichten: 

Ein Koffer voller Geschichten.

Mose im Körbchen wird entdeckt.

Die Exodus-Geschichte im Kindergottesdienst.

Miriam (Sperl) haut auf die Pauke.

Das Meer teilt sich …

Die Schöpfungsgeschichte

Weihnachten mit dem Papiertheater.

Bartimäus wird geheilt.

Markus 2,1–12

© succo; Pixabay

(Siehe hierzu auch die Reihe »Danke – Vieles ist uns geschenkt«) 

Drabbles sind kurze Geschichten. Sie bestehen aus genau 100 Wörtern, nicht mehr und nicht weniger.
Der Reiz am Drabble besteht darin, sich sehr kurz und pointiert zu fassen. 100 Wörter sind nicht sehr viel.
Auch wenn du schon Erfahrung im Schreiben von Texten hast, ist diese Methode eine gute Übung. Denn es ist gar nicht so einfach, wie es zunächst klingt.
Ein sehr schönes Beispiel möchten wir euch hier zeigen. Es ist bei der Tagung in Beilstein entstanden, wo sich die Autor*innen dieser Zeitschrift im November 2023 zu Fortbildung und Austausch getroffen haben. 

Ganz viele Leute stehen um Jesus. 
Kein Platz mehr ist im Haus.
Ein Gelähmter wird zum Haus gebracht, von vier Leuten getragen.
Sie wollen zu Jesus.
Sie gehen aufs Dach und reißen es auf.
Sie lassen den Gelähmten zu Jesus hinunter.
Großartig!
Jesus lacht: »Großartig! Dich trennt nichts mehr von Gott.«
Die Gesetzeslehrer murren:
»Das geht nicht. Nur Gott darf Sünden vergeben. Nur Gott!«
»Ihr meint wirklich, das darf ich nicht?
Ich sage dir: Nimm dein Bett und geh!«
Da nimmt der Gelähmte sein Bett und geht einfach aus dem Haus.
Unglaublich!
Am nächsten Tag reparieren fünf Leute das Dach.

– eine kreative und leckere Überraschung für andere

Material:

Wichtig: Diese Sätze müssen mit dem Wort »du« beginnen. Hier ein paar Beispiele: 

– (du) und ich gehören zusammen; 
– (du) bringst mich zum Lachen; 
– (du) tust mir gut; 
– (du) bist von Gott geliebt; 
– (du) bist mein Lieblingsmensch.

Das »du« ist jeweils in Klammer gesetzt, weil es nicht auf die Banderole geschrieben wird. »du« wird dann nämlich von den beiden ersten Buchstaben des Schriftzuges »duplo« übernommen (s. Seite 246
letztes Bild).

Und so geht’s:

1. Schneidet die Vorlagen aus.

2. Faltet sowohl den schraffierten Streifen als auch sein »Gegenüber« auf der anderen Seite an den gestrichelten Linien. Öffnet die Falze wieder. Legt das Ganze so hin, dass die 
schraffierte Fläche zu sehen ist.

3. Schreibt einen eurer kurzen Mutmachsätze auf die größere Fläche in der Mitte. Verwendet dazu beide Farben – das sieht dann einfach super aus, wenn’s fertig ist!
Denkt dran, das »du« nicht mitzuschreiben!

4. Klebt nun die Banderole an den beiden vorher gefalzten Seitenteilen an der Klebefläche zusammen.

5. Stülpt die Banderole über ein duplo und schiebt sie so weit über den Schriftzug, dass nur noch das du zu sehen ist. Der Rest wird durch deinen Mutmachsatz ergänzt.

6. Freut euch dann über das tolle Ergebnis. Und nun los: Macht anderen eine Freude!

Der besondere Tipp

Ch. Altenmüller/A. Lorenz
Ich und Du und wir alle
Mit Kindern leben und feiern in der Kita

Kinder in ihrer Identität stärken, sie befähigen, gute Beziehungen mit anderen zu gestalten sowie sich von einer Gemeinschaft getragen zu wissen und selbst dazu beizutragen – zu diesen zentralen Zielen bieten die Autor*innen Praxisbausteine, biblische Geschichten, kreative Ideen und religionspädagogische Hinweise.

Aktionspreis!
€ 5,00; 
Best.-Nr. 2120

Normalpreis: € 12,95

junge-gemeinde.de

Eine Erzählung zur Fußwaschung

Johannes 13,1–18

Bild: © Markus Grapke

I. Vorbemerkungen

II. Erzählung 

Überall Staub
(Während der folgenden Aufzählung mehrfach Sand zwischen den Fingern in die Schale rieseln lassen.)
Zwischen meinen Zähnen knirscht Sand. 
Mit jedem Schritt wirbele ich Staub auf.
Er ist einfach überall:
Meine Kleidung – staubig.
Meine Tasche – staubig.
Meine Haare – staubig.
Meine Sandalen – staubig.
Mein Gesicht – staubig.
Meine Füße – staubig.
So ist das bei uns in Israel. Sand, Staub, Steine und Felsen säumen unseren Weg. 
Ich habe mich daran gewöhnt. 
Doch Sand im Mund ist scheußlich. Bäh!
Sauber und frisch machen
Zu Hause wasche ich mich immer zuerst. 
(Die Hände wie unter dem Wasserhahn reiben.) Ganz gründlich. 
Danach fühle ich mich frisch und sauber. 
(Mit Handtuch Hände abtrocknen.)
Heute gehe ich nicht nach Hause. 
Ich bin auf dem Weg zu einem Fest. 
Es ist Passa, und ich bin zum Essen eingeladen. 
Zusammen mit den anderen Jüngern.
Dort gibt es bestimmt auch eine Schüssel mit Wasser zum Reinigen. 
Darum kümmert sich bei uns immer der Gastgeber. 
Dann kann ich mich auch waschen und frisch machen.
Vielleicht muss ich das aber auch gar nicht selbst tun. 
Oft wäscht ein Diener den Gästen die staubigen Füße. 
Das ist dann eine ganz besondere Ehre. 
Damit zeigt der Gastgeber: Ihr seid willkommen.
Ah, jetzt bin ich da.
Jakobus, Andreas und Petrus kommen an
Hier also feiern wir gleich unser Fest. 
In der Mitte ist schon der Tisch gedeckt. 
Und gleich am Eingang steht auch eine Schüssel mit Wasser. 
(Schüssel und Krug mit Wasser hinstellen.)
Aber es ist kein Diener in Sicht.
»Hallo Jakobus, hallo Andreas, hallo Petrus.
Ich dachte schon, ihr kommt nicht mehr!«
Jakobus bleibt an der Schüssel stehen und sagt frech: »Soll ich mir etwa selbst meine dreckigen Füße waschen?« Dann setzt sich Jakobus einfach mit seinen staubigen Füßen zu Tisch. 
(Eine Handvoll Sand durch die Finger rieseln lassen.)
Andreas beschwert sich halblaut: »Wir sind doch keine Diener!« und setzt sich ebenfalls hin. 
(Wieder eine Handvoll Sand durch die Finger rieseln lassen.)
Jetzt will ich mir die Füße auch nicht mehr waschen. Und so setze ich mich schnell hin. Mit staubigen Füßen. 
(Wieder eine Handvoll Sand durch die Finger rieseln lassen.) 
Jesus, der Gastgeber
Jesus kommt. Er ist heute unser Gastgeber. Wir essen und reden. Ich habe schon längst vergessen, dass meine Füße noch schmutzig sind. 
(Wieder eine Handvoll Sand durch die Finger rieseln lassen.)
Erst als Jesus aufsteht, fällt mein Blick wieder auf die Schüssel mit Wasser.
Doch was macht Jesus da? 
(Eine Schürze neben die Schüssel legen.)
Er geht zur Schüssel und bindet sich die Schürze um.
Jesus, der Diener
Jesus wird doch nicht …!? 
Ich kann nicht glauben, was passiert:
Jesus kniet sich auf den Boden. 
Andreas ruft noch: »Wo bleibt denn der Diener?« 
Johannes ergänzt: »Das ist doch eine Arbeit für die Diener. Aber nicht für dich, Jesus!«
Petrus will Jesus hochziehen: »Steh auf! Du kannst dich doch nicht vor uns in den Dreck legen!«
Jesus wäscht den Jüngern die Füße
Jesus schaut auf. Er blickt Petrus an und zeigt auf dessen Sandalen: »Ziehe deine Schuhe aus!« 
(Das Sandalenpaar neben die Schüssel stellen.)
Petrus zögert. Ich kann ihn verstehen. Er hat genauso dreckige Füße wie ich. 
(Wieder eine Handvoll Sand durch die Finger rieseln lassen.)
Und Jesus kniet vor uns, als wäre er ein Diener. 
Mir ist das peinlich!
Doch einem nach dem anderen wäscht er die Füße.
Alle kommen an die Reihe. 
(Etwas Wasser aus dem Krug in die Schüssel gießen.) 
Auch Jakobus. 
(Etwas Wasser aus dem Krug in die Schüssel gießen.) 
Und Andreas. 
(Etwas Wasser aus dem Krug in die Schüssel gießen.) 
Und Petrus. 
(Etwas Wasser aus dem Krug in die Schüssel gießen.) 
Auch ich komme dran. 
(Etwas Wasser aus dem Krug in die Schüssel gießen.) 
Mit der Schürze trocknet Jesus meine Füße.
Ich setze mich wieder zu Tisch. 
Mit sauberen Füßen. 
(Etwas Wasser aus dem Krug in die Schüssel gießen.) 
Als alle fertig sind, tuscheln und murmeln wir durcheinander.
Warum hat Jesus das getan?
Warum macht er sich zum Diener für uns?
Jesus will etwas sagen. 
Schlagartig werden alle still.
Aus Liebe
(Aus dem Handtuch ein Herz formen und auf die Schürze legen; Tipp: Handtuch an der langen Seite aufrollen, zur Hälfte legen und am Knick ein Stück weit mit der Schnur abbinden, dann die beiden Enden zusammenführen)
»Ich habe euch die Füße gewaschen aus Liebe. Nehmt euch daran ein Beispiel. Alles, was ihr tut, tut aus Liebe!«

Tipp: Als kreative Vertiefung der Geschichte können anschließend duplo-Mutmach-Botschaften gestaltet werden oder das Team hat für jedes der Kinder ein solches Mutmachwort vorbereitet, das die Kinder geschenkt bekommen (s. »Kigo-Extra 3).

Der besondere Tipp

Jesusgeschichten mit Kindern erleben

Kreativideen zum Erzählen und Mitmachen

Für alle, die mit Kindern Geschichten aus dem Neuen Testament entdecken und erleben wollen, bietet dieses Praxisbuch eine Fülle 
kreativer Ideen.

€ 9,95; Best.-Nr. 2128

junge-gemeinde.de

Weiteres …… Passendes zu Themen dieses Heftes

P. Hitzelberger/C. Gremmelspacher

Kinder entdecken den Kirchenraum

55 Karten zur Erforschung der eigenen Kirche 
Die Karten enthalten Suchspiele und Arbeitsaufträge sowie kindgerechte Infotexte, die Einblick geben in die Geschichte und Bedeutung der Architektur und des Inventars der Kirche. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen evangelischen und katholischen Kirchen werden ebenfalls aufgegriffen. 
Für Vor- und Grundschule sowie Gemeinde.

55 Karten (DIN-A5) und Begleitheft; € 20,00; Best.-Nr. 9021

Mein Gebete-Mitmachbuch

Minibüchlein

24 Seiten; 12,5 x 12,5 cm; € 1,80 (ab 25 Ex. je € 1,75; ab 50 Ex. je € 1,70); Best.-Nr. 2165

Saat-Kugeln Sommerblumenmischung

Dieses regionale Produkt stammt aus Gönningen, dem »Dorf der Samenhändler*innen«. 
Jede Tüte enthält fünf Saatkugeln, die mit ihrer Mischung aus Sommerblumen eine kleine, bunte Oase für Mensch und Tier erblühen lassen. Mit ausführlicher Pflanzanleitung.

Tüte: € 5,00 (ab 10 Tüten je € 4,50); Best.-Nr. 1688

junge-gemeinde.de

Von der Macht des Bösen

Commons Wikimedia, Jan Bruegel d. Ä./Peter Paul Rubens, Adam und Eva, public domain

I. Vorüberlegungen

  • Unsere Welt ist nicht in Ordnung. Wir Menschen sind nicht, was und wie wir sein sollten. Das sind unserer Alltagserfahrungen. Täglich werden wir mit Schreckensmeldungen konfrontiert. Und auch in unserer eigenen kleinen Welt erleben wir, dass mit uns Menschen etwas nicht in Ordnung ist: Jemand tut mir Unrecht, redet schlecht über mich … Ich selbst tue Dinge, von denen ich weiß, dass sie falsch sind. Das kann bewusst und unbewusst geschehen. Und oft frage ich mich im Nachhinein: »Warum habe ich das getan?« Ich habe ein schlechtes Gewissen, möchte ungeschehen machen, was ich getan habe, oder ich versuche, die Schuld auf andere zu schieben.
  • Das Böse erscheint wie eine dunkle Macht, die unser Zusammenleben zerstört. Seit jeher beschäftigt Menschen daher die Frage: »Woher kommt das Böse?« Und: »Wie kann das Böse überwunden werden?«
  • Besonders virulent werden die Fragen, wenn Gott ins Spiel kommt: »Wie kann Gott das Böse zulassen?« Dann tappt man schnell in eine Falle: »Wenn Gott das Böse zulässt, dann hat er entweder keine Macht über das Böse oder er selbst ist nicht gut.«
  • Bei der Frage nach dem Bösen handelt es sich um ein ausgesprochen schwieriges Thema. Auch die Bibel lässt das Geheimnis des Bösen stehen. Es bleibt schlechterdings unerklärlich.
  • In dieser Reihe geht es darum, immer wieder neu zu versuchen, »das Böse durch das Gute zu besiegen« (Römer 12,21). Dass dies ein harter Kampf ist, beschreibt auch die Bibel so. Im Leben und Sterben Jesu stellt sich Gott selbst der Macht des Bösen, indem er das Böse auf sich nimmt und in seiner vergebenden Liebe die Macht des Bösen überwunden hat. Doch solange es das Böse in der Welt gibt, ist die Welt noch unvollkommen. Die umfassende Erlösung von dem Bösen, die uns mit dem Tod und der Auferstehung Christi verheißen ist, steht noch aus.
  • Im Vaterunser beten wir Christinnen und Christen »erlöse uns von dem Bösen« und »vergib uns unsere Schuld«. Wir können um Vergebung bitten und anderen Vergebung schenken und damit den Teufelskreis des Bösen durchbrechen. So geben wir dem Guten Raum, bis eines Tages das Gute alles in allem sein wird.
  • Die ersten beiden Texte der Reihe entstammen der sogenannten Urgeschichte und nehmen die Realität des Bösen in den Blick. Sie beschreiben, wie der Mensch ist und wozu er fähig ist. Der dritte Text, eine Glaubens- und Hoffnungsgeschichte, stammt aus dem Lukasevangelium und erzählt von der Entmachtung des Bösen durch die Macht Gottes.

II. LITURGISCHE ELEMENTE FÜR DIE GANZE REIHE

Lieder

So, wie ich bin, komme ich zu dir (LH 2, 210);

Herr, ich komme zu dir (MKL3, 15);

Da wohnt ein Sehnen tief ins uns (WortLaute. Liederheft zum EG RWL, 85);

Bist zu uns wie ein Vater (KuS 240/LHE 70);

Mein Gott, das muss anders werden (KuS 443/LJ 598/KG 194/LH 18/MKL 24);

Weinen und Klagen (LHE 24);

Eingangsgebet

Hier bin ich, Gott, so wie ich bin.

Was ich denke, was ich mir wünsche, worüber ich mich freue –

all das weißt du.

Du siehst auch, wo etwas nicht gut ist in meinem Leben.

Auch meine Fehler und meine Schuld liegen offen vor dir.

Umgib mich mit deiner Güte, wie mit einem Mantel.

Lass mich spüren, dass du mir nahe bist und mich trotzdem liebst.

Hier bin ich, Gott, so wie ich bin.

Hier sind wir, Gott, mit allem, was zu uns gehört.

Psalmgebet (nach Psalm 51)

Kehrvers: So, wie ich bin, komme ich zu dir.

Gott, sieh mich freundlich an!

Gut und barmherzig bist du.

Ich möchte so gerne alles richtig machen,

doch oft gelingt mir das nicht.

Ich mache Fehler und tue anderen weh.

Ja, ich kann richtig gemein sein!

Kehrvers: So, wie ich bin, komme ich zu dir.

Manchmal bin ich absichtlich böse,

und nachher schäme ich mich dafür.

Ich habe ein schlechtes Gewissen.

Ich versuche, die Schuld auf andere zu schieben:

»Ich war’s nicht! Der war’s, die war’s!«

Kehrvers: So, wie ich bin, komme ich zu dir.

Manchmal passiert es einfach:

Ich tue Böses in deinen Augen,

auch wenn ich es gar nicht will.

Dann ist das Böse wie eine dunkle Macht,

die mich einfach packt und mitreißt.

Ich möchte das Böse von mir wegschieben

und so tun, als wäre alles gut.

Aber du siehst in mein Herz

und dann weißt du: Nichts ist gut!

Kehrvers: So, wie ich bin, komme ich zu dir.

Lass mich zu dem stehen, was ich getan habe

und einsehen, was ich falsch gemacht habe.

Wie kann ich es wieder gut machen?

Ich bitte dich, Gott: Vergib mir meine Schuld!

Schick mich nicht weg, sondern hilf mir!

Kehrvers: So, wie ich bin, komme ich zu dir.

Du nagelst mich nicht fest auf meine Fehler.

Zu dir kann ich kommen, so wie ich bin.

Du hast mich trotzdem lieb.

Gib mir ein reines Herz und gute Gedanken,

dann wird mein Leben gut. Amen.

III. Zur Gestaltung der Reihe

Dieses existenzielle Thema legt nahe, immer wieder die eigenen Erfahrungen und Fragen der Kinder ins Spiel zu bringen und mit den Kindern zu theologisieren. Methodisch können dabei verschiedene kreative Impulse Hilfestellung leisten. Anregungen dazu finden sich bei den einzelnen Sonntagen.

Birgit Brügge

Das Mitmachheft im Kindergottesdienst

2-2023

Der rote Faden

Die »Vertreibung aus dem Paradies« (1. Mose 3) ist Ausgangspunkt der Inhalte dieses Heftes. Dabei wird sowohl auf die paradiesische Zeit zurückgeblickt, es wird der Ist-Zustand der Welt und der Blick auf das Heute/Hier/Jetzt in den Blick genommen wie auch ein Ausblick gemacht auf die Zeit, in der alles sein wird, wie von Gott gedacht.

Was Sie erwartet

  • Ben und der verbotene Film: Eine Geschichte aus der Lebenswelt der Kinder, die den schützenden Aspekt von Grenzen aufgreift: Die biblische Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies.
  • Ein Spaziergang mit den Augen durch das Paradiesbild »Adam und Eva« von Bruegel d. Ä. und Rubens (s. u.).
  • Impulse zum Weiterdenken.
  • Aktion »So erlebe ich die Welt« (Collage).
  • Ein Bratapfel-Rezept
  • Und – wie immer: passende Rätsel und Gebet

Werkstatt

Hier der Hinweis auf die Für-Dich!-Werkstatt. Sie enthält konkrete Hinweise und Impulse, das »Für Dich!«-Heft sowohl im monatlichen wie auch im wöchentlichen Kindergottesdienst gewinnbringend für Kinder und Mitarbeitende einzusetzen.

Kostenfrei öffnen oder zum Bearbeiten herunterladen unter:

https://www.junge-gemeinde.de/fuer-dich.html

www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zur Einheit des 5. März 2023.

Hier geht es weiter zur Einheit des 12. März 2023.

Hier geht es weiter zur Einheit des 19. März 2023.

Hier geht es weiter zur nächsten Reihe.

Hier geht es weiter zur Einheit Kleine im KiGo.

Hier geht es zum Monatsgottesdienst Februar 2023.

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Auch wir sprechen davon, dass jemand »von etwas besessen« ist. Das Wort »besessen« kommt von »besitzen« bzw. »besetzen«. Etwas ergreift Besitz von jemandem. Das kann eine Idee oder eine Leidenschaft für etwas sein, aber auch eine Krankheit, ein Wahn oder eine Sucht. Es ist so, als ob ein fremder (böser) Geist die Seele eines Menschen besetzt hat und ihn ganz beherrscht.

  • Welche Formen von Besessenheit fallen mir ein?
  • War ich selbst schon einmal von einer Idee so besessen, dass sie mich nicht mehr losgelassen hat?
  • Kenne ich Menschen, die von etwas besessen sind oder waren?
  • Welche Hilfen gibt es, aus einer Besessenheit befreit zu werden?
  • Woher kann Hilfe kommen?
  • Gibt es auch Hilfen, die wiederum gefährlich sind? (z. B. Exorzismus)
Zum Text / Zum Thema
  • Nach der Geschichte von der Sturmstillung, in der sich Jesu Macht über die Naturgewalten gezeigt hat, erweist er sich in dieser Geschichte auch als Herr über dämonische Mächte und Gewalten.
  • In der Antike war der »Dämon« eine böse Macht, die als Person gegen Gott kämpft und einen Menschen ganz in Besitz nimmt. So haust der besessene Mann aus der Geschichte nackt und außerhalb der menschlichen Gemeinschaft in den Grabhöhlen vor der Stadt. Obwohl der Mann niemanden in seiner Nähe duldet, läuft er Jesus entgegen – und weist ihn gleichzeitig zurück. Er ist in seinem Teufelskreis gefangen.
  • Jesus möchte ihn befreien von dem, was ihn gefangen nimmt: Seiner Angst, seinem Wahnsinn, seiner Krankheit. Doch der Besessene fürchtet sich vor dem inneren Kampf und fleht Jesus an: »Quäle mich nicht!« Jesu erster Versuch, den bösen Geist auszutreiben, misslingt. Doch Jesus gibt nicht auf. Er spürt den Wunsch des Mannes nach Heilung, denn schließlich ist er ihm entgegengelaufen.
  • Jesus fragt nach seinem Namen, danach, wer er ist. Die Antwort des Mannes zeigt seine ganze Zerissenheit: »Legion« (die größte Abteilung im römischen Heer mit 4.000 bis 6.000 Mann). Von einer ganzen Horde von Dämonen ist er besessen und schon lange nicht mehr er selbst.
  • Die Dämonen müssen ausgetrieben werden, alle. Nun sind es die Dämonen, die Jesus anflehen, sie nicht in die Unterwelt zu verbannen, sondern sie stattdessen in die Schweine fahren zu lassen. Schweine galten als unreine Tiere, die nicht gegessen werden und auch nicht in die Nähe Gottes kommen dürfen. Daraufhin stürzen sie zusammen mit den Schweinen den Abhang hinunter in den See und ertrinken. Das alles ist für uns befremdlich. Aber: Die Dämonen müssen weichen und mit ihnen der ganze Wahnsinn. Der Mann ist geheilt.
  • Nun sitzt er bekleidet neben Jesus, möchte ihm nachfolgen. Er möchte sein Leben in den Dienst des Mannes stellen, der ihm sein Leben zurückgegeben hat. Jesus aber schickt ihn zurück in sein Zuhause, zu seiner Familie. Er gibt ihm den Auftrag, dort davon zu erzählen, was Gott ihm Gutes getan hat. Gott hat mit seiner Macht das Böse entmachtet.
  • Wie alle neutestamentlichen Wundergeschichten ist auch diese als Hinweis auf die mit Jesus anbrechende Gottesherrschaft zu verstehen. Die Geschichte ist eine Hoffnungsgeschichte, durch die etwas in unsere Welt hereingeholt wird, das noch nicht ist, aber werden wird.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Leider haben auch viele Kinder Erfahrungen mit bösen Mächten. Sie erleben Formen von Besessenheit durch Suchterkrankungen oder psychische Erkrankungen in der eigenen Familie. Sie wissen davon, dass Kinder misshandelt, geschlagen und missbraucht werden oder haben selbst die leidvolle Erfahrung gemacht. Und oft halten diese Kinder gerade zu dem Menschen, der ihnen das angetan hat. Hier gilt es, sensibel zu sein und besonders auf entsprechende Signale der Kinder zu achten.
  • Auch an sich selbst erleben Kinder, dass das Böse wie eine Macht über sie kommen kann: Unbeherrschte Wut, Rachegedanken, rasende Eifersucht. Dann brauchen sie Menschen, die ihnen liebevoll ihre Grenzen aufzeigen.
  • Die Geschichte vom besessenen Gerasener erzählt davon, wie die Macht des Bösen durch die Macht Gottes ent-machtet wird. Sie ist eine Glaubensgeschichte, die Kindern Hoffnung geben kann, dass Gott uns eines Tages von allem Bösen erlösen wird.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Lieder

Manchmal ist meine Angst riesengroß (MKL2, 73);

Das wünsch ich sehr (KuS 410/LJ 488/MKL 5/LH 86/KKH 54/KKL 33);

Ich möcht, dass einer mit mir geht (EG209/KuS 260/LJ 137/KG 211/MKL 82);

Lobe den Herrn, meine Seele (KuS 330/LHE 141);

Herr, erbarme dich (EG 178.11/KuS 216)

Psalm (nach Psalm 103,1-5.8-13)

Kehrvers:

Lobe den Herrn meine Seele,

und seinen heiligen Namen.

Was er dir Gutes getan hat,

Seele, vergiss es nicht, Amen.

Von ganzem Herzen will ich dich loben, Gott!

Alles in mir jubelt dir zu.

Niemals will ich vergessen,

wie gut du zu mir bist:

Wenn ich etwas falsch gemacht habe,

vergibst du mir meine Schuld.

Wenn es mir nicht gut geht,

machst du mein Leben heil.

Wenn ich denke, ich bin ganz verloren,

nimmst du mich in den Arm.

Kehrvers

Deine Geduld hat kein Ende

und deine Barmherzigkeit ist grenzenlos.

Du wirfst mir meine Fehler nicht ewig vor

und verurteilst mich nicht für immer.

So hoch wie der Himmel über der Erde ist,

so groß ist deine Liebe zu mir.

Das Böse, das manchmal in mir lauert,

nimmst du von mir.

Es hat keine Macht mehr über mich.

Wie ein guter Vater und wie eine gute Mutter

erbarmst du dich über mich.

Kehrvers

Gebet

Gott, du hast mich lieb,

auch wenn ich manchmal Böses tue.

Du verstehst mich auch dann,

wenn ich selbst nicht weiß, was mit mir los ist.

Mit allem kann ich zu dir kommen.

Dir kann ich alles sagen,

auch das, was nicht gut ist.

Lieber Gott, ich danke dir.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Für die Älteren

Es werden Beispiele gesammelt von Menschen, die von etwas gequält werden, von dem sie sich nicht selbst befreien können (Krankheit, Sucht …) Es wird zusammen überlegt, was diesen Menschen helfen könnte. Dann wird die Geschichte erzählt. Anschließend werden zusammen Fürbitten für »besessene« Menschen formuliert und jeweils mit dem Kehrvers: »Herr, erbarme dich« vor Gott gebracht.

Für die Jüngeren

Um den Kindern den Zugang zur biblischen Geschichte zu erleichtern, wird anhand eines Bilderbuches (Beispiele s. u.) erzählt, was es bedeutet, wenn jemand außer sich ist und von einer »bösen« Macht beherrscht wird.

Für alle

Nach der biblischen Geschichte überlegen die Kinder, was der Mann seiner Familie nach seiner Rückkehr wohl erzählt.

Kinderbücher

Britta Schwarz, Manfred Tophoven: Das kleine Wutmonster, Maxi-Pixi Nr.45, Carlsen Verlag, ISBN 978-3-551-04545-4;

Hiawyn Oram, Satoshi Kitamura: Der wütende Willi, Verlag an der Ruhr, ISBN 3-86072-111-9;

Angelika Bartram, Jan-Uwe Rogge: Kleine Helden – Riesenwut. Geschichten, die stark machen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-499-21371-7.

Der besondere Tipp

Der Grolltroll

Bildkarten-Set für das Kamishibai-Erzähltheater

Beim kleinen, blauen Troll läuft alles schief. Als er seine Wut an seinen Freunden auslässt, reicht es ihnen – sie gehen. Wieso der Troll seine Freunde verärgert und wie
wichtig eine Entschuldigung ist, erzählt diese Geschichte.

15 stabile, DIN-A3-große Illustrationen; mit Textvorlage.

€ 18,00 (ab 01.01.2023 € 20,00);

Best.-Nr. 3783

Radiergummi

… in den Farben des Regenbogens

Mit dem Aufdruck: »Gott liebt mich mit meinen Fehlern!«; 4,7 x 2,6 x 1,0 cm.

€ 1,00 (ab 10 Ex. je € 0,90); Best.-Nr. 1654

www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zur Erzählung für Jüngere.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

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