2. November 2025 – Hiob erträgt alles

Hiob 1,1–5.13–22

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

So konnten sich die Menschen ihr Leben erklären: Wem es gut ging, der hatte das auch verdient. Und wer leiden musste, der wurde aus gutem Grund von Gott bestraft.

Zum Text / Zum Thema

»Da muss der Teufel seine Hand im Spiel haben«, so eine »einfache« Antwort hilft auf die Schnelle. Immerhin haben wir dann einen Schuldigen, einen Grund für das Leid. Nach kurzer Zeit aber gehen die Fragen weiter: »Wie kann Gott dem Teufel so eine Macht lassen?« Und damit sind wir wieder bei der ersten Frage: »Wieso lässt Gott das zu?« Den Teufel brauchen wir für diese Frage gar nicht.

Die Kinder und der Text / das Thema

Ein behutsames Gespräch mit den Kindern, ob sie Hiob verstehen können, bietet sich an. Die Mitarbeitenden dürfen dabei gerne ehrlich bleiben: »So ein Vertrauen trotz solchen Leids – das fiele mir zumindest sehr schwer.«

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Er hält die ganze Welt in seiner Hand 
(KuS 610, KKL 324);
Halte zu mir guter Gott 
(KuS 456, KKL 328, Wwdl 49);
Aus der Tiefe rufe ich zu dir 
(KuS 417, KKL 196, MKL2 8, Wwdl 4);
Manchmal ist meine Angst riesengroß 
(MKL2 73);
Ich trau auf dich, o Herr 
(nur die erste Strophe als Liedruf, s. unten bei den Fürbitten; KG 110)

Fürbitten

Lieber Gott,
vielen Menschen auf der Welt geht es schlecht.
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die im Krieg leben.
Lass sie nicht allein. 

Liedruf:
(1. Strophe von: Ich trau auf dich, o Herr)
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die kein Geld haben. 

Liedruf
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die sich einsam fühlen. 

Liedruf
Und wir denken auch an uns selbst:
Wenn wir einsam sind,
wenn wir traurig sind,
wenn alles dunkel ist, 
dann lass uns bitte nicht allein!

Kreative Umsetzung der Geschichte

Damit die Kinder sich gut in den gesegneten Zustand von Hiob hineinfühlen können, gibt die Geschichte ihnen genügend Raum für ihren Traum vom eigenen Reichtum. Nach der Geschichte wird noch einmal das weiße Tuch als »Beutel der Reichtümer Hiobs« in die Mitte gelegt. Die Kinder erinnern sich gemeinsam, was alles darin ist.
Jüngere Kinder können der Reihe nach die Gefühle Hiobs nach seinem schrecklichen Verlust pantomimisch darstellen. 
Ältere Kinder erhalten verschiedene Orffsche Instrumente und suchen nach Geräuschen, die Hiobs Gefühle widerspiegeln: Wut, Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit …
Die Kinder überlegen anschließend:

Dann stellt jemand aus dem Team die weiße Kerze erneut in die Mitte: »Hiob hat in all seiner Traurigkeit weiter fest auf Gott vertraut. Denn Gott hat ihm ja versprochen: ›Ich bin immer bei dir.‹« 
Der*die Mitarbeiter*in geht dann mit der Kerze im Kreis herum, bleibt vor jedem Kind stehen und sagt: »Gott hat versprochen: ›Ich bin immer bei dir.‹«

Kerzen verzieren (für die Jüngeren) 

Nun können weiße Kerzen mit bunten Wachsherzen verziert werden, die die Kinder mit nach Hause nehmen können (s. unten).

Gespräch (für die Älteren) 

Mit älteren Kindern wäre ein vorsichtiges Gespräch darüber spannend, ob sie auch so fest auf Gott vertrauen könnten, wie Hiob das tat. 
Wichtig dabei ist, dass die Mitarbeitenden wirklich offen fragen und alle Antworten, ohne sie in irgendeiner Form zu werten, stehenlassen. 
(Manche Kinder werden vielleicht ohne die Spur eines Zweifels sagen: »Aber klar doch.« Ihre Zuversicht ist wunderbar und darf nicht angezweifelt oder hinterfragt werden. 
Manche werden zweifeln, wie wir selbst vielleicht auch. Manche sagen wohl auch: »Ganz sicher nicht.«)
Alles das ist in Ordnung. Mit Leiden gehen alle unterschiedlich um. Erwachsene sind keineswegs »schlauer« als Kinder. Doch egal wie, es bleibt Gottes Versprechen an uns alle ungebrochen.

Der besondere Tipp …

Stumpenkerze mit Wachsplättchen
Weiße Kerze plus Wachsplättchen in Blau, Grün, Rot und Gold

€ 5,40 (ab 10 Ex. je  € 5,20); 

Best.-Nr. 801

Der besondere Tipp …

Trost- und Mutmachkoffer
Bastelbogen

Viele der Trost- und Mutmachkärtchen können frei beschriftet oder bemalt werden und finden dann im gebastelten Erste-Hilfe-Koffer griffbereit ihren Platz. 

€ 1,90 (ab 10 Ex. je € 1,80); 

Best.-Nr. 1725

Figurenkegel-Set
In vier verschiedenen Größen


Unerlässlich fürs anschauliche Erzählen. Mit diesem 21-teiligen Set lassen sich sehr viele Geschichten darstellen. 
Das Set enthält:

1 x XXL, 16,5 cm (Best.-Nr. 1454)
3 x groß, 10 cm (Best.-Nr. 1208)
12 x mittel, 7 cm (Best.-Nr. 472)
5 x klein, 5 cm (Best.-Nr. 471)
21-teiliges Set € 21,60; Best.-Nr. S1680

Alle Holzkegel auch einzeln (XXL) bzw. im 10er-Set erhältlich (Best.-Nr. in Klammer). 

junge-gemeinde.de

III. Erzählung
Erzählung für Jüngere

Material: 1 großes schwarzes Tuch, 4 kleine schwarze Chiffon-Tücher, 1 großes weißes Tuch, 12 Holzkegelfiguren, Tierfiguren oder Bilder, Naturmaterialien oder Bilder, dicke weiße Kerze
(Ein großes schwarzes Tuch auf dem Boden ausbreiten)
Vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mann, der hieß Hiob. Er wohnte in einem fernen Land. Und er hatte alles, was er sich wünschte.
(Weißes Tuch über das schwarze Tuch legen. Darauf werden entsprechend der Erzählung die Reichtümer Hiobs ausgebreitet. 
Hiob hatte sieben Söhne und vier Töchter (auf ein Viertel des Tuches Kegelfiguren hinstellen/Bild hinlegen)
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür (brennende Kerze in die Mitte des Tuches stellen).
Er hatte Schafe und Rinder und Kamele und Esel. Eine große Herde (Holzfiguren/Bilder an die Kinder verteilen, die sie auf das zweite Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er war sehr reich. Er hatte viel Land, weite Flächen und hohe Berge. Er konnte gar nicht an einem Tag von einem Ende seines Landes zum anderen Ende kommen (Naturmaterialien/Bilder an die Kinder, die sie auf das dritte Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er hatte viele wunderschöne Kleider und lebte in großen Zelten aus edelstem Stoff. Und viele, viele Menschen waren da, um ihm zu bedienen und für ihn zu arbeiten (Kegelfiguren/Naturmaterialien/Bilder an die Kinder verteilen, die sie auf das letzte Viertel stellen/legen)
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er hatte wirklich alles, was er sich wünschte.
Er war wirklich sehr glücklich.
Und jeden Tag dankte Hiob Gott aus ganzem Herzen dafür, denn er glaubte fest an Gott.
Aber dann geschah etwas Schreckliches:
Ein Mann kam zu Hiob. Er hatte Tränen in den Augen und sagte: »Hiob, Feinde sind ins Land gekommen und haben alles mitgenommen! Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Kleidern legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam ein anderer Mann. Er war ganz außer Atem und sagte: »Hiob, im Land war ein großes Feuer. Alles ist verbrannt! Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten.«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Längereien legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam ein anderer Mann. Der hatte Schrammen an Beinen und Armen und sagte: »Hiob, auch die Feinde von der anderen Seite haben uns angegriffen und alle Tiere mitgenommen. Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten« 
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Tieren legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam noch einer Mann. Der weinte sehr. Er nahm Hiob in den Arm und sagte: »Hiob, es gab einen Unfall. Deine Kinder sind alle gestorben«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Kindern legen).
Einmal hatte Hiob alles gehabt, was er sich nur wünschte.
Und dann, an einem Tag, war alles weg!
(Ein*e Mitarbeiter*in nimmt die Kerze weg, ein*e andere*r fasst das weiße Tuch an den vier Ecken und zieht es hoch. Wie in einem Beutel verschwindet der ganze Reichtum und wird weggetragen. Jetzt liegt wieder nur das schwarze Tuch in der Mitte.)
Hiob war still.
Er legte sich auf den Boden.
Er weinte.
Und dann sagte er: »Ich vertraue auf Gott. Das war gestern so. Das ist heute so. Das wird so bleiben. 
Ich vertraue auf Gott«
(die Kerze wieder in die Mitte des schwarzen Tuches stellen).

Der besondere Tipp …

Nylontücher-Set
Transparent

Sechs hauchzarte, luftig-transparente 
Tücher aus 100 % Nylon in den Farben gelb, orange, violett, rot, grün, blau. 
Größe: 68 x 68 cm
€ 16,20; Best.-Nr. 1128

Schafe-Set
Aus Holz

Das Set enthält fünf Holzschafe in den 
Maßen 5 x 3 cm.

5er-Set € 4,90; Best.-Nr. 1559

junge-gemeinde.de

Erzählung für Ältere

Die Kinder sitzen im Kreis, jedes Kind hat einen Stift. In der Mitte stehen vier Schalen und ausreichend DIN A6-Karten je in den Farben gelb, weiß, hellblau und grau. (Wenn ein Kind nicht schreiben kann, wird ihm/ihr geholfen.)
Ich sage gleich ein paar Satzanfänge, und ich lade dich ein, sie zu Ende zu führen. Ich sage auch, auf welche Karte du schreiben kannst. Eine Regel ist wichtig: Schreibe immer nur einen Gedanken auf eine Karte. Wenn du mehr brauchst, nimm dir ruhig mehrere Karten. 
Ein Mensch, der wunschlos glücklich ist, dem gehört …
Überlege einmal: Was gehört diesem Menschen alles? Schreibe es auf die 
gelben Karten. Immer nur einen Gedanken pro Karte. Und es ist ganz egal, was die anderen aufschreiben – es geht nur um dich. Und es ist auch ganz egal, ob du richtig schreibst – es geht nur um deine Gedanken. Schreibe auf, was du schreiben möchtest so gut du es kannst.
Ein Mensch, der wunschlos glücklich ist, dem gehört …
(Leise Instrumentalmusik im Hintergrund)
Lege deine Karten bitte hier in diese Schale. 
(Kinder legen Karten in die erste Schale.)
Ein Mensch, der viel Liebe spürt, der liebt besonders …
Schreibe bitte auf die weißen Karten. Schreibe nur für dich. Es ist ganz gleich, was die anderen schreiben.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die zweite Schale.)
Ein Mensch, der alles besitzt und viel Liebe um sich hat, der fühlt sich …
Schreibe bitte auf die hellblauen Karten.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die dritte Schale.)
Ein Mensch, der nichts besitzt und alle Liebe verloren hat, der tut Folgendes …
Schreibe bitte auf die grauen Karten.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die vierte Schale; die Musik wird ausgeschaltet;
ein großes, schwarzes Tuch wird neben den Schalen ausgebreitet.)
Vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mann, der hieß Hiob. Er wohnte in einem fernen Land. Und er hatte alles, was er sich wünschte
(großes, weißes Tuch über das schwarze legen):
Er hatte viele Tiere – große Herden.
Er besaß viel Land – so weit das Auge reichte und noch weiter.
Das war in Hiobs Zeit ein sehr großer Reichtum – so wie heute Menschen reich sind, die …
(gelbe Zettel nacheinander vorlesen und auf ein Viertel des Tuches legen; Wiederholungen sind ausdrücklich erwünscht, wie z. B. »Geld«, »viel Geld«, »Geld und Gold«).
Aber Hiob besaß nicht nur viel Land und viele Tiere, er hatte auch eine Frau, sieben Söhne und drei Töchter – eine große Familie. Und er hatte Dienerinnen und Knechte, die für sie arbeiteten. Hiob liebte seine Familie sehr – so sehr wie heute Menschen dies hier lieben …
(weiße Zettel nacheinander vorlesen und auf das zweite Viertel des Tuches legen).
Und weil es Hiob gutging, fühlte er sich auch gut – sehr gut
(hellblaue Zettel nacheinander vorlesen und auf das dritte Viertel des Tuches legen).
Dazu kam, dass Hiob ein Mensch war, der ganz auf Gott vertraute (weiße Kerze in die Mitte stellen). Er betete zu Gott und vergaß nie, Gott zu danken. Und Hiob hielt sich an sein Wort.
Aber dann passierte etwas Schlimmes: 
Ein Bote kam zu Hiob gelaufen und sagte: »Die Feinde aus dem Norden sind gekommen – sie haben alle deine Tiere gestohlen!«
Und der Bote hatte kaum ausgeredet, da kam ein weiterer angelaufen und rief: »Ein großes Feuer ist auf deinem Land ausgebrochen und hat alles zerstört!« 
Und der Bote hatte noch nicht ausgeredet, da kam ein dritter, der sagte: »Die Feinde aus dem Süden haben uns angegriffen – sie haben deine Knechte getötet!« 
Und noch ein vierter Bote kam, weinte sehr und erzählte: »Deine Kinder waren bei einem Fest, als plötzlich die Decke des Hauses einstürzte – sie sind alle tot.«
Hiob fiel auf die Erde und weinte.
So hatte er sich noch nie gefühlt. Er …
(graue Zettel nacheinander vorlesen und auf das letzte Viertel des Tuches legen
Alles war fort. Nichts war Hiob geblieben.
(Ein*e Mitarbeiter*in nimmt die Kerze weg, ein*e andere*r fasst das obere, weiße Tuch an den vier Ecken und zieht es hoch. Der ganze Reichtum verschweindet wie in einem großen Beutel und wird weggetragen. Jetzt liegt wieder nur das schwarze Tuch in der Mitte.)
Hiob war still.
Und dann sagte er: »Ich vertraue auf Gott. Das war gestern so. Das ist heute so. Das wird so bleiben. Ich vertraue auf Gott.«(Die weiße Kerze in die Mitte des schwarzen Tuches stellen.)

Hiob 2,7–13; 4,1–11; 8,13.19–22

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Als einige Jahre später ein geliebter Mensch viel zu früh starb, war es für mich ein Schlag ins Gesicht, als andere mich trösten wollten mit Sätzen wie: »Gott ist allmächtig, der Tod war sein Wille.« Das konnte nicht sein, so viel wusste und glaubte ich sicher.

Zum Text / Zum Thema

Dieser Teil ist für die Kinder bewusst nicht vorgesehen. Die ausgewählten Verse bleiben bei den (leider nur gut gemeinten) tröstlichen Worten der Freunde. (Wobei es vielleicht tröstlicher gewesen wäre, wenn sie weiter geschwiegen hätten.)

Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder empfinden ebenso großen Schmerz wie Erwachsene. Doch zuweilen sind ihre Herzen offener für Trost: für den Zuspruch, nicht allein zu sein; für die Nähe lieber Menschen. Ihre Hoffnung, dass doch alles gut werden kann, ist ungetrübter als bei Erwachsenen. Sie sind in dieser Hinsicht gesegnet und ein Segen.

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Aus der Tiefe rufe ich zu dir 
(KuS 417, KKL 196, MKL2 8, Wwdl 4);
Manchmal ist meine Angst riesengroß 
(MKL2 73);
Wie in einer zärtlichen Hand (KG 195, KKL 326);
Herr, erbarme dich (KG 197)

Kreative Umsetzung der Geschichte

An diesem Sonntag wird der sonst übliche Ablauf durchbrochen (s. die Gedanken von Eva Forssman im Plan für den Kindergottesdienst):

III. Erzählung

& Erzählung für Ältere & Erzählung für Jüngere

Der Raum ist gemütlich vorbereitet: Kissen und Decken liegen auf dem Boden. Die Kinder legen sich hin.
Bis alle eine gemütliche Position gefunden haben, in der sie gut zuhören können, läuft Musik. Dann endet sie und die Geschichte beginnt.

Das schöne Leben des Adlerkükens

Das Adlerküken hatte bis heute ein tolles Leben. Es hatte einfach alles, was es sich wünschte: Das Nest, sein Zuhause, war in den wunderschönen Bergen. Der Himmel war klar. Die Luft herrlich frisch. Wenn der kleine Adler Hunger hatte, kam sofort der Vater und brachte Futter. Wenn der kleine Adler fror, kuschelte er sich an die Eltern oder Geschwister. Er war nie allein, es fehlte ihm an nichts. Er war glücklich, er hatte alles.

Nicht mehr gemütlich und nicht mehr sicher

Und dann kam ein Tag, den er gar nicht verstand.
Zuerst zupfte der Vater die weichen Federn und das Moos aus dem Nest – es war nicht mehr gemütlich.
Dann rupfte die Mutter kleine Zweige aus dem Nest – es war nicht mehr sicher.
Der kleine Adler bekam Angst. Doch er hatte ja Vater und Mutter in der Nähe. Und er war sicher: »Wenn die beiden da sind, kann mir nichts geschehen.«

Raus aus dem Nest

Und da bekam er einen Stups. Und dann noch einen kräftigeren Stoß. Und dann wurde er richtig gestoßen. Voller Schrecken sah er, dass er immer näher an Rand des Nestes gedrückt wurde. Er fing an zu piepsen, versuchte sich zu wehren, aber es half nichts: Er fiel aus dem Nest und stürzte in die Tiefe.

Warum geschieht das?

Verzweifelt schlug der kleine Adler mit seinen kleinen Flügeln. Das hatte er noch nie versucht – und es ging auch nicht gut. Er fiel immer weiter. Und schließlich gab er auf: »Gleich falle ich auf die Felsen, dann ist es vorbei«, dachte er. Und er fragte sich: »Was ist denn nur passiert? Wieso ist mein schönes Nest nicht mehr da? Wo sind meine Geschwister? Und warum sind meine Eltern nicht mehr da? Warum nur geschieht das denn alles?«
Der kleine Adler kniff seine Äuglein zu. Er wollte nicht sehen, wie er auf die Felsen zuraste …

Die Rettung

Und dann – plötzlich – ein Ruck!
Aber es tat nichts weh. Das Fallen war vorbei und er lebte! Ein frischer Wind wehte durch seine Gefieder und der kleine Adler merkte, dass er aufwärts getragen wurde.
Vorsichtig machte er die Augen wieder auf. Er blinzelte in die Sonne und erkannte das Gefieder seiner Mutter. Sie hielt ihn in ihren Krallen. Sie hatte ihn aufgefangen. Jetzt trug sie ihn zurück zum Nest.
Der kleine Adler war tief gefallen.
Er hatte schreckliche Angst gehabt.
Doch seine Mutter hatte ihn aufgefangen.
Er war sicher.
Der kleine Adler atmete ganz tief ein und ganz tief wieder aus. Er war sicher.

(Die Musik wird wieder einige Zeit eingeschaltet. Die Kinder setzen sich wieder auf und in einen Kreis. Ein*e Mitarbeiter*in gibt eine kleine Vogelfigur dem Kind neben sich. Vorsichtig geben die Kinder das Vögelchen von Hand zu Hand weiter. Bei jedem Kind sagt der/die Mitarbeiter*in: 
»Gott hält dich fest. 
Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.«

IV. Stationen

Atemübung

Die Kinder liegen auf weichen Decken. Leise Musik spielt im Hintergrund. Der*die die Station begleitende Mitarbeiter*in leitet die Atemübung in ruhigem Ton an:
Lege eine Hand langsam auf den Bauch 
und die andere sanft auf deine Brust.
Atme ruhig.
Spüre, wie sich die Hände heben und senken.
Atme – und spüre.
(Pause)
Jetzt atme zuerst in Richtung der Brust. 
Spüre, wie deine Hand sich hebt.
Und dann atme in Richtung Bauch. 
Spüre, wie deine Hand sich hebt.
Ganz langsam geht die Luft wieder hinaus: Erst aus dem Bauch, dann aus der Brust.
Mach es noch einmal:
Atme ruhig Richtung Brust,
dann Richtung Bauch 
und ruhig wieder raus aus dem Bauch 
und aus der Brust.
Und noch einmal.
Lass dir Zeit und spüre genau.
(Pause)
Lege die Hände ruhig neben deinen Körper.
Schließe die Augen, wenn du magst.
Höre, was Gott dir verspricht:
Ich bin bei dir.
Bei jedem Atemzug.
Wenn du einatmest, bin ich da.
Wenn du ausatmest, bin ich da.
Du bist nie allein.
Atme ganz tief ein und wieder aus.
Du bist sicher.

Kreatives Arbeiten

Kratzbilder (für jüngere Kinder)
In das Schwarz können sie Bilder ritzen von Menschen und Dinge, die sie trösten. Auch Herzen und Sterne passen gut zu dem Gedanken: »Du bist nicht allein, wenn du traurig bist.«

Wachstränen (für ältere Kinder)
Die Kinder bekommen eine weiße Kerze und ein mit Wasser gefülltes Glas.

Einleitung: Gott hat uns versprochen: »Wenn du weinst, dann sehe ich das.« Keine unserer Tränen bleibt ihm verborgen. Er sieht sie alle. Er fängt sie auf, tröstet uns – und verwandelt einmal unsere Trauer wieder in Freude.
Die die Station betreuende Person lässt Wachs-
tropfen ins Wasser fallen. Dabei sagt sie: »Gott sieht unsere Tränen, er fängt sie auf.« Dann nimmt sie den nun erkalteten Wachstropfen aus dem Wasser, hebt ihn hoch und wiederholt: »Gott will uns trösten und einmal unsere Trauer wieder in Freude verwandeln.«
Dann tropfen die Kinder vorsichtig mit ihrer Kerze die Wasseroberfläche voll. Dann fischen sie die Tropfen heraus. Die begleitende Person (und evtl. weitere Mitarbeitende) durchbohren sie mit Nadel und Faden. So entsteht ein schöner Fensterschmuck für zu Hause.
Wenn die Gruppe fertig ist, wiederholt die Person: »Gott hat uns versprochen: »Wenn du weinst, dann sehe ich das.« Keine unserer Tränen bleibt ihm verborgen. Er sieht sie alle. Er fängt sie auf, tröstet uns – und verwandelt einmal unsere Trauer wieder in Freude.

Klagen
Es liegen schwarze Karten, weißschreibende Stifte und Steine neben einem Tuch mit einer weißen Kerze. Ein*e Mitarbeiter*in erzählt:
Hiob war ein freundlicher Mann. Er lebte vor langer, langer Zeit.
Damals hatte er alles, was er sich wünschen konnte: viel Land, viele Tiere, eine große Familie.
Und alles wurde ihm genommen: 
Die Tiere wurden gestohlen.
Das Land wurde vom Feuer verwüstet.
Seine Kinder starben bei einem schlimmen Unfall.
Er vertraute auf Gott.
Er glaubte, dass Gott ihm hilft.
Und dann wurde Hiob selbst schlimm krank.
Er hatte schreckliche Schmerzen.
Er weinte.
Seine Freunde kamen und wollten ihn trösten. Aber das ging nicht. Es half nicht. 
Hiob war untröstlich. 
Er klagte seinen Freunden sein Leid. 
Er klagte Gott sein Leid.
Was er wohl gesagt hat?
(Die Ideen der Kinder auf die schwarzen Karten schreiben und um die Kerze legen.)
Ich hoffe so sehr, dass du nie so leiden musst wie Hiob. Aber ich weiß, dass auch Kinder oft sehr traurig sind. Was macht dich traurig?
(Für jeden Beitrag der Kinder einen Stein zur Kerze legen. Auch die Erwachsenen können hier von ihrer Klage berichten.)
Auch wenn es dunkel ist und wir keinen Trost finden: Gott bleibt da. 
Er verspricht uns: »Ich höre dich.
Ich höre dich, wenn …«
(Die Kinder nennen ihre Klagen. Der*die Betreuerin wiederholt jede Klage und stellt dabei neben einen Stein ein Teelicht, bis alle Steine »leuchten«.)

Gemeinsam nachdenken und reden

Das Bild »In Gottes Händen« von Sieger Köder wird an die Wand projiziert/als DIN-A3-Poster aufgehängt oder als Postkarte für jedes Kind vorhanden. (Im Internet unter den Stichworten »Sieger Köder In Gottes Händen« leicht zu finden.)
Sieh dir das Bild an. Was siehst du?
Welche Farben?
Wessen Gesicht mag das sein?
Wessen Hände?
(Die Kinder haben genügend Zeit zum Nachdenken und Antworten Sammeln. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jede Antwort der Kinder wird wertschätzend aufgenommen und wiederholt.)
Was fühlt der Mensch?
Was denkt er?
Was hat er heute wohl erlebt?
(Genügend Raum für Antworten geben, s. oben)
Was denkt ihr: Hat der Mensch auch schon Schweres erlebt? War er schon einmal ganz verzweifelt? Wieso denkst du das?
(Genügend Raum für Antworten geben, s. oben)
Gott verspricht: »Ich halte dich. Du musst keine Angst haben. Ich tröste dich. Du bist nie allein.«

Der besondere Tipp …

Mit Kinder über Abschied, Verlust und Tod sprechen
44 Impulskarten zur Trauerbegleitung

Wie sehen tote Menschen aus? Was passiert auf einer Beerdigung? Darf ein Sarg bunt sein? – Kinder stellen Fragen, das Kartenset unterstützt beim Finden von Antworten.

44 stabile Karten mit Fotos, beidseitig bedruckt, mit Begleitheft. 

Für 4–10 Jährige

€ 16,00; Best.-Nr. 3759

Hinweis auf die nächste Reihe: »Wo sind die Toten?«

junge-gemeinde.de

Hiob 40,1.2.42

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Das ist Gottes Antwort an Hiob.

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Gottes Liebe ist so wunderbar 
(KuS 484, KKL 329, KG 146);
Gott hält die ganze Welt in seiner Hand 
(KuS 610, KKL 324, KG 143);
Halte zu mir, guter Gott 
(KuS 456, KKL 328, KG 8, Wwdl 49);
Gib uns Ohren, die hören (MKL2 38);
Hallelu-, Halleluja (KuS 226, KKL 188, KG 193);
Segne, Vater, tausend Sterne 
(KuS 182, KKL 281, KG 142)

Abschlussgebet

Gott, lass mich sehen, wie gut du es mit mir und der ganzen Welt meinst.
Gott, lass mich hören, wie Tiere singen, wie Menschen sich freuen, wie Wind und Wasser rauschen.
Gott, lass mich fühlen, wie wunderbar kühl die Nacht ist und wie sanft die Strahlen der Sonne.
Gott, lass mich schmecken, wie herrlich die Früchte sind, die du uns schenkst.
Gott, lass mich nicht vergessen, 
wie wunderbar du für uns sorgst. Amen.

Segen

Gott (beide Arme nach oben strecken)
hat mich lieb (ein Herz vor der Brust formen).
Gott (beide Arme nach oben strecken)
gibt mir mein Leben (aufrecht hinstellen),
Gott (beide Arme nach oben strecken) 
begleitet mich (den Kindern an der Seite die Hand geben),
Gott (beide Arme nach oben strecken)
segnet mich (Hände falten).

Kreative Umsetzung der Geschichte
Meditations-Spaziergang 

Die Kinder legen oder setzen sich gemütlich hin und schließen die Augen. Jemand aus dem Team lässt leise Naturgeräusche laufen (im Internet unter beispielsweise diesen Stichworten zu finden: »Entspannung Naturgeräusche – Vogelstimmen im Wald«) und sagt: »Stell dir vor, du bist draußen. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, du bist an einem richtig schönen Ort. Schau dich dort um. Was siehst du? Was hörst du? Welche Tiere sind da? Welche Pflanzen? Schau dich in Gedanken in Ruhe um. (Pause) Und nun beobachte das Tier oder die Pflanze oder vielleicht den Wind in den Bäumen, das Wasser im Fluss ganz genau: Schau dort hin, wo es dir am besten gefällt und stell dir ganz genau vor, wie das Tier oder die Pflanze aussieht. Stell sie dir ganz genau vor.« (Pause)
Je nach Alter der Kinder und ihrer Vorerfahrung mit Stilleübungen wird nach 30 Sekunden bis zwei Minuten die Musik langsam leiser gedreht und dann ausgemacht. 
Die Kinder werden eingeladen, das, was sie sich vorgestellt haben (Tier, Pflanze, Wasser …) für die anderen darzustellen. 
Dafür können sie wählen zwischen:

Nach ca. 20 Minuten beginnt ein Gang durch die Ausstellung, in der jedes Kunstwerk angeschaut wird und ausschließlich wertschätzende Rückmeldungen gegeben werden. Der*die Mitarbeiter*in schließt jede staunende Beobachtung ab mit: 
»So viel Mühe hast du dir gegeben. Gott gibt sich mit uns ebenso viel Mühe.« Oder
»So sorgfältig hast du geformt/so bunt hast du gemalt/so großartig ist deine Skulptur. Gott ist ebenso sorgfältig/bunt/großartig.«

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Hiob war sehr traurig. 
Alles war weg. Keine Freunde mehr da, kein Geld mehr da, keine Familie mehr da. 
Er wollte nichts mehr sehen (Augen zuhalten, Kindern einladen, das nachzumachen). Er wollte nichts mehr hören (Ohren zuhalten). Er wollte nichts mehr essen oder trinken (Mund zuhalten). Er wollte nur noch allein sein (auf den Boden setzen, Beine anziehen, Kopf auf die Beine legen).
Wie fühlt sich das an?
(Antworten der Kinder aufnehmen)
Hiob tat alles weh: der Rücken, der Po, die Knie. Der Kopf tat weh, und er konnte gar nicht richtig atmen. Es rauschte in seinen Ohren. Und er fühlte sich sehr einsam und allein. 
Hiob dachte: »Ich bin meinen Freunden egal. Ich bin allen egal. Und ich bin Gott egal. Niemand kümmert sich um mich. Ich werde für immer einsam und traurig sein. Am liebsten wäre ich gar nicht auf der Welt.«
Das ist sehr schlimm, wenn jemand so fühlt. Warum denkt Hiob das wohl?
(Antworten der Kinder aufnehmen)
Hiob denkt: »Das ist gemein! Ich bin so allein. Ich will, dass das aufhört. Es soll mir jemand helfen. Gott soll mir helfen!«
Ganz lange hat Hiob so gesessen.
Und manchmal hat er auch geweint.
»Ich bin ganz allein«, hat Hiob gedacht.
Aber das war er nicht. Gott war da. Er war da, auch wenn Hiob das gar nicht glauben konnte. Gott war da, auch wenn Hiob das gar nicht spüren konnte. Gott war da, auch wenn Hiob das gar nicht wusste.
Und dann sagte Gott zu Hiob:
»Sei nicht traurig. Schau dich lieber mal um.«
Hiob hob den Kopf und sah einen großen Adler. Der schwebte am Himmel (Arme wie ein Vogel ausbreiten). Der Adler flog weit oben, in der frischen und klaren Luft. Und Hiob atmete ganz tief ein (tief einatmen) und wieder aus (ausatmen). »Wie schön er ist«, sagte Hiob. »So groß und frei.« – »So bin ich auch«, sagte Gott.
Hiob schaute in die Ferne und sah eine Kuh mit ihrem Kälbchen. Das Kälbchen trank Milch. »Ich habe auch Durst«, sagte Hiob und spürte seinen trockenen Mund. »Und ich habe Hunger.« Gott sagte: »Ich sorge für dich. Du bekommst alles, was du zum Leben brauchst« (alle bekommen ein Glas Wasser und eine Kleinigkeit zu essen; wenn sie mögen, können die Kinder essen und trinken).
Es war noch sehr früh am Morgen und Hiob merkte, wie ihm kalt wurde. Er schlang die Arme um sich (Arme um den Oberkörper legen). Da kam die Sonne hinter dem Berg hervor. Hiob spürte, wie ihre Strahlen sein Gesicht streichelten und ihn wärmten. »Ich bin so groß und weit wie die Sonne«, sagte Gott. »Und ich bin dir so nah wie die Wärme auf deiner Haut« 
(Die Handflächen aneinanderreiben, bis sie warm werden).
»Ich habe dich lieb, Hiob«, sagte Gott. »Ich bin bei dir. Und ich werde immer und ewig bei dir bleiben.«
Da stand Hiob auf. Er streckte sich, atmete tief ein und aus und hob seine Hände in den Himmel (alles mitmachen).
»Ich habe dich lieb, Hiob«, sagte Gott noch einmal. »Glaubst du mir?« 
Und Hiob sagte: »Ja.«
(Alle setzen sich wieder hin.)
Hiob musste nie wieder so traurig sein.
Er bekam viele Freunde. Er wurde sehr reich. Und er hatte viele Kinder.

Erzählung für Ältere

Hiob denkt an früher

Wieder eine Nacht voller Tränen: Hiob reibt sich die Augen. Alles tut ihm weh.
Er ist allein in seinem Zelt, alle sind fort. Seine Frau ist nicht da, seine Freunde auch nicht. Aber das ist Hiob gerade recht: Er will niemanden sehen.
Wieder denkt er an all das, was er einmal besaß. Er denkt an die großen Viehherden, die ihm gehörten. Er denkt an seinen Reichtum. Er denkt an seine Kinder. Nichts ist mehr da. Alles ist fort. 
Hiob setzt sich aufrecht hin. »Gott ist gemein«, sagt er laut in die Dunkelheit. Es ist kein Mensch da, um das zu hören. Aber Hiob will, dass Gott ihn hört. Darum sagt er es nochmal. Ganz laut und ganz direkt zu Gott: »Du bist gemein! Du bist nicht die Liebe. Du bist nicht gerecht. Ich habe nie etwas Böses getan – und doch habe ich alles verloren. Ich bin allein, ich habe Schmerzen, ich bin am Boden. Und das alles ist dir egal! Ich bin dir egal!« Immer lauter ruft Hiob in die Dunkelheit. Er weint. Er schreit. Er schimpft mit Gott. 

Hiob ist erschöpft

Hiob klagt so lange, bis er müde auf den Boden sinkt. »Es bringt nichts«, flüstert er, »es bringt alles nichts. Nichts hat einen Sinn. Gar nichts.«
Da spürt Hiob, wie der Ostwind den Eingang des Zeltes auseinander weht. Und durch den Spalt sieht er, wie draußen die Sonne aufgeht. Langsam steht Hiob auf und geht vor das Zelt.
»Es stimmt nicht«, hört er eine Stimme. Hiob sieht keinen Menschen, aber er hört diese Stimme. Ganz deutlich hört er sie. Noch einmal sagt sie: »Es stimmt nicht. Du bist mir nicht egal.«
Hiob schaut sich um. Dann lässt er sich ganz auf die Stimme ein, denn es ist Gott, der mit ihm spricht.

Der Adler

»Siehst du den Adler? Hörst du ihn?«, fragt Gott. Hiob schaut in den noch dämmrigen Himmel. Da oben fliegt ein Adler. Er stößt leise Schreie aus. Er ist auf der Jagd, er sucht nach Futter für seine Jungen. Seine Gefieder fängt schon die ersten Sonnenstrahlen auf. Groß wie ein König der Lüfte fliegt er dahin. Stark, unerreichbar und wunderschön.
»Stark, unerreichbar und wunderschön. So bin ich«, sagt Gott. 

Die Kuh und das Kälbchen

»Schau dort hinten, auf der Weide«, sagt Gott. Hiob schaut in die Ferne. Da sieht er eine Kuh mit ihrem Kälbchen. Die Kuh zupft Gras, das Kälbchen trinkt bei der Mutter. Die Mutter gibt ihrem Kind alles, was es braucht. Sie bleibt bei ihm, schützt es, wärmt es und zeigt ihm den Weg
»Ich gebe dir alles, was du brauchst«, sagt Gott. »Ich bin bei dir, ich schütze dich und zeige dir den Weg.«

Der Straußenvogel

Plötzlich rennt ein großer Straußenvogel in einiger Entfernung an Hiob vorbei. Hiob wundert sich: »So schnell kann dieser Vogel laufen! Das kann kein Mensch. Das ist unerreichbar!«
»Unerreichbar, so bin ich«, sagt Gott. »Du kannst mich nicht festhalten und du kannst mich nicht verstehen. 
Ich bin Gott, kein Mensch wie du.«

Die Sonne geht auf

Hiob beobachtet die Tiere. 
Langsam wird ihm kalt.
Da kommt die Sonne ganz hinter dem Berg hervor. Hiob spürt ihre Wärme auf seinem Gesicht und freut sich.
»Ich bin dir ganz nah«, sagt Gott. »So nah wie die Wärme auf deiner Haut. Und ich bin auch unerreichbar groß und weit wie die Sonne. Du kannst nicht alles von mir verstehen. Aber du kannst mir glauben. Du bist mir nicht egal, und ich liebe dich. Glaubst du mir?«, fragt Gott
Hiob steht da. Er staunt: Die Welt ist so groß, so schön, so wundervoll. Und er ist Teil von ihr. Da stottert Hiob leise: »Ja, ich glaube dir.«
Das ist der Moment, in dem Hiob wieder die Liebe Gottes spürt, weil er an sie glaubt.

Hiob wird wieder glücklich

Hiob lebt noch viele Jahre. Er hat wieder viele Tiere, mehr als zuvor. Er ist wieder sehr reich, reicher als zuvor. Und hat wieder Söhne und Töchter. Hiob ist wieder glücklich. Als er stirbt, ist er sicher und geborgen bei Gott.

Hiob 1; 2; 4; 8; 40 i. A.

I. Vorüberlegungen

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Bausteine zur Liturgie

Liturgische Elemente
Lieder

Herr, erbarme dich 
(EG 178.11; KuS 216, KKL 203, MKL 1 14);
Aus der Tiefe rufe ich zu dir 
(KuS 417, KKL 196, HuT 262, Wwdl 4);
So viel Kummer (KKL 201)

Gebete

Dbd 2025, Seite 82–86

Kreative Umsetzung der Geschichte
Material

– Das schwarze Tuch wird in die Mitte gelegt und mit den anderen kleinen Tüchern jeweils zu einem Viertel abgedeckt. 
– In einem Körbchen befinden sich die Holzkegel, Schafe, Esel, Rinder und Bauklötze. 
– Die Kinder stellen diese Figuren während der Erzählung auf. Tipp: Dabei bitte beachten, dass die Fläche in vier Segmente eingeteilt ist und die Figuren von den Kindern entsprechend gestellt werden: 

1. Segment: Eselinnen, einige Knechte
2. Segment: Schafe, einige Knechte 
3. Segment: Rinder, einige Knechte
4. Segment: Haus, in dem die Söhne und Töchter Hiobs sind
– Evtl. können die Nachrichten der vier Boten im Vorfeld an Kinder verteilt werden.

Erzählung

Die Figuren und Bauklötze werden unter den Kindern verteilt.

Hiob – ein guter Mensch

Vor sehr langer Zeit lebte im Lande Uz ein Mann namens Hiob (Hiob in die Mitte stellen). Hiob ist ein guter Mensch. Er sorgt für alle, beachtet Gottes Gebote und strengt sich sehr an, nichts Böses zu tun (brennende Kerze 
neben Hiob stellen)
. Auch für seine Kinder bringt er immer wieder Opfer dar, damit alles gut wird, falls sie etwas Böses getan haben. Hiob hat eine große Familie. Zusammen mit seiner Frau hat er sieben Söhne und drei Töchter. Außerdem 7000 Schafe, 3000 Kamele, 1000 Rinder und 500 Eselinnen. Dazu viele Knechte und Mägde. Er ist sehr reich und besitzt viel Land.
Gemeinsam bauen wir nun auf, was alles zu Hiob gehört. (Die Figuren wie oben beschrieben auf die verschieden-farbig kleinen Tücher legen.)

Die erste Schreckensbotschaft

Da kommt plötzlich ein Bote zu Hiob und berichtet: »Etwas Schlimmes ist passiert, Hiob! Wir waren mit den Eselinnen bei der Arbeit auf dem Feld, da kamen bewaffnete Männer, haben die Knechte erschlagen und alle Tiere mitgenommen. Ich konnte als einziger entkommen und berichte dir jetzt davon.«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit den Eselinnen und Knechten zur Hiobsfigur einschlagen. Das schwarze Tuch wird sichtbar. Tiere und Figuren dürfen umfallen. Textkarte dazulegen – auch bei den folgenden Boten.)

Die zweite Schreckensbotschaft

Und schon kommt der der zweite Bote zu Hiob: »Etwas Schlimmes ist passiert. Wir hatten gerade die Schafe auf die frische Weide gebracht, da fiel wie ein Blitz Feuer vom Himmel – und alle waren tot: Knechte und Schafe. Ich konnte als einziger entkommen und berichte dir jetzt davon.«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit den Schafen und Knechten zur Hiobsfigur einschlagen …)

Die dritte Schreckensbotschaft

Und schon kommt der dritte Bote zu Hiob: »Etwas Schlimmes ist passiert, Hiob! Ich muss dir eine traurige Nachricht überbringen: Wir waren mit den Rindern auf dem Weg zur nächsten Weidefläche. Da wurden wir gleich von drei Seiten überfallen. Die Räuber haben alle Knechte erschlagen und dann die Rinder einfach mitgenommen. Ich konnte als einziger …« 
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit den Schafen und Knechten zur Hiobsfigur einschlagen …)

Die vierte Schreckensbotschaft

Der dritte Bote war noch nicht ganz fertig, da kommt ein vierter Bote: »Leider habe ich eine traurige Nachricht für dich, Hiob. Etwas Schreckliches ist passiert. Deine Söhne und Töchter waren bei ihrem ältesten Bruder zu Hause. Der hatte sie allesamt zum Essen eingeladen. Plötzlich kam von der Wüste her ein solch starker Wind, dass das Haus eingestürzt ist. Alle deine Kinder und viele Knechte und Mägde sind in den Trümmern gestorben. Ich konnte als einziger entkommen und berichte dir jetzt davon.«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit dem Haus, den Kindern, Knechten und Mägden zur Hiobsfigur einschlagen.)

Hiobs Schmerz

Hiob ist entsetzt. Er steht auf und zerreißt seine Kleidung. Dann fällt er auf die Erde und krümmt sich vor Schmerz. 
Lange bleibt er da liegen. Dann steht er auf und sagt: »Der Herr hat’s gegeben. Der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gelobt!«

Hiob wird krank

Doch es kommt noch schlimmer. Auch Hiob selbst wird krank. 
Am ganzen Körper bekommt er einen schmerzhaften Ausschlag 
(Kerze neben Hiob ausblasen).
Was denkt ihr: Wie geht es Hiob?
(Kinder überlegen und bringen die Biegepuppe in diese Haltung.)

Die drei Freunde

Hiob hat drei gute Freunde. Als sie von Hiobs großem Unglück hören, sind sie sich einig: »Wir müssen zu Hiob gehen und ihn trösten.« (3 Holzkegel zu Hiob stellen). Die Freunde kommen, setzen sich zu Hiob und schweigen mit ihm. Sehr lange. Sieben Tage und sieben Nächte sagen sie nichts, sondern sitzen bei Hiob und schweigen mit ihm. 
(Klangschale in langsamem Tempo siebenmal anschlagen.)

Die Klage Hiobs

Nach sieben Tagen fängt Hiob an zu klagen: »Wäre ich doch nie geboren worden oder bei meiner Geburt gleich gestorben … dann müsste ich nicht dies alles erleiden.«
Was denkt ihr: Was klagt Hiob sonst noch?
(Neben Tuch zwei schwarze Fußspuren legen. Wer mag, kann sich auf diese Fußspuren stellen und seinen Gedanken sagen. Alternativ kann dem Kind, das etwas sagen will, ein schwarzes Tuch umgelegt werden.)

Lied

»Aus der Tiefe rufe ich« oder »So viel Kummer«

Die Ratschläge der Freunde

Die drei Freunde hören Hiobs Klage. Jetzt können sie nicht mehr länger schweigen. Sie 
haben einige Ratschläge für ihn (nachfolgende Sätze jeweils in einer Sprechblase zu den 
Freunden legen)
:
Die gibt‘s ebenfalls auf zum Herunterladen

1. Freund: »Was hast du getan, dass Gott dich so bestraft? Denke darüber nach.«
2. Freund: »Du musst deine Sünden zugeben, dann wird Gott dir vergeben.«
3. Freund: »Gott will dich prüfen, ob du ihm treu bleibst. Gott tut dir kein Unrecht.«
Was denkt ihr: Was könnten die Freunde noch zu Hiob sagen?
(Gelbe Fußspuren neben die Freunde legen; alternativ: gelbes Tuch bereithalten. Vorgehensweise wie bei Fußspuren/Tuch) 

Will Gott Hiob strafen?

Doch Hiob bleibt auch nach allen Ratschlägen bei seiner Meinung: »Ich bin nicht schuldig! Es gibt keinen Grund für dieses große Leid! Gott will mich nicht strafen! Und ich kämpfe unendlich, dass ich mein Vertrauen zu Gott nicht verliere.«
Dann, nach vielen Tagen der Klage und Trauer, spricht Gott zu Hiob (die fett gekennzeichneten Worte als »Wortwolke« zu Hiob legen):
»Hiob, es gibt viele Dinge in dieser Welt, die den Menschen verschlossen bleiben. Niemand kann sie mit dem Verstand begreifen. Vieles kannst du nicht verstehen.

So viel ist geschehen, das du nicht begreifst. Doch gerade jetzt bin ich ganz nah bei dir. 

Ich kenne deine Verzweiflung und dein Leid. Vertraue mir!

Deine Freunde haben nicht recht geredet. Sie haben versucht, den Grund zu finden, der das Leid verursacht hat. Aber es gibt keinen. 

Es gibt keine Schuld.

Niemand ist schuldig. Das hast du erkannt, Hiob, und recht geredet. 
Und du hast in allem Leid nicht aufgehört, mir zu vertrauen. Du hast mir alles geklagt und hast mir weiter vertraut.« 
Das berührt Hiob sehr. Er sagt zu Gott: »Es ist mir unmöglich, deine Wege zu verstehen. Doch ich weiß ich, dass ich dir vertrauen kann.« (Kerze neben Hiob wieder anzünden.)
Wie denkt ihr: Wie würdet ihr die Geschichte von Hiob zu Ende erzählen?
(Kinder erzählen)

Das Leben kann wieder gut werden

Hiob bekommt noch einmal Kinder. Er wird wieder reich mit vielen Tieren und Knechten und Mägden. 
Doch es ist nicht wieder alles wie früher: Es sind andere Kinder, andere Knechte, andere Tiere. 
(Die »weiteren« Figuren zu Hiob stellen.)
Und Hiob versteht: »Auch wenn etwas Schlimmes passiert, kann das Leben wieder gut werden«. Sein Vertrauen zu Gott hat Hiob geholfen, durch diese schwere Zeit zu kommen. Gott war immer bei ihm. 
Und ich frage mich: Was denkt ihr über die Geschichte?
(Kinder äußern ihre Gedanken)

Abschlussgebet 

Siehe hierzu »II. Bausteine zur Liturgie«.

Der besondere Tipp …

Mein Gebets-Baukasten
In Für-Dich! 11-2024


Hannes kennt das: Es geht ihm so schlecht, dass er nur noch weinen kann. Seine Oma regt an, dass er seinen ganz eigenen Klagepsalm zu einem Legebild macht. Außerdem enthält das Für-Dich!-Heft einen Gebets-Baukasten, der entscheidende Entwicklungen vieler Psalmen aufgreift: Klage – Bitte – Dank. 

€ 2,20 (ab 10 Ex. je € 2,00, ab 40 Ex. je € 1,80); 

Best.-Nr. 101-11-24

www.junge-gemeinde.de

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 4/2025
Wortwolken; zur Reihe Große im Kigo – Seite 1
Textkarten der Boten und Freunde ; zur Reihe Große im Kigo – Seite 1

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 1/2025 Bild 1-7: Lachen;
zur Reihe Zwischen Angst und Vertrauen

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 1/2025
Karten zum Gestalten
; zur Reihe Zwischen Angst und Vertrauen

Lukas 8,22–25

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Für einen Bibliolog dann im KiGo braucht ihr nicht viel: 

Nach einer kurzen Hinführung liest ein*e Mitarbeiter*in immer ein Stück aus der Bibel vor und lädt dann die Kinder ein, in die Geschichte einzutauchen.
Wichtig sind dabei folgende Regeln:

Am Ende des Bibliologs werden die Kinder aus der Geschichte herausgeführt. Die einzelnen Gedanken bleiben nebeneinander stehen, ohne dass sie zu einer »einzigen, richtigen Botschaft« zusammengefasst werden: Gottes Wort ist weit. Es geht im Bibliolog darum, dass jede und jeder eigene Gedanken und ein eigenes Bild findet.

Zum Text / Zum Thema

Genau diese Frage beschäftigt Menschen, die Jesus folgen, ein ganzes Leben lang. Und es ist wunderbar, wie sich unsere ganz persönliche Antwort darauf im Laufe des Lebens (immer wieder) ändert. 

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Gebet

Gefühle-Gebet und 
Psalm 18 
(beide s. »Zur ganzen Reihe«)

Lieder

Manchmal ist meine Angst riesengroß 
(MKL 2 73);
Das wünsch ich sehr (KuS 410, KKL 333, MKL 1 5; Durch Hohes und Tiefes 315, EGplus 104)

Segen

Alle stehen im Kreis und legen sich die Hände gegenseitig auf den Rücken. In der Mitte des Kreises steht eine Kerze.
Wir sind nicht allein – 
alle in einem Boot wie die Jünger von Jesus.
Wir sind Freundinnen und Freunde.
Jesus ist in unserer Mitte – 
im Kindergottesdienst und an jedem Tag.
Wir sind Freundinnen und Freunde.
Wir geben uns gegenseitig Halt.
Und Jesus gibt uns Halt.
Wir werden getragen.
Wir sind Freundinnen und Freunde.
Nicht vergessen! 
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Vor der Geschichte

… gestalten alle ihre >Erste-Hilfe-Box<
(s. »Zur ganzen Reihe«).

Danach folgt die Geschichte.

Nach der Geschichte

Für die Jüngeren: Die Jüngeren bekommen alle eine kleine (Holzkegel-)Figur und gehen damit langsam die in der Mitte mit den Smileys gelegte Geschichte noch einmal nach (s. hierzu unten). Dabei ist die Figur Jesu eine brennende Kerze (die von jemand aus dem Team geführt wird).

Nachdem so alle die Geschichte mit ihrer Figur noch einmal nachgegangen sind, werden sie gefragt: »Welcher Teil der Geschichte hat dir am besten gefallen? Stell da deine Figur hin. Wenn du magst, erzähle, was an diesem Teil besonders toll ist.« (Die Kinder teilen so ihre Höhepunkte der Geschichte.)

Sowohl die Smileys als auch die segnenden Hände könnt ihr kostenfrei herunterladen
Anschließend bekommen sie den Smiley, der für sie der Höhepunkt der Geschichte ist. Auf dessen Rückseite sind Hände zu sehen, die segnen. 
Die Kinder tauschen sich darüber aus, wessen Hände das wohl sind und was sie bedeuten. 
Ein*e Mitarbeiter*in schließt ab: 
»Jesus möchte dir Kraft geben, wenn du Angst hast – wie ein guter Freund, auf den du dich felsenfest verlassen kannst. Daran soll dich die Geschichte und das Bild erinnern.« 
Für die Älteren: »Wir hören zusammen einige Zeit ruhige Musik. Geht in Gedanken noch einmal die Geschichte durch. Stell dir alles genau vor.« (Musik hören; nach einiger Zeit Musik unterbrechen und sagen:) »Überlege, was für dich an der Geschichte am Schönsten war.«
(Die Kinder bekommen Zeit, ihren eigenen Lieblingsmoment zu finden.)
Wer möchte, kann anschließend den anderen davon erzählen. 
Abschließend bekommen sie eine kleine Karte (Postkarte, DIN A6). Auf die eine Seite schreiben sie ihren Lieblingsmoment, auf der anderen Seite steht: 
Jesus sagt: »Hab Vertrauen!«
Auch diesen Karten-Aufdruck gibt es im A6-Format kostenfrei herunterzuladen.

Erste-Hilfe-Box:

Smiley und »Karte Vertrauen« kommen als Erstes in die Box.

Der besondere Tipp …

Holzkegel
In drei verschiedenen Größen

Für nahezu alle biblische Geschichten.
Jede Packung enthält jeweils 10 Holzkegel der ausgewählten Größe. 

Groß, 10 cm hoch; € 12,90; Best.-Nr. 1208
mittel, 7 cm hoch; € 9,90; Best.-Nr. 472
klein, 5 cm hoch; € 5,90; Best.-Nr. 471

Der besondere Tipp …

Der Sturm auf dem See 
Bildkarten-Set zum Kamishibai-Erzähltheater

12 DIN-A3 Bilder auf festem Karton plus vollständiger Textvorlage zu jedem Bild.

€ 18,00; 

Best.-Nr. 3412


Jesus freut sich über mich
Bastelbogen

Es entsteht ein 14-seitiges Büchlein im DIN-A6-Format mit sechs biblischen Ge-
schichten. Sie erzählen, wie unterschiedlich Jesus sich Menschen zuwendet: freundlich, beschützend, ermutigend, einladend … 

– Geschichten vom Angenommensein.

Die Illustration, die jede Geschichte visuell begleitet kann von den Kindern teilweise selbst ausge malt werden.

€ 1,70 (ab 10 Ex. je € 1,60); 
Best.-Nr. 1744

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Ein*e Mitarbeiter*in legt sieben Smileys, die Gefühle symbolisieren, in die Mitte
Ich habe euch heute Gesichter mitgebracht. Was könnt ihr darauf erkennen?
(Kinder antworten)
Wann habt ihr euch schon mal so gefühlt? Wann habt ihr so etwas schon einmal erlebt?
(Kinder antworten)
Ich erzähle euch jetzt eine Geschichte. Darin kommen alle diese Gefühle vor. Ihr könnt mir helfen, das Richtige zu finden:

Es ist ein schöner und sonniger Tag. Simon sitzt am Ufer des großen Sees und schaut auf das Wasser. »Na, Bruder, was tust du?«, fragt Andreas und setzt sich neben ihn. »Nichts«, antwortet Simon lachend. Er zieht sich die Sandalen von den Füßen und taucht sie in das kühle Wasser. »Endlich tue ich mal nichts!« 
Simon streckt sich am Ufer aus. Andreas lächelt und atmet tief ein. »Du hast recht«, sagt er. »Endlich ist mal alles ruhig. Endlich haben wir mal eine Pause.« Die beiden schauen sich an, nicken und strecken ihre Gesichter wieder der Sonne entgegen.

Na, was meint ihr: Welches Gefühlsbild passt gut hier hin? (Bild 1: Die Kinder suchen das passende Bild aus und legen es in die Mitte.)

Und so geht die Geschichte weiter: 
Jesus kommt zu ihnen und sagt: »Kommt, lasst uns ans andere Ufer des Sees fahren.« Simon und Andreas schauen sich an. »Warum nicht? Das wäre schön. Auf dem See ist es kühl. Ein leichter Wind weht. Das wird Spaß machen.« Sie steigen mit Jesus in ein Boot. Auch die anderen Freunde kommen mit. Alle sind froh über den schönen Tag. 
(Noch einmal auf das Bild in der Mitte zeigen.)
Simon und Andreas rudern, die anderen Freunde schauen über das Wasser. Jesus lehnt sich zurück, lässt die Hand durch das Wasser gleiten … und schon fallen ihm die Augen zu. Er schläft.

Welches Bild passt jetzt? (Bild 2 neben das Bild 1 legen lassen.)

Die Freunde freuen sich und fahren weiter. Es ist ein großer See. Sie sind gerade mal in der Mitte des Sees.
Da stößt Simon den Andreas an und zeigt nach oben. Am Himmel haben sich plötzlich Wolken gebildet. »Das Wetter wird schlechter«, flüstert Simon. Er will Jesus nicht wecken. »Das ist nicht so schlimm«, flüstert Andreas zurück. »Lass uns trotzdem lieber wieder so schnell wie möglich ans Ufer rudern«, antwortet Simon. Andreas nickt. Jetzt merken auch die anderen Freunde, dass der Wind stärker wird. Sie schauen Simon an. Der meint beruhigend: »Wird schon!« Doch er rudert schneller. Er weiß: Mitten auf dem See in schlechtes Wetter zu kommen, ist gefährlich. Er macht sich Sorgen. 

(Bild 3 dazulegen lassen.) 

Jesus schläft immer noch.
Der Wind wird stärker. Der Himmel ist nun voller Wolken. Auf dem See bilden sich Wellen. Die Wellen werden immer größer. So sehr Simon und Andreas jetzt auch rudern – sie kommen nicht mehr vom Fleck. Wie ein Blatt wird das Boot auf den Wellen hin- und hergeschaukelt. Jetzt haben die Freunde Angst. Es ist sehr gefährlich. 

(Bild 4 dazulegen lassen.)

Simon ist verzweifelt. Er ruft: »Jesus, wach auf! Wie kannst du denn schlafen? Gleich kippt das Boot um! Wir sind noch viel zu weit vom Ufer weg und werden alle ertrinken. Jesus!«

(Bild 5 dazulegen lassen.)

Jesus macht die Augen auf. 
Er sieht seine Freunde: Sie haben große Angst. 
Jesus sieht das Wasser und den Himmel und die Wellen: Ein schlimmer Sturm. 
Jesus hört die Freunde um Hilfe rufen: Aber Jesus hat gar keine Angst. Er bleibt ganz ruhig. 
Er steht sogar auf! Mitten in dem schwankenden Boot. Er muss sich nicht einmal festhalten. Ganz sicher steht er da. 
Jesus streckt die Hand aus und sagt fest und ganz klar: »Seid ruhig.« 
Und sofort ist alles still: Der Wind ist still. Das Wasser ist still. Und die Freunde sind still. Alles ist still. 

(Bild 6 dazulegen lassen.)

Jesus schaut freundlich auf den ruhigen See. 
Jesus schaut freundlich in den blauen Himmel. 
Jesus schaut freundlich auf seine Freunde. 
»Wovor habt ihr denn Angst?«, fragt er. Die Freunde schauen sich an. 
Sie flüstern einander zu: »Wie kann das denn sein? Der Wind und das Wasser haben ihm gehorcht – einfach so. Wie hat Jesus das gemacht?« 

(Bild 7 dazulegen lassen.)

»Keine Angst«, sagt Jesus. 
»Vertraut mir.« 
Und Simon und Andreas rudern weiter.

Erzählung für Ältere

Bibliolog


Zur Methode s. »Zugänge für den Vorbereitungskreis«

Material: Bibel in einer geeigneten Übersetzung.

Hinführung

Ich nehme euch heute mit in eine Geschichte von Jesus und seinen Freunden. Ich werde immer wieder kleine Teile aus der Geschichte vorlesen (Bibel hochhalten). Und dann
unterbreche ich und lade jede und jeden von euch ein, Teil der Geschichte zu werden. Vielleicht sage ich: »Du bist jetzt ein Freund von Jesus«. Oder ich nenne eine andere Person der Geschichte. Du kannst sogar Jesus sein. Ich unterbreche also die Geschichte irgendwann und sage: »Du bist jetzt einer der Freunde von Jesus. Was denkst du?« Oder: »Was sagst du?« Und dann antwortest du so, wie du meinst, dass dieser Freund von Jesus denkt oder antwortet. Einfach ganz direkt. Rede dann als Freund von Jesus und beginne mit »Ich finde …« oder Ich denke …«
Alles, was du sagen willst, ist genau richtig. Es gibt hier kein »falsch«. Und alle dürfen sagen, was sie möchten. Wir verbessern uns nicht und streiten auch nicht miteinander, denn alles, was gesagt wird, ist so genau richtig! 
Auch wenn du nichts sagen möchtest, ist das sehr gut. Dann hörst du einfach zu. Habt ihr alle verstanden, wie’s geht?
(Kindern Zeit lassen, zu reagieren.)
Dann kann’s losgehen. So erzähle ich also heute die Geschichte:
Jesus und seine Freunde sind schon eine Weile unterwegs durch das schöne Land Galiläa. Sie treffen viele Menschen, sie reden viel und hören viel zu. Sie erzählen von Gottes Liebe. Und sie hören von den Sorgen der Menschen.
Aber heute wollen sie einmal eine Pause machen. Sie wollen für sich sein. 
Sie kommen an den schönen und großen See Genezareth.

Bibliolog 

(Der*die Mitarbeitende liest bis Vers 22. Dann wird unterbrochen und in die Runde gefragt:)
Du bist einer der Jünger. Nach der vielen Arbeit der letzten Tage fahrt ihr auf den schönen See. Der Himmel ist blau, die Luft angenehm. Was sagst du zu dem Vorschlag von Jesus, eine Bootsfahrt zu machen?
Wer möchte, kann etwas dazu sagen.
(Antworten sammeln)

(Weiterlesen, Vers 23a: Jesus schläft.)
Du bist Jesus: Wie fühlst du dich? 
(Antworten sammeln; dann weiter)
Du bist ein Jünger und siehst Jesus schlafen. Was denkst du?
(Weiterlesen, Vers 23b: Sturm kommt auf.)
Du bist im Boot und in Gefahr. Ganz laut rufst du: » …!«
(Weiterlesen, Vers 24, einschließlich: Jesus bedroht den Wind und die Wellen; jedoch ohne die eintretende Windstille.)
Du bist eine große Welle auf dem See. Zusammen mit den anderen Wellen »spielst« du mit dem Boot. Und nun sagt ein kleiner Mensch zu dir: »Sei still!« Was willst du jetzt machen?
(Weiterlesen, Vers 24, Schluss: Windstille.)
Es ist ganz still. Man hört nur noch …
(Weiterlesen, Vers 25a: Jesus fragt nach dem Glauben der Jünger.)
Du bist ein Jünger. Jesus fragt dich im jetzt ruhigen Boot: »Wo ist dein Vertrauen?« 
(Ihr nehmt, was in eurer Übersetzung steht.)
Was würdest du antworten?
(Weiterlesen, Vers 25b: Jünger wundern sich und haben viele Fragen.)
Du bist ein Jünger. Du schaust auf Jesus, auf das Wasser, auf die anderen. Du hast so viele Fragen. Welche?

Herausführung

Ich danke dir, Jünger. Danke Jesus. Danke Wasser und Wellen. Danke, Stille.
Ich lese die Geschichte noch einmal ohne Unterbrechungen vor. Wie viel da passiert ist! Wahnsinn!
(Geschichte noch einmal lesen.)

Der besondere Tipp …

Gott ist bei mir
30 Psalmen für Kita und Kinderkirche

Um Kinder mit der Sprache und dem Trost der Psalmen vertraut zu machen. 
Die Karten sind in vier Bereiche unterteilt: Gott – Schöpfer der Welt

Gott – meine Zuversicht
Gott – verborgen und doch da
Gott – Begleiter durch Jahr und Zeit

€ 17,00; 
Best.-Nr. 9044

Mein Gebete-Mitmachbuch
Minibüchlein

Mit Kindern kreativ beten. Enthält Segensrituale, Gebete und Bastelideen.
24 Seiten

€ 1,80 (ab 25 Ex. je € 1,75; ab 50 Ex. 

je € 1,70); 
Best.-Nr. 2165

junge-gemeinde.de

Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 1/2025

Bild Schneeglöckchen; zur Reihe Zwischen Angst und Vertrauen (Foto: ©AdobeStockPhotos/Man888)

Der besessene Gerasener wird geheilt

Lukas 8,26–39

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Mit älteren Kindern sollten man auf jeden Fall singen: Du bist mein Zufluchtsort 
(KKL 323, LHE 248, Feiert Jesus 1,188, Du bist Herr 2,49, Wwdl 123);
In Gottes Namen wolln wir finden 
(KKH 8, LJ 398, Durch Hohes und Tiefes 72; dieses Lied ist textlich schwierig zu lernen, aber ein wunderbarer Schatz. Es gibt eine CD zum Liederbuch inkl. einer Karaokeversion. Auch im Internet findet ihr ein Hörbeispiel. Das Lied kann wunderbar zur festen Eingangsliturgie eures Kindergottesdienstes gehören – nicht nur an diesem Sonntag);
Die Kerze brennt (KKL 145, KKH 9; KG 28, Wwdl 21, EGplus 30);
In deinem Arm geht es mir gut 
(KG 109; Mein Liederbuch 2, 68)

Gebete

Psalm 27 (KG 194)
Abschlussgebet

Lieber Gott, lass mich nicht allein.
Wenn ich denke, dass mich niemand mag;
wenn ich mich selbst nicht mag.
Bleib bei mir.
Lieber Gott, hilf mir, zu anderen zu gehen.
Wenn sie denken, dass sie niemand mag;
wenn sie sich selbst nicht mögen.
Ich möchte niemanden allein lassen. Amen.

Segen

Irischer Segen (KG 193) oder
Gott liebt die Menschen – 
Gott liebt dich.
Jesus ist nah bei den Menschen – 
Jesus ist nah bei dir.
Gottes Kraft macht den Menschen Mut – 
Gottes Kraft macht dich mutig. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Erste-Hilfe-Box 

(s. »Zur ganzen Reihe«)

Für die Jüngeren: Sie gestalten ein Herz für ihre Box . Das kann mit einer ofenhärtenden Modelliermasse oder z. B. auch mit Knete geschehen (darauf achten, dass die Masse nicht zu hart ist, damit die Kinder sie bearbeiten können), mit ausgeschnittener und beklebter oder bemalter Pappe, mit bemalten Steinen …
Oder ihr lasst die Kinder selbst überlegen, wie sie ein Herz basteln wollen. 
Wichtig ist, dass die Kinder beim Hineinlegen des Herzens in ihre Box noch einmal hören: »Hab keine Angst. Du wirst sehr liebgehabt.«
Für die Älteren: Sie bekommen einen stilisierten Menschenumriss auf einem Blatt Papier. Sie schreiben ihren Namen über den abgebildeten Menschen (evtl. bemalen sie den Umriss). Die Bilder werden auf Stühlen oder Tischen ausgelegt. Jedes Kind bekommt einen Stift, geht von Bild zu Bild und schreibt in die einzelnen Menschenumrisse Eigenschaften des Kindes, dem der Umriss »gehört«. Zuvor wird vereinbart, nur wertschätzende, positive Eigenschaften hinzuschreiben (Mitarbeitende achten auf die Einhaltung und auch darauf, dass bei jedem Kind mehrere Eigenschaften stehen; bei Bedarf ergänzen sie). 
Jedes Kind kann sich darüber freuen.
Abschließend wird das Blatt gefaltet, in einen Umschlag gesteckt und in die Box gelegt. Auf dem Umschlag steht: »So hat Gott mich gemacht.«

Der besondere Tipp

Trauertasche
Mit hilfreichem Material für den Trauerfall in einer Kindergruppe

Die Trauertasche ist eine Sammlung, um »seelische Erste Hilfe« leisten zu können bei 
unerwarteten Todesfällen in Schule, Kindergarten und Gemeinde. Die Betroffenen brauchen Möglichkeiten, ihre Trauer, ihr Unverständnis, ihre Wut zum Ausdruck zu bringen. Rituale helfen, Ordnung in das Gefühlschaos 
zu bringen. 

Hierfür bietet die Trauertasche Unterstützendes und Hilfreiches an.
Der komplette Inhalt ist auf der Homepage detailliert aufgelistet.

Viele der Artikel können auch separat nachbestellt werden.

€ 155,00;

Best.-Nr. S1350

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Material: 1 Stofftier; 1 schwarzes Tuch; etliche Seile/dicke Schnüre (ca. 1 m); 1 Blatt; 1 Stift.
Die Kinder sitzen im Kreis. In ihrer Mitte ist das Stofftier (mit dem Gesicht nach unten) vom Tuch abgedeckt. 

Jesus

Jesus kommt mit seinen Freunden in die Gegend, in der die Gerasener leben. Freundliche Menschen, wie du und ich. Sie leben in ihren Familien, sie arbeiten oder gehen zur Schule, sie essen und spielen. 

Einsam 

Jesus sieht einen, der tut das alles nicht.
(Auf das schwarze Tuch in der Mitte zeigen)
Da ist einer, der kann nicht freundlich sein. Da ist einer, der lebt ganz allein: Er geht nicht zu seiner Familie und hat selbst vergessen, warum er nicht mehr zu ihnen geht. Er isst fast nichts und trinkt fast nichts. Er ist einfach immer nur allein. Er spielt nicht. Und niemand kann ihm nahekommen. 
Die Leute haben Angst vor ihm. Das macht ihn nur noch einsamer. Er ist ganz allein. 
Dieser Mensch hat große Angst, mit anderen zu reden. 
(Erstes Seil um das zugedeckte Stofftier legen.)
Er ist traurig, dass er so allein ist. 
(Zweites Seil legen)
Er ist auch neidisch, weil es allen anderen so gut geht. 
(Drittes Seil legen)
Was meinst du? Was fühlt dieser Mensch wohl noch?
(Ideen der Kinder sammeln und für jedes weitere Gefühl ein weiteres Seil legen. Mögliche Aussagen könnten sein: Er ist hungrig; er findet es unangenehm und doof, wenn die anderen ihn so anstarren; er wünscht sich Freunde; er hat Heimweh nach seiner Familie. Alle Gefühle für den Fortgang der Geschichte notieren.)

Gesehen werden

So geht es diesem armen Menschen. 
Jesus sieht ihn. Jesus sagt: »Komm zu mir!« Der Mann weint und ruft: »Lass mich! Lass mich einfach in Ruhe! Ich will nicht!« 
Jesus fragt: »Was hast du denn? Warum bist du so?« Da weint der Mann noch mehr und ruft noch lauter: »Ich habe so viel: Ich habe Angst; ich bin traurig; ich habe Hunger … 
(Alle zuvor von den Kindern genannten Gefühle benennen.)
Ich will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Lass mich!« 
Jesus weiß: Niemand will so leben. Niemand will immer allein sein. Jesus sagt: »Ich weiß, dass du Angst hast – ich helfe dir.« 
(Ein Seil wieder wegnehmen.)
Ich weiß, dass du traurig bist – ich helfe dir. 
(Nächstes Seil wegnehmen.)
Ich weiß, dass du neidisch bist – ich helfe dir. 
(Nächstes Seil wegnehmen.)
Was wird Jesus noch zu dem Mann sagen? 
(Die Kinder sagen gute Worte zu dem »Mann in der Mitte« und nehmen dabei jeweils ein weiteres Seil weg, bis nur noch das zugedeckte Stofftier daliegt.)

Keine Angst

»Komm zu mir«, sagt Jesus. »Hab keine Angst.« 
(Erzähler*in nimmt langsam das Tuch von dem Stofftier, dreht es um und nimmt es in den Arm. Er*Sie wiederholt: »Hab keine Angst.« Dann wird das Stofftier an das nebensitzende Kind weitergegeben. Das nimmt es in den Arm und sagt: »Hab keine Angst.« Dann gibt es das Stofftier weiter, bis es wieder bei der*dem Erzählenden ist.)

Bei dir

Der Mann schaut Jesus an. »Danke«, sagt er. »Darf ich bitte bei dir bleiben?« 
Jesus schaut ihn freundlich an und sagt: »Geh zu deiner Familie. Sie hat dich lieb. Du wirst sehr liebgehabt!« (Das Stofftier wird noch einmal rundherum gegeben, jedes Kind wiederholt: »Du wirst sehr liebgehabt.«)

Frei

Da geht der Mann wieder nach Hause. Er hat keine Angst mehr. Er kann zu Hause leben und arbeiten und essen und spielen. Jesus hat ihn frei gemacht. Gott sei Dank!

Der besondere Tipp …

Josef Herbasch/Heidi Rose (Hg.)

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Material: kleine Kerze; Streichhölzer/Feuerzeug; Glasgefäß (das umgedreht über die Kerze passt); 16 schwarze/dunkle Tücher.

Licht erblicken

Wenn ein Mensch geboren wird, dann sagt man manchmal auch: »Ein Kind erblickt das Licht der Welt.« Vielleicht hast du das schon einmal gehört. Ich erzähle dir heute von Isa. Er »erblickte das Licht der Welt« etwas zur gleichen Zeit wie Jesus.
(Kerze anzünden)
Und Isa lebte ganz ähnlich wie Jesus: Zwar nicht in Galiläa, aber direkt gegenüber dem See, im Land der Gerasener. Isa spielte mit anderen Kindern, lernte mit seinen Freunden, wurde älter, suchte sich einen Beruf aus. Alles lief ganz gut. 

Dunkles Gefühl

Aber da war immer ein dunkles Gefühl um ihm. Woher das kam, wusste Isa nicht. Manchmal dachte er mitten am Tag: »Die anderen mögen mich nicht.«
(Ein dunkles Tuch zur Kerze legen.) 
Oder: »Wenn ich nicht da bin, reden sie schlecht über mich.«
(Weiteres Tuch hinlegen) 
Oder: »Ich habe keine echten Freunde.« 
(Weiteres Tuch hinlegen) 
Oder:« Mich versteht kein Mensch wirklich.« 
(Weiteres Tuch hinlegen) 
Die Gedanken kamen einfach so, ganz plötzlich. Ohne besonderen Grund, aus heiterem Himmel. 
Und sie wurden immer gemeiner und hässlicher: »Die anderen haben recht: Ich bin auch wirklich nichts wert.« 
(Weiteres Tuch hinlegen) 
»Ich kann nichts richtig gut.«
»Ich bin hässlich.«
»Ich bin dumm.« 
(Jeweils weiteres Tuch hinlegen) 
Und als es ganz schlimm wurde, da dachte Isa: »Ich wäre lieber nicht am Leben. Nichts ist schön. Nichts ist gut.« (Glas über Kerze stülpen und sie ausgehen lassen.)

Nichts hilft

Die anderen Leute versuchten, Isa zu helfen: Sie luden ihn zu sich nach Hause ein. Aber Isa wollte in kein Haus kommen. 
(Ein Tuch über das Glas legen.) 
Sie redeten freundlich mit Isa. Aber er wollte nichts hören. 
(Weiteres Tuch über das Glas legen.) 
Sie versuchten es immer wieder. Aber Isa glaubte an keine Freundlichkeit mehr.
(Weiteres Tuch hinlegen) 
Er glaubte nicht an Freundschaft.
(Weiteres Tuch hinlegen) 
Er glaubte nicht an Liebe.
Er glaubte nicht, was seine Familie sagte.
Er glaubte nicht an sich selbst.
Er glaubte nicht an Gott.
(Jeweils ein weiteres Tuch hinlegen) 
Und dann kommt Jesus.

Jesus sieht ihn

Jesus sieht Isa. Wie er auf dem Boden kauert. Er ist kaum noch zu erkennen. »Wie lange geht es ihm schon so?«, fragt Jesus. »Schon lange«, sagt eine Frau, die gerade vorbeikommt. »Niemand kommt mehr zu ihm durch. Da ist nichts zu machen.« – »Isa«, sagt Jesus sanft, »hör mir zu.« – »Was willst du?«, ruft Isa ärgerlich. »Ich kenne dich nicht. Was habe ich mit dir zu tun? Lass mich in Ruhe. Sprich nicht mit mir. Quäle mich nicht. Geh einfach weiter!«

Was ist mit ihm?

Jesus sieht die Frau an. »Was ist denn mit ihm?«, fragt er. »Viel«, antwortet sie. »Er ist wütend. Er ist einsam. Er ist …« 
(Die Kinder werden eingeladen, Isas Gefühle zu benennen: ängstlich, vertraut niemandem mehr; denkt schlecht von sich und anderen …)

Lass mich

»Lass mich in Ruhe und hau ab«, ruft Isa jetzt ganz laut. »Nein«, sagt Jesus, »ich lasse dich nicht allein. Du bist nicht allein.« 
(Ein Tuch von dem Glas nehmen und wiederholen: »Du bist nicht allein.«)
Isa reagiert nicht. Doch Jesus bleibt bei ihm. »Du bist nicht allein«, sagt Jesus zu Isa. 
(Weiteres Tuch wegnehmen. Kinder werden eingeladen, zu helfen: »Alle, die möchten, nehmen ein Tuch weg und sagen: >Du bist nicht allein.<
Wiederholen, bis alle Tücher vom Glas entfernt ist.)

Ausgedacht

Jesus sieht Isa an. Jesus will nicht, dass Isa einsam ist und von allen getrennt.
(Das Glas von der Kerze nehmen.) 
Gott will, dass Isa lebt und atmet und frei ist. So hat Gott sich den Menschen ausgedacht – von Anfang an. 
(Kerze wieder anzünden)

Vergiss nicht

Die anderen Leute schauen Isa mit offenem Mund an. So haben sie ihn schon lange nicht mehr gesehen. Isa schaut Jesus an und lächelt – noch immer unsicher. Jesus lächelt zurück. 
»Ich möchte bei dir bleiben«, sagt Isa zu Jesus. »Ich möchte nicht mehr allein sein.« – »Du bist nicht allein«, sagt Jesus. »Geh wieder zu deiner Familie. Und vergiss nicht: Gott hat dich lebendig geschaffen und frei. Genau dich, genau so, wie du bist. Vergiss es nicht – und erzähle es allen weiter.« 
Und das tut Isa.

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