26.5.24 Der erschlichene Segen

1. Mose 27,1–40

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis / zum Text / zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Auch Einzelkinder kennen das Thema Eifersucht: Wen mag der Erzieher/die Trainerin am liebsten?

An dieser Stelle wäre es gut, wenn es für die Kinder im Anschluss an die Erzählung eine Möglichkeit zur Aussprache gibt.

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe »Zur ganzen Reihe« (Seite 181)

Kreative Umsetzung der Geschichte

Vor der Erzählung

Tastspiel – als Hinführung zur Erzählung und zum Einfinden in die Situation Isaaks

Die Kinder werden gebeten, ihre Augen zu schließen (oder sie bekommen eine Augenmaske/Tuch). Jemand aus dem Team geht nacheinander mit einem Stoff (insgesamt mehrere Stoffe: raues Frottee, glatter Seidenschal, weicher Nickistoff, kuscheliges Fleece …) oder Obststück (mehrere Obstarten: glatte Banane, raue Kiwi, glatte Nektarine, pelziger Pfirsich …) an den Kindern vorbei und lässt sie diesen Stoff/dieses Obst befühlen. Wenn alle Kinder die Möglichkeit hatten, beschreiben sie in Eigenschaftsworten, wie er/es sich angefühlt hat.

Während der Erzählung
Für die Jüngeren kann die Geschichte gut mit Erzähl- oder Kegelfiguren gestaltet werden.
Material: je 1 Kegelfigur Jakob, Isaak, Rebekka, Esau (dieser sollte als besonders behaart kenntlich sein); Sandsack; Zelt (lässt sich leicht herstellen: vier gleich lange Stöckchen oben zusammenbinden und unten gespreizt aufstellen und einen einfachen Stoff darum herum drapieren); einige grüne Stoffstücke; einige Schafe. 
Für die Älteren kann die Geschichte aus der Sicht Jakobs erzählt sehr lebendig werden. Prima wäre es, wenn sich die erzählende Person durch einfache Verkleidung als Jakob kenntlich macht. Um die Arme ist jeweils ein Fell (als Ersatz auch ein kleines Frotteehandtuch) gebunden. 

Nach der Erzählung

Gespräch

Zwei Stühle werden in die Mitte gestellt, die verschiedene Schilder haben:
Stuhl 1: »Das ist voll ungerecht!«
Stuhl 2: »Ich kann Jakob gut verstehen!«
Jedes Kind, das sich äußern möchte, setzt sich auf den entsprechenden Stuhl und sagt, was es über das Agieren Jakobs denkt. Es ist auch möglich, nacheinander auf beiden Stühle zu sitzen (»Einerseits finde ich … Aber andererseits …«)
So können die Kinder zum Ausdruck bringen, was sie über Jakobs Verhalten denken. 

»Radio, spiel einmal« – Spiel 

(ab 10 Kindern)
Hierbei verstellen die Kinder ihre Stimme. Werden sie von den anderen dennoch erkannt?
Material: Große Decke, unter die die Kinder sich verkriechen. 
Und so geht’s: Die Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind geht vor die Tür. Die Spielleitung benennt ein Kind, das sich unter der Decke verstecken darf. Das Kind kriecht unter die Decke, die anderen tauschen ihre Sitzplätze. Dann wird das Kind vor der Tür hereingeholt. Mit dem Satz: »Radio, spiel einmal«, singt das Kind unter der Decke mit veränderter Stimme ein Lied. Das andere Kind versucht zu erraten, um wen es sich handelt. 

Segensritual 

Siehe »Zur ganzen Reihe«

Der besondere Tipp

Set Holzschafe
… davon können in dieser Reihe jede Menge eingesetzt werden

5 Schafe aus Holz in der Größe von 5 x 3 cm (hergestellt in Deutschland). 

€ 4,50; Best.-Nr. 1559

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Isaak
Sandsack wird geöffnet, Sand verstreichen. 
Das ist die … 
(Kinder raten lassen … Wüste). 
Aber in der Wüste gibt es auch immer wieder grüne Stellen. Das ist …
(grüne Stoffstücke hinlegen … Gras)
Hier weiden Schafe. (Schafe hinstellen)
Sie gehören Isaak. (Figur hinstellen)
Er ist schon ein sehr alter Mann. Isaak kommt nur noch selten aus seinem Zelt heraus. (Zelt um Isaak herum aufbauen.)
Isaak kann nichts mehr sehen. Er ist blind geworden. 

Jakob und Esau
Zum Glück hat er zwei Söhne. Sie sind Zwillinge. Und doch sind sie ganz verschieden. Jakob ist viel zu Hause. Er passt gerne auf die Schafe auf. (Figur zu den Schafen stellen.). Und er hilft oft der Mutter. (Figur aufstellen) Sie heißt Rebekka. Jakob ist Rebekkas Lieblingssohn.
Der Zwillingsbruder Esau ist ganz anders als Jakob. (Figur aufstellen) Er ist viel unterwegs und liebt es, durch die Gegend zu streifen. Mit Pfeil und Bogen macht er sich auf die Jagd. Oft bringt er ein erlegtes Zicklein nach Hause. Darüber freut sich Vater Isaak sehr. Gerne isst er von dem Wildfleisch, das Esau ihm dann zubereitet. Esau ist Isaaks Lieblingssohn. 

Erstgeburtsrecht
Jakob und Esau sind also sehr verschiedene Zwillinge. Esau ist der Erstgeborene. Er ist zwei Minuten vor Jakob zur Welt gekommen. Aber das sind zwei wichtige Minuten. Denn als der zuerst Geborene soll Esau einmal alles bekommen, was dem Vater Isaak gehört: das Zelt und die großen Schaf- und Ziegenherden.
Und Isaak denkt jetzt oft daran, dass er bald sterben wird. Deshalb ruft er Esau zu sich. (Esau zu Jakob ins Zelt stellen.) 
Isaak sagt: »Esau, geh und jage ein Zicklein. Bereite es dann so zu, wie ich es gerne mag. Nach dem Essen will ich dich segnen. Mit meinem Segen gebe ich dir mein Erbe. Alles, was mir gehört, soll dann dir gehören.« Da macht sich Esau auf den Weg. (Esau aus Zelt nehmen, an Sandsackrand stellen.)

Rebekka 
Das hat auch Rebekka mitbekommen. Anders als Isaak möchte sie, dass Jakob den Segen bekommt. Und er dann alles erbt, was Isaak gehört. Deshalb ruft sie Jakob und sagt: »Geh und bring mir von unseren Herden zwei Zicklein, dass ich sie für deinen Vater zubereite. Dann bringst du ihm das Essen und er soll dich segnen.«
Jakob hat Angst. Er sagt: »Auch wenn der Vater nichts mehr sieht, wird er an meiner glatten Haut schnell merken, dass ich nicht Esau bin.«
Doch auch da weiß Rebekka eine Lösung. »Ich binde dir Ziegenfelle um die Arme. Dann fühlen sie sich haarig an. Außerdem ziehst du Esaus Festkleid an, dann riechst du auch wie Esau.«
So machen es die beiden. 

Jakob erschleicht sich den Segen
Als Jakob mit dem Wildfleisch in Isaaks Zelt geht, ist er ganz schön aufgeregt. (Jakob in Zelt stellen) »Vater«, sagt er und versucht, wie Esau zu sprechen, »nimm von dem Essen und segne mich anschließend.« Doch Isaak zögert. »Bist du wirklich Esau, mein Sohn? Deine Stimme klingt wie die von Jakob. Komm her, dass ich dich fühlen kann.« Jakob geht mit klopfendem Herzen zum Vater und streckt ihm seine Arme hin. Isaak tastet sie ab und sagt: »Es ist zwar Jakobs Stimme, aber die Arme sind die von Esau. Dann werde ich jetzt essen.«
Als Isaak satt ist, kniet Jakob vor seinem Vater nieder. Isaak legt Jakob seine Hände auf den Kopf und spricht den Segen: »Gott soll dir reichlich von allem geben, was du zum Leben brauchst und Getreide und Wein im Überfluss schenken. Alles, was mir gehört, soll einmal dir gehören. Viele Menschen sollen dir dienen und du sollst über deinen Bruder herrschen.«
Nach dem Segen, steht Jakob auf und geht hinaus. (Jakob aus Zelt nehmen)

Isaak und Esau bemerken Jakobs Betrug
Da kommt Esau von der Jagd zurück. Er bereitet seinem Vater das Essen zu und bringt es Isaak ins Zelt. (Esau in Zelt stellen) Schon bei der Begrüßung wird Isaak bewusst: »Esau, jetzt erst bist du zu mir gekommen? Dein Bruder war schon hier! Er hatte sich verkleidet. Ich dachte, das wärst du! Ich habe ihm bereits meinen Segen gegeben.« 
Esau fängt an, zu zittern und laut zu weinen: »Aber der Segen war doch für mich! Mir sollte doch einmal alles gehören, was dir gehört.«

Erzählung für Ältere


(Ein aufgewühlter, atemloser Jakob betritt den Raum.)

Jakob
Oh, hallo! Entschuldigung, dass ich hier so reinplatze. Ich muss zuerst ein wenig verschnaufen. Ich bin noch ganz durcheinander.
Aber der Reihe nach: Ich heiße Jakob. (Macht die Felle von den Armen ab) Das mit diesen rauen, behaarten Armen bin eigentlich gar nicht ich, sondern mein Zwillingsbruder Esau. Meine Arme sind in Wirklichkeit glatt und haben nur ganz wenige Haare. Esau ist nur zwei Minuten älter als ich. »Zwei Minuten machen doch keinen Unterschied!«, denkt ihr vielleicht. Aber sie machen einen großen Unterschied! Weil Esau der Ältere ist, steht ihm das ganze Erbe unseres Vaters Isaak zu: Die Zelte, die großen Schaf- und Ziegenherden – alles wird Esau gehören. Und ich als der Jüngere gehe leer aus. Dabei hänge ich so sehr an allem! Schon immer bin ich gerne zu Hause bei unserer Mutter Rebekka. Ich habe von ihr gelernt, wie man die Zelte pflegt. Ich hüte die Schafe und Ziegen und kümmere mich um sie.

Esau
Aber Esau ist kaum da. Am liebsten ist er draußen unterwegs mit Pfeil und Bogen. Er streift durch die Gegend und legt sich auf die Lauer, um ein Tier zu schießen. Wenn er ein Zicklein nach Hause bringt, freut sich der Vater. Dieses Essen mag er ganz besonders. Esau ist Vaters Liebling, und ich bin Mutters Liebling. 

Isaak
Unser Vater Isaak ist alt und blind geworden. Mutter hat gestern gehört, wie er zu Esau gesagt hat: »Mein Großer, bring mir ein Wildtier und bereite mir ein leckeres Essen zu. Ich will dich segnen und dir dabei auch dein Erbe zusprechen. Denn ich werde bald sterben.«

Rebekka
Das hat Mutter nicht gefallen. Sie wollte, dass ich den Segen bekomme. Da hatte sie eine Idee: »Geh zu den Herden und bring mir zwei Ziegenböckchen. Daraus will ich für deinen Vater das Essen zubereiten, wie er es liebt. Das sollst du deinem Vater bringen. Und anschließend soll er dich segnen anstatt Esau.«
Mir blieb die Spucke weg. Das ist doch Betrug! Und außerdem: Vater ist zwar blind, aber er würde an meinen glatten Armen merken, dass ich nicht Esau bin. Auch rieche ich ganz anders als Esau. Doch auch dafür wusste Mutter eine Lösung: Sie suchte mir Esaus Festkleid heraus und band mir Ziegenfelle um die Arme. Und in der Tat: Jetzt fühlte ich mich an wie Esau.

Jakob erschleicht sich den Segen
Mit Herzklopfen brachte ich dann am Nachmittag das Festessen zu Vater ins Zelt. »Vater«, sagte ich und versuchte, wie Esau zu klingen. »Wer bist du?«, fragte Vater zurück. »Ich bin Esau«, log ich. »Hier ist das Wild, das ich für dich erlegt und zubereitet habe.« – »Bist du wirklich mein Sohn Esau?«, fragte Vater zweifelnd nach. »Komm näher, damit ich dich betasten kann.« Nervös ging ich zu Vaters Bett und setzte mich daneben, sodass er meine Arme betasten konnte. »Hm, die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Arme sind Esaus Arme«, stellte er fest.
Dann begann er endlich zu essen. Als er satt war, sagte er: »Komm zu mir, mein Sohn.« Ich kniete mich vor ihm hin, er legte mir die Hände auf den Kopf und segnete mich: »Gott soll dir Getreide und Wein im Überfluss schenken. Völker sollen dir dienen. Du sollst über deinen Bruder herrschen.«
Jetzt war es geschafft. Der Vater hatte mir den Segen weitergegeben. Schnell eilte ich hinaus. Von weitem sah ich Esau von der Jagd zurückkommen. Ich zog sein Festkleid aus, schlüpfte wieder in meine eigenen Kleider und versteckte mich hinter dem Zelt. Zitternd saß ich dort, bis Esau das Essen zubereitet hatte.

Esau bemerkt Jakobs Betrug
Als Esau schließlich in Vaters Zelt ging, konnte ich kaum noch atmen. Gleich würde der ganze Schwindel auffliegen. Da hörte ich auch schon meinen Bruder flehen: »Segne auch mich, Vater!« Und dann, wütend: »Er hat mich überlistet! Hast du denn nur einen einzigen Segen?« Dann hörte ich Esau nur noch heulen. Mit Schrecken musste ich erkennen, was ich angerichtet hatte. Da rannte ich weg …

1. Mose 27,41–45; 28,10–22

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Wie gut, wenn Gottes Zusage von Schutz und Begleitung zwischen uns und unsere Angst fällt, damit wir trotz allem mutig und zuversichtlich unseren Weg gehen können.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder kennen das Gefühl, dass Alleinsein im Dunkeln Angst macht. Sie werden gut mit Jakob mitfühlen können. Für Jakob ist der Traum ein einschneidendes und stärkendes Erlebnis. Aus ihm gewinnt er Kraft und Gewissheit für seinen weiteren Weg. Auch den Kindern wünschen wir, dass solch ein Gottvertrauen in ihnen wachsen kann, damit auch sie sagen können: »Und wenn ich am entlegensten Ort dieser Welt unterwegs wäre, auch dort würde Gott mit mir sein.«

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe »Zur ganzen Reihe«

Kreative Umsetzung der Geschichte

Vor der Erzählung

Hinführendes Gespräch 

Auf einem dunkelblauen oder schwarzen Tonkarton ist eine Leiter aufgezeichnet. Sie verbindet die Erde (angedeutet durch ein paar Grasbüschel und Steine) mit dem Himmel (Wolken). Das Bild wird den Kindern als stummer Impuls gezeigt (s. rechts.).

Weiterführende Fragen: 

  • Wozu ist die Leiter da? 
  • Wo führt sie hin? 
  • Für wen könnte sie sein? 
  • Würdest du sie gerne benutzen? Was reizt dich daran? Bzw. warum nicht?

Während der Erzählung

Für die Jüngeren kann die Geschichte mit Hilfe der Reibetechnik anschaulich erzählt werden. 
Auf einem schwarzen/blauen Tonkarton wird mit weißer Wachsfarbe eine Leiter aufgemalt Auf der Rückseite des Kartons werden im Bereich der Leiter aus dickem Karton ausgeschnittene Engel und (links) eine Sprechblase aufgeklebt. Während des Erzählens wird auf der Vorderseite mit weißem Wachsstift über die Flächen, gerieben, auf denen auf der Rückseite etwas aufgeklebt wurde. Diese erhöhten Stellen (Engel/Sprechblase) werden sichtbar.
Für die Älteren wird die Geschichte wieder aus der Sicht Jakobs erzählt. Dieses Mal ist Jakob mit einem Stock und einem daran festgebundenen Bündel ausgestattet. 

Nach der Erzählung

Erinnerungssteine

Jakob stellt am Morgen nach diesem himmlischen Traum einen Erinnerungsstein auf. Er ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Auch die Kinder können Erinnerungssteine gestalten. 
Dazu im Vorfeld etwas größere Kiesel besorgen und reinigen. Mit Acrylstiften können die Kinder dann die Himmelsleiter, Engel oder das Versprechen Gottes malen/schreiben: »Ich bin bei dir und behüte dich überall, wohin du auch gehst.« (1. Mose 28,15)
Jakob hat den Stein mit Salböl eingerieben und damit geweiht. Auch die Kinder könnten ihre Steine mit einem gut duftenden Öl einreiben. Tipp: Vorher ausprobieren, damit die verwendete Farbe durch das Öl nicht verwischt wird!

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Das vorbereitete Plakat (s. »Hinführendes Gespräch«) liegt vor den Kindern.

Jakob flieht
Der Leiter werden wir in unserer Geschichte noch begegnen.
Doch zunächst schauen wir wieder zu Jakob. Er kann nicht mehr zu Hause bleiben bei seiner Mutter Rebekka, seinem Vater Isaak und seinem Bruder Esau. Denn sein Bruder Esau ist sehr zornig auf ihn. Es ist besser, wenn Jakob ihm für eine Weile ganz aus dem Weg geht. »Pack deine Sachen ein und geh nach Haran», sagt die Mutter zu Jakob. «Dort wohnt dein Onkel Laban. Bei ihm kannst du bleiben, bis sich Esaus Wut gelegt hat.«
(Kindern eine ausgeschnitte Jakobfigur zeigen.)


Jakob sucht ein Nachtlager
Jakob ist schon ein erwachsener Mann. Trotzdem ist es nicht leicht für ihn, von zu Hause wegzugehen. Traurig macht er sich auf den Weg. Er geht den ganzen Tag Richtung Haran. Als es dunkel wird, ist er müde und seine Füße tun so weh. Er sucht sich einen Platz, wo er sich hinlegen und schlafen kann. 

(Jakobfigur unterhalb der Leiter hinlegen.) s.unten.

Zum Schutz legt er sich einen Stein hinter den Kopf. (Mit weißem Wachsstift einen Stein hinter/über Jakobs Kopf malen.) Dann deckt er sich mit seinem Mantel zu und schläft auch schon bald ganz fest ein. 

Jakob hat einen Traum
Da hat Jakob einen Traum: Er sieht eine Leiter, die reicht von ihm bis an den Himmel. Und auf einmal sind da Engel auf der Leiter. (Mit weißem Wachsstift über die Stellen reiben, wo auf der Rückseite die Engel aufgeklebt sind; s. »Während der Erzählung, Für die Jüngeren«) Die kommen von oben und steigen auf der Leiter hinunter auf die Erde. Und dann wieder hinauf bis zum Himmel. Die Engel machen alles Dunkle hell. 
Und plötzlich hört Jakob Gottes Stimme. (Mit Wachsstift über die Stelle mit der Sprechblase reiben.) Die sagt zu ihm: »Ich bin der Herr, der Gott deines Großvaters Abraham und der Gott deines Vaters Isaak. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Kindern und deinen Nachkommen geben. Sie werden so zahlreich sein wie die Staubkörnchen auf der Erde.« 
Als Jakob die Namen seines Vaters Isaaks und seines Großvaters Abraham hört, wird sein schweres Herz leichter. Da spricht die Stimme weiter: »Siehe, ich bin bei dir und behüte dich überall, wohin du auch gehst. Ich bringe dich zurück in dieses Land. Ich werde immer bei dir sein.« 

Jakob ist getröstet
Als Jakob aufwacht, hat er schon ein ganz leichtes Herz. Jetzt hat er keine Angst mehr. Er weiß, dass Gott ihn beschützt und ihm den Weg zeigt. Und dass Gott ihn wieder nach Hause bringen wird.
Und damit Jakob auf dem Heimweg diese Stelle wiederfindet, stellt er den Stein aufrecht hin, neben dem er geschlafen hat. Er träufelt aus seinem Ölfläschchen ein paar Tropfen duftendes Öl auf den Stein. Damit reibt Jakob den Stein ein. Dann sagt er: »Das ist ein ganz besonderer Ort. Hier ist Gottes Haus und das Tor zum Himmel. Diese Stelle soll von jetzt an Bethel heißen!«
Mit ganz viel Mut im Gepäck geht Jakob seinen Weg nach Haran weiter. 
(Liegende Jakobfigur aufstellen und aus dem Bild »gehen« lassen.)

Der besondere Tipp

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Erzählung für Ältere

Jakob kommt herein. Er trägt einen Stock über der Schulter, an den ein Bündel geknüpft ist. 

Jakob muss fliehen
Kennt ihr mich noch, Kinder? Ja, genau. Jakob heiße ich. Inzwischen bin ich nicht mehr zu Hause. Gestern musste ich die Zelte meiner Eltern verlassen. »Hier bist du nicht mehr sicher«, hat meine Mutter Rebekka gesagt. »Esau ist so wütend auf dich, dass er dir wirklich Schlimmes antun könnte. Pack deine Sachen und fliehe nach Haran. Dort lebt dein Onkel Laban. Bei ihm kannst du bleiben, bis Esaus Zorn vergangen ist.«
Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie schwer das war! Ja, es ist geradezu widersinnig: Ich hatte zwar den Segen des Vaters und trotzdem muss ich fliehen! Ich sollte alles bekommen, was ich so gern haben wollte: die Zelte, die Herden und den Platz in der Heimat. Und dennoch kann ich dort nicht bleiben. Wie kann das sein? 
Aber ich hatte keine andere Wahl. So machte ich mich mit ein paar Sachen auf den Weg zu meinem Onkel, nach Haran. 
Vier bis fünf Tage werde ich wohl schon unterwegs sein. Gestern lief ich, bis ich nicht mehr konnte. Die Angst saß mir im Nacken. Die Angst vor Esau und seiner Wut. Und die Angst vor dem Alleinsein. Dazu die bange Frage: »Werde ich jemals wieder nach Hause zurückkehren?

Jakob hat einen Traum
Am Abend, als es dunkel wird, suchte ich mir einen Platz zum Schlafen. Einen etwas größeren Stein legte ich mir zum Schutz hinter den Kopf. Mein Tuch hier war das Kopfkissen und mein Mantel die Decke. Zuerst lag ich lange wach. So viele Sorgengedanken gingen mir durch den Kopf. Und auch das Heimweh plagte mich. Aber dann überkam mich doch die Müdigkeit und ich fiel in einen tiefen Schlaf.
Ich träumte einen ganz besonderen Traum: Auf einmal war es nämlich nicht mehr dunkel um mich. Ich sah eine Leiter. Die reichte vom Himmel bis herab auf die Erde. Und auf der Leiter sah ich viele Engel. Die stiegen die Stufen herunter und wieder hinauf. Und plötzlich stand der Herr selbst vor mir und sagte: »Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Sie werden so zahlreich sein wie der Staub auf der Erde.« 
Als ich den Namen meines Großvaters und meines Vaters höre, wurde mir ganz warm ums Herz. Und auch das Versprechen mit den vielen Nachkommen kannte ich. Das hatte bereits mein Großvater Abraham von Gott bekommen. 
Da sprach die Stimme weiter: »Siehe, ich bin bei dir und behüte dich überall, wohin du auch gehst. Ich bringe dich zurück in dieses Land. Ich werde dich nicht verlassen, bis ich vollbringe, was ich dir verheißen habe.«

Jakob ist getröstet
Und dann war alles wieder weg und ich schlief einen geborgenen Schlaf bis zum Morgen. Als ich aufwachte, war ich wie ein neuer Mensch. Die Angst war viel weiter weg als noch gestern Abend. Stattdessen waren mir jetzt diese Worte nahe: »Ich bin bei dir und behüte dich überall, wohin du auch gehst.« 
Das ist es, was mir seither jetzt Kraft gibt: Wenn Gott bei mir ist, dann kann nichts mehr schief gehen, auch wenn ich weit von zu Hause weg bin. Dann kann die Angst mich nicht überwältigen. Wenn Gott verspricht, dass er mich wieder zurückbringt, dann kann ich auch mutig diese schwere Reise antreten.
Und dann überkam mich ein Zittern. »Hier ist ein heiliger Ort«, stammelte ich. »Hier ist Gottes Haus und ein Tor zum Himmel, so wie ich es im Traum gesehen habe.« Also nahm ich den Stein, in dessen Schutz ich übernachtet hatte, und stellte ihn wie einen Gedenkstein auf. Dieser Stein ist ab nun ein heiliger Stein und er soll zur Erinnerung dort stehenbleiben. Deshalb nahm ich meine Ölflasche und rieb die Spitze des Steins mit Öl ein. Dabei gab ich dem Ort einen neuen Namen: »Bethel«. Das bedeutet »Haus Gottes«. 
Und auch ich gab Gott ein Versprechen: »Wenn Gott mich auf meiner Reise behütet und versorgt und ich wohlbehalten in die Heimat zurückkehren werde, dann soll er mein Gott sein. Und dann soll hier ein Gotteshaus entstehen, wo jetzt der Stein steht. Und den zehnten Teil von allem, was ich habe, möchte ich als Zeichen meiner Treue Gott geben.« So habe ich es gesagt und so soll es sein.
Und jetzt ziehe ich weiter nach Haran. Ich hoffe, ich finde dort meinen Onkel Laban und seine Familie. Wir kennen uns nicht, denn wir haben uns noch nie gesehen. Aber wenn Gott selbst mich leitet, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Dann muss ich mir darum auch keine Sorgen machen.
(Jakob geht ab.)

Der besondere Tipp

Jakob
Figurenset für die Erzählschiene

Jakob erfährt auf geheimnisvolle Weise Gottes Segen.

€ 11,00; 
Best.-Nr. 1765

junge-gemeinde.de

1. Mose 29,1–30

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Im Vorbereitungskreis (für sich oder in der Gruppe) Gedanken machen zu den Fragen:

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe »Zur ganzen Reihe«

Kreative Umsetzung der Geschichte

Vor der Erzählung

Bei einem Spiel können sich die Kinder körperlich auspowern (z. B. Die Reise nach Jerusalem bzw. Haran).
Brunnen spielen für die (damaligen) Nomadenvölker eine besondere Rolle, da sie die Lebensgrundlage Wasser sichern. Die heutige Geschichte kann sich deshalb rund um einen Brunnen abspielen. 
Dazu steht in der Mitte des Raumes eine Schüssel mit frischem Wasser, um sie herum sind einige Steine wie eine Brunnenmauer geschichtet. Die Kinder versammeln sich um den Brunnen, um sich zu erfrischen. Dazu bekommt jedes Kind mit einer Kelle Wasser in seine zur Kuhle geformten Hände geschöpft. Was für ein erfrischendes Erlebnis (selbst wenn dabei auch was daneben geht)! Währenddessen kann erklärt werden, welche Bedeutung Brunnen für die Nomaden haben. Anschließend die Geschichte für Ältere erzählen.

Diverse Spiele zur Auswahl

Wer ist so fleißig wie Jakob? (Quiz)
Verschiedene Fragen oder Aufgaben zur Geschichte stellen. Als Belohnung gibt es eine kleine Nascherei (Smartie, Nüsse …). 
Wer bin ich?
Ein Kind bekommt die Augen verbunden, ein zweites Kind wird ihm gegenübergestellt. Das Kind mit den verbundenen Augen soll durch Tasten herausfinden, wer ihm gegenübersteht.
Hochzeitstanz
Jeweils zwei Kinder stellen sich auf eine Zeitungsseite. Während die Musik läuft, müssen sich die Kinder auf ihrem Stück Zeitung zum Tanz bewegen. Jedes Mal, wenn die Musik stoppt, wird die Zeitung einmal in der Mitte gefaltet und es geht weiter. Welches Paar schafft es, am längsten auf der Zeitung zu tanzen, ohne den Boden zu berühren?

Basteln

Menschenkette: Durch Gottes Segen bekommt Jakob viele Söhne und Töchter. Dies kann anschaulich werden durch eine gebastelte Menschenkette. Dazu wird ein Papierstreifen mehrere im Zickzack gefaltet. Dann wird der Umriss eines Menschen auf das entstandene Rechteck gezeichnet. Wichtig: Beide Hände und Füße müssen dabei bis zur jeweiligen Papierkante reichen. An diesen Kanten muss dann das Papier verbunden bleiben.
Anschließend wird die Figur ausgeschnitten, zur Menschenkette aufgefaltet und angemalt und/oder beschriftet (z. B. »Gottes Segen lässt uns wachsen.«).

Weiteres

Fest: Durch Gottes Segen heiratet Jakob gleich zwei Frauen. Beide Male gibt es ein großes Fest. Wie wäre es, im Kindergottesdienst auch ein solches Fest zu feiern? Etwas zu essen, zu trinken und Kindertanzmusik darf dabei natürlich nicht fehlen! 

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

In die Mitte des geöffneten Sandsacks werden ein Brunnen, Schafe und eine Frauenfigur gestellt. Die Jakobfigur kommt zum Brunnen.
Jakob ist schon sehr lange unterwegs durch die Wüste. Da kommt er endlich an einen Brunnen. Er ist so durstig, dass er erstmal gierig trinkt. Erst dann bemerkt er, dass er nicht allein am Brunnen ist. Da ist noch eine junge Frau mit ihren Schafen. Die Frau ist hübsch. Sie gefällt Jakob. Er sagt zu ihr: »Guten Tag! Ich bin Jakob. Kennst du dich hier in der Gegend aus? Ich bin auf der Suche nach den Zelten meines Onkels Laban. Die müssen irgendwo hier in der Nähe sein.«
Die junge Frau lächelt. »Ja, da kann ich dir tatsächlich weiterhelfen. Ich bin nämlich Labans Tochter, Rahel. Ich hüte hier draußen die Schafe meines Vaters. Du siehst müde und hungrig aus. Lass uns gehen, dann kannst du mir auf dem Weg erzählen, was dich hierherführt.«
(Beide gehen weg; Jakob kommt wieder.)
Jakob ist sehr froh: Endlich ist er am Ziel seiner Reise angekommen! Bei der Familie seines Onkels fühlt er sich gleich wohl. Alle sind nett zu ihm. Und Jakob hilft gerne mit, wo er kann. Wenn er nun Labans Schafherden zum Brunnen führt, denkt er die ganze Zeit an die schöne Rahel. Er ist ganz verliebt in sie. Mit seinem Onkel Laban hat Jakob ausgemacht: Jakob kann Rahel heiraten, wenn er vorher sieben Jahre für Laban arbeitet.«
Weil Gott Jakob segnet, gelingt Jakob gut, was er in die Hand nimmt: Die Schafherden von Laban werden größer und größer. Und weil Jakob so viel arbeitet und dabei so viel an Rahel denkt, vergehen die sieben Jahre im Nu. 
Endlich ist der Tag der Hochzeit da.

(Zelt aufstellen und möglichst viele Figuren um Jakob herumstellen.)
Alle sind fröhlich und feiern ein Fest. Jakob ist der glücklichste Mann. Doch am nächsten Morgen wacht er auf und stellt fest: Die Frau neben ihm ist nicht Rahel! Das ist Lea, Rahels ältere Schwester. Laban hat ihn reingelegt. Da wird Jakob sauer. Doch dann erinnert sich Jakob, wie er damals seinen eigenen Vater und seinen Bruder ausgetrickst hat. Er merkt: »Ich bin ja gar nicht besser!« Jakob überlegt: »Ich liebe Rahel so sehr und will sie immer noch zur Frau. Ich muss nochmal mit Laban reden. Vielleicht gibt es ja eine Lösung.« Und tatsächlich – Laban bietet Jakob Folgendes an: »Wenn du noch ein paar Tage wartest, kannst du auch Rahel heiraten. Aber dann musst du noch einmal sieben Jahre für mich arbeiten.« Jakob ist überglücklich.
Und während er mit seinen beiden Frauen bei Laban lebt und arbeitet, wächst Labans Schafherde immer weiter. Jakob selbst bekommt viele Söhne und Töchter. Gottes Segen ist mit ihm.

Erzählung für Ältere

Rollenspiel in 4 Szenen; 
Personen: Jakob und Rahel. 
Zwischen den Szenen kann eine Liedstrophe gesungen werden (s. »Zur ganzen Reihe«).

Szene 1: Jakob kommt an den Brunnen in der Mitte des Raumes.
Jakob: Oh, na endlich! Ein Brunnen! Wasser! Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie durstig ich bin. So weit bin ich schon gelaufen. Und es ist so warm. Und die meiste Zeit auf meinem Weg gab es keinen Baum, der mir Schatten gegeben hätte.
(Jakob trinkt aus dem Brunnen.)
Jakob: Aaah, tut das gut! Hier ruhe ich mich jetzt ein wenig aus. Vielleicht treffe ich auch jemand, der mir sagen kann, wie ich zu meinem Onkel komme. Eigentlich müsste ich schon da sein, aber ich sehe nirgendwo Zelte.
(Jakob macht es sich am Brunnen gemütlich; Rahel kommt mit Hirtenstab.)
Rahel: Na, wer ist denn das? Ein fremder Mann. Den hab ich ja noch nie hier gesehen. Ich hoffe, er hat nichts Böses vor. Aber er sieht eigentlich ganz nett aus.
(Jakob bemerkt Rahel und springt auf.)
Jakob: Oh, entschuldige bitte, ich lieg hier so im Weg rum. Du willst sicher auch trinken. Aber sag mal, was machst du denn als Frau ganz allein hier draußen?
Rahel: Na, also erstens bin ich nicht allein, ich habe ja die Schafe bei mir, und zweitens weiß hier in der Gegend jeder, dass ich Labans Tochter Rahel bin. Und mit Laban legt man sich besser nicht an. Und wer bist du? Dich habe ich hier noch nie gesehen!
Jakob: Na, ich fass es nicht! Gott sei Dank, dass ich dich hier treffe! Ich bin Jakob und auf dem Weg zu Laban. Meine Mutter Rebekka schickt mich zu ihm. 
Rahel: Das ist ja eine Überraschung! Dann lass uns gleich gehen, du siehst sehr müde und hungrig aus!
(Beide gehen ab)

Szene 2: Schild »Ein paar Wochen später …« hochheben. 
(Jakob kommt freudig aufgeregt zum Brunnen.)
Jakob: He, ihr werdet es nicht glauben! Vor ein paar Wochen hab ich doch hier Rahel getroffen. Ich hab mich ja ziemlich schnell in sie verliebt und nach ein paar Tagen wusste ich: Diese Frau will ich heiraten. Die und sonst keine! Und heute habe ich mich meinen Onkel Laban gefragt: »Darf ich deine Tochter Rahel heiraten?«
Und was soll ich sagen? Laban ist einverstanden! Die einzige Bedingung, die er gestellt hat, ist: Ich muss sieben Jahre für ihn arbeiten. Aber das macht nichts. Ich bin mir sicher: Wenn ich Rahel jeden Tag sehe, dann vergehen die sieben Jahre wie im Flug. Ich danke Gott, dass er mich hierher gebracht hat!
(Jakob geht hüpfend davon.)

Szene 3: Schild »7 Jahre später …« hochheben.
(Jakob kommt niedergeschlagen zum Brunnen.)
Jakob: Mann, oh Mann! Da hat er mich ganz schön übers Ohr gehauen, mein Onkel Laban. All die Jahre hab ich für ihn geschuftet. Keine Arbeit ist mir zu viel gewesen, keine Mühe zu groß, weil ich wusste: Am Ende werde ich Rahel heiraten! 
Und was hat Laban mir nicht alles zu verdanken! Gottes Segen ist mit mir und seit ich da bin, sind Labans Herden immer größer geworden. 
Und gestern war es dann endlich soweit: Wir feierten Hochzeit. Als mein Onkel mir meine Braut brachte, war sie ganz in Tücher verhüllt. Laban sagte: »Das ist bei uns so Brauch.« Ich dachte mir nichts dabei. Doch als ihr heute Morgen den Schleier vom Gesicht nahm, musste ich zu meinem Erschrecken feststellen: «Das nicht Rahel! Das ist ihre ältere Schwester Lea.« Lea ist auch eine nette Frau, aber ich wollte meine geliebte Rahel. Stinksauer bin ich zu Laban gegangen. Aber der lachte nur und meinte: »Ich kann doch nicht die jüngere Tocher vor der älteren Tochter verheiraten!« Was soll ich jetzt nur tun? 
(Jakob geht mit hängendem Kopf weg.)

Szene 4: Schild »Einige Wochen später …« hochheben.
(Jakob und Rahel kommen Hand in Hand zum Brunnen.)
Rahel: Weißt du noch, Jakob? Hier haben wir uns das erste Mal getroffen.
Jakob: Ja, es kommt mir vor wie gestern. Ich hab mich damals gleich in dich verliebt – und jetzt bist du endlich meine Frau! Ich kann mein Glück noch gar nicht fassen.
Rahel: Ja, ich bin auch froh, dass du nach der Hochzeit mit Lea nochmal zu meinem Vater gegangen bist. Ich hatte schon Angst, dass du kein Wort mehr mit ihm redest. Aber jetzt ist ja doch noch alles gut geworden.
Jakob: Das ist doch klar, Rahel! Für dich würde ich 100 Mal sieben Jahre arbeiten! Die ersten sieben Jahre sind so schnell vergangen … Und jetzt bist du ja schon meine Frau – da werden die nächsten sieben Jahre noch viel schneller vergehen.
(Jakob und Rahel gehen ab.)

1. Mose 32,23–33,11

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Mit den Kindern kann gefragt werden: 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Siehe »Zur ganzen Reihe«
Außerdem:
Wie ein Fest nach langer Trauer 
(EG WUE 660, KuS 542);

Friedenslied 
Herr, gib uns deinen Frieden 

(EG 436, KuS 545, KKL 383);wenn ihr mögt, könnt ihr dazu recht einfach passende Gesten machen (z B. Hände bittend ausstrecken, Hände anderen entgegenstrecken, Hände reichen …).

Friedensgruß

Einander die Hand geben und zueinander sagen: »Friede sei mit dir.«

Kreative Umsetzung der Geschichte

Mattenringen 

Immer zwei Kinder stehen sich auf einer Matte gegenüber, fassen sich an den Händen und versuchen, sich gegenseitig von der Matte zu drängen. Wichtig: Davor unbedingt Regeln für den fairen Umgang miteinander klären und hinterher die Erfahrungen besprechen!

Namen

Namenspuzzle (für gleichbleibende Gruppen geeignet): Jedes Kind bekommt ein Puzzleteil mit seinem Namen. Im Raum wurde das passende zweite Puzzleteil versteckt. Darauf steht die Bedeutung des Namens. 
Namensbedeutung: Mit einem Vornamenbuch gemeinsam die Bedeutung der Vornamen der Kinder nachschlagen und besprechen.

Medaillen basteln

Ein runder Bierdeckel wird mit Goldpapier beklebt. Auf die eine Seite schreiben die Kinder ihren Namen, auf die andere Seite kleben sie ein vorbereitetes Segenskärtchen.

Versöhnungsfest 

Wenn vergangenen Sonntag kein »Hochzeitsfest« gefeiert wurde, kann jetzt ein Versöhnungsfest mit Gemeinschaftsmahl gefeiert werden (Brot brechen und teilen; jedes Kind schenkt einem anderen zu trinken ein.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Schattenspiel 
Material: Großes, weißes Leintuch; Lichtquelle; ausgeschnittene Figuren an Schaschlik-Stäbe geklebt: Jakob ohne und mit Stock; Rahel; Lea; einige Kinder; Bote; Zelte; Kamele; Schafe; »Schatten«; Esau; sein Heer.

Erzähler*in: Das ist Jakob (Jakob stellen). Erinnert ihr euch noch an ihn? Jakob ist ein Glückspilz. Er hat weit weg von zu Hause einen Ort gefunden, wo er gut leben kann (Zelt stellen). Er hat zwei Frauen, Lea und Rahel, die er sehr liebt (Lea und Rahel stellen). Inzwischen gehören zu ihrer Familie auch eine Menge Kinder (Kinder stellen). Jakob hat viele Jahre in der Fremde gewohnt. Doch jetzt möchte er endlich wieder zurück in seine Heimat. Er will sich bei seinem Bruder Esau entschuldigen. 
Als er mit seiner Familie an der Grenze ankommt, schickt er einen Boten zu Esau. Der soll Esau sagen: »Ich möchte mich mit dir versöhnen.« (Bote eilt aus dem Bild)
Kurze Zeit später kommt der Bote zurück (Bote). Er bringt schlechte Nachrichten: »Esau kommt dir mit 400 bewaffneten Männern entgegen.« Jakob hat Angst um seine Frauen und Kinder. Soll er umkehren? Aber er möchte nicht für immer mit dieser Schuld leben! Er muss sich mit Esau versöhnen. Jakob beschließt, erstmal die Zelte am Fluss aufzuschlagen. Außerdem schickt er Esau Geschenke. Er hofft, mit Kamelen und Schafen Esaus Zorn besänftigen zu können. 
Dann legen sich alle schlafen (alle »hinlegen«)
Doch mitten in der Nacht wacht Jakob auf. Er kann nicht mehr einschlafen (Jakob aufrichten und hin- und hergehen). Er ist aufgeregt. »Was wird Esau wohl sagen? Oder wird er uns sogar direkt angreifen?« In seiner Angst betet Jakob zu Gott.
Jakob: Gott, bisher hast du es immer gut mit mir gemeint. Aber bist du jetzt auch an meiner Seite?
Erzähler*in: Jakob schaut in den Himmel. Es ist ganz dunkel. Kein Mond, keine Sterne. Nebel steigt auf. Und ganz still ist es. Da sieht Jakob im Nebel einen Schatten. Ist es ein Mensch? Oder ein Tier? (»Schatten« vorüberziehen; Jakob nähert sich dem Schatten)
Jakob: Hallo? Wer ist da?
Erzähler*in: Keine Antwort. Aber der Schatten kommt näher, er wird größer und größer. (Schattenfigur langsam immer weiter von der Leinwand entfernen; Jakobs Figur bleibt klein. Im Folgenden stellen die beiden Figuren langsam und stilisiert den »Ringkampf« dar; dabei bleibt der Schatten groß. Am besten vorher üben.)
Da wird Jakob plötzlich von einer Hand gepackt. Starke Arme umschlingen ihn. Jakob erschrickt. Eine unbeschreibliche Angst kommt über ihn. Aber Jakob wehrt sich mit allen Kräften. Er reißt sich wieder von der Gestalt los. Dann beginnen die beiden, miteinander zu ringen …
Auf einmal spürt Jakob einen heftigen Schlag auf die Hüfte.
Schatten: Lass mich los, denn es wird schon langsam hell.
Jakob: Du bist kein Mensch – wer bist du? Ich lasse dich erst los, wenn du mich segnest!
Schatten: Ich gebe dir einen neuen Namen. Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel. Das bedeutet Gottesstreiter.
Erzähler*in: Und tatsächlich legt der Schatten Jakob die Hand zum Segen auf. Da lässt Jakob die Gestalt endlich los und sinkt erschöpft zu Boden. (Schatten verschwindet.)
Als Jakob wieder aufwacht, ist es hell. Der Nebel ist verschwunden. Jakob fragt sich: »Habe ich den Kampf wirklich erlebt oder alles nur geträumt?« 
Jakob: (steht auf) Au, meine Hüfte! Ich kann gar nicht mehr richtig laufen. Also war es doch kein Traum. Was hat die Gestalt gesagt? »Gottesstreiter«? Habe ich wirklich mit Gott gerungen? Aber mit den Schmerzen in der Hüfte war das wohl mein letzter Kampf. Und dennoch habe ich keine Angst mehr vor der Begegnung mit Esau. Ich spür es ganz tief in mir: Gott ist auf meiner Seite. Ich bin ein »Gottesstreiter«. 
Erzähler*in: Jakob sieht sich um und hebt einen dicken Ast auf, den er als Stock nehmen kann. So geht es besser mit dem Laufen. Langsam wachen auch die anderen in den Zelten auf.(Beide Frauen kommen zu Jakob.)
Rahel: Um Himmels Willen, was ist denn mit dir passiert? Warum gehst du an einem Stock?
Jakob: Das ist jetzt nicht wichtig. Aber ich weiß, was wir tun: Wir gehen weiter. Gott wird mit uns sein. Darauf vertraue ich. Und wenn Esau die ganze Familie und die Kinder sieht, dann hat er vielleicht Erbarmen mit uns. Kommt!
(Alle gehen ab und kommen auf der anderen Seite wieder ins Bild; ihnen gegenüber kommen Esau und sein Heer.)
Jakob: Esau, mein Bruder! (Jakob geht auf Esau zu und wirft sich vor ihm nieder.) Sieh: meine Familie, meine Frauen und Kinder. Dazu auch meine Tiere und all mein Hab und Gut. Ich will alles mit dir teilen. Kannst du mir verzeihen, dass ich dich damals um den Segen betrogen habe? 
Esau: Jakob, das ist so lange her. Ich habe inzwischen mein eigenes Leben aufgebaut – so wie es mir gefällt. Ich bin Jäger geblieben und habe selbst eine große Familie. Gott hat auch mich gesegnet. Was soll ich da noch nachtragend sein? Ich bin froh, dass du wieder da bist! (Er fällt Jakob um den Hals.)
Jakob: Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Aber bitte, ich will dir wenigstens einige meiner Tiere schenken!
Esau: Ich danke dir, Jakob. Früher haben wir uns immer nur gestritten. Aber Gott hat es doch mit uns allen gut gemeint. Er will, dass wir uns versöhnen!
(Alle gehen ab.)

Erzählung für Ältere

Rollenspiel
Personen: Erzähler*in, Jakob, Rahel, Esau; eine Matte; Pfeil und Bogen
Die Personen spielen, was erzählt wird.

Erzähler*in: Jakob hat nach all den Jahren bei seinem Schwiegervater Laban ziemlich Heimweh. Deshalb beschließt er eines Tages, mit seinen Frauen und Kindern in seine Heimat zurückzukehren. Er will seinen Bruder Esau um Verzeihung bitten für seinen Betrug. Doch als sie nahe an der Grenze sind, berichten Jakobs Boten: »Esau kommt mit 400 bewaffneten Männern auf uns zu.« Jakob bekommt richtig Angst vor der Begegnung mit Esau. In der Nähe eines Flusses schlagen sie ihre Zelte auf. 
Am nächsten Morgen richtet sich Rahel gerade von ihrer Schlafmatte auf, streckt und reckt sich, als Jakob mit einem Stock und hinkend hereinkommt.
Rahel: Um Himmels Willen, Jakob! Was ist denn mit dir passiert? Warum hinkst du? Und wo kommst du um diese Zeit her? Hast du heute Nacht nicht geschlafen?
Jakob: Rahel, du wirst es nicht glauben, aber ich hatte heute Nacht eine ganz seltsame Begegnung: Ich bin aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Also ging ich raus an den Fluss. Als ich dort saß und zu Gott betete, sah ich im Nebel plötzlich eine Gestalt auf mich zukommen. Ich bin ganz schön erschrocken! Wer könnte das wohl sein? Esau, ein Bote oder gar einer von Esaus Kämpfern? Da packte mich die Gestalt auch schon und schlang ihre Arme um mich. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht. Doch ganz automatisch fing ich an, mich zu wehren. Ich schlug um mich und konnte mich wieder befreien. So kämpften wir miteinander … bis es langsam dämmerte. Da spürte ich, wie die Gestalt sich losreißen wollte. Ich hielt sie fest und da gab sie mir einen heftigen Schlag auf die Hüfte.
Rahel: Oh nein! Tut es sehr weh? Lass mal sehen. Und was ist dann passiert?
Jakob: Mir wurde klar, dass das kein normaler Mensch ist. Irgendwie spürte ich Gottes Nähe plötzlich ganz deutlich. Also sagte ich: »Ich lasse dich erst los, wenn du mich gesegnet hast.« Dann sagte die Gestalt zum ersten Mal etwas. Seltsame Dinge: Dass ich zukünftig nicht mehr Jakob heiße, sondern einen neuen Namen bekomme, »Israel«. Das bedeutet »Gottesstreiter«. Und dann hat sie mir tatsächlich noch die Hände zum Segen aufgelegt. Und genauso plötzlich wie sie aufgetaucht war, ist sie auf einmal wieder verschwunden. 
Rahel: Das ist ja wirklich sehr geheimnisvoll.
Jakob: Ja, aber so komisch es klingt: Der Kampf hat mir Mut gemacht. Ich habe keine Angst mehr vor Esau, denn ich weiß: Gott ist an meiner Seite. Er lässt mich nicht im Stich. Vielleicht macht er Esaus Herz weich, wenn wir ihm bald begegnen. 
Rahel: Hoffen wir das Beste!
Erzähler*in: Also packte Jakobs Familie alles zusammen und zog weiter. Jakob ging ganz vorne und schickte seinem Bruder noch einige seiner Tiere als Geschenk entgegen. 
Am Mittag des nächsten Tages trafen sie endlich aufeinander.
Esau legte seinen Pfeil und Bogen nieder.
Jakob: Esau, mein Bruder! …
(Ab hier die die Geschichte mit dem grün eingefärbten Teil aus der »Erzählung für Jüngere« abschließen)

Der besondere Tipp

Mit den je acht Biegepuppen in den günstigen Schnuppersets eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für die Gottesdienstgestaltung und das Erzählen von Geschichten. Jede Biegepuppe ist zwischen 10 und 13 cm groß und auch einzeln zu bestellen (die Bestell-Nummern sind in Klammern angegeben). Die Bezeichnung einzelner Personen, ihre Haarfarbe und Details der Kleidung können variieren.

Biegepuppen-Schnupperset  1

Folgende Personen sind enthalten:
1. Reihe, von links nach rechts:
Jesus (500); Prophet (664); vornehme Frau (665); König (666);
2. Reihe, von links nach rechts:
Jünger (501); Maria (667); junge Frau (668); Hirtenkind (669).


€ 60,00 ;

 Best.-Nr. S676

Biegepuppen-Schnupperset 2

Folgende Personen sind enthalten:
1. Reihe, von links nach rechts:
Hirte 1 (505); Hirte 2 (506); Beduine klein (508); Beduine groß (509);
2. Reihe, von links nach rechts:
Mädchen (504); Hirte 3 (507); Engel (510); Soldat (511).

€ 60,00; 

Best.-Nr. S677

junge-gemeinde.de

Petra Lefin, aus: Jakob und Esau, 2017, Donh Bosco Medien GmbH, München

I. Vorüberlegungen

Und doch: Bei allem, was er tut und wo er unterwegs ist, geht er nicht allein, sondern unter Gottes Zusage: »Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst.« (28,15) 

II. Liturgische Elemente für die ganze Reihe 

Lieder

Gott, dein guter Segen (KuS 176, KKL 274);
Vom Anfang bis zum Ende/Immer und überall
(KuS 196, KKL 315);
Geh mit Gottes Segen (KKL 260, KG 214);
Der Herr segne dich und behüte dich 
(KG 217, EG WUE 563);

Psalmgebet (nach Psalm 139)

Von allen Seiten umgibst du mich 
(EG WUE 770)

Segensritual

Immer wieder geht es in der Jakobsgeschichte um Segen und Gesegnetsein. Deshalb wäre es schön, wenn in dieser Reihe der Segen am Ende des Kindergottesdienstes ein besonderes Augenmerk bekäme, indem es ein die Reihe verbindendes Segensritual gibt.
Die Kinder stehen im Kreis und legen nacheinander sanft die rechte Hand auf die linke Schulter des Kindes rechts von ihnen. Wenn alle so verbunden sind, strecken alle nacheinander ihre linke Hand geöffnet in die Mitte. 
Jetzt spricht jemand aus dem Team den Segen (z. B. KuS 730). 

III. Zur Gestaltung der Reihe

Erzählungen

Die Erzählvorschläge für die Jüngeren folgen verschiedenen kreativen Erzählmethoden.
Für die Älteren scheint es uns passend, die ganze Reihe aus der Sicht Jakobs zu erzählen. Dabei wäre es prima, wenn sich an jedem Sonntag die erzählende Person mit den gleichen Accessoires als Jakob kenntlich macht (am besten ein einfach geschnittenes Kleid). So spielt es dann auch keine (so große) Rolle, wenn die erzählende Person wechselt.

Der besondere Tipp

Jakob und Esau
Bildkarten-Set fürs Kamishibai-Erzähltheater

Wenn ihr wollt, könnt ihr die Jakob-Esau-
Geschichte auch mit dem Kami erzählen. Hier die Bilder dazu …

€ 18,00 ; Best.-Nr. 3594

Dieter Witt
Segen für alle Fälle
Gottesdienste, Stationenwege, Freizeiten, Rituale, kreative Elemente
Ein Buch – gefüllt mit Geschichten und Informationen zu Segen.
€ 9,90; Best.-Nr. 2093 

Taufsonntag

… Hilfreiches und Gutes

In vielen Gemeinden wird um den 6. Sonntag nach Trinitatis (Anfang Juli) der Taufsonntag 
in etwas besonderen Gottesdiensten gefeiert. Viele Taufeltern, Patinnen und Paten sind dabei, wenn das ihnen anvertraute Kind – mal größer, mal kleiner – den Segen Gottes auf ganz persönliche Weise zugesprochen bekommt.
Nachfolgend haben wir einige Materialien zusammengestellt, die bei der Vorbereitung unterstützen und ein schöner Gruß der Erinnerung sein können.

Wie wird ein Kind getauft?

Minibüchlein
Warum ist die Taufe ein besonderes Fest für Christen?
Und warum wird dem Kind dabei Wasser über den Kopf gegossen?
Und warum wird eine Taufkerze angezündet?

Dieses Heft gibt Kindern (und Eltern) leicht verständliche Antworten auf diese und viele andere Fragen rund um die Taufe.

26 Seiten; 12,5 x 12,5 cm, geheftet

€ 1,80 (ab 25 Ex. je € 1,75; ab 50 Ex. je € 1,70)

Best.-Nr. 2124

Tauf-Waschhandschuh

Taufgeschenk mit Stickerei 
Ein sowohl schönes wie auch praktisches Geschenk zur Taufe, das vom ersten Tag an zum Einsatz kommen kann.

Mit blauer Stickerei: »Gott hat dich beim 
Namen gerufen«.

Weiße Premiumbaumwolle (470 g/m²); 

16 x 21 cm

€ 3,80 (ab 10 Ex. je € 3,50); 

Best.-Nr. 1719

Was passiert bei der Taufe?

Bildkarten-Set für das Kamishibai-Erzähltheater
Die Bilder und die entsprechendenTexte 
erzählen und erklären die Tauf-Symbole und -Rituale in der katholischen und evangelischen Kirche.

11 Bildkarten (DIN-A3); 

mit vollständiger Textvorlage;

€ 18,00; 

Best.-Nr. 9036

Gebetswürfel Abendgebete

Buchenholz 
Der Holzwürfel ist eine hilfreiche Unterstützung beim abendlichen Beten mit dem Kind.
Er enthält sechs kurze Gebete mit teilweise bunten Illustrationen. 

5 x 5 x 5 cm; € 9,90 (ab 10 Ex. je € 9,30); 

Best.-Nr. 1694

Pausenboxen

Mit Fischaufdruck 
Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die kleinen Babys den Stramplern entwachsen sind und erste eigene Wege … in die Kita gehen. Für den stärkenden Pausensnack gibt es die farbenfrohen und praktischen Pausenboxen mit Klickverschluss (lebensmittelecht). 

In zwei unterschiedlichen Höhen:
gelb: 15 x 10 x 4 cm;  € 3,50 (ab 10 Ex. je € 3,30); Best.-Nr. 1521
blau: 15 x 10 x 6,5 cm; € 3,95 (ab 10 Ex. je € 3,70); Best.-Nr. 1520

Segen mit Hindernissen:

Die Geschichte Jakobs

1. Mose 27,1–33,11 i. A.

I. Grundgedanken

Zur Planung des Kindergottesdienstes

Schon die biblischen Erzähler der Jakobsgeschichte konzentrieren sich auf wesentliche Episoden aus dessen Leben. Will man diese in einen einzigen Gottesdienst packen, muss man die Erzählung noch mehr verdichten. Oder aber man beschränkt sich bei einer solchen Erzählreihe auf eine einzige Episode.

Doch diese Entscheidung nimmt der Geschichte das, was die biblischen Erzähler darstellen wollen. Sie erzählen von einem Leben mit Auf und Ab, mit Erfolg und Schuld, mit Träumen und Kämpfen. Kurzum von allem, was ein Leben zu bieten hat. Der Herausforderung, den ganzen Bogen eines Lebens vorzustellen, will ich mich deshalb stellen.

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte
Stationenweg

Die vier Etappen der Geschichte werden an wechselnden »Schauplätzen« erzählt und vertieft. Wir gehen mit den Kindern von Station zu Station den Lebensweg Jakobs. Fußspuren zwischen den Stationen kennzeichnen den Weg. Die Figur des Jakob wird jeweils mitgenommen.

1. Station: Zu Hause 

2. Station: Himmelsleiter

3. Station: Jakob bei Laban

4. Station: Kampf am Jabbok

III. Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst
1. Votum und Begrüßung

Hinweis auf den Stationengang zum Leben von Jakob.

2. Lied

Vom Anfang bis zum Ende (KuS 196, KKL 315)

3. Psalm

Psalm 91 (SGw 52) oder 
Psalm 136 (Dbd 2024, S. 44) 

4. Erzählung 

Teil 1 (zu Hause)
Jakob ist ein richtiges Muttersöhnchen. Das jedenfalls denkt Esau. Esau ist der Zwillingsbruder von Jakob und am liebsten in den Wäldern und Feldern unterwegs. Mit Pfeil und Bogen kann er fabelhaft umgehen. So schleppt er meist ein erlegtes Tier an, wenn er von seinen einsamen Streifzügen nach Hause kommt. Sein Vater Isaak ist stolz auf Esau und weiß den guten Wildbraten seines Sohnes zu schätzen.
Inzwischen ist Isaak leider sehr alt und fast blind. Meistens liegt er nur noch im Bett. Isaak weiß, dass sein Leben wohl bald zu Ende geht. Deshalb will er seinem ältesten Sohn und Erben den Segen weitergeben, der ihn selbst ein Leben lang so gut begleitet hat. Doch zuvor will Isaak noch einmal einen leckeren Wildbraten essen. Er schickt Esau deshalb auf die Jagd. 
Früher war Isaak selbst gerne durch die Wälder gestreift, um ein paar Hasen oder einen Hirsch zu erlegen. Von klein auf hatte er Esau mitgenommen. »Esau bringt mir noch einmal den Geruch des Waldes mit«, denkt Isaak. 
Esau ist der Ältere der Zwillinge, er kam zuerst auf die Welt. Gerne geht er für seinen Vater noch einmal auf die Jagd. Wenn der Vater stirbt, wird er die Verantwortung für die ganze Familie tragen.
Rebekka, die Mutter der Zwillinge, hat das Gespräch zwischen Isaak und Esau belauscht. Sie hat andere Pläne: Jakob soll den Segen des Vaters bekommen, nicht Esau. Deshalb soll Jakob seinem Bruder Esau zuvorkommen. Weil Isaak kaum mehr sehen kann, genügt es, wenn Jakob die Kleider Esaus anzieht. Und Jakobs glatte, weiche Haut wird an Armen und Händen mit Fellstücken bedeckt. Schnell ist auch aus einem Ziegenbock ein köstlicher Braten zubereitet …
Der Plan gelingt. Isaak wundert sich zwar, dass Esau so schnell von der Jagd zurück ist, doch er schöpft keinen Verdacht und segnet Jakob statt Esau. 
Als Esau dann tatsächlich zurückkehrt, um den Segen des Vaters zu erhalten, ist dieser Segen bereits vergeben. Esau wurde betrogen. Er sinnt auf Rache. Jakob muss um sein Leben fürchten und flieht.

5. Gebet

Siehe Schlussgebet in Dbd 2024, S. 46, unten

6. Lied – für den Weg zwischen den Stationen

Geh unter der Gnade, nur der Refrain
(KuS 204, Wwdl 139)
Während des Singens, folgen die Kinder den ausgelegten Fußspuren zur jeweils nächsten Station. 

7. Erzählung 

Teil 2 (Himmelsleiter)
Jakob ist seit Stunden schon unterwegs. Es ist dunkel und kalt geworden. Jakob ist müde von der langen Wanderung. Er wird die Nacht hier im Freien verbringen. Ein grober Stein muss ihm als Kopfkissen genügen. 
Über sich sieht Jakob den Sternenhimmel. Er denkt an das warme Herdfeuer zu Hause und an seine Mutter Rebekka. Wie gerne wäre er jetzt dort … Dann schläft er ein. 
Jakob träumt. Er sieht eine Leiter, die bis hinauf zu den Sternen reicht. Engel steigen auf ihr hinauf und hinunter. Dann hört Jakob eine Stimme: »Ich bin der Gott deiner Väter und Mütter. Mein Segen soll mit dir sein auf allen deinen Wegen. Das Land, auf dem du liegst, soll dir und deinen Kindern und Enkelkindern gehören. Ich bin mit dir und werde dich begleiten, wohin du auch gehst.«

8. Gebet

Siehe Eingangsgebet in Dbd 2024, S. 47, oben

9. Erzählung

Teil 3 (Jakob bei Laban)
Jakob ist jetzt schon sieben Jahre bei seinem Onkel Laban. Zu ihm ist er geflohen, als er seinen Bruder Esau um den Segen des Vaters betrogen hat. Jakob arbeitet für Laban. Inzwischen ist Jakob ein geübter Viehhirte geworden. Er kann gut mit den Tieren umgehen. Die Herde wächst. Jetzt freut sich Jakob, dass er bald Rahel heiraten darf. Laban hat ihm seine Tochter versprochen und Jakob liebt Rahel.
Doch Laban hat einen anderen Plan: Er will Jakob anstatt Rahel seine älteste Tochter Lea zur Frau geben. Und so geschieht es. 
Während der Hochzeitsfeier schickt Laban Lea als Braut zu Jakob, nicht Rahel. Die Braut trägt den schönen Hochzeitsschleier und Jakob erkennt den Betrug nicht. Erst am nächsten Morgen merkt er, dass er betrogen wurde. 
Jakob geht zu Laban und beschwert sich. Und Laban bietet ihm einen Handel an: Jakob soll noch einmal sieben Jahre für Laban arbeiten, dann kann er auch Rahel heiraten. 
Jakob schlägt ein und Laban freut sich, dass er diesen guten Viehhirten noch weiter behalten kann. Das wird ihm viel Geld einbringen.

10. Gebet

Siehe Schlussgebet in Dbd 2024, S. 48, unten 

11. Erzählung

Teil 4 (Kampf am Jabbok)
Jakob hat es geschafft: Er hat seine Zeit bei Laban abgedient und den vereinbarten Lohn erhalten. Jetzt ist Jakob unterwegs nach Hause. Auch seine beiden Frauen, Lea und Rahel, die Kinder und den Besitz, den er durch seine Arbeit erworben hat, nimmt Jakob mit. Mit einer stattlichen Viehherde ist er unterwegs.
Jakob hofft, dass Esau ihm verzeiht. Jakob will sich mit seinem Bruder versöhnen. Was nützt ihm der ganze Reichtum, wenn er mit seinem Zwillingsbruder nicht in Frieden lebt?
Sie kommen an den Fluss Jabbok. Auf der anderen Seite des Flusses beginnen die Weideplätze seines Bruders Esau. »Noch eine Nacht, dann werde ich Esau gegenübertreten«, denkt Jakob. In dieser Nacht will Jakob allein sein. Er kann seinem Bruder nicht entgegentreten, wenn er selbst nicht mit sich im Reinen ist. Lange genug ist er dieser Klärung ausgewichen.
(Jakobfigur in »Boxring« stellen.) Mitten in diesem Gedankenwirrwarr kommt es Jakob vor, als ringe da jemand mit ihm. Und tatsächlich sieht er sich einem Fremden gegenüber. Der packt Jakob und kämpft mit ihm. Jakob wehrt sich. Jakob gibt nicht auf. Dann bricht der Morgen an. Der andere will fort, doch Jakob lässt ihn nicht los. »Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest«, sagt Jakob.
Der Fremde fragt: »Wie heißt du?« – »Jakob.« – »Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, das heißt Gottesstreiter. Denn du hast mit Gott und den Menschen gekämpft. Du hast gewonnen.« Und der Fremde segnet Jakob.
Jakob erkennt, dass er mehr gewonnen hat als diesen Kampf. »Ich habe Gottes Angesicht gesehen und bin gerettet worden. Gott wird auch in Zukunft mit mir sein.« Und sicher auch mit seinem Bruder Esau. Jakob will alles dafür tun, dass sie sich wieder versöhnen. 

12. Gebet

Siehe Schlussgebet in Dbd 2024, S. 49, unten

13. Vaterunser
14. Lied

Bewahre uns, Gott (EG 171, KuS 174, KKL 280, KG 213; besonders Strophe 1 und 3)

15. Segen

In Dbd 2024, S. 45

Achtung!

Von beiden »Tipps« sind nur noch wenige Exemplare erhältlich!

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junge-gemeinde.de

Als Kreativangebot zu Evangelische Kinderkirche Heft 1/2024 aus der Reihe „Herz mit Ohren – Salomo fällt eine weise Entscheidung“ finden Sie hier eine kostenlose Bastelanleitung für Musikinstrumente

Gott schenkt ein hörendes Herz

1. Könige 3,4–28

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes

Im ersten Teil schenkt Gott Salomo ein hörendes Herz (= Weisheit). 

Der zweite Teil erzählt davon, wie weise Salomo als König handelt und den Streit zweier Frauen um ein Baby mit dem sprichwörtlichen »salomonischen Urteil« schlichtet. Beide Texte sind auch einzeln verständlich, dennoch ist es gut, sie beide zu kennen, da sie sich ergänzen.

Zum Text / Zum Thema

Im ersten Teil geht es ums Hören auf Gott im Traum. Hier ergeben sich in der Vorbereitung und im Gespräch mit den Kindern Fragen wie z. B.: »Was ist ein ›hörendes Herz‹?«, »Wie gelingt das – auf jemanden hören?«, »Auf Gott hören, wie geht das eigentlich?«, »Was ist Weisheit?«, »Was ist mir das Wichtigste«, und »Was würde ich mir von Gott wünschen?«
(Ein schönes Lied für die Vorbereitung und evtl. auch den Gottesdienst: Schenke mir Gott, ein hörendes Herz, Wwdl 190, anzuhören unter www.eingesungen.de.)
Im zweiten Teil geht es turbulenter zu. Zentral ist das Thema Gerechtigkeit. Wichtig ist bei der Gerechtigkeit, dass in uns allen ein hörendes Herz schlägt und wir abwägend entscheiden, um die Welt gerechter zu gestalten. 

Die Kinder und der Text / das Thema

Wichtig ist auch, das Baby nicht mit einer Puppe darzustellen, sondern wenn, dann abstrakt (Seil mit Knoten o. ä.). Dennoch kann es Ängste auslösen, dass (bereits in der Nacht) ein Baby gestorben ist, und es hilft, sich im Voraus einen guten Umgang damit zu überlegen (z. B. Äußerungen wie: Gute Eltern tun alles dafür, dass es ihrem Kind gut geht; wenn ein Kind stirbt, ist das sehr traurig; niemand möchte, dass Menschen jung sterben; Gott ist auch traurig, wenn Kinder sterben. Auch ein Gebet für das gestorbene Baby kann helfen: »Gott. Ich verstehe das nicht. Es ist so traurig, dass das Baby gestorben ist. Warum hat es nicht leben dürfen? Du liebst doch Kinder, oder? Pass du jetzt auf das Baby auf.«)

II. Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte
»Stille kann man hören« (Stilleübungen)

Klangschale: Die Kinder haben die Augen geschlossen. Wie lange kann ich den Klang hören? Wie ändert sich das, wenn sie mit Wasser gefüllt ist?
Sanduhr: Die Kinder haben die Augen geschlossen. Während der Sand rieselt, sind alle still. Dann beenden die Mitarbeitenden die Stille. Wann blinzeln die Kinder das erste Mal? Wie klappt es? Wie hört und fühlt es sich an? 
Beobachten:

Herz basteln

Die Mitarbeitenden basteln im Vorfeld ein Herz mit Ohren, Augen und Mund als Gesprächsimpuls: 

Evtl. auch kleinere Herzen mit Kindern basteln.

Geschichte

Die Geschichte mit Unterbrechungen erzählen: 

Freut er sich, ist er ängstlich? 
Kann er gerade hören?

Stein = schwer ums Herz, 
Feder = leicht ums Herz, 
Smileys mit Angst, Freude …

Karte mit Psalmvers gestalten
Theologisieren mit Kindern

Der Text lädt ein, mit den Kindern zu theologisieren über Fragen wie 

Theologisieren meint, die Kinder anzuregen, dass sie ihre Ideen und Fragen äußern und weiterdenken. Die Mitarbeitenden stellen eher sog. offene Fragen (z. B.: Warum denkst du …? Wie kam dir der Gedanke? Was findest du wichtig?) oder geben kurze Impulse, um das Gespräch weiterzubringen. Es geht nicht darum, Fragen zu stellen, auf die die Kinder die richtige Antwort geben bzw. diese lernen sollen. Theologisieren ist ab ca. Vorschulalter möglich und mit einem Mitarbeitenden, der selbst Freude an solchen Gesprächen hat. 

III. Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst

1. Begrüßung 
2. Lied

Komm mit, schlag ein 
(KuS 448, Einfach spitze 9)

3. Psalm

Psalm 1 in moderner Form mit Kehrvers
(KuS 646)

4. Einstieg

»Stille kann man hören« (Ideen hierzu bei »Kreative Umsetzung der Geschichte«, Seite 105).

5. Lied: 

Gib uns Ohren, die hören 

(Wwdl 42, KuS 496, KG 195)

6. Geschichte

Salomo ist aufgeregt. Er sitzt auf seinem Thron und schaut die Stufen hinunter über den großen Saal seines Palastes. Neben ihm stehen vier Wachen. Im Saal gibt es noch viel mehr Wachen. Sie passen auf, dass es bei den vielen Menschen kein Durcheinander gibt. Alle sind gekommen, um Salomo zu sehen, denn er ist ihr neuer König. Er soll so ein kluger Mann sein, hört man. »Hoffentlich stimmt das«, sagt einer. »Bestimmt ist dem so, dass er die weisen Stimmen seines Volkes wahrnimmt und weise entscheidet«, sagt ein anderer.

Heute ist ein besonderer Tag. Es ist Gerichtstag. Das bedeutet, dass Menschen in den Palast kommen, die um etwas streiten. Denn Salomo ist als König auch der Richter der Menschen. Salomo muss also entscheiden, wer Recht hat und so helfen, den Streit zu beenden.

Salomo hat schlecht geschlafen in der letzten Nacht. Er hat noch nicht viele Gerichtstage erlebt. Jedes Mal macht er sich vorher Gedanken: »Hoffentlich entscheide ich richtig. Was, wenn ich jemandem Recht gebe, der etwas Böses gemacht hat? Oder jemanden verurteile, der gar nichts gemacht hat! Das darf mir nicht passieren.« Salomo möchte ein guter König und ein guter Richter sein. Gleich geht es los. »Gott, hilf mir«, betet er, »hilf mir, dass ich gut zuhöre und die richtigen Entscheidungen treffe. Alle schauen auf mich. Gott, ich brauche deine Hilfe!« 
Salomo hat recht. Alle schauen auf ihn. Sein Vater, König David, war ein guter und beliebter König. Die Leute vermissen ihn und alle sind gespannt, ob Salomo ein würdiger Nachfolger ist.
 
Die Türen des großen Saals gehen auf und es wird laut. Dort draußen streiten zwei Frauen, ein Wachmann bringt sie herein, direkt vor Salomos Thron. »König Salomo, diese beiden Frauen streiten um ein Kind«, sagt der Wachmann laut. Salomo gibt der einen Frau ein Zeichen mit der Hand. »Tritt vor und berichte, was geschehen ist.« – »Verehrter König, diese Frau da und ich, wir wohnen im gleichen Haus. Und wir haben beide ein Kind bekommen. Nur drei Tage nacheinander sind unsere Babys auf die Welt gekommen. Aber in der letzten Nacht, da ist ihr Baby gestorben. Da ist sie aufgestanden und hat unsere Babys getauscht. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, lag ihr totes Baby in meinem Arm. Ich bin natürlich erschrocken, aber ich habe gleich gemerkt: Das ist nicht meines. Mein Baby hatte sie im Arm.« – »Nein!«, schreit da die andere Frau laut, »so war es nicht! Diese Frau lügt. Ihr Baby ist gestorben.« – »Erzähl nicht so was«, schreit die erste Frau empört zurück. »Du bist es, die lügt. Mein Baby lebt!« – »Nein, du bist die Lügnerin!« 
So geht es hin und her.

Salomos Herz klopft. »Was soll ich nur tun?«, fragt er sich. »Woher soll ich wissen, welche Frau die Wahrheit sagt?« Seine Gedanken drehen sich im Kreis. Dann fragt er: »Gibt es Zeugen? Hat jemand gesehen, welches Kind zu welcher Frau gehört?» Beide schütteln den Kopf. «Nein, König Salomo. Wir waren allein in dem Haus«, sagt die erste Frau. 
Und von den Leuten, die im Saal zuhören, kennt auch niemand die beiden Frauen.

Salomo atmet tief ein. Er versucht, einen klaren Gedanken zu fassen. Seinen ganzen Verstand braucht er jetzt. 
Seine Gedanken wandern zurück. An diese Nacht vor einigen Wochen. Er hatte tief und fest geschlafen, zumindest kam es ihm so vor. In dieser Nacht hat Gott mit ihm gesprochen. Aber es war eigentlich, wie wenn er mit einem anderen Menschen gesprochen hätte. So klar und deutlich hat er Gottes Stimme gehört: »Salomo, wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?« Salomo erinnert sich noch gut an das Gefühl, das er damals hatte. Ein bisschen wie heute: Die Gedanken drehten sich, und er wusste nicht, was er sagen sollte.

Reichtum? Mut? Oder Ruhm? Ja, das würde ihm schon gefallen, wenn alle zu ihm aufblicken würden, weil er der reiche und ruhmvolle König Salomo ist! Aber dennoch wünschte sich Salomo etwas anderes. Deshalb antwortete er Gott: »Ich möchte ein gerechter König sein. Aber ich glaube, das schaffe ich nicht allein. Deshalb wünsche ich mir Weisheit. Damit ich gute Entscheidungen treffen kann. Ich wünsche mir ein Herz, das auf dich hört, Gott. Dann weiß ich, was richtig und was falsch ist.« – »Salomo«, hörte er wieder Gottes Stimme, »das ist ein guter Wunsch. Und ich erfülle ihn dir. Ich gebe dir ein weises und verständiges Herz.«

An diese Nacht erinnert er sich jetzt, wo diese beiden Frauen vor ihm streiten. Wie traurig die eine sein muss, deren Baby gestorben ist. Und wie viel Angst die andere haben muss, dass sie ihr Baby auch verliert. 
Inzwischen haben die beiden Frauen aufgehört zu schreien und sie schauen Salomo erwartungsvoll an. Genau wie alle anderen im Saal. 
In dem Moment weiß Salomo, was er tun kann. »Bringt ein Schwert«, befiehlt er, »und dann teilt das Baby in der Mitte und gebt jeder Frau einen Teil.« Die Menschen halten die Luft an. Ist Salomo so ein grausamer König? 

Da ertönt ein Schrei. »Nein!«, ruft die eine Frau und fällt auf die Knie, »König, das dürft ihr nicht tun. Tötet nicht das Kind! Gebt es lieber der anderen Frau. Denn es soll leben!« Die andere Frau antwortet anders: »Gut, so machen wir es. Es soll weder ihr noch mir gehören.«

Salomo steht auf und geht ein paar Stufen hinunter zu den Frauen. »Ich hatte nie vor, das Kind zu töten. Aber ich weiß jetzt, wer seine Mutter ist: die, die es am Leben lassen will. Die es lieber der anderen gibt, bevor es sterben muss. Gebt also ihr das Kind.« 
So geschieht es und die Mutter bekommt ihr Kind zurück.

Schnell verbreitet sich im ganzen Land, wie klug und gerecht Salomo ist. Alle sind froh, dass Gott ihnen so einen König gegeben hat. Und Salomo ist froh, dass Gott ihm ein hörendes Herz und so viel Weisheit geschenkt hat.

7. Vertiefung 

Siehe hierzu »Kreative Umsetzung der Geschichte«

8. Lied

Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut 
(EG WUE 635, KuS 436)

9. Fürbitten und Vaterunser
10. Segenslied

Segne uns mit der Weite des Himmels 
(KuS 182, KG 142)

11. Segen

Der besondere Tipp

Die große Bibel-Erzähltasche
Arbeitsmaterial für die christliche Gruppenarbeit

Alles, was zum anschaulichen Erzählen in Kindergottesdienst, Kindergruppen, Bibeltagen und vielen anderen (auch Erwachsenen-) Gruppen benötigt wird: Arbeitsbuch, Tüchersets, Holzkegel-Figuren, Kordeln, Biegepuppen … 
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entsprechenden Internetseite unter:

1. Könige 3,16–28

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Deshalb biete ich in den Erzählungen eine Rahmenhandlung an, die die biblische Botschaft in den Vordergrund rücken soll. Eine Erweiterung durch die Nacherzählung des Bibeltextes ist dennoch jederzeit möglich. 

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Gottes Liebe ist wie die Sonne (KuS 404, KG 153);
Gottes Liebe ist so wunderbar (KuS 484, KG 146);
Es gibt bedingungslose Liebe/Anker in der Zeit
(Wwdl 36, Feiert Jesus 2,60)

Segen

Die Kinder stehen im Kreis.
Eine/r: Der Herr segne und behüte dich,
(mit Händen über dem Kopf ein Dach bilden)
der Herr schenke dir ein hörendes Herz
(Hände aufs Herz legen)
und den Blick für das, was deine Nächsten bewegt
(einander die Hände reichen).
Der Herr schenke dir einen festen Stand
(mit beiden Füßen einmal aufstampfen)
und das Vertrauen in sein Wort.
Gemeinsam: Amen (»so sei es!«).

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für die Jüngeren

Tiere ausmalen

Aus verschiedenen Tier-Malvorlagen überlegen die Kinder im Anschluss an die Geschichte, welches Tier sie am liebsten haben und wie sie ihre Liebe zu diesem Tier zum Ausdruck bringen könnten. Während des Überlegens malen die Kinder das Tier an. Den Abschluss bildet eine Gesprächsrunde, in der das angemalte Tier gezeigt und gesagt wird, wie man sich liebevoll um das Tier kümmert (freiwillige Äußerungen).

Musikinstrument basteln

Alternativ kann ein Orffsches Instrument gebastelt werden: Z. B. eine kleine Trommel oder einen kleinen Regenmacher

Hier finden Sie für beide Musikinstrumente eine kostenfreie Bastelanleitung
(jeweils mit Klick auf das Bild)

Für die Älteren

Pflanzaktion

Sie pflanzen kleine Bäume oder Blumen. Die Blumentöpfe dafür werden zuvor verziert. 
Tipp: Setzlinge sind günstig in jedem Baumarkt erhältlich. 
Wer möchte, kann die gebastelten Herzen vom letzten Sonntag auf die Instrumente kleben bzw. an einem Schaschlikspieß befestigt in den Blumentopf stecken.

Der besondere Tipp

Trommel-Set

1 Naturmembran aus Büffelfell für Topf-Ø 12–15 cm),
1 Karabinerhaken,
1 Schnur;
ohne Blumentopf

€ 7,00 (ab 10 Ex. je € 6,00); 
Best.-Nr. 1733

Blumentopf: € 1,75 (ab 10 Ex. je € 1,50); 
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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Die Geschichte wird vom Team mit Orffschen Instrumenten erzählt.
Im Anschluss wird mit den Kindern überlegt, welches Instrument welches Gefühl ausdrückt (z. B. Triangel = Liebe; Klanghölzer = Traurigkeit; Trommel = Neid; Rassel = Wut). Die Liebe als Schlüssel für die Urteilsfindung sollte hervorgehoben werden. 
Die Instrumente können den Kindern gegeben werden und die Geschichte wird (mehrfach) wiederholt. Vor jeder neuen Erzählung werden die Instrumente getauscht. Tipp: Je nach Anzahl der Kinder können mehrere gleiche Instrumente ausgegeben werden.
(
Klangschale anschlagen) 
Es lebten einmal in einem Dorf zwei Frauen, die nicht viel besaßen. Die eine hatte eine Kuh, ein Schwein und ein Huhn. Das Huhn liebte sie über alles (Triangel einmal anschlagen).
Die andere Frau hatte eine Ziege, eine Katze und auch ein Huhn. Nun ergab es sich eines Nachts, dass eine der Frauen den Ziegenstall offenließ. Im Stall lebte auch das Huhn. In dieser Nacht schlich der Fuchs durch das Dorf
(Auf Glockenspiel Tonleiter spielen).
Er sah die offene Tür und klaute das Huhn
(Schellenkranz erklingen lassen).
Am nächsten Morgen bemerkte die Frau den Verlust. Sie war sehr traurig. Die Tränen liefen ihr übers Gesicht und tropften auf den Boden
(Klanghölzer langsam aneinander schlagen).
Da wurde sie neidisch auf ihre Nachbarin, deren Huhn noch lebte
(mit Handfläche über ein Trommelfell streichen).
Und als sie ihre Nachbarin sah, wie die ihr geliebtes Huhn fütterte 
(Triangel), 
wurde aus Neid Eifersucht 
(mit Fingernägeln vorsichtig über Trommelfell kratzen).
Sie rannte zu ihrer Nachbarin 
(auf Trommel klopfen)
und schrie: »Was fällt dir ein, mein Huhn zu füttern? Nur weil deines gestern Nacht weggelaufen ist, klaust du jetzt meines?« 
Die Nachbarin wurde wütend 
(Rasseln ertönen). 
»Das ist mein Huhn!«, schrie sie zurück. Und ein heftiger Streit begann
(Trommel und Rassel werden gleichzeitig geschlagen)
Schließlich gingen sie zum Dorfältesten. Der sollte ein »salomonisches Urteil« fällen.
Ihr müsst wissen: Damals war allen bekannt, dass Salomo sehr, sehr klug war. Er war einst König in Israel. Und er hatte von Gott ein hörendes Herz geschenkt bekommen. So konnte Salomo gut auf Gott hören und klug und gerecht regieren. Dadurch wurde er sehr berühmt. Deshalb spricht man auch heute noch von einem »salomonischen Urteil«, wenn es klug und gerecht ist. 
Doch zurück zu unserer Geschichte: Beide Frauen sagten dem Dorfältesten, wie es ihrer Meinung nach war. Beide waren überzeugt, dass das Huhn ihres ist 
(Rassel und Trommel wieder gleichzeitig).
Der Dorfälteste erkannte schnell, dass er zu einem Trick greifen musste, um zu einem »salomonischen Urteil« zu kommen. Also schlug er vor, das Huhn selbst zu nehmen. Alle wussten, dass der Dorfälteste gerne Hühnersuppe aß.
Die eine Frau war damit einverstanden. Sie dachte: »Wenn der Dorfälteste das Huhn hat, dann hat es meine Nachbarin auf jeden Fall auch nicht. Das ist gerecht.«
Die andere Frau aber schrie laut: »Lieber lasse ich meiner Nachbarin das Huhn, als dass der Dorfälteste es mitnimmt. Daran erkannte der Dorfälteste, wem das Huhn wirklich gehört. Er hat mit seinem Herzen die Liebe der Frau zu ihrem Huhn gehört (Triangel) und gab ihr das Huhn.

Erzählung für Ältere


Ein Sack wird vorbereitet. In ihm sind mehrere Gegenstands-Paare mit je unterschiedlicher Größe (z. B. großer/kleiner Ball, große/kleine Tafel Schokolade, große/kleine Tüte Gummibärchen). Vor der Geschichte wird der Sack herumgegeben, jedes Kind holt sich ein Ding heraus. Dann wird die Frage gestellt: »Ist das gerecht?« Gemeinsam wird überlegt, was gerecht ist. Anschließend wird die Frage erörtert, ob es (immer) gerecht ist, wenn alle das Gleiche bekommen? Diese Frage kann nach der Erzählung nochmals aufgegriffen werden. 

Wer hat den Olivenbaum gepflanzt?

Jaron ist richtig sauer. Wütend stampft er mit dem Fuß auf und rauft sich die Haare. Sein Nachbar Ruben will nicht einsehen, dass der Olivenbaum Jaron gehört! Ja, der Baum stand schon immer an der Grenze zum Nachbargrundstück. Mittlerweile ist er so groß geworden, dass seine Äste auch weit ins Nachbargrundstück ragen. Sein dicker Stamm und seine starken Wurzeln sind inzwischen auf beiden Seiten der Grenze. Dennoch kann Jaron nicht verstehen, wie Ruben behaupten kann, der Olivenbaum wäre vor Generationen von den Vorfahren seiner Familie gepflanzt worden.

Streit um den Olivenbaum

Jaron starrt Ruben mit finsterem Blick an. Ruben steht auf der anderen Seite des Baumes und hat einen hochroten Kopf. Er hat die Arme in die Seite gestemmt und sieht aus, als wären ihm selbst Wurzeln gewachsen. Die Olivenernte ist in wichtigste Ernte des Jahres. Doch dieses Jahr war es heiß und trocken. Die Oliven sind nicht gut gewachsen, die Ernte fällt klein aus. 
»Du Sturkopf!«, schimpft Jaron. »Selber Sturkopf!«, gibt Ruben zurück. Es ist zum Verrücktwerden. Wie kann Jaron bloß beweisen, dass der Baum und alle seine Oliven ihm gehören? Er weiß es doch von seinem Großvater. Doch der ist schon gestorben. »Jaron«, hatte der Großvater immer gesagt, »achte auf diesen Baum. Er ist ein Familienerbe. Pflege ihn. So wird er dir gute Früchte schenken.« 
Und jetzt ist da dieser unverschämte Ruben und behauptet, der Baum würde ihm gehören. 
Argumente helfen nicht weiter.
Der Streit der beiden sorgt für Aufsehen. Immer mehr Menschen kommen zum Olivenbaum. Das Geschrei wird immer lauter. Es fehlt nicht viel, da wären die beiden aufeinander losgegangen. 
Da bittet ein Priester um Ruhe. Er schlägt vor, sich die Argumente anzuhören, um anschließend ein »salomonisches Urteil zu fällen«. Und das solle dann für alle Zeiten gelten.
Ihr müsst nämlich wissen: Salomo war einst ein weiser (kluger) König Israels. Er hatte von Gott ein hörendes Herz geschenkt bekommen, um auf Gott und seine Mitmenschen zu hören. Dadurch konnte er weise/klug und gerecht urteilen. Bis heute spricht man deshalb von einem »salomonischen Urteil«, wenn ein gerechtes Urteil gefunden wird. 
Doch zurück zur Geschichte: Alle sind mit dem Vorschlag des Priesters einverstanden. Jaron und Ruben tragen ihre Argumente vor: Mal wütend, mal zornig, mal mit Tränen in den Augen. 
Der Priester merkt, dass er auf eine andere Weise herausfinden muss, wem der Olivenbaum gehört. (Hier können die Kinder gefragt werden, was sie nun tun würden, um das herauszufinden.)

Das salomonische Urteil

Also wendet der Priester einen Trick an, den einst auch der König Salomo verwendet hat. Er schlägt vor, den Olivenbaum von oben bis unten in der Mitte durchzusägen. Jedem soll dann eine Hälfte gehören.
Ruben ist damit einverstanden. Doch Jaron bekommt einen furchtbaren Schrecken. Der Olivenbaum würde eingehen. Der Baum, den ihm sein Großvater so ans Herz gelegt hat. Das kann er nicht zulassen! Jaron wird das Herz schwer. Dann tritt er vor und sagt: »Lieber verzichte ich auf den Olivenbaum, als ihn durch Zersägen umzubringen.« Darauf verkündet der Priester sein »salomonisches Urteil«: »Der Baum gehört Jaron. Seine Bereitschaft, den Baum lieber herzugeben, anstatt ihn zu zerteilen, zeigt seine wahre Liebe. Sie zeigt die tiefe Bedeutung, die der Olivenbaum hat und die ihm von der Familie ans Herz gelegt wurde. Er ist der wahre Besitzer.« 

1. Könige 3,4–15

I. Grundgedanken

Zugänge zu dem Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn 
(EG Wür 658, Wwdl 173);
Ich möcht, dass einer mit mir geht 
(EG 209, KuS 260, KG 211);
Gott, dein guter Segen (KuS 176, Wwdl 44, KG 220)

Fürbittengebet

(Kann persönliche Wünsche abschließen oder einleiten)
Herr, du kennst meine Wünsche.
Diejenigen, die tief in meinem Herzen sind,
und die, die ich anderen mitteile. 
Ich habe Wünsche für mich und Wünsche für andere und Wünsche für die ganze Welt.
Hilf mir, auch die Wünsche anderer zu hören
und ein Herz, diese Wünsche zu verstehen. 
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für Jüngere 

Hörexperimente 
Herz falten

Die Erzählung kann mit einem aus einem Kreis gefalteten Herz umgesetzt werden. Den Kreis als »Hexentreppe« falten, in der Mitte zusammenklappen und kleben (Fotos: Ute Eißler). 

Anschließend gemeinsam überlegen: »Was ist mein größter Wunsch, der anderen helfen kann?«


Für Ältere

Bodenbild 

Mit einem roten Herz, an das zwei Papierohren gelegt sind, und das auf einem blauen Tuch liegt, kann die Frage gestellt werden: »Gibt es ein hörendes Herz? Was bedeutet es?« Die Antworten auf Papierstreifen schreiben und drumherum legen.

Geräusche erraten

Über ein Smartphone Geräusche abspielen und erraten. Prüfen, ob es mit geschlossenen Augen besser geht. 

Gespräch und Herz gestalten

Nach der Geschichte überlegen, was das Besondere an Salomos Wunsch war und ein Neujahrsherz mit einem guten Wunsch (für jemand anderen) gestalten. Auch Specksteine lassen sich zu schönen Herzen bearbeiten (s. unten). 

Mobile

Die Herzen (s. o. »Für Jüngere«, »Herz falten«) als Mobile im Raum aufhängen.

Der besondere Tipp

Speckstein-Schleifset

1 Speckstein (2 x 3 cm);
1 Band (70 cm)
1Schleifpapier, gröber;
1 Schleifpapier, 600er Körnung

SONDERPREIS

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(sonst: € 5,45; ab 10 Ex. je € 3,70); 

Best.-Nr. 1533

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

(Mit Bewegungen)

König Salomo auf dem Weg nach Gibeon

Es wird ein anstrengender Tag für König Salomo. Ganz früh am Morgen (gähnen und strecken) gehen sie los. Sie tragen feste Stiefel, lange Hosen, leichte Hemden und Kopftücher. Die schützen vor der heißen Sonne. Salomo reitet auf einem weißen Pferd. Schritt für Schritt hört man die Hufe des Pferdes (einige Zeit auf der Stelle gehen). Viele Menschen sind aufgestanden. Sie stehen am Straßenrand und winken ihrem neuen König zu. Salomo lächelt und winkt zurück (lächeln und winken). Die Menschen mögen König Salomo. Sie wünschen sich, dass er ein guter König ist. 
Schließlich kommt die Gruppe nach Gibeon. Sie passieren das nördliche Stadttor. Und dann geht es steil bergan (wieder auf der Stelle gehen). Salomo befiehlt, anzuhalten. Von hier aus kann man weit über Israel schauen. Und die Stadt Jerusalem ist ganz nah. (Stehenbleiben) Salomo hebt die Hand über die Augen und blickt in die Ferne. (Hand an Augenbrauen legen). Sein Königreich ist groß. Salomo überlegt: »Kann ich ein guter König für Israel sein? Allein schaffe ich das nicht.« Das ist auch der Grund, warum er heute nach Gibeon gekommen ist. Hoch oben auf dem Hügel möchte er zu Gott beten. Salomo möchte Gott um Hilfe bitten. Schließlich gehen sie weiter. (Wieder auf der Stelle gehen)
Plötzlich macht Salomos Pferd einen Sprung und beginnt, loszugaloppieren. (Einen Sprung machen, dann schnell auf der Stelle laufen.) Eine Schlange hat das Pferd erschreckt. (Den Buchstaben »S« zischen.)

Gottesdienst in Gibeon

Dann erreichen sie die Höhe von Gibeon. Sie sind erschöpft. (Erschöpft auf einen Stuhl fallen lassen, die Stirn wischen.) Jetzt ist eine Pause angesagt. Salomo lässt Wasser, Brot, Käse und Früchte verteilen. (Kauende Bewegungen, über den Bauch streichen). Als die Kraft der Sonne nachlässt, sammeln die Männer Holz. Die Priester entzünden ein Feuer. Sie geben Kräuter hinein. Bald breitet sich ein wohlriechender Duft aus. (Tiefes Ein- und Ausatmen) Der Rauch steigt in den Himmel. Die Priester singen Psalmen und beten. Auch Salomo erhebt die Hände zum Himmel. Er hofft, dass Gott seine Bitte erhört. (Hände zum Himmel strecken). Er hofft, dass Gott ihm hilft, ein guter König zu sein. 
Der Gottesdienst dauert lange. Danach ist Salomo müde. Er schließt die Augen und schläft ein. (Hände wie zum Gebet aneinanderlegen, den geneigten Kopf drauflegen)

Gott erfüllt Salomo einen Wunsch

Im Schlaf hört Salomo eine Stimme. Gott sagt zu ihm: »Salomo, ich erfülle dir einen Wunsch. Bitte mich um etwas, das ich dir geben soll.« Salomo antwortet: »Herr, ich bin noch jung. Ich weiß oft noch nicht, was richtig oder falsch ist. Und ich soll jetzt dein Volk regieren. Das Volk, das du erwählt hast. Deshalb bitte ich dich: Schenk mir … ein hörendes Herz. Damit ich dich höre. Und erkenne, was gut und böse ist. Damit ich ein guter und gerechter König für dein Volk sein kann.« 
Gott antwortet: »Das ist ein guter Wunsch! Du bittest nicht darum, lange zu leben. Oder reich zu sein. Oder deine Feinde zu besiegen. Stattdessen bittest du darum, klug zu sein und den Menschen ein guter König zu sein. Darum gebe ich dir ein hörendes und verständiges Herz. Und ich gebe dir auch, worum du nicht gebeten hast: Reichtum und Ehre und ein langes Leben.«
Da wacht Salomo auf. Er merkt, dass er geschlafen hat. Also steht er auf und reckt und streckt sich. (Aufstehen, recken und strecken)

Erzählung für Ältere

Josua, der Stallmeister

Sein Name war Josua. Er war jung und arbeitete als Stallmeister am Hof des Königs. Schon als Kind hatte er sich um die Tiere seiner Eltern gekümmert. Dieses Wissen und sein Geschick mit Pferden hatten sich bezahlt gemacht. Er wurde zum Dienst an den Hof des Königs Salomo berufen. Heute war er schon vor Sonnenaufgang aufgestanden, um das weiße Pferd des Königs zu richten: Josua bürstete das Fell, bis es glänzte. Dann kämmte er den Schweif und flocht die Mähne mit goldenen Bändern zu kleinen Zöpfen. Er säuberte die Hufe und rieb sie mit Fett ein. Schließlich holte er den prächtigen Sattel und das Zaumzeug und legte es dem weißen Hengst an. Dann führte er ihn stolz auf den Hof. Dort versammelten sich schon die Soldaten und Priester, die Salomo heute begleiten würden, 

Ein Begleiter für den König

Da sprach ihn einer der Leibwächter an: »Der König wünscht, dass du ihn heute begleitest und sein Pferd führst.« Josua musste sich sehr beherrschen, um nicht einen Freudensprung zu machen. Und dann kam Salomo. Er trug ein prächtiges Reisegewand und ließ sich von Josua in den Sattel helfen. Die ganze Gruppe setzte sich in Bewegung. Zuerst ging es durch die Straßen von Jerusalem. Viele Menschen waren gekommen. Sie winkten Salomo und riefen ihm Segenswünsche zu. Stolz führte Josua den Hengst des Königs an ihnen vorbei. 

Unterwegs nach Gibeon

Dann ging es durch das nördliche Tor hinaus aus Jerusalem. Die Gruppe wollte auf die Hügel Gibeons. Josua wusste, dass dort die Kultstätte der Priester war. Dort wollten sie zu Gott beten. Der weiße Hengst folgte Josua bereitwillig. Sicheren Schrittes ging es den engen und immer steiler werdenden Pfad entlang. Mit jeder Stunde wurde es heißer. Alle waren froh, als sie angekommen waren. 

Gottesdienst in Gibeon

Salomo ließ Wasser und Speisen verteilen. Dann lehnte sich König Salomo gegen einen Felsen und schaute in die Ferne – über das Königreich Israel. Es erschien ihm unendlich groß. Als Josua den König so sitzen sah, fragte er sich: »Wie es Salomo wohl gelingt, ein solch großes Königreich zu regieren?« Doch lange konnte er seinen Gedanken nicht nachhängen. Es kam der Befehl, Feuerholz zu sammeln. Die Priester wollten mit dem Gottesdienst beginnen.
Sie entzündeten den Holzstapel und verbrannten darin Kräuter als wohlriechende Opfergabe. Der Rauch stieg weit sichtbar in den Himmel. Dann stimmten sie Psalmgesänge und Gebete an. Auch Salomo kniete nieder und betete zu Gott. Worum er Gott wohl bat? Josua sollte es später erfahren. Die Zeremonie dauerte bis in die Abendstunden.

Josua hört den König im Schlaf sprechen

Dann wurde unterhalb der Kultstätte ein Übernachtungslager aufgeschlagen. Josuas Zelt stand an der Rückseite des königlichen Zeltes von Salomo. Mitten in der Nacht wachte Josua plötzlich auf. Er griff nach seinem Messer. Was hatte ihn geweckt? Eine Weile lauschte er in die Nacht. Er hörte das leise Schnauben des Hengstes und die ruhigen Atemzüge des Königs. Langsam beruhigte sich Josuas Puls wieder. Und dann hörte er den König sprechen. Ganz langsam, als würde er im Schlaf reden: »Herr, mein Gott, ich bin noch jung, weiß weder was richtig noch falsch ist. Und ich stehe mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem Volk, so groß, dass es niemand zählen kann. So gib mir ein hörendes Herz, das auf deine Worte achtet. Damit ich verstehe, was gut und böse ist und dein Volk klug regieren kann.«
Josua hielt den Atem an. Salomo hatte also ähnliche Gedanken wie auch Josua. Und Salomo bat Gott um Hilfe. Er bat Gott nicht um Reichtum, Ehre, den Tod seiner Feinde oder ein langes Leben. Nein, er bat Gott um ein hörendes Herz, damit er ein gerechter und weiser König sein kann. 
Die ruhigen Atemgeräusche Salomos verrieten Josua, dass der König schlief. Gott musste Salomo im Traum begegnet sein. Und jetzt fragte sich Josua: »Was hat Gott wohl geantwortet?«
Ein Blick am nächsten Morgen in das Gesicht Salomos machten Josua gewiss: Gott hatte Salomos Bitte erhört.

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