Monatsgottesdienst Oktober 2023

Gott als Ursprung

1. Mose 1,1 – 2,4a

I. Vorüberlegungen

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Zur Planung des Kindergottesdienstes

Für die Erzählung wird schon vor Beginn des Gottesdienstes in der Mitte ein Bodenbild gelegt. (Wer den Gottesdienst so feiert, dass nicht alle das Bodenbild sehen können, kann die Elemente auch an einer Pinnwand vorbereiten.)
Je nach Zeit und Möglichkeiten kann die kreative Aktion Schöpfung mit den Kindern ausgedehnt werden.
Wenn die Zeit im Gottesdienst knapp ist, braucht es eine entsprechende Vorbereitung durch die Mitarbeitenden (insbesondere das Sammeln von Materialien). 

II. Kreative Umsetzung 
der Geschichte

Aktion Schöpfung: Im Anschluss an die Geschichte gestalten die Kinder die Schöpfung entweder als Landschaft, Bild oder im Spiel. 
Bei allen drei Varianten der Frage nachgehen: Wie kann Gott dargestellt/eingebaut werden, der in allem steckt? (Z. B. ein rotes Herz in Menschen und Tiere malen; ein gelber Kreis, der alle umgibt; ein Glitzerpunkt …)

Variante 1: Schöpfungslandschaft gestalten
(benötigt viel Zeit, großer Aufwand)
Mit den Kindern Naturmaterialien sammlen (Blätter, Stöcke, Steine, Früchte, Blüten …). Diese dann als Schöpfung auf einen Karton aufkleben. Manche Schöpfungselemente (Sterne, Tiere …) können auch aus Blättern ausgeschnitten oder aus anderen Materialien geebastelt werden (Kastanien-Tier) oder aber gemalt werden.
Hier entstehen Kunstwerke! Schließt sich ein Gemeindemittagessen an, können die Landschaften präsentiert werden. (Falls diese Möglichkeit nicht besteht, wäre es schön, das Ergebnis den Eltern/der Gemeinde bei einem anderen Anlass zu zeigen bzw. eine kleine Ausstellung zu machen.) 

Variante 2: Schöpfungsbild malen
Die Kinder malen ein Schöpfungsbild. Je nach Alter frei oder als Ausmalbild.

Variante 3: Schöpfung nachspielen
Die Kinder können mit dem vorhandenen Legematerial (ggf. um weiteres ergänzt) nochmals die Schöpfungsgeschichte nacherzählen und -spielen.

III. Gestaltungsvorschlag für den Gottesdienst

Begrüßung mit Votum 
Begrüßungslied
Gebet

Nach Psalm 104 (KuS 670)

Lied

Das Dinolied (MKL 3 81)

Geschichte mit Bodenbild 

Zuvor wurde bereits ein Bodenbild gelegt,  (s. »Zur Planung des Kindergottesdienstes«, Seite 488. Als Inspiration kann das Bild von Uli Walter, rechts, dienen. Es ist entnommen aus: Der Schöpfungskreis. Materialband 1. Kirche mit Kindern; © Agentur des Rauhen Hauses Hamburg GmbH.)

Ganz unten wird ein Papier mit einem Farbwirbel gelegt. Darüber je zur Hälfte ein schwarzes bzw. gelbes Tuch. Darüber dann das braune, grüne und die zwei blaue Tücher ausbreiten (oben Himmel, unten Wasser). Aufs Wasser die Wassertiere, auf den Himmel die Vögel legen. Menschen, Bäume, Blumen und Landtiere auf das braune und grüne Tuch legen. Auch Sonne, Mond und Sterne an den Himmel legen (diese können auch evtl. eine Schicht tiefer gelegt werden). Für die Figuren kann praktisch alles verwendet werden, was zur Hand ist (Holztiere, »Schleichtiere«, Playmobil …).

Foto: Uli Walter

Gespräch zwischen Clara (Handpuppe) und Mitarbeiterin/Mitarbeiter (MA) oder zwischen zwei Mitarbeitenden. 
Wer es sich zutraut, kann die Kinder an vorher ausgewählten Stellen mit in die Geschichte einbeziehen. Dann muss ggf. spontan reagiert und die Reihenfolge der Abschnitte evtl. verschoben werden.
Clara: Wow, was für ein tolles Bild! Hier gibt es ja so viel zu entdecken. Das könnte ich mir stundenlang anschauen. 
MA: Dann lass dir ruhig Zeit, Clara, und schau mal ganz genau hin. (Kurze Pause)
Clara: Also ich mag ja Elefanten. 
MA: Ja, Elefanten sind schön. Die gehören auf unsere Erde. Nimm doch mal die Elefanten aus unserem Bild heraus. Und auch alle anderen Tiere, die an Land leben. 
Und stelle sie daneben. (Clara wird aktiv.)
Clara: Die Elefanten sind nicht nur schön. Die sind auch stark. Sie können sehr viel tragen. 
MA: Ja, Tiere sind auch wichtig und nützlich. 
Clara: Da sind ja noch mehr Tiere. Wieso liegen denn die Fische noch hier?
MA: Weißt du denn, wo die Fische leben? 
Clara: Na klar! Im Wasser. 
MA: Die Fische haben ihren eigenen Lebensraum, das Wasser. Auch sie gehören zu unserer Welt. Ohne Fische und die anderen Tiere im Wasser wären die Meere und Seen anders als wir sie kennen. Dann leg doch mal bitte auch alle Fische an die Seite. (Clara wird aktiv.)
Clara: Jetzt sind immer noch Tiere da – die Vögel. 
MA: Genau, die Vögel, sie können hoch durch die Luft fliegen. Und sie bauen sich ihre Nester weit oben in den Bäumen oder auf den Dächern. Sammle auch sie ein. (Clara wird aktiv.) Jetzt haben wir aber wirklich alle Tiere, die auf unserer Erde leben. 
MA: Jetzt gibt es nur noch eine Sorte Lebewesen in unserem Bild: die Menschen. Kinder, Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, ganz unterschiedliche. Die Menschen haben die Aufgabe, sich um die ganze Erde zu kümmern: Die Tiere zu versorgen und aufeinander achtzugeben. Nimm auch mal alle Menschen aus dem Bild, Clara. (Clara wird aktiv.)
Clara: Duuu, da sind ja so viele Sterne. Neulich habe ich mit meinem Opa noch eine Nachtwanderung gemacht. Da haben wir soooo viele Sterne gesehen. Das war cool!
MA: Oh, wie schön! Hattest du denn gar keine Angst bei der Nachtwanderung?
Clara: Nein, die Sterne und der Mond haben ja geleuchtet. (Kurze Pause) Aber ich war auch froh, dass mein Opa dabei war. 
MA: (Schmunzelt) Das ist toll. Dann sammel jetzt mal die Sterne, den Mond und die Sonne ein und lege sie an den Rand unseres Bildes.
(Clara wird aktiv; währenddessen:) 
MA: Die Sterne und der Mond leuchten uns in der Nacht. Und die Sonne wärmt uns bei Tag. Ihr merkt ja: Jetzt kommt der Herbst. Die Sonne scheint nicht mehr so warm. Der Sommer ist vorbei. Und nach dem Herbst kommt der Winter und dann das Frühjahr. Für unsere Natur ist dieser Wechsel der Jahreszeit wichtig. Damit alles blühen, wachsen und Früchte tragen kann. Und auch wieder Kraft sammeln, bevor es von vorne losgeht. 
Clara: Ah, du meinst die Blumen und Bäume.
MA: Wozu brauchen wir denn die Bäume und Blumen? 
Clara: Na, an den Bäumen wachsen Äpfel und Zwetschgen. Und viele andere Früchte, die wir essen können. Und im Sommer gibt der Schatten der Bäume Schutz vor der Sonne. Und die Pflanzen machen die Luft sauber. 
MA: Ja, für das alles sind Pflanzen gut. Dann, liebe Clara, sammele auch die Pflanzen ein und lege sie an den Rand. (Clara wird aktiv.)
MA: Und was sehen wir jetzt noch? 
Clara: Da ist das blaue Tuch, da waren vorher die Fische im Wasser. Und das braune und grüne Tuch, da standen die Tiere und Menschen drauf. 
MA: Diese Tücher darfst du auch mal vorsichtig wegnehmen. 
(Clara hebt die Tücher vorsichtig hoch und legt sie zur Seite. Währenddessen:)
MA: Auf unserer Erde gibt es ganz unterschiedliche Lebensräume. Es gibt sie im Wasser. In der Luft. Es gibt warme und kalte Lebensräume. Solche im Wald und in den Bergen und in der Wüste. So haben Menschen und Tiere Orte, an denen sie gut leben können. 
Clara: Was ist denn mit mit diesen beiden Tüchern? Sind das auch Lebensräume?
MA: Nein, das sind keine Lebensräume. Aber hast du eine Idee, wofür das helle und das dunkle Tuch hier liegen?
Clara: (Nachdenklich) Hell und dunkel … – so wie Tag und Nacht?! 
MA: Genau. Auch das brauchen wir, um zu leben. Eine Zeit, in der es dunkel ist und wir schlafen können. Und das Licht bei Tag, damit wir etwas sehen können, wenn wir wach sind. 
Clara: Soll ich auch noch wegnehmen? Kommt da noch etwas?
MA: Ja, nimm sie weg. 
(Clara nimmt die Tücher weg; der Farbwirbel kommt zum Vorschein.)
Clara: Was ist denn das?
MA: Wir haben alles, was auf unserer Erde lebt und wächst, nach und nach »eingesammelt«. 
Wir haben die verschiedenen Lebensräume entdeckt und den Tag und die Nacht. 
Und jetzt fragen wir uns: Was war noch vor alldem? (Kinder fragen) Was meint ihr? Was könnte denn da noch sein?
(Kinder antworten lassen)
MA: Das ganze Leben, die ganze Erde hat irgendwann mal angefangen. Die Wissenschaft kann heute erklären, wie aus den kleinsten Teilen das Leben entstanden ist. Und wie über Millionen von Jahren unsere Welt so wurde, wie sie heute ist. Viele sagen, am Anfang der Welt war der »Urknall«. Das eine Ereignis, das alles Leben in Gang gebracht hat. 
Wir haben gerade entdeckt, wie alles auf der Welt eine Ordnung hat. Es gibt einen Grund, warum alles genau so ist, wie es ist. Da steckt von Anfang an etwas dahinter: Gott. 
Gott, der sich die ganze Erde ausgedacht hat. 
Der die Idee hatte, uns Menschen zu machen und alles, was auf der Erde ist. 
Gott ist in allem: In den Sternen, in den Tieren und auch in uns Menschen.

Lied

Gott gab uns Atem, damit wir leben 
(EG 432, KuS 518)

Aktion Schöpfung

Siehe hierzu »Kreative Umsetzung der Geschichte«, Seite 488

Lied 

Himmel, Erde, Luft und Meer (EG 504, KuS 620)

Gebet 

Gott, 
danke, dass du dir die Welt so wunderbar ausgedacht hast.
Wir staunen, wie alles so gut geordnet ist.
Gott, 
danke, dass du uns Menschen unseren Platz in dieser Welt gibst.
Danke, dass du bei uns bist. 
Gott, 
wir bitten dich für unsere Erde.
Wir sehen, dass vieles nicht mehr gut ist.
Dass die Natur zerstört wird.
Dass wir oft sorglos mit unserer Erde umgehen.
Hilf uns, dass wir unseren Teil dazu beitragen, die Erde zu bewahren. 
Damit wir und alle und die ganze Erde eine Zukunft haben. 
Amen. 

Vaterunser
Lied

Segne uns mit der Weite des Himmels 
(KuS 182, KG 142)

Segen
Der besondere Tipp

Gott hat die ganze Welt gemacht
Minibüchlein

Mit Spaß und Neugier suchen, schauen und entdecken und dabei über Gottes schöne Welt staunen. 

€ 1,80
(ab 25 Ex. je € 1,75; ab 50 Ex. je € 1,70); 

Best.-Nr. 2156

junge-gemeinde.de

1. Mose 1,1–2,4a

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Wir lesen gemeinsam den Text aus der Bibel.

Wir kommen darüber gemeinsam ins Gespräch

Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder wachsen heute schon früh in einer medialen Welt auf, in der sie Fakten erfahren und mit Fake News konfrontiert werden. Schon im Grundschulalter weiß jedes Kind etwas vom Urknall und von der Evolutionstheorie. 
Dieses Wissen und den natürlichen Wissensdurst möchten und dürfen die Kinder gerne einbringen, denn Neugierde und Lernen sind gute Gaben Gottes. 
Auch für Kinder ist der »Blick des Glaubens« auf die Entstehung der Welt als Gottes Schöpfung interessant und hilfreich.

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Du bist du (KuS 468, Wwdl 201)
Gott gab uns Atem, damit wir leben (EG 432, KuS 518)
Er hält die ganze Welt (KuS 610, KG 143)

Psalmgebet 

nach Psalm 104 (KuS 670)

Gebet 

Siehe hierzu »II. Liturgische Elemente zur ganzen Reihe«, Seite 406.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Schöpfungsspiel (Für die Jüngeren)

(In Kombination mit dem Lied »Er hält die ganze Welt«)
Jedes Kind denkt sich ein Tier, eine Pflanze oder ein Ding aus, das Gott gemacht hat. Es überlegt, wie es dieses ausgesuchte Geschaffene mit Geräuschen und/oder Gesten/Bewegungen darstellen kann.
Reihum darf jedes Kind sein Ausgesuchtes darstellen – die anderen raten, was es ist. Wenn es erraten ist, wird eine Strophe des Liedes »Er hält die ganze Welt« mit diesem Begriff gesungen. (Zum Beispiel: Ein Kind stellt einen Elefanten dar. Also wird gesungen: »Er hält den großen Elefanten in seiner Hand«.)
Es ist ratsam, schon ein paar Darstellungen seitens des Teams parat zu haben, um zu Beginn das Eis zu brechen.

Theologisieren (Für die Älteren)

Dieses Thema lädt regelrecht dazu ein, mit den älteren Kindern zu theologisieren. 
Hierzu können beide Geschichten Impulse geben.

Geschichte für die Älteren: 
Hier wird sich die Diskussion eher beschäftigen mit Glauben und Wissenschaft und das »Mehr« des Vertrauens und der Hoffnung in uns

Geschichte für die Jüngeren: 
Hier kann der Bibeltext bzw. die Geschichte für die Jüngeren Anregung sein, sich mit dem verantwortlichen Umgang mit der Welt zu beschäftigen: Umweltschutz, Klimawandel, Artensterben, Biodiversität. 

Wichtig bei beiden Möglichkeiten des Theologisierens bleibt jedoch, dass die Kinder ihre Fragen und Interessen einbringen.
Welche der beiden Geschichten gewählt wird, hängt womöglich auch davon ab, über welche Themen es im Team fundiertes Wissen gibt. Vielleicht können auch gezielt engagierte Mitglieder aus der Gemeinde eingeladen werden, die zu diesem Thema in den Kindergottesdienst kommen.

Der besondere Tipp

Alles dreht sich um Schöpfung und Erntedank (Bastelbogen)

Zwei Einlegescheiben erlauben diesem Bastelbogen viele Möglichkeiten: Die 1. erzählt in sieben Bildern die Schöpfungsgeschichte; die 2. bietet Platz für den ganz eigenen Dank an Gott. 

€ 1,60 (ab 10 Ex. je € 1,50); 
Best.-Nr. 1638

Figurenset Schöpfung
Für die Erzählschiene

Mit 10 Illustrationen, die beidseitig auf sehr stabilem Karton gedruckt sind, kann mit dem beiliegenden Textvorschlag die Schöpfungsgeschichte nach 1. Mose 1,1–1,4a erzählt werden.

€ 11,00; Best.-Nr. 1764

junge-gemeinde.de

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Die Geschichte ist mit Geräuschen. Wer mag, kann die Augen schließen.  Material: Klangschale/Gong; Geräusche für die jeweiligen Schöpfungstage (je nach Teamgröße werden diese entweder live generiert oder als Audiodatei auf entsprechenden Opensource-Portalen heruntergeladen – wie z. B. freesound.org – und über Lautsprecher abgespielt)

Sie können über die beigefügten Audiodateien für jeden Tag entsprechende Klänge herunterladen, die der Autor für diesen ausgesucht und zusammengestellt hat. 

Besonders eindrücklich ist, wenn sich die Geräusche im Verlauf der Geschichte addieren. So wird es immer lauter, lebendiger, wuseliger.

Der erste Tag

Wir sind am Anfang. 
Am Anfang aller Zeiten.
Nur Gott ist da. Sonst nichts.
Gott sagt: »Licht soll werden.« 
Und nur durch Gottes Wort wird es Licht. Gott findet das Licht toll! 
Und Gott trennt das Licht von der Finsternis und schafft so Tag und Nacht.
Und es wird Abend und es wird Morgen. Der erste Tag. 
(Klangschale/Gong anschlagen und ausklingen lassen)

Der zweite Tag

Und Gott sagt: »Eine Art Dach soll sein zwischen dem Urmeer und allem darüber.«
Und nur durch Gottes Wort entsteht der Himmel. Gott findet den Himmel toll!
Und es wird Abend und es wird Morgen. Der zweite Tag.
(Klangschale/Gong anschlagen und ausklingen lassen)

Der dritte Tag

Und Gott sagt: »Das Wasser soll zusammenkommen und so trockenes Land freigeben. Das Land soll ›Erde‹ heißen, das Wasser soll ›Meer‹ heißen.« Gott findet die Erde und das Meer toll! 
Und Gott sagt: »Pflanzen sollen überall wachsen. Bäume, Blumen, Büsche, Wiesen …«
Und nur durch Gottes Wort entstehen ganz viele verschiedene Pflanzen: Bäume, Blumen, Büsche, Wiesen … Und Gott findet auch die Pflanzen toll!
Und es wird Abend und es wird Morgen. Der dritte Tag!
(Klangschale/Gong anschlagen und ausklingen lassen)

Der vierte Tag

Und Gott sagt: »An dieses Himmelsdach will ich Lichter hängen. Verschiedene Lichter für den Tag und die Nacht. Damit kann man dann auch Tage und Monate berechnen. Den ganzen Kalender.«
Und nur durch Gottes Wort sind am Himmel Lichter: Ein großes für den Tag. Das ist die Sonne. Und ein kleineres für die Nacht. Das ist der Mond. In der Nacht sind da noch kleine Sterne, ganz viele! Gott findet die Himmelslichter toll!
Und es wird Abend und es wird Morgen. Der vierte Tag. 
(Klangschale/Gong anschlagen und ausklingen lassen)

Der fünfte Tag

Gott sagt: »Im Wasser und in der Luft sollen Tiere sein. Solche, die im Wasser schwimmen und solche, die in der Luft fliegen.« 
Und nur durch sein Wort sind da Tiere im Wasser, dass es nur so wimmelt: Fische, Krabben, Frösche und viele mehr.
Und es sind Tiere in der Luft, dass es nur so rauscht und summt: Vögel, Bienen, Libellen und alle Insekten. Gott findet die Tiere im Wasser und in der Luft toll! 
Und es wird Abend und es wird Morgen. Der fünfte Tag.
(Klangschale/Gong anschlagen und ausklingen lassen) 

Der sechste Tag

Gott sagt: »Tiere sollen auch auf dem Land leben. Tiere, die laufen, schleichen, krabbeln, klettern.« 
Und nur weil Gott das sagt, sind Tiere auf der Erde, dass es nur so wuselt: Vom großen Elefanten bis zur kleinen Maus, Und Gott sieht die Tiere und findet sie echt toll!
Da sagt Gott: »Ich will Menschen machen. Die sollen mir ähnlich sein.« 
Und durch Gottes Wort sind da Menschen: Männer und Frauen.
Und Gott sieht die Menschen und findet sie echt total toll!
Und Gott sagt: »Euch Menschen vertraue ich diese Erde an. Ihr sollt all dies hier behüten. Ihr sollt dafür sorgen, dass es allen Tieren und Pflanzen gut geht. Gebt auf diese Erde acht!«
Und es wird Abend und es wird Morgen. Der sechste Tag.
(Klangschale/Gong anschlagen und ausklingen lassen) 

Der siebte Tag

Am siebten Tag ist Gott fertig mit seiner Schöpfung. Er ruht sich aus. Gott sagt: »Auch die Menschen und alle Geschöpfe dürfen sich am siebten Tag ausruhen von der anstrengenden Woche. Ihr dürft euch freuen und genießen, was ich geschaffen habe.«

Der besondere Tipp

Klangschalenset

Mit Messing-Klangschale, Holzklöppel und Kissen.
Der helle, langanhaltende Klang setzt auf eine feine Art hörbare »Zeichen«, die leise und dennoch eindringlich sind; 8 cm Ø.

€ 28,00

Best.-Nr. 480 

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Erzählung für Ältere

Zuerst aus der Bibel 1. Mose 1,1–2,4a möglichst lebendig vorlesen (Tipp: Ich empfehle hierzu die BasisBibel). Die folgende Geschichte dann als Diskussionsimpuls verwenden.

Mechthild zu Besuch bei ihrem Opa

»Opa! Da vorne ist ein schattiges Plätzchen unter dem alten Baum. Wollen wir da hin?« Mechthild schiebt den Rollstuhl entschlossen in diese Richtung, noch bevor ihr Großvater antworten kann. »O ja, da bin ich gerne an solch sonnigen Herbsttagen wie heute. Leider sehe ich nicht mehr so gut. Aber dass das Laub jetzt bunt ist und in den schönsten Farben leuchtet, das kann ich auch mit meinen trüben Augen sehen.« 
Mechthild stellt den Rollstuhl neben eine Bank unter dem Baum und setzt sich. Sie atmet tief und sagt: »Mensch Opa! Wie schön du es hier doch hast! Du wirst gut versorgt vom Pflegepersonal und hast diesen wunderbaren Park direkt vor dem Pflegeheim … O, siehst du das Eichhörnchen? Da, auf dem Ast!«
Großvater lächelt, aber blickt nicht nach oben. Stattdessen sagt er: »Zum Glück sind meine Ohren noch besser als meine Augen. Ich höre das Eichhörnchen. Lass uns eine Weile still sein und einfach spüren, was da ist: Den sanften Wind, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel und Summen der Insekten …«

Wie schön Gott alles gemacht hat

Die Zwei sitzen eine Weile still da. Mechthild mag ihren Großvater echt gerne. Nun wohnt er schon seit etwas mehr als einem Jahr in diesem Seniorenheim. Es ist nah bei ihrer Schule und so besucht Mechthild ihren Opa mindestens einmal die Woche. Das macht sie, obwohl sie jetzt als Sechstklässlerin und aktive Spielerin in zwei Sportvereinen kaum noch Zeit hat. Aber die Besuche bei ihrem Großvater sind wie kleine Oasen in ihrem turbulenten und aktiven Alltag.
Schließlich sagt Großvater in diese andächtige Stille hinein: »Wie schön doch Gott das alles gemacht hat. Findest du nicht?« – »Ach Opa«, sagt Mechthilf lächelnd, »ich bin doch keine fünf mehr. Ich bin 12! Willst du jetzt echt noch mit diesen Kindergeschichten kommen? Dass die Welt in nur sechs Tagen erschaffen wurde. Heute wissen wir doch, dass es einen Urknall gab. Und dass sich seither alles entwickelt hat … über Jahrmillionen hinweg.«

Naturwissenschaft und Glaube ergänzen sich

Großvater muss schmunzeln: »Ja, so sagen es die Forschungen der letzten Jahrzehnte. Das musst du mir nicht sagen. Ich habe ja selbst lange genug an der Universität gelehrt und geforscht.«
Mechthild entgegnet staunend: »Du … an der Uni? Das wusste ich ja noch gar nicht! Und trotzdem glaubst du an Gott, obwohl du Wissenschaftler bist? Wie geht das? Die Wissenschaft hat doch gezeigt, dass es Gott nicht gibt.« 
Jetzt kichert der Großvater: »Sooo? Die Wissenschaft hat das also gezeigt. Ich kann dir nur sagen, wie das für mich ist: Ich sehe das nämlich gar nicht als ein Entweder-Oder, sondern mehr als ein Sowohl-als-Auch. Natürlich erkenne ich die Forschungen meiner Kollegen an. Ich gehe auch davon aus, dass es einen Urknall gab und sich alles weiterentwickelt und den Lebensumständen anpasst. Ich glaube aber auch, dass Gott es war, der dies alles bewirkt hat. Das eine widerspricht nicht dem anderen, sondern sie ergänzen sich.«

Nicht Zufall, sondern Liebe

»Aber Opa«, unterbricht Mechthild »wie soll sich das denn ergänzen? Jahrmillionen, die die Entwicklung gebraucht hat, und die sechs Tage, wie es die Bibel beschreibt? Das passt doch nicht! Mir hat mal jemand gesagt: ›Glauben ist Nichtwissen.‹ Und ich weiß schon viel. Deshalb kann ich das nicht glauben.«
Großvater lacht: »Da hast du dann wohl einen doofen Wissenschaftler zum Opa, der auch noch an Gott glaubt … Aber Spaß beiseite: Für mich ist Glaube nicht gleichbedeutend mit Nichtwissen. Für mich ist Glaube vielmehr Vertrauen. Zusätzlich zum Wissen – und manchmal auch trotz des Wissens. Ich vertraue darauf, dass es etwas gibt, das größer ist als wir selbst. Das unvorstellbar ist: Gott. Und ich vertraue darauf, dass dieser Gott Interesse an uns hat. Dass er uns sogar unendlich liebt. Auch mich alten, nutzlosen Mann im Rollstuhl. Wir alle und das hier alles entstand nicht aus bloßem Zufall. Nein, sondern aus Liebe.«
Mechthild wird nachdenklich: »Hm. Schön, wenn das für dich so geht. Ich denke immer noch, dass sich das irgendwie widerspricht.«
Großvater nickt. »Die Schöpfungsgeschichte ist kein wissenschaftlicher Bericht. Sie ist fast schon ein Gedicht mit ihrem sich wiederholenden Kehrvers ›Und es war Abend und es war Morgen …‹. Und doch erstaunt es mich, wie viel dieser uralte Text an Wissen in sich birgt.«
Mechthild steht auf. Sie muss nach Hause. Während sie Großvater zurückschiebt, sagt sie: »Ich merke, ich weiß viel mehr über die wissenschaftlichen Dinge als über Gott. Vielleicht kannst du mir ja bei meinen Besuchen mal diese alten Geschichten von Gott erzählen?« Großvater lächelt: »Sehr gerne. Und auch die neuen Geschichten.«

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

»Der Sündenfall«, wie die Geschichte in der Lutherbibel überschrieben ist, hat eine Wirkungsgeschichte entfaltet, die viele Missverständnisse in sich birgt, die auch unser Verständnis der Geschichte mitgeprägt haben. Deshalb ist es wichtig, sich zunächst der Frage zu stellen:

  • Welche Bilder habe ich im Kopf, wenn ich an diese Geschichte denke?

Die Bilder werden in kurzen Sätzen notiert, um anschließend anhand des biblischen Textes überprüft zu werden.

Zum Text / Zum Thema
  • Mit der Erkenntnis von Gut und Böse war das Leben im Paradies ein Ende. Hatte zuvor Gott dafür gesorgt, dass es dem Menschen an nichts fehlt, es ihm rundum gut geht, wird er nun in die raue Welt jenseits des Gartens verbannt. Unter Mühen muss er seinen Lebensunterhalt verdienen.
  • Doch was noch viel schwerer wiegt: Die Menschen müssen nun selbst erkennen, was gut und was böse ist. Zu dieser Erkenntnis gehört auch die Möglichkeit, schuldig zu werden. Die Menschen, die wie Gott sein möchten, stehen nackt da – nackt voreinander und vor Gott. Dennoch ist nicht alles aus und vorbei. Gott lässt die Menschen nicht fallen.
  • Die Erzählung in 1. Mose 3 ist entstanden aus der Sehnsucht nach einem Paradies, in dem alles gut ist. Es ist keine Geschichtsschreibung, die behauptet, am Anfang sei alles gut gewesen und die ersten Menschen hätten es für immer verdorben. Das Böse ist Teil der Schöpfung – ein bitteres Rätsel, auf das niemand eine Antwort weiß. Gott selbst weiß um das Böse. Der Mensch hat die Wahl und ist für sich selbst und für die Welt verantwortlich.
Die Kinder und der Text / das Thema
  • Dass wir Menschen nicht in einem Paradies leben, wissen die Kinder. Und trotzdem fragen sie, wie die Erwachsenen, nach dem »Warum«. Hier ist Aufrichtigkeit wichtig: Auch wir wissen nicht, warum es das Böse gibt. Aber wir haben die Wahl zwischen Gut und Böse. Das ist nicht immer einfach. Doch die meisten Menschen haben durch ihre Erziehung eine Einschätzung bzw. ein Gefühl davon, was gut und was böse ist. Dabei entwickeln Kinder, die von Geburt an Liebe, Respekt, Freundlichkeit und Zuwendung erfahren andere Eigenschaften als Kinder, die von Anfang an auf Verwahrlosung, Missachtung oder gar Misshandlung stößt. Ein geschlagenes Kind lernt zu schlagen und zu verletzen, während ein geliebtes Kind lernt, andere zu respektieren. Dennoch können auch wohlbehütete Kinder andere bewusst oder unbewusst verletzen.
  • Gottes Liebe, Fürsorge und Vergebung gilt allen Menschen – auch denen, die Verbotenes tun, falsch handeln, schuldig werden. Dies den Kindern zu vermitteln ist eine wichtige Aufgabe – nicht nur im Kindergottesdienst.

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Lieder

Wir malen Gottes Paradies (R. Krenzer/D. Jöcker, anzuhören auf YouTube)

Du hast uns deine Welt geschenkt (KuS 631/LJ 502/LHE 355);

Manchmal ist meine Angst riesengroß (MKL2, 73)

Gebet

Manchmal macht es mir Spaß,

etwas Verbotenes zu tun.

Dann freue ich mich,

wenn niemand etwas merkt.

Wenn ich doch erwischt werde,

lasse ich mir schnell eine Ausrede einfallen.

Ich weiß, dass das nicht richtig ist, lieber Gott.

Ich schäme mich für das, was ich getan habe.

Lass mich erkennen, was gut ist und was böse.

Hilf du mir, dass ich das Richtige tue.

Und wenn ich etwas falsch gemacht habe,

lass mich ehrlich sein und um Vergebung bitten.

Bilderbuch

Wer einen Schwerpunkt auf die gegenseitigen Schuldzuweisungen und deren Folgen legen möchte, dem sei folgendes Bilderbuch empfohlen:

David McKee: Du hast angefangen! Nein du!, Fischer Sauerländer, 2019, ab 4 Jahren

Kreative Umsetzung der Geschichte
Paradies-Kratz-Bild (für Jüngere)

Mit Wachsstiften malen die Kinder gemeinsam ein großes, buntes Bild vom Paradies. Anschließend wird das Bild mit schwarzen Wachsstiften dick übermalt (es sollte keine bunte Fläche mehr zu sehen sein). Mittels Kratztechnik werden dann einzelne Flächen wieder freigelegt. So wird Schönes wieder sichtbar und dunkle Flächen bleiben bestehen. So ist unsere Welt nun einmal. Wir können aber dafür sorgen, dass sie durch uns ein wenig heller wird.

Dieses Bild kann auch schrittweise im Laufe der Erzählung entstehen:

  • Leben im Paradies (buntes Paradiesbild)
  • Vertrieben aus dem Paradies (Bild schwarz übermalen)
  • Gutes und Böses (einzelne bunte Stellen freikratzen)
Baum der Erkenntnis (für Ältere)

Mit älteren Kindern kann der »Baum der Erkenntnis von Gut und Böse« gestaltet werden. An die eine Seite des Baumes werden bunte Papierblätter geklebt, auf die gute Eigenschaften geschrieben wurden; auf die andere dunkle Blätter mit schlechten Eigenschaften.

Zusammen wird überlegt, was wir dazu beitragen können, Böses in Gutes zu verwandeln. Das jeweilige dunkle Blatt wird dann durch ein buntes ersetzt.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Jüngere.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

Erzählung für Jüngere

III. Erzählung

Mit Schlangen-Handpuppe (z. B. von Folkmanis oder selbst hergestellt aus einem langen Strumpf)

Die kluge Schlange

Hallo, liebe Kinder! Keine Angst, ich bin Serpa, eine Schlange. Aber ich tue euch nichts. Ich möchte euch meine Geschichte erzählen. Die ist ein bisschen traurig. Nicht immer hatten die Menschen Angst vor mir. Und nicht immer musste ich auf der Erde umherkriechen. Ich war ein freundliches und fröhliches Tier wie viele andere auch. Aber ich bin klüger als alle anderen Tiere. Das war schon immer so, denn Gott hat es so gewollt.

Die Bäume im Paradies

Vor langer, langer Zeit lebte ich in einem wunderschönen Garten. Im Paradiesgarten gab es tolle Bäume mit leckeren Früchten. Die haben sich alle schmecken lassen: Die Tiere und auch die beiden Menschen, die in dem Garten lebten. Das waren ein Mann mit Namen Adam und eine Frau, die hieß Eva. Die beiden waren nackt, aber das störte sie nicht.

In der Mitte des Gartens wuchs ein besonderer Baum: Der Baum von Gut und Böse. Gott sagte zu Adam und Eva: »Ihr dürft von allen Bäumen im Paradies essen. Aber die Früchte des Baumes von Gut und Böse, die dürft ihr niemals essen. Wenn ihr davon esst, werdet ihr sterben.«

»Mmmh«, dachte ich mir, »was soll das denn? Warum verbietet Gott das?«

Die verbotene Frucht

Und so fragte ich Eva: »Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr nicht von allen Bäumen des Gartens essen dürft?«

Eva antwortete: »Nein, das hat er nicht gesagt. Er hat gesagt, wir dürfen von allen Bäumen essen. Nur die Früchte vom Baum in der Mitte des Gartens sind verboten.«

Ich hakte nach: »Warum denn das?«

»Gott hat gesagt, dass wir sterben müssen, wenn wir von diesem Baum essen«, antwortete Eva.

»Papperlapapp«, sagte ich, »ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben! Bestimmt will Gott nicht, dass ihr davon esst, weil ihr dann klug werdet und wisst, was gut ist und was böse. Das will Gott für sich behalten, damit ihr nicht wie Gott seid!«

Eva sah den Baum an. »Die Früchte sehen so lecker aus! Die Schlange hat recht. Es wird schon nichts passieren.« Eva nahm eine Frucht von dem verbotenen Baum und biss hinein. Die Frucht schmeckte köstlich! Deshalb gab sie auch Adam eine. Er aß sie sofort.

Da geschah etwas Merkwürdiges. »Wir sind ja nackt!«, riefen sie wie aus einem Mund. Schnell pflückten sie sich große Blätter von einem Baum und deckten sich damit zu.

Wer hat Schuld?

Als Gott am Abend im Garten spazieren ging, versteckten sich Adam und Eva, weil sie wussten, dass sie etwas Verbotenes getan hatten. Gott rief nach den beiden. Die schämten sich, weil sie nackt waren. »Woher wisst ihr, dass ihr nackt seid?«, fragte Gott die beiden. »Habt ihr von dem verbotenen Baum gegessen?«

Sofort sagte Adam: »Eva hat Schuld, sie hat mir eine Frucht von dem Baum gegeben!« Und Eva sagte: »Die Schlange hat Schuld, sie hat mich verführt!«

So sind sie, die Menschen, immer schieben sie die Schuld auf andere!

Die Folgen

Da sagte Gott zu mir: »Weil du das getan hast, sollst du für immer auf dem Bauch durch den Staub kriechen, und die Menschen sollen Angst vor dir haben.«

Zu Adam und Eva sagte Gott: »Auch ihr werdet ab jetzt ein schweres Leben haben.«

Das fand ich nur gerecht. Sie hätten ja nicht auf mich hören müssen. Aber Gott war noch nicht fertig. »Weil ihr jetzt wisst, was gut ist und was böse ist, schicke ich euch fort aus dem Paradiesgarten in die Welt. Seht zu, wie ihr dort zurechtkommt. Hoffentlich wisst ihr Menschen jetzt immer, was gut für euch ist, und tut nichts Böses.«

Ob das geklappt hat?

Ihr wisst es selbst: Es gibt so viel, was nicht gut ist. Oft sind die Menschen böse zueinander. Sie sagen schlimme Sachen und manchmal tun sie einander richtig weh. Und sie haben immerzu Angst vor all dem Schrecklichen, was passieren kann.

Das ist meine Geschichte, liebe Kinder. Die wollte ich euch heute erzählen, damit ihr gut auf euch und auf die anderen aufpasst.

Und jetzt verabschiede ich mich. Macht es gut.

Der besondere Tipp

Adam und Eva

Bildkarten-Set für das Kamishibai-Erzähltheater

12 stabile, DIN-A3-große Illustrationen von Petra Lefin erzählen die Geschichte der Menschen im Garten Eden; mit vollständig ausgearbeiteter Textvorlage.

€ 16,00 (ab 01.01.2023 € 18,00);

Best.-Nr. 9003

www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

Erzählung für Ältere

Der Traum vom Paradies

Wer wünscht sich nicht, in einem Paradies zu leben? Das ist wohl der Traum aller Menschen! Wer möchte nicht an einem Ort leben, an dem alles gut ist? An dem es für alle genug zum Leben gibt. Wo die Menschen friedlich zusammenleben. Wo es kein Leid und keine Krankheiten gibt und auch die Natur gesund und wunderschön ist.

Wir alle sehnen uns nach einem solchen Paradies und wissen doch, dass es das nicht gibt. So ging es den Menschen zu allen Zeiten. Vor langer Zeit erzählten sie eine Geschichte vom Paradies.

Gottes Paradies

Gott hatte für die ersten Menschen auf der Erde einen großen Garten angelegt, in dem sie wohnen konnten. Die Frau hieß Eva. Der Mann hieß Adam. Die beiden aßen von den Früchten, die sie fanden. Sie liebten die Tiere, die dort lebten. Und sie liebten einander. Sie lachten miteinander und freuten sich ihres Lebens. Die Menschen hatten noch keine Kleider an, aber sie fanden nichts Schlimmes dabei. Sie kannten keine Angst und keine Schmerzen. Gott war bei ihnen und sorgte für sie. Alles war gut.

Der verbotene Baum

Alles war den Menschen erlaubt. Nur eines hatte Gott verboten. Mitten im Garten stand ein Baum mit verlockenden Früchten: Der »Baum der Erkenntnis«. Von diesem Baum durften sie nicht essen. Gott hatte zu ihnen gesagt: »Die Früchte von allen Bäumen im Garten dürft ihr essen. Aber von diesem Baum sollt ihr keine Frucht essen. Sonst werdet ihr sterben.« Adam und Eva machte das nichts aus. Es gab ja genügend andere Früchte.

Die Versuchung

Als Adam und Eva wieder einmal im Garten unterwegs waren, um Früchte zu sammeln, hörte Eva plötzlich eine Stimme. Sie kam von dem Baum in der Mitte des Gartens. Eva blieb stehen. Wer redete dort? Sie konnte niemanden sehen. Ob die Stimme nur in ihrem Kopf war? Da entdeckte sie eine Schlange. Die flüsterte ihr zu: »Hat Gott etwa gesagt, dass ihr nicht von allen Früchten essen dürft?« – »Aber nein!«, widersprach Eva. »Wir dürfen alles essen. Nur eben von diesem einen Baum dürfen wir nichts essen. Sonst müssen wir sterben.« – »Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben!«, erwiderte die Schlange. »Das hat Gott nur so gesagt. Denn es ist nicht wahr. Ihr werdet stattdessen klug werden. Klug wie Gott selbst.«

Eva sah den Baum genauer an. Gerade die verbotenen Früchte schienen besonders verlockend zu sein … Da hatte Eva auch schon eine der herrlichen Früchte in der Hand und biss hinein. Sie gab Adam davon und auch er biss hinein.

Auf einmal gingen den beiden die Augen auf. Sie schauten sich an und bemerkten, dass sie nackt waren. Schnell rissen sie ein paar Feigenblätter ab und banden sie sich um.

Wer hat Schuld?

Schon kam der Abend herbei. Da hörten sie, wie Gott durch den Garten kam. Schnell liefen sie weg und versteckten sich zwischen den Bäumen. Sie hörten, wie Gott nach ihnen rief: »Adam, wo bist du?« Adam antwortete: »Ich habe dich im Garten gehört und Angst bekommen. Ich habe mich versteckt, weil ich nackt bin!« Gott fragte: »Woher weißt du, dass du nackt bist? Hast du von dem verbotenen Baum gegessen?« – »Die Frau hat mir davon zu essen gegeben«, antwortete Adam. Da fragte Gott auch Eva: »Was hast du getan?« Und Eva antwortete: »Die Schlange hat mich dazu verführt. Deshalb habe ich davon gegessen.«

Die Strafe

Zu der Schlange sagte Gott: »Verflucht sollst du sein, weil du das getan hast! Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen und zwischen dir und den Menschen soll für immer Feindschaft sein.«

Und zu Eva sagte er: »Jedes Mal, wenn du schwanger bist, wirst du große Mühen haben und unter Schmerzen deine Kinder gebären. Und der Mann wird über dich bestimmen.«

Dann kam Adam an die Reihe: »Weil du mein Verbot nicht geachtet hast, sollst du ab jetzt mühevoll deinen Lebensunterhalt verdienen. Felder wirst du bebauen, aber Dornen und Disteln werden darauf wuchern und deine Arbeit wird dich viel Schweiß kosten. Weil ihr Menschen klug sein wolltet wie ich, wisst ihr nun, was gut ist und was böse. Seht zu, wie ihr damit zurechtkommt. Von jetzt an tragt ihr selbst Verantwortung für euer Leben und für die Welt.«

Nun war mit einem Mal das herrliche Leben im Garten zu Ende. Eva und Adam konnten dort nicht mehr bleiben. Gott schickte sie fort aus dem Garten und sie konnten nicht mehr dorthin zurückkehren.

Gottes Fürsorge – trotz allem

Doch Gott ließ auch jetzt seine Menschen nicht aus den Augen. Er gab ihnen auch weiterhin, was sie zum Leben brauchten: Kleidung, um sie zu schützen. Korn und Früchte, um ihren Hunger zu stillen. Kinder, damit das Leben weitergeht. Auch wenn das Paradies verloren war, durften die Menschen weiterleben.

Das ist die alte Geschichte vom verlorenen Paradies.

Vielleicht hat es das Paradies so nie gegeben. Aber die Sehnsucht danach tragen alle Menschen in sich. Jede und jeder kann dafür sorgen, dass es bei allem Dunklen und Bösen in der Welt immer wieder ein bisschen heller und besser wird. Bis am Ende Gott alles gut machen wird. Das hat er versprochen.

Birgit Brügge

Hier geht es weiter zur Einheit des 12. März 2023.

I. Vorüberlegungen

Zur Planung des Kindergottesdienstes
  • Es bietet sich an, diesen Kindergottesdienst draußen zu feiern, in einem Park oder Schrebergarten, im Garten eines Gemeindemitglieds oder auf der Gemeindewiese.
  • Wenn nicht draußen gefeiert werden kann, holt man sich die Natur in den Kirchraum/das Gemeindehaus: Mit einer Fantasiereise, bepflanzten Blumentöpfen, einem Labyrinth aus Naturmaterialien.
  • Zur Stärkung am Ende (oder zwischendurch) bekommen die Kinder »Natur zum Schmecken«: Z. B. Wasser, frisch gepresste Säfte, Obst, Kräuter-/Früchtebrot, Brot mit Kräuterquark/Gemüsestreifen.
Zum Text / Zum Thema
  • Wenn wir davon reden, dass das Wasser knapp wird, dachten wir bisher eher an andere Länder und Kontinente. Aber auch hier in Deutschland sind unsere Grundwasserreserven massiv bedroht, selbst das Tiefengrundwasser. Bäche und Flüsse trocknen aus. Die Dürre nimmt auch bei uns zu.
  • Demgegenüber beschreibt der biblische Text einen paradiesischen Zustand. Er entstand zur Zeit König Davids, ca. 400 Jahre vor dem bekannteren »ersten Schöpfungsbericht« (mit der Erschaffung der Erde in sieben Tagen). Im heutigen Text steht die Erschaffung des Menschen an erster Stelle.

Gott wird als Hand-Werker beschrieben, der den Menschen aus Lehm erschafft. Er setzt ihn in ein Paradies, das als Nutz-Garten geschildert wird.

  • Der Mensch ist Teil dieses Gartens, dieser Schöpfung, denn er wurde aus Erde geformt:

Adamah: die Erde; Adam: der Mensch. Man könnte also »Adam« mit »Erdling« oder »Erdwesen« übersetzen.

  • Genauso, wie sich Gott um seine Schöpfung sorgt und sie in guten Händen wissen will, sorgt er sich um den Menschen. Der Mensch, aus Erde gemacht, soll in und mit der Erde arbeiten. Im Gegenzug schenkt ihm diese (Mutter) Erde alles, was er zum Leben benötigt.
Die Kinder und der Text / das Thema

Kinder sind, was Umweltverschmutzung angeht, viel sensibilisierter als früher. Sie wissen, dass die Menschheit nur überleben kann, wenn sie die Schöpfung/Umwelt nicht zerstört. Es geht nur miteinander.

Dabei haben Kinder einen besonderen Blick auf die Natur: Durch ihre Neugier und die uns leider oft verloren gegangene Fähigkeit, über kleinste, unscheinbare Dinge zu staunen, nehmen sie intensiver wahr als Erwachsene.

Aber auch Kinder finden nicht alles in der Schöpfung toll: Manche ekeln sich vor Regenwürmern (die ja übrigens in, von und mit der Erde leben), andere vor Spinnen. Immer mehr Kinder haben Allergien und tun sich schwer, damit, wenn im Frühling die Natur zu neuem Leben erwacht.

Trotzdem sind sich die Kinder ihrer Verantwortung für die Schöpfung und die Natur bewusst. Und sie sind stolz darauf, dass sie auch in ihrem Alter schon dazu beitragen können, dass es der Natur besser geht.

II. Bausteine

Kreative Umsetzung der Geschichte
Ernte »handgreiflich«

Zur Stärkung im oder nach dem Kigo (s. hierzu »I. Vorüberlegungen«).

Toll wäre es, wenn die Kinder Obst direkt vom Baum pflücken könnten. Ihre »Ernte« wird in Butterbrottüten (mit der Aufschrift »Gott sorgt für dich!«) verpackt und mitgenommen: Vielleicht können die Kinder sie sogar in einem Seniorenheim verteilen.

Körper- und Atemübungen
  • Bewusst aus- und einatmen (wohin fließt mein Atem?); den Handrücken anhauchen, anpusten (was fühle ich?) …
  • Einen eigenen »Standpunkt« finden: Wahrnehmen, wie fest unsere Füße auf der Erde stehen, sich dabei vorsichtig hin- und herbewegen.
  • Wie bin ich »geformt«? Die Kinder schließen die Augen und tasten sich ab: Gesicht, Arme, Bauch …
Den Namen hauchen

In einigen Kulturen gibt es den Brauch, dass Kindern nach der Geburt ihr Name vom Familienoberhaupt ins Ohr geflüstert wird.

Die Kinder flüstern einander ihre Namen zu. Wie fühlt sich das an? Die Kinder unterhalten sich über diese Erfahrung.

Erde entdecken

Die Kinder er-fühlen und er-riechen unterschiedliche Erde: Ton, Blumenerde, Lehm …

Umwelt
  • Die Älteren suchen im Internet Informationen zum diesjährigen ökumenischen Schöpfungstag.
  • Menschen aus Umweltgruppen oder Jugendliche, die sich z. B. für »Fridays for future« engagieren, werden eingeladen und kommen mit den Kindern ins Gespräch.
Mit Naturmaterialien arbeiten

Die Älteren gestalten einen Barfußpfad oder legen aus vorher gesammelten Naturmaterialien ein Mandala.

In Gläschen oder Töpfen befinden sich Mais, Senfsaat, Reis, Hirse … Die Kinder ertasten blind, worum es sich handelt. Die jüngeren Kinder dürfen sich die Saaten auch ansehen und dann sagen, was es ist.

Die Kinder gestalten einen Menschen aus Ton. Nach der Trocknung stellen sie ihren Menschen an einen bewusst gewählten Platz in einem Garten. Die hiervon gemachten Fotos werden ausgestellt, zusammen mit den Erklärungen der Kinder für den gewählten Standort.

Materialien und Medien

»Der große Gärtner«, Emil Nolde (1940) – dazu finden sich im Internet viele Bildbeschreibungen und Bezugsquellen. Besonders hervorzuheben ist die von Josef Holzkotte (damals Bundespräses des Kolpingwerks), die unter den Stichworten >kolping.de >emil nolde >der große gärtner gefunden werden kann.

Gestaltungsvorschlag für einen Gottesdienst draußen

Wir treffen uns an der Kirche, am Park- oder Garteneingang.

Begrüßung

»Herzlich willkommen. Schön, dass ihr da seid! Wir machen uns jetzt auf den Weg zu dem Ort, an dem wir Gottesdienst feiern.

Passt auf diesem Weg genau auf:

Was hört ihr? Was seht ihr unterwegs?

Schaut auch nach rechts und links, nach
unten und oben.«

Eröffnung

Wir feiern Kindergottesdienst

im Namen Gottes, der für uns sorgt:

Er hat alles auf der Erde geschaffen, auch uns Menschen –

im Namen Jesu, der uns gezeigt hat,

dass wir aufeinander achten sollen:

Er will unser Vorbild sein –

im Namen des Heiligen Geistes,

der uns Kraft und Stärke gibt:

Er hilft uns, das Richtige zu tun. Amen.

»Ich bin sehr gespannt: Was habt Ihr auf dem Weg hierher gesehen und gehört?«

Lied

Du hast uns deine Welt geschenkt (KuS 631/LHE 355); unter Einbeziehung der Dinge, Tiere, … die die Kinder wahrgenommen haben. Sollte auch Abfall u. ä. vorkommen, wird dies im Kyrie aufgenommen.

Gebet mit Kehrvers

Guter Gott, du hast alles wunderbar geschaffen: Die Welt, die Tiere, die Natur und uns Menschen.

KV, alle: Danke Gott, dass du für uns sorgst.

Jede und jeder von uns ist etwas Besonderes:

Eine kann gut Fußballspielen, ein anderer gut Klavier,

einer kann gut schreiben, eine andere gut singen:

Wir haben so viele Talente unter uns! KV

Du willst, dass es uns gutgeht.

Du kümmerst dich um uns:

Wir haben genug zu essen und zu trinken,

wir haben Kleidung, damit wir nicht frieren,

wir haben ein Dach über dem Kopf. KV

Lied

Guter Gott, wir danken dir (KKH 17A)

Klagegebet (KKH S. 32)
Lied

Guter Gott, erbarme dich (KKH 17B)

Hinführung (Atemübungen)

Setzt euch bequem hin.

Atmet ein paarmal ganz bewusst ein und aus.

  • in den Bauch atmen; in den Rücken; die Hände in die Seite legen und dorthin atmen
  • ganz langsam ausatmen und stoßweise
  • vorsichtig über den Handrücken pusten
Lied

Gott gab uns Atem (EG 432/KuS 518/LJ 242/MKL 73/KKL 68/LHE 305)

Erzählung (im Sandkasten)

Material: Sandhaufen in der Mitte; Schale mit Wasser; Menschenfigur aus Ton (oder anderem Material); blaue Tücher (Fluss); Moos; Muggelsteine; Blumen (in kleinen Blumentöpfen);

Wäscheklammern; Fotos oder von Kindern gemalte Bilder (werden je in eine Wäscheklammer und dann in den Sand gesteckt); Holzkegelfiguren in der Anzahl der Kinder.

Neugierige Kinder

Vor vielen hundert Jahren lebten in einem fernen Land Nomadenvölker.

Die Menschen wohnten nicht in festen Häusern. Auf der Suche nach guten Weideflächen für ihre Tiere, zogen sie durchs Land. Zusammen mit ihren Familien und Herden. Sie bauten dann ihre Zelte auf und lebten dort einige Zeit. Dann zogen sie weiter.

Ich stelle mir vor, bei ihnen lebten Kinder, die genauso neugierig waren wie ihr.

Da war auch ein Junge. Seine Aufgabe war es, sich mit um die Tiere zu kümmern. Dann durfte er zum ersten Mal bei der Geburt eines Kamels ganz nah dabei sein. Das hat ihn schwer beeindruckt.

Man sah ihm an, dass ihm vieles durch den Kopf ging.

Schließlich fasste er sich ein Herz und fragte seinen Vater: »Wie ist eigentlich diese Welt entstanden? Woher kommt das Leben? Ganz am Anfang?«

Der Vater antwortete: »Ich erzähle dir eine Geschichte. Sie handelt von Gott und den Menschen, also auch von uns. Diese Geschichte hat mir mein Vater erzählt. Und der hat sie von seinem Vater gehört. Also hör gut zu,
damit du sie eines Tages auch deinen Kindern erzählen kannst:

Ganz am Anfang, als Gott beschloss, Himmel und Erde zu machen, gab es noch gar nichts auf der Erde: Keine Sträucher und keine Bäume, kein Gras und keine Blumen, keine Menschen und keine Tiere.

Es gab gar nichts, nur Sand und Erde.

(In einer Hand etwas Sand hochhalten und rieseln lassen.)

Alles war trocken, denn Gott hatte es noch nicht regnen lassen. Und ohne Wasser konnte kein Leben entstehen.

Ein Mensch

Aber dann … Kleine Nebeltröpfchen bildeten sich auf der Erde. Es wurden immer mehr.

(Aus der Schale mit der Hand etwas Wasser nehmen und auf den Sand tröpfeln lassen.)

Die Erde nahm das Wasser auf und wurde feucht.

Da nahm Gott etwas Erde und formte daraus einen Menschen.

(Die Tonfigur in die Hand nehmen.)

Und er nannte ihn Adam. Das bedeutet »aus Erde gemacht«.

Dann hauchte Gott ihm den Atem des Lebens ein. (Pusten)

So wurde der Mensch lebendig.

Ein Garten für den Menschen

Gott beschloss, für den Menschen einen Garten anzulegen. In einer Landschaft, die Eden hieß, ließ Gott ganz viel wachsen:

Bäume, an denen leckere Früchte wuchsen,

und zwei ganz besondere Bäume: Den »Baum des Lebens« und den »Baum der Erkenntnis von Gut und Böse«.

Mitten in Eden gab es eine Quelle.

Daraus wurde ein Strom, der in alle vier Himmelsrichtungen floss.

Auf der ganzen Erde gab es nun Wasser.

Genügend Wasser für Leben.

Dazu gab es kostbare Bodenschätze.

So entstand ein richtiges Paradies.

(Kinder gestalten den Garten; s. »Erzählung«, »Material«, noch ohne Kegelfiguren.)

Und Gott setzte den Menschen in den Garten und gab ihm einen Auftrag:

Pass gut auf diesen Garten auf!

Wenn ihr Adam wärt

Wenn ihr Adam wärt, wo würdet ihr als erstes in diesem Garten hingehen? Was würdet ihr gerne tun?

Ich habe für jede und jeden von euch eine Holzfigur. Stellt sie im Garten dorthin, wo ihr jetzt gerne sein würdet.

Lied

Mit der Erde kannst du spielen (KG 138/LH 74)

Kreative Umsetzung

Siehe oben

Fürbittengebet

Guter Gott, du hast die Erde so geschaffen, damit wir alle gut darin leben können:

Menschen und Tiere.

Aber die Erde ist kein Paradies mehr.

Deshalb bitten wir dich heute …

für die Erde, dass sie nicht ausgebeutet wird.

Für das Wasser, dass es nicht verschmutzt und verschwendet wird.

Für die Tiere, dass sie geschützt werden und ein gutes Leben haben.

Für die Menschen, dass sie aufeinander achtgeben und füreinander sorgen, damit niemand leiden muss auf dieser Welt.

Guter Gott, zeige uns, was wir tun können,

damit deine Schöpfung nicht zerstört wird, sondern ein Platz zum Leben bleibt.

Vaterunser
Lied

Bewahre uns, Gott (EG 171/KuS 174/LJ 117/KG 213/KKL 25)

Segen

Birgitt Johanning

Hier geht es zur Reihe Kummer und Trost.

Erzählung für Ältere

Kaputtmacher oder Lebensretter?

Gespräche in der Töpferwerkstatt 3

Zuflucht vor dem Wolkenbruch

Die Tür zur Töpferwerkstatt wird aufgerissen und Johannes steht in der Werkstatt. Er schnappt nach Luft, wie nach einem 100-Meter-Lauf und wischt sich Regentropen aus dem Gesicht. »Uff«, sagt er, »gerade noch rechtzeitig kann ich bei euch Unterschlupf finden.«

Joram und der Meister haben gar nicht bemerkt, dass es mitten am Tag ganz dunkel geworden ist. Jetzt geht der Meister zur Tür und will den Regen sehen. Da fährt ein Blitz vom Himmel, der Donner kracht wie ein Kanonenschlag und dann schüttet es wie aus Kübeln.

»Glück gehabt, Johannes, willkommen in unserer Töpfer-Arche«, sagt der Meister. »Hier bist du sicher.«

Joram und Johannes zucken bei jedem Donnergrollen zusammen. Johannes schaut ängstlich nach oben. Der starke Regen prasselt unablässig aufs Dach und der Sturm rüttelt an der Türe. »Töpfer-Arche«, sagt Joram, » … aber du bist nicht Noah, Meister. Und was heißt hier >sicher<? Ein starker Regen kann einen kleinen Bach zu einem reißenden Strom anschwellen lassen, der Häuser zerstört und die ganze Gegend verwüstet! Schrecklich!«

So viele Fragen

»Müssen wir jetzt auch ertrinken wie die Menschen bei Noah?«, fragt Johannes. »Warum hat Gott bloß den Noah gerettet? Warum mussten so viele Menschen und Tiere bei der Sintflut sterben?« Mit großen Augen schaut Johannes zum Meister.

Wenn ein Krug misslingt

»Du stellst mal wieder Fragen«, sagt der Meister und muss eine Weile nachdenken. »Sag mal, Joram, wenn du an der Töpferscheibe sitzt und dir ein Krug einfach nicht gelingen will? Einmal wird er schief, einmal wird er zu klein, einmal wird er zu hoch … und auch der fünfte Versuch geht daneben. Was machst du dann?« – »Dann … also … dann hab ich auch schon mal diesen missratenen Krug genommen, ihn wieder zu einem Klumpen zusammengeknetet und vor Zorn gegen die Wand geworfen!« – »Soso«, sagt der Meister, »jetzt weiß ich auch, woher die braunen Flecken kommen«, und schmunzelt.

Gott war zornig

»Du meinst also, Gott war stinksauer?«, fragt Johannes. »Da hat er die Menschen und die Welt geschaffen und Freude daran gehabt. Und dann merkt er, dass die Menschen alles kaputt machen.« – »Sie ärgern die Mitmenschen. Alle wollen größer sein als die anderen. Sie machen diesen ganzen schönen Garten >Erde< kaputt. Und oft merken sie es gar nicht, dass sie selbst dabei Schaden nehmen«, fügt der Meister hinzu.

»Dann hat Gott also einen Zorn gekriegt und die ganze Erde gegen die Wand geknallt und eine Sintflut geschickt«, meint Johannes. – »Verständlich wäre das schon«, sagt der Meister. »Aber weißt du, Johannes, ich kann mir Gott nicht vorstellen wie ein zorniges Kind, das kaputt macht, was es gebaut hat, weil es anders geworden ist, als gedacht.«

»Aber was ist mit den Naturkatastrophen: Den Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürmen und Dürrezeiten? Die gibt es doch bis heute«, wendet Joram ein. »Warum lässt Gott das zu und verhindert es nicht?«

Manchmal liegt es an den Menschen

Jetzt setzt sich der Meister zu den Jungs und sagt nachdenklich: »Das hab ich mich auch schon oft gefragt. Gott ist nicht einfach der >liebe Gott<, der einen vor jedem Unglück bewahrt. Manchmal bleibt er dunkel, unbegreiflich und wir verstehen ihn nicht.

Aber oft sind doch die Menschen selbst schuld an dem Unglück, das sie trifft. Wenn das Klima zerstört wird, Flüsse über die Ufer treten, Pflanzen und Tiere sterben und Menschen krank werden … hat das dann nicht auch damit zu tun, wie die Menschen mit Gottes Garten >Erde< umgehen? Dass sie ihn krank gemacht haben? Ich glaube, Gott ist kein Kaputtmacher. Im Gegenteil: Er will, dass Menschen und Tiere und Pflanzen Raum zum Leben haben. Deswegen mag ich die Geschichte von Noah. Noah hörte auf Gott und baute die Arche für sich, für seine Familie und die vielen Tiere. Gott will das Leben bewahren – sogar mitten in der großen Flut.«

Das Unwetter verzieht sich

»Hört ihr das?«, ruft Johannes ganz aufgeregt. Joram und der Meister schauen sich an. Dann hören sie es auch: Der Regen tropft nur noch ganz sachte auf das Dach und der Donner grollt nur noch leise aus weiter Ferne. Die drei gehen zur Tür und sehen, dass erste Sonnenstrahlen aus den Wolken blitzen und ein großer, bunter Regenbogen am Himmel steht.

Der Regenbogen

»Boah«, staunt Joram, »wie bei Noah!« »Der Regenbogen ist ein Zeichen der Erinnerung«, sagt der Meister. »Er erinnert an Gottes Versprechen: >Solange die Erde besteht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.< Gott will die Menschen nicht noch einmal bestrafen.«

– »Dann hat Gott also seinen >Kriegsbogen< an den Nagel gehängt und ein Friedenszeichen daraus gemacht«, staunt Joram. »Und stimmt das auch?«, fragt Johannes. »Darauf vertraue ich«, antwortet der Meister. »Mit diesem Vertrauen kann ich es aushalten, wenn Schlimmes passiert und ich keine Antwort habe. Gott will das Leben retten mitten in der Flut. Auch dann, wenn ich Angst habe und mir das Wasser bis zum Hals steht. Dann denke ich an die Farben des Regenbogens und an Gottes Versprechen. Wisst ihr es noch?«

Andreas Weidle

Hier geht es weiter zur nächsten Reihe.

Erzählung für Jüngere

III. Erzählung

Bitte hierzu die Hinweise aus Heft 3/2022, »Kreative Umsetzung der Geschichte« beachten.

E = Erzählung

B = Bewegung

A = Aktion

E In der letzten Woche haben wir ja gehört, dass der Mensch endlich glücklich wurde: Er war nicht mehr allein. Viele Menschen und Tiere lebten bald auf der schönen Erde, die Gott erschaffen hatte.

B Farbige Bänder für Menschen und Tiere um die Arche herum auf den Boden legen.

E Doch immer mehr begannen die Menschen, sich gegenseitig wehzutun: Sie beleidigten sich, sie stritten und sie halfen sich nicht mehr gegenseitig. Sie hatten die Aufgabe vergessen, gemeinsam auf Gottes Schöpfung aufzupassen. Nur ein Mann lebte so, wie Gott sich das für seine Menschen gewünscht hatte: Noah.

So befahl Gott dem Noah, dass er eine große Arche bauen sollte.

Und als die Arche fertig war, ließ Noah nicht nur seine Familie, sondern auch die Tiere in die Arche steigen. Von jeder Art ein Paar.

B Farbige Bänder für Menschen und Tiere werden von den Kindern in die Arche gelegt.

E Bald darauf ging der Regen los. Und die große Arche begann zu schwimmen.

B Dunkelblaue Bänder um die Arche legen.

E Das Wasser stieg immer höher. Und in der Arche war es eng und sehr laut.

Was meint ihr: Welche Geräusche hörte man wohl in der Arche?

A Kinder machen Tiergeräusche nach und veranstalten ein Konzert aus Tiergeräuschen.

E Viele, viele Wochen waren sie in der Arche. Es war kaum mehr auszuhalten. Da dachte Gott an seine Tiere und seine Menschen in der Arche. Der Regen hörte auf. Langsam wurde das Wasser weniger. Doch die Arche schwamm noch immer.

Da ließ Noah einen Raben aus der Arche fliegen.

B Kinder drehen sich mit dem rosa Band im Kreis.

E Vielleicht würde der Rabe ja einen Zweig finden. Als Zeichen, dass das Wasser weniger wurde. Doch der Rabe kam zurück. Nichts.

Auch eine Taube ließ Noah fliegen.

B Kinder drehen sich mit dem rosa Band im Kreis.

E Doch auch sie kam ohne Zweig zurück.

Eine Woche später versuchte es Noah nochmal. Die Taube flog los und kam lange nicht zurück. Doch als sie dann zurückkam, hatte sie einen grünen Zweig im Schnabel.

B Blaue Kreppbänder entfernen; Kinder gehen jeweils mit einem rosa Band in der Hand zu den grünen Bändern und nehmen sich eines davon.

E Endlich grüne Zweige! Endlich war wieder Land zu sehen! Noah freute sich sehr und mit ihm alle Tiere und alle Menschen, die mit in der Arche waren. Eine Weile mussten sie noch aushalten, doch dann, endlich, setzte die Arche auf dem Boden auf. Alle Tiere konnten wieder ins Freie.

Ganz zuletzt gingen auch Noah und seine Familie aus der Arche. Und was sahen sie? Gottes Schöpfung! Grüne Pflanzen, den blauen Himmel, die Sonne, die Erde, die Tiere. Noah sah Gottes Schöpfung an und er dankte Gott dafür, dass er sie alle während der Zeit in der Arche begleitet hatte.

Da sagte Gott zu Noah: »Noah, der Mensch braucht andere Menschen. Auch dann, wenn es nicht klappt mit der Gemeinschaft. Deshalb verspreche ich dir und allen Menschen: Ich bin bei meiner Schöpfung und ich bleibe bei meiner Schöpfung. Der Regenbogen soll das Zeichen für mein Versprechen sein.«

B Alle farbigen Bänder als Regenbogen um die Arche legen.

E »So eine Flut, wie du, deine Familie und die Tiere erlebt habt, soll nicht mehr geschehen. Solange es die Erde gibt, will ich bei ihr sein. Solange die Erde steht, soll es Kälte und Hitze geben, soll es jeden Tag einen neuen Tag geben. Es wird Frühling, Sommer, Herbst und Winter geben und ich werde bei euch sein. Ich passe auf meine Schöpfung auf: Auf die Erde, auf die Pflanzen, auf die Tiere und auf euch Menschen. So, wie auch ihr mit mir zusammen auf meine Schöpfung aufpassen sollt.«

Damaris Langfeldt

Der besondere Tipp

Regenbogen

Der Regenbogen aus Holz mit seinen sieben unterschiedlich farbigen, auch je einzeln verwendbaren Rundbögen, eignet sich natürlich hervorragend, um die »Noah-Geschichte« eindrücklich zu erzählen. Insgesamt 25,5 cm breit, 13 cm hoch und je 5 cm tief. € 29,00; Best.-Nr. 1397


Arche Noah (klein)

Ausgestattet mit 30 Tieren, Noah, seiner Frau, abnehmbarem Haus und Treppe.

30 cm lang, 15 cm tief, 16,5 cm hoch;

Tiere: zw. 2 und 5 cm hoch;

Menschen: ca. 12 cm hoch;

ohne Regenbogen (s. o.).

€ 39,00; Best.-Nr. 1283

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I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Denkanstöße für diese Vorbereitung:

  • Wie oft ist in Ihrem Leben bereits die Sonne aufgegangen?

Rechnen Sie einmal nach, Sie werden erstaunt sein.

  • Sind Sie eher ein Wintertyp oder mögen Sie mehr den Sommer?

Gehen Sie lieber zum Skifahren oder liegen Sie lieber in der Sonne?

  • Dass morgens die Sonne aufgeht und abends wieder unter, dass es im Sommer warm ist und im Winter kalt, scheint selbstverständlich. Aber ist es das wirklich?
  • Wie selbstverständlich begrüßen wir jeden Morgen den neuen Tag gut gelaunt (oder auch weniger gut gelaunt)?
  • Ganz selbstverständlich sehen wir das Zusammenspiel der Natur und die Veränderungen in den einzelnen Jahreszeiten. Oder?

Gott hat seine Schöpfung gut und schön gedacht – und es geht weiter. Das ist nicht selbstverständlich.

Zum Text / Zum Thema
  • Schön angelegt und sehr gut gedacht war Gottes Schöpfung. Doch der Mensch kommt seiner Aufgabe, die ihm anvertraute Erde zu bebauen und zu bewahren, nicht nach. Der Mensch, der Gemeinschaft gesucht hat, kann die Gemeinschaft nicht friedlich weiterführen. Streit und Entfremdung entzweit die Menschen. Die Bibel spricht von einem »bösen Herzen«.
  • So beginnt die Geschichte der Sintflut.

Und auch hier hat Gott seine ganze Schöpfung im Blick: Nicht nur Noahs Familie wird gerettet, auch die Tiere. Doch der neue Anfang beginnt mit der Zerstörung durch die Wassermassen.

  • »Warum tut Gott so etwas?«, fragt man sich. »Hätte es denn keine andere Möglichkeit gegeben?« Haben sie noch im Ohr, wie es am Ende dieser Geschichte Noahs heißt? »Von nun an soll nicht mehr aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, denn das Dichten und Trachten des Menschen ist böse von Jugend an.« Der Mensch hat sich nicht geändert.
  • Also alles beim Alten? Nein, Gott sei Dank nicht. Gott hat sich geändert. Gott bleibt dabei: Uns Menschen ist die Freiheit gegeben und die Schöpfungsverantwortung. Wir selbst entscheiden, ob wir Menschen werden oder Unmenschen. Gott jedenfalls schickt keine Sintflut mehr. Denn so lange die Erde steht, wird nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Die Kinder und der Text / das Thema

»Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.« (1. Mose 8,22)

Dieser Vers kann für Kinder ein Vers sein, der entlastet. Was hören Kinder? Es geht weiter! Eine Kontinuität wird versprochen.

Häufig erleben Kinder, dass sich im Laufe des Lebens vieles ändert. Hier nun die Aussage: Dies wird bleiben! Die Sonne wird am Morgen wieder aufgehen. Im Sommer kann es schön warm werden. Natürlich wird es im Leben der Kinder weiter Veränderungen geben, dies bleibt nicht aus. Aber über allem steht Gottes Zusage: »Ich meine es weiter gut mit meiner Schöpfung. Ich werde meine Schöpfung weiter begleiten. Und du gehörst dazu!«

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente

Siehe »Zur ganzen Reihe«, Heft 3/2022.

Die Kinder können zu Beginn des Kindergottesdienstes Naturmaterialien sammeln und daraus gemeinsam ein (neues) Kreuz legen, das die Mitte gestaltet.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Für die Jüngeren

Fortführung des Schöpfungsspiels der vorhergehenden Sonntage (klicken Sie hier und hier).

Die Aktionen am heutigen Sonntag können zusätzlich oder alternativ zum Spiel gemacht werden.

Wenn genügend Zeit ist, kann zu Beginn das Schöpfungsspiel der Vorwoche nochmals gespielt werden.

Die Kinder haben wieder ihre Kreppbänder, mit denen sie bei der heutigen Geschichte mitspielen..

Auf den Boden kann mit Tüchern oder Kordeln der Umriss der Arche gelegt werden.

Die hell- und dunkelgrünen Kreppbänder für die Pflanzen dürfen die Kinder zu Beginn ebenfalls um die Arche legen.

Der besondere Tipp

Noahs Arche

Bildkarten-Set für das Kamishibai-Erzähltheater

11 kindgerechte Illustrationen erzählen die Geschichte von Noah und der Arche
(1. Mose 7-8). Ein Erzählvorschlag hierzu ist auf einer Bildkarte zusammengefasst und kann verwendet werden, sofern die Freude am freien Erzählen nicht überwiegt.

€ 16,00; Best.-Nr. 3237

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Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

Hier geht es weiter zur nächsten Reihe.

Erzählung für Ältere

»Wer hat mich gemacht?«

Gespräche in der Töpferwerkstatt 2

Joram arbeitet in einer Töpferwerkstatt, zusammen mit seinem Meister. Johannes, der Freund von Joram, holt gerade den bestellten Krug ab. Dabei hatten sie ein gutes Gespräch unter Männern: »Was bin ich wert? Denn manchmal komme ich mir wie der letzte Dreck vor.«

Jetzt hat Johannes seinen Krug unter den Arm gepackt und will gehen. Da kommt die Frau des Meisters mit ihrem jüngsten Kind in die Töpferwerkstatt …

Ein Baby in der Werkstatt

Fast hätte Johannes ihr die Türe auf die Nase geschlagen. Aber nur fast. Jetzt bleibt er noch einen Augenblick da, um das Baby anzuschauen.

»Na, meine Kleine, wo bist du denn jetzt? In Papis Werkstatt? Ja? Da legen wir ein sauberes Tuch hin …«, und schon legt die Mutter das Baby auf die leere Töpferscheibe. Vorsichtig beginnt sie, das Kind aus den Tüchern zu wickeln. »Damit die Herren auch sehen können, wie schön du bist«, sagt die Mutter, beugt sich zärtlich über das Mädchen und gibt ihr einen dicken Kuss auf die Backe.

Ein Hauch von Gott

»Ein Hauch von Gott«, flüstert Joram und grinst zu Johannes hinüber. »So, das ist also unsere kleine Salome, unser Sonnenschein!«

Doch es scheint, als sind die vielen staunenden Männer der Kleinen zu viel. Sie beginnt, aus Leibeskräften zu brüllen. Schnell packt die Mutter sie wieder in ihre warmen Tücher und drückt sie fest an sich.

»Von Gott gemacht«, sagt Johannes. »Jeder Mensch. Hast du erzählt, Meister. Auch dieser Schreihals! … Aber das kapier ich nicht. Du bist doch der Vater. Und auch ich bin als Baby im Bauch meiner Mutter gewachsen. Du hast aber erzählt, dass jedes Kind von Gott kommt. Ja, was stimmt denn jetzt? Komme ich von Gott oder von meinen Eltern?« – »Du fragst Sachen …«, antwortet der Meister. »Also, das ist gar nicht so einfach … wie soll ich dir das erklären? Weißt du – da sind also Mann und Frau … ähm …«

Gott und die Menschen

»Was stotterst du da so rum, Mann? Ist doch ganz einfach«, mischt sich die Frau ins Gespräch ein. »Wird übrigens auch schon in der Geschichte von Gott, dem Töpfer, erzählt. Also, das war so: Da war dieser Mensch, den Gott aus Erde geformt hat. Aber er war allein. Er hatte niemanden, mit dem er reden konnte. Niemanden zum Gernhaben. Niemanden zum Streiten. Und Gott hat genau gewusst, wie es dem Menschen ums Herz war. Er wollte ja selbst nicht allein sein und hat sich den Menschen gemacht, weil er jemanden zum Lieben wollte.

Und dann machte Gott dem Menschen eine Partnerin. Jemand, der war wie der Mensch und doch ganz anders.

Niemand kann ganz allein leben. Niemand. Und dann hat eine Liebesgeschichte angefangen … Wie bei uns«, und dabei blickt sie ihren Mann lächelnd an. »Eines Tages haben wir gewusst: Wir gehören zusammen. Dann hast du, lieber Ehemann, deinen Vater und deine Mutter verlassen und bist zu mir gezogen. Jetzt sind wir eine eigene Familie. So ist das. Und ehrlich: Ich finde das toll, dass Gott das so eingerichtet hat, dass Menschen zusammenfinden und zusammengehören und niemand alleine sein muss. Und du? Wie findest du das, mein lieber Mann?«

Komme ich von den Eltern oder von Gott?

»Na, was werde ich wohl sagen? Dreimal darfst du raten«, sagt der Meister und gibt seiner Frau einen Kuss. »Aber dieser junge Mann wollte ja eigentlich wissen, wer denn nun sein Vater ist: Gott oder der Vater zu Hause?« – »Ja, genau«, nickt Johannes, »komme ich von meinen Eltern oder von Gott?« – »Eben das wollte ich doch sagen«, antwortet die Frau und fährt fort: »Von beiden! Gott hat uns nicht anders gemacht als durch die Eltern. Eltern sind Helfer zum Leben. Gottes Helfer zum Leben. Ich danke Gott, dass er uns die kleine
Salome geschenkt hat und wir Eltern sein dürfen. Und ich danke Gott für jeden Menschen, der einem solche Löcher in den Bauch fragen kann wie du, lieber Johannes!«

Gespräche in der Töpferwerkstatt 2

Joram arbeitet in einer Töpferwerkstatt, zusammen mit seinem Meister. Johannes, der Freund von Joram, holt gerade den bestellten Krug ab. Dabei hatten sie ein gutes Gespräch unter Männern: »Was bin ich wert? Denn manchmal komme ich mir wie der letzte Dreck vor.«

Jetzt hat Johannes seinen Krug unter den Arm gepackt und will gehen. Da kommt die Frau des Meisters mit ihrem jüngsten Kind in die Töpferwerkstatt …

Ein Baby in der Werkstatt

Fast hätte Johannes ihr die Türe auf die Nase geschlagen. Aber nur fast. Jetzt bleibt er noch einen Augenblick da, um das Baby anzuschauen.

»Na, meine Kleine, wo bist du denn jetzt? In Papis Werkstatt? Ja? Da legen wir ein sauberes Tuch hin …«, und schon legt die Mutter das Baby auf die leere Töpferscheibe. Vorsichtig beginnt sie, das Kind aus den Tüchern zu wickeln. »Damit die Herren auch sehen können, wie schön du bist«, sagt die Mutter, beugt sich zärtlich über das Mädchen und gibt ihr einen dicken Kuss auf die Backe.

An die Arbeit!

»So, jetzt haben wir aber genug über Gott und die Welt nachgedacht und vom Paradies erzählt«, sagt der Meister. »Jetzt geht‘s wieder an die Arbeit.«

»Ich muss auch los«, meint Johannes. »Mutter wird auf ihren Wasserkrug warten. Bloß schade, dass wir nicht mehr im Paradies sind. Da wächst alles von allein. Auch das Brot!« – »Das wäre mir aber neu«, widerspricht der Meister, »und am besten soll es schon gleich mit Käse belegt sein. Aber das Paradies ist kein Schlaraffenland. Es ist ein großer, schöner Garten, in dem es wächst und blüht und gedeiht. Aus derselben Erde wächst bis heute der Weizen und der Wein, die Blumen und die Bäume. Aus derselben Erde wächst es in rot und blau und grün und gelb. Ist euch das überhaupt schon aufgefallen, was aus dieser Erde alles wächst, was in dieser Erde alles drinsteckt? Und was alles auf ihr lebt? Diese Welt ist ein wunderbarer Garten, den uns Gott geschenkt hat.«

Auch der Garten braucht Pflege

»Du hast recht«, sagt die Frau. »Das hat Gott großartig gemacht, dass es aus dem Boden wächst und blüht. Ich werde euch einen Blumenstrauß pflücken, damit ihr die Farben auch in eurer Werkstatt habt. Und zum Stichwort >Garten<: Wenn die Herren da nicht bald mal wieder Unkraut jäten und den Boden lockern, haben wir da in Kürze eine Wildnis!«

Bebauen und bewahren

»Bebauen und bewahren, das meinst du wohl«, sagt der Meister. »Wir sollen diesen schönen Garten, den Gott gepflanzt hat, bebauen und bewahren. Das sagt Gott seinen Menschen. Er schickt uns an die Arbeit. An eine schöne Arbeit, Joram. Wir dürfen aus dieser Erde was machen. So, wie du aus dem Ton Krüge und Vasen formst. Und wir sollen bewahren, was wächst und lebt. Eben bebauen und bewahren!«

»Und was heißt das?«, fragt Johannes dazwischen. »Was sollen wir da tun?« – »Na, überleg mal …«, erwidert der Meister.

Da ruft Joram: »Mensch, Meister, dann sind ja nicht nur Eltern >Helfer zum Leben<, sondern wir alle! Jede und jeden kann Gott gebrauchen, diese Erde zu bebauen und zu bewahren.« – »Siehste«, lacht der Meister, »also an die Arbeit, Jungs. Wir werden gebraucht!«

Andreas Weidle

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