Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeS. hierzu »Zur ganzen Reihe«
Jesus zieht in Jerusalem ein
(EG 314, KuS 356, KKL 95);
Das Schlussgebet wird zusammen mit den Kindern vorbereitet. Dazu erhält jedes Kind ein aus buntem Papier (DIN A5) ausgeschnittenes Gewand (Pullover), auf dem steht:
»Das macht mir heute Sorgen: …«
»Jesus, ich hoffe, dass …«
Als Schlussgebet lesen die Kinder ihre Sorgen und Hoffnungen vor. Die Gewänder können nach dem Lesen um eine Kerze gelegt werden.
Kreative Umsetzung der GeschichteIn die Mitte werden verschiedene Gegenstände gelegt: (Stecken-)Pferd, Esel, Krone, Schwert, Herz, Soldat, Geld, einfaches Gewand, goldene Kette, Königsmantel …)
Die Kinder tauschen sich aus:
Wenn gewünscht, können die Kinder sich nacheinander auch »Königs«-utensilien anziehen und so ihre Überlegungen zu den Fragen anstellen.
Die Kinder stehen im Kreis, ein Kind in der Mitte. Die Kreiskinder jubeln dem Kind in der Mitte zu: rufen seinen Namen, verbeugen sich vor ihm, betonen positive Eigenschafte, legen Tücher vor ihm nieder.
Jedes Kind kann mal in die Mitte stehen. Am Ende Austausch:
Auch Kinder, die nicht in der Mitte standen, können erzählen, warum sie es nicht mögen, bejubelt zu werden.
Obwohl Jesus bejubelt wird, weiß er, dass es in Jerusalem für ihn gefährlich wird. Trotzdem geht er in die Stadt.
Die Kinder sitzen im Kreis. In der Mitte liegen aus Papier ausgeschnitten ein Blitz und ein Paar Fußspuren. Wer mag, stellt sich auf die Fußspuren und kann erzählen, welche gefährliche Situation sie*er schon erlebt hat:
Das sprechende Faltkreuz
Bastelbogen
Vier Bilder – vier Geschichten, die durch eine besondere Umklapptechnik zum Vorschein kommen: Letztes Abendmahl, Gethsemane, Kreuzigung … und auch Ostern scheint auf!
€ 1,30 (ab 10 Ex. je € 1,20); Best.-Nr. 063
Erzählung für JüngereMaterial: Grünes Tuch, Holzbausteine, Jesusfigur, Esel, 12 unterschiedlich gekennzeichnete Holzkegelfiguren, kleinen Teller mit kleinem Brotstück, aus Papier: Palmzweige, kleine Kleidungsstücke, Herz
Heute besuchen wir die Stadt Jerusalem. (Grünes Tuch ausbreiten) Dort gibt es Häuser und auch viele Tore. Heute ist ein Tor ganz besonders wichtig, darum bauen es wir gemeinsam. (Kinder bauen Tor und Häuser) Es sind viele Menschen in der Stadt. Bald wird ein ganz wichtiges Fest gefeiert: das Passafest. (Kinder stellen Holzkegel auf Tuch)
In Jerusalem wohnen auch Sara und Elia und ihre Eltern. (4 wiedererkennbare Holzkegel zu einem Haus stellen) Die Familie ist sehr arm. Es gibt oft nicht genug zu essen, obwohl die Eltern sehr viel arbeiten. (Einen kleinen Teller mit kleinem Brotstück dazustellen)
Heute sind sie ganz aufgeregt. Es heißt: Jesus kommt in die Stadt. Sie wollen alle zusammen hingehen, denn sie haben schon viel von Jesus gehört. Jetzt wollen sie ihn endlich auch sehen. Sie reißen Palmzweige ab, um Jesus wie einen König begrüßen zu können. (Palmzweige dazulegen)
Sara und Elia fragen sich: »Woran werden wir Jesus erkennen? Wie sieht der Jesus-König aus? Bestimmt hat er ein großes Pferd und viele Soldaten. Trägt er auch ein Schwert und eine Krone?« (Kinder können sich äußern, woran sie einen König erkennen)
Sara und Elia gehen mit ihren Eltern zum Tor, durch das Jesus in die Stadt kommen soll. Sie drängen sich hindurch und warten mit vielen anderen Menschen auf Jesus. Zum Glück finden sie einen Platz, von dem aus sie gut sehen können. (Familie vor Tor stellen) Da kommt Jesus schon. Er reitet vom Ölberg auf sie zu. (Jesusfigur auf Esel etwas entfernt stellen) Viele Freundinnen und Freunde begleiten ihn und jubeln ihm zu. (5 Kegelfiguren dazustellen) Sie legen ihre Kleider vor ihm nieder. (Kleidungsstücke dazulegen) Jesus reitet darüber hinweg wie ein König. Alle sind sehr fröhlich.
(Jesusfigur näherrücken) Als Jesus immer näher kommt, stupst Sara ihren Bruder an: »Ist das der König, den wir erwartet haben?« Auch Elia ist verwirrt und zuckt enttäuscht die Schultern. Jesus sieht überhaupt nicht aus wie ein König: Er hat keine Krone und kein Schwert. Und Soldaten sind auch nicht um ihn rum. Wie will er denn so ein König sein? Da sind die anderen doch viel stärker.
Dann ist Jesus ganz nah bei Sara und Elia. (Jesusfigur zu den Kindern stellen) Und Jesus schaut sie beide an. Sein Blick ist ganz besonders. So besonders, dass sie in ihrem Herzen etwas fühlen. Es ist ein wohliges Gefühl. In Jesu Nähe breiten sich Liebe und Friede aus. (Herz dazulegen) Ja, so einen König wünschen sie sich! Hoffentlich ist Jesus wirklich ein König. Und hoffentlich wird das Leben dann besser.
Doch dann hören Sara und Elia ein paar Männer. Die ärgern sich über Jesus. Es sind Pharisäer. Pharisäer sind sehr belesen. Sie kennen sich bestens aus in den Heiligen Schriften – auch mit den Geboten und Gesetzen. Und Pharisäer sind sehr streng – mit sich und den anderen. Sie wollen Gottes gute Gebote unbedingt einhalten. Diese Pharisäuer gehen zu Jesus. (2 Figuren zu Jesus stellen) Sie sagen zu ihm: »Jesus, du musst deinen Jüngerinnen und Jüngern verbieten, dich wie einen König zu feiern.« Wir wissen nicht, warum das die Pharisäuer so stört, aber Jesus antwortet ihnen: »Meine Botschaft wird zu hören sein! Selbst dann, wenn die Jüngerinnen und Jünger still sind. Die Liebe Gottes wird immer in der Welt sein und den Menschen Frieden bringen.«
Passions- und Osterkrippe
Biegepuppen-Set

Das Set beinhaltet: fünf Biegepuppen (zwei Frauen, einen Soldaten, einen Jünger, einen Engel), ein Standkreuz, ein Rollstein (Holz), ein schwarzes Baumwolltuch).
Sowohl Kreuz als auch Biegepuppen können auch einzeln bestellt werden.
€ 69,10; Best.-Nr. S1199
Passionsgeschichte
Figurenset für die Erzählschienen*

Alle Geschichten dieser Reihe werden mit aussagekräftigen Bildern aufgegriffen.
Doppelset mit 20 Karten
€ 20,00; Best.-Nr. 1663
* Erzählschienen-Set mit 3 Schienen:
€ 19,00; Best.-Nr. 1625
Erzählung für ÄltereHallo, ich bin Sara und ich wohne zusammen mit meinen Eltern, meinem Bruder Elia und der Großmutter in einem kleinen Häuschen in Jerusalem. Obwohl meine Eltern sehr viel arbeiten, sind wir arm. Gestern konnte ich lange nicht einschlafen. Da habe ich gehört, was meine Eltern geredet haben. In unserem Haus gibt es nämlich nur ein Zimmer. Am Abend rollen wir alle unsere Matten aus und darauf schlafen wir.
Mein Vater sagte: »Jetzt haben die Römer schon wieder die Steuern erhöht, und ich habe keine Ahnung, ob ich morgen Arbeit bekomme.«
Mein Vater ist Tagelöhner, wie viele andere. Er arbeitet immer tageweise für andere. Und manchmal braucht niemand seine Arbeit. Dann verdient er auch kein Geld. Dann gibt Mama Elia und mir am Abend das letzte kleine Stück Brot. Wir kauen es ganz langsam, damit wir länger etwas davon haben. Und unsere Eltern sagen: »Wir haben keinen Hunger. Ihr könnt das Brot alleine essen.« Aber in Wahrheit haben sie doch Hunger und sagen es nur nicht.
Oft erzählt Großmutter uns Geschichten. Mir gefällt es sehr, ihr zuzuhören. Auch heute nimmt sie sich Zeit und wir hören ihr zu:
»Unser jüdisches Volk wartet schon lange auf einen König. Und alle hoffen, dass dieser König bald kommt. Doch es ist ein besonderer König. Nich einer, der auf einem Thron sitzt, eine goldene Krone trägt und auf einem wertvollen Pferd reitet wie die Römer. Nein, dieser König reitet auf einem Esel. Dieser König, auf den das jüdische Volk wartet, bringt Frieden und Gerechtigkeit für die Menschen.«
Als ich das höre, wird mir etwas klar. Gestern nämlich habe ich gehört, wie sich ein paar Leute unterhalten haben:. Sie sagten: »Es gibt in Israel einen Mann, von dem heißt es: ›Das ist der neue König. Der König, auf den wir warten. Er kann kranke Menschen gesund machen und ist ganz besonders für die Leute da, denen es nicht so gut geht. Jesus heißt dieser Mann.‹«
Am Abend kommen Mama und Papa zurück. Mama vom Markt, Papa von der Arbeit. Sie sehen sehr müde aus, aber zu unserer großen Freude haben sie Brot und Gemüse für das Abendessen mitgebracht. Heute reicht es für alle. Alle werden satt. Und außerdem bringen sie die neuesten Nachrichten. »Ich habe gehört, dass morgen dieser Jesus nach Jerusalem kommt«, sagt Mama. Ich stutze. »Jesus? Großmutter hat heute doch von diesem neuen König erzählt, der Jesus heißt.« Aufgeregt rufe ich: »Den will ich sehen! Diesen Jesus darf ich nicht verpassen. Bitte, bitte, lasst uns auch hingehen.« Elia nickt zustimmend. Papa antwortet: »Wir werden alle zusammen hingehen. Von diesem Jesus habe ich schon einiges gehört.«
Obwohl ich heute satt ins Bett gehe, kann ich doch nicht einschlafen. Ich bin zu aufgeregt: »Morgen sehe ich Jesus. Wie er wohl ist? Wie so ein König wohl aussieht und was er macht?« Schließlich fallen mir doch die Augen zu, und ich habe einen Traum: Unser kleines Eselfohlen, das kürzlich geboren wurde, ist schon etwas größer geworden. Ein Mann reitet auf unserem Eselchen. Und in seiner Nähe sind die Menschen so friedlich.« Es ist ein schöner Traum
Ich wache früh auf. Geduldig warte ich, bis auch die anderen aufstehen, ihre Matten zusammenrollen und wegräumen. Ich kann es kaum erwarten, endlich loszugehen und Jesus zu sehen. Auch Oma kommt mit. In den Gassen der Stadt sind viele Menschen unterwegs. Bald wird das Passahfest gefeiert. Da kommen viele Menschen nach Jerusalem. Doch heute ist da noch etwas anderes: Ich spüre überall Aufregung – wegen Jesus.
Die Menschen drängeln sich zu einem Stadttor. Es heißt: »Jesus kommt durch hier durch. Und seine Freunde sollen auch dabei sein. »Schau da vorne!«, ruft Oma plötzlich. »Da kommt Jesus!« Auch viele seiner Jüngerinnen und Jünger sind dabei. Die vielen Menschen am Wegrand begrüßen Jesus wie einen König. Sie jubeln und lachen und danken Gott für alle Wunder, die sie erlebt haben. Nacheinander nehmen die Menschen ihre Umhänge ab und legen sie wie einen Teppich vor Jesus auf den Weg. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen, damit ich besser sehen kann. Jesus kommt immer näher. Das ist alles so feierlich. Die Mäntel liegen da, wie man es bei einem König macht, um ihn zu ehren. »Aber was ist das?« Ich traue meinen Augen nicht. »Jesus reitet tatsächlich auf einem jungen Esel. Ist das aufregend!« Mein Herz schlägt ganz schnell. Ich denke an meinen Traum und freue mich, dass Jesus auf einem Esel zu uns kommt. Jetzt habe ich Hoffnung, dass alles besser wird. Denn Jesus strahlt strahlt wirklich diesen Frieden aus, wie ich ihn im Traum gefühlt habe.
Da drängen sich plötzlich ein paar Männer nach vorne. Es sind Pharisäer. Sie sind sehr gebildet und kennen sich gut in der Tora aus. Und sie sind sehr streng. Sie achten darauf, dass alle Gebote Gottes eingehalten werden. Sie rufen Jesus zu: »Sag deinen Freunden, dass sie aufhören sollen, dich wie einen König zu feiern.« Wir wissen nicht, warum die Pharisäer das so stört, doch Jesus anwortet ihnen nur: »Wenn meine Freunde schweigen müssen und die gute Botschaft nicht weitererzählen dürfen, dann werden die Steine die Botschaft hinausschreien.« Was er wohl damit meint?
Aber wenn Jesus Frieden unter den Menschen wachsen lässt, dann hoffe ich auch, dass die Menschen nie aufhören werden, von Jesus zu erzählen.
Nachdenklich schaue ich die Menschen um mich herum an: Viele jubeln, manche sehen verärgert aus. Aber ich spüre immer noch den Frieden in mir, der von Jesus ausgeht.
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 1/2026
Grobe Tempelskizze; zur Reihe »So einen wollen wir nicht!« – Passionsgeschichte nach Lukas

Zugänge für den VorbereitungskreisUm darüber nachzudenken, wird eine Holzkegelfigur als Jesus in die Mitte gestellt und alle bekommen ebenfalls eine Figur. Diese Figur wird nun schweigend zu Jesus gestellt. Dabei kommt sie nahe an Jesus, wenn sein Verhalten gutgeheißen wird und weiter weg, wenn nicht so gut oder unverständlich.
In einer zweiten Runde können einander die Gründe für den jeweiligen Platz genannt werden.
Zum Text / Zum ThemaFür Jesus ist das unerträglich und Jesus wird dadurch unerträglich – für die, die gute Geschäfte machen.
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeMein Gott, das muss anders werden
(KuS 443, KKL 205, MKL1 24);
Brich mit dem Hungrigen dein Brot
(EG 420, KuS 498, MKL 1 65);
Schalom chaverim (EG 434, KuS 520, KKL 386);
Komm, bau ein Haus (KuS 530, KG 119, HuT 359, MKL1 91)
KuS 654
(im Kreis).
Gott schenke uns Mut.
(Eine Hand auf Herz legen)
Gott schenke uns Verständnis füreinander. (Eine Hand wie zum besseren Hören hinter ein Ohr legen.)
Und so segne Gott unsere Gemeinschaft.
(Gegenseitig an den Händen fassen)
Amen. (Die Hände drücken)
Kreative Umsetzung der GeschichteEs werden zwei Tische wie folgt vorbereitet, abgedeckt und mit »Tisch 1« bzw. »Tisch 2« gekennzeichnet. Tisch 1 bietet Wasser und trockenes Brot. Tisch 2 enthält viel Unterschiedliches (z. B. Saft, Obst, Kekse). Alle Kinder ziehen einen Zettel auf dem entweder 1 oder 2 steht und setzen sich an den entsprechenden Tisch. Beide Tische werden aufgedeckt und die Kinder dürfen nun das essen, was auf ihrem Tisch angeboten ist. Natürlich ist allen sofort klar, dass es unterschiedliche Sachen gibt.
Das Team beobachtet die Situation und greift nur ein, sollten Konflikte entstehen, es macht keine Lösungsvorschläge. Die Kinder überlegen selbst, wie die Situation gelöst werden kann.
Impulse für das abschließende Gespräch:
Jeweils zwei Kinder bekommen einen knusprigen Keks, der schwer zu teilen ist. Sie versuchen, ihn so zu teilen, dass beide zufrieden sind. Hinterher erzählen die Kinder, wie sie das Problem gelöst haben. (Mein Lösungsvorschlag: Ein Kind teilt, das andere sucht zuerst aus.)
Erzählung für JüngereMaterial: Karton o. ä. (für Tempel), Holzklötze (Mauer), Bilder von Tischen, viele Figurenkegel (davon 3 als »Reiche« gekennzeichnet), Geldstücke, Jesusfigur
(Tempelanlage mit Allerheiligstem und Mauer drumherum aufbauen; die Skizze gibt es zum Herunterladen)

In Jerusalem gibt es einen großen Tempel. Wir schauen uns diesen Tempel etwas genauer an. In der Mitte steht ein Gebäude, es wird das Allerheiligste genannt. Dort dürfen nur die Hohenpriester hieingehen und Gott opfern. Sie feiern dort, dass Gott ganz nahe ist. Auf dem großen Platz vor dem Tempel stehen viele Tische von Händlern, die Opfergaben verkaufen. (Bilder von Tischen auf das Bild legen und Holzfiguren dazustellen) Das sind Feldfrüchte, Getreide oder Tiere. Um diese Opfergaben zu kaufen, brauchen die Menschen besonderes Geld. Nur mit diesem Geld können sie hier bezahlen. Darum gibt es am Eingang des Tempels Geldwechsler. (Holzkegel aufstellen) Sie wechseln das »normale« Geld in Tempelgeld um. Aber natürlich wollen sie auch etwas verdienen. Deshalb bekommen die Menschen einiges abgezogen und weniger ausbezahlt. (Holzfigur legt Geldwechsler drei Geldstücke hin und bekommt zwei Tempelgeldstücke zurück)
In Jerusalem gibt es viele arme Menschen (ca. 15 Holzkegel vor dem Tempel aufstellen) und wenige sehr reiche Menschen (3 Reiche dazustellen). Wenn die armen Menschen im Tempel opfern, werden sie von den reichen oft verächtlich angeschaut. Ihre Opfer sind viel kleiner. Sie haben manchmal nicht mal genug zu essen. Es geht ungerecht zu im Tempel. (Viele Geldstücke in die Mitte legen, den größten Teil den Reichen zuschieben, den Rest den Armen.) Viele arme Menschen erinnern sich daran, was in den Heiligen Schriften steht: »In der Nähe Gottes soll es gerecht und friedlich unter den Menschen sein.« Aber in Wirklichkeit ist es gar nicht so.
Heute kommt Jesus in den Tempel. (Jesusfigur dazustellen) Er freut sich, denn als Kind war er schon mal hier. Doch als er die Geldwechsler am Eingang sieht, ist er erstaunt. »Was machen die denn hier?« Schnell erkennt er, dass sie viel Geld verdienen. Dann geht Jesus in den Tempel hinein. Er traut seinen Augen nicht. Hier geht es zu wie auf einem Krämermarkt. Er sieht die Reichen in ihren feinen Gewändern, wie sie stolz durch die Menge gehen. Und er sieht die Armen in Lumpen gekleidet, wie sie ihr letztes Geld für die Opfergabe ausgeben und deshalb heute vielleicht nichts zu essen haben werden.
Da wird Jesus sehr zornig. Diese Ungerechtigkeit im Haus Gottes erträgt er nicht. Er fängt an, Tische umzuwerfen und die Händler aus dem Tempel zu jagen. (Alles im Tempel durcheinanderbringen)
»Warum macht ihr aus Gottes Haus eine Räuberhöhle? Es soll ein Haus zum Beten sein!«, ruft er. So zornig haben die Menschen Jesus noch nie gesehen. Viele von ihnen freuen sich. Sie sind so froh, dass endlich jemand diese Ungerechtigkeit anspricht. Aufmerksam hören sie Jesus zu. (Holzfiguren um Jesus herumstellen)
Jeden Tag kommt Jesus nun in den Tempel und erzählt den Menschen vom Reich Gottes und von der Liebe unter den Menschen. Und jeden Tag kommen viele Menschen in den Tempel und hören ihm zu. Aber nicht allen gefällt das. Einige beobachten Jesus ganz genau und es gefällt ihnen gar nicht, was Jesus sagt. (Einige »reiche« Holzkegel dazustellen) Und es gefällt ihnen auch nicht, dass ihm so viele gerne zuhören. Sie wollen, dass es im Tempel so bleibt, wie es ist. Damit sie weiterhin viel Geld verdienen.
Darum machen sie einen Plan. (»Reiche« zum Kreis stellen) Da kommt Judas. (Judasfigur dazustellen) Er ist ein Jünger Jesu. Judas macht der Gruppe einen Vorschlag: »Ich zeige euch, wo ihr Jesus ohne großes Aufsehen festnehmen könnt. Dafür gebt ihr mir Geld.«
Warum tut Judas das?
(Mit Kindern Antworten suchen)
Erzählung für ÄltereHallo, ich bin Daniel, der Vater von Sara und Elia. Ihr erinnert euch? (Evtl. gemeinsam Geschichte vom letzten Sonntag erinnern.) Gerade haben wir zugeschaut, wie Jesus nach Jerusalem gekommen ist. Ich kann noch gar nicht verstehen, was das war. Und ich weiß auch noch nicht so recht, was ich über ihn denken soll. Überall in der Stadt wird diskutiert. Die einen freuen sich über Jesus und die anderen warnen vor ihm oder fürchten ihn sogar.
Und jetzt geht Jesus direkt zum Tempel. Man erzählt sich, er sei als 12-jähriger Junge schon einmal dort gewesen. Da hat er sogar mit den Schriftgelehrten diskutiert. Bestimmt freut er sich, mal wieder in den Tempel zu kommen. (Skizze des Tempels s. oben)
Ich war ganz früh heute auch schon im Tempel und habe geopfert. Das ist mir wichtig. Doch es hat nur für eine ganz kleine Opfergabe gereicht, denn für arme Menschen wie mich und meine Familie wird es immer schwieriger, das Geld dafür aufzubringen. Im Tempel kann man nur mit einer ganz bestimmten Währung Opfer kaufen. Deshalb muss man gleich am Eingang, bei den Geldwechslern, Geld dafür umtauschen. Aber die wollen natürlich auch etwas verdienen – und deshalb bekommt man von ihnen nur wenig Tempelgeld für das »normale« Geld. Wenn mal gar kein Geld da ist, geben die einem auch Kredit. Doch dafür nehmen sie dann so hohe Zinsen, dass man die Schulden kaum mehr abbezahlen kann. Wenn ich dann vom Tempelgeld meine kleine Opfergabe kaufe, schauen mich andere oft verächtlich an. Sie sind reich, können viel mehr opfern und stolzieren mit überheblichem Blick an mir vorbei.
Oft mache ich mir meine Gedanken darüber: »Im Tempel Gottes wird so viel mit Geld gehandelt und Geld verdient. Und es gibt viele arme Menschen. Die fragen sich dann, ob Gott sie sieht, obwohl sie arm sind und ihm nur kleine Opfer darabringen können? Dann hoffe ich, dass es bei Gott anders ist und er auch uns arme Menschen sieht. Aber es ist eben auch im Tempel wie im alltäglichen Leben: es geht ungerecht zu. Die Reichen werden hier immer reicher und die Armen immer ärmer.
In den Heiligen Schriften steht aber: Gott Freude an der Gerechtigkeit unter Menschen nicht an großartigen Opfern. Aber gerecht geht es hier nicht zu. Und viele wollen nur möglichst viel Geld verdienen.«
Es dauert nicht mehr lange und wir sind am Tempel. Ich denke, dass Jesus auch hineingehen wird. Viele Menschen drängen sich um ihn. Ich muss mich anstrengen, irgendwie in seiner Nähe zu bleiben.
Ja, er geht hinein – und bleibt gleich erstauntstehen. Ich glaube, er hat sofort begriffen, dass es hier hauptsächlich darum geht, Geschäfte zu machen und Geld zu verdienen. Da traue meinen Augen nicht! Jesus fängt an, Tische umzuwerfen und die Händler aus dem Tempel zu treiben. Jesus ist total wütend. Und er schreit, dass es alle hören können: »Was macht ihr hier? Der Tempel soll ein Bethaus sein! Aber ihr habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.«
Viele erschrecken und verlassen rasch den Tempel. Als sich Jesus wieder beruhigt hat, erzählt er vom Reich Gottes. Darin gibt es Gerechtigkeit und die Menschen achten aufeinander und sorgen füreinander. »Ja«, denke ich, »das wäre schön.« Und ich sehe, wie auch die Augen von anderen anfangen, zu leuchten.
Aber nicht von allen. Die Reichen und Angesehenen des Volkes und die Hohepriester sehen zornig aus. Und scheinen zu diskutieren, wie sie diesen Jesus loswerden können. Im Moment sind ihnen noch die Hände gebunden, weil so viele Menschen froh sind über das, was Jesus erzählt. Doch ich fürchte, ihnen wird noch ein Plan einfallen, um Jesus zum Schweigen zu bringen.
In den kommenden Tagen gehe ich immer wieder in den Tempel. Jesus ist oft dort und ich möchte ihn hören. Auch vielen anderen Menschen geht es so. Es sind auch deshalb so viele, weil bald das jährlich Passahfest gefeiert wird. Da kommen Menschen von weit her nach Jerusalem.
Immer wieder denke ich an die Hohepriester und die Reichen, die vor einigen Tagen so eifrig miteinander diskutiert und dabei grimmig zu Jesus geschaut haben. Und ich bin froh, dass Jesus nichts passiert ist.
Da wird meine Freude getrübt. Ich höre eine Gruppe Menschen miteinander reden: Einer der Jünger Jesu habe den Hohepriestern versprochen, ihnen zu zeigen, wo sie Jesus ohne Aufsehen verhaften könnten. Dafür bekäme er Geld von ihnen. Doch irgendetwas würde da nicht so richtig stimmen. Denn dieser Jünger wäre Judas. Und der, so ist bekannt, steht der Gruppe der Zeloten sehr nahe. Und die Zeloten sind wahrlich keine Freunde der Hohenpriester und Römer. Im Gegenteil. Die wollen die Römer aus dem Land jagen.
»Hm, was macht Judas da bloß«, frage ich mich. Hat er einen Plan? Oder ist er verrückt geworden? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das gutgehen soll.
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeBleibet hier und wachet mit mir
(KuS 369, KKL 98, HuT 128);
Aus der Tiefe rufe ich zu dir
(KuS 417, KKL 196, Wwdl 4, HuT 262);
Eines Tages kam einer (besonders Strophe 5; KuS 348, KG 45, Wwdl 34);
We shall overcome (KuS 540, HuT 371)
(nach Psalm 27)
KuS 652
Seligpreisungen (KuS 681)
Kreative Umsetzung der GeschichteWie fühlt es sich an, wenn man ganz allein ist?
Auf ein dunkles Tuch ein Paar Papier-Fußspuren legen. Jedes Kind, das mag, kann sich auf die Fußspuren stellen, bekommt eine Engelfigur in die Hand und erzählt, wie es ihm ging, als es mal ganz alleine war.
Da Jesus die Jünger gebeten hat, mit ihm zu beten und wach zu bleiben, gemeinsam überlegen, was man tun kann/was hilft, wenn man ganz alleine ist oder sich ganz alleine fühlt.
Jesus hat seine innere Stärke aus dem Gebet gewonnen.
Die Kinder probieren in der ganzen Gruppe verschiedene Gebetshaltungen (stehend, sitzend, knieend …) und Arm-/Handhaltungen aus.
Anschließend Austausch, welche Haltung für sie die angenehmste war.
Jedes Kind bekommt ein Kratzpapier (Papier bei dem eine bunte Farbschicht mit schwarzer Farbe komplett überdeckt ist und in das Formen geritzt werden können; im Internet erhältlich oder mit Wachsmalstiften selbst herzustellen). Auf diesem Papier kratzen die Kinder eine Engelsfigur aus, die bunt hervorscheint.
Anschließend Austausch, wer schon einmal einen Engel in einer schwierigen Situation erlebt hat.
Die Kinder sitzen im Kreis, auf ein dunkles Tuch wird ein Schwert gelegt.
Austausch: Kinder können (absolut freiwillig!) erzählen, wo sie Gewalt erleben (selbst oder bei anderen) oder sehen (Bilder, Videos) und wie es ihnen damit geht.
Gemeinsam überlegen: Was kann ich gegen die Gewalt tun? (Hier kann darauf hingewiesen werden, dass auch Jesus in einer Situation ist, in der die Gewalt stärker zu sein scheint als das Gute. Wie auch daran, dass Jesus nicht aufgegeben hat.)
Erzählung für JüngereMaterial: großes, schwarzes Tuch;
einfache Papier-Figuren: 1 x weiß (Jesus); 1 x gelb (Engel); 11 x blau (Jünger) 1 x Schwert (für Jünger); 1 x hellgrau (Judas); 5 x dunkelgrau (Soldaten, alle mit Schwertern)
Heute hören wir eine Geschichte, die in der Nacht spielt. Und sie erzählt etwas Trauriges. Darum habe ich eine schwarze Unterlage dabei (schwarzes Tuch ausbreiten).
Jesus ist mit seinen Jüngern am Ölberg außerhalb der Stadt Jerusalem. Dort kann er sich ausruhen nach einem anstrengenden Tag. Aber heute ist etwas anders. Jesus setzt sich nicht mit den Jüngern zusammen wie sonst, wenn sie noch über den Tag geredet haben. Heute bittet er die Jünger zu beten. (Jünger und Jesus als Gruppe legen) Er sagt: »Betet, denn euer Herz muss ganz stark sein für das, was geschieht.« Die Jünger verstehen gar nicht, was Jesus meint. Dann entfernt sich Jesus von den Jüngern und betet: (Jesus an einen anderen Platz legen) »Mein Vater im Himmel, ich habe große Angst. Ich bin mir sicher, sie planen etwas Böses gegen mich. Ich würde am liebsten von hier weggehen. Aber das, was du willst, soll geschehen.« Und dann spürt er, wie ein Engel ganz nahe bei ihm ist. (Engel neben Jesus legen)
Dann geht Jesus zurück zu den Jüngern. (Jesus zu den Jüngern legen) Sie sind alle eingeschlafen. Jesus weckt sie auf. »Wie könnt ihr jetzt schlafen? Ich brauche euch ganz dringend. Wacht und betet mit mir.«
Die Jünger verstehen nicht, warum Jesus heute so ängstlich ist.
Doch plötzlich hören sie Stimmen und sehen Laternen, die immer näherkommen. Dann erkennen sie Judas. (Judas vor Jesus legen) Er läuft vor den anderen. Was macht Judas da? Er gehört doch zu ihnen. Er ist doch auch ein Jünger. Jetzt gibt er Jesus einen Kuss zur Begrüßung. Aber wen hat er da mitgebracht? Es sind Soldaten und sie haben Waffen. (Soldaten hinter Judas legen). »Schnell, wir müssen Jesus verteidigen!«, ruft einer der Jünger. Er nimmt sein Schwert (Schwert zum Jünger legen) und schlägt einem Soldaten ein Ohr ab. Jesus weist den Jünger zurecht: »Hör auf.« Und dann berührt er das Ohr und heilt es wieder. Alle sind ganz erstaunt. Jesus hilft dem, der ihn bedroht? Sie können es kaum glauben.
Dann sagt Jesus zu den Soldaten: »Warum kommt ihr zu mir mit Schwertern? Bin ich ein Verbrecher? Ihr habt doch Gelegenheit gehabt, als ich im Tempel von der Liebe Gottes und der Liebe unter den Menschen gepredigt habe. Doch ich merke, jetzt gerade ist die Gewalt stärker als meine Worte.« Dann fesseln die Soldaten Jesus und nehmen ihn mit (Jesus, Judas, Soldaten wegnehmen).
Die Jünger bleiben zurück. Sie haben große Angst. (Jünger zu einem Kreis legen) Sie überlegen: »Wenn Jesus gefangen genommen wird, was passiert dann uns? Wir sind ja seine besten Freunde. Werden auch wir gefangen genommen? Und warum hat Judas das getan? Ist er verrückt geworden?« Ein Jünger sagt: »Ich habe mal gehört, wie Judas mit Jesus geredet hat. Da haben sie sich gestritten. Judas wollte, dass Jesus mit ihm gegen die Römer kämpft. Aber Jesus hat Nein gesagt. Vielleicht dachte Judas: ›Wenn Jesus richtig bedroht wird, dann fängt er endlich an zu kämpfen‹. Doch wie es aussieht, hat er da Jesus ganz falsch eingeschätzt. Wie es Judas jetzt wohl geht?« Darauf hat niemand eine Antwort. Ein anderer fragt: »Was passiert jetzt eigentlich mit Jesus? Wo bringen sie ihn hin?« Alle schauen ratlos. Sie wissen es nicht. Aber sie haben große Sorge um Jesus.
Engel aus Holz
In drei verschiedenen Größen

Zur Idee aus der »Kreativen Umsetzung der Geschichte«, Allein sein (Seite 92) passen diese Holzengel aus dem Erzgebirge. Ihre besondere beschützende Form bekräftigt das Kind, begleitet zu sein. Der kleine Engel hat eine Schlaufe zum Aufhängen, die anderen stehen selbstständig.
Groß: 17,8 cm, Kirschholz, € 13,50; Best.-Nr. 1178;
mittel: 9,5 cm, Kirschholz, € 10,30; Best.-Nr. 1187;
klein: 7,5 cm, Buchenholz, € 7,00; Best.-Nr. 1188
Holzbausteine
Aus unbehandeltem Buchenholz

100 Bausteine in unterschiedlichen Größen, die im praktischen Leinensack aufbewahrt und transportiert werden können.
€ 31,30; Best.-Nr. 1784
Erzählung für ÄltereBald ist das Passafest in Jerusalem. In den letzten Tagen war Jesus oft im Tempel, und viele Menschen haben ihm zugehört und mit ihm diskutiert. Die einen waren begeistert von seinen Worten. Sie spürten seine Liebe zu den Menschen, sein offenes Ohr und seine Hilfe für ihre Sorgen. Und sie spürten die Liebe Gottes, wenn er in ihrer Nähe war.
Es gab aber auch andere. Die ärgerten sich über ihn und hätten ihn am liebsten davongejagt. Er störte den normalen Tempelbetrieb, und die Geschäfte liefen nicht mehr gut. Und das ausgerechnet vor dem Passafest, wo so viele Menschen in der Stadt waren. Da hätten sie richtig viel verdienen können. Nun kam der Abend, an dem das Passamahl gefeiert wird.
Auch Jesus feierte mit seinen Jüngern das Passamahl. Danach geht er mit ihnen zum Ölberg. Es ist dunkel. Die Jünger spüren, dass er sehr aufgewühlt ist, fast etwas unsicher. So kennen sie ihn gar nicht. Eigentlich ist Jesus immer der Fels in der Brandung, aber jetzt scheint er ihre Hilfe zu brauchen. Was befürchtet er?
Jesus bittet seine Jünger: »Betet! Das, was kommen wird, wird unsere ganze Herzenskraft brauchen. Darum lasst euch im Gebet stärken von Gott.« Und dann geht Jesus ein paar Schritte weiter. Die Jünger merken, dass er ganz für sich sein will. Und sie spüren seine Angst und Verzweiflung. Wovor hat er solche Angst? So viele Menschen waren in den letzten Tagen so froh über seine Worte.
Jesus betet für sich alleine: »Mein Vater im Himmel, wenn es möglich ist, dann lass das Leiden an mir vorübergehen. Ich hab große Angst. Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.« Da spürt Jesus, dass ein Engel an seiner Seite ist und ihn stärkt. Ohne ihn würde er es nicht schaffen. Trotzdem quält ihn schreckliche Angst und Schweiß tropft ihm von der Stirn. In seinem Herzen tobt es.
Dann geht er zurück zu den Jüngern und sieht, dass sie eingeschlafen sind. »Wie könnt ihr nur schlafen?«, fragt Jesus. »Bleibt wach und betet mit mir, sonst könnt ihr nicht ertragen, was bald kommen wird.«
Die Jünger rätseln immer noch, was Jesus so große Angst macht.
Doch plötzlich hören sie Lärm und Geschrei. Und sie sehen Lampen, die näher kommen. »Keine Angst, es ist nur Judas. Der gehört zu uns«, sagt einer der Jünger. Doch irgendetwas stimmt da nicht. Es ist nicht nur Judas. Es sind auch Leute, die sich so sehr über Jesus im Tempel aufgeregt haben. Sie haben ihre bewaffnete Truppe dabei. Was passiert da gerade? Und nun kommt Judas und will Jesus einen Kuss geben, so wie es bei einer Begrüßung üblich ist. Doch Jesus fragt ihn: »Willst du wirklich mit einem Kuss zeigen, dass ich es bin, den sie suchen?«
Jetzt erst erkennen die Jünger die Gefahr. »Jesus, sollen wir dich mit dem Schwert verteidigen?«, fragt einer der Jünger. »Nein«, sagt Jesus, »keine Waffen!« Aber es war schon zu spät. Einer schlägt mit dem Schwert dem Anführer der Truppe das rechte Ohr ab. Jesus ruft sofort: »Aufhören!« Und dann berührt Jesus das Ohr und heilt es. Einen kurzen Moment ist es ganz still. Hatte Jesus gerade wirklich denen geholfen, die ihn bedrohen? Jesus durchbricht die Stille und sagt: »Warum seid ihr hier mit Schwertern und Knüppeln angerückt? Ihr habt mich doch im Tempel gehört. Und trotzdem denkt ihr, ich bin ein Verbrecher? Aber ich weiß: Jetzt ist die Zeit der Gewalt und der Finsternis. Ich habe gespürt, dass ich es nicht aufhalten kann.«
Dann nehmen sie Jesus fest und bringen ihn weg.
Zitternd bleiben die Jünger zurück. Das haben sie nicht erwartet. Aber jetzt wird ihnen klar: Jesus hatte damit gerechnet. »Aber warum hat Judas das getan?«, schreit einer der Jünger hinaus. »Er hat sich doch so gut mit Jesus verstanden. Sie waren gute Freunde.« – »Ja, ich glaube, das ist das Problem«, sagt ein anderer. »Ich weiß, dass Judas den Zeloten sehr nahe steht. Und die wollen die Römer mit Waffen aus dem Land vertreiben. Judas hat mit Jesus oft diskutiert, dass seine Botschaft nur Erfolg haben wird, wenn sie zu den Waffen greifen. Darüber haben sie oft gestritten. Aber Jesus wollte auf keinen Fall Gewalt. Ich glaube, Judas hatte hiermit die Absicht, Jesus in eine Situation bringen, in der er endlich zum Schwert greifen muss. Aber da hat er sich vollkommen geirrt. Jesus ist stark geblieben. Er hat von der Liebe zu den Feinden gepredigt und jetzt haben wir erlebt, dass er auch so handelt.«
Die Jünger schauen sich an. Alle denken das Gleiche: »Was passiert jetzt mit Jesus? Was haben sie mit ihm vor? Und was passiert mit Judas? Er muss ja völlig verzweifelt sein.«
Mit Jesus in Jerusalem
Bastelbogen (2 x DIN A3: Karte/Kärtchen)
In eine stilisierte Jerusalemkarte werden sieben ausgeschnittene Bildkärtchen eingeklebt. Viele wichtige Ereignisse der Passionswoche können so von den Kindern räumlich grob zugeordnet werden.
€ 2,30 (ab 10 Ex. je € 2,20); Best.-Nr. 1649
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 1/2026
Gebete zum Passionsweg; zur Reihe MoGo März: Passionsweg des Friedens und der Liebe

Zur Planung des Kindergottesdienstes
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeDas wünsch ich sehr
(KuS 410, KKL 33, HuT 315, EGplus 104, MKL1 5);
Jesus zieht in Jerusalem ein
(EG 314, KuS 356, KKL 59);
Gott, du gehst mit uns auf allen unseren Wegen.
(Mit den Händen auf den Boden zeigen und einen Weg »zeichnen«)
Wie Jesus seinen schweren Weg gegangen ist,
(Hand auf Herz legen)
so gehst du auch mit uns. In Freude und in Leid.
(Hände nach oben öffnen)
Wenn der Weg dunkel und schwer ist,
(Hände über dem Kopf zu Dach formen)
dann hältst du deine schützende Hand über uns.
Gott segne unsere Augen,
dass wir sehen, wer Trost braucht.
(Hände vor die Augen legen)
Gott segne unsere Hände,
dass sie Liebe weitergeben – so wie Jesus.
(Hände öffnen)
Gott segne unsere Füße,
dass sie seinem Weg des Friedens folgen.
(Auf der Stelle Gehbewegungen machen)
So segne uns der Gott des Lebens –
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen.
Kreative Umsetzung der GeschichteEinfache Holzkreuze werden mit Herzen bemalt und verziert. Dazu eignen sich neben Farben auch Glitzer-, Schmuck- und Strasssteine sowie anderes Dekomaterial.
(siehe hierzu Tipp Sonntag, 29. März, Holzbausteine)
Heute machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Nicht nur von einer Station zur nächsten – wir gehen einen Weg mit Jesus.
(Kerze in Windlicht anzünden)
Wir erleben, was Jesus auf seinem letzten Weg passiert ist: ein Weg, der fröhlich beginnt,
aber bald schwer wird.
Auf diesem Weg ist Jesus nicht allein.
Und auch wir sind nicht allein.
Gott ist mit uns – auf jedem unserer Wege.
Wir gehen eine Runde und singen dabei: »Das wünsch ich sehr« (Windlicht mitnehmen).
Gestaltung: Braune Stoffbahn als Weg legen. Mit Bauklötzen/Kartons einen Torbogen mit Mauer bauen und an das untere Ende der Stoffbahn setzen. Windlicht mit Kerze vor den Torbogen stellen. Palmzweige oder bunte Tücher bereitlegen.
1. Station Erzählung
Wir sind angekommen in Jerusalem,
der großen, lauten Hauptstadt von Israel.
Heute ist sie besonders voll.
Überall sind Menschen auf den Straßen.
Sie lachen, reden durcheinander,
denn bald wird ein großes Fest gefeiert.
Aus vielen Dörfern und Städten sind sie gekommen.
Auch Jesus ist unterwegs – mit seinen Freundinnen und Freunden.
Die Leute haben schon von ihm gehört.
Sie warten gespannt:
»Wann kommt er endlich?«
»Da! Da ist er!«
Sie sehen ihn. Jesus kommt den Weg herunter.
Aber nicht auf einem stolzen Pferd, wie ein König – Jesus reitet auf einem Esel.
»Auf einem Esel?«, fragen die Leute.
»Warum das denn?«
»Weil er einer von uns ist!«
»Jesus ist kein Krieger. Er bringt Frieden!«
»Erinnerst du dich an die Engel, damals in Bethlehem? Sie sangen: ›Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden!‹«
Da rufen alle: »Er ist gut zu uns!«
»Jesus bringt Frieden!«
»Er ist unser König!«
»Ein König des Friedens!«
Die Menschen legen ihre Kleider wie einen Teppich auf den Weg. Sie winken mit Palmzweigen und rufen laut durch die Straßen:
»Hosianna! Gelobt sei Gott!«
Noch lange hallt ihr Ruf in den Gassen nach:
»Hosianna! Jesus bringt Frieden!«
1. Station Aktion
Kinder winken mit Palmzweigen, legen bunte Tücher auf den Weg.
Die 1. Stophe »Jesus zieht in Jerusalem ein« wird gesungen. Dabei kann ausprobiert werden, das »Hosianna« mal laut, flüsternd, summend, brummend … zu singen.
1. Station Gebet
Wir beten: Jesus, die Menschen jubeln dir zu.
Auch wir freuen uns, dass du zu uns kommst.
Du bist einer von uns.
Du bringst Frieden in eine Welt voller Streit und Gewalt.
Du bist unser Friedenskönig. Hosianna! Amen.
Wir gehen ein Stück weiter und begleiten Jesus auf seinem Weg. Dabei singen wir: »Das wünsch ich sehr« (Windlicht mitnehmen).
Gestaltung: Auf der braunen Stoffbahn, oberhalb des Stadttors, kleinen »Marktstand« mit Münzen, Stofftüchern, Spieltieren und Körbchen gestalten.
Windlicht vor die Szene stellen.
2. Station Erzählung
Wir sind im Tempel.
Das ist der heiligste Ort der Stadt.
Aber was ist hier los?
Überall wird gehandelt, Geld klimpert,
Tiere schreien,
Menschen rufen durcheinander.
Wer viel Geld hat, kann Geld wechseln und sich Opfertiere kaufen.
Aber die Armen gehen leer aus.
Da wird Jesus zornig. Er ruft laut:
»Ihr habt aus dem Haus Gottes eine Räuberhöhle gemacht!«
Die Menschen schauen erschrocken.
Was meint er nur?
Jesus will, dass der Tempel ein Ort ist, wo man beten kann – nicht feilschen und kaufen.
Der Tempel ist ein Ort für alle:
für Arme und Reiche.
Niemand darf ausgeschlossen werden.
Doch manche Menschen sind wütend:
»Er stört die Ordnung!«
»Er macht Ärger!«
»Er ist gefährlich!«
»Er muss weg.«
Von nun an ist Jesus in Gefahr. Es wird eng für ihn. Sein Weg wird schwer.
2. Station Aktion
Alle stehen im Kreis. Nun wird ein Dreiwortsatz gesagt und reihum im Kreis gesprochen: »Alle – gehören – dazu.« Dabei sagt das erste Kind »alle«, das nächste »gehören« und das dritte »dazu«. Das vierte Kind fängt den Satz wieder an. So lange, bis alle im Kreis ein Wort gesagt haben.
Variante: In einer zweiten Runde kann der Satz variieren: »Alle sind willkommen«; »Alle sind wichtig.«
2. Station Gebet
Wir beten: Jesus, du hast dich geärgert,
weil Menschen ausgeschlossen wurden.
Auch wir ärgern uns,
wenn jemand ungerecht behandelt wird.
Du zeigst uns:
Gottes Liebe kann man nicht kaufen.
Danke, dass du uns liebst. Einfach so, wie wir sind. Amen.
Wir gehen ein Stück weiter und begleiten Jesus auf seinem Weg. Dabei singen wir: »Das wünsch ich sehr« (Windlicht mitnehmen).
Gestaltung: Auf der braunen Stoffbahn, oberhalb des Markstands, aus Naturmaterialien einen kleinen Garten gestalten.
Windlicht in den Garten stellen.
3. Station Erzählung
Es ist Abend geworden.
Jesus lässt die Schultern hängen.
Was ist mit ihm los?
Gerade hat er mit seinen Freunden zu Abend gegessen. Jetzt geht er hinaus.
In einen stillen Garten, unter dunkle Bäume, in die kühle Nachtluft.
Jesus will für einen Moment alleine sein.
Er sagt zu seinen Jüngern: »Bleibt hier und betet. Ich gehe ein Stück weiter.«
Er kniet sich hin und betet: »Vater, wenn du es willst, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille soll geschehen,
sondern deiner.«
Geheimnisvoll klingen seine Worte.
Jesus zittert. Er hat Angst. Aber er vertraut Gott.
Und Gott stärkt ihn durch einen Engel.
(Engel dazustellen)
Als er zu seinen Freunden zurückkommt, schlafen sie. »Steht auf«, sagt Jesus.
»Betet, damit ihr stark bleibt.«
3. Station Aktion
Die Kinder schneiden den Umriss eines Engels aus und legen ihn in die Gartenszene.
3. Station Gebet
Wir beten: Jesus, auch du hattest Angst.
Im Gebet hast du neue Kraft gefunden.
Wenn wir Angst haben, sei du uns nah.
Hilf uns beten, wenn uns die Worte fehlen.
Zeig uns, wie stark das Beten macht.
Amen.
Wir gehen ein Stück weiter und begleiten Jesus auf seinem Weg. Dabei singen wir: »Das wünsch ich sehr« (Windlicht mitnehmen).
Gestaltung: Ein dunkelbraunes Tuch wird über die Engelschar gelegt. Darauf eine brennende Taschenlampe legen und das Windlicht dazustellen.
4. Station Erzählung
Einer von Jesu Freunden ist nicht mehr bei der Gruppe: Judas.
Er hat Geld bekommen, damit er zeigt,
wo Jesus ist.
Warum er das gemacht hat?
Wir wissen es nicht.
Vielleicht wollte er, dass Jesus etwas tut. Dass Jesus den Römern endlich mal zeigt, wer hier das Sagen hat.
In der Dunkelheit kommt Judas jetzt zu Jesus zurück. Hinter ihm sind Männer mit Fackeln und Schwertern.
Er geht direkt auf Jesus zu.
Er gibt ihm einen Kuss zur Begrüßung.
Ist das ein Erkennungszeichen?
Die Freunde von Jesus sind entsetzt.
Sie spüren, dass es nun ganz eng wird.
»Wir verteidigen dich!«, rufen sie.
Aber Jesus wehrt ab. Er sagt ruhig:
»Nein. Legt das Schwert weg.
Waffen zerstören. Ich will heilen.«
Da nehmen die Männer mit den Schwertern Jesus gefangen.
Die Dunkelheit fühlt sich jetzt noch dunkler an.
4. Station Aktion
Wer will, schließt die Augen.
Unsere Hände können viel Gutes tun. Jemandem helfen, zum Beispiel. Mit den Händen können wir anderen auch wehtun.
Macht mit beiden Händen eine Faust. Drückt die Faust so fest ihr könnt. Haltet die Spannung … und drückt noch ein bisschen fester. So fest, dass es fast schon wehtut. Haltet noch einen Moment aus.
Jetzt löst eure Hände. Entspannt sie.
Fühlt ihr einen Unterschied?
Unsere Hände können jetzt wieder Gutes tun. Sie sind frei und offen.
Macht nun wieder eure Augen auf.
4. Station Gebet
Wir beten: Jesus, für dich wurde es eng.
Doch deine Liebe blieb groß.
Du willst heilen, nicht verletzen.
Hilf auch uns, stark in der Liebe zu sein
– und nicht in der Gewalt.
Lass uns verbinden, was zerbrochen ist.
Lass uns Licht bringen, wo Dunkel herrscht.
Amen.
Wir gehen ein Stück weiter und begleiten Jesus auf seinem Weg. Dabei singen wir: »Das wünsch ich sehr« (Windlicht mitnehmen).
Gestaltung: Schwarze Stoffbahn quer über die braune legen (ein Kreuz entsteht). Windlicht in die Mitte des Kreuzes stellen.
5. Station Erzählung
Niemand ruft mehr »Hosianna!«
Jetzt schreien sie: »Kreuzige ihn!«
Und der römische Statthalter Pilatus spricht das Urteil: Jesus soll sterben. Am Kreuz.
Noch zwei andere Männer werden mit Jesus gekreuzigt.
Einige Zuschauer spotten: »Jetzt kannst du allen zeigen, dass Gott selbst dich geschickt hat: Also hilf dir doch selbst!«
Aber Jesus wird nicht wütend.
Jesus bleibt in seiner Liebe.
Dann betet er: »Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun.«
Selbst im Sterben liebt Jesus die Menschen.
Er hört nicht auf, an das Gute zu glauben.
Bis zuletzt.
(Kerze im Windlicht löschen)
Als Jesus gestorben ist, sagt einer der Soldaten leise: »Dieser Mensch war ein Gerechter.«
Ja, das Gute ist nicht verschwunden.
5. Station Aktion
Kinder dürfen ein Herz aus Papier auf das Kreuz legen.
5. Station Gebet
Wir beten:
Jesus, du hast das Böse mit Liebe besiegt.
Du hast gebetet für die, die dir wehgetan haben.
Liebe ist stärker als Hass und Gewalt.
Liebe ist sogar stärker als der Tod.
Pflanze diese Liebe auch in unsere Herzen.
Amen.
Wir gehen ein Stück weiter und begleiten Jesus auf seinem Weg. Dabei singen wir: »Das wünsch ich sehr« (Windlicht mitnehmen).
Gestaltung: Gelbes Tuch spiralförmig in die Mitte des Kreuzes legen, Windlicht darauf stellen. Gelbe Papierstreifen wie Sonnenstrahlen drumherumlegen.
6. Station Erzählung
Ist der Weg nun zu Ende? Nein. Gott überlässt dem Dunkel nicht das letzte Wort.
Drei Tage später geschieht etwas, das alles verändert.
(Kerze im Windlicht wieder anzünden)
Licht vertreibt die Dunkelheit.
Das Leben siegt über den Tod.
Gott macht alles neu.
6. Station Aktion
Alle stehen im Kreis und singen »Das wünsch ich sehr«. Dabei wird die Kerze im Windlicht einander weitergegeben.
6. Station Gebet
Wir beten:
Jesus, der Tod hat nicht das letzte Wort.
Die Liebe hat den Tod besiegt.
Bald feiern wir Ostern. Lass uns in unserem Leben Osterspuren finden. Amen.
Wo einer dem andern neu vertraut
(EG WUE 551, KuS 134, HuT 45)
Engel aus Pappmaché
Dieser Engel aus Pappmaché kann mit unterschiedlichen Farben angemalt und gestaltet werden, insbesondere Acryl- und Wasserfarben eignen sich sehr gut.
Der Engel kann aufgestellt oder an der Schlaufe aufgehängt werden.
Größe: 14 cm hoch, 11 cm Flügelbreite
€ 2,40 (ab 10 Ex. je € 2,10);
Zugänge für den Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema
Liturgische ElementeSiehe hierzu »Zur ganzen Reihe«.
Kreative Umsetzung der GeschichteDie Kinder
bemalen ihren Tontopf entweder mit Acryllacken und »Lebenssymbolen« (z. B. Pflanze, Blume, Sonne, Schmetterling) oder
gestalten ihn mit Serviettentechnik.
Material: Acryllacke, Pinzel, Servietten mit passenden Motiven, Serviettenkleber/Kleister, Schwämme, Scheren, Pinsel, flache Steine, um die Löcher abzudecken; evtl. vorher den Tontopf mit einem hellen Acryllack grundieren und trocknen lassen! Anleitungen hierzu gibt‘s im Internet (z. B. unter »servietten-techniken.de«).
Nach dem Trocknen über das Loch im Boden einen Stein legen, feuchte Erde einfüllen, einige Weizenkörner hineinlegen und etwas festdrücken.
Nach einer gemeinsamen Planungsphase wird in einer großen, mit Erde gefüllten Kiste/Wanne ein Auferstehungsgarten angelegt. Es werden Blumen, Pflanzen und Kräuter eingepflanzt, mit Steinen Wege gelegt …
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die Kinder erkunden einen Friedhof.
Hierzu ist der Aktionsbogen »Der Friedhof: Ein Ort voller Leben – ich entdecke unseren Friedhof« sehr hilfreich. (Anm. d. Redaktion)
Wichtig: Den Kindern genügend Zeit geben, sie angemessen begleiten (sensibel auf ihre Reaktionen achten); sich auch auf Fragen zu unterschiedlichen Bestattungsformen einstellen.
Mit älteren Kindern:
Wichtig: Auch die Mitarbeitenden sind offen, über eigene Erfahrungen, Gefühle, Vorstellungen und (vor allem) Hoffnungen Auskunft zu geben.
Die Kinder malen ihre Vorstellungen von dem, was nach dem Tod kommt.
Erzählung für JüngereMaterial: siehe »Zur ganzen Reihe«, plus Kreuz, Schale mit Erde
Emma ist traurig (schwarzes Tuch hinlegen). Vor ein paar Wochen ist Frau Abendschein gestorben (Kreuz aufs Tuch stellen). Sie war Emmas Nachbarin.
Heute geht Emma mit Papa und Mama auf den Friedhof, zum Grab von Frau Abendschein. »Heute ist Ewigkeitssonntag«, hat Papa erklärt. »Da denkt man an die Menschen, die im letzten Jahr gestorben sind.«
Auf dem Grab von Frau Abendschein steht ein Kreuz aus Holz. Darauf steht der Name: Berta Abendschein. Darunter sind Zahlen. Papa sagt: »Das sind die Tage, an denen Frau Abendschein geboren und gestorben ist. 86 Jahre alt war sie.« Auf dem Kreuz ist ein Bild: eine Getreideähre (Ähre quer über das Kreuz legen).
Emma weint. Frau Abendschein fehlt ihr. Einmal in der Woche war Emma nach dem Kindergarten zum Mittagessen bei ihr. Danach haben sie zusammen Memory gespielt. Frau Abendschein hat immer gelacht. Emma durfte viel Schokolade bei ihr essen. Jetzt ist Frau Abendschein tot und Emma kann nicht mehr zu ihr gehen. Das macht Emma traurig. Ihr Herz fühlt sich schwer an.
»Wo ist Frau Abendschein jetzt?«, fragt Emma und schluchzt. Mama sagt: »Ich glaube, Frau Abendschein ist bei Gott.« – »Aber wie kann das sein?«, fragt Emma. »Sie ist doch hier in diesem Grab.« Papa sagt: »Ich glaube, Gott macht die Menschen, die gestorben sind, neu. Und dann wohnen sie bei Gott.« – »Das kann ich mir nicht vorstellen«, sagt Emma. »Das ist auch schwierig. Ich kann es mir auch nicht richtig vorstellen«, sagt Mama und deutet auf das Kreuz. »Siehst du die Getreideähre?«, fragt sie. Emma nickt.
»Stell dir vor«, sagt Mama, »ein Weizenkorn wird in die Erde gesät (Kinder bekommen Weizenkörner und säen sie in die Schale mit Erde). Das Weizenkorn bricht auf. Es stirbt. Aus dem Weizenkorn wächst ein Halm (Schale mit kleinen Weizenhalmen daneben stellen). Der Halm wächst und wird grün. Schließlich wird eine Getreideähre daraus, in der neue Weizenkörner wachsen (Getreideähre hochhalten). Das Weizenkorn hat sich verwandelt. Aus ihm ist etwas Neues geworden.« – »So ist es auch mit Frau Abendschein?«, fragt Emma. »Aus ihrem Körper ist etwas Neues geworden?« – »Ja, Gott hat Frau Abendschein einen neuen Körper geschenkt. Einen Körper, der nie mehr sterben muss. Einen Körper, der stark ist. Einen Körper, der keine Schmerzen hat.« – »So ist Frau Abendschein jetzt bei Gott. Würde ich sie denn wiedererkennen?« – »Ja, Frau Abendschein ist bei Gott«, sagt Papa. »Ich bin mir sicher, du würdest sie wiedererkennen. Sie sieht vielleicht anders aus, neugemacht. Aber es ist immer noch Frau Abendschein – so wie du sie gekannt und gemocht hast.«
Emma schließt die Augen und sagt: »Guter Gott, pass gut auf Frau Abendschein auf. Bis ich sie irgendwann einmal wiedersehe. Amen.« Gemeinsam gehen die drei wieder nach Hause. Im Frühling will Emma Weizenkörner auf Frau Abendscheins Grab pflanzen.
Erzählung für ÄltereIn der Mitte der Erzählung wird ein Zeitraffer-Video von keimenden Weizenkörnern gezeigt (z. B. YouTube, Stichworte »Zeitraffer Pflanzen Weizen«).
»Wie soll das gehen? Wenn ein Mensch tot ist, ist er tot. Dann liegt sein Körper im Grab, bis nur noch die Knochen übrig sind. Dann ist alles aus und vorbei. Wir müssen das Leben hier genießen und Jesus bitten, dass er uns jetzt hilft. Wir werden nicht wieder auferstehen, wenn wir mal tot sind.« Antigone kann es nicht verstehen. Die spinnen doch. Die glauben wirklich, dass die Toten wieder auferstehen. Das ist doch ziemlicher Schwachsinn. Wie soll das gehen?
In der Gemeinde in Korinth gibt es Streit. Vor ein paar Jahren kam Paulus bei ihnen vorbei und hat ihnen von Jesus erzählt. Seitdem gibt es die christliche Gemeinde in Korinth. Antigone gehört dazu, aber auch viele andere. Jetzt wissen sie nicht weiter. Wer hat denn nun recht? Antigone und die, die nicht an die Auferstehung der Toten glauben oder die, die glauben, dass die Toten auferstehen? Deshalb haben sie Rat bei Paulus gesucht und ihm einen Brief geschrieben: »Paulus, wo sind die Toten? Was passiert mit ihnen? Gibt es eine Auferstehung der Toten? Wenn ja, wie soll das gehen?« Jetzt warten sie auf eine Antwort von Paulus.
Da kommt Christodoulos angerannt. Er wedelt mit einem Stück Papier in der Hand. »Paulus hat geantwortet!«, ruft er aufgeregt. »Kommt her, ich lese vor.« Alle versammeln sich um Christodoulos. Es wird still. Christodoulos räuspert sich. Dann liest er: »Liebe Schwestern und Brüder in Korinth! Ihr seid mir sehr wichtig, deshalb antworte ich euch gerne auf eure Fragen. Es sind schwierige Fragen. Niemand von uns hat den Tod bisher erlebt. Aber wir haben die Frohe Botschaft von Jesus: Er ist für uns gestorben, er wurde begraben und ist wieder auferstanden. Weil Jesus lebt, bekommen auch wir neues Leben geschenkt, wenn wir einmal sterben. Ein Leben bei Gott. Wenn es keine Auferstehung der Toten geben würde, hätte Jesus nicht von den Toten auferstehen können. Dann wäre alles umsonst. Aber viele Menschen haben Jesus gesehen, nachdem er begraben war.«
Durch die Menge geht ein Raunen. »Siehst du, Antigone, wir hatten recht. Es gibt die Auferstehung der Toten«, ruft Theophila. »Aber wie soll das gehen?«, wendet Antigone ein. »Ich kann mir das nicht vorstellen. Das muss mir Paulus schon besser erklären.« – »Warte ab«, sagt Christodoulos, »der Brief geht noch weiter.«
Christodoulos sucht mit dem Finger die Stelle, an der er aufgehört hat. Dann liest er weiter: »Ihr fragt euch sicher: ›Wie werden die Toten auferstehen? Mit was für einem Körper werden sie kommen, wenn sie doch im Grab verwesen?‹ Ich sage euch: Alles wird erst richtig lebendig, wenn es stirbt. Stellt euch ein Weizenkorn vor. Wenn ihr es in die Erde sät, bricht es auf. Es stirbt, damit ein neuer Halm daraus wächst. (Video abspielen) So verwandeln auch wir uns: Unser alter Körper und unser altes Leben sterben. Aber Gott schafft uns einen neuen Körper und ein neues Leben. Unser Leben hier auf der Erde ist irgendwann vorbei. Unser Leben bei Gott hört niemals auf. In unserem Leben hier auf der Erde machen wir uns Sorgen. In unserem Leben bei Gott gibt es keine Sorgen mehr. In unserem Leben hier auf der Erde sind wir manchmal schwach. In unserem neuen Leben bei Gott haben wir genug Kraft. Hier haben wir einen Körper, der irgendwann im Grab verwest. Aber unser neuer Körper bei Gott bleibt für immer.«
»Da hörst du es, Antigone! Gott schafft uns einen neuen Körper. Gott verwandelt uns – so wie sich das Weizenkorn verwandelt, damit etwas Neues daraus wächst. Und trotzdem bleiben wir dieselben, weil Gott uns schon in unserem alten Leben wie eine Art Samenkorn gemacht hat.« – »Ich kann es mir jetzt ein bisschen besser vorstellen. So ganz allerdings nicht. Aber vielleicht können wir das auch nicht. Wir alle leben ja noch.«
Antigone neigt den Kopf und denkt nach. »Ich finde es aber eine schöne Vorstellung, dass meine Großmutter jetzt ein neues Leben bei Gott hat und ich sie dort einmal wiedersehe, gerne auch verwandelt.«
In „Kleine im KIGO“ zu dieser Reihe gibt‘s klare und kompakte Anregungen, wie wir in einer für Kinder hilfreichen Art mit ihnen über Tod und Sterben reden können. Diese stammen aus einem Interview mit einer Bestatterin.
Gottes Liebe ist wie die Sonne
(KuS 484, KG 153, HuT 337);
Gott hält seine Hand über mir (KuS 186);
Das wünsch ich sehr (KuS 410, KKL 333, EGplus 104, HuT 315, MKL1 5);
Nichts soll dich ängsten
(KuS 232, HuT 130, EG WUE 574);
Komm, bau ein Haus
(KuS 530, KG 119, HuT 359, MKL1 91)
Lasse freut sich. Endlich ist Opa wieder zu Hause. Er war so lange im Krankenhaus.
Opa ist immer noch krank. Er liegt im Bett.
Lasse klettert zu Opa aufs Bett.
»Sag mal, wann bist du denn wieder gesund und kannst aufstehen?«, fragt Lasse. »Dann können wir endlich wieder zusammen zum Spielplatz gehen und Fußball spielen.« – »Weißt du, Lasse, ich werde nicht mehr gesund und nicht mehr aufstehen«, sagt Opa. – »Aber Opa, warum das denn?« Lasse ist entsetzt. Opa sagt: »Ich bin schon sehr alt, meine alten Knochen funktionieren nicht mehr richtig.«
Lasse denkt nach. Plötzlich laufen ihm Tränen übers Gesicht. Er sagt: »Opa, mein Hase Stupsi war auch sehr alt und dann ist er gestorben. Musst du auch sterben?« Opa streicht Lasse zärtlich über den Kopf. »Ja, das wird irgendwann so sein, Lasse.« Das tröstet Lasse kein bisschen. »Aber Opa, wo bist du dann?«
Opa überlegt. Dann hat er eine Idee. »Lasse, hol doch die Kinderbibel aus meinem Bücherregal. Du weißt ja, wo sie steht. Dann schauen wir mal, was Gott und Jesus dazu sagen.«
Lasse holt die Kinderbibel und setzt sich wieder zu Opa aufs Bett. Opa blättert in der Bibel.
Opa erzählt: »Einmal hat Jesus seinen Freunden gesagt, dass er bald sterben wird. Da waren die Freunde von Jesus auch sehr traurig. Und Jesus hat zu seinen Freunden gesagt: ›Ich weiß, dass ihr traurig seid, wenn ich sterbe. Aber ich gehe zu Gott, meinem Vater, zurück. Wenn ihr einmal sterben werdet, dann seid ihr auch bei Gott. Bei Gott gibt es viele Wohnungen – die bereite ich für euch vor.‹« (Johannes 14,2)
Lasse sagt: »Das verstehe ich nicht, was heißt das denn?« Opa sagt: »Das heißt, dass ich bei Gott einen schönen Platz haben werde, wenn ich einmal sterbe. Eine schöne Wohnung, die zu mir passt. Vielleicht mit einer Wiese und Apfelbäumen darauf. Vielleicht hoppelt dein Hase Stupsi auch dort rum und knabbert an leckeren Möhren.« Eifrig sagt Lasse: »Opa, das weiß ich noch, dass bei Gott auch alle Tiere sind. Alle vertragen sich und es geht ihnen gut. Das hast du mir schon aus der Bibel vorgelesen.« (Jesaja 11,6; 65,25).
Opa lacht und freut sich: »Da hast du gut aufgepasst, Lasse.«
»Eine Freundin von Jesus war einmal sehr traurig. Ihr Bruder war gestorben.
Da hat Jesus ihr gesagt: ›Wer an mich glaubt, wird bei mir weiterleben, wenn er stirbt.‹«
(Johannes 11,25)
Lasse schnieft noch ein bisschen und meint: »Jetzt bin ich nicht mehr so doll traurig. Aber ein bisschen bleibst du schon noch hier bei uns, oder?« Opa schmunzelt und meint: »Na, ich hoffe es. Bitte sei so lieb, geh zu Oma und frag sie, ob wir etwas von dem leckeren Apfel-Streuselkuchen bekommen, den sie gebacken hat.« Lasse ruft: »Au ja«, und flitzt zu Oma in die Küche.
Für jemanden, der krank ist.
Gemeinsam überlegen, worüber sich ein kranker Mensch freuen könnte.
Wenn ein Kind tatsächlich einen akuten Trauerfall erlebt und davon erzählt, gemeinsam überlegen, was der Familie jetzt wohl gut tut (Fotos anschauen von der verstorbenen Person; gemeinsam etwas machen, was man sonst mit der/dem Gestorbenen gemacht hat; Blumen pflücken und aufs Grab stellen …).
Bücher
Im Angang gibt es ein Interview mit einer Bestatterin, die kompakte Anregungen gibt, wie wir mit Kindern über Tod und Sterben reden können.
Josef Herbasch/Heidi Rose
Ich helfe dir, wenn du trauerst
Praxisbuch zur Trauerbegleitung

€ 22,00; Best.-Nr. 2166
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 4/2025
Interview mit einer Bestatterin; zur Reihe Kleine im Kigo


Annette Härdter aus: Ich helfe dir, wenn du trauerst. Praxisbuch zur Trauerbegleitung, 2023 © Verlag Junge Gemeinde, Leinfelden-Echterdingen; Lahn-Verlag, Kevelaer
Folgende Phasen kann man unterscheiden:
Kinder unter 3 Jahren: Tod heißt »Nicht-da-sein« – Abwesenheit auf Zeit; noch keine Vorstellung von der Endgültigkeit des Todes.
Kinder zwischen 3 und 6 Jahren: Tod als vorübergehender Zustand – erste vage Vorstellung, verbunden mit Dunkelheit und Bewegungslosigkeit; kein Bezug zur eigenen Person.
Kinder zwischen 6 und 9 Jahren: Tod als Bestrafung – erstes Verständnis für die Endgültigkeit des Todes; Personifizierung des Todes, Verlust- und Trennungsängste
Kinder zwischen 10 und 14 Jahren: Realistisches Todeskonzept – Endgültigkeit des Todes wird verstanden; Sinnfragen tauchen auf: nach dem eigenen Leben und Leben nach dem Tod.
Selbstverständlich darf man die Jahreszahlen nur als Richtschnur ansehen. Es ist durchaus lohnend, sich zu den einzelnen Phasen selbst näher zu informieren.
Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben (KuS 408, Wwdl 122, Durch Hohes und Tiefes 280);
Wo sind die Toten? (KuS 641, KG 83, Durch Hohes und Tiefes 205);
Traurig steh ich da (KKL 134)
Aus: KuS 663
Am Ende eines jeden Sonntags der Reihe, legt sich ein persönliches Ritual nahe.
1. Sonntag, 17.11.: Im November werden bekanntlich viele Gräber geschmückt. Dafür werden oft Reisigzweige verwendet. Davon ausgehend kann jedes Kind für eine*n Verstorbene*n einen kleinen Reisigzweig niederlegen (siehe hierzu »Miniatur-Friedhof«).
2. Sonntag, 24.11.: Jedes Kind kann ein Licht (z. B. Teelicht) als christliches Hoffnungszeichen für jemanden entzünden. Wenn einem Kind niemand Konkretes einfällt, kann es sein Licht für alle Verstorbenen anzünden. Ist eine besondere Kinderkirch- oder gar eine Osterkerze vorhanden, sollten die Kerzen an ihr entzündet werden.
Lieber Vater im Himmel,
alle unsere Verstorbenen wollen wir dir anbefehlen.
Du kennst sie alle, du vergisst sie nicht.
Lass sie auch im Tod bei dir geborgen sein.
Amen.
Josef Herbasch, Heidi Rose
Ich helfe dir, wenn du trauerst
Praxisbuch zur Trauerbegleitung
Erfahrene Experten und Expertinnen berichten aus der Praxis und geben wertvolle Anregungen für die behutsame Trauerarbeit mit Kindern bis 12 Jahren und zeigen auf, wie Hilfe durch Begleitung möglich ist.
Darüber hinaus enthält das Buch Hintergrundwissen zu den vier Phasen der Trauer sowie dem Verständnis von Tod von Kleinkindern bis Teenagern. Lieder, Gebete und Bastelvorschläge runden das Buch ab. Alle Vorlagen können mit QR-Code heruntergeladen und schnell eingesetzt werden. Für Kita, Grundschule und Familie
€ 22,00;
Best.-Nr. 2166
Ein Ort der Erinnerung
Fotos zur Erzählung für Jüngere – kostenfrei
Große im KIGO – Jakobs Tod und Begräbnis
Jesus erzählt von dem, was kommt
Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.
Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.