So konnten sich die Menschen ihr Leben erklären: Wem es gut ging, der hatte das auch verdient. Und wer leiden musste, der wurde aus gutem Grund von Gott bestraft.
»Da muss der Teufel seine Hand im Spiel haben«, so eine »einfache« Antwort hilft auf die Schnelle. Immerhin haben wir dann einen Schuldigen, einen Grund für das Leid. Nach kurzer Zeit aber gehen die Fragen weiter: »Wie kann Gott dem Teufel so eine Macht lassen?« Und damit sind wir wieder bei der ersten Frage: »Wieso lässt Gott das zu?« Den Teufel brauchen wir für diese Frage gar nicht.
Ein behutsames Gespräch mit den Kindern, ob sie Hiob verstehen können, bietet sich an. Die Mitarbeitenden dürfen dabei gerne ehrlich bleiben: »So ein Vertrauen trotz solchen Leids – das fiele mir zumindest sehr schwer.«
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
(KuS 610, KKL 324);
Halte zu mir guter Gott
(KuS 456, KKL 328, Wwdl 49);
Aus der Tiefe rufe ich zu dir
(KuS 417, KKL 196, MKL2 8, Wwdl 4);
Manchmal ist meine Angst riesengroß
(MKL2 73);
Ich trau auf dich, o Herr
(nur die erste Strophe als Liedruf, s. unten bei den Fürbitten; KG 110)
Lieber Gott,
vielen Menschen auf der Welt geht es schlecht.
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die im Krieg leben.
Lass sie nicht allein.
Liedruf:
(1. Strophe von: Ich trau auf dich, o Herr)
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die kein Geld haben.
Liedruf
Wir denken an alle Kinder und Erwachsenen,
die sich einsam fühlen.
Liedruf
Und wir denken auch an uns selbst:
Wenn wir einsam sind,
wenn wir traurig sind,
wenn alles dunkel ist,
dann lass uns bitte nicht allein!
Damit die Kinder sich gut in den gesegneten Zustand von Hiob hineinfühlen können, gibt die Geschichte ihnen genügend Raum für ihren Traum vom eigenen Reichtum. Nach der Geschichte wird noch einmal das weiße Tuch als »Beutel der Reichtümer Hiobs« in die Mitte gelegt. Die Kinder erinnern sich gemeinsam, was alles darin ist.
Jüngere Kinder können der Reihe nach die Gefühle Hiobs nach seinem schrecklichen Verlust pantomimisch darstellen.
Ältere Kinder erhalten verschiedene Orffsche Instrumente und suchen nach Geräuschen, die Hiobs Gefühle widerspiegeln: Wut, Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit …
Die Kinder überlegen anschließend:
Dann stellt jemand aus dem Team die weiße Kerze erneut in die Mitte: »Hiob hat in all seiner Traurigkeit weiter fest auf Gott vertraut. Denn Gott hat ihm ja versprochen: ›Ich bin immer bei dir.‹«
Der*die Mitarbeiter*in geht dann mit der Kerze im Kreis herum, bleibt vor jedem Kind stehen und sagt: »Gott hat versprochen: ›Ich bin immer bei dir.‹«
Nun können weiße Kerzen mit bunten Wachsherzen verziert werden, die die Kinder mit nach Hause nehmen können (s. unten).
Mit älteren Kindern wäre ein vorsichtiges Gespräch darüber spannend, ob sie auch so fest auf Gott vertrauen könnten, wie Hiob das tat.
Wichtig dabei ist, dass die Mitarbeitenden wirklich offen fragen und alle Antworten, ohne sie in irgendeiner Form zu werten, stehenlassen.
(Manche Kinder werden vielleicht ohne die Spur eines Zweifels sagen: »Aber klar doch.« Ihre Zuversicht ist wunderbar und darf nicht angezweifelt oder hinterfragt werden.
Manche werden zweifeln, wie wir selbst vielleicht auch. Manche sagen wohl auch: »Ganz sicher nicht.«)
Alles das ist in Ordnung. Mit Leiden gehen alle unterschiedlich um. Erwachsene sind keineswegs »schlauer« als Kinder. Doch egal wie, es bleibt Gottes Versprechen an uns alle ungebrochen.
Stumpenkerze mit Wachsplättchen
Weiße Kerze plus Wachsplättchen in Blau, Grün, Rot und Gold
€ 5,40 (ab 10 Ex. je € 5,20);
Trost- und Mutmachkoffer
Bastelbogen
Viele der Trost- und Mutmachkärtchen können frei beschriftet oder bemalt werden und finden dann im gebastelten Erste-Hilfe-Koffer griffbereit ihren Platz.
€ 1,90 (ab 10 Ex. je € 1,80);
Best.-Nr. 1725
Figurenkegel-Set
In vier verschiedenen Größen
Unerlässlich fürs anschauliche Erzählen. Mit diesem 21-teiligen Set lassen sich sehr viele Geschichten darstellen.
Das Set enthält:
1 x XXL, 16,5 cm (Best.-Nr. 1454)
3 x groß, 10 cm (Best.-Nr. 1208)
12 x mittel, 7 cm (Best.-Nr. 472)
5 x klein, 5 cm (Best.-Nr. 471)
21-teiliges Set € 21,60; Best.-Nr. S1680
Alle Holzkegel auch einzeln (XXL) bzw. im 10er-Set erhältlich (Best.-Nr. in Klammer).
Material: 1 großes schwarzes Tuch, 4 kleine schwarze Chiffon-Tücher, 1 großes weißes Tuch, 12 Holzkegelfiguren, Tierfiguren oder Bilder, Naturmaterialien oder Bilder, dicke weiße Kerze
(Ein großes schwarzes Tuch auf dem Boden ausbreiten)
Vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mann, der hieß Hiob. Er wohnte in einem fernen Land. Und er hatte alles, was er sich wünschte.
(Weißes Tuch über das schwarze Tuch legen. Darauf werden entsprechend der Erzählung die Reichtümer Hiobs ausgebreitet.
Hiob hatte sieben Söhne und vier Töchter (auf ein Viertel des Tuches Kegelfiguren hinstellen/Bild hinlegen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür (brennende Kerze in die Mitte des Tuches stellen).
Er hatte Schafe und Rinder und Kamele und Esel. Eine große Herde (Holzfiguren/Bilder an die Kinder verteilen, die sie auf das zweite Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er war sehr reich. Er hatte viel Land, weite Flächen und hohe Berge. Er konnte gar nicht an einem Tag von einem Ende seines Landes zum anderen Ende kommen (Naturmaterialien/Bilder an die Kinder, die sie auf das dritte Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er hatte viele wunderschöne Kleider und lebte in großen Zelten aus edelstem Stoff. Und viele, viele Menschen waren da, um ihm zu bedienen und für ihn zu arbeiten (Kegelfiguren/Naturmaterialien/Bilder an die Kinder verteilen, die sie auf das letzte Viertel stellen/legen).
Und Hiob dankte Gott aus ganzem Herzen dafür.
Er hatte wirklich alles, was er sich wünschte.
Er war wirklich sehr glücklich.
Und jeden Tag dankte Hiob Gott aus ganzem Herzen dafür, denn er glaubte fest an Gott.
Aber dann geschah etwas Schreckliches:
Ein Mann kam zu Hiob. Er hatte Tränen in den Augen und sagte: »Hiob, Feinde sind ins Land gekommen und haben alles mitgenommen! Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Kleidern legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam ein anderer Mann. Er war ganz außer Atem und sagte: »Hiob, im Land war ein großes Feuer. Alles ist verbrannt! Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten.«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Längereien legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam ein anderer Mann. Der hatte Schrammen an Beinen und Armen und sagte: »Hiob, auch die Feinde von der anderen Seite haben uns angegriffen und alle Tiere mitgenommen. Ich konnte gerade noch entkommen, um dir davon zu berichten«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Tieren legen).
Und der Mann hatte noch nicht fertig gesprochen, da kam noch einer Mann. Der weinte sehr. Er nahm Hiob in den Arm und sagte: »Hiob, es gab einen Unfall. Deine Kinder sind alle gestorben«
(ein schwarzes Chiffontuch über Viertel mit den Kindern legen).
Einmal hatte Hiob alles gehabt, was er sich nur wünschte.
Und dann, an einem Tag, war alles weg!
(Ein*e Mitarbeiter*in nimmt die Kerze weg, ein*e andere*r fasst das weiße Tuch an den vier Ecken und zieht es hoch. Wie in einem Beutel verschwindet der ganze Reichtum und wird weggetragen. Jetzt liegt wieder nur das schwarze Tuch in der Mitte.)
Hiob war still.
Er legte sich auf den Boden.
Er weinte.
Und dann sagte er: »Ich vertraue auf Gott. Das war gestern so. Das ist heute so. Das wird so bleiben.
Ich vertraue auf Gott«
(die Kerze wieder in die Mitte des schwarzen Tuches stellen).
Nylontücher-Set
Transparent
Sechs hauchzarte, luftig-transparente
Tücher aus 100 % Nylon in den Farben gelb, orange, violett, rot, grün, blau.
Größe: 68 x 68 cm
€ 16,20; Best.-Nr. 1128
Schafe-Set
Aus Holz
Das Set enthält fünf Holzschafe in den
Maßen 5 x 3 cm.
5er-Set € 4,90; Best.-Nr. 1559
Die Kinder sitzen im Kreis, jedes Kind hat einen Stift. In der Mitte stehen vier Schalen und ausreichend DIN A6-Karten je in den Farben gelb, weiß, hellblau und grau. (Wenn ein Kind nicht schreiben kann, wird ihm/ihr geholfen.)
Ich sage gleich ein paar Satzanfänge, und ich lade dich ein, sie zu Ende zu führen. Ich sage auch, auf welche Karte du schreiben kannst. Eine Regel ist wichtig: Schreibe immer nur einen Gedanken auf eine Karte. Wenn du mehr brauchst, nimm dir ruhig mehrere Karten.
Ein Mensch, der wunschlos glücklich ist, dem gehört …
Überlege einmal: Was gehört diesem Menschen alles? Schreibe es auf die
gelben Karten. Immer nur einen Gedanken pro Karte. Und es ist ganz egal, was die anderen aufschreiben – es geht nur um dich. Und es ist auch ganz egal, ob du richtig schreibst – es geht nur um deine Gedanken. Schreibe auf, was du schreiben möchtest so gut du es kannst.
Ein Mensch, der wunschlos glücklich ist, dem gehört …
(Leise Instrumentalmusik im Hintergrund)
Lege deine Karten bitte hier in diese Schale.
(Kinder legen Karten in die erste Schale.)
Ein Mensch, der viel Liebe spürt, der liebt besonders …
Schreibe bitte auf die weißen Karten. Schreibe nur für dich. Es ist ganz gleich, was die anderen schreiben.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die zweite Schale.)
Ein Mensch, der alles besitzt und viel Liebe um sich hat, der fühlt sich …
Schreibe bitte auf die hellblauen Karten.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die dritte Schale.)
Ein Mensch, der nichts besitzt und alle Liebe verloren hat, der tut Folgendes …
Schreibe bitte auf die grauen Karten.
(Kinder schreiben, anschließend legen sie die Karten in die vierte Schale; die Musik wird ausgeschaltet;
ein großes, schwarzes Tuch wird neben den Schalen ausgebreitet.)
Vor langer, langer Zeit, da lebte ein Mann, der hieß Hiob. Er wohnte in einem fernen Land. Und er hatte alles, was er sich wünschte
(großes, weißes Tuch über das schwarze legen):
Er hatte viele Tiere – große Herden.
Er besaß viel Land – so weit das Auge reichte und noch weiter.
Das war in Hiobs Zeit ein sehr großer Reichtum – so wie heute Menschen reich sind, die …
(gelbe Zettel nacheinander vorlesen und auf ein Viertel des Tuches legen; Wiederholungen sind ausdrücklich erwünscht, wie z. B. »Geld«, »viel Geld«, »Geld und Gold«).
Aber Hiob besaß nicht nur viel Land und viele Tiere, er hatte auch eine Frau, sieben Söhne und drei Töchter – eine große Familie. Und er hatte Dienerinnen und Knechte, die für sie arbeiteten. Hiob liebte seine Familie sehr – so sehr wie heute Menschen dies hier lieben …
(weiße Zettel nacheinander vorlesen und auf das zweite Viertel des Tuches legen).
Und weil es Hiob gutging, fühlte er sich auch gut – sehr gut
(hellblaue Zettel nacheinander vorlesen und auf das dritte Viertel des Tuches legen).
Dazu kam, dass Hiob ein Mensch war, der ganz auf Gott vertraute (weiße Kerze in die Mitte stellen). Er betete zu Gott und vergaß nie, Gott zu danken. Und Hiob hielt sich an sein Wort.
Aber dann passierte etwas Schlimmes:
Ein Bote kam zu Hiob gelaufen und sagte: »Die Feinde aus dem Norden sind gekommen – sie haben alle deine Tiere gestohlen!«
Und der Bote hatte kaum ausgeredet, da kam ein weiterer angelaufen und rief: »Ein großes Feuer ist auf deinem Land ausgebrochen und hat alles zerstört!«
Und der Bote hatte noch nicht ausgeredet, da kam ein dritter, der sagte: »Die Feinde aus dem Süden haben uns angegriffen – sie haben deine Knechte getötet!«
Und noch ein vierter Bote kam, weinte sehr und erzählte: »Deine Kinder waren bei einem Fest, als plötzlich die Decke des Hauses einstürzte – sie sind alle tot.«
Hiob fiel auf die Erde und weinte.
So hatte er sich noch nie gefühlt. Er …
(graue Zettel nacheinander vorlesen und auf das letzte Viertel des Tuches legen
Alles war fort. Nichts war Hiob geblieben.
(Ein*e Mitarbeiter*in nimmt die Kerze weg, ein*e andere*r fasst das obere, weiße Tuch an den vier Ecken und zieht es hoch. Der ganze Reichtum verschweindet wie in einem großen Beutel und wird weggetragen. Jetzt liegt wieder nur das schwarze Tuch in der Mitte.)
Hiob war still.
Und dann sagte er: »Ich vertraue auf Gott. Das war gestern so. Das ist heute so. Das wird so bleiben. Ich vertraue auf Gott.«(Die weiße Kerze in die Mitte des schwarzen Tuches stellen.)
Als einige Jahre später ein geliebter Mensch viel zu früh starb, war es für mich ein Schlag ins Gesicht, als andere mich trösten wollten mit Sätzen wie: »Gott ist allmächtig, der Tod war sein Wille.« Das konnte nicht sein, so viel wusste und glaubte ich sicher.
Dieser Teil ist für die Kinder bewusst nicht vorgesehen. Die ausgewählten Verse bleiben bei den (leider nur gut gemeinten) tröstlichen Worten der Freunde. (Wobei es vielleicht tröstlicher gewesen wäre, wenn sie weiter geschwiegen hätten.)
Kinder empfinden ebenso großen Schmerz wie Erwachsene. Doch zuweilen sind ihre Herzen offener für Trost: für den Zuspruch, nicht allein zu sein; für die Nähe lieber Menschen. Ihre Hoffnung, dass doch alles gut werden kann, ist ungetrübter als bei Erwachsenen. Sie sind in dieser Hinsicht gesegnet und ein Segen.
Aus der Tiefe rufe ich zu dir
(KuS 417, KKL 196, MKL2 8, Wwdl 4);
Manchmal ist meine Angst riesengroß
(MKL2 73);
Wie in einer zärtlichen Hand (KG 195, KKL 326);
Herr, erbarme dich (KG 197)
An diesem Sonntag wird der sonst übliche Ablauf durchbrochen (s. die Gedanken von Eva Forssman im Plan für den Kindergottesdienst):
Der Raum ist gemütlich vorbereitet: Kissen und Decken liegen auf dem Boden. Die Kinder legen sich hin.
Bis alle eine gemütliche Position gefunden haben, in der sie gut zuhören können, läuft Musik. Dann endet sie und die Geschichte beginnt.
Das Adlerküken hatte bis heute ein tolles Leben. Es hatte einfach alles, was es sich wünschte: Das Nest, sein Zuhause, war in den wunderschönen Bergen. Der Himmel war klar. Die Luft herrlich frisch. Wenn der kleine Adler Hunger hatte, kam sofort der Vater und brachte Futter. Wenn der kleine Adler fror, kuschelte er sich an die Eltern oder Geschwister. Er war nie allein, es fehlte ihm an nichts. Er war glücklich, er hatte alles.
Und dann kam ein Tag, den er gar nicht verstand.
Zuerst zupfte der Vater die weichen Federn und das Moos aus dem Nest – es war nicht mehr gemütlich.
Dann rupfte die Mutter kleine Zweige aus dem Nest – es war nicht mehr sicher.
Der kleine Adler bekam Angst. Doch er hatte ja Vater und Mutter in der Nähe. Und er war sicher: »Wenn die beiden da sind, kann mir nichts geschehen.«
Und da bekam er einen Stups. Und dann noch einen kräftigeren Stoß. Und dann wurde er richtig gestoßen. Voller Schrecken sah er, dass er immer näher an Rand des Nestes gedrückt wurde. Er fing an zu piepsen, versuchte sich zu wehren, aber es half nichts: Er fiel aus dem Nest und stürzte in die Tiefe.
Verzweifelt schlug der kleine Adler mit seinen kleinen Flügeln. Das hatte er noch nie versucht – und es ging auch nicht gut. Er fiel immer weiter. Und schließlich gab er auf: »Gleich falle ich auf die Felsen, dann ist es vorbei«, dachte er. Und er fragte sich: »Was ist denn nur passiert? Wieso ist mein schönes Nest nicht mehr da? Wo sind meine Geschwister? Und warum sind meine Eltern nicht mehr da? Warum nur geschieht das denn alles?«
Der kleine Adler kniff seine Äuglein zu. Er wollte nicht sehen, wie er auf die Felsen zuraste …
Und dann – plötzlich – ein Ruck!
Aber es tat nichts weh. Das Fallen war vorbei und er lebte! Ein frischer Wind wehte durch seine Gefieder und der kleine Adler merkte, dass er aufwärts getragen wurde.
Vorsichtig machte er die Augen wieder auf. Er blinzelte in die Sonne und erkannte das Gefieder seiner Mutter. Sie hielt ihn in ihren Krallen. Sie hatte ihn aufgefangen. Jetzt trug sie ihn zurück zum Nest.
Der kleine Adler war tief gefallen.
Er hatte schreckliche Angst gehabt.
Doch seine Mutter hatte ihn aufgefangen.
Er war sicher.
Der kleine Adler atmete ganz tief ein und ganz tief wieder aus. Er war sicher.
(Die Musik wird wieder einige Zeit eingeschaltet. Die Kinder setzen sich wieder auf und in einen Kreis. Ein*e Mitarbeiter*in gibt eine kleine Vogelfigur dem Kind neben sich. Vorsichtig geben die Kinder das Vögelchen von Hand zu Hand weiter. Bei jedem Kind sagt der/die Mitarbeiter*in:
»Gott hält dich fest.
Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.«
Die Kinder liegen auf weichen Decken. Leise Musik spielt im Hintergrund. Der*die die Station begleitende Mitarbeiter*in leitet die Atemübung in ruhigem Ton an:
Lege eine Hand langsam auf den Bauch
und die andere sanft auf deine Brust.
Atme ruhig.
Spüre, wie sich die Hände heben und senken.
Atme – und spüre.
(Pause)
Jetzt atme zuerst in Richtung der Brust.
Spüre, wie deine Hand sich hebt.
Und dann atme in Richtung Bauch.
Spüre, wie deine Hand sich hebt.
Ganz langsam geht die Luft wieder hinaus: Erst aus dem Bauch, dann aus der Brust.
Mach es noch einmal:
Atme ruhig Richtung Brust,
dann Richtung Bauch
und ruhig wieder raus aus dem Bauch
und aus der Brust.
Und noch einmal.
Lass dir Zeit und spüre genau.
(Pause)
Lege die Hände ruhig neben deinen Körper.
Schließe die Augen, wenn du magst.
Höre, was Gott dir verspricht:
Ich bin bei dir.
Bei jedem Atemzug.
Wenn du einatmest, bin ich da.
Wenn du ausatmest, bin ich da.
Du bist nie allein.
Atme ganz tief ein und wieder aus.
Du bist sicher.
Kratzbilder (für jüngere Kinder)
In das Schwarz können sie Bilder ritzen von Menschen und Dinge, die sie trösten. Auch Herzen und Sterne passen gut zu dem Gedanken: »Du bist nicht allein, wenn du traurig bist.«
Wachstränen (für ältere Kinder)
Die Kinder bekommen eine weiße Kerze und ein mit Wasser gefülltes Glas.
Einleitung: Gott hat uns versprochen: »Wenn du weinst, dann sehe ich das.« Keine unserer Tränen bleibt ihm verborgen. Er sieht sie alle. Er fängt sie auf, tröstet uns – und verwandelt einmal unsere Trauer wieder in Freude.
Die die Station betreuende Person lässt Wachs-
tropfen ins Wasser fallen. Dabei sagt sie: »Gott sieht unsere Tränen, er fängt sie auf.« Dann nimmt sie den nun erkalteten Wachstropfen aus dem Wasser, hebt ihn hoch und wiederholt: »Gott will uns trösten und einmal unsere Trauer wieder in Freude verwandeln.«
Dann tropfen die Kinder vorsichtig mit ihrer Kerze die Wasseroberfläche voll. Dann fischen sie die Tropfen heraus. Die begleitende Person (und evtl. weitere Mitarbeitende) durchbohren sie mit Nadel und Faden. So entsteht ein schöner Fensterschmuck für zu Hause.
Wenn die Gruppe fertig ist, wiederholt die Person: »Gott hat uns versprochen: »Wenn du weinst, dann sehe ich das.« Keine unserer Tränen bleibt ihm verborgen. Er sieht sie alle. Er fängt sie auf, tröstet uns – und verwandelt einmal unsere Trauer wieder in Freude.
Klagen
Es liegen schwarze Karten, weißschreibende Stifte und Steine neben einem Tuch mit einer weißen Kerze. Ein*e Mitarbeiter*in erzählt:
Hiob war ein freundlicher Mann. Er lebte vor langer, langer Zeit.
Damals hatte er alles, was er sich wünschen konnte: viel Land, viele Tiere, eine große Familie.
Und alles wurde ihm genommen:
Die Tiere wurden gestohlen.
Das Land wurde vom Feuer verwüstet.
Seine Kinder starben bei einem schlimmen Unfall.
Er vertraute auf Gott.
Er glaubte, dass Gott ihm hilft.
Und dann wurde Hiob selbst schlimm krank.
Er hatte schreckliche Schmerzen.
Er weinte.
Seine Freunde kamen und wollten ihn trösten. Aber das ging nicht. Es half nicht.
Hiob war untröstlich.
Er klagte seinen Freunden sein Leid.
Er klagte Gott sein Leid.
Was er wohl gesagt hat?
(Die Ideen der Kinder auf die schwarzen Karten schreiben und um die Kerze legen.)
Ich hoffe so sehr, dass du nie so leiden musst wie Hiob. Aber ich weiß, dass auch Kinder oft sehr traurig sind. Was macht dich traurig?
(Für jeden Beitrag der Kinder einen Stein zur Kerze legen. Auch die Erwachsenen können hier von ihrer Klage berichten.)
Auch wenn es dunkel ist und wir keinen Trost finden: Gott bleibt da.
Er verspricht uns: »Ich höre dich.
Ich höre dich, wenn …«
(Die Kinder nennen ihre Klagen. Der*die Betreuerin wiederholt jede Klage und stellt dabei neben einen Stein ein Teelicht, bis alle Steine »leuchten«.)
Das Bild »In Gottes Händen« von Sieger Köder wird an die Wand projiziert/als DIN-A3-Poster aufgehängt oder als Postkarte für jedes Kind vorhanden. (Im Internet unter den Stichworten »Sieger Köder In Gottes Händen« leicht zu finden.)
Sieh dir das Bild an. Was siehst du?
Welche Farben?
Wessen Gesicht mag das sein?
Wessen Hände?
(Die Kinder haben genügend Zeit zum Nachdenken und Antworten Sammeln. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jede Antwort der Kinder wird wertschätzend aufgenommen und wiederholt.)
Was fühlt der Mensch?
Was denkt er?
Was hat er heute wohl erlebt?
(Genügend Raum für Antworten geben, s. oben)
Was denkt ihr: Hat der Mensch auch schon Schweres erlebt? War er schon einmal ganz verzweifelt? Wieso denkst du das?
(Genügend Raum für Antworten geben, s. oben)
Gott verspricht: »Ich halte dich. Du musst keine Angst haben. Ich tröste dich. Du bist nie allein.«
Mit Kinder über Abschied, Verlust und Tod sprechen
44 Impulskarten zur Trauerbegleitung
Wie sehen tote Menschen aus? Was passiert auf einer Beerdigung? Darf ein Sarg bunt sein? – Kinder stellen Fragen, das Kartenset unterstützt beim Finden von Antworten.
44 stabile Karten mit Fotos, beidseitig bedruckt, mit Begleitheft.
Für 4–10 Jährige
€ 16,00; Best.-Nr. 3759
Das ist Gottes Antwort an Hiob.
Gottes Liebe ist so wunderbar
(KuS 484, KKL 329, KG 146);
Gott hält die ganze Welt in seiner Hand
(KuS 610, KKL 324, KG 143);
Halte zu mir, guter Gott
(KuS 456, KKL 328, KG 8, Wwdl 49);
Gib uns Ohren, die hören (MKL2 38);
Hallelu-, Halleluja (KuS 226, KKL 188, KG 193);
Segne, Vater, tausend Sterne
(KuS 182, KKL 281, KG 142)
Gott, lass mich sehen, wie gut du es mit mir und der ganzen Welt meinst.
Gott, lass mich hören, wie Tiere singen, wie Menschen sich freuen, wie Wind und Wasser rauschen.
Gott, lass mich fühlen, wie wunderbar kühl die Nacht ist und wie sanft die Strahlen der Sonne.
Gott, lass mich schmecken, wie herrlich die Früchte sind, die du uns schenkst.
Gott, lass mich nicht vergessen,
wie wunderbar du für uns sorgst. Amen.
Gott (beide Arme nach oben strecken)
hat mich lieb (ein Herz vor der Brust formen).
Gott (beide Arme nach oben strecken)
gibt mir mein Leben (aufrecht hinstellen),
Gott (beide Arme nach oben strecken)
begleitet mich (den Kindern an der Seite die Hand geben),
Gott (beide Arme nach oben strecken)
segnet mich (Hände falten).
Die Kinder legen oder setzen sich gemütlich hin und schließen die Augen. Jemand aus dem Team lässt leise Naturgeräusche laufen (im Internet unter beispielsweise diesen Stichworten zu finden: »Entspannung Naturgeräusche – Vogelstimmen im Wald«) und sagt: »Stell dir vor, du bist draußen. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, du bist an einem richtig schönen Ort. Schau dich dort um. Was siehst du? Was hörst du? Welche Tiere sind da? Welche Pflanzen? Schau dich in Gedanken in Ruhe um. (Pause) Und nun beobachte das Tier oder die Pflanze oder vielleicht den Wind in den Bäumen, das Wasser im Fluss ganz genau: Schau dort hin, wo es dir am besten gefällt und stell dir ganz genau vor, wie das Tier oder die Pflanze aussieht. Stell sie dir ganz genau vor.« (Pause)
Je nach Alter der Kinder und ihrer Vorerfahrung mit Stilleübungen wird nach 30 Sekunden bis zwei Minuten die Musik langsam leiser gedreht und dann ausgemacht.
Die Kinder werden eingeladen, das, was sie sich vorgestellt haben (Tier, Pflanze, Wasser …) für die anderen darzustellen.
Dafür können sie wählen zwischen:
Nach ca. 20 Minuten beginnt ein Gang durch die Ausstellung, in der jedes Kunstwerk angeschaut wird und ausschließlich wertschätzende Rückmeldungen gegeben werden. Der*die Mitarbeiter*in schließt jede staunende Beobachtung ab mit:
»So viel Mühe hast du dir gegeben. Gott gibt sich mit uns ebenso viel Mühe.« Oder
»So sorgfältig hast du geformt/so bunt hast du gemalt/so großartig ist deine Skulptur. Gott ist ebenso sorgfältig/bunt/großartig.«
Hiob war sehr traurig.
Alles war weg. Keine Freunde mehr da, kein Geld mehr da, keine Familie mehr da.
Er wollte nichts mehr sehen (Augen zuhalten, Kindern einladen, das nachzumachen). Er wollte nichts mehr hören (Ohren zuhalten). Er wollte nichts mehr essen oder trinken (Mund zuhalten). Er wollte nur noch allein sein (auf den Boden setzen, Beine anziehen, Kopf auf die Beine legen).
Wie fühlt sich das an?
(Antworten der Kinder aufnehmen)
Hiob tat alles weh: der Rücken, der Po, die Knie. Der Kopf tat weh, und er konnte gar nicht richtig atmen. Es rauschte in seinen Ohren. Und er fühlte sich sehr einsam und allein.
Hiob dachte: »Ich bin meinen Freunden egal. Ich bin allen egal. Und ich bin Gott egal. Niemand kümmert sich um mich. Ich werde für immer einsam und traurig sein. Am liebsten wäre ich gar nicht auf der Welt.«
Das ist sehr schlimm, wenn jemand so fühlt. Warum denkt Hiob das wohl?
(Antworten der Kinder aufnehmen)
Hiob denkt: »Das ist gemein! Ich bin so allein. Ich will, dass das aufhört. Es soll mir jemand helfen. Gott soll mir helfen!«
Ganz lange hat Hiob so gesessen.
Und manchmal hat er auch geweint.
»Ich bin ganz allein«, hat Hiob gedacht.
Aber das war er nicht. Gott war da. Er war da, auch wenn Hiob das gar nicht glauben konnte. Gott war da, auch wenn Hiob das gar nicht spüren konnte. Gott war da, auch wenn Hiob das gar nicht wusste.
Und dann sagte Gott zu Hiob:
»Sei nicht traurig. Schau dich lieber mal um.«
Hiob hob den Kopf und sah einen großen Adler. Der schwebte am Himmel (Arme wie ein Vogel ausbreiten). Der Adler flog weit oben, in der frischen und klaren Luft. Und Hiob atmete ganz tief ein (tief einatmen) und wieder aus (ausatmen). »Wie schön er ist«, sagte Hiob. »So groß und frei.« – »So bin ich auch«, sagte Gott.
Hiob schaute in die Ferne und sah eine Kuh mit ihrem Kälbchen. Das Kälbchen trank Milch. »Ich habe auch Durst«, sagte Hiob und spürte seinen trockenen Mund. »Und ich habe Hunger.« Gott sagte: »Ich sorge für dich. Du bekommst alles, was du zum Leben brauchst« (alle bekommen ein Glas Wasser und eine Kleinigkeit zu essen; wenn sie mögen, können die Kinder essen und trinken).
Es war noch sehr früh am Morgen und Hiob merkte, wie ihm kalt wurde. Er schlang die Arme um sich (Arme um den Oberkörper legen). Da kam die Sonne hinter dem Berg hervor. Hiob spürte, wie ihre Strahlen sein Gesicht streichelten und ihn wärmten. »Ich bin so groß und weit wie die Sonne«, sagte Gott. »Und ich bin dir so nah wie die Wärme auf deiner Haut«
(Die Handflächen aneinanderreiben, bis sie warm werden).
»Ich habe dich lieb, Hiob«, sagte Gott. »Ich bin bei dir. Und ich werde immer und ewig bei dir bleiben.«
Da stand Hiob auf. Er streckte sich, atmete tief ein und aus und hob seine Hände in den Himmel (alles mitmachen).
»Ich habe dich lieb, Hiob«, sagte Gott noch einmal. »Glaubst du mir?«
Und Hiob sagte: »Ja.«
(Alle setzen sich wieder hin.)
Hiob musste nie wieder so traurig sein.
Er bekam viele Freunde. Er wurde sehr reich. Und er hatte viele Kinder.
Wieder eine Nacht voller Tränen: Hiob reibt sich die Augen. Alles tut ihm weh.
Er ist allein in seinem Zelt, alle sind fort. Seine Frau ist nicht da, seine Freunde auch nicht. Aber das ist Hiob gerade recht: Er will niemanden sehen.
Wieder denkt er an all das, was er einmal besaß. Er denkt an die großen Viehherden, die ihm gehörten. Er denkt an seinen Reichtum. Er denkt an seine Kinder. Nichts ist mehr da. Alles ist fort.
Hiob setzt sich aufrecht hin. »Gott ist gemein«, sagt er laut in die Dunkelheit. Es ist kein Mensch da, um das zu hören. Aber Hiob will, dass Gott ihn hört. Darum sagt er es nochmal. Ganz laut und ganz direkt zu Gott: »Du bist gemein! Du bist nicht die Liebe. Du bist nicht gerecht. Ich habe nie etwas Böses getan – und doch habe ich alles verloren. Ich bin allein, ich habe Schmerzen, ich bin am Boden. Und das alles ist dir egal! Ich bin dir egal!« Immer lauter ruft Hiob in die Dunkelheit. Er weint. Er schreit. Er schimpft mit Gott.
Hiob klagt so lange, bis er müde auf den Boden sinkt. »Es bringt nichts«, flüstert er, »es bringt alles nichts. Nichts hat einen Sinn. Gar nichts.«
Da spürt Hiob, wie der Ostwind den Eingang des Zeltes auseinander weht. Und durch den Spalt sieht er, wie draußen die Sonne aufgeht. Langsam steht Hiob auf und geht vor das Zelt.
»Es stimmt nicht«, hört er eine Stimme. Hiob sieht keinen Menschen, aber er hört diese Stimme. Ganz deutlich hört er sie. Noch einmal sagt sie: »Es stimmt nicht. Du bist mir nicht egal.«
Hiob schaut sich um. Dann lässt er sich ganz auf die Stimme ein, denn es ist Gott, der mit ihm spricht.
»Siehst du den Adler? Hörst du ihn?«, fragt Gott. Hiob schaut in den noch dämmrigen Himmel. Da oben fliegt ein Adler. Er stößt leise Schreie aus. Er ist auf der Jagd, er sucht nach Futter für seine Jungen. Seine Gefieder fängt schon die ersten Sonnenstrahlen auf. Groß wie ein König der Lüfte fliegt er dahin. Stark, unerreichbar und wunderschön.
»Stark, unerreichbar und wunderschön. So bin ich«, sagt Gott.
»Schau dort hinten, auf der Weide«, sagt Gott. Hiob schaut in die Ferne. Da sieht er eine Kuh mit ihrem Kälbchen. Die Kuh zupft Gras, das Kälbchen trinkt bei der Mutter. Die Mutter gibt ihrem Kind alles, was es braucht. Sie bleibt bei ihm, schützt es, wärmt es und zeigt ihm den Weg
»Ich gebe dir alles, was du brauchst«, sagt Gott. »Ich bin bei dir, ich schütze dich und zeige dir den Weg.«
Plötzlich rennt ein großer Straußenvogel in einiger Entfernung an Hiob vorbei. Hiob wundert sich: »So schnell kann dieser Vogel laufen! Das kann kein Mensch. Das ist unerreichbar!«
»Unerreichbar, so bin ich«, sagt Gott. »Du kannst mich nicht festhalten und du kannst mich nicht verstehen.
Ich bin Gott, kein Mensch wie du.«
Hiob beobachtet die Tiere.
Langsam wird ihm kalt.
Da kommt die Sonne ganz hinter dem Berg hervor. Hiob spürt ihre Wärme auf seinem Gesicht und freut sich.
»Ich bin dir ganz nah«, sagt Gott. »So nah wie die Wärme auf deiner Haut. Und ich bin auch unerreichbar groß und weit wie die Sonne. Du kannst nicht alles von mir verstehen. Aber du kannst mir glauben. Du bist mir nicht egal, und ich liebe dich. Glaubst du mir?«, fragt Gott
Hiob steht da. Er staunt: Die Welt ist so groß, so schön, so wundervoll. Und er ist Teil von ihr. Da stottert Hiob leise: »Ja, ich glaube dir.«
Das ist der Moment, in dem Hiob wieder die Liebe Gottes spürt, weil er an sie glaubt.
Hiob lebt noch viele Jahre. Er hat wieder viele Tiere, mehr als zuvor. Er ist wieder sehr reich, reicher als zuvor. Und hat wieder Söhne und Töchter. Hiob ist wieder glücklich. Als er stirbt, ist er sicher und geborgen bei Gott.
Siehe hierzu »Zur ganzen Reihe«.
Die Kinder
bemalen ihren Tontopf entweder mit Acryllacken und »Lebenssymbolen« (z. B. Pflanze, Blume, Sonne, Schmetterling) oder
gestalten ihn mit Serviettentechnik.
Material: Acryllacke, Pinzel, Servietten mit passenden Motiven, Serviettenkleber/Kleister, Schwämme, Scheren, Pinsel, flache Steine, um die Löcher abzudecken; evtl. vorher den Tontopf mit einem hellen Acryllack grundieren und trocknen lassen! Anleitungen hierzu gibt‘s im Internet (z. B. unter »servietten-techniken.de«).
Nach dem Trocknen über das Loch im Boden einen Stein legen, feuchte Erde einfüllen, einige Weizenkörner hineinlegen und etwas festdrücken.
Nach einer gemeinsamen Planungsphase wird in einer großen, mit Erde gefüllten Kiste/Wanne ein Auferstehungsgarten angelegt. Es werden Blumen, Pflanzen und Kräuter eingepflanzt, mit Steinen Wege gelegt …
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die Kinder erkunden einen Friedhof.
Hierzu ist der Aktionsbogen »Der Friedhof: Ein Ort voller Leben – ich entdecke unseren Friedhof« sehr hilfreich. (Anm. d. Redaktion)
Wichtig: Den Kindern genügend Zeit geben, sie angemessen begleiten (sensibel auf ihre Reaktionen achten); sich auch auf Fragen zu unterschiedlichen Bestattungsformen einstellen.
Mit älteren Kindern:
Wichtig: Auch die Mitarbeitenden sind offen, über eigene Erfahrungen, Gefühle, Vorstellungen und (vor allem) Hoffnungen Auskunft zu geben.
Die Kinder malen ihre Vorstellungen von dem, was nach dem Tod kommt.
Material: siehe »Zur ganzen Reihe«, plus Kreuz, Schale mit Erde
Emma ist traurig (schwarzes Tuch hinlegen). Vor ein paar Wochen ist Frau Abendschein gestorben (Kreuz aufs Tuch stellen). Sie war Emmas Nachbarin.
Heute geht Emma mit Papa und Mama auf den Friedhof, zum Grab von Frau Abendschein. »Heute ist Ewigkeitssonntag«, hat Papa erklärt. »Da denkt man an die Menschen, die im letzten Jahr gestorben sind.«
Auf dem Grab von Frau Abendschein steht ein Kreuz aus Holz. Darauf steht der Name: Berta Abendschein. Darunter sind Zahlen. Papa sagt: »Das sind die Tage, an denen Frau Abendschein geboren und gestorben ist. 86 Jahre alt war sie.« Auf dem Kreuz ist ein Bild: eine Getreideähre (Ähre quer über das Kreuz legen).
Emma weint. Frau Abendschein fehlt ihr. Einmal in der Woche war Emma nach dem Kindergarten zum Mittagessen bei ihr. Danach haben sie zusammen Memory gespielt. Frau Abendschein hat immer gelacht. Emma durfte viel Schokolade bei ihr essen. Jetzt ist Frau Abendschein tot und Emma kann nicht mehr zu ihr gehen. Das macht Emma traurig. Ihr Herz fühlt sich schwer an.
»Wo ist Frau Abendschein jetzt?«, fragt Emma und schluchzt. Mama sagt: »Ich glaube, Frau Abendschein ist bei Gott.« – »Aber wie kann das sein?«, fragt Emma. »Sie ist doch hier in diesem Grab.« Papa sagt: »Ich glaube, Gott macht die Menschen, die gestorben sind, neu. Und dann wohnen sie bei Gott.« – »Das kann ich mir nicht vorstellen«, sagt Emma. »Das ist auch schwierig. Ich kann es mir auch nicht richtig vorstellen«, sagt Mama und deutet auf das Kreuz. »Siehst du die Getreideähre?«, fragt sie. Emma nickt.
»Stell dir vor«, sagt Mama, »ein Weizenkorn wird in die Erde gesät (Kinder bekommen Weizenkörner und säen sie in die Schale mit Erde). Das Weizenkorn bricht auf. Es stirbt. Aus dem Weizenkorn wächst ein Halm (Schale mit kleinen Weizenhalmen daneben stellen). Der Halm wächst und wird grün. Schließlich wird eine Getreideähre daraus, in der neue Weizenkörner wachsen (Getreideähre hochhalten). Das Weizenkorn hat sich verwandelt. Aus ihm ist etwas Neues geworden.« – »So ist es auch mit Frau Abendschein?«, fragt Emma. »Aus ihrem Körper ist etwas Neues geworden?« – »Ja, Gott hat Frau Abendschein einen neuen Körper geschenkt. Einen Körper, der nie mehr sterben muss. Einen Körper, der stark ist. Einen Körper, der keine Schmerzen hat.« – »So ist Frau Abendschein jetzt bei Gott. Würde ich sie denn wiedererkennen?« – »Ja, Frau Abendschein ist bei Gott«, sagt Papa. »Ich bin mir sicher, du würdest sie wiedererkennen. Sie sieht vielleicht anders aus, neugemacht. Aber es ist immer noch Frau Abendschein – so wie du sie gekannt und gemocht hast.«
Emma schließt die Augen und sagt: »Guter Gott, pass gut auf Frau Abendschein auf. Bis ich sie irgendwann einmal wiedersehe. Amen.« Gemeinsam gehen die drei wieder nach Hause. Im Frühling will Emma Weizenkörner auf Frau Abendscheins Grab pflanzen.
In der Mitte der Erzählung wird ein Zeitraffer-Video von keimenden Weizenkörnern gezeigt (z. B. YouTube, Stichworte »Zeitraffer Pflanzen Weizen«).
»Wie soll das gehen? Wenn ein Mensch tot ist, ist er tot. Dann liegt sein Körper im Grab, bis nur noch die Knochen übrig sind. Dann ist alles aus und vorbei. Wir müssen das Leben hier genießen und Jesus bitten, dass er uns jetzt hilft. Wir werden nicht wieder auferstehen, wenn wir mal tot sind.« Antigone kann es nicht verstehen. Die spinnen doch. Die glauben wirklich, dass die Toten wieder auferstehen. Das ist doch ziemlicher Schwachsinn. Wie soll das gehen?
In der Gemeinde in Korinth gibt es Streit. Vor ein paar Jahren kam Paulus bei ihnen vorbei und hat ihnen von Jesus erzählt. Seitdem gibt es die christliche Gemeinde in Korinth. Antigone gehört dazu, aber auch viele andere. Jetzt wissen sie nicht weiter. Wer hat denn nun recht? Antigone und die, die nicht an die Auferstehung der Toten glauben oder die, die glauben, dass die Toten auferstehen? Deshalb haben sie Rat bei Paulus gesucht und ihm einen Brief geschrieben: »Paulus, wo sind die Toten? Was passiert mit ihnen? Gibt es eine Auferstehung der Toten? Wenn ja, wie soll das gehen?« Jetzt warten sie auf eine Antwort von Paulus.
Da kommt Christodoulos angerannt. Er wedelt mit einem Stück Papier in der Hand. »Paulus hat geantwortet!«, ruft er aufgeregt. »Kommt her, ich lese vor.« Alle versammeln sich um Christodoulos. Es wird still. Christodoulos räuspert sich. Dann liest er: »Liebe Schwestern und Brüder in Korinth! Ihr seid mir sehr wichtig, deshalb antworte ich euch gerne auf eure Fragen. Es sind schwierige Fragen. Niemand von uns hat den Tod bisher erlebt. Aber wir haben die Frohe Botschaft von Jesus: Er ist für uns gestorben, er wurde begraben und ist wieder auferstanden. Weil Jesus lebt, bekommen auch wir neues Leben geschenkt, wenn wir einmal sterben. Ein Leben bei Gott. Wenn es keine Auferstehung der Toten geben würde, hätte Jesus nicht von den Toten auferstehen können. Dann wäre alles umsonst. Aber viele Menschen haben Jesus gesehen, nachdem er begraben war.«
Durch die Menge geht ein Raunen. »Siehst du, Antigone, wir hatten recht. Es gibt die Auferstehung der Toten«, ruft Theophila. »Aber wie soll das gehen?«, wendet Antigone ein. »Ich kann mir das nicht vorstellen. Das muss mir Paulus schon besser erklären.« – »Warte ab«, sagt Christodoulos, »der Brief geht noch weiter.«
Christodoulos sucht mit dem Finger die Stelle, an der er aufgehört hat. Dann liest er weiter: »Ihr fragt euch sicher: ›Wie werden die Toten auferstehen? Mit was für einem Körper werden sie kommen, wenn sie doch im Grab verwesen?‹ Ich sage euch: Alles wird erst richtig lebendig, wenn es stirbt. Stellt euch ein Weizenkorn vor. Wenn ihr es in die Erde sät, bricht es auf. Es stirbt, damit ein neuer Halm daraus wächst. (Video abspielen) So verwandeln auch wir uns: Unser alter Körper und unser altes Leben sterben. Aber Gott schafft uns einen neuen Körper und ein neues Leben. Unser Leben hier auf der Erde ist irgendwann vorbei. Unser Leben bei Gott hört niemals auf. In unserem Leben hier auf der Erde machen wir uns Sorgen. In unserem Leben bei Gott gibt es keine Sorgen mehr. In unserem Leben hier auf der Erde sind wir manchmal schwach. In unserem neuen Leben bei Gott haben wir genug Kraft. Hier haben wir einen Körper, der irgendwann im Grab verwest. Aber unser neuer Körper bei Gott bleibt für immer.«
»Da hörst du es, Antigone! Gott schafft uns einen neuen Körper. Gott verwandelt uns – so wie sich das Weizenkorn verwandelt, damit etwas Neues daraus wächst. Und trotzdem bleiben wir dieselben, weil Gott uns schon in unserem alten Leben wie eine Art Samenkorn gemacht hat.« – »Ich kann es mir jetzt ein bisschen besser vorstellen. So ganz allerdings nicht. Aber vielleicht können wir das auch nicht. Wir alle leben ja noch.«
Antigone neigt den Kopf und denkt nach. »Ich finde es aber eine schöne Vorstellung, dass meine Großmutter jetzt ein neues Leben bei Gott hat und ich sie dort einmal wiedersehe, gerne auch verwandelt.«
In „Kleine im KIGO“ zu dieser Reihe gibt‘s klare und kompakte Anregungen, wie wir in einer für Kinder hilfreichen Art mit ihnen über Tod und Sterben reden können. Diese stammen aus einem Interview mit einer Bestatterin.
Herr, erbarme dich
(EG 178.11; KuS 216, KKL 203, MKL 1 14);
Aus der Tiefe rufe ich zu dir
(KuS 417, KKL 196, HuT 262, Wwdl 4);
So viel Kummer (KKL 201)
Dbd 2025, Seite 82–86
– Das schwarze Tuch wird in die Mitte gelegt und mit den anderen kleinen Tüchern jeweils zu einem Viertel abgedeckt.
– In einem Körbchen befinden sich die Holzkegel, Schafe, Esel, Rinder und Bauklötze.
– Die Kinder stellen diese Figuren während der Erzählung auf. Tipp: Dabei bitte beachten, dass die Fläche in vier Segmente eingeteilt ist und die Figuren von den Kindern entsprechend gestellt werden:
1. Segment: Eselinnen, einige Knechte
2. Segment: Schafe, einige Knechte
3. Segment: Rinder, einige Knechte
4. Segment: Haus, in dem die Söhne und Töchter Hiobs sind
– Evtl. können die Nachrichten der vier Boten im Vorfeld an Kinder verteilt werden.
Die Figuren und Bauklötze werden unter den Kindern verteilt.
Vor sehr langer Zeit lebte im Lande Uz ein Mann namens Hiob (Hiob in die Mitte stellen). Hiob ist ein guter Mensch. Er sorgt für alle, beachtet Gottes Gebote und strengt sich sehr an, nichts Böses zu tun (brennende Kerze
neben Hiob stellen). Auch für seine Kinder bringt er immer wieder Opfer dar, damit alles gut wird, falls sie etwas Böses getan haben. Hiob hat eine große Familie. Zusammen mit seiner Frau hat er sieben Söhne und drei Töchter. Außerdem 7000 Schafe, 3000 Kamele, 1000 Rinder und 500 Eselinnen. Dazu viele Knechte und Mägde. Er ist sehr reich und besitzt viel Land.
Gemeinsam bauen wir nun auf, was alles zu Hiob gehört. (Die Figuren wie oben beschrieben auf die verschieden-farbig kleinen Tücher legen.)
Da kommt plötzlich ein Bote zu Hiob und berichtet: »Etwas Schlimmes ist passiert, Hiob! Wir waren mit den Eselinnen bei der Arbeit auf dem Feld, da kamen bewaffnete Männer, haben die Knechte erschlagen und alle Tiere mitgenommen. Ich konnte als einziger entkommen und berichte dir jetzt davon.«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit den Eselinnen und Knechten zur Hiobsfigur einschlagen. Das schwarze Tuch wird sichtbar. Tiere und Figuren dürfen umfallen. Textkarte dazulegen – auch bei den folgenden Boten.)
Und schon kommt der der zweite Bote zu Hiob: »Etwas Schlimmes ist passiert. Wir hatten gerade die Schafe auf die frische Weide gebracht, da fiel wie ein Blitz Feuer vom Himmel – und alle waren tot: Knechte und Schafe. Ich konnte als einziger entkommen und berichte dir jetzt davon.«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit den Schafen und Knechten zur Hiobsfigur einschlagen …)
Und schon kommt der dritte Bote zu Hiob: »Etwas Schlimmes ist passiert, Hiob! Ich muss dir eine traurige Nachricht überbringen: Wir waren mit den Rindern auf dem Weg zur nächsten Weidefläche. Da wurden wir gleich von drei Seiten überfallen. Die Räuber haben alle Knechte erschlagen und dann die Rinder einfach mitgenommen. Ich konnte als einziger …«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit den Schafen und Knechten zur Hiobsfigur einschlagen …)
Der dritte Bote war noch nicht ganz fertig, da kommt ein vierter Bote: »Leider habe ich eine traurige Nachricht für dich, Hiob. Etwas Schreckliches ist passiert. Deine Söhne und Töchter waren bei ihrem ältesten Bruder zu Hause. Der hatte sie allesamt zum Essen eingeladen. Plötzlich kam von der Wüste her ein solch starker Wind, dass das Haus eingestürzt ist. Alle deine Kinder und viele Knechte und Mägde sind in den Trümmern gestorben. Ich konnte als einziger entkommen und berichte dir jetzt davon.«
(Die Außenecke des kleinen Tuches mit dem Haus, den Kindern, Knechten und Mägden zur Hiobsfigur einschlagen.)
Hiob ist entsetzt. Er steht auf und zerreißt seine Kleidung. Dann fällt er auf die Erde und krümmt sich vor Schmerz.
Lange bleibt er da liegen. Dann steht er auf und sagt: »Der Herr hat’s gegeben. Der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gelobt!«
Doch es kommt noch schlimmer. Auch Hiob selbst wird krank.
Am ganzen Körper bekommt er einen schmerzhaften Ausschlag
(Kerze neben Hiob ausblasen).
Was denkt ihr: Wie geht es Hiob?
(Kinder überlegen und bringen die Biegepuppe in diese Haltung.)
Hiob hat drei gute Freunde. Als sie von Hiobs großem Unglück hören, sind sie sich einig: »Wir müssen zu Hiob gehen und ihn trösten.« (3 Holzkegel zu Hiob stellen). Die Freunde kommen, setzen sich zu Hiob und schweigen mit ihm. Sehr lange. Sieben Tage und sieben Nächte sagen sie nichts, sondern sitzen bei Hiob und schweigen mit ihm.
(Klangschale in langsamem Tempo siebenmal anschlagen.)
Nach sieben Tagen fängt Hiob an zu klagen: »Wäre ich doch nie geboren worden oder bei meiner Geburt gleich gestorben … dann müsste ich nicht dies alles erleiden.«
Was denkt ihr: Was klagt Hiob sonst noch?
(Neben Tuch zwei schwarze Fußspuren legen. Wer mag, kann sich auf diese Fußspuren stellen und seinen Gedanken sagen. Alternativ kann dem Kind, das etwas sagen will, ein schwarzes Tuch umgelegt werden.)
»Aus der Tiefe rufe ich« oder »So viel Kummer«
Die drei Freunde hören Hiobs Klage. Jetzt können sie nicht mehr länger schweigen. Sie
haben einige Ratschläge für ihn (nachfolgende Sätze jeweils in einer Sprechblase zu den
Freunden legen):
Die gibt‘s ebenfalls auf zum Herunterladen
1. Freund: »Was hast du getan, dass Gott dich so bestraft? Denke darüber nach.«
2. Freund: »Du musst deine Sünden zugeben, dann wird Gott dir vergeben.«
3. Freund: »Gott will dich prüfen, ob du ihm treu bleibst. Gott tut dir kein Unrecht.«
Was denkt ihr: Was könnten die Freunde noch zu Hiob sagen?
(Gelbe Fußspuren neben die Freunde legen; alternativ: gelbes Tuch bereithalten. Vorgehensweise wie bei Fußspuren/Tuch)
Doch Hiob bleibt auch nach allen Ratschlägen bei seiner Meinung: »Ich bin nicht schuldig! Es gibt keinen Grund für dieses große Leid! Gott will mich nicht strafen! Und ich kämpfe unendlich, dass ich mein Vertrauen zu Gott nicht verliere.«
Dann, nach vielen Tagen der Klage und Trauer, spricht Gott zu Hiob (die fett gekennzeichneten Worte als »Wortwolke« zu Hiob legen):
»Hiob, es gibt viele Dinge in dieser Welt, die den Menschen verschlossen bleiben. Niemand kann sie mit dem Verstand begreifen. Vieles kannst du nicht verstehen.
So viel ist geschehen, das du nicht begreifst. Doch gerade jetzt bin ich ganz nah bei dir.
Ich kenne deine Verzweiflung und dein Leid. Vertraue mir!
Deine Freunde haben nicht recht geredet. Sie haben versucht, den Grund zu finden, der das Leid verursacht hat. Aber es gibt keinen.
Es gibt keine Schuld.
Niemand ist schuldig. Das hast du erkannt, Hiob, und recht geredet.
Und du hast in allem Leid nicht aufgehört, mir zu vertrauen. Du hast mir alles geklagt und hast mir weiter vertraut.«
Das berührt Hiob sehr. Er sagt zu Gott: »Es ist mir unmöglich, deine Wege zu verstehen. Doch ich weiß ich, dass ich dir vertrauen kann.« (Kerze neben Hiob wieder anzünden.)
Wie denkt ihr: Wie würdet ihr die Geschichte von Hiob zu Ende erzählen?
(Kinder erzählen)
Hiob bekommt noch einmal Kinder. Er wird wieder reich mit vielen Tieren und Knechten und Mägden.
Doch es ist nicht wieder alles wie früher: Es sind andere Kinder, andere Knechte, andere Tiere.
(Die »weiteren« Figuren zu Hiob stellen.)
Und Hiob versteht: »Auch wenn etwas Schlimmes passiert, kann das Leben wieder gut werden«. Sein Vertrauen zu Gott hat Hiob geholfen, durch diese schwere Zeit zu kommen. Gott war immer bei ihm.
Und ich frage mich: Was denkt ihr über die Geschichte?
(Kinder äußern ihre Gedanken)
Siehe hierzu »II. Bausteine zur Liturgie«.
Mein Gebets-Baukasten
In Für-Dich! 11-2024
Hannes kennt das: Es geht ihm so schlecht, dass er nur noch weinen kann. Seine Oma regt an, dass er seinen ganz eigenen Klagepsalm zu einem Legebild macht. Außerdem enthält das Für-Dich!-Heft einen Gebets-Baukasten, der entscheidende Entwicklungen vieler Psalmen aufgreift: Klage – Bitte – Dank.
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 4/2025
Wortwolken; zur Reihe Große im Kigo – Seite 1
Textkarten der Boten und Freunde ; zur Reihe Große im Kigo – Seite 1
Sprecher*in, Maria (evtl. in 2 Rollen aufteilen: Israel-Maria und Stuttgart-Maria), Josef (evtl. in 2 Rollen aufteilen: Israel-Josef und Stuttgart-Josef), Esel Mika, Portier, Reinigungskraft, 3 Hebammen, Krankenpfleger, 6 Kinder, Sternenkind (kann auch eines der Kinder 3–6 übernehmen)
Maria und Josef sind auf Herbergssuche. Dabei verschlägt es sie in unsere Gegenwart, nach Stuttgart. Vieles ist ihnen fremd hier. Sie werden von Ort zu Ort weiterverwiesen. Immer wieder hören sie von einem rätselhaften »Daimler«, der sehr wichtig sein muss. Zurück in Bethlehem, machen die Tiere im Stall Platz für die beiden. Zuletzt leuchtet der »Daimler-Stern von Bethlehem« über der Krippe.
Auf humorvolle Weise wird in die Weihnachtsgeschichte neu interpretiert.
Passagen mit Ortsbezug können entsprechend verändert werden. Die Reinigungskraft kann gerne den ortsüblichen Dialekt sprechen.
Maria: Komm, Josef! Verlier bitte nicht den Mut!
Josef: Ich ruhe doch nur kurz aus, Maria. Setz dich zu mir. Machen wir eine Pause.
Maria: Gerne.
Josef: Bei wie vielen Herbergen haben wir jetzt schon angeklopft? Wie viele Türen wurden geöffnet und dann vor unserer Nase wieder zugeschlagen? Es ist zum Verzweifeln!
Maria: Josef, Kopf hoch. Es ist eben kein Platz für uns, weil hier in der Stadt so viele andere Leute sind. Diese dumme Volkszählung aber auch. Aber wir werden schon einen Platz finden, wo unser Kind zur Welt kommen kann.
Josef: Ja, Maria. Trotzdem … eine unfreundliche Stadt hier.
Maria: Das darfst du nicht sagen, Josef.
Josef: Dann eben eine »ungeschickte Zeit«, die sich der Himmel ausgesucht hat, um unser Kind zur Welt kommen zu lassen.
Maria: Im Himmel hält schon einer die Fäden in der Hand – glaub mir, Josef.
Josef: Sicher, sicher, Maria. Wenn wir dein Vertrauen nicht hätten. Doch stell dir mal vor, sagen wir mal … unser Kind kommt nicht in den nächsten Tagen auf die Welt, sondern in 20 Jahren. Oder in 207 Jahren. Oder, nein, in 2025 Jahren.
Und wenn wir schon dabei sind: nicht hier, in dieser Stadt, sondern so 4.000 Kilometer weit weg. Was meinst du: Hätten die Menschen dort ein offenes Ohr für unser Problem?
Sprecher*in: Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ob ihr es glaubt oder nicht, der Himmel findet Josefs Gedankenexperiment interessant – und lässt sich darauf ein.
Maria und Josef werden in das Jahr 2025 versetzt und landen ganz in unserer Nähe, in Stuttgart. (Stadt/Dorf wird angepasst)
Tisch mit Blumenstrauß, Telefon, Schild: »Willkommen im Hotel Steigenberger, Graf Zeppelin«. Maria und Josef kommen. Sie haben Esel Mika dabei, den sie am Rand der Bühne abstellen.
Maria und Josef erstaunt.
Josef: Guck mal, wie sauber hier alles ist. Gibt es hier eine Kehrwoche oder so was?
Portier: Grüß Gott und herzlich willkommen im Hotel Steigenberger! Wie kann ich Ihnen behilflich sein? (Maria und Josef schauen sich verwundert um. Sie müssen erstmal den Luxus verdauen.)
Portier: Geht es Ihnen nicht gut? Kann ich etwas für Sie tun?
Maria: Ähm, ich glaube eher … (heraneilende Reinigungskraft unterbricht sie)
Reinigungskraft: Ha! Hab ich Sie! Haben Sie den ganzen Dreck hier reingeschleppt? Ist das etwa Sand? Ungeheuerlich! Ich war gerade fertig mit Wischen … Es ist zum Verzweifeln!
Portier: Aber, aber, doch nicht in diesem Ton!
Wie sprechen Sie denn mit unseren Gästen?
(An Maria und Josef) Entschuldigen Sie, bitte.Was kann ich für Sie tun?
Josef: Wir hätten eigentlich gerne ein Zimmer – aber ich fürchte, das können wir uns hier nicht leisten.
Reinigungskraft: Arbeiten Sie doch beim Daimler. Dort könnten Sie am Band arbeiten. Da verdient man richtig gut. Mein Schwager ist auch da. Den könnte ich fragen.
Portier: Ruhe jetzt! Sehen Sie nicht, diese Menschen haben ein anderes Problem. Jetzt arbeiten lieber Sie mal wieder und belästigen nicht die Leute hier. (An Maria und Josef)
Ich glaube, Sie haben recht. Wenn ich mir Sie so anschaue – und vor allem Ihre Frau – dann sind Sie hier falsch. Am besten, Sie gehen in die Frauenklinkik. Die ist gar nicht so weit weg von hier, in diese Richtung … Ich kann Ihnen ein Taxi rufen, wenn Sie möchten.
Josef: Taxi? Was ist das? Aber egal … wir schaffen das schon. Unser Esel Mika hilft uns dabei. Vielen Dank.
Maria: Komm, Josef, gehen wir. Ich glaube, unser Kind wird bald kommen. (Maria und Josef gehen zum Bühnenrand und nehmen ihren Esel, der inzwischen mit einem »Drahtesel« getauscht wurde, und gehen ab.)
Reinigungskraft: Unglaublich. Wenn ich das erzähle … Das glaubt mir niemand. Aber jetzt muss ich schnell nach Hause. Ich muss noch den Kartoffelsalat machen. Und Spätzle!
(Krankenhausatmosphäre, drei Hebammen sitzen am Tisch und unterhalten sich miteinander)
Hebamme 1: War das eine Nachtschicht! Ich bin fix und foxi. Hilde, wie soll ich diesen Job eigentlich bis zur Rente durchhalten?
Hebamme 2: Ich weiß auch nicht, wie lange ich mir das noch gebe. Was bricht wohl zuerst zusammen: unser Gesundheitssystem oder ich?
Hebamme 3: Mir geht’s genauso. Ich kann bald nicht mehr. Wenn ich daran denke, wie gerne ich als junge Hebamme zur Arbeit gekommen bin …
Hebamme 1: Stimmt! Bei mir ist das auch so. Jede Geburt hat mich richtig mitgerissen. Mir war, als würde jedes neugeborene Kind die Welt verändern.
Hebamme 2: Aber jetzt sind wir inzwischen nur noch so wenig Hebammen. Mir fehlt manchmal sogar die Kraft, mich mit den Eltern zu freuen.Ich sehe dann nur den ganzen Papierkram, der noch zu erledigen ist. Das ist echt schlimm.
(Maria und Josef kommen, sie schieben das Fahrrad und stellen es am Rand der Bühne ab)
Maria: Josef, hier ist es. Endlich!
Josef: Zum Glück sind wir da. Hier wird uns jetzt geholfen. (Josef klingelt, Hebamme 1 kommt)
Hebamme 1: Hallo! Was möchten Sie?
Josef: Hallo! Wir brauchen Hilfe. Meine Frau bekommt bald ihr Kind.
Hebamme 1: Kommen Sie doch rein.
(Beide gehen hinein und setzen sich an den Tisch.)
Hebamme 1: Wie heißen Sie denn und woher kommen Sie?
Josef: Wir sind Maria und Josef. Wir sind eigentlich aus Nazareth.
Hebamme 1: Oh, aus Nazareth! Das ist weit weg. Ist das nicht in Israel? (Josef und Maria nicken)
Hebamme 2: Haben Sie eine Auslandskrankenversicherung? Die übernimmt Ihre Krankenhauskosten. Dann können wir Sie und Ihr Kindchen gut versorgen. Ohne Versicherung können Sie eine Geburt hier nicht bezahlen.
Maria: Eine Auslandskrankenversicherung? Äh – nein – haben wir nicht.
Hebamme 1: Das ist schlecht.
Hebamme 2: Haben Sie denn schon Wehen?
Maria: Ja, eindeutig! Die Schmerzen kommen jetzt alle paar Minuten. Und es wird immer schlimmer!
Hebamme 1: Oh, das ist gut! Dann sind Sie nämlich ein Notfall und wir dürfen Sie nicht abweisen.
Hebamme 2: Da haben Sie Glück, dass es bei Ihnen schon so dringend ist.
Hebamme 3: Ich rufe mal einen Krankenpfleger, der Sie aufs Zimmer bringt. Dann können Sie sich in Ihr Bett legen. (Hebamme 3 läutet die Glocke, Krankenpfleger kommt)
Hebamme 3: Leo, bringst du diese Frau bitte zu einem freien Bett?
Krankenpfleger: Wie stellt ihr euch das vor? Ich habe kein freies Bett mehr. Kein einziges!
Alle 3 Hebammen: Was? Schon wieder alle Betten belegt?
Hebamme 1: Das gibt’s doch nicht! Das war doch letzte Woche schon so.
Hebamme 2: (zu Maria und Josef) Es tut uns leid. Sie können nicht hierbleiben. Wir haben kein freies Bett mehr für Sie. Sie wissen ja: Pflegenotstand, Fachkräftemangel. Das ist in Nazareth sicherlich auch so.
Josef: Aber Maria, was machen wir denn jetzt?
Maria: Ich weiß auch nicht.
Hebamme 3: Am besten, Sie gehen zurück in Ihr Hotel. Essen Sie eine Brezel oder eine andere Kleinigkeit und ruhen sich aus. Und wenn dann die Presswehen kommen, rufen Sie einen Krankenwagen und dann gibt’s eine spontane Hausgeburt. Das geht auch. Unsere Sani-Fahrer haben in letzter Zeit richtig Übung darin bekommen. Glauben Sie mir.
Hebamme 1: Das ist dann sogar billiger als der Krankenhausaufenthalt. Da sparen Sie viel Geld! Aber Sie, Josef, müssen sich trotzdem noch um die Finanzen kümmern. Sie brauchen jemanden, der Ihnen den Rettungsdienst sponsort. Fragen Sie doch beim Daimler … Ist doch so, Hilde, nicht wahr? Der Daimler hat immer ein offenes Ohr, wenn es um Krankenwagen geht.
(Josef und Maria sind geknickt.)
Josef: Gut. Danke erstmal für Ihre Hilfe.
Beide: Auf Wiedersehen. (Beide gehen zu ihrem Drahtesel)
Maria: (zu Josef) Ich hab gar nicht alles verstanden, was die da geredet haben. Du vielleicht? Fachkräftemangel, Krankenwagen, Sani-Fahrer – was ist das denn?(Nehmen ihr Fahrrad und gehen ab)
(Parkbank, sechs Kinder, die Fußball spielen)
Kind 1: (schaut auf seine Uhr und hört auf zu spielen) Ich muss heim! Die Logo-Nachrichten fangen gleich an.
Kind 2: Oh, ich muss auch heim. Ich bin schon viel zu spät dran. Hoffentlich sind Mama und Papa noch nicht zu Hause. Sonst krieg ich Ärger …
Kind 1–6: Tschau, bis morgen!
(Winken einander zu und rennen in verschiedenen Richtungen von der Bühne; Maria und Josef kommen mit dem Drahtesel, stellen ihn neben die Parkbank und setzen sich auf die Bank.)
Josef: Zurück zum Hotel … Ha, dass ich nicht lache. Nicht mal ein Dach über den Kopf haben wir. Und jetzt fängt es auch noch an zu regnen.
Maria: Was machen wir denn jetzt? Wir können hier doch nicht warten, bis die Presswehen einsetzen …
Josef: Niemand ist da, der uns hilft. Bei uns in Nazareth würde es sowas nicht geben. Da würde doch jemand aus dem Haus kommen und sich um uns kümmern.
Maria: Vor allem, wo es jetzt auch noch regnet. Und außerdem: So eine Hausgeburt muss ja auch vorbereitet werden!
(Maria krümmt sich vor Schmerzen und stöhnt; Josef erschrocken.)
Josef: Maria! Was ist? Oh Mann, was soll ich nur machen? Und woher soll ich das Geld nehmen, das hier so wichtig ist?Und einen warmen Tee und eine Scheibe Brot wäre jetzt auch ganz gut. Was ist eigentlich eine Brezel?
(Die Wehe ist vorbei, Maria richtet sich wieder auf und seufzt.)
Maria: Ach, Josef, wären wir doch nur wieder zurück in Bethlehem. Ich kann nicht mehr. (Beide rücken aneinander und umarmen sich)
Sprecher*in: Der Himmel scheint auf dieses Signal nur gewartet zu haben. Mit einem Mal sind die beiden mit Esel Mika wieder zurück in ihrer Zeit und in ihrem Land.
(Maria und Josef stehen, sich umarmend und mit Esel Mika, auf der Bühne.)
Maria: Schau mal, Josef! Ich glaube, wir sind wieder in Bethlehem. Dem Himmel sei Dank!
Josef: Und sieh mal, da ist ein Stall. Die Tiere darin gucken zu uns rüber. Und es sieht so aus, als rückten sie zur Seite, um uns Platz zu machen. Ist das vielleicht ein Zeichen? Aber es sieht so aus, als ob das jetzt unser Platz für uns ist.
Maria: Das glaube ich auch. Schade um die Schwaben. Die verpassen jetzt die Geburt unseres Kindes. Stell dir vor, der Kleine wird tatsächlich mal berühmt, wie der Engel es gesagt hat. Dann ärgern sich die Stuttgarter, dass sie ihn nirgends haben wollten und ihm keinen ehrenvolleren Empfang bereitet haben. Das gibt bestimmt noch einen Shitstorm.
Josef: Na ja … auf jeden Fall haben haben sie durch unser wundersames Verschwinden viel Geld gespart.
Maria: Vor allem der Daimler. Wer das wohl ist und was der macht? Der scheint ja dort allgegenwärtig zu sein. Ist der vielleicht Inhaber einer Eselsvermietung? So ein donkey-sharing?
Josef: Oder verkauft er Energydrinks an müde Mitmenschen, damit die durchstarten oder durchhalten können? Jedenfalls scheint er viel Geld zu haben.
Maria: Vielleicht bekommen wir das ja irgendwann noch raus.
(Die beiden stehen auf und gehen mit Mika Richtung Stall. Der Daimler-Stern mit Schweif wird vom Sternenkind langsam über die Bühne getragen. Maria schaut zum Himmel und zeigt auf Daimler-Stern.)
Maria: Schau mal! Dieser Stern am Himmel. So was habe ich noch nie gesehen. Er bleibt über dem Stall stehen. Wenn das mal kein gutes Zeichen! Unser Kind ist eben doch ein ganz besonderes Kind.
Weihnachten strahlt
Bastelbogen zum Prickeln
Aus einfachen Nadelstichen entsteht ein wirkungsvolles Bild, das herzustellen auch den Jüngsten Spaß macht. Am Ende können sich alle ein schönes Weihnachtsbild ans Fenster hängen.
€ 1,30 (ab 10. Ex. je € 1,20); Best.-Nr. 1789
Jesus kommt auf die Welt
Kamishibai-Bildkartenset schon für die Jüngsten ab 2 Jahren
In sechs Bildkarten für das Kamisibai-Erzähltheater sehen und erleben auch die Jüngsten die Weihnachtsgeschichte. Illustriert von Sonja Häusl-Vad
€ 14,00;
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2025
Mut-Medaille „Petrus, der Zweifler“; zur Reihe „Schräge Typen“
(von C. Rembold-Gruss/M. Speer)
Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 3/2025
Story-Card 4 „Petrus, der Zweifler“; zur Reihe „Schräge Typen“
(von C. Rembold-Gruss/M. Speer)
»Bedingungsloses Vertrauen« – macht euch im Team dazu Gedanken:
Ein jeder kann kommen (KuS 192, LJ 512);
Sei mutig und stark
(KKL 336, Einfach Spitze 1.18);
Nichts soll dich ängsten (KuS 232, HuT 130)
Psalm 69 (KuS 659)
Guter Gott,
manchmal überschätzen wir uns selbst
und nehmen den Mund zu voll.
Wir tun nach außen so stark und geben an
– doch in uns spüren wir die Angst.
Sei du trotzdem bei uns.
Streck uns deine Hand entgegen.
Lass uns spüren:
Auf dich können wir vertrauen. Amen.
Guter Gott,
immer wieder meinen wir, in den Wellen von Angst und Unsicherheit unterzugehen.
Wir spüren keinen festen Boden mehr unter den Füßen. Wir fühlen uns klein und hilflos. Streck du uns deine Hand entgegen.
Lass uns spüren, dass wir nicht untergehen.
Mach uns mutig, damit wir uns Dinge trauen, für die wir uns zu klein fühlen.
Und stell uns Menschen zur Seite, die uns an der Hand nehmen und uns trösten, wenn etwas nicht klappt.
Gemeinsam beten wir weiter: Vater unser …
Es kann eine individuelle Mut-Medaille gestaltet werden (rechts). In die Mitte der Medaille malen oder schreiben die Kinder, wo sie einmal besonders mutig waren. Je nach Zeit können entweder einfache Wollschnüre an den Medaillen befestigt werden, oder jedes Kind stellt eine Kordel her – besonders schön wäre es, wenn eine goldfarbene Wolle verwendet würde. Sind alle Medaillen fertig, werden sie in die Mitte gelegt. Nacheinander werden sie vorgelesen und die Gruppe überlegt, wer wohl so mutig war. Ist das mutige Kind gefunden, bekommt es seine Medaille umgehängt.
Gemeinsam auf einen nahegelegenen Spielplatz gehen:
Im Anschluss daran bekommt jedes Kind eine Mut-Medaille überreicht (oder gestaltet sie selbst, wenn noch Zeit dazu ist.
Die vierte Story-Card wird gestaltet. Die Petrus-Story-Card findet ihr – wie die anderen Story-Cards – auf als Anhang.
Auch die Mut-Medaille ist gibt es kostenlos herunterzuladen.
Es ist früh am Morgen. Marc liegt noch in seinem Bett. Da hört er seine Mama rufen: »Marc, aufstehen! Es ist Zeit!« Marc blinzelt. Die Sonne schickt schon die ersten Strahlen durch die Ritzen des Rollladens. Marc steht auf. Er geht ins Bad. Dort liegt seine Jogginghose und ein T-Shirt. Marc zögert. Er weiß, heute ist Psychomotorik. Eigentlich macht ihm das total Spaß. Am Anfang singen sie immer ein Lied, dann gibt es ein lustiges Spiel und anschließend viele verschiedene Aufgaben. Aber manchmal sind die Aufgaben echt schwer. Und manchmal traut Marc sich nicht zu sagen, dass er Angst hat.
Da ruft die Mama: »Marc, bist du fertig? Du weißt, wir müssen pünktlich los, damit du nicht zu spät zur Psychomotorik kommst.« – »Ja, ich komme gleich«, antwortet Marc und zieht sich an.
In der Küche steht seine warme Milch. Er trinkt einen Schluck. Dann isst er seinen Zwieback mit Marmelade. Aber mehr als einen schafft er heute nicht. Als er mit Mama zum Kindergarten geht, spürt er, wie sein Herz klopft. Er nimmt Mamas Hand. Mama drückt seine Hand. Das fühlt sich gut an. Als sie die Turnhalle erreichen, gibt Mama ihm einen Kuss. Sie sagt: »Ich wünsche dir viel Spaß. Um 12 hole ich dich im Kindi ab – wie immer.« Marc nickt. Er geht durch die Tür und wird gleich von Rosi und Andi begrüßt. Rosi lächelt: »Ich freue mich, dass du da bist, Marc.« Auch Andi lächelt ihn freundlich an. »Schaffst du es, deine Turnschuhe alleine anzuziehen?« – »Klar«, sagt Marc. Mit den Klettverschlüssen ist das ja auch kein Problem.
Kurze Zeit später treffen sich alle Kinder in der Mitte der Turnhalle. Sie stellen sich im Kreis auf. Marc schaut sich um. Die Sprossenwand ist ausgefahren. Oben hängt eine Bank, die auf einem großen Kasten aufliegt. Vor dem Kasten ist eine breite Holzleiter. Hinter der Sprossenwand liegt eine dicke, weiche Matte auf dem Boden. Marc denkt: »Die Bank ist aber ganz schön weit oben.«
Beim Begrüßungslied macht Marc einen Flieger. Das kann er gut. Sein Gleichgewicht kann er gut halten. Dann spielen sie »Fischer, wie tief ist das Wasser?«. Anschließend erklärt Andi die heutigen Stationen. Marc schaut immer nur zu der Sprossenwand. Dann sagt Rosi: »Wir machen heute zwei Gruppen. Marc, du bist heute bei Andi.« Marc geht zusammen mit Nischan, Lukas und Mohammed zu Andi. Lisa, Emilie, Eduard und Jaron sind bei Rosi. Zuerst dürfen sie mit dem Rollbrett durch einen Tunnel fahren. Das macht Spaß. Aber man muss auch aufpassen, damit man nirgends anstößt.
Dann gehen sie zur Sprossenwand. Sie stellen sich in einer Reihe davor auf. Marc stellt sich ans Ende, während Nischan sofort ruft: »Ich fange an!« Marc sieht, wie Nischan die Holzleiter hochsteigt, über die Bank balanciert, dann über die Sprossenwand klettert. Und dann hält Marc den Atem an, denn Nischan springt von da oben auf die weiche Bodenmatte. Marc kann fast nicht hinschauen. Aber Nischan steht auf und lacht. Auch die anderen schaffen die Aufgabe. Dann ist Marc an der Reihe.
Die Holzleiter hochsteigen ist leicht. Nun steht Marc vor der Bank. Die ist ganz schön schmal. Er zögert. Andi steht unten und fragt: »Willst du über die Bank krabbeln? Versuche es. Ich bin da und kann dich halten.« Vorsichtig geht Marc auf die Knie und krabbelt langsam los. Wieder hört er Andis Stimme: »Prima, das machst du gut. Schau zur Sprossenwand. Jetzt ist es nicht mehr weit. Klasse gemacht. Zieh dich vorsichtig hoch.« Und bevor Marc richtig überlegen kann, steht er wieder auf der Bank und Andi auf der Sprossenwand neben ihm. »Schau, Marc«, sagt er, »halte dich mit einer Hand hier oben fest. Dreh dich und greife mit der anderen Hand da hin.« Andi macht alles vor. Dann macht Marc es ihm nach. »Prima. Genau so. Ich bin da«, spricht Andi weiter. »Jetzt hebst du zuerst das eine Bein über die Stange, dann das andere. Ja, das machst du toll. Und nun kletterst du noch nach unten.« Marcs Beine zittern ein wenig. Doch er geht Sprosse für Sprosse hinunter. Da sagt Andi: »Schau mal nach unten. Es ist nicht mehr weit bis auf den Boden. Magst du springen?« Marc nickt. Er macht einen kleinen Hüpfer und landet auf der weichen Matte. Er lacht. Jetzt schlägt sein Herz vor Freude schneller. Andi sagt: »Marc, du warst heute super mutig.« Marc strahlt und antwortet: »Ja, ich bin über die große Sprossenwand geklettert. Das habe ich heute das erste Mal geschafft.«
»Schaut nur, der Himmel … er verfärbt sich richtig dunkel«, ruft Petrus den anderen Jüngern zu. »Immer mehr Wolken sind zu sehen«, bestätigt auch Thomas. »Jetzt müssen wir uns aber wirklich beeilen, damit wir vor diesem Unwetter noch das sichere Ufer erreichen«, schaltet sich auch Matthäus ein. Und so setzen sie mit vereinten Kräften die Segel. »Auf drei, Jungs!«, hört man einen brüllen. Doch egal, wie sehr sie sich anstrengen: Sie kommen nicht gegen diesen Sturm an, der immer gewaltiger wird. Die Jünger Jesu sind machtlos. Dabei sind sie alle erfahrene Fischer.
Die Wellen schlagen ins Boot. Damit sie nicht untergehen, schöpfen sie gemeinsam das Wasser mit Eimern wieder hinaus. »Das Dumme ist nur, dass Jesus jetzt nicht da ist«, schreit Bartimäus. »Er wollte ja heute Abend allein sein. Es war ein anstrengender Tag für ihn. Er hat nur gesagt: >Fahrt schon mal ohne mich auf die andere Seite des Sees.<« – »Und dass sich hier solch ein Unwetter entwickelt, damit hat echt niemand gerechnet«, meint Thaddäus und schaut wieder zum Himmel. »Ich bin ratlos«, stöhnt Petrus erschöpft und lehnt sich gegen den Mast, dessen Segel der Wind zerrissen hat. »Es ist so dunkel, dass wir nichts mehr sehen können. Und die hohen Wellen werfen unser Boot wie eine Nussschale umher«, fügt er noch hinzu.
Sie haben alle mächtig Angst. Immer wieder schauen sie zum Himmel und hoffen, dass das Unwetter nachlässt und sie nicht untergehen.
Doch es wird noch schlimmer. Der Sturm wird heftiger und die Blitze zahlreicher. Und dann zuckt krachend ein Blitz knapp am Boot vorbei. Jetzt wissen sie nicht mehr, was sie tun sollen und schreien um ihr Leben: »Hilfe! Hilfe! Wir gehen unter!« Immer lauter rufen sie.
»Seht mal, da …«, Jakobus zeigt mit dem Finger in die Dunkelheit. »Ist da nicht etwas zu sehen? Oder jemand? Irgendetwas bewegt sich da doch auf dem Wasser. Und … es kommt näher.« – »Es wird doch nicht … ein Gespenst sein«, sagt Andreas. »Gespenster gibt es nicht«, meint Philippus beruhigend. Doch dann sieht auch er, wie eine Gestalt auf dem Wasser immer näher kommt.
Jetzt rufen sie wild durcheinander: »Ein Gespenst!« – »Rette sich, wer kann!«
Da bleibt Thomas am vorderen Teil des Bootes wie angewurzelt stehen. Er schaut angestrengt aufs Wasser. Dann ruft er fassungslos: »Ich weiß, wer das Gespenst ist. Es ist Jesus! Er kommt auf dem Wasser auf uns zu.« Petrus schwankt, so schnell er kann, zu Thomas. Das muss er sehen! Und tatsächlich: Es ist Jesus, der da auf dem Wasser geht.
Jesus lässt sich nicht von den Wellen einschüchtern. Jesus geht nicht unter.
»Jesus, du bist es!«, ruft Petrus so laut er kann. »Und weil du es bist, möchte ich zu dir gehen … auf dem Wasser, wie du.« – »Dann komm«, sagt Jesus. Es sind die einzigen Worte, die Petrus hört. Und dann springt Petrus mit einem Ruck über die Reling. »Er wird doch nicht …« – »Er kann doch nicht …« – »Er geht doch unter!«, rufen die anderen durcheinander. Und dann geht Petrus auf Jesus zu. Das ist ja echt schräg!
Doch dann sieht Petrus, wie eine große Welle auf ihn zukommt – und dann noch eine. Plötzlich sieht er nur noch Wellen … und nicht mehr Jesus. Da kann Petrus sich nicht mehr halten. Die Wellen sind zu stark. Petrus geht unter. »Jesus!«, ruft er verzweifelt. Und er hört die Stimme Jesu. Er sieht, wie Jesus ihm die Hand entgegenstreckt. Er spürt, wie Jesus seine Hand ergreift und hört ihn sagen: »Ich halte dich fest! Vertraue mir. Du kannst dich auf mich verlassen.« Jesus bringt Petrus sicher zurück ins Boot.
Der Sturm legt sich. Die Jünger können es nicht glauben: »So etwas haben wir noch nie erlebt«, sind sie sich einig, »Jesus, der auf dem Wasser geht und den untergehenden Petrus vor dem Ertrinken rettet. Den Petrus, der ein echt schräger Typ ist und den Mund oft zu voll nimmt.«
Das macht die Jünger froh. Sie haben erlebt, dass Jesus allen seine Hand entgegenstreckt und sie hält.
10 stabile Bildkarten, beidseitig bedruckt, denen ein kompletter Textvorschlag mit Hinweisen zum Anordnen der Karten beiliegt.
€ 11,00; Best.-Nr. 1633
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