3.12.2023 Der Engel kommt zu Zacharias

Lukas 1, 5 – 25

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Siehe auch »Zur ganzen Reihe«, Seite 449.
Es kommt ein Schiff, geladen (EG 8; KuS 22);
Mache dich auf (KuS 27); 
Dass du mich einstimmen lässt (KuS 394) 

Gebet am Schluss

Lieber Gott, 
manchmal wünschen wir uns etwas
und bekommen es doch nicht. 
Dann sind wir enttäuscht. 
Und manchmal gehen Wünsche ganz unerwartet in Erfüllung. 
Wir bitten dich, dass du uns tröstest, 
wenn wir enttäuscht sind. 
Und dass dann Menschen da sind, 
die uns liebhaben. 
Und die uns das auch zeigen. 
Wir bitten dich für alle Menschen, ‚
die enttäuscht sind. 
Dass du ihnen zeigst, dass sie trotzdem deine geliebten Kinder sind. 
Und dass sie eine große Freude erleben. 
So wie Zacharias und Elisabeth. 
Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Kräutersäckchen herstellen 

Der Tempelbesuch des Zacharias, der ein wohlriechendes Räucheropfer vorbereitet, steht im Zentrum der Geschichte. Auch Kinder mögen Wohlgerüche. 
Material: 
Kleine Stoffquadrate, Wolle, getrocknete Kräuter (oder Watte mit Kräuterduftöl), Schere
So geht’s:
 In die Mitte der Stoffquadrate getrocknete Kräuter (oder Watte mit etwas Duftöl) legen. Anschließend mit einem Wollfaden zu einem Säckchen binden.

Die Reise nach Jerusalem 

Auch Zacharias hat die Reise nach Jerusalem angetreten …
Dieses Spiel wird als »bekannt« vorausgesetzt.

Der besondere Tipp

Biegepuppen-Set »Christfest«

Das Set zu Weihnachten können Sie auch bestellen! Es enthält die folgenden neun Teile: Maria, Josef, Jesuskind/Krippe, Hirte, Hirtenjunge, Engel, Ochse, Esel. 

Maße: ca 13 cm hoch (Erwachsene)

€ 64,00; Best.-Nr. S1367

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Zacharias geht zum Tempel nach Jerusalem

Zacharias muss auf Reisen gehen. Manchmal muss er das. Dann geht er zu Fuß nach Jerusalem. Heute ist es wieder so weit. Zum Abschied winkt er Elisabeth zu: »Auf Wiedersehen, Elisabeth!« (Winken) Elisabeth ist seine Frau. Sonst ist da niemand, dem er winken kann. Zacharias und Elisabeth haben leider keine Kinder. Manchmal sind sie darüber sehr traurig. Denn sie beide sind schon alt. Jetzt bekommen sie bestimmt keine Kinder mehr.
Nach Jerusalem ist es ganz schön weit. Zacharias kennt den Weg gut. Und er freut sich. Denn in Jerusalem wird er Gott ganz nah sein. Er darf nämlich im Tempel etwas für Gott tun. Der Tempel ist ein ganz großes Haus für Gott. Das hat der König Salomo gebaut. Dort kann Zacharias für Gott etwas tun. Und dort wird Gott ihm ganz nah sein. 
Nur in Jerusalem gibt es einen Tempel. Nirgends sonst im Land. Die Stadt Jerusalem liegt auf einem Berg. Man kann sie deshalb schon von weitem sehen. Auch den Tempel sieht man schon von Weitem. Der hat nämlich ein goldenes Dach. Und wenn die Sonne scheint, dann glitzert und glänzt es. 
Endlich hat Zacharias die Stadt erreicht. Er geht zum Tempel. »Heute darfst du ein Rauchopfer bringen, Zacharias«, sagen die anderen. Für ein Rauchopfer braucht Zacharias Kohlen und Kräuter und Harz von einem Baum. Und dann geht er ganz allein in einen Raum im Tempel. Alle anderen müssen draußen warten. Niemand darf mit hinein.
Zacharias freut sich. Er ist ganz allein mit Gott. Er macht Feuer. Dazu nimmt er die Kohlen. Bald fangen sie an zu glühen. Ganz heiß sind sie. Dann legt er Kräuter und Harz darauf und sie fangen an zu duften. Gut riecht das. Der ganze Raum riecht gut. Und bestimmt freut sich Gott darüber.

Eine unglaubliche Nachricht

Aber auf einmal denkt Zacharias: »Da stimmt was nicht. Da ist doch noch jemand hier, obwohl niemand außer mir in diesem Raum sein darf.« Und tatsächlich! Da ist ein Engel.
Zacharias erschrickt – das könnt ihr euch wohl vorstellen. »Hab keine Angst, Zacharias«, sagt der Engel. Und dann sagt er noch mehr: »Du und Elisabeth, ihr werdet ein Kind bekommen. Einen Jungen. Den sollt ihr Johannes nennen. Ihr werdet viel Freude an ihm haben. Er wird ganz viel von Gott wissen und spüren. Er wird den Menschen von Gott erzählen. Dann werden sie vorbereitet sein, wenn der Heiland kommt.«
Zacharias ist ganz durcheinander: Ein Engel, der ihn besucht! Und was der alles erzählt! »Träume ich vielleicht?«, fragt sich Zacharias. »Denn wie soll das gehen? Ich bin doch alt. Und Elisabeth auch. Wir können gar keine Kinder mehr bekommen.«
Da redet der Engel noch einmal: »Ich bin Gabriel, der Bote Gottes. Und du, Zacharias, hast mir nicht geglaubt, obwohl ich Gottes Bote bin. Deshalb verschließe ich jetzt deinen Mund. Du wirst nicht mehr reden können. Und zwar so lange, bis dein Sohn auf der Welt ist.«

Zacharias verschlägt es die Sprache

Dann ist der Engel wieder fort. Zacharias geht nach draußen. Viele Menschen warten da. Sie sehen, dass mit Zacharias etwas nicht stimmt. »Was ist los, Zacharias?«, fragen die Menschen, »was ist passiert?« Zacharias will antworten. Aber da merkt er, dass er nicht mehr reden kann! Kein Wort bringt er raus. 
»Der Engel hat recht«, denkt Zacharias. Er freut sich, obwohl er nicht mehr sprechen kann. Er freut sich so sehr: Sie werden ein Kind bekommen! Obwohl Elisabeth und er schon so alt sind. Und es wird ein besonderes Kind sein. Eines, das viel von Gott weiß. 
Dann muss Zacharias wieder nach Hause. Er freut sich, als er Elisabeth wieder sieht. Er nimmt sie in den Arm. Und nicht lange, da freut sich auch Elisabeth. So, wie sie sich noch nie gefreut hat. Sie merkt nämlich, dass sie ein Baby bekommt.

Erzählung für Ältere

Der Besuchsengel

Hallo Kinder! Kennt ihr mich? Also, ich heiße Emanuel. Und ich bin ein Engel. Echt! Engel haben nicht immer Flügel. Und soll ich euch was verraten? Ihr könnt auch Engel sein! So manchmal. Wenn ihr jemandem helft, zum Beispiel. 
Aber ich will euch ja was erzählen … 
Vor einer Weile, da ist der große Engel Gabriel zu mir gekommen und hat gesagt: »Emanuel, jetzt kommt eine ganz besondere Zeit. Ich muss Menschen besuchen und ihnen eine Nachricht von Gott bringen. Wenn du willst, darfst du mitkommen.«
Ich hab natürlich sofort »Ja« gesagt. Stellt euch das mal vor: Ich bin jetzt Besuchsengel. Ich darf Besuche mit dem großen, wichtigen Erzengel Gabriel machen. Emanuel, der Besuchsengel!
Und dann sind wir auch gleich los. »Es geht nach Jerusalem«, sagte Gabriel, »der schönsten Stadt der Welt. Die mit dem goldenen Dach auf dem großen Tempel.« Was hab ich mich gefreut. 

Auf dem Weg nach Jerusalem

Auf dem Weg dorthin sahen wir, wie sich in einem kleinen Ort ein Mann von seiner Frau verabschiedete. Ich kannte den Mann: Zacharias. Er gehört nämlich zu einer Familie, die immer wieder im Tempel Dienst tut. Da hab ich ihn schon öfter gesehen. Ich bin nämlich gern im Tempel. 
Zacharias ist schon ziemlich alt. Und er hat eine sehr liebe Frau. Sie heißt Elisabeth. Ich mag die beiden. Manchmal sehen sie allerdings auch sehr traurig aus. Ich glaub, das liegt daran, dass sie keine Kinder haben. Und jetzt sind sie so alt, da kriegen sie auch keine mehr. 

Ein wunderbarer Geruch im Tempel

Dann schwebten Gabriel und ich über den Tempel. Und wir sahen, wie der Zacharias dann reinging, ganz allein. Wir gingen unsichtbar mit. Zacharias legte Kohlen zurecht und machte Feuer. Er sollte ein Rauchopfer machen. Sobald die Kräuter und Harze auf die Kohlen gelegt werden und verbrennen, duftet es wunderbar! Der schöne Geruch wird zur Ehre Gottes gemacht – aber ich liebe ihn auch. Mhmmm.
Doch dann stellte sich Gabriel neben Zacharias und machte sich sichtbar. Und Zacharias – der erschrak natürlich, der Gute. Und wie! Aber das machen die Menschen wohl immer, wenn sie uns sehen. Gabriel sagte ganz freundlich: »Hab keine Angst.«

Eine unglaubliche Nachricht

Und dann verkündigte er die Nachricht von Gott. Nämlich, dass Zacharias und Elisabeth ein Kind bekommen werden. Stellt euch das mal vor: Obwohl die beiden schon so alt sind! Und dass sie ihr Kind »Johannes« nennen sollen. Und dass der einmal ein ganz Besonderer sein wird. Einer, der für Gott lebt. Und dass er die Menschen auf den Heiland vorbereiten wird. Wie das dann genau geht, weiß ich auch nicht, aber so hat es Gabriel gesagt.
Und dann hat Zacharias doch tatsächlich gefragt, wie das denn bitteschön gehen soll? Elisabeth und er seien doch alle beide viel zu alt. 
Ich hatte den Eindruck, er wollte sich einfach nur vergewissern, dass er sich nicht verhört hatte. Denn das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Und ich konnte ihn gut verstehen. Ich hätte das an seiner Stelle auch gefragt.
Aber Gabriel ist fast ein bisschen böse geworden. Er sagte: »Ich bin Gabriel, der Bote Gottes! Weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, wirst du bis zur Geburt nicht mehr sprechen können.« 
Das fand ich ganz schön streng von Gabriel. Was Zacharias gehört hatte, war ja tatsächlich kaum zu glauben. Doch Zacharias hätte vor lauter Freude wahrscheinlich sowieso nicht gewusst, was er sagen sollte … 
Als Zacharias dann wieder zu den anderen Leuten ging, konnte er natürlich nicht reden. Und alle, die draußen auf ihn warteten, verstanden das überhaupt nicht.

Elisabeth bekommt ein Kind

Wir sind dann wieder zurück. Und Elisabeth hat bald darauf gemerkt, dass sie ein Baby kriegt. 
Aber ich … ich weiß noch nicht so recht, was das alles zu bedeuten hat. »Der Johannes«, hat Gabriel gesagt, »wird später vor einem hergehen.« Und ich frage mich, wem Johannes da vorangehen wird?
Gabriel jedenfalls meinte zu mir, er müsse bald nochmal einen Besuch machen. Und ich könnte mitkommen. Das werde ich auf jeden Fall tun. Vielleicht weiß ich dann ja mehr.

Lukas 1, 26–38

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Siehe auch »Zur ganzen Reihe«, Seite 449.
Tochter Zion (EG 13, KuS 28);
Alle Knospen (KuS 36, KG 78);
Er ist die rechte Freudensonn (EG 2, KuS 17)

Gebet am Schluss

Lieber Gott, 
wie schön, dass Jesus bald Geburtstag hat. 
Er ist auf die Welt gekommen – genauso wie wir. Damit wir merken, wie lieb du uns hast. 
Beschütze und behüte besonders alle Frauen, die ein Baby bekommen. 
Und tröste alle, Kleine und Große, die Sorgen haben. Schick du ihnen einen Engel. 
Und lass uns zum Engel werden, wenn andere traurig sind. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Klatschbild

Material: 
Wasserfarben, Pinsel, weißes Papier (DIN-A3), Bleistift, Wasserglas, etwas zum Abdecken der Tische
So geht’s: 
Das Papier in der Mitte falten und wieder öffnen. Auf der linken Seite einen Engel mit Bleistift vormalen und zügig mit Wasserfarben ausmalen (die Farbe darf nicht trocknen). Blatt wieder zusammenfalten und leicht darüberstreichen. Wenn man das Blatt wieder auseinanderklappt, ist eine Überraschung zu sehen!

Wachsmalkreide + Wasserfarben

Material: 
Wasserfarben, Wasserglas, Pinsel, weiße Wachsmalkreide, weißes Papier (DIN-A3), etwas zum Abdecken der Tische
So geht’s: 
Mit weißer Wachskreide einen Engel auf das Papier malen, anschließend mit Wasserfarbe darübermalen. 

Namenreihen bilden 

Passend zur biblischen Geschichte oder zu den Vornamen der Kinder Namenreihen bilden.
So geht’s: 
Jeweils der letzte Buchstabe eines Namens ist der Anfangsbuchstabe des nächsten Vornamens. Z. B. MARIA – ANNE – ELISABETH – HERIBERT – THEO – O
Variante 1: Der genannten Person wird jeweils eine Tätigkeit zugeordnet, die mit demselben Buchstaben wie der Vorname beginnt. Z. B.  Maria mahlt Korn zu Mehl. Anne arbeitet auf dem Feld. Elisabeth erntet das Korn. Hannah holt Wasser am Brunnen.
Weitere Varianten: Nur biblische Vornamen, nur weibliche/männliche Vornamen.

Der besondere Tipp

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Maria bekommt Besuch

Maria lebt in Nazareth. Das ist eine kleine Stadt in Israel. Maria ist eine ganz junge Frau. Sie hat einen Freund. Josef heißt er. Der ist Zimmermann. Heute ist Josef nicht da. Heute ist Maria allein. 
Maria ist gern allein. Da kann sie lesen. Oder nachdenken. Oder beten. Aber auf einmal merkt sie, dass sie nicht mehr allein ist. Sie hat Besuch. Da steht jemand. Maria hat gar nicht bemerkt, wie der reingekommen ist. Ihr Herz klopft. Der Besuch sieht besonders aus. »Das muss ein Engel sein«, denkt Maria. Es ist tatsächlich ein Engel, ein Bote Gottes. Es ist Gabriel.
»Sei gegrüßt«, sagt Gabriel zu Maria. »Gott hat Besonderes mit dir vor. Gott ist dir nah.« Maria erschreckt! Ihr Herz klopft schneller. Sie hat noch nie einen Engel zu Besuch gehabt. Und was sagt der? Sie versteht nicht, was er meint. Sie fragt: »Was bedeutet das?«

Eine unglaubliche Nachricht

»Maria«, sagt der Engel freundlich, »erschrecke nicht.« Und da wird Marias Herz ein bisschen ruhiger. »Du wirst ein Baby bekommen. Einen Jungen. Er soll ›Jesus‹ heißen.« Maria versteht überhaupt nichts. Dann redet der Engel weiter. »Dein Kind wird Gott ganz nahe sein. Es wird der Heiland sein. Noch nie gab es so einen wie ihn. So viele Menschen warten schon auf ihn. Er wird wie ein großer König sein. Ein ganz besonderer König. Keiner, der Macht und Geld will. Nein, dein Kind wird für alle Menschen da sein. Für immer!« 
Maria ist ganz durcheinander. Sie sagt: »Wie soll das denn gehen? Ich bin doch noch jung. Ich denke doch noch gar nicht daran, ein Kind zu bekommen!«

Gott kann alles

Da antwortet der Engel: »Gott wird mit dir sein. Dein Kind wird man später Gottes Sohn nennen. Und stell dir vor: Deine Cousine Elisabeth bekommt auch ein Baby! Obwohl alle gesagt haben, dass sie kein Kind mehr bekommt, weil sie dafür schon zu alt ist. Doch jetzt ist ihr Bauch schon ziemlich dick. Das ist ein richtiges Wunder. Gott kann alles.« 
Maria weiß nicht, was sie denken soll: Ein Engel besucht sie. Und der hat so viele besondere Nachrichten. Und Gott hat mit ihr etwas vor. Mit ihr! Dabei ist sie eine ganz normale, junge Frau aus Nazareth. Eigentlich nichts Besonderes. 
Und jetzt soll sie ein Kind bekommen. Und dieses Kind soll der Heiland sein! Ein ganz besonderer König! 

Maria hat so viel zu erzählen

Maria hat so viele Fragen im Kopf. Fast ist ihr schwindelig. »Aber wenn Gott es so bestimmt hat, dann wird es richtig sein«, denkt sie. Und deshalb sagt sie zum Engel: »Ich mache, was Gott sagt. So soll es geschehen.« 

Dann ist der Engel wieder fort. Maria ist wieder allein. Hat sie geträumt? Nein, sie hat nicht geträumt. Und wenn Josef kommt, dann hat sie ihm ganz viel zu erzählen. 

Erzählung für Ältere

Heute geht es um den Heiland

Hallo Kinder! Da bin ich wieder. Wisst Ihr noch? Emanuel, der Besuchsengel. Ich war doch dabei, als Gabriel den Zacharias besucht hat. Der große Engel Gabriel, der Bote Gottes. Und als der dem Zacharias »den Mund verschlossen hat«. Jetzt hat mich Gabriel tatsächlich wieder mitgenommen. Ich bin so stolz! »Eine so wichtige Nachricht«, sagte Gabriel zu Beginn unserer Fahrt, »hätte er noch keinem Menschen sagen müssen. Heute geht es um den Heiland!«
Da war ich etwas verwirrt. So viele reden gerade vom Heiland! Dass er bald geboren wird. Dass er endlich zur Welt kommen wird. Dass Gott durch ihn den Menschen helfen will. Jemand sagte sogar, dass der Heiland in Bethlehem zur Welt kommen wird. Da, wo auch schon der große König David geboren wurde. Deshalb überlegte ich: »Vielleicht geht es ja heute nach Bethlehem. Oder doch nach Jerusalem? Schließlich ist das die größte Stadt im Heiligen Land. Und so ein König, der muss doch in einer ganz wichtigen Stadt geboren werden.«
Aber stellt euch vor, es ging weder nach Bethlehem noch nach Jerusalem. Es ging nach Nazareth. Das liegt in Galiläa, ziemlich auf dem Land. Das hat mich schon verblüfft. 

Ein Heiland für alle Menschen

Ich war dann so gespannt, zu wem wir gehen würden. Das müssten dann ja die Eltern des Heilands sein. Und das sind ja bestimmt ganz besondere Leute. Aber mein Zwillingsengel meinte: »Nein, das muss nicht sein. Denn der Heiland kommt für alle Menschen. Auch für die armen, kleinen und ganz einfachen Menschen.«

Maria – die junge Frau mit dem guten Herzen

Und dann waren wir da. In einem ganz normalen Haus in Nazareth. Als wir reingingen, hab ich mich gleich wohlgefühlt. Es roch so gut nach frischen Blumen. Ich mochte diese junge Frau sofort. Maria heißt sie. Das hat mir Gabriel gesagt. Und dass sie einen Josef hat, den sie bald heiraten will. Maria ist noch sehr jung. Aber ich habe gleich gefühlt, dass sie ein gutes Herz hat. Das fühlen Engel nämlich sofort. 

Eine unglaubliche Nachricht

Gabriel hat sie sofort begrüßt: »Maria, du Begnadete, Gott ist mit dir«, oder so ähnlich. Und Maria war erschrocken, wie alle Menschen, wenn sie merken, dass da ein Engel mit ihnen spricht. Am meisten war sie wohl über die Begrüßung erschrocken. »Was bedeutet dieser Gruß?«, hat sie gefragt.
Gabriel sagte zu ihr: »Hab keine Angst, Maria.« Und das hat er so lieb gesagt, dass sie tatsächlich keine Angst mehr hatte. Und dann hat Gabriel gesagt, dass sie ein Kind bekommen würde. Einen Sohn. Den solle sie »Jesus« nennen. Jesus wäre der Heiland. Der, auf den alle schon so lange warten. Der, den Gott zu den Menschen schickt, um ihnen Gutes zu tun.
Maria hat bloß gefragt: »Wie soll denn das gehen? Ich bin doch noch so jung. Josef und ich sind noch nicht mal verheiratet.« 

Gott hilft

Ich hab dann gedacht: »Wenn Gott will, geht das trotzdem.« Und auch Gabriel sagte: »Gott wird das alles einrichten. Du wirst den Heiland zur Welt bringen. Und Jesus ist dann immer und ewig der Heiland.« Der Name »Jesus« heißt ja auch: Gott hilft!

Auch Elisabeth bekommt ein Kind

Und dann hat Gabriel noch gesagt, dass auch ihre Cousine Elisabeth ein Kind bekommt. Und dass sie sogar schon einen dicken Bauch hat. Und dass das ein großes Wunder ist. Denn Elisabeth ist schon ziemlich alt. Eigentlich zu alt, um noch schwanger zu werden. 
Ich hab nicht verstanden, warum das jetzt wichtig war. Aber ich glaube, Maria hat das ein bisschen beruhigt. Vielleicht kann sie Elisabeth ja um Rat fragen, obwohl sie weit weg von Maria wohnt. Am Schluss jedenfalls hat Maria gesagt: »Es soll alles so geschehen, wie Gott es will. Das wird richtig sein.«

Das Allerbesonderste der Welt

Da sah sie dann schon ein bisschen gefasster aus. Ein bisschen. Das waren ja auch viele Nachrichten auf einmal: Dass sie ein Baby bekommt. Und dass es, wenn es groß ist, einmal der allerbesonderste Mensch der Welt sein wird. Denn das ist ein Heiland ja schließlich.
Ich wäre gerne noch ein bisschen geblieben. Und hätte zugehört, was sie dem Josef erzählt, wenn der wieder kommt. Und was der dann für ein überraschtes Gesicht macht …

Es geht weiter

Aber Gabriel drängte zum Aufbruch. Und ich hab eine ganz, ganz große Freude in mir gespürt. Bis in die Flügelspitzen – falls ihr versteht, was ich meine. Es geschehen gerade so aufregende und schöne Sachen! 
Später sagte Gabriel, dass ich bald einen Besuch machen müsste. Diesmal ohne ihn! Ich bin ja so gespannt! 

Der besondere Tipp

Weihnachtstransparent
Bastelbogen


€ 1,60 (ab 10 Ex. je € 1,50);

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Szenen erzählen die Weihnachtsgeschichte und lassen sie im wahrsten Sinne des Worts aufleuchten. Kann aufgestellt oder ans Fenster geklebt werden (DIN-A3).

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Lukas 1, 39–56

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema

Gott sieht die Not seiner Menschenkinder. 

Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Siehe auch »Zur ganzen Reihe«
Ich lobe meinen Gott (EG 272, KuS 312);
Magnificat (KuS 228);
Mit dir, Maria, singen wir (Wwdl 182)

Gebet am Schluss

Lieber Gott, 
danke, dass es Freundschaft gibt! 
Wir bitten dich für die, die sich einsam fühlen und keine Freundin oder keinen Freund haben. 
Dass sie jemanden finden. 
Dass sie Mut haben, andere anzusprechen. 
Hilf, dass wir uns nach einem Streit auch wieder vertragen. 
Und behüte alle Menschen, die in diesen Weihnachtstagen auf Reisen gehen. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Koffer basteln

Material: Hellbraunes Tonpapier (DIN-A4), Schere, Buntstifte
So geht’s: Das Papier auf die Hälfte falten. Auf eine Seite die Umrisse eines Koffers aufmalen und ausschneiden. Jetzt kann man »den Koffer« öffnen. Mit Buntstiften werden die Dinge in den Koffer gemalt, die ich mitnehmen, wenn ich verreise.

»Ich packe mein Reisebündel …«

Grundlage hierfür ist das bekannte Gedächtnisspiel »Kofferpacken«. Jetzt sagen die Mitspielenden jedoch: »Ich packe mein Reisebündel und nehme mit …«.

Menschen-Memory 

Die Begegnung der Cousinen kann Anlass für das folgende Memory-Spiel sein, bei dem Menschenpaare gebildet werden. Und zwar solche, die pantomimisch die gleiche Tätigkeit darstellen. 
Zunächst verlassen zwei Kinder den Raum (Ratekinder). Je nach Gruppe/Alter spielen sie später zusammen oder suchen im Wettbewerb gegeneinander möglichst schnell die richtigen Paare zu finden. Solange die Ratekinder draußen sind, bilden die anderen Kinder Paare und denken sich gemeinsam eine Bewegung aus. 
Sinnvoll ist es, vor jeder Spielrunde ein Themengebiet festzulegen, zu dem die Bewegungen passen (z. B. Reisen = Tasche/Koffer öffnen und schließen; Wäsche zusammenlegen; Mantel anziehen; Schuhe binden). Wenn die Kinder noch jünger sind, können den Paaren auch Bewegungen vorgeschlagen werden.
Nun verteilen sich die Kinder im Aktionsfeld. Die Ratekinder kommen herein. Nacheinander fordern sie die Bewegungskinder einzeln auf, ihre Bewegung zu machen, bis sie zwei gleiche einander zuordnen können. Nach und nach finden sie alle Paare.
Das Pantomime-Memory kann auch auf Zeit gespielt werden. 
Tipp: Je länger sich Gruppen auf dieses Menschenmemory einlassen und verschiedene Spielvarianten ausprobieren, umso lebhafter entwickelt sich in der Regel die Dynamik der Gruppe.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Maria auf Reisen

Maria geht heute auf Reisen. Sie will ihre Cousine besuchen. 
Es ist schon eine Weile her, da hat der Engel Maria besucht. Er hat ihr gesagt, dass sie ein Kind bekommen wird. Einen Sohn. Und dass sie ihn Jesus nennen soll.
Inzwischen hat Maria gemerkt, dass alles stimmt, was der Engel gesagt hat. In ihrem Bauch wächst ein Baby heran. Sie wird es Jesus nennen. Und dann wird ihr Leben ganz anders sein! Sie muss auf das Baby aufpassen, Tag und Nacht. Falls Josef es nicht tut. Sie muss ihm zu trinken geben. Und später zu essen. Sie wird fast immer für den kleinen Jesus da sein. Da freut sie sich drauf. Aber das ist auch aufregend. Vielleicht hat sie auch ein bisschen Angst. Aber das kann man ja verstehen. 

Auch Elisabeth ist schwanger

Ihre Cousine Elisabeth ist schon älter als Maria. Viel älter. Niemand hätte gedacht, dass Elisabeth noch ein Kind bekommen könnte. Und dieses Kind wird einige Monate früher als Jesus auf die Welt kommen. Maria möchte mit Elisabeth reden. Sie beide erleben ja das Gleiche: Sie bekommen beide ein Baby. Und sie waren beide darüber sehr erstaunt. Es ist gut, wenn man mit einer Freundin reden kann!
Maria macht sich auf den Weg. Josef bleibt zu Hause. Der Weg ist ganz schön weit. Und sie muss den Berg hinaufgehen. Elisabeth wohnt nämlich in einer Stadt im Gebirge. Das ist anstrengend. Aber Maria macht Pausen. Dann setzt sie sich und freut sich über die Blumen, die am Weg wachsen. Und über die Bienen und die Vögel. Dann kann sie wieder weitergehen. Sie freut sich schon so auf Elisabeth. Wie es ihr wohl gehen wird? Sie haben sich lange nicht gesehen. 

Das Kind hüpft im Bauch

Endlich ist sie in der kleinen Stadt. Sie sieht schon das Haus von Zacharias und Elisabeth. Maria ist ganz aufgeregt. Und da kommt Elisabeth schon aus der Tür und winkt ihr zu. 
Elisabeth freut sich auch. Wie schön, dass sie Besuch bekommt! Wie schön, dass ihre Freundin kommt. Sie begrüßt Maria und umarmt sie. Und da merkt Elisabeth zum ersten Mal, dass das Kind in ihrem Bauch sich bewegt. Es scheint zu hüpfen.
Elisabeth ist ganz außer sich vor Freude. Sie sagt: »Du bist gesegnet, Maria. Und das Kind in deinem Bauch, das ist auch gesegnet. Schau, als ich dich umarmte, da hüpfte das Kind in meinem Bauch vor lauter Freude. Es hat den Heiland begrüßt!«
Da ist Maria auch ganz glücklich. Ihr Baby in ihrem Bauch ist noch klein. Das kann noch nicht hüpfen, dafür ist es noch viel zu klein. Aber einmal wird es groß sein. Und dann wird es der Heiland sein. Auch Elisabeth ist so glücklich. Sie bekommt ein Baby, obwohl sie doch alt ist. Und es hat schon gehüpft in ihrem Bauch! Später wird es den Menschen sagen, wer Jesus ist. Das hat der Engel gesagt.

Das Lied der Maria

Maria ist so glücklich, dass sie singen muss. Sie singt ein Lied. Sie freut sich über Gott. Und über all das, was Gott tut. Sie ist nicht reich und ist nicht aus einer mächtigen Familie. Aber Gott hat es bestimmt, dass sie den Heiland zur Welt bringen wird. Dass ihr Jesus der Heiland ist.
Viel haben sich Elisabeth und Maria zu erzählen. Zacharias ist auch da. Aber der kann ja immer noch nicht reden. Die beiden Freundinnen verbringen viele Wochen miteinander, bis Maria wieder nach Nazareth zurückkehrt. Sie sind glücklich. 

Erzählung für Ältere

Aufpassen auf die Mutter Gottes

Hallo Kinder! Hier bin ich wieder. Emanuel, Besuchsengel. Oder besser: Reiseengel. Gabriel, unser Oberengel, hat mir doch tatsächlich einen Auftrag gegeben. Mir ganz allein! Mein Zwillingsengel war fast ein bisschen neidisch. Aber das sind wir Engel natürlich nicht wirklich.
»Emanuel«, sagte der Oberengel, »Emanuel, die Mutter Gottes wird auf Reisen gehen.« Die »Mutter Gottes« sagt man jetzt im Himmel. Damit ist Maria gemeint. »Die Mutter Gottes wird auf Reisen gehen, und du wirst auf sie aufpassen.«
Das war natürlich eine große Ehre. Auf die Mutter Gottes aufpassen! Wenn ich kein Engel wäre, dann wäre ich aber sooo stolz! Allerdings hab ich mich auch gefragt, ob das denn sein muss? Reisen ist anstrengend. Da geht man zu Fuß. Nicht mit einem Taxi oder einem Flugzeug oder der Bahn. Und es können Räuber kommen. Und manchmal sind die Wege ganz schlecht. Und wenn man ein Baby bekommt, dann soll man sich gar nicht anstrengen, hab ich mal gehört.

Auf dem Weg zu Elisabeth

Und als ich dann erfuhr, wohin es geht, da hab ich mir noch mehr Sorgen gemacht. Maria wollte ihre Cousine Elisabeth besuchen. Verstehen konnte ich das schon. Schließlich bekommt Elisabeth auch ein Baby. Obwohl sie schon so alt ist. Und das soll sogar hinter Jesus hergehen. Nein, vor ihm hergehen. Die Menschen ein bisschen vorbereiten. Weil Jesus doch der Heiland ist.
Jedenfalls: Ich war jetzt verantwortlich und zwar ganz allein. Und der Weg von Marias Haus bis zu Elisabeth ist weit. Und es geht fast immer bergauf. Elisabeth wohnt nämlich im Gebirge. 
Aber ich hatte nicht wirklich Zeit für Sorgen. Maria ging gleich los. Und sie schien sich gar keine Sorgen zu machen. Naja, sie hatte ja auch mich. Sie war fröhlich und ganz schön schnell. Und ich war ganz glücklich – einfach nur deshalb, weil ich in ihrer Nähe sein durfte. 
Nur einmal habe ich einen Wolf verscheucht, der in ihre Nähe kam. Aber ansonsten hätte der Weg noch länger sein können – so schön war es, die Mutter Gottes zu behüten. Aber dann waren wir doch schon da. Elisabeth stand sogar schon an der Tür und winkte, als wir in ihre Straße einbogen. Sie hat sich so gefreut.

Das Kind hüpft im Bauch

Und dann passierte was ganz Schönes. Als Elisabeth Maria begrüßte und umarmte, da hüpfte nämlich das Kind in ihrem Bauch. Also in Elisabeths Bauch. Der kleine Johannes hüpfte! Ich konnte es sogar fühlen. Engel können sowas. Und da war Elisabeth ganz außer sich vor lauter Freude. »Du bist gesegnet, Maria«, sagte sie immer wieder. »Du bist bestimmt die glücklichste Frau unter allen. Denn dein Baby wird der Heiland sein.«

Maria singt

Und auch Maria war so glücklich. Ihr Jesus war ja noch zu klein, um im Bauch zu hüpfen. Dafür fing sie zu singen an. Ein ganz schönes Lied sang sie. Dass sie sich so freut über Gott. Und dass Gott jetzt seine alten Versprechen wahr macht. Und dass Gott sie ausgesucht hat, obwohl sie nicht reich ist. Und obwohl ihre Familie nicht mächtig ist. Dass Gott immer auf der Seite von denen ist, denen es nicht so gut geht. 

Es gibt viel zu erzählen

Später haben sie sich viel erzählt, die beiden. Und ich konnte mich ein bisschen ausruhen. Ich durfte bei Maria bleiben, das hatte Gabriel gesagt. Und Maria blieb lange bei ihrer Freundin Elisabeth. Drei Monate. Was die sich alles zu erzählen hatten! Zacharias konnte ja nicht mitreden, Gabriel hatte ihm doch den Mund verschlossen. Ich hab dann rund ums Haus ein bisschen aufgepasst, dass die Katzen keine Vögel jagen. Das mag ich nämlich nicht. Sonst gab es nicht viel zu tun. Auf der Rückreise musste ich vor allem dafür sorgen, dass Maria nicht ausrutscht. Es ging ja immer bergab. Aber das war nicht so schwer. Sie ist natürlich gut wieder in Nazareth angekommen. Und Gabriel hat gesagt, ich hätte meine Sache gut gemacht. Jetzt bin ich mal gespannt, ob er bald wieder neue Aufgaben für mich hat. Vielleicht darf ich ja Elisabeth und Maria noch öfter besuchen. Das würde mich freuen. Ich hab sie nämlich richtig liebgewonnen.

Lukas 1, 57–66

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Siehe auch »Zur ganzen Reihe«
Wir sind eingeladen zum Leben 
(KuS 185, KG 205);
Wir singen vor Freude (KuS 184, KG 188);
Mir ist ein Licht aufgegangen (KuS 156, LJ 410)

Gebet am Schluss

Lieber Gott, 
dankeschön, dass wir nicht allein auf der Welt sind. 
Dass wir Menschen haben, die zu uns gehören: Eine kleine oder große Familie und Verwandte. 
Lass uns zusammenhalten und einander helfen. 
Und wenn wir bald Weihnachten feiern, dann sei du bei uns. 
Damit es ein schönes Fest wird. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte

Zum Thema »Familie« und »Zusammengehörigkeit«.

Für Jüngere:
Handabdrücke
Material: Weißes DIN-A3-Papier für jedes Kind; Wasser- oder Fingerfarben, Pinsel, etwas zum Abdecken der Tische
So geht’s: Jedes Kind sucht sich seine Wunschfarbe aus. Damit bemalt es sich seine Hand und druckt den eigenen Handabdruck auf alle Papiere. Der Name kann zur Hand dazugeschrieben werden.

Für beide Altersgruppen:
Familiennetz knüpfen Kooperationsspiel (für 8– 20 Personen)
Gemeinsam wird ein Familiennetz geknüpft, in dem sich ein neugeborenes Baby (Wasserball) getragen fühlen kann. 
Material: Langes, sehr dickes Wollknäuel; Wasserball/großer Luftballon. 
So geht’s: Die Mitspielenden stehen im Kreis. Die Spielleitung beginnt. Sie wirft das Knäuel einem Kind zu, das nicht direkt neben ihr steht. Dabei behält sie den Anfang des Fadens in der Hand (Tipp: Am besten den Faden einige Male um einen Finger wickeln, damit er im Laufe des Spiels nicht wegrutscht und sich so das Netz auflöst; das Festhalten ist auch für alle nachfolgenden Stationen wichtig). Beim Werfen wird der Name des Kindes genannt. Dieses fängt das Knäuel auf, hält den Faden fest und wirft es weiter. So lange, bis ein dichtes Netzwerk entstanden ist (= Verbundenheit der Gruppe/Familie), das tragfähig ist (= Wasserball auf dem Netz »tanzen« lassen).

Für Ältere:
Netz knüpfen (Grundgedanke: s. o. »Familiennetz knüpfen«)
Hier nun nennt jede Person, die das Wollknäuel zugeworfen bekommt, ein Beispiel, was im Familienalltag wichtig ist (sich liebhaben, einander helfen, respektvoll miteinander umgehen, Zimmer aufräumen, Essen kochen, Wäsche waschen, Baby wickeln …).
So kann dann vielleicht nochmal dem Geheimnis der Weihnacht als Familienfest nachgespürt werden. 

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Endlich ist es soweit

Heute sind alle ganz aufgeregt. Im Haus von Elisabeth gehen dauernd Leute aus und ein. Es sind die Nachbarinnen. Sie bringen Wasser vom Brunnen und Tücher. Aber auch was zu essen. Sie reden ganz viel miteinander. Den ganzen Tag geht das so. Was ist da nur los? Elisabeth sieht man gar nicht. Sie muss drinnen sein. »Endlich ist es soweit«, sagt jemand. Was denn nur?
Richtig, die Geburt. Elisabeths Bauch war immer größer geworden. Sie konnte gar nicht mehr gut gehen, so groß war er. Nun wird es nicht mehr lange dauern, bis das Kind auf der Welt ist. 

Es ist ein Junge

Am Nachmittag ruft endlich jemand: »Es ist da! Es ist ein Junge! Elisabeth und Zacharias haben einen Jungen bekommen!« Da freuen sich alle. Alle Nachbarinnen sehen ganz fröhlich aus. Kinder werden losgeschickt. Sie sollen es den Verwandten und Freunden in den anderen Straßen erzählen. »Sie haben tatsächlich ein Kind bekommen, Elisabeth und Zacharias! Obwohl sie doch schon alt sind«, sagen die Menschen immer wieder.
Elisabeth sieht man nicht. Und Zacharias auch nicht. Elisabeth muss im Bett bleiben und sich erst ausruhen. Eine Geburt ist anstrengend! Und Zacharias ist bestimmt bei ihr. Sie sind alle beide sehr müde. Und sie sind alle beide sehr glücklich.

Wie soll das Kind heißen?

Eine Woche später ist wieder viel los im Haus von Zacharias und Elisabeth. Denn eine Woche nach der Geburt kommen in Israel immer die Verwandten. Manche kommen von weit her. Sie wollen nun endlich das Kind sehen. Auch die Nachbarn sind wieder da. Sie sind neugierig: Wie soll das Kind denn heißen?
»Es muss natürlich Zacharias heißen«, sagen die Verwandten. »Wie der Vater. So machen es alle hier.« Ja, so machen es alle hier. Der erste Sohn heißt wie der Vater. Aber Elisabeth widerspricht: »Nein«, sagt sie, »unser Kind soll Johannes heißen.« Alle wundern sich: »Warum denn das? So hat noch niemand in der Verwandtschaft geheißen. Kein Großvater, kein Onkel, niemand.«
Sie fragen Zacharias. Zacharias hat noch nichts gesagt. Er ist ja stumm. Seit der Engel bei ihm war, ist er stumm. Sie haben sich schon alle daran gewöhnt.

Zacharias schreibt den Namen auf

Sie geben Zacharias etwas zum Schreiben. Und Zacharias schreibt: »Er heißt Johannes.« Alle wundern sich. Alle sind ganz erstaunt. »So ein Name, obwohl niemand in der Familie so heißt.«
Und auf einmal geschieht ein Wunder. Zacharias kann wieder reden. Er kann ganz normal sprechen – so wie früher. Und so, wie es der Engel gesagt hat. Der hat gesagt: »Bis zur Geburt deines Sohnes wirst du nicht reden können.«
Nun kann Zacharias wieder reden. Und er ist so glücklich über die Geburt seines Kindes, dass er gar nicht redet – er singt! Er singt und dankt und lobt Gott. Er singt: »Gott ist bei uns. Gott hat uns nicht vergessen. Gott hat uns lieb!«

Erzählung für Ältere

Der Besuchsengel bei Elisabeth

Hier bin ich wieder! Emanuel, der Besuchsengel, Reiseengel, Schutzengel. Ich hab wieder einen Besuch gemacht, Kinder, und das war so schön! Ich wollte doch zu gern wissen, wie es weitergeht mit Elisabeth und mit Maria. Und Gabriel hat gesagt, ich solle nochmal Elisabeth besuchen. Aber diesmal allein. Sie würde nämlich bald ihr Kind bekommen. Und da dürfe ich dabei sein und aufpassen. Als Schutzengel. Denn bei so einer Geburt kann viel passieren. 
Ich bin also gleich wieder los, hoch ins Gebirge. Diesmal ging es schneller. Ich musste ja nicht auf Maria aufpassen. Und dann sah ich das kleine Haus. Und als ich Elisabeth sah, da wusste ich: Lange kann es nicht mehr dauern. So einen runden, dicken, großen Bauch hatte sie!

Die Geburt

Und tatsächlich, am nächsten Tag hat sie es schon gespürt. Dass ihr Kind jetzt raus will und bald auf die Welt kommt. Zacharias hat die Nachbarinnen verständigt. Reden kann er ja nicht mehr. Aber die haben trotzdem gleich verstanden, was er meint. Und dann war das Haus voll, ich sag es euch! So viele Nachbarinnen. Sie brachten Wasser vom Brunnen. Und Schüsseln und Tücher. Ich merkte gleich: Die kennen sich aus. Die können Elisabeth bei der Geburt gut helfen. Da brauchte ich gar nicht mehr viel tun. Und es wäre auch eng geworden, so viele, wie da im Zimmer waren. Ein klitzekleines bisschen Platz sollte selbst ein Engel haben, sagt mein Zwillingsengel immer.
Aber schließlich war das Kind da. Und ich wusste natürlich schon, dass es ein Junge wird. Was war da für eine Freude! Das Haus summte wie ein Bienenstock. Erst später wurde es ruhig. Da waren Elisabeth und Zacharias mit dem kleinen Baby allein. Wie glücklich sie aussahen, als sie so schliefen, die Drei. 
Ich bin natürlich noch geblieben. Wenn eine Frau ein Kind bekommen hat, muss sie sich erstmal ausruhen und erholen. Vor allem, wenn sie schon älter ist – so wie Elisabeth. Und Schutzengel sind da ganz wichtig.

Der Name des Kindes

Nach acht Tagen war das Haus dann wieder voll. Nach acht Tagen kommen nämlich alle Verwandten und Nachbarn nochmal. Sie wollen dann hören, wie das Kind heißt. Spannend ist das allerdings nicht. Denn der erste Sohn heißt bei uns eigentlich immer wie der Vater. 
So einfach ist das. Muss man sich schon nicht so viele Gedanken machen. Manchmal heißt er auch wie der Opa. Aber wahrscheinlich will man dem Papa auch eine Freude machen. Aber das ging jetzt hier natürlich nicht! Ihr erinnert euch! Der Engel! Der sagte, dass das Kind Johannes heißen soll. Das bedeutet »Gott ist gnädig« oder »Gott meint es gut mit uns«.
Und Elisabeth sagte auch gleich: »Das Kind heißt Johannes!« Da haben alle sofort durcheinandergeredet. Manche waren richtig empört. »Das geht doch nicht! Das kann man doch nicht machen! Das ist der erste Sohn! Den muss man doch Zacharias nennen! Wir müssen wenigstens Zacharias fragen!« Und tatsächlich, sie haben Zacharias eine Wachstafel gegeben, zum Schreiben. »Er heißt Johannes«, schrieb Zacharias darauf.

Zacharias kann wieder reden

Und grade, als alle wieder empört durcheinanderreden wollten, da geschah ein Wunder: Zacharias fing wieder an zu reden. Ich hatte das natürlich erwartet. So hatte es der Engel schließlich gesagt: Bis das Kind auf der Welt sei, würde Zacharias nicht reden können. Und nun war es da, und er redete. Nein, eigentlich sang er. Und er sang so, dass alle zuhörten. Er lobte und dankte Gott für dieses Glück und war einfach voller Freude. Und er sang auch für Gott: Dass Gott uns nicht vergessen hat. Und dass sein Sohn Gottes Prophet sein wird. Dass er den Menschen helfen wird, den Heiland zu erkennen.

Ein weiterer Besuch

Kinder, ich habe selten zwei Menschen gesehen, die so glücklich waren. Und Johannes – er war so klein. Und sehr entzückend. Und er sah auch sehr zufrieden und glücklich aus. Und Gabriel hat mich gelobt. Er hat gesagt, ich sei ein guter Schutzengel gewesen. Und bald dürfe ich nochmal einen Besuch machen. Ich bin ja schon gespannt!

Der besondere Tipp

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Diese Form der Erzählung bietet großes Potenzial der Interaktion …
20 Figuren plus zusätzliche Gegenstände.

Hergestellt in einem Sozialprojekt im Kosovo.
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140 x 100 cm, schwarz; 

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Lukas 2 ,1–20

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / das Thema

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente
Lieder

Kommet, ihr Hirten (EG 48, KuS 60);
Vom Himmel hoch (EG 24, KuS 46);
Ihr Kinderlein, kommet (EG 43, KuS 42) 
Ehre sei Gott in der Höhe (EG 26, KuS 54);
Freu dich, Erd und Sternenzelt (EG 42, KuS 58);
Hört der Engel helle Lieder (EG 54, KuS 64);
Fürchtet euch nicht! (Da haben Hirten auf dem Feld gewacht; KuS 82)

Gebet am Schluss

Lieber Gott, 
Jesus ist geboren. Wie schön ist das! 
Er kam auf die Welt, damit wir merken, wie lieb du uns hast. 
Wir bitten dich heute besonders für alle, die sich nicht über Weihnachten freuen können.
Weil die Erwachsenen streiten. 
Oder weil jemand in der Familie sehr krank ist. 
Zeig den Menschen, wie sie einen Streit beenden können. 
Tröste alle, die traurig sind. 
Und zeig uns, wenn wir jemand trösten können. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Weihnachtliche Malreise 

Die Kinder sitzen entweder im Kreis um ein großes Blatt (DIN-A1) oder in der Reihe und haben ein Leporello vor sich liegen (beliebig lang; z. B. 4 DIN-A3-Blätter aneinandergeklebt). Jedes Kind bekommt ein Wort aus der Geschichte zugeteilt (Stall, Könige, Maria, Stern …) und beginnt, dieses Wort zu malen. Nach einiger Zeit ertönt ein Gong (oder die leise Musik wird ausgeschaltet). Nun wechseln alle Kinder im Uhrzeigersinn ihren Platz und malen beim bereits begonnen Bild des vorherigen Kindes weiter. So entsteht ein Gesamtkunstwerk.

Hirtenspiel (Tic-Tac-Toe/3 gewinnt)

Ein Spiel für 2 Personen

Material: 


Für jedes Kind ein Stück hellen Leders/dicken (Leinen-)Stoffes (Ø 20 cm); 10 kleine, flache Kieselsteine; zwei unterschiedliche Farben für die Steine; Lederband/Paketschnur (85 cm lang); gemeinsam: dicken Filzstift; Lochzange

Und so geht’s:

Zuerst je 5 Steine in einer Farbe bemalen und trocknen lassen. Währenddessen mit dem Filzer auf die Innenseite des Leders/Stoffes das Spielfeld aufmalen (s. Skizze). Dann außen am Kreis (mit einem Randabstand von ca. 1 cm) 16 Löcher machen, durch die das Lederband gefädelt wird. Nach dem Trocknen der Steine kann das Spiel beginnen. Ziel ist es, drei Steine derselben Farbe in einer Reihe, Spalte oder Diagonalen in die Felder zu setzen. Dabei darf jede Seite abwechselnd einen Stein legen.
Mit diesem Spiel können sich auch kleine Hirten die Zeit bis zum Weihnachtsfest vertreiben.

III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Hirten und Hirtinnen

Es ist dunkel. Es ist Nacht. Man kann kaum etwas sehen. Doch – da sieht man auf dem Feld was liegen. Da macht es »mäh«. Da sind ganz viele Schafe. Sie liegen dicht beieinander. Sie haben sich zusammengekuschelt. Dann ist es wärmer. Es ist nämlich kalt in dieser Nacht. 
Da sind auch Menschen. Die passen auf die Schafe auf. Es sind Hirten. Sie haben einen kleinen Zaun um die Schafe gebaut. Damit heute Nacht keins wegläuft. Morgen früh bauen sie den wieder ab. Das geht ganz leicht.
Die Menschen sitzen auch ganz dicht beieinander. Wahrscheinlich ist ihnen auch kalt. Sie sitzen um eine Feuerstelle. Das Feuer ist längst erloschen, dennoch ist es noch ein bisschen warm.
Die Hirten reden miteinander. Sie haben Sorgen. Für sie ist es nicht leicht, genug Geld zu verdienen. Sie hoffen, dass das Leben irgendwann leichter wird. Dass sie sich keine Sorgen mehr machen müssen. 

Mitten in der Nacht wird es hell

Da, auf einmal ist es hell. Mitten in der Nacht! Da steht jemand! Das muss ein Engel sein. Ein Bote Gottes. Die Hirten sind erschrocken. Sie haben Angst. »Ihr braucht keine Angst zu haben«, sagt der Engel. »Hört zu. Ich habe eine gute Nachricht für euch. Von Gott. Für euch ist heute der Heiland geboren. Für euch und für alle Menschen! Gott hat euch lieb! Ganz in der Nähe ist er geboren. In Bethlehem! Und das ist das Zeichen, an dem ihr den Heiland erkennen werdet: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden. Es ist in Windeln eingewickelt. Und es liegt in einer Futterkrippe.«
Die Hirten sind noch immer erschrocken. Aber sie freuen sich auch. Und da! Auf einmal sind da ganz viele Engel! Und sie singen alle. Sie freuen sich so, dass sie wunderbar singen. Sie freuen sich über Gott. Dass Gott den Heiland geschickt hat. Und sie freuen sich für die Menschen. »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden« singen sie. 

Nach Bethlehem

Und dann sind alle Engel wieder fort. Dann ist es wieder dunkel. Die Schafe, die alle aufgestanden waren, legen sich wieder hin. 
»Was machen wir?«, fragt einer. »Wir gehen nach Bethlehem«, sagt ein anderer. »Klar gehen wir nach Bethlehem«, rufen alle durcheinander. »Wir wollen das Baby sehen. Wir wollen den Heiland sehen.« 
Bethlehem ist gleich in der Nähe. »In einer Futterkrippe liegt der Heiland«, hat der Engel gesagt. Dann muss das Baby mit seinen Eltern in einem Stall sein. 
Da ist ein Stall. Drinnen ist Licht.

Im Stall

Ganz vorsichtig klopfen die Hirten an die Stalltür. Ganz vorsichtig machen sie die Tür dann auf. Da sind zwei Menschen: Maria und Josef. Beide sehen erschöpft aus. Aber sehr glücklich. Da ist ein Esel. Und ein Ochse. Die wohnen hier bestimmt. Und da hört man was. Da ist eine Futterkrippe. Die gehört sonst bestimmt dem Ochsen und dem Esel. Aber da liegt was drin. Da sind Windeln zu sehen. Da ist ein Baby. Gerade erst geboren. Das muss der Heiland sein. Das muss der sein, von dem der Engel erzählt hat. Von ihm haben die vielen Engel so wunderschön gesungen. 
Die Hirten sind ganz leise. Sie wollen das Kind nicht erschrecken. Sie sind mucksmäuschenstill. Und schauen das Kind an. Wie schön es ist. Und wie schön es ist, dass sie die allerersten Besucher beim Heiland sind. Und wie schön es ist, dass Gott sie nicht vergessen hat.

Erzählung für Ältere

Der Weihnachtsengel

Hallo Kinder! Da bin ich wieder. Emanuel, der Besuchsengel. Und heute der Weihnachtsengel. Und wisst ihr, warum ich so glücklich aussehe? Genau! Jesus ist geboren. Und ich war dabei. Also … beinahe. Ich hab ihn jedenfalls gesehen. Aber der Reihe nach.
Gabriel hat mich wieder mitgenommen. »Ich muss heute Abend eine ganz wichtige Botschaft verkündigen«, sagte er schon am Morgen. »Und du kommst mit. Putz dir die Flügel.« Da war ich natürlich ganz glücklich, dass Gabriel mich wieder mitnimmt. Aber was für eine Botschaft? Ich wusste ja, Jesus wird bald geboren. Im Himmel sprach man schon seit Tagen über nichts anderes. Und mein Zwillingsengel erzählte noch was von Bethlehem. Da hab ich gesagt: »Quatsch, Maria und Josef wohnen doch in Nazareth. Da war ich doch schon.« Aber er blieb dabei und sagte noch was von einer Reise wegen dem Kaiser. Ich hab es nicht ganz verstanden. Aber mein Zwillingsengel erzählt manchmal auch viel. Jedenfalls überlegte ich eine Weile und dann dachte ich: »Bestimmt müssen wir die Geburt bekanntgeben. Vielleicht beim Kaiser in Rom. Da würde ich ja auch mal gern hin … nach Rom. Oder wir müssen zu diesem König in Jerusalem. Aber der soll ziemlich böse sein …«

Der Engels-Chor

Am Abend ging es dann los. Es war schon dunkel und meine Flügel glänzten im Mondlicht. Und dann flogen wir doch tatsächlich Richtung Bethlehem. Nicht zum Königshof nach Jerusalem oder gar zu diesem Kaiser. Plötzlich hielten wir auf einem dunklen Feld, es war noch vor Bethlehem. Ich dachte erst: »Gabriel hat was im Himmel vergessen und will gleich wieder umdrehen.« Ein paar Hirten saßen um ein erloschenes Feuer herum. Und ihre Schafherde hatten sie auch dabei. »Im Ernst«, fragte ich mich, »sollen wir denen was verkündigen?« 
Ich mag Schafe. Und ich mag Hirten. Aber wichtig sind die eigentlich nicht. Ich glaub eher, dass sie öfter mal Sorgen haben. Aber bevor ich noch groß nachdenken konnte, war Gabriel schon bei ihnen und leuchtete in seinem schönsten Engelsfestgewand. Die Hirten waren sehr erschrocken. Doch Gabriel sagte zu ihnen: »Habt keine Angst. Für euch ist heute Nacht der Heiland geboren. Er ist der Retter für alle Menschen. Ihr findet ihn ganz in der Nähe. Er liegt in einer Futterkrippe und hat eine Windel an.« Und kaum hatte Gabriel das gesagt, waren da viele Engel. Der ganze Himmel war voll und leuchtete hell von all den Engeln. Sogar mein Zwillingsengel war da. Und alle sangen: »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.« Da hab ich natürlich auch mitgesungen. 

Auf dem Weg zum Stall

Plötzlich waren alle wieder weg. Gabriel flüsterte mir zu: »Du gehst mit den Hirten«, und dann verschwand auch er. Ich war ein bisschen überrascht … aber auch glücklich! Ich würde das Baby sehen. 
Die Hirten sind gleich los und ich mit. Natürlich ohne dass sie es merkten. Und dann waren wir beim Stall. Er war wirklich ganz in der Nähe, am Rande von Bethlehem. Und man sah ein schwaches Licht durch eine kleine Öffnung leuchten. Ein Stall! Stellt euch das mal vor! Ich war ja ein bisschen entsetzt. Konnte der Heiland der Welt nicht in einem anständigen Haus geboren werden? Noch besser wäre doch wohl ein Palast gewesen. Aber mein Zwillingsengel hat gesagt: »Das ist so, weil der Heiland für alle Menschen kommt. Und besonders für die, die nicht so reich und mächtig sind.«

Der erste Besuch beim Jesuskind

Die Hirten haben dann vorsichtig geklopft und sich sehr ordentlich benommen. Maria und Josef sahen erschöpft aus, aber glücklich. Da war ich froh. Denn Maria hatte im Stall ja gar keine Freundinnen oder Nachbarinnen, die ihr geholfen haben. Und so waren die Hirten und ich der erste Besuch beim Jesuskind. Auch die Hirten sahen ganz glücklich aus. Ich glaube, sie haben gespürt, dass Gott sie nicht vergessen hat. Dass Gott niemanden vergisst.

Lukas 2, 21–40

Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis
Zum Text / Zum Thema
Die Kinder und der Text / 
das Thema

Eine Geburt bietet viel Grund, Gott zu danken.

II. Gestaltungshinweise 

Liturgische Elemente

Der Heiland ist geboren (EG 49, KuS 62);
Geht, ruft es von den Bergen (KuS 66);
Tragt in die Welt nun ein Licht (KuS 70);

Gebet zum Schluss

Lieber Gott, 
Weihnachten ist fast vorbei. 
Aber du bist bei uns, jeden Tag. 
Danke für alles, was schön war und uns glücklich gemacht hat in diesen Tagen. 
Behüte uns und alle, die zu uns gehören.
Tröste alle, die traurig sind. 
Und hilf den Kindern und Erwachsenen, die in Not sind. Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Dosen-Telefon

Die Nachricht vom neugeborenen Heiland spricht sich ganz schnell rum …
Material: Pro Telefon 2 leere Konservendosen, lange und stabile Schnur (ca. 10 m); Nagel, Hammer, Klebeband
So geht’s: Mit dem Klebeband die scharfen Innenkanten der Dosen abkleben. Dann in die Mitte des Dosenbodens mit Nagel und Hammer ein Loch machen, durch das die Schnur hindurchgezogen werden kann. Ein Schnurende von außen durch das Loch schieben, und einen großen Knoten machen. Mit dem anderen Ende das gleiche beim zweiten Dosenboden wiederholen. Wenn die Schnur gespannt ist, kann jemand in eine Dose normal laut hineinsprechen und das Gegenüber kann es trotzdem hören, wenn es die Dose ans Ohr hält.

Mein rechter, rechter Platz ist leer 

Maria und Josef haben einen langen Weg zurückgelegt und sind an verschiedenen Orten vielen Menschen und Tieren begegnet. 
So geht‘s: Wir stellen einen Stuhlkreis mit einem Stuhl mehr als Mitspielende. Das Kind links des freien Stuhls sagt: »Mein rechter, rechter Platz ist leer, da wünsch ich mir die/den (Name) her.« Das genannt Kind fragt: »Als was soll ich kommen?« … und wechselt in dieser genannten Rolle (Schaf, Esel, Hanna, Engel …) auf den freien Stuhl. Nun stellt das Kind links des neuen freien Stuhls die Frage …

Der besondere Tipp

In »Advent und Weihnachten mit Legematerial gestalten« wird auch die Erzählung von Hanna und Simeon aufgegriffen und anhand von Legematerial dargestellt. 

€ 21,00; 

Best.-Nr. 2160

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III. Erzählung

Erzählung für Jüngere

Maria und Josef sind mit ihrem Baby wieder nach Hause gegangen. Nach Nazareth. Und dann hat das Baby, das im Stall geboren wurde, einen Namen bekommen. Es heißt Jesus. So hat es der Engel gesagt. Jesus bedeutet »Gott hilft«. Ein schöner Name. Alle Nachbarn und alle Nachbarinnen sind gekommen. Und haben Jesus angeguckt. Und haben sich natürlich sehr gefreut. 
Maria hat sich von der Geburt erholt. Eine Geburt ist nämlich anstrengend für die Mama. Jetzt lädt Josef schon wieder Sachen auf den Esel. Und auch Maria wickelt den kleinen Jesus ganz fest ein in ein warmes Tuch. Und packt Kleidung und Essen zusammen. 
Geht es denn wieder auf Reisen? Ja! Maria und Josef reisen mit dem kleinen Jesus nach Jerusalem. Sie wollen Gott danken für ihr erstes Kind. Sie wollen Gott danken, dass Jesus geboren ist. 
Aber warum müssen sie dafür nach Jerusalem? In Jerusalem steht der Tempel. Das ist das größte und schönste Haus für Gott im ganzen Land. Es ist schon sehr alt. Und es hat ein goldenes Dach. »Gott freut sich besonders, wenn man ihm dort dankt«, sagen die Menschen.
Deshalb gehen Maria und Josef mit dem kleinen Jesus wieder auf Reisen. Es dauert nicht lange, dann sehen sie Jerusalem. Jerusalem liegt nämlich auf einem Berg. Und was da in der Sonne glänzt ist das goldene Dach des Tempels.
Jetzt sind sie am Tempel. Sie sagen dem Priester, dass sie Gott danken wollen. Für Jesus, ihr erstes Kind. 
Aber wer kommt da? Das ist Simeon. Und er geht direkt auf Maria und Josef zu. Simeon ist schon sehr alt. Einmal hatte er einen Traum. Da sagte ihm Gott: »Du wirst nicht sterben, bevor du Christus, den Herrn, gesehen hast!«
Heute hat Simeon gespürt: »Ich muss unbedingt zum Tempel gehen.« Und jetzt ist er da. Und jetzt schaut er Maria und Josef an. Und den kleinen Jesus. Und er weiß plötzlich ganz sicher: »Das ist der Christus. Das ist der Heiland. Wenn Jesus groß ist, dann wird er den Menschen Gottes Liebe zeigen.« Simeon ist glücklich. So glücklich, dass er das Baby auf den Arm nimmt. So glücklich, dass er singen muss. Er singt: »Lieber Gott, jetzt kann ich in Ruhe sterben. Meine Augen haben den Heiland gesehen. So, wie du es mir versprochen hast.«
Maria und Josef sind gerührt. 
Und da kommt noch jemand. Es ist Hanna. Hanna ist auch schon sehr alt. Sie ist fast immer im Tempel. Da ist sie in Gottes Nähe. Sie hört, was Simeon singt. Und sie schaut den kleinen Jesus an. Auch sie ist ganz glücklich. Der Heiland ist geboren! Wie gut für uns Menschen! Später erzählt sie allen, dass der Retter geboren ist. Und dass sie ihn gesehen hat.
Maria und Josef reisen mit Jesus nach Nazareth zurück. Noch lange müssen sie an Simeon und Hanna denken. So glücklich waren die beiden! Wenn Jesus groß ist, werden die beiden schon tot sein. Aber sie haben ihn noch gesehen, den Heiland. Und das hat sie froh gemacht. 

Erzählung für Ältere

Zurück in Nazareth

Hallo Kinder! Ich kann euch sagen, ich, Emanuel, der Besuchs-Engel, werde bald mal eine Pause brauchen. So viele Reisen! Zuerst mussten Maria und Josef mit dem kleinen Jesus ja erstmal wieder zurück nach Nazareth. Das ist ein ganz schön weiter Weg! Hin hatte sie mein Zwillingsengel begleitet. Schließlich gibt es ja auch Räuber. Oder Steine, die irgendwo rumkullern. Man weiß nie. Ein Schutzengel ist da sehr vorteilhaft. 
Und weil mein Zwillingsengel den Weg zwischen Bethlehem und Nazareth schon so gut kannte, haben wir die kleine Familie zu zweit begleitet. Mit so einem Neugeborenen auf dem Arm muss man ja auch besonders aufpassen. 

Das Kind bekommt einen Namen

Ich blieb dann noch ein bisschen in Nazareth. Und da war dann auch gleich wieder was los: Alle Nachbarinnen und Nachbarn kamen, alle Cousinen und Cousins und die Omas und Opas. Sie wollten natürlich das kleine Baby sehen. Und dann bekam er offiziell seinen Namen. Maria und Josef wussten längst, wie er heißen sollte. Und ich auch. Gabriel persönlich hatte es schließlich verkündet: »Jesus«, Gott hilft. Aber normalerweise bekommt ein männliches, jüdisches Kind nach acht Tagen seinen Namen. Und dann kommt wieder ganz viel Besuch. Und es gibt viel Kuchen. Und ich denke manchmal: »Ganz schön anstrengend für die Eltern.« 
Dann war einige Tage Ruhe. Maria sollte sich ausruhen. Und ich passte ein bisschen auf alle auf. 

Wieder auf Reisen

Aber nicht lange, dann wurde wieder gepackt. Gut, ich wusste es. Gabriel hatte zu mir gesagt: »Geh mit den beiden mit. Und wenn du deinen Zwillingsengel mitnehmen willst – gerne.« Meinen Zwillingsengel wollte ich dabeihaben, denn zusammen ist es immer lustiger. Und manchmal ist mein Zwillingsengel ja auch ziemlich schlau. 
Maria und Josef wollten nämlich nach Jerusalem gehen. Genau. Zum Tempel. Da hin, wo ich so gerne bin. Manche sagen, dort ist man Gott besonders nahe. Aber auf jeden Fall ist es dort schön. Und wenn es Rauchopfer gibt, riecht es ganz lecker. Nach einer Geburt gehen die Eltern mit dem Kind in den Tempel. Vor allem dann, wenn es das erste Kind ist. Sie »stellen« es Gott vor. Die Prieserte bekkommen Geld, damit sie ein schönes Opfer als Dankeschön darbringen können. 
So haben es auch Maria und Josef gemacht: Sie sind nach Jerusalem. Und mein Zwillingsengel und ich haben sie begleitet und ab und zu den Esel ein bisschen angeschoben. Denn nach Jerusalem geht es den Berg ziemlich hinauf.

Begegnung mit Simeon im Tempel

Und kaum waren wir im Tempel, kam plötzlich Simeon. Simeon ist ein alter Mann. Er kommt manchmal in den Tempel. Ich kenne ihn. Gott hat ihm vor langer Zeit im Traum einmal gesagt: »Bevor du stirbst, wirst du den Heiland sehen.« Und jetzt kam er tatsächlich. Grade heute. »Bestimmt hat ihm ein Engel einen kleinen Schubs gegeben«, meinte mein Zwillingsengel. 
Simeon kam und sah die Familie. Und er sah vor allem Jesus. Und dann schnappte sich Simeon doch tatsächlich den kleinen Jesus und nahm ihn auf den Arm. Und fing vor lauter Glück gleich an zu singen. »Lieber Gott«, sang er, »jetzt kann ich in Frieden sterben. Meine Augen haben den Heiland gesehen. So, wie du es versprochen hast.«
Maria und Josef guckten erst sehr verdutzt. Das könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Und wahrscheinlich dachten sie das Gleiche wie ich: »Hoffentlich fängt Jesus nicht gleich an zu weinen.« Das tat er aber nicht und schaute nur ganz aufmerksam aus seinen kleinen Augen.

Begegnung mit Hanna im Tempel 

Und dann kam tatsächlich auch noch Hanna. Hanna ist auch sehr alt, und sie lebt am Tempel. Nichts entgeht ihr. Sie verstand gleich, worum es ging. Ihre Augen glänzten vor Glück. Sie hat es bestimmt vielen weitererzählt, dass der Retter geboren ist.
Maria und Josef waren ein bisschen verblüfft. Aber ich glaube, sie fanden es auch schön. Weil ihr Jesus, kaum dass er auf der Welt war, schon so viele glücklich gemacht hat. 

Die Heimreise

Die Rückreise ging dann ganz einfach. Mein Zwillingsengel und ich haben aufgepasst, dass niemand ausrutscht, als es den Berg hinunterging. 
Schließlich waren wir wieder in Nazareth. Ich glaube, Maria und Josef waren auch ganz froh, dass das Reisen und Besuche-Bekommen erst einmal zu Ende ist. Jetzt muss der kleine Jesus groß werden. Und dann wird man weitersehen. 
Ich werde hin und wieder vorbeischauen in Nazareth. Und mein Zwillingsengel will das auch. Aber jetzt brauch ich ein bisschen Erholung. Manchmal brauchen das sogar Engel.

Der besondere Tipp

Meine Weihnachtsschachtel
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Eine weitere kreative Idee für ein »helles« Weihnachten …

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Zusatzmaterial Evangelische Kinderkirche Heft 4/2022
Psalmgebet; zur Reihe: Wer ist der, den wir erwarten?, Seite 449
Psalmgebet (mit Bewegungen)
I: Menschen führen Kriege.
Wir hoffen auf Versöhnung.
Jesus, du bist unser Friede.
II: Manchmal fühlen wir uns allein.
Wir sehnen uns nach jemandem, der da ist.
Jesus, du gehst mit uns durch dick und dünn.
Wenn du sprichst, wird es hell.
(Hände wie Trichter um den Mund legen, dann wie Strahlen zur Seite hin ausbreiten)
Wenn du da bist, weicht die Angst.
(Hände vor Brust kreuzen, dann lösen und eine wegschiebende Bewegung machen)
Du bringst Frieden überall.
(Mit Händen und Armen einen großen Kreis beschreiben)
I: Manchmal fehlt uns die Energie.
Wir haben Hunger nach Leben.
Jesus, du bist das Brot, das uns satt macht.
II: Manchmal tappen wir im Dunkeln.
Wir wollen den richtigen Weg sehen.
Jesus, du bist unser Licht.
I: Manchmal sind wir gefangen in Ängsten.
Wir wollen frei sein.
Jesus, du bist unser Erlöster.
Wenn du sprichst, wird es hell.
(Hände wie Trichter um den Mund legen, dann wie Strahlen zur Seite hin ausbreiten)
Wenn du da bist, weicht die Angst.
(Hände vor Brust kreuzen, dann lösen und eine wegschiebende Bewegung machen)
Du bringst Frieden überall. Amen.
(Mit Händen und Armen einen großen Kreis beschreiben)

Erzählung für Ältere

Ben und Herr Gutmann – 5

Ben geht gern zu Herrn Gutmann, der in der Nachbarschaft wohnt. Ihn kann Ben alles fragen. Herr Gutmann weiß viel. Und er kennt viele Geschichten aus der Bibel.

Ben schreibt an Herrn Gutmann

An Heiligabend fährt Ben mit seinen Eltern zu Oma und Opa. Er kann Herrn Gutmann dieses Jahr an Weihnachten nicht besuchen. Trotzdem vergisst er Herrn Gutmann nicht. Er will ihm eine Freude machen und schreibt ihm einen Brief:

Lieber Herr Gutmann!

Ich kann dich an Weihnachten leider nicht besuchen. Aber ich denke an dich. Du hast mir viele Dinge beigebracht über Gott und Jesus und so.

Heute will ich dir etwas erzählen. In der Schule gab es einen Schulgottesdienst. Und ich durfte mit ein paar anderen aus der Klasse die Weihnachtsgeschichte nacherzählen. Wir haben uns einmal nach der Schule getroffen und haben uns die Geschichte überlegt und aufgeschrieben. Ich musste dabei immer mal wieder daran denken, was du gesagt hast. Nämlich, dass Jesus der Friedenskönig ist und auch den Namen Immanuel hat. Und mir fiel auch wieder ein, dass Jesus sagte, dass er das Brot des Lebens und das Licht der Welt ist.

Heute haben wir die Geschichte dann vorgelesen. Das war ganz schön aufregend.

Ich schreibe sie extra für dich ab. Dann kannst du sie auch mal lesen:

Bens Hirtengeschichte

Die Nacht dauert lang. In den Häusern schlafen alle. Nur draußen vor der Stadt Bethlehem sind die Hirten noch wach. Sie müssen wach bleiben. Denn sie hüten ihre Schafe.

Doch auch Hirten brauchen Schlaf. Und so wechseln sie sich ab.

Wer nachts wach ist, hat Zeit nachzudenken. Und so träumen die Hirten manchmal von einer schöneren Welt: Von einem weichen Bett. Und einer warmen Stube. Und von einem gedeckten Tisch. In ihren Träumen gibt es keine Feinde mehr. Kein Hirtenjunge muss mehr Angst haben.

In dieser Nacht ist es ganz still. Und dunkel.

Doch dann wird es plötzlich hell. Hell wie am Tag.

Die Hirten schrecken auf. »Was hat das zu bedeuten?«, fragen sie sich.

Die Schafe werden unruhig. Und die Hirten bekommen Angst.

Sie schauen ins Licht. Erst jetzt erkennen sie den Engel. Er macht die Nacht zum Tag.

Dann sagt der Engel: »Habt keine Angst! Ich bringe euch eine gute Nachricht. Gott hat euch einen Retter geschickt. In dieser Nacht ist er geboren. In einem Stall. Und er liegt in einer Krippe. Er heißt Jesus. Er ist der Heiland der Welt. Er ist auch euer Heiland. Freut euch!«

Immer mehr Engel erscheinen am Himmel. Und sie singen ihr schönstes Lied auf den Heiland der Welt.

Verzaubert bleiben die Hirten stehen und lauschen.

Doch auf einmal sind die Engel weg. Nur die Hirten stehen noch da.

Draußen ist es wieder ganz dunkel. Aber innendrin, da ist es den Hirten warm geworden.

Sie können jetzt nicht einfach weiterschlafen. Sie wollen das Kind sehen.

Und so machen sie sich auf den Weg.

Sie laufen schneller und schneller. Sie sind neugierig auf den Heiland der Welt.

»Wer ist dieser Jesus, dass es in uns so warm wird?«, das möchten sie wissen.

Und dann sind sie da.

Sie sehen den Stall. Darin Maria und Josef. Die beiden sind auch noch wach.

Und dann ist da die Futterkrippe – wie der Engel gesagt hat. Das Kind liegt darin.

So klein und zerbrechlich ist es.

So schön und so zart.

Und sie denken an die Worte des Engels: »Dieses Kind ist der Heiland der Welt.«

Das sollen auch seine Eltern wissen.

Die Hirten sagen: »Euer Kind ist der Heiland der Welt.«

Maria hört gut zu. Ihr wird es ganz warm innen drin.

Dann gehen die Hirten wieder zurück zu ihren Schafen. In ihnen brennt ein Licht, das wärmt und hell macht.

Sie singen. Ihr Lied ist noch lange in der Dunkelheit zu hören:

»Jesus, der Heiland der Welt, ist da!«

Hoffentlich gefällt dir die Geschichte.

Ein Engel für dich

Damit beendet Ben den Brief an Herrn Gutmann. Nur noch eine Zeile schreibt er dazu. Dann faltet er den Brief und legt ihn in den Briefumschlag.

Auch den kleinen Engel aus Holz legt er in den Umschlag. Ben hat ihn selbst gemacht. Dann verschließt er den Umschlag.

Bens letzte Zeile war:

»P. S: Der Engel ist für dich!«

Markus Grapke

Der besondere Tipp

ReliHits

(drei CDs)

Zum gleichnamigen Buch

(Hg. Reinhard Horn, Michael Landgraf, Ulrich Walter)

Alle Lieder und Strophen des gleichnamigen Buchs sind zum Mitsingen, Vorspielen und Kennenlernen hier in diesem CD-Paket, mit einer Gesamtlaufzeit von 180 Minuten, gebündelt.

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www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zu Weihnachtsspiel 1 (Monatsgottesdienst Dezember).

Hier geht es weiter zu Weihnachtsspiel 2 (Monatsgottesdienst Dezember).

Erzählung für Jüngere

III. Erzählung

Mit (Krippe-)Figuren wird die Geschichte nach und nach gestellt. Ein schwarzes und ein gelbes Tuch können den Kontrast zwischen der Dunkelheit der Nacht und dem Licht der Engel anschaulich machen. Die Wärme, die die Hirten und Maria im Innern spüren, kann durch ein Teelicht dargestellt werden, das in einem Glas zu den Figuren gestellt wird. Kinder können dabei beteiligt werden.

Lange Nächte

Die Nacht dauert lang. In den Häusern schlafen alle. Nur draußen, vor der Stadt Bethlehem, sind die Hirten noch wach.

(Hirten aufstellen)

Sie müssen wach bleiben. Denn sie hüten ihre Schafe.

(Schafe aufstellen)

Ihren Tieren soll nichts passieren.

Doch auch Hirten brauchen Schlaf.

Und so wechseln sie sich ab.

Mal bleibt der eine wach, mal der andere.

Das machen sie Tag für Tag so.

Nachtträume

Wer nachts wach ist, hat Zeit, nachzu-
denken.

Und so träumen die Hirten manchmal von einer schöneren Welt: Von einem weichen Bett. Einer warmen Stube. Einem gedeckten Tisch.

In ihren Träumen gibt es keine Feinde mehr.

Kein Hirtenjunge muss mehr Angst haben.

Plötzlich wird es hell

In dieser Nacht ist es ganz still. Und dunkel.

(Schwarzes Tuch kreisförmig um die Hirten herumlegen.)

Doch dann wird es plötzlich hell.

Hell wie am Tag.

(Mit gelbem Tuch einen Kreis bilden; diesen auf das schwarze Tuch legen.)

Die Hirten schrecken auf.

Sie bekommen Angst. »Was hat das zu bedeuten?«, fragen sie sich.

Auch die Schafe werden unruhig.

Die Hirten schauen ins Licht.

Erst jetzt erkennen sie den Engel.

(Engel auf das gelbe Tuch stellen).

Er macht die Nacht zum Tag.

Habt keine Angst!

Dann sagt der Engel:

»Habt keine Angst! Ich bringe euch eine gute Nachricht.

Gott hat euch einen Retter geschickt.

In dieser Nacht ist er geboren.

In einem Stall. Dort liegt er in einer Krippe.

Er heißt Jesus. Er ist der Heiland der Welt.

Er ist auch euer Heiland. Freut euch!«

Immer mehr Engel erscheinen am Himmel.

(Weitere Engel dazustellen)

Und sie singen ihr schönstes Lied auf den Heiland der Welt.

Innendrin wird es warm

Verzaubert bleiben die Hirten stehen und lauschen.

Doch auf einmal sind die Engel weg.

(Alle Engel wegnehmen)

Es ist wieder ganz dunkel.

(Das gelbe Tuch entfernen.)

Aber innen drin – da ist es bei den Hirten ganz hell geworden. Und warm.

(Zu jedem Hirten ein Teelicht im Glas stellen und anzünden.)

Sie können jetzt nicht hierbleiben.

Sie wollen das Kind sehen.

Aufbruch

Und so machen sie sich auf den Weg.

Sie laufen immer schneller und schneller.

Sie sind neugierig auf den Heiland der Welt.

»Wer ist dieser Jesus, dass es uns so warm wird?«

Das müssen sie wissen.

Und dann sind sie da.

Dann sehen sie den Stall.

Und Maria und Josef.

(Figuren dazustellen)

Die beiden sind auch noch wach.

Und dann ist da die Futterkrippe, wie der Engel gesagt hat.

Das Kind liegt darin.

(Krippe mit Kind aufstellen)

So klein und zerbrechlich ist es.

So schön und so zart.

Die Hirten denken an die Worte des Engels:

»Dieses Kind ist der Heiland der Welt.«

Das sollen auch seine Eltern erfahren.

Sie sagen zu Maria und Josef:

»Euer Kind ist der Heiland der Welt.«

Maria hört gut zu.

Auch bei ihr wird es innen drin ganz hell und warm.

(Ein Teelicht im Glas zu Maria stellen und anzünden)

Rückkehr

Dann gehen die Hirten wieder zurück.

In ihnen brennt ein Licht, das wärmt und hell macht.

Sie singen.

Ihr Lied ist noch lange in der Dunkelheit zu hören:

»Jesus, der Heiland der Welt ist da!«

Der besondere Tipp

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www.junge-gemeinde.de

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

I. Grundgedanken

Zugänge für den ­Vorbereitungskreis

Die Scherben einer zerbrochenen Schale/eines Tellers werden in die Mitte gelegt. Wir nehmen uns Zeit und lassen es auf uns wirken.

Wer mag, teilt seine Gedanken den anderen mit.

commons.wikimedia, Haragayato, mit Goldlack reparierte Kintsugi-Schale

Dann das Foto einer Kintsugi-Schale dazulegen (bei Wikipedia ist obiges Bild zu finden).

(Wenn Zeit ist, kann man die Schale auch gemeinsam wieder zusammensetzen und mit Goldlack o. ä. kleben.)

Wir tauschen uns aus zur Fragestellung:

»Was heißt heil werden?«

Zum Text / Zum Thema
  • Die Hirtenszene der Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2 ist beliebt bei Krippenspielen. Doch Idylle darf man sich dabei nicht vorstellen. Zwar waren Hirten nicht die Außenseiter, als die sie oft dargestellt werden, dennoch mussten auch sie ihren Unterhalt hart verdienen.
  • Mitten in ihrer Nachtroutine wird es plötzlich hell. Es ist unerklärlich, was da passiert. Und so muss der Engel auch erst einmal beschwichtigen: »Fürchtet euch nicht!« Das ist das erste: Die Angst muss weg. Erst dann kann das Herz auch die Botschaft aufnehmen: »Euch ist heute der Heiland geboren.«
  • Die Hirten werden direkt angesprochen: »Jesus ist der Heiland für euch.« Damit lässt der Engel keinen Zweifel, dass die Weihnachtsbotschaft ihnen gilt.
  • Wie stark dieser Eindruck von Licht, Engel und Botschaft ist, erkennt man daran, dass die Hirten sich sofort auf den Weg machen und zur Krippe eilen. Sie müssen selbst sehen, was ihre Ohren gehört haben.
  • Die Hirten sind die ersten, die in der Heiligen Nacht an der Krippe stehen. Die Botschaft vom Kind in der Krippe hat sie so berührt, dass sie ihr Wissen auch Maria mitteilen: »Euer Kind Jesus ist der Heiland für alle!«
  • Die Hirten erzählen die gute Nachricht allen weiter, die ihnen begegnen.
  • Viele Elemente der Verheißungen Jesajas finden sich bei Lukas wieder.

Info: Das griechische Wort »Soter« bedeutet »Heiland«, »Retter«, »Helfer«, »Erlöser«.

Die Kinder und der Text / das Thema

Tun sich Kinder weh, hört man manchmal den Reim: »Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Sonnenschein, dann wird’s wieder besser sein.«

Dieser formelartige »Segensspruch« weist darauf hin, dass etwas heilen soll. Und tatsächlich: Mit Pusten, etwas Spucke, ggf. einem Pflaster und mit ganz viel Zuwendung verfliegt der Schmerz.

Was hilft? Was heilt? In solchen Alltagssituation ist es oft die Zuwendung. Dass da jemand ist, zu dem die Kinder kommen können, der sie ernst nimmt, der da ist.

Jesus, der Heiland, ist einer, der etwas heilt, etwas zurechtbringt. Anders als Heldenfiguren kommt Jesus ganz unscheinbar zur Welt. Dadurch wird er für Kinder nahbar.

Er ist da. Er nimmt sie ernst. Kinder können sich Jesus anvertrauen. Er ist derjenige, der sagt: »Alles wird gut!«

II. Gestaltungshinweise

Liturgische Elemente
Lieder

Freude, Freude (KuS 78);

Geht, ruft es von den Bergen (KuS 66/LJ 322/MKL 126);

Hört, der Engel helle Lieder (EG 54/KuS 64/LJ 52/KG 36);

Vom Himmel hoch (EG 24/KuS 46/LJ 32/KG 35)

Weihnachtssegen (im Kreis, stehend)

Vier Kinder lesen den jeweiligen Text laut vor. Schön ist, wenn diese Kinder an den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet stehen.

Auf das »Alle« wird zuvor hingewiesen.

Kind 1:

Das Licht dieser Nacht

strahle hell in unser Leben.

Kind 2:

Das Kind in der Krippe

berühre unsere Herzen.

Kind 3:

Der Stern am Himmel

zeige uns den richtigen Weg.

Kind 4:

Der Segen dieser Heiligen Nacht

komme zu uns und bleibe bei uns.

Alle:

Heute. Morgen. Und immer.

Amen.

Kreative Umsetzung der Geschichte
Gesprächsimpuls für die Älteren

Die Symbole in der Krippe der vergangenen Sonntage werden noch einmal vor Auge geführt. Anhand ihrer erläutern die Kinder die Bedeutung des Kindes in der Krippe: »Wer ist der, den wir erwarten?«

Stegreifspiel (mit allen gemeinsam)

Material: Hirtenkleidung (braune Jacken, Felle, Stäbe) und Engelskleidung (weiße Tücher).

Die Hirtenszene aus den beiden Erzählungen wird frei nachgespielt. Die Mitarbeitenden können Hilfestellung geben.

Es gibt eine Hirten- und eine Engelgruppe.

Themen sind dabei: wach bleiben, schlafen, träumen, Dunkelheit, plötzlich Licht, aufschrecken, Angst, keine Angst, gute Nachricht, Kind in der Krippe, Freut euch!, noch mehr Engel, Engelslied, Engel verschwinden, Hirten allein, alles ist wieder dunkel, im Innern ist es hell, Hirten brechen auf.

Zum Abschluss passt gut das Lied: Geht, ruft es von den Bergen.

Alternativ

Kinder erzählen die Geschichte mit Figuren, Tüchern und Kerzen nach (s. »Erzählung für Jüngere«).

Hier geht es weiter zur Erzählung für Jüngere.

Hier geht es weiter zur Erzählung für Ältere.

Hier geht es weiter zu Weihnachtsspiel1 (Monatsgottesdienst Dezember).

Hier geht es weiter zu Weihnachtsspiel 2 (Monatsgottesdienst Dezember).

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